. bitte
weiter-
empfehlen

Begriff-Suche





Hier einige Schwerpunkte:

Demo

Demo

verlierer

armut

china

skandinavien

steuer

Angst

hedge

bildung

system

umwelt

 

Webseite
per EMail
weiterempfehlen

 

Mail-Zugang Fragen +Anregungen

 

Rundbrief bestellen


 

Schaubildboxen

Deutschland

Welt/Umwelt

 

Bookmark

 


Schwerpunktthema auf jjahnke.net - zuletzt aktualisiert: 12/05/2007 09:37 -

Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006)
und "Deutschland global" (2005)

zur Druckansicht

In Deutschland, wie in anderen Ländern, findet eine Dauerdiskussion über Steuersenkungen statt. Dabei geht es derzeit in Deutschland vor allem um die Einkommens- und Gewinnsteuern, und hier besonders um die Unternehmenssteuern und damit verbunden die Steuern auf Zinseinnahmen. So fordert jetzt der Bundesrat Nachbesserungen bei der Unternehmenssteuerreform; vor allem die Zinsschranke, die Verlagerung von Gewinnen in Länder mit niedrigeren Steuersätzen eindämmen soll, müsse überprüft werden. Außerdem wird heftig über die Zukunft der Erbschaftssteuer diskutiert; viele in der CDU/CSU wollen sie ganz abschaffen. Daher ist wieder einmal ein Vergleich der Hoch- und Niedrigsteuerländer und ihrer Wirtschaftsleistung angebracht. Deutschland hat unter den Alt-EU-Ländern, den EU-15, seit 2000 die Steuerquote am drittstärksten gesenkt (Abb. 12435) und hat damit nach Griechenland die niedrigste Steuerquote (Abb. 12434). Abb. 12433 zeigt die deutsche Entwicklung seit 1991. Die osteuropäischen Beitrittsländer haben sind hier wegen ihrer Sondersituation in der Wirtschaftsentwicklung nicht erfaßt




Die fünf Länder mit den niedrigsten Steuerquoten sind Griechenland, Deutschland, Spanien, Portugal und Niederlande. Die fünf Länder mit den höchsten Steuerquoten sind Dänemark, Schweden, Finnland, Belgien und Großbritannien. Ein Vergleich der Wirtschaftsentwicklung von 2000 bis 2006 zeigt, daß sich die Hochsteuererländer im BIP-gewichteten Durchschnitt mit 15,4 % erheblich besser entwickelt haben als die Gruppe der Niedrigsteuer-Länder mit 11.2 % (Abb. 12438). Daraus ist mindestens zu entnehmen, daß niedrige Steuerquoten nicht wirtschaftsfördernd gewirkt haben - das gilt besonders für Deutschland - und daß hohe Steuerquoten durchaus gut bekommen sind.


Nun noch zu den in Deutschland so heftig umstrittenen Einkommens- und Gewinnsteuern einerseits und den Erbschaftssteuern andererseits. Deutschland hatte nach der letzten Zählung der OECD bei den Einkommens- und Gewinnsteuern nach Griechenland, Portugal und den Niederlanden den viertniedrigsten Steuereinnahmen-Anteil gemessen am Bruttoinlandsprodukt (Abb. 12436). Im Steuersenkungswettbewerb der Unternehmenssteuern hat Deutschland schon in den vergangenen Jahren schneller abgesenkt als die meisten anderen Länder und jedenfalls mehr als der EU-Durchschnitt, so bei den Kapitalgesellschaften von 59,7 % 1993 auf nur noch 38,3 %. Mit einem Steuersatz von nur noch 29,8 % (einschließlich Gewerbesteuer) wird Deutschland demnächst den niedrigsten aller G7-Länder haben (Abb. 13131). Man muß allerdings damit rechnen, daß Deutschland mit diesem Schritt, mit dem der Steuersatz gegenüber 1993 praktisch halbiert wird, den Steuerwettlauf nach unten nur weiter anheizt. Schon jetzt hat Großbritannien nachgezogen.



Dabei hat die ständige Absenkung der Unternehmenssteuern über die letzten Jahre den davon erwarteten Anstieg der Investitionen - bis auf die anders verursachte Entwicklung im letzten und diesem Jahr - nicht gebracht. Schlimmer noch: Was die Bundesregierungen auf der Seite der Kapitaleigner nachgegeben haben, mußte sich die Große Koalition mit einer vor allem die weniger wohlhabenden Verbraucher belastenden (Abb. 04110) massiven Erhöhung der Mehrwertsteuer zurückholen.


Bei der Erbschafts- und Vermögenssteuer (letztere existiert in Deutschland im Unterschied zu den meisten anderen Vergleichsländern gar nicht) hat Deutschland das zweitniedrigste Aufkommen nach Österreich (Abb. 12437). Der deutsche Steuersatz selbst liegt bei Vererbung an Ehefrau und Kinder bei 30 %, dagegen in Japan bei 70 %, USA 55 % und Frankreich 40 %. Dennoch hat die Große Koalition nach Presseberichten jetzt beschlossen, zwar das Erbschaftssteueraufkommen beizubehalten, aber bei Vererbung ganzer Betriebe keine Erbschaftssteuer mehr zu erheben.


Die Diskussion in Deutschland über diese beiden Steuerformen ist vor diesem internationalen Hintergrund schlicht nicht nachvollziehbar.


»»» Für andere der 128 Schwerpunktthemen auf jjahnke.net bitte hier anklicken (dort auch Bestellfenster für regelmäßigen kostenlosen Rundbrief). «««