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(1242) Staatlicher Sparerschutz in Deutschland niedriger als in den meisten Vergleichsländern

(1241) Deutschlands unglückliche Familienpolitik

(1240) Die Kreditkrise greift immer mehr auf die Realwirtschaft über

(1239) Einzelhandelsumsatz im August 2008 real um 3,0% gesunken (und was Medien daraus machen)

(1238) Arbeitsmarkt im September: Das "letzte Hurra" vom Arbeitsmarkt?

(1237) Amerikanischer Rettungsplan durchgefallen, nun wahrscheinlich auch in Deutschland Teilverstaatlichung einiger Banken die beste Lösung

(1236) Das amerikanische Bankenrettungspaket setzt die deutschen und europäischen Banken unter weiteren Druck

(1235) Bankenstreß

(1234) Spielereien mit dem Konsumklima

(1233) Der Ifo-Index geht weiter in den Keller

(1232) Überschuldet, nicht nur knapp bei Kasse: Das Bankensystem nach Jahren neoliberaler Globalisierung - Wo ist Plan B?

(1231) Finanzmarktkrise: Sitzt die Bundesregierung sitzt auf einer Wolke von Illusionen oder verkauft uns für dumm?

(1230) Wie kann man plötzlich das Richtige tun, wenn man so viele Jahre lang das Falsche getan hat?

(1229) Finanzielles Armageddon

(1228) Starker Fall der Ölpreise seit Juli, doch die deutschen Erzeugerpreise steigen weiter

(1227) Und wieder einmal: Verstaatlichung der Verluste, diesmal gigantisch

(1226) Das Totenglöckchen der neoliberal globalisierten Finanzmärkte hat die 2. und 3. Runde eingeläutet

(1225) Die Gewerkschaftsforderung von 7,50 Euro Mindestlohn liegt im Mittelfeld der Alt-EU

(1224) Hintergrund der globalen Finanzkrise: Das Zeitalter der Mega-Spekulanten und Aasgeier

(1223) Entgelt pro Beschäftigten in der Industrie verbraucherpreisbereinigt minus 1,7 % trotz 0,7 % Produktivitätszuwachs

(1222) Deutsche Arbeitnehmer: Schlecht bezahlt und zweitlängste Wochenarbeitsstunden in Alt-EU

(1221) Dax um 6.000: Schon jetzt schlimmer als die Krise von 2000/2002

(1220) Nachtrag: Lehman vor dem Aus, was nun?

(1219) Kreditkrise: Immer mehr Dominos fallen: Lehman und AIG als nächste?

(1218) Produktivitätszuwachs bei schwach wachsender oder negativer Wirtschaftsentwicklung verhindert neue Arbeitsplätze und wird zu Jobabbau führen

(1217) Das "Arbeitsmarktwunder" entblättert: 13 Millionen ohne normale Beschäftigung in Deutschland




global news 1242 04-10-08: Staatlicher Sparerschutz in Deutschland niedriger als in den meisten Vergleichsländern
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Mit einer Höchstgrenze von nur 20.000 Euro ist das staatliche deutsche Einlagensicherungssystem - zusammen mit Spanien - das niedrigste eines internationalen Vergleichs (Abb. 03779). Dennoch wehrt sich die Bundesregierung gegen eine Erhöhung des Limits. KeinWunder, daß sich deutsche Sparer besondere Sorgen machen.


Nach Ansicht des Bundesfinanzministeriums sind die existierenden Sicherungssysteme ausreichend. Dabei wird auch auf den freiwilligen Fonds verwiesen, den private Banken in den siebziger Jahren gegründet haben. Doch in einem allgemeinen Krisenfall kann der Fonds schnell überfordert sein, weil es dann bei allen Banken einschlägt. Auch fallen etwa Inhaberschuldverschreibungen nicht unter den Schutz des Fonds.

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global news 1241 04-10-08: Deutschlands unglückliche Familienpolitik
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Man will es eigentlich nicht glauben. Da hat Deutschland in Westeuropa die größe Lohndiskriminierung der Frauen (Abb. 14100), einen der letzten Plätze in der Ausstattung mit Kindergartenplätzen (Abb. 12952), nicht mehr überraschend eine der niedrigsten Zahlen an Kindern pro Frau (Abb. 04047), und dann dies: Deutschland hat in Westeuropa den kürzesten Mutterschaftsurlaub von nur 14 Wochen (Abb. 13536). Besonders skandinavische Länder kommen auf ein Mehrfaches.





Die meisten Länder haben 16 Wochen bei voller Gehaltsfortzahlung. Nun will die EU eine generelle Regelung bei 18 Wochen einführen. Doch ausgerechnet die Bundesregierung legt sich quer. Das Familienministerium behauptet fälschlich, die Bundesrepublik sei aber bei der finanziellen Absicherung der Mütter "Vorreiter". Und dann kommt aus dem Ministerium das Argument, das dem Faß den Boden ausschlägt: Der EU-Vorschlag könne für Frauen zum Bumerang werden. Er erhöhe die finanziellen Risiken für Arbeitgeber, die junge Frauen beschäftigen. Das bedeute höhere Lohnnebenkosten und damit ein Hindernis für Arbeitsplätze in Deutschland. Haben die denn noch alle Tassen im Schrank? Mit solchen irrsinnigen Argumenten könnte man den Mutterschaftsurlaub doch gleich abschaffen! Müssen wir uns wirklich hinten in die soziale Schlange stellen und am Ende noch den Mangel an Kindern beklagen, als falle der vom Himmel? Diktieren die Arbeitgeber bei uns die Familienpolitik? Muß denn das Arbeitsplatzargument für jede soziale Dummheit gegen die Interessen unseres Landes herhalten, anders als in anderen Ländern?

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global news 1240 03-10-08: Die Kreditkrise greift immer mehr auf die Realwirtschaft über
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Die Kreditkrise macht sich immer stärker in der Realwirtschaft bemerkbar. Einerseits drückt sie auf die Nachfrage privater Haushalte. Das zeigt sich nicht zuletzt bei den Autoverkäufen. So fiel der Absatz von Ford in USA im September um 35 % und auch die deutschen Autobauer mußten erhebliche Einbrüche in USA registrieren: Mercedes - 16 %, Volkswagen - 9 %, Porsche - 44 %, BMW - 26 %. In Deutschland gab es im August 10 % weniger Neuzulassungen. Auch die von den Zentralbanken ins Finanzsystem gespülte hohe Liquidität bei niedrigen oder negativen Realzinsen ( Eurozone 1,35 %, in USA minus 3,4 %) drückt über zusätzliche Preissteigerungen auf die private Nachfrage der Haushalte. Hinzu kommt ein Kaufkraft raubendes Wiederansteigen der Massenarbeitslosigkeit: in der Eurozone von 7,4 % im Juli auf 7,5 % im August (Abb. 04068).


Andererseits leiden immer mehr die Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen. Schon jetzt hat sich in USA die Unternehmensfinanzierung erheblich verschlechtert. Der Zins für 30-Tage Papiere (außerhalb des Finanzsektors) sprang in USA in kürzester Zeit von 3 % auf etwa das Doppelte und damit 3,7 % über den Zentralbankzins (Abb. 03761). Aber auch in Europa haben die Zinsen für risiante Unternehmensfinanzierungen stark zugelegt (Abb. 03636). So wie die Banken sich nicht mehr gegenseitig trauen, was in immer neuen Zinsrekorden der Euribor-Rate und des US Liborsatzes deutlich wird (Abb. 03818, 03764), so mißtrauisch sind sie bei der Unternehmensfinanzierung geworden. Auch weil sie ihre Zukunft nicht kennen, horten sie statt dessen Cash.





Gleichzeitig stürzte in USA die Ausgabe neuer Papiere für die Unternehmensfinanzierung ab. Das gilt erst recht für die besonders riskanten "asset backed" Papiere, die mit Vermögenswerten unterlegt sind, deren Wert schlecht zu beurteilen ist (Abb. 03765). Die ausstehenden Volumina verkürzten sich seit Juni 2008 bereits um 10 % (Abb. 03762, 03715). Die globale Ausgabe von Unternehmensbonds fiel in den ersten 9 Monaten 2008 um 29 %. Besonders unter Druck kommen auch in Deutschland Unternehmen, die sich mit viel Fremdkapital finanziert haben. Nach Ansicht von Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, war "der Hebel oft viel zu groß". Vor allem die hohen Schulden der von Private-Equity-Investoren übernommenen Firmen werden jetzt immer teurer. Generell wird die Refinanzierung wegen der verschärften Kreditkonditionen immer schwieriger.




Beide Entwicklungen zusammen, die gedrückte Nachfrage privater Haushalte und die erschwerte Finanzierung der Unternehmen, werden sich in den kommenden Monaten zunehmend in Richtung Rezession und mehr Arbeitslosigkeit bemerkbar machen, was wiederum auf das Bankensystem negativ zurückwirken muß. Da die deutsche Industrie besonders von Auslandsaufträge abhängt, ist sie umso mehr verwundbar. Wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau gestern mitteilte, brachen die Auslandsbestellungen in dieser für den Export besonders wichtigen Sparte im August um 19% ein.

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global news 1239 02-10-08: Einzelhandelsumsatz im August 2008 real um 3,0% gesunken (und was Medien daraus machen)
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Dies ist exakt die Überschrift des Statistischen Bundesamtes über seine Meldung von heute. Dann findet sich im Text der Satz: "Im Vergleich zum Juli 2008 war der Umsatz des Einzelhandels im August 2008 unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal um 3,6% und real um 3,1% höher." Und genau darauf stürzt sich sofort eine nach guten Nachrichten durstende Presse. Also meldet die FT Deutschland: "Den Hiobsbotschaften vom Finanzmarkt zum Trotz: Die deutschen Einzelhändler haben im August mehr eingenommen als im Vormonat. Die Branche verzeichnete das größte Plus seit knapp zwei Jahren."

Tatsächlich allerdings ist der Trend, mit dem üblichen Auf und Ab und den Verzerrungen durch eine zweifelhafte Kalender- und Saison-Anpassung, weiterhin eindeutig nach Unten gerichtet (Abb. 04943).


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global news 1238 01-10-08: Arbeitsmarkt im September: Das "letzte Hurra" vom Arbeitsmarkt?
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Der Bundeswirtschaftsminister meldet sich wieder einmal zu den Arbeitsmarktzahlen, wie er das immer tut, wenn sie ihm günstig erscheinen. Nun setzt der die Schlagzeile: "Arbeitslosenzahl so niedrig wie seit 16 Jahren nicht mehr" und fügt gleich noch die Aussicht auf einen weiteren Abbau unter 3 Millionen hinzu. Da schlägt er auch noch den Bundesarbeitsminister, der nur von einer "Bemerkenswerten Entwicklung" spricht.

Niemand verrät uns, daß schon 37 % des gemeldeten Beschäftigungsaufbaus auf unsichere zeitlich befristete und schlechter bezahlte Leiharbeit entfällt. Aus den Einzelzahlen der Bundesagentur für Arbeit muß man sich das aus dem Kleingedruckten erst mühsam herausrechnen. Offensichtlich bereit sich die Arbeitgeber angesichts der drohenden Rezession bereits seit einiger Zeit auf rasche Entlassungen vor. Außerdem hat sich der Aufbau der Erwerbstätigkeit und der Abbau der Arbeitslosigkeit über die letzten Monaten verlangsamt. Der gesamte Abbau an Arbeitslosigkeit über das vergangene Jahr ist schon durch Anstieg von Leiharbeit, von vesicherungspflichtiger Arbeit mit der Notwendigkeit von Nebenjobs und durch die demographische Entwicklung zu erklären. Nur noch 54 % der Empfänger von Arbeitslosengeld werden als arbeitslos registriert.

Der Beschäftigungsaufbau hat sich seit Beginn des Jahres Monat für Monat leicht abgeschwächt (Abb. 14041), gegenüber dem Vormonat waren es nur noch 0,28 % mehr. Ebenso schwächt sich schon seit Frühjahr 2007 der Abbau der Arbeitslosigkeit in der Tendenz ab. (Abb. 04772). Saisonbereinigt, ging die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat nur noch um 29.000 oder 0,9 % zurück; dagegen hatte der durchschnittliche monatliche Abbau im Zeitraum Februar bis August noch bei 34.000 gelegen.



Die so wichtige Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat in den 5 Jahren seit 2003 praktisch nicht zugenommen (Abb. 04008). Erst recht zeigt sich eine enttäuschende Entwicklung, wenn man langfristig mit 1995 vergleicht. Da ist der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an allen Beschäftigten von 75 % in 1995 auf nur noch 68 % im Juli 2008 zurückgefallen. 2,22 Mio sozialversicherungspflichtig Beschäftigte übten zusätzlich einen geringfügig entlohnten Nebenjob aus - gegenüber dem Vorjahr 170.000 oder 8,3 % mehr -, was die teilweise minderwertige Qualität auch der versicherungspflichtigen Beschäftigung zeigt.


In den Worten der Bundesagentur: "Vor allem bei unternehmensnahen Dienstleistungen gab es einen kräftigen Anstieg (+ 5,6 Prozent bzw. + 206.000), der wiederum zum größten Teil von Arbeitnehmerüberlassung getragen wird." Arbeitnehmerüberlassung ist die vornehme amtsdeutsche Umschreibung für Leiharbeit. Im Klartext: Bereits 36,9 % der Gesamtzunahme an Erwerbstätigkeit über ein ganzes Jahr entfällt zum größten Teil bereits auf unsichere und in der Regel schlecht bezahlte Zeitverträge. Seit vielen Monaten übertrifft nun der Zuwachs der Leiharbeit den der Erwerbstätigkeit insgesamt bei Weitem (Abb. 14527, 14528).



Abb. 04922 zeigt, daß der Rückgang der Arbeitslosigkeit fast vollständig durch prekäre Arbeitsverhältnisse und die demographische Entwicklung bestimmt ist. Leider verrät uns die Bundesagentur nicht, obwohl ihr die Zahl bekannt sein sollte, wie viel des Rückgangs an Arbeitslosigkeit auf der von ihr angedeuteten systematische Überprüfung des Arbeitslosenstatus beruht. Außerdem wird uns nicht verraten, wieviele derer über 58 Jahre nach der neuen gesetzlichen Regelung nun nicht mehr als arbeitslos geführt werden.


Diese Struktureffekte zeigen sich auch im Auseinanderklaffen der Zahl der Arbeitslosen und der Arbeitslosengengeldempfänger, von denen nur knapp 54 % als arbeitslos registriert werden (Abb. 04980); vor zwei Jahren wurden noch mehr als 71 % registiert. Die Arbeitslosenstatistik ist also immer weniger aussagefähig. Wer staatliche Stütze braucht, hat keinen richtigen Job.


Auf der Basis der letzten Eurostat-Erfassung für das 1. Quartal 2008 verzeichnet Deutschland den höchsten Anteil an Langzeitarbeitslosen in den Alt-EU-Ländern (Abb. 04022). Auch sonst landet im internationalen Vergleich die deutsche Arbeitslosigkeit im unteren Mittelfeld unter dem Durchschnitt der Alt-EU (Abb. 04068).



Eine ausführliche Analyse enthält der neue Schwerpunkt: Arbeitslos im September.

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global news 1237 30-09-08: Amerikanischer Rettungsplan durchgefallen, nun wahrscheinlich auch in Deutschland Teilverstaatlichung einiger Banken die beste Lösung
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Der Bundesfinanzminister im Bundestag erst vor vier Tagen: "Insgesamt zeigt sich, dass das deutsche 3-Säulen-System im internationalen Vergleich relativ robust ist. Die deutsche Aufsichtsbehörde, BaFin, ist sich sicher, dass die in den letzten Jahren gesteigerte Risikotragfähigkeit der deutschen Institute ausreicht, die Verluste auszugleichen und die Sicherheit der privaten Ersparnisse zu gewährleisten."

Doch nun mußte die Bundesregierung nach den vorangegangenen öffentlichen Leistungen für IKB und viele Landesbanken doch dem ersten privaten Institut, der Hypo Real Estate, mit einer Bundesbürgschaft von 26,5 Mrd Euro unter die Arme greifen. Damit mußte auch das deutsche Pfandbriefsystem insgesamt vor Vertrauensverlust bewahrt werden. Der deutsche Pfandbriefmarkt spielt bei der Refinanzierung eine große Rolle. Mit einem Volumen von 900 Mrd. Euro ist der zweitgrößte der Welt. Die HRE hat daran einen Anteil von rund einem Fünftel. Als Vermögensanlage sind die Pfandbriefe im Ausland, auch in den USA, beliebt und genießen bisher hohes Vertrauen.

Wie gefährdet das europäische Bankensystem ist, zeigen die gleichzeitigen staatlichen Notaktionen für Banken in Belgien (Fortis) und Großbritannien (Bradford & Bingley). In Frankreich wackelt inzwischen die Bank für die Finanzierung der Kommunen Dexia. Bankaktien haben in Deutschland seit Ausbruch der Krise schon etwa zwei Drittel ihres Wertes verloren, allein heute die Deutsche Bank 8 % und die Commerzbank sogar 24 % (Abb. 03752). Hypo Real Estate verlor an einem einzigen Tag heute fast drei Viertel ihres Wertes.


Die Zinsen, die Banken untereinander berechnen, erreichten heute neue Rekordlibor-Sätze an abgrundtiefem Mißtrauen (Abb. 03718, 03764). Welcher Domino fällt als nächster? Bisher ohne sehr viel Wirkung stellten 10 Zentralbanken, darunter Fed und EZB, heute den globalen Geldmärkten weitere 330 Mrd Dollar zu Verfügung. Die Fed erhöhte das Dollarangebot an andere Zentralbanken von 290 auf 620 Mrd Dollar.



Nachdem nun der amerikanische Rettungsplan im Congress gescheitert ist und keiner weiß, ob er noch einmal und in welcher Form zur Abstimmung kommt, werden die Banken morgen erst recht in ein Koma fallen und ihre Aufgabe, den Wirtschaftskreislauf mit angemessenen Krediten zu unterhalten, weitgehend einstellen. Viele Banken, auch in Deutschland, dürften sich als überschuldet herausstellen, wenn die von ihnen gehaltenen Vermögenswerte am Markt nun weiter absaufen. Keine Volkswirtschaft kann sich einen solchen Zustand lange leisten. Garantien des Bundes, wie bei Hypo Real Estate sind keine Lösung, weil der zugrunde liegende Kredit die Bank in der Überschuldung hält.

Da bleibt nur noch Abwarten mit immer größeren Verlusten und anspringender Arbeitslosigkeit sowie extreme Entwicklungen in der Wählerschaft oder eine rechtzeitige Teilverstaatlichung. Dabei hätte der Steuerzahler mindestens eine Chance, einen Teil des Einsatzes zurückzubekommen, wenn eines Tages das Bankensystem wieder voll privatisiert werden kann. Der Paulson-Plan des staatlichen Aufkaufes der vergifteten Anlagen paßt als Alternative auf Europa jetzt noch weniger, nachdem er in USA gescheitert ist. Voraussetzung einer Rekapitalisierung der Banken durch Teilverstaatlichung ist allerdings eine schwierige Auswahl, welche Banken überhaupt dauerhaft als selbständige Institute gerettet werden müssen. Denn das Bankensystem ist in allen westlichen Ländern in den vergangenen Jahren weit über die Grenzen dessen hinausgewachsen, was für eine normale und damit weniger spekulative Volkswirtschaft nötig sind. Wie kostspielig jeder Rettungsversuch für den Steuerzahler werden kann, zeigt allein das hoffentlich nicht praktisch werdende Beispiel der Deutschen Bank. Sie allein soll Kredite im Umfang von mehr als 80 % des gesamten deutschen Bruttoinlandsprodukts eines Jahres aufgenommen haben oder 52mal ihr Aktienkapital.

Bei Einschuß erheblicher öffentlicher Mittel wird innerhalb der Eurozone eine Übereinkunft nötig, wieviel Verschuldung einzelne Länder auf sich nehmen dürfen, nachdem die Maastrichtkriterien in jedem Fall weit überschritten werden müssen. Auch das wird nicht einfach hinzukriegen sein.

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global news 1236 29-09-08: Das amerikanische Bankenrettungspaket setzt die deutschen und europäischen Banken unter weiteren Druck
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Hinweis: Zum neuen Schwerpunkt mit 45 Abbildungen: Von der neoliberalen Globalisierung zu Weltwirtschaftskrise II hier

Das US Rettungspaket für die amerikanischen Banken steht. Die Regierung kann sofort 250 Mrd Dollar zum Aufkauf der miesen Papiere einsetzen und weitere 100 Mrd Dollar auf Verlangen des Präsidenten. Weitere 350 Mrd Dollar kann der Congress später bewilligen. Die Banken gewähren im Gegenzug Aktienoptionen an die Regierung, so daß der Steuerzahler die Chance hat, bei Gesundung der Banken einen Teil seines Einsatzes zurückzubekommen. Vorstandsmitglieder, die eine Bank verlassen, nachdem diese Anlagen an die Regierung verkauft hat, dürfen keinen "goldenen Fallschirm" als Abfindung erhalten.

Diese Lösung wird die europäischen Banken eher zusätzlich belasten. Denn die bleiben einstweilen auf ihren vergifteten Anlagen sitzen, die je nach dem entsprechenden Aufkaufspreis für amerikanische Banken in USA sogar noch zusätzlich an Wert verlieren können, aber auch dann, wenn die amerikanische Regierung versuchen sollte, sie billig auf dem Markt weiterzuverkaufen. Vor allem aber wird das Kreditstanding der amerikanischen Banken gestärkt, und sie werden sich, von der Belastung befreit, billiger und weitaus besser am Markt refinanzieren können als die europäischen, bei denen etwa die Hälfte der miesen amerikanischen Hypothekenpapiere liegt. Hinzu kommt, daß die Eurozone keine einheitliche Instanz für einen ähnlichen Aufkauf besitzt und einzelne Regierung sofort an die Grenze der Maastricht-Kriterien des Stabilitätspakts stoßen würden.

Die Pleitewelle der Banken rollt auch auf Europa zu. Schon im Februar 2008 mußte die große britische Hypothekenbank Northern Rock verstaatlicht werden, nachdem sich Panikschlangen vor den Schaltern gebildet hatten. Jetzt ist offensichtlich die Verstaatlichung einer weiteren britischen Hypothekenbank Bradford & Bingley nötig. In Dänemark ging im Sommer die Roskilde Bank ein. Die Aktien von Bonusbanken wurden nach einem Kurssturz aus dem Börsenhandel genommen. Auch die größte belgische Bank Fortis ist in Schwierigkeiten. Die Bank hatte bereits im Juni Bereiche verkauft, um die Kapitalbasis zu stärken. Die Regierungen von Belgien, Luxemburg und den Niederlanden mußten für elf Milliarden Euro große Teile des taumelnden Konzerns übernehmen.

In Deutschland mußte, nach den Rettungsaktionen für IKB und einige Landesbanken, heute die im Dax gelistete Hypo Real Estate mit einem Kredit der deutschen Banken und einer Garantie der Bundesregierung gerettet werden. Der deutsche Aktienindex insgesamt bricht heute mehr als 3 % ein und zeigt damit das schwindende Vertrauen der deutschen und besonders der internationalen Anleger in die Stärke der deutschen Banken. Deutsche Bank und Commerzbank haben seit Ausbruch der Krise bereits rund zwei Drittel ihres Wertes verloren, davon allein heute 9 % bzw. 20 % (Abb. 03752). Die Hypo Real Estate vergetiert heute bei nur noch etwa 8 % ihres Wertes vor Ausbruch der Krise.


Die Benachteiligung deutscher Banken ist auch für Bundesfinanzminister Steinbrück ein Thema geworden, wie er jetzt in einem Gespräch mit dem SPIEGEL einräumte: "aber da kann ich Ihnen noch keine Lösung aus der Hüfte schießen." Zunächst müsse abgewartet werden, "was die Amerikaner genau vorhaben". Eine Rettungsaktion wie in USA kann also durchaus auch in Deutschland noch notwendig werden. Hinzu kommt, daß der Staat schon enorme Mittel in die IKB und in verschiedene Landesbanken gesteckt hat, während die privaten Banken bisher nur über Kredite der EZB Unterstützung erfahren haben.

Die IKB hatte die amerikanischen Hypothekenpapiere in ihrer Tochter Rhineland Funding angesammelt. Rechtlich gesehen bestand das Firmenvehikel aus vielen Einzelfirmen. In einem Prüfbericht über das Engagement der KfW bei der IKB hat der Bundesrechnungshof jedoch die Bankenaufsicht BaFin und die Bundesbank kritisiert. Beide Aufsichtsbehörden hätten die Überschuldung erkennen können. Bereits 2002, so heißt es im Prüfbericht, beschäftigte sich die Bundesbank mit der Frage, ob die Rhineland Funding nicht als einheitlicher Kreditnehmer betrachtet werden müsse. Dann aber hätte die IKB wegen der gesetzlichen Großkreditgrenzen für maximal 500 Millionen Euro US-Hypothekenkredite kaufen dürfen, nicht aber für 15 Milliarden Euro. Doch Bundesbank und BaFin verneinten diese Frage noch nach Beginn der Finanzkrise im Sommer 2007 - obwohl selbst die Wirtschaftsprüfer der IKB zum gegenteiligen Ergebnis kamen. Der Bundesrechnungshof kritisiert in seinem Prüfbericht auch die Aufgabenverteilung im Bundesfinanzministerium. Dort habe es beim zuständigen Leiter der Abteilung VII eine derartige Bündelung von Aufgaben gegeben, dass eine Interessenkollision bei der Bankenaufsicht nahegelegen habe. Die Prüfer könnten "nicht nachvollziehen, welche Gründe das Bundesfinanzministerium bewogen haben, eine Interessenkollision auszuschließen", heißt es in dem Bericht. Das sieht jedenfalls für den Bundesfinanzminister alles andere als gut aus.

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global news 1235 27-09-08: Bankenstreß
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Offensichtlich erwarten die Banken derzeit weitere Pleiten. Anders sind die enorm hohen Interbank-Zinsen, die eigentlich jeden Kredit zwischen Banken verhindern sollten, nicht zu verstehen. In den USA liegen sie mit 3,76 % schon um 1,8 Punkte über dem Zins der Fed (Abb. 03764), in Europa mit 5,14 % um 0,9 Punkte über dem Zins der EZB (Abb. 03718).



Die EZB hat den Banken bereits 520 Mrd Euro an Kredit zur Verfügung gestellt, ohne die Liborzinsen herunterbringen zu kônnen. Zur Absicherung mußten die Notenbanken immer mehr Schrottanlagen in Zahlung nehmen, wie das Beispiel der EZB zeigt (Abb. 03753).


Dabei haben die Banken bisher schon mehr als 500 Mrd Dollar als Verluste abgeschrieben, konnten jedoch nur etwa 350 Mrd Dollar an neuem Kapital aufnehmen. Mehr als die Hälfte der Verluste sind in Europa entstanden, doch die europäischen Banken konnten nur 45 % des neuen Kapitals aufnehmen (Abb. 03743, 03744), sind also von daher schlechter als die amerikanischen dran.



Man kann aus all dem nur eines schließen: unser Bankensystem ist ernsthaft in Gefahr, wenn die Regierungen nicht zur Stützung bereit sein sollten. Ein neuer Schwerpunkt bringt eine umfassende Analyse auf der Basis neuesten Zahlenmaterials: "Von der neoliberalen Globalisierung zur Weltwirtschaftskrise II. Eine komplette Analyse von Entstehungsgründen und Ausmaß der globalen Krise (mit 45 Schaubildern)".

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global news 1234 25-09-08: Spielereien mit dem Konsumklima
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Das Konsumklima in Deutschland ist in der derzeitigen weltwirtschaftlichen Abschwungphase zum wichtigsten Element der deutschen Wirtschaftsentwicklung geworden. Die Nachfrage privater Haushalte ist im letztgemeldeten 2. Quartal 2008 mit einer Jahresrate von 2,7 % gegenüber dem Vorquartal gefallen.

Die deutsche Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) versucht, über Umfragen das Konsumklima zu messen. Sie meldet jetzt: "Das Konsumklima kann seinen Rückgang - zumindest vorübergehend - stoppen. Der Gesamtindikator prognostiziert für Oktober einen Wert von 1,8 Punkten nach revidiert 1,6 im September." Das ist allerdings schlimmster Kaffeesatz, denn wie will die GfK im September das Konsumklima vom Oktober beurteilen? Tatsächlich ist der letzte über Umfragen erhobene Wert vom September weiter gefallen, und zwar auf den tiefsten Wert seit vielen Jahren (Abb. 04711).


Natürlich verarbeitet der SPIEGEL die Meldung sofort auf seine tendenziöse Art unter der Überschrift "Sinkende Inflation stärkt Konsumklima": "Die deutschen Verbraucher schöpfen Hoffnung: Angesichts niedriger Inflationsraten hellt sich das Konsumklima nach langer Durststrecke wieder etwas auf." Es ist immer die gleiche Propaganda, die die einkommensgestreßten deutschen Verbraucher zum Einkaufen bewegen soll.

Genau so wenig ist natürlich nachvollziehbar, wenn die GfK jetzt noch für 2008 eine Stagnation des Konsums und nicht den viel wahrscheinlicheren Rückgang erwartet.

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global news 1233 25-09-08: Der Ifo-Index geht weiter in den Keller
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global news 1232 25-09-08: Überschuldet, nicht nur knapp bei Kasse: Das Bankensystem nach Jahren neoliberaler Globalisierung - Wo ist Plan B?
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Wenn ein Unternehmen knapp bei Kasse oder gar illiquide ist, aber mehr Vermögen als Schulden hat, kann man mit Krediten helfen. Das versuchen die Notenbanken bisher bei den Banken mit dem Plan A. Doch Kredite helfen nicht gegen Überschuldung. Wenn die Eigenkapitalbasis zu klein geworden ist, reduziert sich bei Banken automatisch die Fähigkeit, neue Kredite zu gewähren und damit der Spielraum, durch künftige Gewinne aus dem laufenden Geschäft und entsprechender Entschuldung den Fluchtweg nach vorn zu finden. Dann hilft nur noch die Aufnahme von privatem Kapital, das jedoch derzeit kaum noch zu haben ist, oder ein Plan B der Regierungen, der für mehr Eigenkapital der Banken sorgt.

Diesen Weg wollen die USA nun einschlagen, indem die Regierung minderwertige Anlagen der Banken zu höheren als den derzeitigen Marktpreisen aufkauft und den Banken damit aus Mitteln der Steuerzahler Kapital zuführt. Das amerikanische Bankensystem ist eindeutig überschuldet. Die Verschuldung des Finanzsektors explodierte von 21 % des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts 1980 auf 116 % in 2007 (Abb. 03772). Gleichzeitig hat es sich mit minderwertigen Vermögenswerten in viel zu riskanten Anlagen vollgesogen. Nachdem die nun dramatisch im Wert gefallen sind, kann das Bankensystem selbst mit Krediten der Fed seine Rolle als Kreditgeber für die Wirtschaftsunternehmen nicht mehr erfüllen. Das müßte ohne Regierungsintervention direkt in eine große Wirtschaftskrise führen.


Auch die europäischen Banken haben sich mit den neuen neoliberalen Möglichkeiten globaler Spekulation weit übernommen und ins finanzielle Abseits manövriert. Eine britische Bank wurde schon verstaatlicht, viele andere werden mit Krediten der EZB kurzfristig über Wasser gehalten. Das Ausmaß der Fehlspekulation zeigt sich an den Abschreibungen (bei deutschen Banken bisher rund 38 Mrd Euro) einerseits und in dem enormen Mißverhältnis zwischen dem Aktienkapital und den Anlagen, d.h. der exhorbitant hohen Hebelung des Eigenkapitals, andererseits. Im Schnitt liegt die Hebelwirkung bei den 12 größten europäischen Banken mit 1:35 wesentlich höher als bei den größten amerikanischen mit etwa 1:20 (Abb. 03771, 03773). Bei der Deutschen Bank liegt die Hebelwirkung sogar bei über 1:50. Die Gesamtverbindlichkeiten der Deutschen Bank von ungefähr 2 Billionen Euro sind höher als bei der inzwischen verstaatlichten größten amerikanischen Hypothekenbank Fannie Mae und machen mehr als 80 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts, also aller Wirtschaftsleistungen eines Jahres, aus.



Die europäischen Regierungen können dem amerikanischen Modell der Rekapitalisierung der Banken nicht folgen. Denn das hat drei schwerwiegende Mängel. Erstens erhält der Steuerzahler für seinen Einsatz keine Gegenleistungen, weil sein Geld im Eigentum der Banken verschwindet. Zweitens erhalten bei Aufkaufpreisen in der Nähe der Nominalwerte ausgerechnet die Banken am meisten Kapital, die am unvorsichtigsten waren und die miesesten Anlagen angesammelt haben, d.h. vor allem die Wall Street Banken. Und drittens will sich der amerikanische Finanzminister Paulson ohne juristische Kontrolle in der Weitergabe von Steuerzahlergeld bewegen, angeblich um Verzögerungen und Unsicherheiten zu vermeiden.

Also wird den europäischen Regierungen, auch der Bundesregierung, am Ende ein anderer Plan B einfallen müssen, der eigentlich nur auf eine zeitweise Teilverstaatlichung maroder Banken abzielen kann, wobei die staatlichen Anteile dann nach Gesundung des Gesamtsystems wieder mit Gewinn für den Steuerzahler zu privatisieren wären. Das ist die britische Lösung bei Northern Rock und die dãnische in einer Reihe von Fãllen.

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global news 1231 24-09-08: Finanzmarktkrise: Sitzt die Bundesregierung sitzt auf einer Wolke von Illusionen oder verkauft uns für dumm?
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Bisher ist die derzeitige schwere Krise regierungsseitig mit sehr viel Desinformation begleitet worden. Da hieß es lange Zeit, Deutschland könne sich durch die Agenda-Reformen gestärkt von der internationalen Krise abkoppeln. Dann hieß es, jedenfalls der Arbeitsmarkt werde stabil bleiben und die Zahl der Arbeitslosen weiter gegen Vollbeschäftigung tendieren. Zuletzt heißt es nun, die deutschen Banken seien so viel besser dran als die amerikanischen, daß sie kein Notprogramm bräuchten. Wer all das geglaubt hat, ist seelig geworden, oder?

Der Chef des Internationalen Währungsfonds Strauss-Kahn drängt in der heutigen Financial Times die Regierungen, systemische Lösungen für eine Systemkrise zu finden. Dazu zählt er vor allem drei Maßnahmen: die Bereitstellung von Liquidität durch die Zentralbanken (geschieht bereits), den Aufkauf notleidender Anlagen (bisher nur in USA geplant) und die Rekapitalisierung der Banken mit öffentlicher Hilfe (bisher nur in den USA geplant). Strauss-Kahn drängt ausdrücklich auch die anderen Regierungen zu entsprechenden Notfallplanungen wie in USA, schon wegen der Komplexität von grenzüberschreitenden Aktivitäten der Banken.

In den Gesprächen der G7 über den US-Plan haben die Finanzminister aus Europa gestern die USA ermahnt, die Aufkaufpreise für notleidende Anlagen der Banken nicht zu tief anzusetzen, weil das eine weitere Runde von Abschreibungen auch bei europäischen Banken auslösen würde. Hier zeigt sich die besondere Verwundbarkeit der europäischen Banken. Allerdings will die amerikanische Regierung versuchen, die Anlagen möglichst nahe ihres Buchwertes zu kaufen, was eine massive Rekapitalisierung der Banken zulasten der Steuerzahler bedeuten würde. Nach Ansicht von Paulson ist dies nötig, weil anderenfalls die Ersparnisse der amerikanischen Bürger gefährdet seien.

Schon jetzt sind die europäischen Banken im Durchschnitt wesentlich schlechter kapitalisiert sind als die amerikanischen (ohne amerikanische Broker an Wall Street). Die Rate von Kernkapital zu Anlagen war schon im vergangenen Jahr bei den europäischen Banken auf etwa 2,7 % gefallen, gegenüber knapp 5 % für die amerikanischen (Abb. 03769). Etwa die Hälfte der Subprime Hypothekenpapiere ist in Europa gelandet, so daß sich die Raten sowohl in USA wie in Europa seitdem durch Abschreibung ähnlich verschlechtert haben dürften. Die EZB hat daher immer mehr Schrott als Deckung für Liquidität in Zahlung nehmen müssen (Abb. 03753). Das Vertrauen der europäischen Banken untereinander ist auf einem absoluten Tiefstpunkt gelandet mit dem Euribor Zins für 3 Monate auf einer Spitze von mehr als 5 % (Abb. 03718).




Der Economist hat vor vier Monaten unter der Überschrift "Tiers for fears" die Bilanzen großer Handelsbanken verglichen. Er verweist auf Berechnungen von Citygroup, wonach Anlagen der Deutschen Bank Ende 2007 nicht weniger als 59mal gehebelt gewesen sein sollen und zitiert eine Bilanzanalyse von Dresdner Kleinwort nach zehn Kritierien, wonach auch da die Deutsche auf dem 9. Platz unter 10 Banken eines internationalen Vergleichs landete (Abb. 03768). In einer anderen Analyse, die im Juli dieses Jahres in Online Financial News erschienen ist, hat Morgan Stanley europäische Hebelraten in US GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) umgerechnet, um eine Schätzung von "tangible equity to assets" Raten zu bekommen, die die Hebel anzeigte, oder der Umfang an Schulden um ein Unternehmen zu finanzieren. Das Ergebnis für die Deutsche Bank war das ungünstigste unter 7 Banken (Abb. 03767). Außerdem ist die Deutsche Bank der zweitgrößte Versicherer bei riskanten Credit Default Swaps (Abb. 03756). Die prekäre Lage auch deutscher Banken zeigt sich nicht zuletzt in der Entwicklung ihrer Aktienkurse im Vergleich zur allgemeinen Entwicklung des Dax, wobei sie fast dreimal soviel ihres Wertes verloren haben (Abb. 03752).





Hier noch eine allgemeine Übersicht zu Hebelraten der Banken (Abb. 03771).


Man sollte jedenfalls nicht überrascht sein, wenn auch die Bundesregierung am Ende ein Notprogramm starten muß, z.B. falls Banken die massiven Kredite der EZB nicht zurückzahlen

Man sollte jedenfalls nicht überrascht sein, wenn auch die Bundesregierung am Ende ein Notprogramm starten muß, z.B. falls Banken die massiven Kredite der EZB nicht zurückzahlen können oder mangels ausreichend Eigenkapital nicht genug Kredit an die Wirtschaft und Haushalte geben können. Ohne ausreichend kapitalisierte Banken kann auch die deutsche Wirtschaft nicht existieren. Der Zinsaufschlag für die Finanzierung von europäischen Unternehmensbonds ist erheblich angestiegen (Abb. 03636, 03720).



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global news 1230 22-09-08: Wie kann man plötzlich das Richtige tun, wenn man so viele Jahre lang das Falsche getan hat?
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Merkel heute beim Unternehmertag der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin: "Es kommt um so mehr darauf an, in der Binnenkonjunktur das Richtige zu tun". Nun haben die von ihr geführte Bundesregierung und ihre Vorgängerinnen jahrelang nur auf Export gesetzt und in der Binnenkonjunktur eben nicht das Richtige getan. Die realen Nettolöhne und -gehälter wurden jahrelang abgewürgt (Abb. 04728) und die Einkommenskluft innerhalb der Arbeitseinkommen ständig weiter aufgerissen (Abb. 14523). Gewerkschaften bekamen eins auf den Deckel, wenn sie mehr als die Inflation wollten, und die EZB drohte regelmäßig mit Zinsanhebungen. Flächendeckende Mindestlöhne wurden bei uns verhindert. In der Lohndiskriminierung der Frauen sind wir Europameister.



In keinem anderen Land Westeuropas hat sich die Einkommensspreizung so stark entwickelt wie in Deutschland (Abb. 12918). Die deutsche Lohnentwicklung seit 2000 ist die schlechteste (Abb. 12894).



Das mußte die Entwicklung der privaten Nachfrage der Haushalte auf Eis liegen, zumal die Massenkaufkraft von den unteren Einkommensgruppen kommen muß, die viel höhere Anteile ihres Einkommens in den Konsum geben (Abb. 12998). Der deutsche Einzelhandelsumsatz geht immer mehr in den Keller (Abb. 04943).



Wie glaubwürdig ist da eine Bundeskanzlerin, die auf einmal in der Binnenkonjunktur das Richtige tun will? Wie lange wird es dauern, bis sie es eventuell tut, und wie lange bis es dann Wirkung zeigt? Kein Wunder, daß sie nun die Wirtschaftslage "noch auf Jahre beeinträchtigt" sieht.

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global news 1229 21-09-08: Finanzielles Armageddon
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So ähnlich sieht der finanzielle Untergang der Finanzwelt, die wir kennen, aus: Keine Bank traut mehr der anderen. Für Kredite untereinander werden erhorbitant prohibitive Zinsen verlangt. In USA für 3-Monate Libor heute 3,25 % oder 1,25 Punkte über dem Refinanzierungszins der Fed (Abb. 03764) , in Europa 5,005 % für 3-Monate Euribor oder mehr als 0,75 Punkte über dem Refinanzierungszins der EZB (Abb. 03718). Solche Zinsen verhindern fast jedes Kreditgeschäft unter Banken. Gleichzeitig steigt in Europa der Aufschlag für die Versicherung gegen Ausfälle von Junkbonds der Unternehmen auf über 6 % (Abb. 03636), in USA sogar auf über 8 %.




Der Zins für 30-Tage Papiere (außerhalb des Finanzsektor) springt in USA auf mehr als 6 % von 3 % nur eine Woche vorher (Abb. 03761). Gleichzeitig stürzt die Ausgabe neuer Papiere ab (Abb. 03762, 03763).




Bei den mit Vermögenswerten unterlegten Papieren ging das Volumen der ausstehenden Papiere seit dem Gipfel sogar um 41 % zurück (Abb. 03715), die Zahl der Neuausgaben über mehr als 21 Tage fiel sogar auf nur noch ein Achtel des jährlichen Tagesdurchschnitts (Abb. 03765).



Solche Papiere sind das Lebensblut der Wirtschaft. Wenn nichts passiert, taumeln nicht nur einige Banken ins Nichts, sondern die Unternehmensfinanzierung kommt ins Stocken und damit der gesamte Wirtschaftskreislauf. Dies muß man sich vergegenwärtigen, wenn man über die unverantwortlich neoliberale Globalisierung der Finanzmärkte und die Billionen-Dollar-Notaktion der US Regierung nachdenkt. Peston, der Wirtschaftskommentator der BBC schreibt zurecht: "Armageddon was minutes away".

Siehe auch heutige Gedanken zur Zeit.

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global news 1228 20-09-08: Starker Fall der Ölpreise seit Juli, doch die deutschen Erzeugerpreise steigen weiter
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Nach den heutigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind die deutschen Erzeugerpreise (ohne Energiewirtschaft) auch von Juli bis August mit einer Jahresrate von mehr als 2 % weiter gestiegen, obwohl die Ölpreise im gleichen Zeitraum mit einer Jahresrate von 176 % (15 % pro Monat) gefallen sind (Abb. 14551).


Hier zeigt sich einmal mehr, wie die deutsche Industrie ihre Preise auch unabhängig von den Energiepreisen anhebt, um ihre hohen Profite zu verteidigen. Sie trägt damit zur hohen deutschen Inflation bei, während sie den Arbeitnehmern angemessene Lohnsteigerungen vorenthält.

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global news 1227 19-09-08: Und wieder einmal: Verstaatlichung der Verluste, diesmal gigantisch
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Die Banken haben in den letzten Jahren enorme Gewinne eingefahren und damit Reiche noch reicher gemacht. Der Aktienindex der US Financials ist immerhin seit 2004 bis zum Ausbruch der Krise um 43 % gestiegen. Der Anteil der Gewinne der amerikanischen Finanzindustrie an allen amerikanischen Unternehmensgewinnen stieg von 5 % Ende der 80er Jahre auf 40 % im vergangenen Jahr (Abb. 03703). Die Gewinnmarge am Umsatz nach Abschreibungen, Zinsen und Steuern schoß auf 50 % hoch, während es sonst bei den amerikanischen Unternehmen nur ca. 27 % waren (Abb. 03704). Der Gewinn pro Aktie stieg auf 80 % über Durchschnitt aller Aktien (Abb. 03705).




Und nun will die amerikanische Regierung zu Lasten der Steuerzahler den wankenden Banken über minderwertige Papiere Schulden von 800 Milliarden Dollar abnehmen und in einen staatlichen Fund überführen, eine eindeutige Form von Verstaatlichung der Verluste. Außerdem soll ein separater 400 Milliarden Dollar Fund bei der Federal Deposit Insurance Corp. angelegt werden, um Investoren in Geldmarktfunds zu versichern. Die Wall Street reagierte begeistert, denn nun werden die Aktien wieder hochziehen können und wieder werden Reiche noch reicher werden. Es wäre der umfassendste derartige Staatseingriff seit der Depression oder in den Worten des Wall Street Journal "der größte Umbau des US-Finanzsystems seit den dreißiger Jahren". Robert Preston von BBC nennt es "the mother of all bailouts". Seiner Meinung nach wird es am Ende mehr als 1 Billion Dollar kosten und sich zu den bisherigen öffentlichen Leistungen von 300 Mrd Dollar addieren. Es wird auch die öffentlichen Finanzen der USA schwächen und den Dollar unterminieren.

Preston erwartet, daß die USA versuchen werden, die Lasten auf den Rest der Welt abzudrücken. Das können sie, solange der Dollar die Hauptreservewãhrung ist, notfalls - wie bei der Finanzierung von Kriegen - mit der Dollarpresse und der Verteilung der daraus resultierenden Inflation. In jedem Fall werden europäische Banken ähnliche Hilfestellungen erwarten, zumal etwa die Hälfte der faulen amerikanischen Hypothekenpapiere bei europäischen Banken gelandet sind. Warum nicht gleich auch die Verluste der europäischen Finanzindustrie verstaatlichen? Vieles in diese Richtung ist ohnehin schon geschehen, siehe IKB in Deutschland. Wird Steinbrück nun im kommenden Krisengespräch den deutschen Banken und ihren Aktionären ähnliche Wohltaten versprechen (und vielleicht zum Ausgleich die MWSt noch einmal anheben)?

Die Spekulanten sind auch in Deutschland heute massiv in Bankaktien eingestiegen, um die Gewinne zu Lasten der Steuerzahler in USA und am Ende wahrscheinlich auch in Deutschland voll mitzunehmen. Sie handelten heute für 1,5 Mrd Euro Aktien der Deutschen Bank und Commerzbank, die daraufhin einen Sprung um 18 % bzw. 17 % nach oben machten (Abb. 03752), der Dax stieg um 5,4 % (Abb. 03717). Das Mindeste, was man von den Regierungen als Kompensation für den Steuerzahler erwarten würde, wäre eine massive Sondersteuer auf alle Kursgewinne bei Bankaktien. Aber natürlich wird es das im neoliberalen Kapitalismus nicht geben. Was man alternativ hätte erwarten müssen, wäre eine Teilverstaatlichung der Banken gewesen, so daß die Regierungen nach entsprechenden Kursgewinnen die Aktien zu Gunsten der Steuerzahler hätten wieder verkaufen können. Aber auch das wird natürlich nicht kommen.



Was man vor allem erwarten müßte, ist eine Wirtschafts- und Sozialpolitik, die die immer ungerechtere Einkommensverteilung wirksam bremst und zurückdreht. Andererenfalls haben die Reichen immer genug freies Kapital, um weiterzuspekulieren und sich notfalls vom Steuerzahler entschädigen zu lassen. Wann wird das endlich begriffen?

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global news 1226 19-09-08: Das Totenglöckchen der neoliberal globalisierten Finanzmärkte hat die 2. und 3. Runde eingeläutet
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Die 2. Runde der Finanzkrise hat schon vor Wochen begonnen. Es sind die nicht mehr zu übersehenden Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf die Realwirtschaft mit der Rückwirkung auf die Finanzinstitutionen, deren Negativschraube damit weitergedreht wird. In Deutschland hat ein Kreide fressender Bundeswirtschaftsminister in seiner heutigen Pressemitteilung endlich eingesehen: "Zudem hat sich die Finanzkrise zuletzt wieder verschärft. Die bestehenden Abwärtsrisiken sind dadurch nochmals deutlicher hervorgetreten. Die deutsche Volkswirtschaft kann sich aufgrund ihrer Ausrichtung als Exportwirtschaft und ihrer insgesamt starken Einbindung in die globale Entwicklung kaum von der Weltwirtschaft abkoppeln." Das klang noch vor einem Monat ganz anders: " Aber durch die Anpassungsleistung der Betriebe und Arbeitnehmer sowie die wirtschafts- und finanzpolitischen Reformen, hat sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandskraft der deutschen Wirtschaft gegenüber weltwirtschaftlichen Risiken und Belastungen ein gutes Stück verbessert. Die Bundesregierung kann deshalb an ihrer bewusst vorsichtigen Wachstumsprognosen von real 1,7 % für dieses Jahr festhalten."

Die 3. Runde der Finanzkrise hat eben erst begonnen. Die unter Wasser gedrückten Banken und Fonds müssen in Notverkäufen ihre Anlagen auf den Markt werfen, was die Börsenkurse und Kurse für Unternehmensobligationen nur weiter in den Keller treiben kann. Bei einer so hohen Hebelwirkung, die für die internationalen amerikanischen Banken auf durchschnittlich 27 Einheiten Kredit auf eine Einheit Eigenkapital angenommen wird, geht es jetzt kräftig ins Eingemachte. Dabei wird heute bekannt, daß die SEC als Aufsichtsbehörde den fünf großen Wallstreetbanken 2004 erlaubte, von der seit 1975 geltenden Regel einer maximalen Hebelwirkung von 1:12 Eigenkapital zu Kredit abzugehen und z.B. im Fall von Merril Lynch bis auf 1:40 hochzuhebeln.

Allein, was bei Lehman Brothers und AIG durch Notverkauf zu verwerten ist, wird viel Abwärtssog auslösen. Daher konnten die gewaltigen Anstrengungen der Notenbanken, die allein heute 247 Mrd Dollar für die Banken bereitstellten, die Unruhen an den Börsen nicht beseitigen (Abb. 03712). Reserve Management Corporation, einer der ältesten amerikanischen Geldmarktfunds, die zusammen 3,5 Bilionen Dollar managen und bisher als so sicher galten wie ein Bankkonto, sah seinen Nettowert unter 1 Dollar fallen, was keinem dieser Funds seit fast 15 Jahren passiert ist.


Die amerikanische Regierung und Fed werden wahrscheinlich noch viel mehr Dollar hineinwerfen müssen, um wirksame Brandschneisen zu schaffen. Kenneth Rogoff, der frühere Chefökonom des IWF spricht in der heutigen Financial Times von 1 bis 2 Billionen Dollar. Doch niemand weiß, wie das dem Dollarkurs bekommen wird.

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global news 1225 19-09-08: Die Gewerkschaftsforderung von 7,50 Euro Mindestlohn liegt im Mittelfeld der Alt-EU
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Böcklerimpuls 13/2008 berichtet über die Entwicklung der Mindestlöhne in der EU per Juli 2008. 20 von 27 Mitgliedsstaaten der EU haben einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn. Fünf haben die untere Lohngrenze kürzlich angehoben (Abb. 13534, 13535).



Die deutsche Gewerkschaftsforderung von 7,50 Euro pro Stunde, liegt erheblich unter den Sätzen von Luxemburg, Frankreich, Irland, Belgien und den Niederlanden und in Kaufkraft ausgedrückt mit Euro 7,13 in der Nähe des britischen Satzes. Darunter liegen neben den Osteuropäern nur die weit ärmeren EU-Länder Griechenland, Spanien und Portugal.

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global news 1224 18-09-08: Hintergrund der globalen Finanzkrise: Das Zeitalter der Mega-Spekulanten und Aasgeier
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Die Krise auf den globalen Finanzmärkten ist trotz der Verstaatlichung der größten US Versicherung AIG längst nicht zu Ende. Zinsen für Kredite zwischen Banken in Europa kletterten auf einen seit 31 Jahren nicht mehr beobachteten Stand (Abb. 03718). Der Aufschlag für die Versicherung von Schrottobligationen in Europa sprang in den letzten Tagen ebenfalls fast auf Höchststand (Abb. 03636). Die Kurse der beiden verbliebenen Wall Street Banken stürzten auf bisher nie beobachtete Tiefststände.



Der deutsche Dax sauste weiter in die Tiefe und liegt nun bereits um 28 % unter seinem Stand vor Ausbruch der Krise (Abb. 03717). Die Deutsche Bank hat sogar fast zwei Drittel ihres ursprünglichen Kurses verloren (Abb. 03752).



Die jetzt bekannt werdenden Hintergründe der Krisen um Lehman und AIG, ehemals viertgrößte Investmentbank und größte Versicherung der USA, verraten viel, wie dieses auf gieriger Spekulation aufbauende System funktioniert hat. An der Vorfront der Spekulation standen Banken und Hedgefonds, wobei hinter den Fonds zu einem erheblichen Teil reiche private Anleger stehen, die mehr als eine normale Profitrate kassieren wollen. Zunächst zu den Banken. Lehmans hatte auf einem immer dünneren Drahtseil auf jeweils 1 Dollar Eigenkapital 35 Dollar Kredit aufgenommen. Die Anlagen in Schrottwerten beliefen sich auf bis zu 80 Mrd Dollar. Das konnte einfach nicht gut gehen und mußte bei jedem Einknicken der Konjunktur direkt in die Krise führen. Nun sind viele amerikanische Banken in Gefahr, neben der siebtgrößten Washington Mutual und den beiden verbliebenen Wall Street Banken werden auch Wachovia und GE Capital genannt. Die Banken, deren Bilanzen noch vor 20 Jahren auf etwa 3 % des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts kamen, erreichten bis zur Krise etwa 23 %. Schulden unter Banken stiegen um mehr als das Doppelte auf 12 % des US BIP.

Die jetzt verstaatlichte AIG hat zusammen 441 Mrd Dollar in Derivativen von zweifelhaftem Wert gehalten. Davon waren 307 Mrd Dollar Credit Default Swaps, mit denen sich Banken bei AIG gegen Kreditausfälle versicherten, aber eigentlich hauptsächlich, weil damit in den Augen der Aufsichtsbehörden deren Eigenkapitalsituation verbessert wurde - also ein superfaules Spiel zur Umgehung einer normalen Bankenaufsicht. Im Ergebnis konnten sie dann mehr Kreditgeschäfte machen, als eigentlich hätte erlaubt werden dürfen. Das ist wohl der eigentliche Grund, warum die amerikanische Regierung den Konkurs von AIG vermeiden mußte.

Und nun kamen die Short-Seller unter den Hedgefonds als Aasgeier und spekulierten auf Kursverluste der Banken. Bei Lehmans hielten sie zuletzt mehr als ein Viertel aller Aktien, wenn man die Belegschaftsaktien herausrechnet. Bei Wahington Mutual haben sie ebenfalls etwa ein Viertel unter Kontrolle.

Andere spekulierende Hedgefonds stürzten sich auf den Ölpreis und trieben ihn in Höhen von fast 140 Dollar pro Faß und damit das Doppelte gegenüber 12 Monaten vorher. Daß der Ölpreis seitdem wieder auf etwas über 90 Dollar gefallen ist, liegt nicht so sehr an der Zurückhaltung der Verbraucher als dem Rückzug der Spekulanten, denen das Geschäft zu riskant geworden ist. Nach einer Studie von Masters Capital Management, die in dieser Woche von Politikern im Weißen Haus veröffentlicht wurde, haben Investoren von Januar bis Juli 60 Milliarden US-Dollar in Erdöl investiert. Seitdem zogen sie 39 Mrd Dollar wieder ab.

Wenn die Spekulation nicht endlich wirksam kontrolliert wird, wird es zu immer neuen Krisen kommen. Bisher ist allerdings noch sehr wenig eingeleitet worden.

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global news 1223 17-09-08: Entgelt pro Beschäftigten in der Industrie verbraucherpreisbereinigt minus 1,7 % trotz 0,7 % Produktivitätszuwachs
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Nach der heutigen Veröffentlichung ist das Entgelt pro Arbeitsstunde im Zeitraum Januar - Juli 2008 gegenüber Vorjahresperiode verbraucherpreisbereinigt um 1,7 % gefallen, während es im Zeitraum Januar - Juni noch minus 1,4 % gewesen waren (Abb. 04009). Dabei ist die Produktion pro Beschäftigten um 0,7 % gestiegen.


Die Kaufkraftreduktion muß die Binnenkonjunktur weiter auf Eis halten. Wie das Statistische Bundesamt ebenfalls heute mitteilt, ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland im August 2008 gegenüber August 2007 um 3,1% gestiegen (Abb. 14465). Die realen Arbeitseinkommen bleiben also weiter im Minus. Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß die deutschen Erzeugerpreise nach den letzten Angaben für Juli um 8,9 % stiegen. Die Unternehmen sparen also an ihren Mitarbeitern und verteidigen ihre hohen Profite durch besonders brutale Anhebungen ihrer Preise, die weit über das hinausgehen, was wegen der höheren Energie- und Rohstoffpreise nötig wäre.


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global news 1222 16-09-08: Deutsche Arbeitnehmer: Schlecht bezahlt und zweitlängste Wochenarbeitsstunden in Alt-EU
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Die deutschen Arbeitnehmer sind nicht nur relativ schlecht bezahlt: in der Alt-EU nach Kaufkrafteinheiten im vergangen Jahr nur von den westeuropäischen Armenhäusern Spanien, Italien, Portugal und Griechenland unterboten (Abb. 13447). Die Entwicklung seit dem Jahr 2000 ist die schlechteste in der Alt-EU (Abb. 12990).



Sie arbeiten mit durchschnittlich 41,1 Stunden auch die längste Wochenarbeitszeit vor Großbritannien und den beiden Osteuropäern Tschechien und Bulgarien. Das ist in der EU der 21. Platz unter 24 (Abb. 13532). Da nützt es wenig, daß Deutschland bei der eigentlich vereinbarten Wochenarbeitszeit so viel besser aussieht (Abb. 13531).



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global news 1221 15-09-08: Dax um 6.000: Schon jetzt schlimmer als die Krise von 2000/2002
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Der Dax fiel heute als Folge des neuesten Aktes der globalen Finanzkrise mit dem Konkurs von Lehman in USA und dem bevorstehenden Verkauf von Merril Lynch auf einen Stand um 6.000 Punkte und wird wahrscheinlich noch darunter fallen (Abb. 03717). Damit liegt er unter dem Stand der letzten Krise von 2000 - 2002 zu vergleichbaren Zeitpunkten nach jeweiligem Krisenbeginn (Abb. 04933). Damals sank der Dax noch bis auf 3.500 Punkte. Es kann also noch weit schlimmer kommen, zumal diese Krise viel mehr Sprengstoff birgt als die letzte.



Die Zentralbanken in USA, Großbritannien und der Eurozone stehen Gewehr bei Fuß, um den Banken im Notfall praktisch unlimitierten Kredit anzubieten und so eine Kettenreaktion mit einem Run auf die Banken und einem allgemeinen Zusammenbruch des globalen Finanzsystems zu vermeiden. Die EZB wurde mit einer Nachfrage von 90 Mrd Euro überflutet und mußte eine Grenze bei 30 Mrd Euro einziehen. Die Bank of England hatte 5 Mrd Pfund angeboten und erhielt Anforderungen von 24 Mrd Pfund. Die Krisensignale könnten kaum größer sein. Die nächste Belastung der Finanzmärkte, neben den derzeit noch unentschiedenen Schicksalen von AIG und Wahington Mutual, kommt aus den Notverkäufen, die die Liquidatoren von Lehman vornehmen müssen. Laut dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht zum dritten Quartal belief sich der Bestand an riskanten Darlehen und Vermögenswerten zuletzt auf 60,2 Mrd. $. 65 Prozent sind in gewerbliche Immobilienkredite fokussiert. Aber auch Aktien gehören dazu.

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global news 1220 15-09-08: Nachtrag: Lehman vor dem Aus, was nun?
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Das Schicksal der viertgrößten amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers scheint im Sinne eines Konkurses besiegelt. Der Konkursantrag ist schon vorbereitet und wird für heute erwartet. Auch Merril Lynch, nach Goldman Sachs und Morgan Stanley, die Nummer drei unter den amerikanischen Investmentbanken, soll nun in Übernahmeverhandlungen mit Bank of America eingetreten sein. Der Schock für die Finanzmärkte wird damit immer größer. Nouriel Roubini von New York University, der die bisherige Entwicklung ziemlich gut vorausgesehen hat, erwartet weitere Kettenreaktionen mit dem Verlust von 200 bis 200 Banken im Zeitraum von 2 bis 3 Jahren und 1,5 Billionen Dollar an Gesamtverlusten im Finanzbereich oder 10 % des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts. Dabei sollen die Hauspreise um 40 % gegenüber dem Beginn der Krise fallen. Wegen der globalen Verkettung sieht Roubini etwa die Hälfte des Weltsozialprodukts in der Rezession.

Beunruhigend ist in diesem Zusammenhang die Rolle der Credit Default Swaps (CDS), mit denen sich Gläubiger gegen Verlust ihrer Forderungen versichern und die George Soros als riesiges Damokles Schwert über den Finanzmärkten bezeichnet hat. Der Umfang von etwa 62 Billionen Dollar entspricht mehr als dem Weltsozialprodukt eines Jahres. Bear Stearns wurde von der amerikanischen Regierung wegen der wichtigen Rolle als CDS-Versicherer gerettet. Da das Eigenkapital von Lehman nicht ausreichen wird, die Schulden zu bezahlen, kommt es nun zu einer Welle von Einforderungen der CDS Versicherungen. Dabei muß sich zeigen, wie stabil das Gesamtsystem ist. Der Gesamtmarkt an CDS ist unvorstellbar groß, wobei allerdings die 62 Billionen Dollar nicht durch Gegenrechnungen verschiedener Wetten für die gleichen Forderungen konsolidiert sind (Abb. 03740). Die Deutsche Bank ist der zweigrößte einzelne Kreditversicherer unter den Banken (Abb. 03756).



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global news 1219 15-09-08: Kreditkrise: Immer mehr Dominos fallen: Lehman und AIG als nächste?
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Die internationale Finanzlandschaft verfinstert sich immer mehr. So schreitet der Preisverfall von riskanten Unternehmensbonds immer weiter. Seit dem Ausbruch der Subprime-Krise sind die Kurse dieser auch Junkbonds (Schrottanleihen) genannten Papiere im Schnitt schon um 30 Prozent auf knapp 81 Prozent des Nennwerts eingebrochen. Über 30 Prozent der im Index gelisteten Junk-Bonds bieten einen Risikoaufschlag von mindestens zehn Prozent. Damit werden sie auf dem Niveau von „Distressed Debt" gehandelt, also so, als ob sie bereits notleidend, also in Zahlungsverzug wären. So hoch wie heute lag der Anteil an „Distressed Debt" im Index zuletzt im März 2003. Der Markt für Emissionen neuer solcher Papiere ist nun regelrecht verschlossen.

Auch der europäischen iTraxx Crossover Index, der den Versicherungsaufschlag von Schrottanleihen von 50 europäischen Unternehmen mißt, stieg von 2 % vor Ausbruch der Krise auf astronomische fast 6 %. (Abb. 03636). Das entspricht etwa der Annahme, daß 7 % der Unternehmen Pleite gehen. Zum Vergleich in der Periode 1986 bis 1990 wurden etwa 2,5 % der Bonds notleidend. Selbst Bonds mit Investmentgrad verzeichnen Rekorde beim Versicherungsaufschlag.


Diese Situation drückt nicht nur auf die Unternehmensfinanzierung weltweit, sondern zusätzlich auf die Banken. Nachdem schon Bear Stearns sowie die beiden größten amerikanischen Hypothekenbanken Freddie und Fannie Mac in die Pleite gerutscht sind, droht dies nun bei der viertgrößten amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers und beim größten Kreditversicherer AIG. Die Lehman-Aktie verlor innerhalb von nur wenigen Tagen 88 % ihres Wertes (Abb. 03758). Angesichts des Rekorddefizits im amerikanischen Haushalt nach der Rettung von Freddie und Fannie soll die amerikanische Regierung zu einer ähnlichen Hilfsaktion für Lehman nicht bereit sein.


Die AIG-Aktie verlor ebenfalls in sehr kurzer Zeit 65 % ihres Wertes (Abb. 03759). Gründe sind faule Immobilienkredite und zu einem geringeren Teil Anlagen in Freddie und Fannie, die von der amerikanischen Regierung bei ihrer Hilfsaktion nicht geschützt werden. Eine nun wahrscheinliche Herunterstufung durch die Rating Agenturen wird mehr als 13 Mrd Dollar an Kapitalabruf durch Kunden bringen, die sich bei AIG mit Credit Default Swaps versichert haben. Das Problem ist so bedrohlich, weil AIG insgesamt 441 Mrd Dollar über solche Swaps versichert hat und damit Kettenreaktionen am Gesamtmarkt von 62 Billionen Dollar zu erwarten sind.


Bei dieser Lage bewegt sich auch der deutsche Dax-Börsenindex, der noch vor einem Jahr über stolzen 8.000 Punkten lag, nahe der 6.000-Zone Abb. 03717). Auch deutsche Finanzaktien haben stark nachgegeben (Abb. 03752).



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global news 1218 14-09-08: Produktivitätszuwachs bei schwach wachsender oder negativer Wirtschaftsentwicklung verhindert neue Arbeitsplätze und wird zu Jobabbau führen
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Die letzten Zahlen für die Quartalsentwicklung der deutschen Volkswirtschaft und die Monatsentwicklung des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland zeigen, daß der Zuwachs an Bruttoinlandsprodukt bzw. Produktion nicht mehr die Produktivitätsentwicklung überschreitet (Abb. 14549, 14550). Im verarbeitenden Gewerbe ist dieser Trend bereits seit Februar 2008 zu beobachten.



Da sich der Trend fortsetzen wird, muß nun mit einem Rückgang der Beschäftigung, jedenfall bei normalen Beschäftigungsverhältnissen, gerechnet werden.

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global news 1217 13-09-08: Das "Arbeitsmarktwunder" entblättert: 13 Millionen ohne normale Beschäftigung in Deutschland
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Am Dienstag meldete das Statistische Bundesamt einen enormen Anstieg "atypischer Beschäftigung", nämlich um die Hälfte von 1997 bis 2007 auf 7,7 Millionen (Abb. 14544). Mehr als ein Viertel aller Beschäftigten sind inzwischen in atypischen Beschäftigungsverhältnissen, meist schlecht bezahlter oder anders prekärer Art. Die Meldung ging in den vielen Nachrichten unter und kaum einer machte sich die Mühe einer detaillierten Analyse. Hier ist sie.


Zusammen mit der Stillen Reserve an Arbeitslosen und den registrierten Arbeitslosen waren das 2007 fast 13 Millionen, die keine normale Beschäftigung hatten und damit über dreimal mehr als die Zahl der als arbeitslos Registrierten auswies (Abb. 14545). Und hinter den 13 Millionen hängen ganze Familien.


Zur Erklärung: Die Stille Reserve von 1,4 Millionen umfaßt: durch den Verlust ihres Arbeitplatzes entmutigte Arbeitskräfte, Rentner, die aus Arbeitsmarktgründen vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind, Schüler und Studenten, die aufgrund schlechter Arbeitmarktbedingungen ihren Abschluss hinauszögern, Teilnehmer an bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, insbesondere: (Vollzeit-) Weiterbildungsmaßnahmen, Rehabilitation, Altersübergangsgeld und Vorruhestandsgeld-Ost, ältere Arbeitslose, die nach § 428 SGB III der Arbeitsvermittlung nicht mehr zur Verfügung stehen, und die Teilnehmer von Trainingsmaßnahmen.

Die 13 Millionen vergleichen sich mit 22 Millionen normal Beschäftigten, d.h. mehr als halb so viele wie normal Beschäftigte (Abb. 14546).


"Atypische Beschäftigung" ist wieder so ein Neuwort in der deutschen Sprache, das den wahren Sachverhalt verschleiern soll. Denn bei den hier erfaßten Beschäftigungsformen geht es um Befristung, Teilzeitbeschäftigung mit 20 oder weniger Stunden, Zeitarbeitsverhältnis und geringfügige Beschäftigung, im Wesentlichen also um prekäre Beschäftigung. Dazu das Statistische Bundesamt: "Atypische Beschäftigung kann häufig mit prekärer Beschäftigung einhergehen, ist mit dieser aber nicht gleichzusetzen." Das "häufig" wird vom Statistischen Bundesamt nicht näher erläutert.

Der Anstieg der atypischen Beschäftigung war nicht mit der Entstehung von mehr Arbeit, sondern nur mit einer Umverteilung vorhandener Arbeit verbunden. Dazu das Statistische Bundesamt: "Die Zahl der insgesamt in Deutschland geleisteten Arbeitsstunden hat sich im Vergleich zu 1997 nahezu nicht verändert. Dieser Befund spricht also eher dafür, dass im Rahmen des Beschäftigungswachstums das gleiche zeitliche Volumen an Arbeit auf mehr Köpfe umverteilt wurde." Oder noch deutlicher ausgedrückt, innerhalb der bereits vorhandenen Arbeit wuchs der Anteil der prekären. Der relative Rückgang von Normalarbeitsverhältnissen ist in allen Wirtschaftssektoren mehr oder minder ausgeprägt zu beobachten, mit Ausnahme des Sektors Handel und Gastgewerbe, wo er besonders stark auf nur noch 70,0 % gesunken ist.

Unter den atypischen Beschäftigungsformen ist die Teilzeitarbeit immer noch der stärkste Bereich (Abb. 14547), doch wächst die Zeitarbeit weitaus am dynamischsten (Abb. 15548). Zusammen mit befristeter Arbeit sind bereits 3,3 Millionen Menschen in derartigen unsicheren und von der Konjunktur besonders abhängigen Arbeitsverhältnissen beschäftigt.



Junge Menschen bis unter 25 Jahre (39,2 %), gering Qualifizierte (39,9 %) und Nicht-EU-Ausländer (36,8 %) sind mit den in Klammern angegebenen hohen Anteilen an der Gesamtbeschäftigung dieser Gruppen am ehesten atypisch beschäftigt.

Immerhin 7,3% der atypisch Beschäftigten sind für ihren Lebensunterhalt hauptsächlich auf Leistungen nach Hartz-IV angewiesen, obwohl sie erwerbstätig sind, während es bei normal Beschäftigten weniger als 1 % sind. Weitere 1,7 % brauchen andere Sozialleistungen und 18,2 % brauchen die Hilfe ihrer Familien. Zusammen sind das mehr als 27 % der atypisch Beschäftigten, die nicht hauptsächlich vom Ertrag ihrer Arbeit leben können. Hier zeigt sich, neben der enormen Unsicherheit, die Achillesferse dieser stark zunehmenden Formen von Beschäftigung.

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Wirtschaftsstandort

Hinweis auf mein neues Buch: "Globalisierung: Legend und Wahrheit - Eine Volkswirtschaftslehre für nicht ganz Dumme" - ist im März 2008 im Shaker-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 978-3-940459-56-5). Zur Bestellung hier.