Der Weltölverbrauch steigt exponential (Abb. 0707). Saudi-Arabien, das Land mit der größten und derzeit fast einzigen Reservekapazität, warnt, daß die OPEC-Länder die erwartete westliche Nachfrage nach Öl in 15 bis 20 Jahren nicht mehr decken können. Nach Projektionen der International Energy Agency müßte die OPEC-Produktion bis 2020 von derzeit 30 Mio auf 50 Mio barrel/Tag hochgefahren werden. Saudi-Arabien befürchtet in dieser Hinsicht ein Defizit von etwa 4,5 Mio barrel/Tag in seiner eigenen Produktion.

Die USA haben im Weltmaßstab den bei weitem höchsten absoluten und Pro-Kopf-Verbrauch an Öl (Abb. 07019). Mit 4,6 % der Weltbevölkerung entfallen auf sie allein 22,4 % des Weltölverbrauchs. Ihre eigene Produktion geht seit der Mitte der 80er Jahre zurück. An den weltweiten Ölreserven haben die USA nur einen Anteil von 2,5 Prozent und eine rechnerische Reichweite von nur 11 Jahren. Dagegen steigen ihre Importe steil an (Abb. 07018), vor allem aus politisch instabilen Regionen, wie dem Nahen Osten. Der Anteil der Importe am Verbrauch eskalierte von 34 % in 1973 zu 58 % in 2004 und soll nach Berechnungen der US Energy Information Administration bis 2025 weiter auf 68 % ansteigen (Abb. 07017).



Neben dem Öldurst Chinas ist der amerikanische damit hauptverantwortlich für die sich entwickelnde prekäre Situation, die seit einiger Zeit nicht zuletzt in steil steigenden Rohölpreisen ihren Ausdruck findet (Abb. 07010). Das gilt natürlich ebenso für den Ausstoß an CO2 und die Belastung des Weltklimas (Abb. 07007). Der enorme projektierte Importansteig muß auch negative Konsequenzen für die ohnehin prekäre amerikanische Handelsbilanz und den US-Dollar haben und gefährdet damit zusätzlich die Weltwirtschaft.


Die amerikanische Energieeffizienz im Kraftfahrzeugverkehr ist im internationalen Vergleich besonders schlecht und ist seit Mitte der 80er Jahre noch schlechter geworden (Abb. 07016). Dies liegt vor allem an dem großen Markterfolg der SUVs (sport utility vehicles), praktisch kleine Lastwagen für den Privatgebrauch, die nicht den für PKWs sonst vorgeschriebenen um ein Viertel besseren miles per galone Wert erreichen müssen. Der US Regierung erwartet einen weiteren Anstieg der CO2-Emissionen bis 2025 um 37 %; ein großer Teil kommt vom Kraftfahrzeugverkehr, der wegen Widerständen im Congress bei der Verabschiedung der neuen Energy Bill inkonsequenterweise von schärferen Auflagen verschont wurde.

Die amerikanischen Werte vergleichen sich sehr ungünstig mit denen in Europa und vor allem in Japan (Abb. 07020).
