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(1405)Die Exportweltmeister stürzen ab

(1404)Wehmütiger Rückblick auf die 70er Jahre, als es noch Soziale Marktwirtschaft in Deutschland West gab

(1403)Das Exponential der Umweltvernichtung

(1402) Deutscher Industrieumsatz und Export tief im Minus

(1401) Kommt die Umwelt in der Weltwirtschaftskrise unter die Räder?

(1400) Auch die Eisschmelze in der Antarktis geht weiter

(1399) Die Krisen-Einschläge werden stärker

(1398) Weniger Pleiten in Deutschland?

(1397) Ein Volk in Angst und Mißtrauen gegenüber der Anti-Krisenpolitik

(1396) Die EZB mit der Konjunkturstütze am Ende, Zinssenkungen nur noch Schattensanierung der Banken?

(1395) Deutscher Auftragseingang bricht dramatisch zusammen

(1394) Deutschlands Einzelhandel mit Portugal und Italien weiter am Ende der Alt-EU

(1393) Neoliberale Globalisierung - Nur eine Schönwetterveranstaltung?

(1392) Fehlstart ins Autojahr

(1391) Die Eurozone unter Druck: der Euro fällt, bei deutschen Banken eine dreiviertel Billion $ Schuldfälligkeit in 2009/10

(1390) Deutscher Einzelhandelsumsatz fällt weiter

(1389) Neues Rekordtief bei Einkaufsmanager Index der deutschen Industrie

(1388) Keine Rettung durch China u. Co.

(1387) Deutschland tief in der Export-Falle

(1386) Ärmere Beitragszahler leben weniger lang und bekommen schon deshalb weniger Rente

(1385) Arbeitsmarkt im Januar: Die Krise verschärft sich

(1384) Welcome back to the 30es crisis

(1383) Wenig Neues von der Konsumentenfront

(1382) Neues von der Krisenfront: Teil 2

(1381) Neues von der Krisenfront




global news 1405 12-02-09: Die Exportweltmeister stürzen ab
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Die statistischen Daten des deutschen Exports reichen bisher erst bis Dezember 2008 und zeigen noch ein Minus von rund 8 %. Doch China meldet heute für Januar minus 17,5 % (Abb. 03866). Das zeigt, wo die Reise hingeht: kräftig nach unten. Die Exportweltmeister müssen sich nun warm anziehen. Nach O'Rourke vom Trinity College Dublin schrumpfte der Handel während der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre von Spitze zu Talsole um etwas mehr als 25 %. Das kann diesmal schlimmer werden.


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global news 1404 11-02-09: Wehmütiger Rückblick auf die 70er Jahre, als es noch Soziale Marktwirtschaft in Deutschland West gab
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1969, vor ziemlich genau 40 Jahren, fing ich meine berufliche Entwicklung im Bundeswirtschaftsministerium an. Es war die Zeit von Karl Schiller. Die folgenden 70er Jahre hatten zwar einige Probleme, doch nichts im Vergleich zu den Jahren seit 2000 oder gar jetzt. Vor allem gab es noch wirklich eine Soziale Marktwirtschaft, die man - ohne rot zu werden - so nennen konnte. Heute beschleicht mich Wehmut, wenn ich an diese Jahre zurückdenke. Wir waren noch voller Optimismus, und das trotz des Kalten Krieges.

Ein einziges Schaubild sagt eigentlich fast alles (Abb. 14633).


Die jährliche reale Wachstumsrate lag bei 3,1 % und damit unvergleichlich höher als die 0,8 % seit 2000, wenn ich 2009 mit minus 5 % rechne, was ich für nun wahrscheinlich halte, oder 1 % bei der IWF-Schätzung für 2009 von minus 2,5 %. Die deutsche Industrie investierte noch anständig mit einer durchschnittlichen realen Zuwachsrate von 1,7 % und ging nur ausnahmsweise ins Ausland. Im Zeitraum seit 2008 hat sich der Zuwachs dagegen fast halbiert, und das trotz Rekordprofiten. Investitionen in Niedrigstlohnländer sind attraktiver geworden.

Das Arbeitnehmerentgelt stieg jahresdurchschnittlich nominal um 3,3 Prozentpunkte stärker als die Unternehmens- und Vermögenseinkommen. Seit dem Jahr 2000 sind es dagegen jahresdurchschnittlich 3,3 Prozentpunkte weniger oder nominal nur 1,6 % Zuwachs, bei 4,9 % für die Unternehmens- und Vermögenseinkommen. Da konnten die Arbeitnehmer in den 70er Jahren Rückstand gutmachen, während sie in diesem Jahrtausend immer weiter zurückfallen.

Der Konsum privater Haushalte entwickelte sich in den 70er Jahren mit einer realen Durchschnittsrate von 3,6 % tüchtig nach oben, angetrieben von der Entwicklung der Arbeitseinkommen, und stützte so die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, während in dieser Hinsicht die Jahre seit 2000 Jahre absoluter Stagnation mit nur 0,3 % plus waren. Das machte Deutschland immer abhängiger vom Aussenbeitrag des Exports (Abb. 14635).


Kaum zu glauben: Die durchschnittliche Arbeitslosenrate lag bei nur 2,5 %. Trotz aller Verschönerungen der Statistik liegt sie dagegen für den Zeitraum 2000 bis 2008 bei durchschnittlich 9,9 % (Abb. 14634). Wuchernde Niedriglohn- und Leiharbeitssektoren gab es in den 70er Jahren noch nicht; Kettenarbeitsverträge waren schlicht verboten. Verglichen mit den vorsichtigen Berechnungsmethoden der 70er Jahre wäre die Arbeitslosenquote heute wahrscheinlich gut um die Hälfte höher.


Auch war in den 70er Jahren die Geburtenziffer noch um 17 % höher. Begriffe wie Rentenkrise und Altersarmut trieben die Menschen noch nicht um.

Was heute nur noch soziales Lippenbekenntnis ist, war damals noch echt. Wir waren stolz darauf. Die ganze Welt beneidete die deutsche Soziale Marktwirtschaft. Dann wurde sie leichtfertig in den 90er Jahren auf dem Altar einer neoliberalen Globalisierung geopfert, und jetzt haben wir den schrecklichen Salat.

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global news 1403 11-02-09: Das Exponential der Umweltvernichtung
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Damit in der Wirtschaftskrise das Leiden unserer Umwelt nicht in Vergessenheit gerät, hier einige Abbildungen aus dem Sonderbericht im New Scientist vom 16. Oktober 2008: "How our economy is killing the Earth" (Abb. 07274, 07275 und 07276). Sie zeigen die exponentiellen Entwicklungen in den verschiedenen Bereichen und ihre Folgen. Für mehr zu diesem Thema siehe den neu überarbeiteten Schwerpunkt Umwelt.







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global news 1402 10-02-09: Deutscher Industrieumsatz und Export tief im Minus
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Wie schon die Aufträge und die Produktion so setzte auch der Umsatz der gewerblichen Wirtschafts im Dezember 2008 seinen Absturz mit minus 12,7 % gegenüber Dezember 2007 fort (Abb. 04910, 14632, 14564). Da der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft mit 1,6 Billonen Euro etwa zwei Dritteln der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung entspricht, bedeutete ein Verlust von 12,7 % im Umsatz ein Minus von etwa 8,3 % im Bruttoinlandsprodukt. Die Chancen, daß sich der Umsatz in wenigen Monaten wieder erholt, sind derzeit gering. Eher ist zunächst mit einem weiteren Rückgang zu rechnen. In Beschäftigung umgerechnet, entspricht ein Verlust von 12,7 % Umsatz dem Arbeitsergebnis von etwas mehr als einer halben Million Beschäftigten.




Im Vorjahresvergleich fiel der deutsche Export im Dezember auf minus 7,7 % (in die EU sogar um fast 13 %). Dennoch setzte das Statistische Bundesamt die schöne Überschrift: „Deutscher Außenhandel 2008: Ausfuhr + 2,8%", was nicht dem Dezemberwert entspricht, sondern dem Ganzjahresvergleich mit dem Vorjahr und also nicht die negative Entwicklung im Jahresverlauf 2008 nachzeichnet (Abb. 14631). Vergleicht man gar das 4. Quartal mit dem dritten jeweils kalender- und saisonbereinigt, so ergibt sich sogar ein Minus von 8,4 % oder - auf Jahresrate gerechnet - unvorstellbaren 33,7 %. Daraus macht SPIEGEL online dann: „Laut Statistischem Bundesamt ist das Volumen der Ausfuhren im vergangenen Jahr so langsam gewachsen wie zuletzt 2003", obwohl die Exportentwicklung bereits seit einigen Monaten im Minus ist und von Wachstum, auch langsamen, keine Rede sein kann. Die WELT macht daraus sogar: "Exportweltmeister Deutschland hat sich im vergangenen Jahr überraschend gut geschlagen." Doch bei so starken monatlichen Rückgängen führen Ganzjahresvergleiche in die totae Irre (vielleicht sollen sie das).


Auch die Kontraktion des globalen Handels wird immer noch unterschätzt, wie auch die erwähnten Meldungen von Statistischem Bundesamt und deutschen Medien zeigen. Nach O'Rourke vom Trinity College Dublin schrumpfte der Handel während der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre von Spitze zu Talsole nur um etwas mehr als 25 %. Daran gemessen sind Schrumpfraten von 33,6 % in Deutschland vom 3. auf das 4. Quartal 2008 (annualisiert) oder ähnliche Raten für die Exporte von Ländern wie Südkorea und Japan geradezu erschreckend.

Was in der Bewertung der Entwicklung immer wieder verkannt wird: Die US Wirtschaft wäre schon in den sechs Jahren vor Ausbruch der Krise kaum noch gewachsen, wenn nicht die Nachfrage durch Finanzierung über die Hypotheken stattgefunden hätte, die nun mit dem gesamten Immobilienmarkt dramatisch eingebrochen ist (Abb. 05152). Das hat die ganze Weltwirtschaft angeschoben. Nun fehlt nicht nur die Lokomotive, die Krise dreht die Entwicklung global in die Gegenrichtung.


Siehe auch heutige Gedanken zur Zeit: "Dieser Fahrstuhl saust ohne Notbremse in die Tiefe".

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global news 1401 09-02-09: Kommt die Umwelt in der Weltwirtschaftskrise unter die Räder?
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Einerseits bremst die Krise den Energieverbrauch und damit auch die Emissionen. Andererseits aber werden Investitionen in erneuerbare Energien durch den stark gefallenen Ölpreis ausgebremst. Auch werden umweltfreundliche gesetzliche Auflagen hinausgeschoben, weil sie die Wirtschaft belasten könnten. Der völlig überarbeitete Schwerpunkt zur Umwelt zeigt die Situation nach den letzten verfügbaren Daten mit vielen Schaubildern. Es ist die wahrscheinlich zugleich aktuellste und umfassendste Analyse auf dem deutschsprachigen WEB (mit Druckverdsion).

Die globalen CO2-Emissionen sind seit der Jahrtausendwende, vor allem wegen China, viel stärker als in den 90er Jahren gestiegen (Abb. 07098). Die 10 Hauptverschmutzer erzeugten 2006 nicht weniger als 66 % der weltweiten CO2-Emissionen (Abb. 07075). Unter ihnen befinden sich mit China (Platz 1), USA (Platz 2), Indien (Platz 5) und Iran (Platz 10) allein vier Länder mit zusammen 47 % der Weltemissionen, die bisher jegliche vereinbarte Begrenzungen vom Typ des Kyoto-Protokolls ablehnt haben. Die Emissionsintensität (Emissionen/BIP) zeigt Spitzenwerte für Rußland, China und Indien (Abb. 07091).




Die US Energy Information Administration erwartet in ihrer neuesten Projektion einen Anstieg der weltweiten Emissionen von 2005 bis 2030 um weitere 50 %, und zwar getrieben von China und Nicht-OECD-Asien (Abb. 07077).


Der ökologische "Footprint" der Menschheit wird immer größer und bedeutet bereits etwa das 1,3-Fache der vorhandenen Erde (Abb. 07273).


Hier noch einmal der Link zum neuen Schwerpunkt Umwelt.

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global news 1400 08-02-09: Auch die Eisschmelze in der Antarktis geht weiter
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War bisher unklar, ob nur das Eis in der West-Antarktis schmilzt (Abb. 07270), so konnten jetzt Forscher mit Satellitendaten und Wetterstations-Messungen das Gegenteil nachweisen. Die gesamte Antarktis erwärmt sich seit etwa 50 Jahren. Die Westantarktis hat sich pro Dekade im Schnitt um 0,17 Grad erwärmt, der Osten um 0,1 Grad (Abb. 07271). Der Trend ist deutlich nach oben gerichtet.



Man möchte sich nicht ausmalen, was eine Eisschmelze über sehr lange Zeiträume, vielleicht Jahrhunderte (?), bedeuten könnte. Drei Viertel der Süßwasserreserven sind am Südpol eingefroren, zusammen auf etwa 25 Millionen Kubikkilometer geschätzt. Ein Abtauen des westarktischen Eises würde den Meeresspiegel weltweit um etwa 5 Meter steigen lassen. In der gesamten Antarktis lagert genug Eis für einen Anstieg um 60 Meter. Die Messungen unterstreichen, wie notwendig internationale Vereinbarung zur Eindämmung der Treibhausgase sind.

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global news 1399 07-02-09: Die Krisen-Einschläge werden stärker
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Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe hat im Dezember preis-, und saisonbereinigt weiter deutlich um 4,6 % abgenommen. Belastend wirkte sich vor allem der kräftige Rückgang der Industrieproduktion um 5,3 % aus, was einer Jahresrate von 63 % entspricht (Abb. 04306). Schon gestern wurde ein noch stärkerer Einbruch bei den Aufträgen mit einer Jahresrate von 82 % (Auslandsaufträge sogar 113 %) gemeldet (Abb. 04569).



Die Banken in der Eurozone haben einer Umfrage der Europäischen Zentralbank zufolge im vierten Quartal 2008 ihre Kreditkonditionen abermals merklich verschärft. Danach legten 56 % der befragten Kreditinstitute etwas strengere Maßstäbe bei der Kreditvergabe an Unternehmen an, 9 % sogar deutlich strengere. Es war das sechste Quartal in Folge, für das die EZB strengere Konditionen für Firmenkredite auswies. Große Unternehmen waren wie schon in den vergangenen Quartalen stark von den strengeren Kreditkonditionen betroffen, allerdings weitete sich die Verschärfung der Standards im vierten Quartal auch auf kleine und mittelgroße Firmen aus. Deutlich strengeren Anforderungen unterlagen dabei langfristige Kredite.

Die Bundesbank erklärte in einer eigenen Mitteilung, spürbar schärfere Kreditkonditionen hätten vor allem die Unternehmen getroffen; dabei hätten die Banken zugleich ihre Margen kräftig ausgeweitet. Für das erste Quartal 2009 erwarten die Umfrageteilnehmer laut Bundesbank eine weitere Verschärfung ihrer Richtlinien im Kreditgeschäft. Die Maßnahmen zur Stabilisierung des Finanzsystems hätten den Befragten zufolge bisher kaum Auswirkungen auf den Marktzugang ihrer Institute zu großvolumiger Finanzierung gehabt. Im abgelaufenen Quartal hätten sich die Beeinträchtigungen aus Eigenkapitalrestriktionen verstärkt und auch für das nächste Quartal erwarteten die Bankmanager weiter zunehmende Auswirkungen auf Eigenkapital und Kreditvergabe.

In USA stieg die Arbeitslosenrate im Januar saisonbereinigt mit 7,6 % auf den höchsten Stand seit 1992 (Abb. 05097) und fiel die Beschäftigung mit einer aufs Jahr gerechneten Rate von 7,2 Millionen, der stärkste monatliche Fall seit 1974. Die Zahl der Arbeitslosen ist bereits 64 % höher als im Durchschnitt 2007. Seit März 2007 sind bereits 4,9 Millionen Arbeitslose dazugekommen, allein im Januar mehr als eine halbe Million. Eigenartigerweise quittierten die Börsen diese Entwicklung mit einem Kurssprung nach oben, angeblich weil nun mehr Druck auf das amerikanische Konjunkturprogramm erwartet wird. Die Mühlen der Börsen malen nun mal eigenartig. Das US-Landwirtschaftsministeriums berichtet, daß die Anzahl der US-Bürger, welche Lebensmittelmarken nach dem Supplemental Nutrition Assistance Program beziehen im November 2008 auf 31,1 Millionen gewachsen ist, ein Anstieg von +14% zum Vorjahresmonat.


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global news 1398 07-02-09: Weniger Pleiten in Deutschland?
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Das Statistische Bundesamt meldet heute unter der Überschrift „11% weniger Verbraucherinsolvenzen im November 2008" einen Rückgang der Verbraucherinsolvenzen im Monatsvergleich von November 2008 auf November 2007 und einen entsprechenden für die Unternehmensinsolvenzen. Daraus macht der SPIEGEL online die frohe Botschaft: „Die Zahl der Firmen- und Verbraucherpleiten ist im vergangenen Jahr trotz Wirtschaftskrise erneut gesunken."

Nun muß man mit Monatsvergleichen immer vorsichtig sein. In diesem Fall hatten die Unternehmenspleiten im November 2007 mit 2.715 einen absoluten Höchststand, an dem gemessen der November 2008 mit 2.375 sich niedrig vergleicht, obwohl es durchaus ein durchschnittlicher Pleitenmonat war (Abb. 14602).


Bei den Verbraucherinsolvenzen gibt es zwar in diesem Jahr einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr (Abb. 04028). Doch hier sind allein in vier Jahren bereits rund 1,7 Millionen Verbraucher in das Insolvenzverfahren gegangen und das tut man in der Regel nur einmal in seinem Leben und jedenfalls nicht mehrfach innerhalb von vier Jahren. Deshalb muß die Zahl in der Tendenz zurücklaufen, wenn nicht die jetzt einsetzende Wirtschaftskrise die Zahlen durch neue insolvente Bevölkerungskreise wieder hochtreibt.


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global news 1397 06-02-09: Ein Volk in Angst und Mißtrauen gegenüber der Anti-Krisenpolitik
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Für den ARD-Deutschlandtrend wurden vom 2. bis 4. Februar 1.000 Telefonbefragungen durchgeführt. Das Ergebnis ist in mehrfacher Hinsicht interessant:

    Nur 32 % bescheinigen der Bundesregierung eine klare Linie im Umgang mit der Krise; 52 % glauben sogar, die Bundesregierung habe den Überblick verloren.
    60 % meinen, das Konjunkturpaket sei kein wirksames Mittel gegen die Krise.
    Die Abwrackprämie wird nur von 27 % unterstützt, der Minikinderbonus von 100 Euro sogar nur von 25 %.
    79 % glauben, Firmen, die schlecht gewirtschaftet hätten, nützten jetzt den Staat aus. Schon 42 % befürworten eine staatliche Unternehmensbeteiligung.
    Nur 19 % raten zum Verzicht auf eine staatliche Beteiligung an den Banken, während 59 % die staatliche Beteiligung befürworten. Für eine vollständige Verstaatlichung der Banken sind 19 %.
    Entgegen allen beruhigenden Erklärungen amtlicher Stellen sehen 73 % den schlimmsten Teil der Krise erst noch kommen. Dabei machen sich 53 % Sorgen um ihre persönliche wirtschaftliche Zukunft, 49 % um ihre Ersparnisse und schon 37 % um ihren Arbeitsplatz.

Die Krise frißt sich offensichtlich endlich in die Meinungen durch. Jetzt besteht noch mehr Gefahr, daß auch der private Konsum absackt. Hoffentlich machen solche Umfragen Druck auf die Bundesregierung im Wahljahr.

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global news 1396 06-02-09: Die EZB mit der Konjunkturstütze am Ende, Zinssenkungen nur noch Schattensanierung der Banken?
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Die EZB hat heute den Zins bei 2 % gehalten, obwohl die Konjunktur in den Keller saust und das Inflationsgespenst zunächst einmal verschwunden ist. Ahnt die EZB, was die Banken aus den Zinssenkungen machen? Wirft sie die Flinte ins Korn, weil an der Krise eh kein Weg vorbeiführt? Inzwischen verzweifeln immer mehr Menschen in Deutschland am Krisenmanagement der Regierung (und sicher auch der EZB). 58 % haben nur noch ein geschwächtes Vertrauen in die Rettungspläne und Konjunkturprogramme der Bundesregierung (Abb. 03859).


Die EZB-Zinssenkungen um bereits 2 ¼ Prozentpunkte (Abb. 03774) kommen der Konjunktur vor allem deshalb bisher kaum zugute, weil die Banken sich immer billiger Geld bei der EZB leihen und dennoch die Kreditzinsen hochhalten, während sie andererseits die Guthabenzinsen absenken, um sich so aus der Zinsdifferenz wenigstens teilweise zu sanieren.


Trotz des niedrigen Leitzinses sind Raten- und Dispokredite fast genauso teuer wie vor einem Jahr. Für Ratenkredite müssen die Kunden im Durchschnitt rund acht Prozent Zinsen zahlen (Abb. 03861), für einen Dispokredit beim Girokonto sind sogar mehr als zwölf Prozent fällig (Abb. 03860).



Wer dagegen Geld auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto anlegt, bekommt heute deutlich schlechtere Konditionen als vor einem Jahr. So ist beim Festgeld die Verzinsung um 1,9 Prozentpunkte gefallen (Abb. 03862).


Was hier läuft, ist also eine Schattensanierung des Bankensystems zu Lasten der Allgemeinheit.

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global news 1395 06-02-09: Deutscher Auftragseingang bricht dramatisch zusammen
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Die Auftragseingänge in der Industrie sind im Dezember erneut kräftig um preis- und saisonbereinigt 6,9 % zurückgegangen (Abb. 04569). Auf Jahreswerte gerechnet entspricht das 82,4 %, davon Auslandsaufträge 113 %. Die Auslandsauftäge aus der Eurozone gingen sogar mit einem Monatswert von 15,2 % zurück (entspricht Jahreswert von 182,4 %).


Auch in der vorsichtigen Bewertung des Bundeswirtschaftsministers spiegelt sich die katastrophale Lage: "Der Rückgang der Bestelltätigkeit setzt sich in unvermindertem Tempo fort. Inlands- und Auslandsbestellungen nehmen in der Tendenz nahezu gleichermaßen kräftig ab. Die Aussichten für die Industrieproduktion bleiben vor diesem Hintergrund für die kommenden Monate äußerst gedrückt."

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global news 1394 06-02-09: Deutschlands Einzelhandel mit Portugal und Italien weiter am Ende der Alt-EU
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Nach der Mitteilung von Eurostat bewegte sich der deutsche Einzelhandelsumsatz verglichen mit dem Basisjahr 2000 zusammen mit Portugal und Italien weiter am Ende der Alt-EU (Abb. 12922). Gegenüber dem Durchschnitt aller Länder hat Deutschland seit dem Jahr 2000 bereits 8.4 Prozentpunkte verloren.


Die Entwicklung, die mit den Angaben des Statistischen Bundesamt übereinstimmt (Abb. 04943), zeigt, wie wenig die Hoffnung berechtigt ist, den Exporteinbruch durch mehr Binnennachfrage auffangen zu wollen.


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global news 1393 05-02-09: Neoliberale Globalisierung - Nur eine Schönwetterveranstaltung?
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Beim Weltwirtschaftsforum in Davos ging das Wort von der „De-Globalisierung" um. Immer mehr Regierungen, die Bundesregierung ganz vorn (übrigens zusammen mit der chinesischen Führung), und die Spitzen großer Exportkonzerne, wie Bayer-Vorstandschef Wenning, warnen vor neuem Protektionsmus. Damit kommt die Frage auf, ob die neoliberale Phase der Globalisierung nur eine Schönwetterveranstaltung war, weil sie übereilt und ohne Rücksicht auf die sozialen Strukturen stattfand? Wenn sie so deutlich in die globale Krise geführt hat, muß dann nicht einiges davon möglichst rasch zurückgedreht werden? Eine Reihe von Ländern drehen schon zurück, eigentlich fast alle, wenn sie ihre Notprogramme auflegen. So haben Schwellenländer schon Zölle angehoben, wie Rußland auf Automobilimporte. Selbst das besonders leistungsbilanzstarke China, das sich weit mehr Import leisten könnte, fährt die Importe seiner staatlich gelenkten Wirtschaft vermutlich administrativ zurück, was der Rückgang im Dezember gegenüber dem Vorjahr von 21 % zeigt - eine Entwicklung, die schon im Mai vergangenen Jahres, also noch vor dem Fall der Rohstoffpreise, einsetzte (Abb. 08161). Zur Förderung des eigenen Exports trotz der ohnehin schon gigantischen Leistungsbilanzüberschüsse hat Peking die Exportsteuern und Ausfuhrzölle auf 3077 Güter ab dem 1. Dezember 2008 gekürzt und für Güter wie Stahl, Getreide und chemische Produkte sogar ganz abgeschafft.


In USA hat der Senat eine Klausel in das Hilfspaket gesetzt, wonach alle mit diesen Geldern gekauften Güter von amerikanischen Unternehmen kommen müssen, was allerdings im Einklang mit amerikanischen Verpflichtungen aus internationalen Abkommen geschehen soll. Da z.B. China nicht das WTO-Abkommen über Regierungsaufträge gezeichnet hat, werden damit chinesische Produkte ausgeschlossen. Nach Beurteilung von Rechtsexperten ist die Situation schon deshalb nicht eindeutig, weil die Buy-American-Klausel auch Einkäufe auf der Ebene der Einzelstaaten und der lokalen Administrationen betrifft, die entweder die WTO-Klausel über Regierungskäufe gar nicht gezeichnet oder Ausnahmen untergebracht haben.

Alle Regierungen, auch die Bundesregierung, erwarten, wenn sie ihre Banken mit Steuerzahlergeld stützen, daß diese Gelder nicht profitmaximierend im Ausland angelegt sondern zur Wiederbelebung des heimischen Kreditmarktes verwandt werden (Finance Germany). Die französische Regierung erwägt jetzt sehr zum Mißfallen der Brüsseler Instanzen, zinsgünstige Kredite und Bürgschaften im Umfang von 6 Mrd Euro für die französische Automobilindustrie an die Bedingung zu binden, einen bestimmten Teil zum Einkauf bei französischen Zulieferern zu verwenden. In Frankreich kommen 10 % der Arbeitsplätze aus der Automobilindustrie und dort ganz überwiegend mit 2,25 Millionen von kleinen und mittleren Zulieferunternehmen.

In Deutschland ist die Lage der Automobilzuliefererindustrie nicht viel anders. Einbrüche beim Autoabsatz von 20 Prozent wirken auf die Zulieferer noch dramatischer als auf die großen Automobilhersteller selbst. Dabei sind die Neuzulasssungenim Januar 2009 gegenüber Vorjahresmonat um 14 % zurückgegangen und der noch wichtigere Export um 39 %. Nun rächt sich bei den Zulieferern auch noch das "Just in Time-Konzept", bei dem es keine Lager gibt und daher der Umsatz zweitweise total ausfällt. Reihenweise melden Betriebe der einstigen Vorzeigebranche Insolvenz an, vor allem Firmen, die von Finanzinvestoren mit Schulden überladen wurden. Seit drei Monaten soll es schon zu knapp 25 Insolvenzen zum Teil namhafter Unternehmen gekommen sein, wie die Unternehmensberatung Roland Berger berichtet. Sie rechnet mit 100.000 wegfallenden Jobs in dieser Branche. Was wird die Bundesregierung tun, wenn sie den großen hilfesuchenden Automobilunternehmen unter die Arme greift und diese in ihrer schlechten Lage die billigsten Zulieferer im Ausland ansteuern? Keine Präferenz für die notleidende Zulieferbranche, wie in Frankreich erwägen?

Hier ist das eigentliche gigantische Dilemma der neoliberalen Globalisierung: Über die wenigen Jahre seit dem Fall der Mauer sind hunderte von Millionen Niedrigstlohn-Arbeitskräfte mit exportorientierten Wachstumspolitiken in die Weltwirtschaft geholt worden. Dabei hat sich schon bis 2005 nach damaligen Schätzungen von Harvard Professor Richard Freeman nur durch das Hinzukommen von China, Indien und des früheren Ostblocks die Zahl der Arbeitskräfte weltweit von 1,46 Milliarden auf 2,93 Milliarden verdoppelt. Allein in China kommen Jahr für Jahr 6 bis 7 Millionen Millionen Wanderarbeitnehmer aus der verarmten chinesischen Landwirtschaft in die meist dem Export dienende Industrie. Dieses in so kurzer Zeit dramatisch gestiegene Arbeitsangebot, kombiniert mit dem technologischen Fortschritt, drückte und drückt weltweit die Arbeitseinkommen und die Massenkaufkraft nach unten.

Doch an dieser Stelle setzte dann die „Schönwetter-Globalisierung" ein, indem fehlende Kaufkraft der Abnehmer für diese Warenflut durch wuchernden Kredit ersetzt wurde und so die Leistungsbilanzweltmeister China, Deutschland, Japan und einige andere mit ihren Exportoffensiven und damit dem Export von Arbeitslosigkeit jahrelang ungestraft weiterpowern konnten. Damit ist es nun zu Ende. Was bleibt, ist ein gewaltig gestiegenes Angebot von Arbeitskraft für die globale Produktion von Waren für einen wahrscheinlich mehrere Jahre lang stark schrumpfenden Nachfragemarkt. Es wird sehr lange dauern, bis sich ein neues Gleichgewicht einstellt. Ein Zurück zum Kredit wird es nicht geben können, wenn sich das Unheil nicht wiederholen soll.

Die Internationale Arbeitsorganisation ILO erwartet jetzt für 2009 einen Anstieg der globalen Arbeitslosigkeit um je nach Szenario bis zu 40 Millionen (Abb. 03857).


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global news 1392 04-02-09: Fehlstart ins Autojahr
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Rückgang im Januar 2009 gegenüber Vorjahresmonat: 14 % (Abb. 14061). Der Export brach um 39 % ein. Dabei ist der Export besonders wichtig, denn die deutsche Automobilindustrie exportierte im vergangenen Jahr etwa doppelt so viel Autos, wie in Deutschland aus deutscher Produktion neu zugelassen wurden.


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global news 1391 04-02-09: Die Eurozone unter Druck: der Euro fällt, bei deutschen Banken eine dreiviertel Billion $ Schuldfälligkeit in 2009/10
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Die Eurozone kommt immer mehr unter den Druck der Krise, was sich auch im gegenüber dem Dollar seit Monaten fallenden Eurokurs zeigt (Abb. 03781).


Zur Schwächung des Euro trägt, neben der allgemeinen Wirtschaftsabschwächung, die besonders hohe Verschuldung der Südschiene bei (Abb. 03856), erst recht wenn man die bis 2050 für viele Eurozonenländer bei unveränderter Rentenpolitik stark steigenden Rentenlasten berücksichtigt. Vor allem Griechenland zeigt das Problem mit einer bei unveränderter Rentenpolitik auf nicht mehr finanzierbare 555 % des BIP hochwachsender Verschuldung; dabei haben die von der griechischen Regierung eingebrachten ersten gesetzlichen Änderungen bereits Aufruhr in Athen ausgelöst.


Hinzu kommt vor allem die starke Belastung der Banken durch Fälligkeiten von Schulden in 2009 und 2010. In der Gruppe der 15 international am stärksten belasteten Banken befinden sich allein 10 aus der Eurozone und davon 6 aus Deutschland mit Anteilen von 69 % (Eurozone) bzw. 47 % (Deutschland) an der Gesamtfälligkeit von 1,6 Billionen Dollar. Auf die 6 deutschen Banken in der Spitzengruppe entfallen dabei 751 Mrd Dollar oder fast eine dreiviertel Billion Dollar (Abb. 03855). Wahrscheinlich wird es zu massiven Verstaatlichungen kommen müssen, wenn das Bankensystem der Eurozone nicht zusammenbrechen soll.


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global news 1390 04-02-09: Deutscher Einzelhandelsumsatz fällt weiter
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Der SPIEGEL gestern unter der phantasierenden Überschrift „Wirtschaftskrise lässt Verbraucher kalt": Die Menschen geben ihr Geld trotz Wirtschaftskrise kräftig aus. Die Realität heute vom Statistischen Bundesamt: Im Dezember 2008 ist der Einzelhandelsumsatz zum dritten Mal in Monatsfolge gefallen. (Abb. 04943).


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global news 1389 03-01-09: Neues Rekordtief bei Einkaufsmanager Index der deutschen Industrie
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Der saisonbereinigte Markit/BME Einkaufsmanager erreichte zum dritten Mal hintereinander im Januar 2009 ein neues Umfragetief. Immerhin kam es gegenüber Dezember zum geringsten monatlichen Indexverlust seit Mai 2008. Die Produktion wurde im Januar zum sechsten Mal hintereinander und mit neuer Rekordrate gedrosselt. Hauptverantwortlich dafür war die abermals drastisch rückläufige Nachfrage. Wie die Mehrheit der Umfrageteilnehmer berichtete, hatten sie wegen der abwärts gerichteten globalen Konjunktur kaum Chancen, Folgeaufträge an Land zu ziehen. Da eine zunehmende Anzahl von Unternehmen auf die anhaltende Unterauslastung mit einem weiteren Abbau von Arbeitsplätzen reagierte, kam es in der deutschen Industrie zum stärksten Beschäftigungsabbau seit Umfragebeginn im April 1996. Darüber hinaus wurde in vielen Betrieben Kurzarbeit eingeführt, manche Firmen entließen Zeitarbeitskräfte.

Die beigefügte Abbildung zeigt, wie stark der Index die nachträglich von der Bundesbank berichtete Industrieleistung vorzeichnet (Abb. 14628). Der derzeitige Index entspricht einem Rückgang von 13 % an Industrieleistung gegenüber dem Vorjahresmonat.


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global news 1388 02-02-09: Keine Rettung durch China u. Co.
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Lange Zeit nach Ausbruch der Krise sah die Bundesregierung noch Entlastung durch die Schwellenländer, vor allem China und Rußland, und die deutschen Exporte dorthin. Noch vor wenigen Tagen haben die Regierungsspitzen aus Deutschland und China versprochen, sich gemeinsam aus der Krise zu helfen. Die Realitäten sehen leider inzwischen ganz ander aus.

Die exportorientierte chinesische Wirtschaft ist vom weltweiten Einbruch der Nachfrage stark betroffen. Der Export, der noch in den vorangegangenen Monaten hohe zweistellige Wachstumsraten erreichte, hat in steilem Absturz seit November 2008 auf Schrumpfung geschaltet (Abb. 08160). Bei den Importen ist China noch stärker auf die Bremsen gegangen, wobei auch die fallenden Rohstoffpreise mitspielen (Abb. 08161).



Nicht zuletzt deswegen brechen auch Industrieproduktion und Wirtschaftswachstum erheblich ein (Abb. 08130, 08017).



China versucht bereits seit Monaten, seine Exporte von USA nach Europa umzulenken, da der amerikanische Verbraucher stärker als der europäische zurückhalten muß und China bei der EU mit weniger Gegenmaßnahmen rechnet als bei den USA. Die EU hat so die USA als wichtigster Absatzmarkt für chinesische Waren überholt. In den bis jetzt bekannt gegebenen ersten 10 Monaten 2008 konnte China seinen Export in die EU doppelt so stark, seinen Exportüberschuß sogar dreimal so stark steigern als mit den USA (Abb. 08159). Wenn die chinesische Führung an gegenseitige Hilfe denkt, so dürfte sie vor allem an ihre eigenen Exporte nach Europa und Deutschland denken.


Mit dem jetzt vom Internationalen Währungsfonds für 2009 erwarteten Wachstum von 6,7 % (Abb. 13667, 13546) steigt in China die Arbeitslosigkeit und wird soziale Unruhe wahrscheinlich.



Tausende Fabriken mussten schon schließen. Das trifft besonders die 130 Millionen starke Armee der ziemlich rechtlosen und ausgebeuteten Wanderarbeitnehmer, die in den städtischen Regionen nicht registiert werden dürfen. Im Zuge des Abschwungs hätten gut 15 Prozent ihre Arbeit verloren oder keine Beschäftigung gefunden, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter für ländliche Entwicklung am Montag in Peking. Nach offiziellen Angaben haben derzeit rund 20 Millionen Wanderarbeiter keinen Job. Im vergangenen Monat hatte die chinesische Statistikbehörde die Zahl der unbeschäftigten Wanderarbeiter noch auf sechs Millionen beziffert, was die Rasanz dieser Entwicklung zeigt. In den ländlichen Regionen Chinas sollen nach Schätzungen zwischen 750 und 900 Millionen Menschen arbeiten. Die Entwicklung in ländlichen Gebieten, in denen wegen der niedrigen Löhne auch das Gros der Exportindustrie angesiedelt ist, wird nach Ansicht der Regierung schon für „sehr bedrohlich" gehalten.

In der Folge der Exportschwäche und zunehmenden Arbeitslosigkeit fallen die ohnehin niedrigen chinesischen Löhne weiter und drosseln damit zusätzlich die Binnenkaufkraft. Streikverbot und das Fehlen unabhängiger Gewerkschaften kommen hinzu. Das chinesische Lohndumping auf den Weltmärkten wird also in der Krise noch zunehmen.

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global news 1387 01-02-09: Deutschland tief in der Export-Falle
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Unter dem Einfluß seiner besonders aggressiven Exportlobby und im Zeichen einer von ihr geförderten neoliberalen Globalisierung hat die deutsche Politik unser Land leichtsinning oder mutwillig und in jedem Fall unverantwortlich in die Exportfalle getrieben. Der babylonische Exportturm, an dem allein Wirtschaftswachstum und Beschäftigung seit Jahren festgemacht wurden, stürzt zusammen. Schon im November betrug das reale Minus gegenüber dem Vorjahresmonat 14 % (Abb. 14119).


Aus der immer wieder emphatisch gefeierten Weltmeisterschaft wird ein Fluch. Ihr wurde in den vergangenen Jahren mit durch die neoliberale Globalisierung ermöglichten Verlagerungsdrohungen eine normale Entwicklung der Arbeitseinkommen und der Massenkaufkraft geopfert. Unter Ablehnung der bei unseren Nachbarn erfolgreichen flächendeckenden Mindestlöhne, bei Förderung unsicherer und lohndiskrimierender Zeitverträge der Verleihindustrie und auf andere Weise wurde dazu noch ein riesiger Niedriglohnsektor aufgebaut. Die Einkommensdefizite schlagen nun zurück, indem die deutsche Wirtschaft sich nicht auf die Binnennachfrage ihrer Haushalte einrichten kann. Die ist nun seit Jahren auf dem Rückzug (Abb. 14627).


Nach der Prognose des Internationalen Währungsfonds vom vergangenen Mittwoch wird Deutschland mit einer Minusrate von 2,5 % in 2009 zusammen mit Japan und Großbritannien die schlechteste Entwicklung unter den größeren Ländern verzeichnen (Abb. 13667, 13546). Deutschland verliert gegenüber 2007 fünf Prozentpunkte an Wirtschaftsentwicklung - ein Swing, der nur bei Großbritannien noch größer ist.



Deutschland hat zusammen mit China in den vergangenen fünf Jahren Leistungsbilanzüberschüsse von mehr als 2,2 Billionen Dollar aufgebaut oder fast ein Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung dieser beiden Länder im vergangenen Jahr (Abb. 03798). Das konnte nur in die Falle führen. Die ist zugeklappt, indem die Blasen geplatzt sind, die den Einkauf auf Kredit ermöglichten. Gleichzeitig sind China und Deutschland für die Kreditkrise mitverantwortlich geworden, indem sie mit der der enormen Ersparnis, die in diesen beiden Ländern der arbeitenden Bevölkerung abgepresst wurde, die Finanzmärkte geflutet haben.


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global news 1386 29-01-09: Ärmere Beitragszahler leben weniger lang und bekommen schon deshalb weniger Rente
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Die gesetzliche Rentenversicherung ist nach dem Prinzip der Teilhabe-Äquivalenz aufgebaut. Dies soll bewirken, dass die Rentenansprüche in einer bestimmten Relation zu den gezahlten Beiträgen stehen, also vorrangig keine Umverteilung stattfindet. In Wahrheit gibt es jedoch eine massive Umverteilung zu Gunsten der Bezieher höherer Erwerbseinkommen, die aufgrund ihrer statistisch höheren Lebenserwartung eine längere Renten-Bezugsdauer aufweisen. Darauf macht Prof. Dr. Friedrich Breyer, Universität Konstanz und DIW Berlin, in seiner heute im DIW vorgestellten Studie aufmerksam. Er schlägt dagegen eine neue Rentenformel vor, die nicht nur zu einer höheren Verteilungsneutralität, sondern auch zu deutlich weniger Altersarmut unter langjährigen Beitragszahlern führt, indem die Rentenhöhe etwas weniger von den Beitragsleistungen abhängt, wie dies auch z.B. in den USA und der Schweiz der Fall ist (Abb. 14626) und in allen Ländern mit einer staatlichen Mindestrente.


Die Analyse eines großen Datensatzes über 382 000 männliche Rentner, die zwischen 1994 und 2005 gestorben sind, zeigt, dass ein systematischer positiver Zusammenhang zwischen der Höhe der erworbenen Entgeltpunkte pro Jahr (als Indikator für das Einkommen) und der Lebenserwartung besteht. Ein zusätzlicher Entgeltpunkt pro Jahr ist dabei mit einer um ca. vier Jahre längeren Lebenserwartung verbunden. Der Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenserwartung ist vielseitig nachgewiesen. Das Statistische Bundesamt hat schon 2004 darauf aufmerksam gemacht, daß Armut den Zugang zur Gesundheitsversorgung behindert: Zuzahlungen und Selbstbeteiligungen halten mehr als ein Fünftel der Armutsgefährdeten (und immerhin 7% der nicht Armutsgefährdeten) davon ab, sich einer notwendigen ärztlichen oder zahnärztlichen Behandlung zu unterziehen. Zugleich schätzen Armutsgefährdete ihren eigenen Gesundheitszustand wesentlich schlechter ein und geben häufiger an, chronisch krank zu sein, dies trifft vor allem auf die mittleren Altersgruppen von 25 bis 49 Jahren zu (Abb. 04687).


Nach einem Bericht im NewScientist vom 8. Juni 2004, der auf einer Studie von Professor Marmot vom University College London aufbaut, entscheidet die soziale Stellung engstens mit über die Länge des Lebens. Marmot hat unter anderem die Gesundheitssituation britischer Beamter beobachtet und herausgefunden, daß die unteren Ränge ein weit größeres Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen haben als die Top-Positionen. Allgemein sprang in Großbritannien während der Thatcher-Jahre der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen den höchsten und niedrigsten sozialen Klassen von 5,5 Jahren auf 9,5 Jahre hoch. Auch für Deutschland wurde dieser Zusammenhang festgestellt. Nach der Studie von Anette Reil-Held von der Universität Mannheim „ Einkommen und Sterblichkeit in Deutschland: Leben Reiche länger?" vom April 2000 zeigt eine Auswertung des Sozio-ökonomischen Panels einen positiven Zusammenhang zwischen dem Einkommen und der Lebenserwartung von Männern und Frauen in der zweiten Lebenshälfte. Männer und Frauen im untersten Viertel der Einkommensverteilung haben eine um etwa 6 bzw. 4 Jahre kürzere Lebenserwartung als Menschen im obersten Einkommensquartil (Abb. 04095).


Die massive Umverteilung zu Gunsten der Bezieher höherer Erwerbseinkommen, die aufgrund ihrer statistisch höheren Lebenserwartung eine längere Renten-Bezugsdauer aufweisen, ist ein weiterer sozialer Skandal in Deutschland. Nun wird auch noch die Rentenreform bis 2030 zu deutlich niedrigeren Renten führen. Geringverdienern droht damit nicht nur eine kürzere Rentenperiode wegen einer geringeren Lebenserwartung sondern auch noch mehr Altersarmut.

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global news 1385 29-01-09: Arbeitsmarkt im Januar: Die Krise verschärft sich
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Immer mehr Kurzarbeit: Die Entwicklung im Dezember mit 404.000 oder 240.000 mehr als im Vormonat und 302.000 mehr als im Vorjahr zeigt einen fast dramatisch zu nennenden Anstieg an. Rechnet man aus den Anzeigen die saisonal geprägten heraus und bildet damit den konjunkturell bedingten Arbeitsausfall ab, kommt man auf 296.000 oder 159.000 mehr als im Vormonat und 286.000 oder zwölfmal mehr als vor einem Jahr (Abb. 14615).


Immer weniger Nachfrage nach Arbeitskräften: Nach Mitteilung der Agentur hat sich der Stellen-Index im Januar 2009 deutlich abgeschwächt (Abb. 14616).


Der Beschäftigungsaufbau hat sich seit Beginn des Jahres Monat für Monat immer stärker abgeschwächt. Gegenüber dem Vormonat kehrte er erstmals wieder in ein Minus um (Abb. 14625).


Ebenso schwächte sich schon seit Frühjahr 2007 der Abbau der Arbeitslosigkeit in der Tendenz von einer Jahresrate von 17,1 % auf nur noch 4,7 % kontinuierlich ab. (Abb. 04772). Saisonbereinigt nahm die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat weiter um 56.000 zu (Abb. 04596). Das entspricht einer Jahresrate von 21,7 % und würde die Arbeitslosenzahl bis zum Jahresende bereits um 0,8 Mio hochtreiben, doch wird die Steigerungsrate in den kommenden Monaten weiter zunehmen.



Struktur-Effekte der Beschäftigung: Mc Jobs: Seit vielen Monaten übertrifft nun die Zuwachsrate der Leiharbeit die der Erwerbstätigkeit insgesamt bei Weitem (Abb. 14527).


Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten, die nicht als arbeitslos gemeldet werden, liegt weiterhin sehr hoch. Sie hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im November 4.86 Mio betragen. Die Struktureffekte zeigen sich auch im Auseinanderklaffen der Zahl der Arbeitslosen und der Arbeitslosengengeldempfänger, von denen nur 59 % als arbeitslos registriert werden (Abb. 04980); vor zwei Jahren wurden noch mehr als 71 % registiert. Die Arbeitslosenstatistik ist also immer weniger aussagefähig. Wer staatliche Stütze braucht, hat eigentlich keinen richtigen Job.


Internationaler Vergleich: Auf der Basis der letzten Eurostat-Erfassung für das 3. Quartal 2008 verzeichnet Deutschland (mit Portugal) den höchsten Anteil an Langzeitarbeitslosen in den Alt-EU-Ländern (Abb. 04022). Auch sonst landet im internationalen Vergleich die deutsche Arbeitslosigkeit im unteren Mittelfeld auf Platz 13 von 18 (Abb. 04068).



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Hat die Bundesregierung bisher immer das angebliche Wunder am Arbeitsmarkt auf ihre eigene Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik zurückgeführt, so macht sie jetzt für die Krise am Arbeitsmarkt das Ausland und die globale Wirtschaftskrise verantwortlich. Bundeswirtschaftsminister Glos heute: "Der weltweite Konjunkturabschwung hat den deutschen Arbeitsmarkt erreicht."

Einen ausführlicheren Überblick über die Arbeitsmarktentwicklung enthält der neue Schwerpunkt.


global news 1384 29-01-09: Welcome back to the 30es crisis
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Die kommende Krise ähnelt immer mehr der großen Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre, die zunächst auch „nur" eine Bankenkrise war. Die Verschuldung, mit der die USA ringen, liegt inzwischen - am BIP gemessen - höher als in den 30er Jahren (Abb. 03852), vor allem der Finanzsektor hat dazu beigetragen. Der Risikoaufschlag für Unternehmensbonds unter Investmentgrad nähert sich sehr rasch den Werten der 30er Jahre und signalisiert damit eine ähnliche Erwartung von Unternehmenspleiten (Abb. 03847).



Die 12. Annual Global CEO Survery der Wirtschafts- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums zeigt, daß nur noch 34 Prozent der Befragten auf Sicht der kommenden drei Jahre Erlössteigerungen erwarten, vor einem Jahr waren davon noch 42 Prozent überzeugt. Dazu wurden im vierten Quartal 2008 weltweit mehr als tausend Vorstandsvorsitzende von Unternehmen aus 50 Ländern befragt.

Nach dem heutigen World Economic Outlook Update des IWF brach die weltweite Industrieproduktion schon im November 2008 mit einer Jahresrate von fast 15 % ein, die weltweiten Exportwerte sogar mit fast 45 % (Abb. 03853). Das bekommt nun auch immer mehr der besonders stark exportabhängige deutsche Arbeitsmarkt zu spüren. Nach dem BA-X Index des Stellenangebots der Bundesagentur für Arbeit hat die Arbeitskräftenachfrage im Januar 2009 sehr deutlich nachgelassen (Abb. 14616).



Die Banken haben global bereits fast 800 Mrd Dollar als Verluste abgeschrieben und etwas mehr an neuem Kapital aufgenommen, allerdings fast die Hälfte davon aus öffentlichen Mitteln (Abb. 03854). Der IWF hat nun seine Verlustprognose von 1,4 Billionen Dollar um fast zwei Drittel auf den gespenstischen Betrag von 2,2 Billionen Dollar angehoben, wovon erst etwas mehr als ein Drittel als Verluste abgebucht wären. Unter den Banken sind die europäischen im Verhältnis von Einlagen zu eingegangenen Verpflichtungen mit durchschnittlich nur 36 % besonders schlecht dran (bei der Deutschen Bank sind es nur 21 %, Abb. 03851).

Wie in der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre wird eine zeitweise Verstaatlichung der meisten noch privaten Banken kaum mehr zu vermeiden sein.



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global news 1383 28-01-09: Wenig Neues von der Konsumentenfront
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Die Meldung der Gesellschaft für Konsumforschung von heute soll Stimmung machen: „ Das Konsumklima setzt seine stabile Entwicklung, wenn auch auf niedrigem Niveau, fort. Trotz Finanz- und Konjunkturkrise kann die Anschaffungsneigung im Januar überraschend deutlich zulegen. Die Einkommens- und Konjunkturerwartung müssen dagegen Einbußen hinnehmen." Wie paßt das eigentlich zusammen: ein starker Abstieg der Einkommenserwartung mit Angst um die Jobs und andererseits mehr Anschaffungsneigung?

Die Erklärung ist einfach: Das Konsumklima liegt weiterhin auf sehr niedrigem Niveau und hat sich nur leicht verbessert, was wahrscheinlich innerhalb der Fehlerquoten solcher Umfrageergebnisse liegt (Abb. 04711). Dabei fällt die Konjunkturerwartung kontunierlich weiter (Abb. 04917).



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global news 1381 27-01-09: Neues von der Krisenfront: Teil 2
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Das Institute of International Finance des internationalen Bankenverbandes warnt in einem aktuellen Papier, massiv schrumpfende Netto-Kapitalzuflüsse in die Schwellenländer verschärften die Krise (Abb. 03848). Besonders hart soll es die europäischen Schwellenlämder (Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien, Rußland, Türkei, Ukraine) und Lateinamerika treffen, wo die Kapitalzuflüsse in 2009 gegenüber 2008 um 88 % bzw 52 % zurückgehen sollen (Abb. 03849). Gleichzeitig sollen für beide Gruppen die Leistungsbilanzdefizite dramatisch zunehmen, bei den europäischen Schwellenlämdern allein um 290 % (Abb. 03850). China soll dagegen seinen riesigen Leistungsbilanzüberschuß um 13 % auf 450 Mrd Dollar weiter steigern können, also trotz der Krise das Ungleichgewicht in der Weltwirtschaft noch weiter hochtreiben.




In USA fiel das Verbrauchervertrauen weiter (Abb. 05073). Ebenso setzte sich die Krise am Häusermarkt mit einem weiteren Einbruch der Preise im November 2008 fort (Abb. 03714). Dies war ein neuer Rekord-Preisverfall. Der Rückgang der Immobilienpreise in den USA war der wichtigste Auslöser der Finanzkrise.



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global news 1381 27-01-09: Neues von der Krisenfront
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Der Einkaufsmanagerindex der deutschen Industrie für Januar ist auf einen neuen Tiefststand gefallen (Abb. 14613). Dazu das renomierte Markit-Institut: „Die deutsche Privatwirtschaft schlittert immer tiefer in die Krise, hauptsächlich wegen massiver Produktionskürzungen in der Industrie. So markierte der Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion das dritte Rekordtief in Folge. Die Industriebetriebe fuhren ihre Produktion im Januar den sechsten Monat in Folge und mit neuer Rekordrate zurück. Bei einigen Firmen wurden Kurzarbeit angeordnet oder die Betriebsferien ins neue Jahr hin verlängert, um die Produktionslevels der rückläufigen Nachfrage anzupassen."


Der Ifo-Index zur aktuellen Lage der Unternehmen ist erneut gesunken (Abb. 04731), der Erwartungsindex nur leicht gestiegen (Abb. 04589). Das Ifo-Institut selbst bleibt skeptisch: „Während die Unternehmen die augenblickliche Geschäftslage erneut schlechter bewerten als im Vormonat, sehen sie dem Geschäftsverlauf in den nächsten sechs Monaten nicht mehr gar so skeptisch entgegen. Eine konjunkturelle Wende kann man hieraus nicht ablesen." Leider macht der SPIEGEL trotzdem eine Erfolgsstory auf und berichtet unter der Überschrift "Stimmung in der deutschen Wirtschaft verbessert sich überraschend": "Trotz Wirtschaftskrise sind die Unternehmen in Deutschland wieder optimistischer: Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg zum ersten Mal seit Mai 2008. Das Institut warnt jedoch vor übertriebenen Erwartungen." Dabei hat Ifo nicht nur vor "übertriebenen Erwartungen " gewarnt, sondern überhaupt davor, aus den Zahlen eine konjunkturelle Wende abzulesen, wie es offensichtlich der SPIEGEL schon wieder tut."



Besonders bedrohlich entwickelt sich der Ertrag von BAA gestuften Unternehmens-Bonds gegenüber 10-Jahres US Schatzpapieren. Mit 5,5 Prozentpunkten erreicht er schon fast wieder die Werte aus der großen Wirtschaftskrise der 30er Jahre (Abb. 03847), was eine hohe Erwartung von Unternehmenspleiten andeutet.


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Wirtschaftsstandort

Hinweis auf mein neues Buch: "Globalisierung: Legend und Wahrheit - Eine Volkswirtschaftslehre für nicht ganz Dumme" - ist im März 2008 im Shaker-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 978-3-940459-56-5). Zur Bestellung hier.