Hier Wochenbrief bestellen


Reihe 99 ab 30-04-13 ... ...

(2954) Absturz im Export und bei den Aufträgen

(2953) Reale Arbeitseinkommen wieder in negativem Gelände

(2952) Der nächste Wahltag wird immer mehr zum Euro-Zahltag

(2951) Von einigen Deutschen, die doch "Scheißdeutsche" sind

(2950) Bedienen die Notenbanken eigentlich nur noch die Spekulanten?

(2949) Ergebnis vom Gipfel: Deutschland wird für Bankenschulden zahlen

(2948) Dann laßt mal die "Scheiß-Deutschen" für unsere Bankenschulden zahlen

(2947) Neue Umfragen: Von der europäischen Idee ist nicht mehr viel übrig

(2946) Wer seine Spargroschen in für sicher gehaltenen Bundesanleihen angelegt hat, bekommt jetzt Prügel vom Markt

(2945) Das "schwarze Loch" der Eurozonen-Banken und die Steuerzahler in Deutschland

(2944) Statistisches Bundesamt täuscht mit angeblich besserer Tariflohnentwicklung in Deutschland verglichen mit Frankreich

(2943) Warum massive Aufkäufe spanischer und italienischer Staatsanleihen durch die EZB nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sein können

(2942) Die Märchenstunde von den Staatsschulden

(2941) Die deutschen Aufträge brechen wieder ein

(2940) Einzelhandelsumsatz, Unternehmenskredite, Investitionen, Arbeitslosigkeit: EU und Eurozone treiben immer mehr auseinander

(2939) Von der Bedeutung von nationaler Herkunft/Bildungsstatus der Eltern für die Immigrantenkinder

(2938) Jetzt warnt auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ for dem Crash

(2937) 30 Schandbilder zur gesellschaftlichen Entwicklung Deutschlands

(2936) Auch in Deutschland: Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Weg in ein Subproletariat - Stockholm läßt grüßen

(2935) Der deutsche Arbeitsmarkt im Mai 2013: Saisonal bereinigt immer mehr Arbeitslose




"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2954 08-07-13:

(bitte auch Startseite besuchen)

Der deutsche Export ist im Mai abgestürzt, vor allem in die Eurozone mit einem Minus von 9,6 %, aber auch in Drittländer mit minus 1,6 %. Kalenderbereinigt bewegt sich der Export mit etwas Auf und Ab bereits seit fast einem Jahr talwärts (Abb. 17328).




Auch die Aufträge gehen schon seit Monaten zurück (Abb. 04569. Nach den neuesten Daten des Statistischen Bundesamts sind vor allem die Inlandsaufträge für die deutsche Industrie seit 2011 schon um fast 9 % gefallen (Abb. 04569), ein deutlicher Indikator für die Marktenge in Deutschland.



Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.



"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2953 05-07-13: Reale Arbeitseinkommen wieder in negativem Gelände

(bitte auch Startseite besuchen)

Was ist uns da alles erzählt worden von starken Einkommenssteigerungen, hochspringenden Tarifabschlüssen und einem Einkaufsboom? Alles erlogen und die Lügen nur auf den Wahltermin hin orientiert. Tatsächlich hat das Statistische Bundesamt gestern kleinlaut einräumen müssen, daß die Arbeitseinkommen im ersten Quartal 2013 zum ersten Mal seit dreieinhalb Jahren nach Abzug der Inflationsrate gegenüber dem Vorjahreszeitraum gefallen sind (Abb. 17008). Die Tendenz ist bereits seit drei Quartalen eindeutig nach unten gerichtet.


Dabei gibt es noch zwei besonders negative Entwicklungen. Erstens verliert, wer sein Arbeitseinkommen primär auf Nahrungsmittel ausgibt noch viel mehr. Denn auf der Basis der Nahrungsmittelinflation sind die Reallöhne bereits seit zwei Jahren immer weiter von plus 2,1 % auf nun im Mai minus 4 % gefallen (Abb. 17848). Wer dann noch seine Ersparnisse einsetzt, hat außerdem noch unter Minizinsen zu leiden.


Zweitens sind einige Gruppen noch schlechter dran und verlieren mehr als den Durchschnitt von -0,1 %: Männer -0,5 % (bei Frauen +0,8 %), Vollzeitbeschäftigte -0,3 % (bei Teilzeitbeschäftigten +1,1 %) und Neue Länder -0,4 % (bei früheres Bundesgebiet 0,0 %).



Das Statistische Bundesamt versucht, die negative Entwicklung mit einem Rückblick auf den Zeitraum 2007 bis 2012 wegzudrücken, muß dabei aber einräumen, daß sich die Leistungsgruppen immer mehr auseinander bewegt haben. Während im jährlichen Durchschnitt ein ungelernter Arbeitnehmer mit real 0,3 % praktisch keine Erhöhung erfahren hat, waren es bei Arbeitnehmern in leitender Stellung 1,4 % und bei herausgehobenen Fachkräften 0,9 % (Abb. 17849). Auch diese sich immer weiter öffnende Schere ist keine gute Entwicklung.



Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.



"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2952 03-07-13: Der nächste Wahltag wird immer mehr zum Euro-Zahltag

(bitte auch Startseite besuchen)

Es läßt sich nicht mehr übersehen: Die Bundesregierung hat alle Schritte zu einer großangelegten Transferunion bis zu den Bundestagswahlen ausgebremst. Die besonders kriselnden Europartner werden noch bis dahin warten, dann aber bestimmt nicht länger, um ihre Forderungen an die deutsche Kasse durchzusetzen. Und sie haben dafür eine breite Mehrheit in allen Entscheidungsgremien.

Die offenen Flanken sind dabei zahlreich. Erstens scheitert die Fiskalunion, die die Notwendigkeit dauerhafterer Rettungsgelder vermeiden sollte, an den wirtschaftlichen Realitäten und den Bewegungen auf den Straßen der Krisenländer. Das ist am Besten an den Entwicklungen auf den Arbeitsmärkten abzulesen (Abb. 18175). Noch schlimmer ist die Jugendarbeitslosigkeit, die bei Griechenland und Spanien fast 60 % erreicht (Abb. 15994).



Überall baut sich der Widerstand gegen deutsche Spardiktate weiter auf. In Portugal wurde jetzt der sparwillige Finanzminister zum Rücktritt gezwungen, ebenso der Außenminister. In Griechenland bleibt das Privatisierungsprogramm auf der Strecke und macht weitere Rettungsgelder notwendig. Beobachter erwarten nach den Bundestagswahlen einen weiteren Schuldenschnitt, bei dem auch Deutschland auf Rückzahlungen in Milliardenhöhe wird verzichten müssen. In Italien ist die Lage total unübersichtlich und hat die Arbeitslosigkeitsquote 12,2 % erreicht. In Frankreich hat der Rechnungshof der französischen Regierung bescheinigt, daß sie das Haushaltsziel für 2014 eines dann auf 3 % des BIP begrenzten Haushaltsdefizits nicht erreichen werde.



Eine andere offene Flanke ist die jetzt im Prinzip beschlossene Bankenunion, bei der viele Ausnahmen bei der Beteilung von Gläubigern der Banken an den Kosten der Rekapitalisierung von Banken zugestanden wurden und andererseits der ESM für die weit offenen Reste einspringen soll. Da gibt es zwar zunächst eine Grenze bei 60 Mrd Euro, doch die wird nach den Bundestagswahlen weggefegt werden. Schon jetzt kündigt Irland für den Herbst an, 30 Mrd Euro für eine "nachträgliche" Übernahme seiner Bankenschulden durch den ESM zu fordern, um so die Belastung der bisher voll eingetretenen irischen Regierung zu vermindern. Sollte der ebenfalls erst für nach den Bundestagswahlen vorgesehene Streßtest der Banken durch die EZB gefährliche Schieflagen aufweisen, für die die Staaten selbst nicht ausreichend vorbereitet sind, wird die Rechnung ebenfalls an den ESM und dann an Deutschland gehen.

Es kann also nur eine Frage der Zeit sein, bis die Wogen von allen Seiten auf den deutschen Steuerzahler zuschlagen. Die Bundesregierung selbst hat sich für Deutschland auf Sparen festgelegt, doch das wird ein Sparen für die Partner in der Eurozone werden und wird erhebliche zusätzliche Steuern erfordern. Schon ist die Rede von einem zusätzlich Solidarfonds für notleidende Europartner, den die Bundeskanzlerin mit 60 Mrd Euro beziffert hat, den aber der Oppositionsführer schon bei 100 Mrd Euro sehen möchte.

Es wird Zeit, daß sich Deutschland die Karten für die Zeit nach den Wahlen legt, wer immer dann an die Regierung kommt. Solange Deutschland den Euro retten will, koste es, was es wolle, wird die Begehrlichkeit unserer krisengeschüttelten Partner keine Grenzen kennen. Diese Rechnung würde schrecklich werden und schrecklicher mit jedem Monat, in dem sich die Krise fortsetzt oder gar noch verschlimmert. Deutschland wird zahlen müssen. Es sollte aber nur zahlen, wenn die Krisenländer endlich an den heimatlichen Reichtum herangehen, den sie steuernsschonend hochgefahren haben und sich auf diese Weise auch selbst helfen. Denn das private Vermögen ist in diesen Ländern weit größer als in Deutschland. Auch in Deutschland müßten Hilfsprogramme für die Europartner durch Steuern auf den Reichtum finanziert werden. Und Banken sollten in der Eurozone nicht länger zu Lasten von Rettungsprogrammen finanziert, sondern besser geschlossen werden.


Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2951 02-07-13: Von einigen Deutschen, die doch "Scheißdeutsche" sind

(bitte auch Startseite besuchen)

Da haben sich irische Banker im Angesicht der Pleite ihrer Bank über "Scheißdeutsche" lustig gemacht. Wen meinten sie eigentlich und wie berechtigt ist die Verachtung von Angela Merkel diesen Bankern gegenüber? Tatsächlich haben gerade deutsche Banken unbedingt am irischen Bauboom mitverdienen wollen. Anglo-Irisch war die Bank der irischen Baulöwen und so floß viel deutsches Geld in diese Richtung. Im März 2010 waren deutsche Banken die Hauptgläubiger Irlands nach den britischen (Abb. 16190). Auf das kleine Irland hatten die deutschen Banken mehr als 200 Mrd Euro gewettet, mehr noch als auf Spanien (Abb. 16874). Bei 1,7 Mio privater Haushalte in Irland waren das 118.000 Euro auf jeden Haushalt in Irland und mit den Einsätzen der anderen ausländischen Banken sogar eine halbe Million (!), ein geradezu irrsinniger Poker-Einsatz.



Als die Blase platze und ihre Pokerpartei auf Irland verloren zu gehen drohte, setzten die deutschen Banker die Bundesregierung unter Druck, mit deutschem Steuerzahlergeld ihre Einlagen auch bei Anglo-Irish zu retten. Die Bundesregierung nahm die ihr zugespielte Retterrolle auf und zwang gleichzeitig den irischen Staat, für die astronomischen Schulden seiner privaten Banken gerade zu stehen. Denn so konnte man die deutschen Steuerzahler ruhig halten.

Die über die "Scheißdeutschen" lachenden Banker von Anglo-Irish wußten natürlich um diese Zusammenhänge und versuchten, daß Druckpotenzial deutscher Banker auf die Bundesregierung zu ihren Zwecken auszunützen. Also spielten sie der irischen Regierung und diese der deutschen vor, daß man Anglo-Irish noch retten könne, wenn man nur genug Rettungsgeld fließen lasse. Sie wußten dabei, daß die erste Zahlung an Anglo-Irish notwendigerweise weitere nach sich ziehen würde, weil niemand der Retter seinen Einsatz würde verloren geben wollen. Und genau an diesem Punkt der Geschichte mußten sie über die Naivität der deutschen Banken und ihrer Regierung lachen. In der Tat schienen sie Grund zum Lachen zu haben. Denn fast hätten sie ihre Pokerpartie gewonnen, wenn nicht die Rechnung am Ende zu groß gewesen und nur noch die Schließung der Bank infrage gekommen wäre.



Mit Verachtung kann man die spöttelnden irischen Banker bestrafen. Doch eigentlich gehört die Verachtung den deutschen Bankern, die ihre eigene Regierung und damit den deutschen Steuerzahler unter Druck setzten, indem sie den Weltuntergang an die Wand malten, wenn nicht ihre Einlagen bei irischen Banken gerettet würden. Den normalen Iren ist übrigens durchaus nicht zum Lachen zumute, denn die Bundesregierung trägt die Schuld an der Übertragung der gigantischen Schulden irischer Banken auf den irischen Steuerzahler - übrigens gegen den Rat des Internationalen Währungsfonds. Der irische Steuerbürger leidet nun und, wenn er die Bürde hinschmeißt, geht der Kelch an den deutschen Steuerzahler. Zum Lachen ist das nicht. Aber bei Verachtung à la Merkel darf man bei den irischen Bankern nicht Schluß machen. Die schwäbische Hausfrau sollte sich besser Gedanken über den eigenen Laden machen und ihre Rolle in ihm.

Dazu noch ein schöner Cartoon.



Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2950 30-06-13: Bedienen die Notenbanken eigentlich nur noch die Spekulanten?

(bitte auch Startseite besuchen)

Wie doof sind die in den Notenbanken eigentlich, um sich nicht am Anfang vorzustellen, daß das von ihnen in Unmengen gedruckte Geld nicht bei denen ankommt, die es wirklich brauchen, sondern bei denen, die damit nur noch mehr spekulieren? Oder wollten sie es so?

Da haben sie um den Globus herum die Kurse der Anleihen jahrelang mit deren massenhaftem Aufkauf gedrückt, aber nicht den Unternehmen die Finanzierung erleichtert, sondern nur anderenorts Finanzblasen aufgeblasen. So floß das Geld in die Schwellenländer, wohin wegen höherer Renditen die Anleger auswichen, oder auf die Aktienmärkte. Jetzt, nachdem nach den Andeutungen der Fed wieder Zinsanstieg angesagt ist, schwappt die Finanzbrühe zurück (Abb. 03944). Der Spekulant macht regelmäßig einen doppelten Schnitt, den ersten beim Abstieg der Kurse, den nächsten bei deren Aufstieg, oder - wenn's paßt auch umgekehrt. Immer ist er schnell genug auf die neue Richtung eingestellt. Nur die, die das Geld wirklich brauchen, oder auch die braven - oder soll man sagen naiven - Anleger mit Angst um ihre Ersparnisse verlieren jedes Mal Dank Draghi und Konsorten.


Wo sind eigentlich die 1,1 Billionen Euro geblieben - mehr als drei Viertel der Jahresausgaben aller deutscher Haushalte -, die die EZB seit 2008 ins Geldsystem der Eurozone geworfen hat (Abb. 16572)? Die haben vor allem den Spekulanten erlaubt, ihre An- und Einlagen in den Krisenländern wieder schadlos abzuziehen. Wenig ist dort in der Realwirtschaft geblieben und so fällt die Wirtschaftsleistung weiter und steigt die Arbeitslosigkeit höher. Und die Zinsen für kleinere und mittlere Unternehmen in Italien und Spanien sind nur weiter gestiegen (Abb. 16900).



Und mit der Niedrigzinspolitik der EZB schlägt die hohe Nahrungsmittelinflation von derzeit 5,4 % ohne Abfederung durch nennenswerte Sparerzinsen voll auf die durch, die einen hohen Anteil ihres Einkommens auf Nahrungsmittel ausgeben müssen, weil sie sich nicht viel mehr leisten können (Abb. 18134).


Wo hat Draghi (der Mann von Goldman Sachs) eigentlich sein eigenes Millionenvermögen angelegt? Ist er auch längst unter den Spekulanten? Die Inflation wird er eh nicht spüren.



Selbst die chinesische Notenbank ist jetzt auf den Trichter gekommen, daß ihre Giga-Liquiditätsflut die Schiffe der Spekulanten und Schattenbanken gewaltig gehoben hat, nicht aber mehr der Wirtschaft hilft.

Wer rettet uns vor den Notenbanken?


Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2949 28-06-13: Ergebnis vom Gipfel: Deutschland wird für Bankenschulden zahlen

(bitte auch Startseite besuchen)

Die unselige Geschichte des Euro ist jetzt fast täglich mit uns. Da machen sich irische Banker im Angesicht der Pleite ihrer Großbank Anglo-Irish über die "Scheiß-Deutschen", die immer noch vertrauensvoll mit ihrem Geld kommen, lustig und singen dann auch noch zum Spaß die erste Strophe des Deutschlandliedes, denn deutsches Geld geht wirklich "über alles". Das mag extrem sein, beschreibt aber als nie zur Veröffentlichung bestimmte interne Tonbandaufzeichnung die Stimmungslage in vielen der Pleitebanken in Europa. Die warten jetzt zur Rettung auf die primär deutsch-finanzierte Bankenunion, die ihnen von denselben "Scheiß-Deutschen" oder besser deren Regierung schon zugestanden wurde.

Unter dieser Devise steht wohl auch das Ergebnis der Finanzminister zur Bankenunion. Man muß gestern Morgen die französische Presse und die Financial Times lesen, um zu begreifen, was in der Nacht in Brüssel passiert ist. Die deutsche steht einseitig unter den Vorgaben von Schäuble, der ein Meister in der Interpretation zu seinen Gunsten ist. Sein französischer Kollege preist dagegen das Ergebnis, weil es die Rolle des ESM zur Rekapitalisierung von Banken anerkannt habe und somit die Bedeutung von Solidarität (un sens de solidarité). Frankreich habe durchgesetzt, was es erreichen wollte.

Man erinnere sich: Nach der Berechnung der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos" liegt allein das in "bad banks" ausgeparkte Volumen angebrannter Anlagen der Banken bei 1 Billion Euro. In den Bilanzen der Banken kommen ständig mit fortschreitender Krise neue Verluste dazu. Es geht also um sehr, sehr viel Geld. Deswegen war die volle Beteiligung ("Bail-in") der Anleihezeichner und der großen Bankeinlagen von mehr als 100.000 Euro, bevor der Steuerzahler - und das ist vor allem der deutsche - über den ESM zur Kasse gezwungen wird, so wichtig.



Doch Schäuble konnte sich mit seiner Forderung nach einem strikten Bail-in nicht durchsetzen, auch wenn er das nicht einräumen will und statt dessen verkündet, nun seinen die Aktionäre und Anleihezeichner die ersten und hauptsächlich bei einer Schieflage von Banken in die Pflicht Genommenen. Tatsächlich ist ein Schweizer Käse mit vielen Löchern und allenfalls ein teilweises Bail-in herausgekommen. Das Minimum an Bail-in ist auf magere 8 % der Gesamtverpflichtungen einer Bank beschränkt worden, bevor noch zu schaffende neue Gemeinschaftsfonds oder der ESM ins Spiel kommen. Außerdem erhalten die Euroländer Flexibilität, um bestimmte Gläubiger vor dem Bail-in zu schützen, wenn das Minimum-bail-in von 8 % erreicht ist. Dabei ist die Rede z. B. von mittelständischen Unternehmen und Krediten zwischen Banken. Diese Ausnahmen zu Lasten der Gemeinschaftsfonds und des ESM sind auf 5 % der Verpflichtungen einer Bank beschränkt worden.

Außerdem wurde zur Bedingung eines Zugriffs auf den ESM gemacht, daß alle unbesicherten Anleihehalter der Bank zuvor ihren Einsatz verloren haben müssen, doch gilt diese Regel erst ab 2018, wenn viele Banken wahrscheinlich schon gerettet werden mußten. Schließlich wurde auf britischen und schwedischen Druck zugelassen, daß sich Staaten anstelle eines Bail-ins mit Kapital an Banken in Schieflage beteiligen.

Die neuen Sicherungsfonds der Banken sollen durch Beiträge der Banken entstehen, die allerdings nur 1,3 % der geschützten Bankeinlagen abdecken sollen. Sie werden also viel zu klein sein, um den ESM vor dem Zugriff zu bewahren. Auch steht hier noch zur Diskussion, die Fonds zusammenzulegen, also die Anlagesicherungsfonds der deutschen Sparkassen in die Vergemeinschaftung einzubeziehen.


Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2948 27-06-13: Dann laßt mal die "Scheiß-Deutschen" für unsere Bankenschulden zahlen

(bitte auch Startseite besuchen)

Die unselige Geschichte des Euro ist jetzt fast täglich mit uns. Da machen sich irische Banker im Angesicht der Pleite ihrer Großbank über die "Scheiß-Deutschen", die immer noch vertrauensvoll mit ihrem Geld kommen, lustig und singen dann auch noch zum Spaß die erste Strophe des Deutschlandliedes, denn deutsches Geld geht wirklich "über alles". Das mag extrem sein, beschreibt aber als nie zur Veröffentlichung bestimmte interne Tonbandaufzeichnung die Stimmungslage in vielen der Pleitebanken in Europa. Die warten jetzt zur Rettung auf die deutsch-finanzierte Bankenunion, die ihnen von denselben "Scheiß-Deutschen" oder besser deren Regierung schon zugestanden wurde.

Besonders Italien drängt - neben Spanien und Frankreich - auf die Bankenunion. Aus einem geleakten vertraulichen Dokument der italienischen Finanzverwaltung aus dem vergangenen Jahr wird jetzt konkreter als bisher bekannt, wie sich Italien den Beitritt zur Eurozone mit einer Bilanzmanipulation erschwindelt hat. Über Derivativverträge, einer mit Morgan Stanley, erhielt die Regierung etwa 31,7 Mrd Euro in Zahlungen, die später zurückgezahlt werden sollten. Jetzt wurden einige dieser Verträge restrukturiert, wobei Italien ein Verlust von 8 Mrd Euro droht.

Vor dem Eurobeitritt lag Italiens Haushaltsdefizit mit 7,7 % weit über der Beitrittsschwelle von 3 %. Doch Italien konnte bis zum Beitritt das Defizit dramatisch auf nur noch 2,7 % herunterfahren. Zu dieser Manipulation dienten einerseits eine einjährige Sondersteuer und andererseits offensichtlich eine Menge solcher Derivativverträge. Der Chef der italienischen Finanzverwaltung, die diese Verträge abschloß, war damals Mario Draghi, der heutige EZB-Präsident. Er unterstützte auch die Ernennung seines damaligen Mitarbeiters La Via zum Generaldirektor der Finanzverwaltung im Mai 2012. Das zeigt, in welch kleinen Kreisen die Angelegenheit gespielt wurde und wird.



Helmut Kohl war von seinen Beamten über die italienischen Tricks informiert worden, mißachtete aber aus angeblich übergeordneten politischen Gründen alle Warnungen. Der frühere italienische Finanzminister Tremonti behauptet sogar, die EU hätte der Benutzung der Derivativverträge zur Manipulation des Defizits zugestimmt. Griechenland beschritt übrigens zwei Jahre später denselben Weg und ließ sich von Goldman Sachs helfen. Zu dieser Zeit war Draghi Chef von Goldman Sachs für Westeuropa. Angeblich will er dennoch nichts davon gewußt haben.

Irgendwann werden die "Scheiß-Deutschen" auch für die italienischen Schulden zahlen.




Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2947 24-06-13: Neue Umfragen: Von der europäischen Idee ist nicht mehr viel übrig

(bitte auch Startseite besuchen)

In der EU steigt die Abneigung gegen eine weitere Integration und auch der Anteil derer, die aus der EU oder mindestens der Eurozone heraus wollen. Zugleich wachsen die Kräfte, die eine deutsche Dominanz befürchten. Eine Umfrage des renommierten Harris-Poll von Mai zeigt, daß Mehrheiten in Spanien, Italien und Frankreich den deutschen Einfluß in der EU für zu stark halten (Abb. 18189). Drei Viertel der Spanier und fast so viele in Italien werfen Deutschland vor, nicht genug Solidarität zu zeigen (Abb. 18190). Mehrheiten in Spanien und Italien und starke Minderheiten in Großbritannien und Frankreich fürchten, daß der deutsche Ruf nach mehr politischer Integration zu einer mehr deutsch-beherrschten Union führe ( Abb. 18191).




Nach einer neuen Gallup-Umfrage, sind vor allem die Franzosen sehr globalisierungs-kritisch geworden und glauben zu 62 %, daß sich die EU in die falsche Richtung bewege. Das ist zwar auch die Mehrheitsmeinung in allen sechs Ländern der Umfrage (Niederlande, Dänemark, Polen, Deutschland, Großbritannien und Frankreich), aber am ausgeprägtesten in Frankreich und zwar noch stärker als selbst in Großbritannien (56 %). In Frankreich spitzt sich die Lage zusätzlich zu, weil die rechtsradikale Front Nationale, die für den Austritt Frankreichs aus der Eurozone wirbt, nun schon zum zweiten Mal bei einer Nachwahl an den französischen Sozialisten vorbeigezogen ist.



Auf die Frage, wie sie antworten würden, wenn morgen ein Referendum zum Verbleib in der EU stattfände, waren 55 % der Briten für den Austritt, aber auch schon 34 % der Franzosen und selbst 31 % der Deutschen. Auch in den Niederlanden hat sich die Stimmung sehr negativ entwickelt. Schon 44 % sehen die EU in der falsche Richtung und nur 34 % in der richtigen. Jeweils 39 % sind für Austritt oder Verbleib in der EU.

Offensichtlich hat die Eurokrise die EU tief gespalten und der Abneigung gegen die Brüsseler Bürokratie erheblichen Auftrieb gegeben. Die Gefahr wächst, daß eine konservative Bundesregierung die Wunden nach den Wahlen mit sehr viel Geld zu lindern versuchen wird.


Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2946 21-06-13: Wer seine Spargroschen in für sicher gehaltenen Bundesanleihen angelegt hat, bekommt jetzt Prügel vom Markt

(bitte auch Startseite besuchen)

Es ist schon ein besch. Spiel für die mit kleinen Ersparnissen, die auf Nummer sicher gehen wollten. Die haben bisher vor allem langfristige Bundesanleihen gekauft, die etwas besser verzinst waren als die kurzfristigen. So hat der Bund erst am 15. Juni, also vor weniger als einer Woche, eine Anleihe auf 10 Jahre von 10 Mrd Euro zum Zins von mageren 1,5 % - also unter der zu erwartenden Inflationsrate - auf den Markt gelegt. Die konnte zum Kurs von 100,84 gekauft werden. Doch der liegt inzwischen nach den Bernanke-Schreckschüssen nur noch bei 98,48 und fällt weiter (Abb. 17846). Also auf 1.000 Euro Anlage schon ein Verlust von fast 24 Euro oder 2,3 % in nur zwei Wochen und keine Aussicht auf Erholung.




Wenn wir dachten, daß die EZB den deutschen Anleihezins bestimmt, werden wir jetzt eines Besseren belehrt. In der total globalisierten Finanzwelt entscheiden vor allem ausländische Anleger, und zwar primär aus USA, über den Zins deutscher Anleihen. Denn 61,3 % der Bundesanleihen sind in ausländischen Händen. Die Stampede aus den Anleihen heraus kann noch lange weitergehen. Und ob die EZB bei sonst überall steigenden Anleihezinsen dann wirklich beliebig Anleihen der Krisenländer aufkaufen kann, um eine Verschärfung von deren Krise zu vermeiden, muß sich erst noch zeigen. Dieser Test steht noch aus.


Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2945 20-06-13: Das "schwarze Loch" der Eurozonen-Banken und die Steuerzahler in Deutschland

(bitte auch Startseite besuchen)

Eine peinliche Diskussion geht in die letzten Runden: Wer soll für das riesige "schwarze Loch" aufkommen, das in den Bilanzen der Eurozonenbanken klafft. Nach einem Bericht in der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos" sind allein in den sogenannten "bad banks" der Banken der Eurozone mehr als eine Billion Euros an zweifelhaften und verlustträchtigen Anlagen ausgeparkt. Weitere hunderte von Milliarden Euros an drohenden Verlusten seien noch in den Bilanzen selbst enthalten.

Niemand weiß es genau, da die Banken nach den Basel-Richtlinien ihre Anlagen nur risikogewichtet dem Eigenkapital gegenüberstellen und niemand weiß, wie korrekt solche Risikogewichtung erfolgt. Das Verlustrisiko muß riesig sein, sonst würden nicht die Regierungen vieler Länder der Eurozone unter Führung von Frankreich so energisch darauf dringen, den Steuerzahler über den ESM in die Verantwortung für die Rekapitalisierung der Banken zu bringen. Dabei war der ESM nie für diesen Zweck geschaffen worden und hat im Zweifel viel zu wenig Kapital dafür. Ratingagenturen haben schon erklärt, daß für jeden Euro, den der ESM den Banken zur Verfügung stellt, die Kapazität des ESM zur Kreditaufnahme an den Finanzmärkten wegen des erhöhten Verlustrisikos um drei Euros sinken würde, wenn er sein Kreditstanding halten will.



Wie undurchsichtig die Lage ist, zeigt das Beispiel der Deutschen Bank. Die rühmt sich, eine gute Eigenkapitaldeckung zu haben. Doch wenn man Banken nicht nach den risikogewichteten Anlagen vergleicht und diese mit dem Eigenkapital ins Verhältnis setzt, sondern nach dem vollen Wert, den die Anlagen in den Bilanzen ausweisen (CT1/TA oder core capital to total assets), also die Hebelung des Eigenkapitals zum Maßstab nimmt, hat die Deutsche Bank eine der schlechtesten Eigenkapitaldeckungen aller größeren Banken (Abb. 18185).


Überall bei den Banken, vor allem in den Krisenländern, steigt der Anteil an faulen Krediten und schiebt die drohenden Verluste hoch. In Italien sind sie gegenüber dem Vorjahr um 22 % gestiegen. In Spanien sind schon 11 % aller Kredite angebrannt. Allein für Italien und Spanien rechnen Ernst & Young für Ende dieses Jahres mit 500 Mrd Euro solcher Kredite (Abb. 18155). In Zypern setzt sich die Bankenkrise trotz der gerade erfolgten milliardenschweren Rettungsaktion fort. Der zypriotische Regierungschef fordert nun von der Eurozone eine Aufbesserung der "dünnen Liquiditätsposition" der Bank of Cyprus. In einem Interview mit Reuters schätzt der Fundmanager von GLG, die Teil der Man Gruppe ist, Deutschland werde mehr als 10 % seines BIP in Transferleistungen aufbringen müssen, um den blutenden Bankensektor zu behandeln.


Nun hat ausgerechnet das deutsche Vorstandsmitglied bei der EZB Asmussen in einer Rede in Magdeburg gefordert, für die Bankenrekapitalisierung Zugang zu einem europäischen Auflösungsfonds zu schaffen, der zeitweise Mittel aus dem ESM nehmen kann, wenn seine eigenen Mittel nicht ausreichen. In jedem anderen Euroland wäre es undenkbar, daß ein nationaler Vertreter der eigenen Regierung und den Steuerzahlern des eigenen Landes so in den Rücken fällt. Was sind wir nur für ein armes Land mit solchen Vertretern!


Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2944 19-06-13: Statistisches Bundesamt täuscht mit angeblich besserer Tariflohnentwicklung in Deutschland verglichen mit Frankreich

(bitte auch Startseite besuchen)

Das Statistische Bundesamt führt mit seiner Schlagzeile zu den Tariflöhnen wieder einmal in die Irre: "Tarifverdienste stiegen 2012 in Deutschland stärker als in Frankreich". Rein technisch stimmt das. Allerdings wird dabei unterschlagen, daß in Frankreich die Tarifbindung mit 95 % fast alle Arbeitnehmer erfaßt. In Deutschland liegt die Tarifbindung dagegen nur noch bei 53 % für Westdeutschland und 36 % für Ostdeutschland (Abb. 17018). Unter den Tariflöhnen breitet sich in Deutschland ein riesiger Niedriglohnsektor aus, der schon wegen der viel geringeren Tarifbindung viel größer als in Frankreich ist. Das wird vom Statistischen Bundesamt unterschlagen und führt damit total in die Irre.




Außerdem sind auch die Tariflöhne seit 2002 in Deutschland um 3 % weniger gestiegen als in Frankreich (Abb. 15050). Das Ergebnis für 2012 ist also nur eine irreführende Momentaufnahme. Den langfristigen Vergleich unterschlägt das Statistische Bundesamt leider ebenfalls.


Im Kleingedruckten erwähnt das Statistische Bundesamt die Mindestlöhne, die für Frankreich flächendeckend bei jetzt 9,43 Euro liegen. Dem stellt das Statistische Bundesamt für Deutschland erneut irreführend Mindestlöhne für einzelne Branchen gegenüber. Das ist schon deshalb nicht vergleichbar, weil es in Deutschland im gesamten industriellen Bereich keine solchen Mindestlöhne gibt. Für die in Deutschland wuchernde Zeitarbeit erwähnt das Statistische Bundesamt eine Lohnuntergrenze von 7,89 Euro. Verglichen damit ist der französische Mindestlohn um fast ein Fünftel höher. Auch das hätte das Statistische Bundesamt deutlicher sagen können, hätte ihm aber nicht in den Kram gepaßt.


Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2943 12-06-13: Warum massive Aufkäufe spanischer und italienischer Staatsanleihen durch die EZB nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sein können

(bitte auch Startseite besuchen)

EZB-Präsident Draghi hält seine Bazooka eines potenziell unbegrenzten Aufkaufs vor allem italienischer und spanischer Staatsanleihen für unter allen Umständen und allen Rechtsordnungen rechtens, weil solche Aufkäufe notfalls zur Rettung des Euro unvermeidbar sein könnten. Tatsächlich sind wir schon so weit, daß selbst unsere eigene Bundesregierung die EZB als jenseits des deutschen Verfassungsrechts sieht, auch wenn unsere Grundrechte durch ihr Handeln schwer verletzt sein könnten. Die ganze Situation wird langsam komisch und gefährdet unser Verständnis von Demokratie. Kann man sich vorstellen, daß umgekehrt unsere Nachbarn die EZB in einem rechtsfreien Raum sehen würden, wenn sie gezwungen würden, für Verluste aus einer Rettungsaktion in Deutschland einzustehen? Undenkbar!



Anders als vor einigen Monaten Griechenland, Irland und Portugal sind Italien und Spanien gar nicht von Staatspleiten bedroht und deshalb der Euro ebenso wenig. Denn nur kleine Teile ihrer Staatsanleihen von 29 % oder 35 % befinden sich in ausländischen Händen und könnten vor Gerichten im Ausland beigetrieben werden (Abb. 18183). Sie sind zu klein, um diese Länder und den Euro ernsthaft in Gefahr zu bringen.


Eine Rettung durch die EZB bedeutet hier praktisch, daß mit dem Geld der EZB und damit vor allem des deutschen Steuerzahlers einheimische Anleihehalter in Spanien und Italien gerettet werden. Normalerweise müßten beide Staaten die Steuern erhöhen und vor allem bei den wohlhabenden Bevölkerungsteilen des eigenen Landes eintreiben, um ihre anleihehaltenden Bürger auszahlen zu können. Notfalls könnten sie auch per Gesetz die Laufzeiten verlängern und die Zinsen verkürzen.

Doch da kommt es handlich, daß es Signor Draghi gibt, der zur Vermeidung eines solchen internen Notfalles die braven Bürger aus Deutschland zur Kasse bittet, zumal die deutsche Regierung gar keinen Raum für eine richterliche Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht sieht. Armes Deutschland! Mit dem Euro leben wir in einer verkehrten Welt. Die meisten Menschen in Deutschland ahnen allenfalls, wie verkehr sie ist, werden aber von der eigenen Regierung dumm gehalten. Warum sagt man ihnen nicht einmal, wer die Gläubiger solcher Staatsanleihen sind?


Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2942 10-06-13: Die Märchenstunde von den Staatsschulden

(bitte auch Startseite besuchen)

In den Medien und vielen Büchern geistern Zahlen zur Staatsverschuldung unsortiert und unbedacht durcheinander und fügen sich oft zu einer regelrechten Märchenstunde zusammen.

Gerade kam mir ein neues Buch des Journalisten Wolfgang Hirn in die Hände, das mit dem Titel "Der nächste kalte Krieg China gegen den Westen" lockt. Es beginnt mit einem Kapitel, daß die Gläubiger gegen die Schuldner stellt, sprich China gegen die USA. Da werden nun die USA wegen ihrer hohen Staatsschulden und gerade der gegenüber China als die schwache Partei und China als die neue Großmacht des Geldes dargestellt. Das ist ziemlicher Blödsinn. Denn die Gläubiger sind mindestens ebenso sehr von ihren Schuldnern abhängig wie umgekehrt und oft noch mehr, vor allem wenn es sich um große Schulden handelt. China war immer sehr unruhig, wenn es befürchten mußte, daß die USA durch die Notenpresse den Dollar und damit seine Schulden abwerten könnten. China kann seinerseits nicht so einfach aufwerten, obwohl das seiner Wirtschaft durch mehr Einkommen aus dem Export nützen würde, denn dann würden sich die in US$ ausgedrückten Forderungen gegen die USA entsprechend abwerten.



Bevor man die USA finanziell so abschreibt, wie es in dem von mir erwähnten Buch leichtfertig geschieht, muß man einen zweiten Umstand begreifen, der dem Autor offensichtlich nicht einfiel. Bei Staatsschulden muß immer zwischen solchen gegenüber dem Ausland und denen gegenüber den eigenen Bürgern im Inland unterschieden werden. Nur die gegenüber dem Ausland drücken richtig, weil da auch die Zinsen ins Ausland abfließen und der eigenen Wirtschaft verloren gehen. Außerdem können Inlandsschulden nicht zum Staatsbankrott führen, die gegenüber dem Ausland dagegen durchaus. Betrachtet man die Staatsschulden gegenüber dem Ausland, so befinden sich die USA mit nur 34,5 % ihrer jährlichen Wirtschaftsleistung in einer ziemlich komfortablen Position. Die insgesamt höchstverschuldete Nation Japan ist mit nur 18,5 % sogar noch besser dran. Bei Deutschland sind es dagegen fast 50 %, bei Griechenland sogar 102 % (Abb. 18182). Diese Umstände erklären, warum die USA und Japan trotz relativ hoher Gesamtverschuldung an den Finanzmärkten relativ wenig Zinsen auf ihre Schulden zahlen müssen und viel weniger, als viele der insgesamt weit geringer verschuldeten Staaten.



Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2941 08-06-13: Die deutschen Aufträge brechen wieder ein

(bitte auch Startseite besuchen)

Es war waren wohl nur "Eintagsfliegen", die besseren Auftragseingänge der deutschen Industrie im Februar und März nach einem schwachen Januar-Start in das Jahr 2013. Im letztgemeldeten Monat April ging es gegenüber März wieder um 2,5 % nach unten, bei den Inlandsaufträgen sogar um 3,7 %. Damit lagen die Aufträge schon um 11,4 % unter dem Durchschnitt für 2011. Mit minus 15,8 % besonders stark gegenüber 2011 eingebrochen sind die Inlandsaufträge, aber auch die Auslandsaufträge gingen um 8 % zurück (Abb. 04569).




Das sieht nicht gut aus für das laufende Jahr. So hat auch die Bundesbank die Wachstumsrate der Gesamtwirtschaft auf kümmerliche 0,3 % zurückgenommen.


Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2940 06-06-13: Einzelhandelsumsatz, Unternehmenskredite, Investitionen, Arbeitslosigkeit: EU und Eurozone treiben immer mehr auseinander

(bitte auch Startseite besuchen)

Eurostat hat jetzt das Ergebnis für den Einzelhandelsumsatz im April 2013 veröffentlicht. Gegenüber März 2013 fiel er preis- und saisonbereinigt um 0,5 % - ein erheblicher Rückgang innerhalb eines einzigen Monats - gegenüber dem Vorjahres-April um 1,1 % (Abb. 15169).


Dabei fällt auf, wie stark die EU und besonders die Eurozone schon seit 2007 auseinander treiben. Acht Länder verzeichnen negative Raten gegenüber 2007 von minus 1 % für Deutschland bis minus 29 % für Spanien und minus 39 % für Griechenland. Auf der anderen Seite stehen positive Raten bis plus 9 % für Schweden. So haben sich die Väter des Euro und der EU das Zerbröseln des Einheitsmarktes jedenfalls nicht vorgestellt.



Ebenso treiben die Zinsen für Ausleihungen der Banken, die 2008 vor der Krise noch eng beieinander lagen, zwischen 2,3 % für Deutschland und 4,5 für Portugal und Griechenland (Abb. 16974) weit auseinander, soweit die Unternehmen dort überhaupt Kredit bekommen, erschweren so - zusätzlich zu der schwachen Nachfrage - die Unternehmensfinanzierung für Investitionen (Abb. 16564) und treiben damit auch die Arbeitslosigkeitsquoten sehr unterschiedlich hoch, von etwas unter 5 % für Österreich bis 27 % für Griechenland und Spanien (Abb. 18175).




Die Geldpolitik der gelegentlich etwas großmauligen EZB ist offensichtlich total machtlos gegenüber dieser Entwicklung in der Eurozone.


Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2939 06-06-13: Von der Bedeutung von nationaler Herkunft/Bildungsstatus der Eltern für die Immigrantenkinder

(bitte auch Startseite besuchen)

Vor wenigen Tagen ließ eine Information der Bundesagentur für Arbeit zum Hartz-IV-Bezug von Menschen mit Migrationshintergrund aufhorchen. Danach ist ihr Anteil an allen Beziehern in W-Deutschland auf 51 % geklettert. Nach dem Mikrozensus von 2011 waren schon damals 7,2 % aller Menschen mit Migrationshintergrund auf Leistungen nach Hartz IV angewiesen. Man fragt sich, wie es dann erst unter den Kindern aussieht, da Menschen mit Migrationshintergrund erheblich mehr Kinder als die ohne haben. Nach dem Mikrozensus von 2011 gab es bei 20 % der Familien mit Migrationshintergrund zwei und mehr Kinder, bei Familien ohne diesen Hintergrund war der Anteil etwas weniger als halb so groß. Unter den Kindern mit Migrationshintergrund dürfte also der Anteil der auf Hartz-IV Angewiesenen noch erheblich höher liegen.

Von den rund 10,8 Mio Kindern im Alter von 0 bis 14 Jahren in Deutschland hat gut ein Drittel einen Migrationshintergrund. Bei denen unter 5 Jahren waren es schon 2011 fast 35 % (Abb. 17842). Der Anteil steigt von Altersgruppe zu Altersgruppe. Sollte der Trend anhalten, so würden Kinder mit Migrationshintergrund in nicht viel mehr als 25 Jahren bei allen Kindern unter 5 Jahren in der Mehrheit sein und die deutschstämmigen Kinder in der Minderheit. Beide Entwicklungen, die beim Anteil unter allen Kindern und die beim Anteil unter den Hartz-IV-Angewiesenen deuten in ihrer Verbindung auf erhebliche Probleme in der Integration dieses Personenkreises hin.


Deutschland hat sich bisher mit seinem Bildungssystem und auch sonst noch längst nicht genug auf die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund eingestellt. Der Bildungshintergrund der Eltern wirkt noch über Generationen nach. Nach dem Mikrozensus von 2009 stammten Kinder aus der ersten Migrantengeneration zu 25 % von Eltern mit niedrigem Bildungsstatus ab. Doch auch Kinder der zweiten bzw. dritten Migrantengeneration hatten noch zu 26 % Eltern mit niedrigem Bildungsstatus. Das vergleicht sich mit einem Anteil von nur 6 % bei Kindern ohne Migrationshintergrund.



Bei der Bildungsentwicklung ist die familiale nationale Herkunft ein entscheidender Faktor. Vor allem bei Herkunft aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien sind die Anteile von Kindern, deren Eltern nur einen niedrigen Bildungsabschluß haben mit 45 % bzw. 33 % sehr hoch (Abb. 17843). Nur 20 % der Kinder mit türkischem Hintergrund wird von der Schule der Übergang aufs Gymnasium empfohlen, viel weniger als die 49 % bei Kindern ohne Migrationshintergrund.


Das Problem der Integration wird noch dadurch verschärft, daß Kinder aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien unter Kindern mit Migrationshintergrund besonders zahlreich sind (Abb. 17841). Hinzu kommt der begrenzte Gebrauch von Deutsch als Hauptsprache in türkischen Familien. Hauptsächlich Deutsch sprechen nach einer Studie des Deutschen Jugendinstituts nur 38 % der Mädchen und 45 % der Jungen. Dabei erreichen 9-12-jährige Kinder, in deren Familien nur Türkisch gesprochen wird, im Durchschnitt nur eine Deutschnote von 2,84 gegenüber 2,39 für Kinder aus Familien, in denen nur Deutsch gesprochen wird. Daß ausgerechnet die türkischen Mädchen noch gegenüber den Jungen zurückliegen, verspricht Schwierigkeiten bei der Integration der von diesen Mädchen aufgezogenen nächsten Generation.


Nach einer neuen Studie des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) geben von den zugewanderten Eltern nur 14 % ihr Kind vor dem dritten Geburtstag zur Betreuung in fremde Hände, von den übrigen Müttern und Vätern waren es 2011 mehr als doppelt so viele, nämlich 30 %. Das hat direkte negative Auswirkungen auf spätere schulische Leistungen. So haben etwa türkischstämmige Kinder, die mehr als drei Jahre im Kindergarten waren, nur zu 19 % entsprechenden Förderbedarf - diejenigen, die nur ein Jahr dort waren, dagegen zu 61 %. Türkischstämmige Bürger kennen aus ihrem Herkunftsland die Institution Kindergarten kaum und mißtrauen ihr oft. In der Türkei besuchten 2002 lediglich knapp 12 % der Kinder vor der Einschulung entsprechende Einrichtungen. Der Schwerpunkt in der Erziehung der Kleinkinder besteht dort darin, eine gute und enge Beziehung zwischen Eltern und Nachwuchs aufzubauen. Die Erziehung zur Eigenständigkeit und das frühe Lernen rangieren dahinter. Vor allem Einwanderer der ersten Generation und solche mit einem niedrigen Bildungsniveau bemängeln auch die Qualität der Kitas und Krippen. Sie finden vor allem den Betreuungsschlüssel zu schlecht und die Gruppen zu groß.

Vor diesem Hintergrund wird sich das Elterngeld verhängnisvoll auswirken, weil es diese Kinder vom Kindergartenbesuch mit seinen Integrationswirkungen abhalten wird. Schon jetzt begründen nach der Studie mehr als ein Drittel der Eltern, die ihre Kinder zu Hause erziehen, diesen Schritt mit den Kita-Kosten. Erfahrungen aus Norwegen zeigten, dass vor allem sozial benachteiligte Familien lieber das Geld nehmen als den Krippenplatz.

Frühere Bundesregierungen haben schwere Fehler gemacht, indem sie vor Jahrzehnten für die Fließbänder der deutschen Industrie bildungsferne Arbeitskräfte, vor allem aus der Ost-Türkei, angeworben haben, statt daß die Industrie in der Türkei investiert hat.. Diese Fehler werden jetzt durch ungenügende oder gar falsche Anstrengungen bei der Integration der Nachkommen noch verschlimmert.


Weiterlesen im Wochenbrief mit vielen weiteren Schaubildern und Analysen zu diesem Thema (kann hier bestellt werden, Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal; dort auch Beiträge im pdf-Format).


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2938 04-06-13: Jetzt warnt auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ for dem Crash

(bitte auch Startseite besuchen)

Das Staatsschuldenvolumen der fortgeschrittenen Industrieländer steht mit mehr als 50 Billionen US$ oder 105,5 % ihrer jährlichen Wirtschaftsleistung (Abb. 16244) oder fast dem Dreifachen ihrer jährlichen Steuereinnahmen auf Rekordhöhe.




Außerdem haben die Zentralbanken Unmengen an Liquidität ins Feuer geworfen und damit Gelder, die meist nicht in der Realwirtschaft ankommen, dafür aber die Aktien- und andere Finanzmärkte hochtreiben (Abb. 16572, 05174, 18035).




Die Bilanz der EZB ist seit Mitte vergangenen Jahres etwas abgeschmolzen, vor allem aber nur, weil der Gigakredit an die Banken von 2 Billionen Euro von einigen Banken teilweise zurückgegeben wurde, um die Bilanzlage der Banken zu verbessern, und weil die EZB mit der bloßen Drohung, jede Menge von Staatsanleihen zu kaufen, sich in dieser Rücksicht bisher den Rücken freihalten konnte. Andererseits hat die Bank of Japan gerade verkündet, die Geldmenge verdoppeln zu wollen. Mit mehr Geld im Umlauf wird auch versucht, den Wechselkurs nach unten zu manipulieren und sich per Export zu Lasten der Handelspartner aus der Krise zu manövrieren.

Jetzt schließt sich auch erneut die Bank für Internationalen Zahlungsverkehr (BIZ) in Basel, die praktisch die Bank der Zentralbanken ist, den Warnern an. Unter der Überschrift "Märkte im Bann der geldpolitischen Lockerung" warnt die BIZ in ihrem neuen Quartalsbericht vor allem vor der Politik des leichten Geldes der Zentralbanken


Weiterlesen im Wochenbrief mit vielen weiteren Schaubildern und Analysen zu diesem Thema (kann hier bestellt werden, Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal; dort auch Beiträge im pdf-Format).


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2937 03-06-13: 30 Schandbilder zur gesellschaftlichen Entwicklung Deutschlands

(bitte auch Startseite besuchen)

Was sich etwa seit Fall der Berliner Mauer und verstärkt etwa seit dem Beginn dieses Jahrtausends gesellschaftspolitisch in Deutschland entwickelt hat, kann man zu großen Teilen korrekterweise nur als Schande und schändlich bezeichnen. Nach Ende der Systemkonkurrenz mit dem Kommunismus legten die führenden Schichten in Deutschland (wie auch in anderen alten Industrieländern) so richtig neoliberal los und beseitigten bei uns zunehmend die Reste der einst sozialen Marktwirtschaft, die das Markenzeichen Deutschlands gewesen war. Sie erreichten ihre Ziele umso leichter, als gleichzeitig eine extreme Globalisierung betrieben wurde, die in der ebenfalls zur gleichen Zeit stattfindenden übereilten Marktzulassung der auf Hungerlöhnen aufbauenden chinesischen Giga-Konkurrenz durch Aufnahme in die Welthandelsorganisation und damit in den internationalen Wettbewerb um Arbeitsplätze gipfelte. Der Niedriglohndruck, der bereits aus Osteuropa organisiert wurde, konnte so noch einmal erheblich gesteigert werden. Dabei wurden - anders als in fast allen westeuropäischen Ländern - flächendeckende Mindestlöhne, die einen wenigstens teilweisen Schutz gegen den negativen Lohndruck hätten gewähren können, verweigert.

Unter Schröder wurde dann noch mit Hartz-4 und der Erleichterung der Leiharbeit kräftig von unten gegen das Sozialsystem getreten und ein wuchernder Niedriglohnsektor aufgebaut. Mit den fortgesetzten Steuersenkungen beim Spitzensteuersatz, bei den Unternehmenssteuern und mit der Beseitigung der Vermögenssteuer sowie der Einführung der geringeren Abgeltungssteuer auf Vermögensgewinne sowie der Sozialisierung der Bankenverluste nach der Kreditkrise wurden weitere unsoziale Weichen gestellt.



Für das Infoportal sind in den vergangenen Jahren fast 10.000 Schaubilder entstanden, mit denen die Entwicklung immer wieder analysiert wurde. Die Daten kommen meist aus deutschen oder internationalen amtlichen Quellen. Ich habe nun die 30 Schaubilder herausgesucht, die diese unsoziale Entwicklung am Besten beschreiben. Sie erweitern entsprechende frühere Sammlungen und brauchen kaum Kommentar.

Brennpunkte der Entwicklung sind:

1. Ein unzureichendes und immer mehr vom Geldbeutel der Eltern abhängiges Bildungssystem.

2. Immer mehr unsichere und unterbezahlte Arbeitsplätze bei immer mehr Abhängigkeit der Niedrigentlohnten von staatlicher Stütze.

3. Ein vergleichsweise niedriges Rentenniveau mit Angst vor Altersarmut.

4. Eine in die Stagnation gezwungene Nachfrage privater Haushalte, die den Rückgang der Investitionen in Deutschland beschleunigt hat.

5. Ein immer ungerechteres Steuersystem.

6. Eine immer spitzere Vermögenspyramide bei immer größerer Spreizung der Einkommen und Abstieg der Mittelklasse nach unten.


1. Ein unzureichendes und immer mehr vom Geldbeutel der Eltern abhängiges Bildungssystem

Deutschland gehört zu den Ländern mit den niedrigsten Bildungsausgaben pro Grundschüler, also in der Phase, in der die Bildungsweichen gestellt werden (Bild 1/15392). Die Schüler mit Migrationshintergrund werden schlecht integriert. Bei der für die Zukunft so wichtigen Hochschulausbildung ist Deutschland innerhalb von 50 Jahren von einer führenden Position an das Ende des Feldes zurückgefallen (Bild 2/18145). Die Chancen von Kindern, deren Eltern ein niedriges Bildungsniveau haben, auf Hochschulausbildung sind vergleichsweise schlecht (Bild 3/15953). Das deutsche Bildungssystem schafft als einziges der Vergleichsländer mehr Absteiger gegenüber der Elterngeneration als Aufsteiger (Bild 4/15954). Auch bei der betrieblichen Weiterbildung liegt es im unteren Teil (Bild 5/17080).






2. Immer mehr unsichere und unterbezahlte Arbeitsplätze bei teilweiser Abhängigkeit der Niedrigentlohnten von zusätzlicher staatlicher Stütze

Die Zahl der Erwerbsfähigen, die auf Sozialhilfeniveau (jetzt ALGII) leben müssen, stieg seit 2000 um 1,4 Millionen, auch weil immer mehr niedrigentlohnte Arbeitnehmer staatliche Stütze brauchen (Bild 6/17838). Die Zahl der befristeten und der Leiharbeitsverhältnisse legte um 2,4 Millionen zu (Bild 7/17118). Nach dem IAQ-Report der Universität Duisburg/Essen aus 2012 arbeiteten im Jahr 2010 rund acht Millionen Beschäftigte für einen Stundenlohn von weniger als 9,15 Euro. Der Anteil der Billigjobs lag bundesweit bei 23,1 % (bei Ost-West-differenzierter Niedriglohnschwelle bei 22,9 %, Bild 8/14914).




Kein Wunder dann, daß Deutschland über das Jahrzehnt am unteren Ende der internationalen Entwicklung der Löhne und Gehälter rangierte und erst in den letzten zwei Jahren etwas zugelegt wurde (Bild 9/18156). Besonders beschämend ist dabei das im West-Europa-Vergleich Rekordausmaß an Lohndiskriminierung der Frauen (Bild 10/14224).



3. Ein vergleichsweise niedriges Rentenniveau mit Angst vor Altersarmut

Die deutschen Renten gelten allgemein trotz aller amtlicher Beteuerungen als unsicher und ungenügend, um die Gefahr von Altersarmut zu bannen. Der Eingangsrentenbetrag sinkt nach der Rentenformel und wegen der geringen deutschen Lohnentwicklung immer weiter und liegt verbraucherpreisbereinigt schon um mehr als 7 % unter dem Niveau von 2000 (Bild 11/17247). Dementsprechend ist eine unwürdige Angst vor Altersarmut weit verbreitet. Nach dem OECD-Rentenvergleich ist das deutsche Rentenniveau verglichen mit dem letzten Arbeitseinkommen sehr niedrig, vor allem bei kleineren Arbeitseinkommen, worunter besonders die Frauen als Rentnerinnen leiden (Bild 12/12490, Bild 13/12489).




4. Eine in die Stagnation gezwungene Nachfrage privater Haushalte und stetig zurücklaufende Investitionsrate

Als Folge der abgesenkten Massenkaufkraft verzeichnet Deutschland seit 2000 im internationalen Vergleich die schlechteste Entwicklung der Nachfrage privater Haushalte (Bild 14/15197). Bei so ausgebremster Nachfrage hat die deutsche Industrie immer mehr ihrer Investitionen ins Ausland verlagert, vor allem in Länder, wo die Löhne noch niedriger sind. Gemessen am verfügbaren Einkommen investiert sie nur noch magere 2 % in Deutschland, ein Fünftel des Anteils vom Beginn des Jahrtausends (Bild 15/17045).



5. Ein immer ungerechteres Steuersystem

Seit Mitte der 70er Jahre wurde der Anteil der direkten Steuern, die in ihrem Tarif in der Regel von der Vermögens- und Einkommenslage abhängig sind, von 62 % auf nur noch 50,6 % abgesenkt (Bild 16/14674).


Das geschah durch Absenkung des Spitzensteuersatzes der Einkommenssteuer, einschließlich der Einführung der abgesenkten Sondersteuer auf Vermögenseinkünfte von nur noch 25 % (Bild 17/14658) sowie den Abbau von Vermögenssteuern (Bild18/14719), bei deren Aufkommen Deutschland nun international zu den absoluten Schlußlichtern zählt (Bild19/12464). Die deutschen Steuern auf Einkommen und Gewinn sind ebenfalls im internationalen Vergleich ziemlich niedrig (Abb. Bild 20/12462).





Die durchschnittliche Abgabenbelastung auf Arbeitseinkommen ist dagegen im internationalen Vergleich besonders hoch (Bild 21/15347). Dabei wurde zwischen 2000 und 2009 die marginale Belastung mit Lohnsteuer und Sozialabgaben vor allem bei denen mit mehr als 150 % der durchschnittlichen Arbeitseinkommen abgesenkt und betrug in den letzten Segmenten ab 180 % der durchschnittlichen Arbeitseinkommen schon fast 10 Prozentpunkte (Bild 22/15325). Also wurde auch innerhalb der Gruppe der Arbeitnehmer das Steuersystem immer ungerechter.



6. Eine immer spitzere Vermögenspyramide bei immer größerer Spreizung der Einkommen und Abstieg der Mittelklasse nach unten

Über den Zeitraum seit dem Jahr 2000 bis 4. Quartal 2012 sind die Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer verbraucherpreisbereinigt um 1,2 % gesunken, während die Unternehmens- und Vermögenseinkommen trotz des Einbruchs in 2008 bereinigt um den BIP-Inflator um mehr als 21 % expandiert sind (Bild 23/14849). Zwischen den Jahren 2000 und dem letztveröffentlichten Jahr 2010 sind besonders die Einkommen der untersten Zehntel der Bevölkerung stark zurückgegangen (Bild 24/18038). Auch die Arbeitseinkommen reißen immer mehr auseinander. Während die zusammengefaßte Entwicklung aller Leistungsgruppen seit Anfang 2007 eine inflationsbereinigte Steigerung um 3,9 % ausweist, waren es in der obersten Leistungsgruppe 7,9 %, in der zweitobersten immer noch 4,1 %, aber in den drei unteren Leistungsgruppen nur 1,6 % oder weniger als 0,3 % pro Jahr (Bild 25/17820, Bild 26/17821). Die zunehmend schlechte Einkommensverteilung in Deutschland zeigt sich im internationalen Vergleich, wenn man auf den Mittelwert achtet, der die Einkommen der reicheren Hälfte der alleinlebenden Personen von denen der unteren ärmeren Hälfte teilt (Bild 27/18070).






Die gesamte Vermögenspyramide ist im Gefolge einer viele Jahre andauernden Ungleichentwicklung der Einkommen und mangelnder Steuergerechtigkeit sehr spitz geworden (Bild 28/14178). 10 % der Haushalte besitzen fast 60 % der Nettovermögen (Bild 29/17817). Neben Österreich ist die Vermögensverteilung gemessen im Verhältnis des reichsten Zehntels zu den unteren 60 % nirgendwo so ungleich wie in Deutschland (Bild 30/18092).




* * * * *

Wen kann es da noch überraschen, daß Deutschland nicht zu den besonders glücklichen Ländern zählt, in denen die Menschen nach einer aktuellen Umfrage der OECD mit ihrem Leben hochzufrieden sind (Abb. 18163). Dabei wurde die Zufriedenheit auf einer Skala von 0 bis 10 bewertet und der Mittelwert für alle OECD-Länder lag bei 6,6.



Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2936 30-05-13: Auch in Deutschland: Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Weg in ein Subproletariat - Stockholm läßt grüßen

(bitte auch Startseite besuchen)

Deutschland scheint die Kurve mit der Integration von Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund nicht richtig zu schaffen. Menschen mit Migrationshintergrund haben in Deutschland einen wesentlichen höheren Anteil als solche ohne bei fehlender Schulbildung, Nicht-Erwerbstätigkeit und bei Armutsgefährdung (Abb. 13281). Rechnet man zu den Nicht-Erwerbstätigen noch die ausschließlich geringfügig Beschäftigten von 12,7 % der Erwerbstätigen hinzu, so haben fast die Hälfte der Menschen mit Migrationshintergrund im erwerbsfähigen Alter keinen richtigen Job.


Das hohe Ausmaß an Menschen mit Migrationshintergrund an Arbeitslosen und Hatzt-4-Empfängern zeigt jetzt auch eine neue Studie der Bundesagentur für Arbeit. 35 % der Arbeitslosen haben einen Migrationshintergrund. Unter den Arbeitslosen mit Migrationshintergrund haben 68 %, die dazu Angaben machten, keine abgeschlossene Berufsausbildung und gelten als "gering qualifiziert". Bei den Arbeitslosen ohne Migrationshintergrund lag der Anteil dagegen nur halb so hoch bei knapp 35 %. Ein Fünftel der Arbeitslosen mit Migrationshintergrund hatte keinen Hauptschulabschluß (sonst nur knapp 9 %). Nur 16,6 % hatten die mittlere Reife (sonst 30,4 %). Ein Drittel war bereits länger als ein Jahr arbeitslos. Das sind bedrückende Werte.



Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund an allen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung ("Hartz IV") beträgt rund 42 %, in W-Deutschland sogar etwas über 51 %. Wenn mehr als die Hälfte aller Hartz-IV-Empfänger Menschen mit Migrationshintergrund sind, dann läuft die Integration schrecklich falsch, und bereitet sich hier ein Subproletariat in einer Parallelgesellschaft vor.


Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


Hier zum Diskussions-Forum.


"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." George Orwell

global news 2935 30-05-13: Der deutsche Arbeitsmarkt im Mai 2013: Saisonal bereinigt immer mehr Arbeitslose

(bitte auch Startseite besuchen)

Die Bundesagentur setzt über ihren heutigen Bericht für Mai die Überschrift "Solide Entwicklung in schwierigem konjunkturellen Umfeld ". Doch besonders solide ist das nicht. Der Stellenindex der Bundesanstalt für Arbeit geht schon seit Beginn letzten Jahres immer schneller zurück und liegt bereits erheblich unter dem seinerzeitigen Niveau (Abb. 14616).


Verglichen mit dem Vorjahr steigt die Arbeitslosigkeit bereits seit Oktober 2012 wieder an (Abb. 17432). Auch saisonal bereinigt gegenüber dem Vormonat steigt die Arbeitslosigkeit mit wenig Unterbrechung schon seit Frühjahr letzten Jahres, zusammen seit April 2012 bereits um 115.000 und allein im Mai um weitere 21.000 (Abb. 14925). Das ist wahrlich keine "solide Entwicklung".



Selbst diese negative Entwicklung ist noch beschönt. Denn bei der Berichterstattung über die Entwicklung der Arbeitslosigkeit kommt es wieder zu der leider bereits üblichen Trickserei mit der Statistik. Nur 55,3 % der 5,3 Millionen Unterstützungsbezieher wurden im Mai 2013 amtlich als arbeitslos ausgewiesen (Abb. 04980). Nur sechs Jahre zuvor lag der Wert noch bei 65 %. Und dabei wurde vielen Menschen die Stütze gestrichen, weil sie nicht jede Arbeit angenommen haben, so daß der Anteil an den eigentlich unterstützungsbedürftigen Arbeitssuchenden noch tiefer gefallen sein dürfte.




Außerdem scheiden immer mehr Menschen in Deutschland vorzeitig aus dem Arbeitsmarkt aus und nehmen die damit verbundenen finanziellen Einbußen in Kauf. Und schließlich wirkt der demographische Trend der Arbeitslosigkeit entgegen, die deshalb bei einer wirklich stabilen Situation viel stärker fallen müßte.


Der Wochenbrief kann hier bestellt werden (dort auch Beiträge im pdf-Format). Ihre Bestellung unterstützt das Infoportal.


ULR-short, z.B. für Twitter: .. - (hier können Facebook-Freunde diesen Rundbrief ihrem Freundeskreis mitteilen). - Artikel per Mail weiterempfehlen hier.


Hier zum Diskussions-Forum.