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Rundbriefe Serie 05



global news 18-11-05: Trotz Reichensteuer Niedrigsteuerland für Reiche

Der Koalitionsvertrag sieht die Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 45 % vor. Doch dies soll nur für besonders Reiche mit einem jährlichen Einkommen von mehr als 250.000/500.000 Euro gelten, und selbst für diesen Personenkreis wird Deutschland einen im internationalen Vergleich niedrigen Spitzensteuersatz haben (Abb. 12008). Außerdem wird es Umgehungsmöglichkeiten geben; möglich soll beispielsweise sein, bei der Geldanlage in Aktien verstärkt auf dividendenstarke Titel zu setzen, wobei die Dividenden lediglich nach dem vergleichsweise schonenden Halbeinkünfteverfahren besteuert würden. Ludolf von Wartenberg, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), soll nach einem Bericht im "Spiegel"die Reichensteuer als ein Schmankerl auf dem Altar der Neidkultur bezeichnet haben. Für die Betroffenen sei es eine leichte Übung, dem zu entgehen.



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global news 16-11-05: Neuere Beispiele neoliberaler Dominanz (ex USA) im Bereich von Information, kultureller Diversität und biogenetischer Vielfalt

Der heute in Tunis beginnende Weltgipfel der Informationsgesellschaft stößt sich an der amerikanischen Herrschaft über das Internet, dessen Verwaltung von der US Organisation Icann unter Aufsicht der US Regierung global monopolisiert wird. In der Konferenzvorbereitung widersetzten sich die USA allen Vorschlägen einer Internationalisierung der Aufsicht, darunter auch ein entsprechender Vorschlag der Europäischen Union. Beobachter befürchten, daß sich einige Länder in Abwehr der amerikanischen Dominanz entscheiden könnten, eigene Internetnetze aufzubauen und damit die Internationalität des Internet aufzulösen.

Ebenso haben die USA als einziges Land gegen den UNESCO-Pakt über kulturelle Diversität gekämpft. Die UNESCO beschloß am 21. Oktober mit 148 gegen nur 1 Stimme, nämlich die der USA, eine Konvention, die traditionelle ethnische Kulturen und Sprachen unterstützen und vor den negativen Folgen der Globalisierung und englisch-sprachigen Standardisierung schützen soll. Die USA fürchten dagegen eine Erschwernis ihres boomenden global dominierenden Exports von Kulturgütern, wie Filmen und Pop-Musik. Mehr als die Hälfte der 50 weltgrößten Produzenten von audiovisuellen Produkten sitzen in USA, und 85 Prozent aller in der Welt gedrehten Filme entstehen in Hollywood. Von den 14 Top-Internetunternehmen sind 13 amerikanische. Amerikanische Unternehmen haben fast 2/3 des globalen Geschäfts mit Informationstechnologie und 3/4 dessen mit Software besetzt. Die USA konnten keinen ihrer nicht weniger als 28 Änderungsvorschläge zum UNESCO-Pakt durchsetzen und werden ihn nun, wie mehrere andere internationale Vereinbarungen (Internationaler Gerichtshof, Klimaprotokoll etc.) negieren.

Ein weiteres Feld, in dem die USA eine globale Dominanz aufbauen, betrifft die großzügige Patentierung der biogenetischen Vielfalt des Globus für US Unternehmen durch das amerikanische Patentamt, wobei in Anerkennung einer Pseudo-Neuigkeit nicht selten uralte Erfahrungen außerhalb der USA unberücksichtigt bleiben. Die USA versuchen, dem Schutz derartiger Patente über die Welthandelsorganisation und deren Regeln (Trips) eine zusätzliche globale Reichweite zu geben. Vor allem Indien und Brasilien bauen derzeit eine Abwehrfront gegen ein befürchtetes global operierendes "Bio-Piratentum" auf. Dabei spielt auch die ebenfalls kritisierte europäische und japanische Patentpraxis eine Rolle.


global news 15-11-05: Zur Diskussion um die Erhöhung der Mehrwertsteuer

Mit der von der großen Koalition beschlossenen Mehrwertsteuererhöhung rückt Deutschland aus einer unteren Position ins Mittelfeld der europäischen Mehrwertsteuersätze (Abb. 04032).



Allerdings haben die anderen Länder Steuererhöhungen während wesentlich besserer Binnenkonjunkturen beschlossen, bzw. eingeführt. Dagegen stagnieren die Konsumausgaben privater Haushalte in Deutschland nun bereits im 4. Jahr (realer Rückgang um ca. 1 % seit 2001, Abb. 04055), und zwar in deutlich negativem Unterschied zu den Vergleichsländern (Abb. 04018). Wenig spricht dafür, daß es bei uns bis zum Zeitpunkt der Steuererhöhung in wenig mehr als einem Jahr zu einem anhaltenden Boom gekommen sein wird.





Schon der Ankündigungseffekt dürfte weiteres Gift für die Konjunktur sein, da bei Abwälzung der Steuererhöhung eine Verteuerung des Konsums um 29 Mrd Euro bevorsteht, die besonders die Grundversorgung und daher die sozial Schwächeren trifft und zu weiteren Ausgabeneinschränkungen zwingen muß. Die Steuererhöhung wird an Arbeitnehmern, Arbeitslosen und Rentnern hängen bleiben, die wegen der anhaltenden Massenarbeitslosigkeit keinen Ausgleich über höhere Löhne oder Renten finden werden, während andere Einkommen wie bisher weiter kräftig steigen werden und die Wohlhabenden eh einen wesentlich geringeren Anteil ihres Einkommens für Konsum ausgeben. Die mit 1/3 des zusätzlichen Steueraufkommens vorgesehene Absenkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung wird kaum neue Arbeitsplätze schaffen; dafür ist der Unterschied in den Lohnstückkosten zu Asien (vor allem China) und Osteuropa viel zu groß, und gegenüber anderen Ländern erzielt Deutschland ohnehin hohe Überschüsse.

Außerdem wird das ohnehin große Ungleichgewicht zugunsten der Exportunternehmen, die von der Steuererhöhung nicht betroffen sind, weiter erhöht - mit der Folge einer noch größeren Verwundbarkeit Deutschlands im Falle von Einbrüchen an den Exportmärkten. Deutschland hat sich schon jetzt weit stärker als alle größeren Vergleichsländer vom Export abhängig gemacht.


global news 14-11-05: Anstieg der weitgehend spekulativen Kreditderivative auf über 12 Billionen US$

Im Juni 2005 erreichte der Wert aller ausstehenden Forderungen aus Kreditderivativen den astronomischen Betrag von 12.430 Milliarden US$ - ein Anstieg um 128 % gegenüber dem Vorjahr. Das entspricht etwa dem Fünffachen des deutschen Bruttoinlandsprodukts eines ganzen Jahres oder dem 11-Fachen aller Bruttolöhne und -Gehälter in Deutschland. Der explosionsartige Zuwachs zeigt die Risiken, die sich im internationalen Finanzsystem ansammeln. Der Handel erfolgt in der Regel über den "Ladentisch" in privaten Kontakten statt über die Börsen und ist daher ziemlich undurchsichtig und von den Aufsichtsbehörden schwer zu überwachen. Zur Entwicklung siehe auch Abb. 03034.




global news 12-11-05: Deutsche Unternehmensgewinne führen dank Lohnverzicht zu im internationalen Vergleich besonders hohen Aktienkursgewinnen

Der neueste OECD-Bericht über Trends an den Finanzmärkten stellt den Zusammenhang zwischen hohen Gewinnen der Unternehmen (Zuwachs um 10 % im 2. Quartal 05/04) und steigenden Aktienkursen her. Der deutsche Aktienkursindex zeigt seit diesem Frühjahr im internationalen Vergleich der OECD mit mehr als 16 % Zuwachs den größten Anstieg (Abb. 04094). Dies ist vor allem auf die real rückläufige Einkommensentwicklung der Arbeitnehmer und dementsprechend besonders hohe Unternehmensgewinne zurückzuführen.



Diese Umschichtung von den Arbeitnehmereinkommen auf die Aktienwerte verstärkt die unsoziale Entwicklung in Deutschland. Zusätzlich reduzieren gerade viele der Unternehmen mit guter Gewinnlage und positiver Aktienkursentwicklung massiv die Beschäftigung. Das erste Beispiel dieser unsozialen Entwicklung war die Deutsche Bank mit 6.400 betroffenen Arbeitsplätzen, weitere Beispiele mit massivem Arbeitsplatzabbau betreffen Siemens (2.400 Arbeitsplätze bei der Tochter SBS) und Deutsche Telekom (32.000). Neuestes Beispiel könnte nach Berichten in der heutigen Financial Times die Allianzgruppe sein, deren letzter Quartalsgewinn um mehr als 2/3 auf ca. 1,2 Mrd Euro und deren Aktienkurs über das letzte halbe Jahr um mehr als ein Drittel gestiegen ist, die aber dennoch nun einen Beschäftigungsabbau um 9.000 bis 11.000 Arbeitsplätze allein in Deutschland planen soll; die Geschäftsleitung hat diese Meldung jedoch erst einmal dementiert.


global news 10-11-05: Europroblemländer mit hohen Haushaltsdefiziten und Verschuldung

Drei Euroländer, nämlich Griechenland, Italien und Portugal haben bisher wegen besonders hoher Staatsverschuldung und hoher Haushaltsdefizite weit jenseits der Kriterien des Stabilitätspaktes (siehe Abb. 14001) eine Absenkung ihrer internationalen Kreditwürdigkeit unter den AAA-Standard erfahren (S & P-Rating). Dies hat die Bedingungen für die Aufnahme von Staatskrediten verschlechtert und belastet die Funktion der Europäischen Zentralbank.




global news 09-11-05: Reorganisation der EU-Kommission bringt angelsächsische Vertreter in Top-Positionen

Manuel Barroso's Reorganisation hat den angelsächsichen Einfluß in zwei für die Globalisierung entscheidenden Schlüsselpositionen erheblich verstärkt. Die handelspolitische Generaldirektorenposition ging an Catherine Day aus Irland, die schon unter dem früheren britischen Außenkommissar Chris Patten diente. Die Generaldirektion für die EU-Erweiterung, insbesondere die Verhandlungen mit der Türkei, fiel an den britischen EU-Beamten Michael Leigh. Damit wird zugleich der neoliberale Kurs der EU-Kommission an Gewicht gewinnen.

Der deutsche Personalanteil bleibt unbefriedigend, auch wenn Mathias Rüte die Generaldirektion Energie von dem Franzosen Lamoureux übernimmt.
global news 07-11-05: US-Regierung macht auf Risiken in China für ausländisches geistiges Eigentum aufmerksam

Jon Dudas, Undersecretary for Interlectual Property der US-Regierung, hat vor chinesischen Regierungsvertretern darauf bestanden, daß China den Patentschutz verstärkt. Die regionale Durchsetzung von ausländischen Patentrechten wird trotz Zusicherungen der Zentrale für besonders schwach gehalten, da die lokalen Behörden oft lokale Unternehmen gegen den Zugriff schützen.

Die Verwundbarkeit ausländischer Investoren wird weiter durch die chinesische Politik verschärft, im Gegenzug zur Öffnung des chinesischen Marktes die Errichtung von F+E-Zentren in China zu verlangen. Nach Wolfgang Hirn in "Herausforderung China" haben sich schon rund 400 der 500 größten Unternehmen der Welt (Auto-, Elektronik-, Pharma- oder Telekommunikationsfirmen) in diesem Sinne "erpressen" lassen, ohne die längerfristigen Folgen zu bedenken. Joint ventures haben ohnehin eine maximale Lebensdauer von 30 Jahren; danach gehört alles dem chinesischen Partner.
global news 04-11-05: Weltmärkte für Eisenerz und Öl unter chinesischem Druck

Der erhebliche Druck der chinesischen Nachfrage nach Rohstoffen zeigt sich deutlich beim Preis für Eisenerz (Abb. 07041). Nach einem Bericht in der Financial Times wird China allein in etwa drei Jahren für etwa die Hälfte der Weltnachfrage nach seeverfrachtetem Eisenerz aufkommen. Daher werden weitere Preissteigerungen erwartet. Ähnlich ist der chinesische Druck auf den Ölpreis. Fast 40 % der zusätzlichen Nachfrage nach Öl entfiel 2004 auf China (Abb. 07003).




global news 03-11-05: Wem haben die Steuerreformen am meisten genützt?

Die Bundesregierung veröffentlicht keine Angaben über die tatsächlichen Steuereinkünfte nach sozialem Hintergrund der Steuerzahler und ihrem Einkommen. Allerdings läßt sich annäherungsweise ein Überblick gewinnen, wenn man die Steuereinnahmen nach Steuerarten mit dem Arbeitnehmereinkommen einerseits und Unternehmens- und Vermögenseinkommen andererseits aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gegenüberstellt. Seit dem Jahr 2000 sind die kassenmäßigen Einnahmen aus der Lohnsteuer von 12.3 % aller Arbeitnehmerentgelte relativ wenig auf 10.9 % zurückgegangen (Abb. 04092). Dagegen sind Steuereinnahmen aus veranlagter Einkommenssteuer, nicht veranlagter Steuer vom Ertrag, Zinsabschlag und Körperschaftssteuer (einschließlich Rückerstattungen) in Anteilen an den Unternehmens- und Vermögenseinkommen drastisch von 13.3 % auf nur noch 6.7 % abgesenkt worden. Diese Entwicklung reflektiert u.a. die hohe Steigerung der Unternehmens- und Vermögenseinkommen in diesem Zeitraum kombiniert mit den Effekten der Steuerreform. Abb. 04093 zeigt die Veränderung zwischen 2000 und 2004 für einzelne Steuerarten. Daraus muß man entnehmen, daß die Lohnsteuerpflichtigen durch die Steuerreformen nicht in erster Linie gewonnen haben.




global news 03-11-05: Weniger Arbeitslose, etwas mehr Langzeitarbeitslose im Oktober

Die Arbeitslosenzahl ist im Oktober stärker als saisonal üblich gefallen, auch wenn sie noch um 350.000 über dem Stand des Vorjahresmonats liegt (Abb. 04037). Allerdings hat sich davon abweichend, die besonders kritische Zahl der Langzeitarbeitslosen leicht auf über 1,8 Millionen erhöht (Abb. 04033).




global news 02-11-05: Wem nützt die WTO-Liberalisierungsrunde?

Der Weltexport ist in den letzten Jahren förmlich explodiert (siehe Abb. 03037). In der jüngeren Vergangenheit haben Liberalisierungen des Marktzugangs vor allem den multinationalen Großunternehmen, den international tätigen Handelsunternehmen sowie den Produktionsstandorten der ehrgeizigen Niedrigkostenländern in Asien und Osteuropa genützt. Natürlich haben auch Verbraucher den Vorteil von billiger Importware gehabt, soweit der Preisvorteil nicht im Handel hängengeblieben ist und Verbraucher nicht ihren Arbeitsplatz durch den internationalen Verdrängungswettbewerb verloren haben.



Die letzte große Liberalisierungswelle mit der Aufgabe der Beschränkungen aus dem Welttextilabkommen und der Marktöffnung für China, hat vor allem diesem Land genützt zum Nachteil der wirklich armen Entwicklungsländer in Afrika, Asien und Lateinamerika. Die Sorge vor der chinesischen Exportlawine hat jetzt Indien veranlaßt, sich gegen die von der EU vorgeschlagene Absenkung der Zolltarife für Industrieprodukte zu wehren. Nimmt die EU hier wirklich die Interessen der deutschen Arbeitsplätze wahr? In dieser Hinsicht ein interessanter historischer Rückblick: Zum Abschluß der Verhandlungen über die WTO schlugen seinerzeit die USA unter dem Einfluß ihrer Gewerkschaften vor, eine Sozial- und Umweltklausel in den Vertrag aufzunehmen. Danach sollten Staaten, deren Exportprodukte nachweislich unter Bedingungen jenseits der Mindeststandards der ILO produziert werden, verklagt und notfalls mit Strafzöllen belegt werden. Diese Forderung war nicht durchsetzbar, weil sie u.a. auf strikte Ablehnung Deutschlands und Großbritannien stieß, während Frankreich dafür war. Wieviel besser stünde es heute um den deutschen Arbeitsmarkt, wenn die Bundesregierung sich damals den USA und Frankreich angeschlossen hätte?

Neue Berichte des UN Umweltprogramms UNEP und der OECD warnen an Beispielen aus der Vergangenheit vor den sozialen Folgen der Agrarliberalisierung für kleine Produzenten und für die Umwelt. Für mehr zu diesen Themen bitte neues Schwerpunktthema
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global news 01-11-05: Deutscher Einzelhandelsumsatz stagniert nach neuesten StaBuA-Ergebnissen im 5. Jahr weiter und ist zuletzt rückläufig

Der deutsche Einzelhandelsumsatz stagniert praktisch seit 5 Jahren (Abb. 04091). Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Pressemitteilung vom 31. Oktober 2005) setzte der Einzelhandel in Deutschland im September 2005 real 0,7% weniger um als im September 2004; beide Monate hatten jeweils 26 Verkaufstage. Kein gutes Zeichen für die deutsche Binnenkonjunktur!


global news 31-10-05: China powert weiter

Unterstützt von hohen Geldzuflüssen aus den USA, Japan und Europa hat China seine rasante Wirtschaftsentwicklung auch im 3. Quartal 2005 fortgesetzt. Die Zuwachsrate lag erneut in der Größenordnung von fast 10 %, wie in den letzten drei Jahren (siehe Abb. 08017). Bei solchen Wachstumsraten verdoppelt sich die Wirtschaftsleistung alle 7 Jahre. Die Anlageninvestitionen nahmen sogar um 26 % zu. In Kaufkraft ausgedrückt bestritt China in den vergangenen drei Jahren etwa ein Drittel des Wachstums der Weltwirtschaft und etwa 60 Prozent des Zuwachses an weltweitem Investitionsvolumen. Der chinesische Export expandierte mit einer Rate von 31 % (siehe Abb. 08001). Schon im ersten Quartal 2005 wurde Japan vom dritten Platz der Weltexportländer abgelöst. Der große Exporterfolg Chinas geht in erster Linie auf die Kombination niedrigster Sozialbedingungen (ohne gewerkschaftliche Gegenmacht) und miserabler Umweltbedingungen mit ausländische Investitionen zurück. Mehr als die Hälfte der chinesischen Exporte werden von ausländischen Unternehmen vorgenommen, im Bereich moderner Technologie sogar fast 90 %.

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global news 27-10-05: Zur neuen Qualität der Globalisierung (2)

Im Rundbrief vom 26. Oktober war die neue Qualität der Globalisisierung an Hand der Kapitalströme verdeutlicht worden. Ähnlich dramatisch hat sich über die letzten Jahre der internationale Warenexport entwickelt (Abb. 03036). Wir haben es nicht mehr mit der alten Globalisierung des letzten Jahrhunderts zu tun, sondern mit einer viel aggressiveren Form, die vor allem die Sozialstrukturen in den entwickelten Industrieländer unterminiert. In den Worten des Nobelpreisträger und Mentor der Theorie zum internationalen Handel Paul Samuelsen: „Ich glaube, daß sich in der globalen Welt bei der Einkommensverteilung die Trennung zwischen der oberen Hälfte und der unteren verschärft. Vielleicht sollten wir den Prozess ein wenig bremsen..."


global news 28-10-05: Deutschland schneidet bei Klassenfrequenzen ungünstig ab

Nach dem neuen Bildungsvergleich der OECD "Bildung auf einen Blick" schneidet Deutschland auch in den Klassenfrequenzen relativ ungünstig ab, besonders in der wichtigen Stufe der Oberschule bis Klasse 10 (Abb. 13005). Das wird sich nicht so schnell verbessern. In 2004 ging die Zahl der Lehramtsstudienanfänger um 6 % zurück, die der Absolventen stagniert mit einem kleinen Zuwachs von 1,6 % (Abb. 13006). Da im Durchschnitt für den Erwerb des Staatsexamens eine Studiendauer von fünf Jahren veranschlagt werden muss, ist auf Grund des Rückgangs bei den Lehramtsstudienanfängern in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre auch in 2005 nach Auffassung des Statistischen Bundesamts noch nicht mit einer merklichen Steigerung der Absolventenzahlen zu rechnen.

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global news 27-10-05: Zur neuen Qualität der Globalisierung

Globalisierung ist ein schleichender Prozeß seit nun sehr langer Zeit. Und dennoch hat sie über das letzte Jahrzehnt eine völlig neue Qualität gewonnen, die nicht mit den alten Rezepten zu behandeln ist, hier einige wenige aktuelle Beispiele aus der Finanzwelt, die täglich über Arbeitsplätze in der ganzen Welt entscheiden:

(1) Die letzten Kapitalverkehrskontrollen wurden erst Anfang des letzten Jahrzehnts abgebaut, bei Frankreich und Italien in 1990 sowie Spanien und Portugal in 1992. Seitdem sind die Kapitalströme über die Grenzen immer weiter explodiert, und zwar dank Devisenspekulation weit über den Bedarf des internationalen Warenverkehrs hinaus. Der globale Währungshandel hat mit etwa 1.900 Mrd US$ pro Tag einen neuen Rekord erreicht. Um die kaum vorstellbare Größenordnung wenigstens etwas zu verdeutlichen: Das entspricht auf Tagesbasis dem 78-Fachen des weltweiten Warenverkehrs oder dem 260-Fachen des Bruttoinlandsprodukts Deutschlands oder dem 630-Fachen aller Bruttolöhne und -Gehälter in Deutschland.

(2) Das Spiel-Kapital der Hedgefunds hat jetzt 1.100 Mrd US$ überschritten, und auch das wird zu einem großen Teil täglich umgeschichtet.

(3) Der Umsatz an spekulativen Finanzpapieren in Form von Derivativen an den Terminbörsen hat sich in den letzten drei Jahren verdoppelt und erreicht ein durchschnittliches Tagesvolumen von 4.100 Mrd US$ oder weit mehr als das Tausendfache aller täglichen Bruttolöhne und -Gehälter in Deutschland (Abb. 03034).



(4) Die USA haben ihr Handelsdefizit im August 2005 weiter erhöht. Auf einen Tageswert umgerechnet liegt es bei 1,9 Mrd US$ (Abb. 0302) und erhöht ständig die weltweiten Risiken.



Hier noch eine Gesamtabildung der verschiedenen Größen:


global news 25-10-05: Angelsächsische Länder mit z.T. sehr hohen Leistungsbilanzdefiziten

global news 24-10-05: Steuersenkung = weniger Arbeitslosigkeit?

Immer wieder wurde und wird die Forderung nach Steuersenkungen mit dem Versprechen verbunden, daß dies wirksam die Arbeitslosigkeit senken könnte, indem die begünstigten Unternehmen mehr investieren und begünstigte Einzelpersonen mit mehr Verbrauch die Konjunktur ankurbeln würden. Die Bundesregierung hat z. B. mit diesem Motiv den Spitzensteuersatz der Einkommenssteuer von ursprünglich 53 % in 1999 in mehreren Schritten auf nur noch 42 % in 2005 gesenkt. In ihrem Wahlprogramm sah die CDU/CSU eine weitere Absenkung auf nur noch 39 % vor. Die historische Erfahrung ist allerdings umgekehrt. Trotz der Senkung der Spitzensteuersätze und Rückgangs des Anteils der Steuereinnahmen am deutschen Bruttosozialprodukt ist die Arbeitslosigkeit immer weiter gestiegen (Abb. 04085, 04086 und 04087).







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global news 22-10-05: Mehr als jeder Vierte in Europa mindestens einmal seelisch krank

Mehr als 27 % der erwachsenen Europäer leiden Schätzungen zufolge mindestens einmal im Leben unter psychischen Störungen, wie die EU-Kommission in ihrem neuesten Bericht vom 17. Oktober feststellt. Die verbreitetsten psychischen Störungen in der EU sind Angst und Depression (Abb.04083). Man rechnet damit, dass bis zum Jahr 2020 Depressionen in den Industriestaaten die zweithäufigste Ursache von Erkrankungen sein werden. Eine Spitze des Eisberges ist die Zahl der Selbsttötungen, die zurzeit in der EU bei etwa 58.000 Bürgern jährlich liegt; dies übertrifft die Zahl der jährlichen Todesfälle durch Straßenverkehrsunfälle, Tötungsdelikte und HIV/AIDS.

Die Kosten psychischer Erkrankungen betragen schätzungsweise 3 % – 4 % des BIP, hauptsächlich als Folge von Produktivitätsverlust. Psychische Störungen sind eine der Hauptursachen von Frühverrentung und Invalidisierung. Ungeachtet verbesserter Behandlungsmöglichkeiten und positiver Entwicklungen in der psychiatrischen Versorgung erfahren psychisch kranke und geistig behinderte Personen nach Auffassung der EU-Kommission immer noch soziale Ausgrenzung, Stigmatisierung, Diskriminierung und Verletzungen ihrer Grundrechte und ihrer Menschenwürde. Von den deutschen Gesundheitsausgaben entfallen 10 % auf seelische Störungen.

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global news 21-10-05: Deutscher Export gewinnt Marktanteile dank festen Wechselkurses bei besonderer deutscher Lohndisziplin

Wie die jetzt vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte “Exportperformance” für 2004 zeigt, hat der deutsche Export besonders in den Alt-EU-Ländern Marktanteile gewonnen (neben Rußland, Türkei und Schweiz). Obwohl hier die deutschen Marktanteile bereits traditionell relativ hoch sind, konnte die Position dank des festen Eurokurses oder sonst relativ fester Wechselkurse bei im Vergleich zu den Konkurrenten stärkerer deutscher Lohndisziplin (bzw. realem Lohnrückgang) weiter ausgebaut werden, siehe Abb. 06025. Allerdings schädigt die Lohndisziplin die deutsche Binnenkonjunktur schwer und belastet zunehmend das Verhältnis zu den Europartnern, die nicht mehr abwerten können. Die Frage ist, wie lange sich die Arbeitnehmer in den anderen Euroländern eine solche Konkurrenz zu Lasten ihrer Arbeitsplätze gefallen lassen und wann das Eurosystem zur Zielscheibe öffentlicher Kritik wird (hat in Italien schon angefangen). Für mehr zu diesem Thema bitte hier anklicken.




global news 20-10-05: Deutsche Sparer vertrauen dem Kapitalmarkt nicht

Auch im Jahr 2004 legten deutsche Sparer ihre Mittel vorwiegend liquide an. 36 % der Mittel landeten in Sichtguthaben (Abb. 04082). Dagegen zogen sie Mittel aus Aktien und Investmentanteilen ab. Letztlich ist ein Zeichen großer Unsicherheit, das das Bild der deutschen Allgemeinbefindlichkeit ergänzt. Es stimmt ganz und gar nicht mit dem Sparerverhalten in der angelsächsischen Welt überein, das wesentlich risikofreundlicher ist.




global news 19-10-05: Abwanderung und demographischer Wandel in NBL

Seit 1991 sind bereits 1,3 Millionen Menschen oder 7 % der Bevölkerung aus den NBL nach Westen abgewandert. Nach einer am 13. Oktober 2005 veröffentlichten Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gehören die meisten Abwanderer den jüngeren Generationen an, was die Situation noch verschlimmert (Abb. 10006). Allein im vergangenen Jahr verließen erneute knapp 150.000 Menschen die NBL, von denen mehr als die Hälfte zwischen 18 und 30 Jahre alt waren. Der Anteil der Frauen ist besonders hoch, besonders auch in Altersgruppen, in denen normalerweise Familien gegründet werden (Abb. 10007). Die Abwanderung ist noch dazu bei denen mit der besseren Schulbildung konzentriert (Abb. 10008).







In ihrer Studie sagt die KfW unter Berufung auf die amtlichen Prognosen voraus, daß die NBL bis 2050 durch den demographischen Wandel, der dort früher und massiver als im Westen einsetzt, noch 25 % ihrer Einwohner verlieren würden und sogar 55 % der erwerbsfähigen Bevölkerung (Abb. 10009). Nach Ansicht der KfW wird für viele Betriebe der Mangel an gut qualifizierten Menschen zur Existenzfrage, für ausländische Investoren zu einem Standortnachteil. Gleichzeitig droht sich wegen geringerer Steuereinnahmen die Finanzlage der Kommunen und deren Investitionstätigkeit dramatisch zu verschlechtern, mit in einem Teufelskreis weiteren negativen Auswirkungen auf die Beschäftigung. Für mehr zu den NBL bitte hier anklicken: http://www.jjahnke.net/nbl.html.



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global news 18-10-05: Deutschland auch 2004 Hauptgeber zum EU-Haushalt

Deutschland war mit netto 7,1 Mrd Euro auch 2004 Hauptgeber für den Haushalt der Europäischen Union. Abb. 06026 zeigt die Nettobeträge der Hauptgeber und –nehmer, Abb. 06027 das gleiche in Anteilen am jeweiligen Nationaleinkommen.






global news 17-10-05: Deutschland Niedrigsteuerland (neue OECD Revenue Statistics)

Entgegen den ständig wiederholten Behauptungen der Wirtschaftsverbände und den Plänen von CDU/CSU und SPD hat Deutschland im internationalen Vergleich keinerlei Steuersenkungsbedarf. Nach den jetzt veröffentlichten jüngsten OECD-Zahlen von 2004 (OECD Revenue Statistics) gehört Deutschland zu den Ländern mit der niedrigsten Abgabenlast gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Von den wesentlichen Vergleichsländern haben nur 8 (Polen, Kanada, Türkei, Slowakien, Schweiz, USA, Japan und Korea) noch etwas niedrigere Belastungen, 13 Länder dagegen höhere; siehe Abb. 12092.

Besonders interessant ist der Vergleich mit 1995. Seitdem hat Deutschland die Steuerbelastung um 2.6 Prozentpunkte abgesenkt. Nur 3 EU-Beitrittsländer (Ungarn, Slowakien und Polen) sowie Kanada haben stärker abgesenkt, während 13 Ländern die Steuerbelastung erhöht und 4 weitere weniger als Deutschland abgesenkt haben (Abb. 12093). Die Steuersenkungen in Deutschland sind mitverantwortlich für die hohe Schuldenlast und für die nun seit Jahren zu verzeichnende pro-zyklische Sparpolitik der Bundesregierung bei den öffentlichen Investitionen.

Für mehr zu Steuern im internationalen Vergleich mit weiteren Schaubildern nach neuesten OECD-Daten bitte
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global news 16-10-05: Zu wenig Ausgaben in die Zukunft bei Forschung und Entwicklung

NDie EU-Kommission warnt wegen der stagnierenden Ausgaben für Forschung und Entwicklung von nur 1,9 % des europäischen BIPs. Wenn diese im bisherigen Trend bis 2010 nur auf 2,2 % steigen würden, so hätte das die Konsequenz, daß z.B. China den europäischen Anteil überholen würde. Auch Deutschland lag im letzten Vergleichsjahr 2003 mit 2,5 % zwar vor Frankreich und Großbritannien, aber deutlich hinter Japan und USA sowie vor allem hinter mehreren der skandinavischen Länder (Abb. 12020a). Der Anteil der F u. E-Ausgaben an allen staatlichen Ausgaben ist in Deutschland von 1,8 % im Jahr 2000 auf nur noch 1,6 % in 2003 zurückgegangen, während z.B. Frankreich den Anteil bei 1,9 % (2002) halten konnte.

Die EU-Kommission beklagt auch, daß der Anteil der privaten Investitionen der europäischen Unternehmen in F u. E seit 2000 zurückgeht mit nur noch 56 % der gesamten F u. E-Investitionen in 2002, verglichen mit 63 % in USA und 74 % in Japan (in Deutschland 65.9 %). Die 500 größten Unternehmen außerhalb der EU hätten ihre Forschungsausgaben 2003 um 4 % erhöht, dagegen die 500 größten EU-Unternehmen um 2 % gekürzt.




global news 15-10-05: Chronische Herz-Kreislauferkrankungen nach WHO auf dem Vormarsch, in Deutschland häufigste Todesursache

In ihrem jüngsten Bericht: „Preventing chronic diseases" schätzt die Weltgesundheitsorganisation, daß etwa 60 % aller Sterbefälle in 2005 durch chronische Krankheiten verursacht sein werden, die gleichzeitig eine enorme finanzielle Belastung darstellen. Die Hälfte davon sind chronische Herz-Kreislauferkrankungen.

Dazu paßt die Meldung des Statistischen Bundesamts vom 5. Oktober 2005, wonach Erkrankungen des Kreislaufsystems weiterhin die Haupttodesursache in Deutschland sind. Im Jahr 2003 wurde bei nahezu jedem zweiten Verstorbenen der Tod durch eine Erkrankung des Kreislaufsystems ausgelöst. Die chronisch ischämischen Herzkrankheiten stellten dabei die häufigste Todesursache in Deutschland dar (Anteil von 11% an allen Todesursachen). Nicht weniger als 2,75 Millionen Patienten wurden im Jahr 2003 wegen Krankheiten des Kreislaufsystems vollstationär behandelt, wobei die ischämischen Herzkrankheiten die häufigsten Hauptdiagnose darstellten. Der Anteil der Kreislauftoten an der Bevölkerung liegt in Deutschland erheblich über dem europäischen Durchschnitt (Abb. 0405).




global news 14-10-05: Rückgang der Arbeitnehmereinkommen in der Industrie setzt sich fort (Juli 2005)

Nach jetzt veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes verdienten die vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe im Juli 2005 durchschnittlich brutto 3.027 Euro, das waren 1,7 % mehr als im Juli 2004. Der Verbraucherpreisindex im Juli erhöhte sich allerdings in diesem Zeitraum um 2,0 %. Daraus errechnet sich ein realer Rückgang um 0.3 % , bei Arbeitern um fast 1 %; mit dem höheren Verbraucherpreisindex vom September von 2,5 % verloren Arbeiter sogar innerhalb nur eines Jahres real 1,4 % an ihren Löhnen (Abb. 04081). Negative Auswirkungen dieser nun schon seit Jahren anhaltenden Entwicklung auf das Verbraucherverhalten und die Binnenkonjunktur sind unübersehbar.

Hinzu kommt der so über die deutsche Exportentwicklung ausgelöste negative Druck auf die Partner im Euroraum, der die Abwärtsspirale für den gesamten Euroraum verstärkt (siehe Vergleich zu Frankreich Abb. 03023). Wann endlich begreift die deutsche Politik, die deutsche Wirtschaft und die herrschende Lehre in der deutschen Wirtschaftswissenschaft, daß die deutschen Arbeitnehmereinkommen stärker steigen müssen, wenn Deutschland (und der Euroraum) aus der Dauerkrise kommen soll? Mit Arbeitsmarktflexibilisierung erreicht man jedenfalls das Gegenteil.

Im Unterschied zu dieser negativen Entwicklung lagen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen im 2. Quartal 2005 um 8,8 % über dem Vorjahreszeitraum, was auch nach Abzug von 2 % Preissteigerung noch einen stattlichen Zugewinn ergibt.

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global news 13-10-05: Ozonloch in der südlichen Hemisphäre zweitgrößtes jemals gemessenes

global news 12-10-05: Alter als Wettbewerbsfaktor im globalen Wettbewerb

global news 11-10-05: Billigimporte im Anstieg

Billigimporte im Anstieg Gegenüber dem Jahresdurchschnitt von 2000 lag die deutsche Gesamteinfuhr im Durchschnitt der ersten 7 Monate dieses Jahre um 10.6 % höher; das entspricht preisbereinigt einer jährlichen Steigerungsrate von 1,7 %. Fast mit der gleichen relativ geringen nominalen Steigerungsrate haben sich die Einfuhren aus der Eurozone entwickelt. Dagegen sind die Einfuhren aus China um 94 % und aus den EU-Beitritts- und -Beitrittskandidatenländern um etwa 31 % gestiegen. Im wesentlichen dürfte es sich dabei um Billigimporte handeln. Das erklärt auch, warum die Einfuhren aus den südostasiatischen Ländern und Korea, den klassischen Billiglieferländern leicht zurückgegangen und damit verdrängt wurden (siehe Abb. 07040 u. 08018).





global news 10-10-05: Neuer internationaler Vergleich der Steuersätze für Einkommen der Unternehmen in 2005

Eine neue Erfassung durch Ernst ∓ Young zeigt die Steuersätze für Einkommen der Unternehmen in 2005. Deutschland rangiert nach der Steuerreform der rot-grünen Bundesregierung ganz unten, nur von Luxemburg, Irland und einigen Osteuropäern unterboten (Abb. 12090). Wie kann man da in Deutschland, selbst wenn man die Gewerbesteuer zusätzlich berücksichtigt (nach Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform der Gewerbesteuer einheitlich 3 %) weitere Senkungen verlangen? Für mehr zu Steuern bitte hier anklicken: http://www.jjahnke.net/steuern.html.




global news 09-10-05: Wirtschafts-Nobelpreisträger Milton Friedman im Bild-Interview zu den deutschen Wirtschaftsproblemen

Erstaunlich, welche Meinung der Wirtschafts-Nobelpreisträger Milton Friedman im Bild-Interview vom 10. Oktober 2005 über Deutschlands Wirtschaftsprobleme verbeitet. Er sieht die Hauptursache in einer Überbewertung der D-Mark bei der Euro-Einführung (neben dem falschen Wechselkurs zwischen Deutscher Mark und Ostmark bei der Wiedervereinigung) und beklagt zu wenig Flexibilität bei den deutschen Löhnen, sprich nach unten. Tatsächlich hat Deutschland zumsammen mit Japan die höchsten Aussenhandelsüberschüsse und schädigt wegen der aus besonderer Lohnzurückhaltung gespeisten hohen Überschüsse seine Europartner (siehe Abb. 06003), d.h. der Euro ist für die deutsche Wirtschaft alles andere als zu stark, und die Löhne sind im Vergleich zu den Haupthandelspartnern zu niedrig. Die Wahrheit ist umgekehrt, als eine solche "Aufklärungskampagne" wahrmachen will. Der Informationsstand des 92-Jährigen ist von vorgestern, aber "Bild" sollte es besser wissen.




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