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(1216) Nachtrag: Deutschland schlechteste Entwicklung der Bildungsausgaben

(1215) OECD-Bildungsbericht 2008: Weiter großer Rückstand Deutschlands bei Finanzierung und Ergebnissen der Bildung

(1214) Was für Aussichten: Rezession in Europa, Verschuldung in USA

(1213) Nach Fannie und Freddie, was nun?

(1213) Nach Fannie und Freddie, was nun?

(1212) Deutscher Export und Handelsbilanz im Abschwung

(1211) Arbeitseinkommen und Industrieumsatz: Alles runter

(1210) Die Wirtschaftskrise als Umverteilungsmechanismus

(1209) Deutschland Schlußlicht in der Erwerbslosigkeit von Menschen mit einfachem oder mittlerem Bildungsniveau

(1208) Die Europäische Zentralbank hat immer mehr Schrott als Deckung für ihre Kredite an marode Banken akzeptiert

(1207) Auch die Industrieproduktion rutscht

(1206) Deutschland Europameister im Verdienstabstand der Frauen

(1205) Immer mehr schlechte Nachrichten von der Wirtschaftsfront: Industrieaufträge brechen ein

(1204) Die Automobil-Märkte brechen ein

(1203) OECD-Prognose: Die Stunde der Wahrheit naht: Rezession

(1202) Modell einer Wirtschaftskrise

(1201) Der Niedergang des Einzelhandelsumsatzes setzt sich unverändert fort

(1200) Warum auch dieser Abschwung die Lügen der neoliberalen Globalisierer entlarvt

(1199) Eurostat-Prognose: Deutschland entvölkert sich am stärksten und hat höchsten Altersquotienten in W-Europa

(1198) Der Kalte Krieg um Gas/Öl-Leitungen nach Westeuropa

(1197) Die Tarif-Popaganda des Statistischen Bundesamts wird langsam unerträglich

(1196) Arbeitsmarkt im August: Mehr als 40 % der neuen Beschäftigung unsicher, da zeitlich befristet, und schlechter bezahlt

(1195) Deutsche Beistandspflichten für den Euro

(1194) Von den Besserverdienern und dem Export allein kann die deutsche Wirtschaft nicht mehr leben

(1193) Jetzt kommt es knüppeldick: Wie sich der falsche Umgang mit der Globalisierung rächt

(1192) Industrieaufträge und Baugewerbe im Juni 08: Deutschland zieht die Alt-EU nach unten




global news 1216 12-09-08: Nachtrag: Deutschland schlechteste Entwicklung der Bildungsausgaben
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Gestern hatte ich den OECD-Bildungsbericht ausgewertet. Dem füge ich heute noch zwei Darstellungen über die inflationsbereinigte Entwicklung der Bildungsausgaben seit 1995 hinzu. Deutschland ist hier das absolute Schlußlicht (Abb. 13526, 13527).



Ich habe den Schwerpunkt zur Bildung entsprechend ergänzt, aber auch ein neues Kapitel „Alt-EU-Vergleich" mit einer Grafik zu den Bildungsausgaben in den Abbildungs-Pool aufgenommen.

Das neue Kapitel im Abbildungspool zeigt Deutschland für die Entwicklung seit 2000 bzw. 1995 siebenmal in der ungünstigsten Position (Arbeitseinkommen, Lohndiskriminierung der Frauen, Nachfrage privater Haushalte, Langzeitarbeitslosigkeit, Bildungsausgaben, Pro-Kopf-Ausgaben für soziale Sicherheit, Arbeitgeberbeiträge zur sozialen Sicherheit), einmal in der zweitungünstigsten Position (Einzelhandelsumsatz) und einmal in der drittungünstigsten Position (Bruttoinlandsprodukt).

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global news 1215 11-09-08: OECD-Bildungsbericht 2008: Weiter großer Rückstand Deutschlands bei Finanzierung und Ergebnissen der Bildung
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Nach dem gestern veröffentlichten OECD-Bildungsbericht 2008 ist das deutsche Bildungssystem im internationalen Vergleich weiterhin erheblich unterfinanziert. So schneidet Deutschland in US $ zu Kaufkrafteinheiten pro Schüler/Student im Jahre 2006 nicht besonders gut ab (Abb. 13322). Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt rangierte Deutschland nach den letzten Angaben für 2005 mit 5,1 % weit unten und noch unter dem OECD-Durchschnitt (Abb. 13004). 10 Jahre vorher hatte der Anteil noch 5,4 % betragen.



Vor allem liegt Deutschland bei den Ausgaben pro Grundschüler und für die Unterstufe der Oberschule fast ganz am Ende des internationalen Feldes (Abb. 13092). Die im Vergleich zum OECD-Durchschnitt eklatante Unterfinanzierung des Bildungssystems findet im wesentlichen bei den Grundschülern und in der Sekundarstufe I statt, also gerade dort, wo die Kinder aus den weniger wohlhabenden Elternhäusern hängenbleiben (Abb. 13093).



Besonders beim akademischen Nachwuchs sieht es für Deutschland vergleichsweise schlecht aus. Deutschland landet mit einem Anteil von Hochschulabsolventen in der Gruppe der Jüngeren von 25 bis 35 Jahren - also der akademische Nachwuchs - auf einem der hintersten Plätze (Abb. 13088). Mit einer Hochschulabschlußquote von nur 21 % des Jahrgangs 2006 rangiert Deutschland weit unter dem OECD-Durchschnitt von 37 % so ziemlich am Ende des Vergleichsfeldes (Abb. 13001). Anders als die meisten anderen Länder hat Deutschland die Abschlußquote zwischen 2000 und 2006 kaum verbessern können. Weniger Akademiker als in Deutschland werden nur noch in einem Vergleichsland ausgebildet: in Griechenland.



"Wenn man berücksichtigt, dass künftig geburtenschwache Jahrgänge die Schule verlassen, wird Deutschland den steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften so nicht befriedigen können", so schon Studie des vergangenen Jahres. Das sei mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung Besorgnis erregend. Die Ersatzquote für die älteren und demnächst in den Ruhestand gehenden Ingenieure und Naturwissenschaftler ist im internationalen Vergleich besonders ungünstig (Abb. 12682). Zwar erscheinen die deutschen Ersatzquoten für Ingenieure von 0,9 und Naturwissenschaftler von 2,1 für sich genommen auf ersten Anlick noch komfortabel. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß hier eine Generation ersetzt wird, die vor dreißig Jahren studiert hat. Damals gab es in Deutschland noch jede Menge an handwerklichen und einfacheren industriellen Jobs und einen kleineren Anteil an Naturwissenschaftlern und hochtechnologischen Jobs als heute. Wo sollen denn die deutschen Jobs der Zukunft sein, wenn nicht im technologischen Bereich (d.h. überwiegend in technologischen Dienstleistungen) ? Im Zeitalter der neoliberalen Globalisierung verlangt einfach der verschäfte Wettbewerb, daß sich Deutschland auch in der Berufsstruktur höher qualifiziert.


Für eine vollständigere Auswertung des neuen OECD-Berichts siehe aktualisierten Schwerpunkt zu Bildung.

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global news 1214 11-09-08: Was für Aussichten: Rezession in Europa, Verschuldung in USA
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Nach der heutigen Prognose der EU-Kommission werden Deutschland, Spanien und Großbritannien in die Rezession mit zwei negativen Quartalen fallen. Aber auch die anderen EU-Länder werden sich um den Nullpunkt bewegen (Abb. 13525).


Die Aussichten für die USA sind nicht erfreulicher, wenn man den dortigen Aufbau der Haushaltsverschuldung ansieht, wie er jetzt vom Congressional Budget Office mitgeteilt wurde. Danach wird sich als Folge der Zahlungen für die angeschlagenen Hypothekenbanken Freddie und Fannie das Haushaltsdefizit noch weit stärker erhöhen als bisher angenommen. Für 2008 wird jetzt mit einem Anstieg von 162 Mrd $ auf 407 Mrd $ gerechnet und für 2009 auf 530 Mrd $ (Abb. 05087). Dementsprechend sprangen die Versicherungsprämien für Staatspapiere der USA auf 1,75 % an. Für die nächsten 10 Jahr wird schon jetzt mit weiteren 7 Billionen $ an Staatsverschuldung gerechnet, was praktisch eine Verdoppelung des derzeitigen Schuldenstands bedeutet (Abb. 05006).



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global news 1213 10-09-08: Nach Fannie und Freddie, was nun?
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Nun wird klar, daß die amerikanische Regierung keine Wahl hatte, als die beiden größten Hypothekenbanken schleunigst zu verstaatlichen, auch wenn das aus ideologischen Gründen vornehm als „conservatorship" umschrieben wurde. Nach der Meldung von 3,1 Milliarden Dollar Verlusten allein im 2. Quartal 08 tickte die Uhr, und sie tickte in Richtung auf einen weltweiten Zusammenbruch der Finanzmärkte. Denn die beiden Banken halten 5,2 Billionen (5.200.000.000.000) Dollar von insgesamt 12,1 Billionen Dollar amerikanische Hypothekenkredite bei einem Kern- oder Eigenkapital von nur 81 Mrd Dollar oder 1,6 % der vergebenen Kredite (Abb. 03755). Ein großer Teil ist in den Gesamtpool an minderwertige Hypothekenverbriefungen eingegangen, die um die ganze Welt verkauft wurden und bei vielen Banken hängen, etwa die Hälfte in Europa.


Mindestens genauso schlimm: Ein Zusammenbruch der beiden Banken hätte einen der größten Einzelbankrotte von Credit Default Swaps (CDS), Wetten mit denen sich Gläubiger vor allem bei Banken gegen Kreditausfälle versichern, gebracht. Davon waren allein 1,6 Billionen Dollar Kredite an Fannie und Freddie. Der Gesamtmarkt an CDS ist mit 62 Billionen Dollar unvorstellbar groß (Abb. 03740), nämlich mehr als die Wirtschaftsleistung der ganzen Welt in einem Jahr und fast fünfmal die der USA. Die Deutsche Bank ist der zweigrößte einzelne Kreditversicherer unter den Banken (Abb. 03756). Schon beim Niedergang von Bear Stearns in USA zitterte die Welt der CDS und wurde die Bank nur gerettet, um einen panikartigen Zusammenbruch des gesamten CDS-Marktes zu vermeiden. Durch die Rettungsaktion der US-Regierung bei Fannie und Freddie lassen sich die betroffenen nun notleidenden CDS wohl relativ leicht abwickeln, weil die Finanzspritze an die beiden Banken deren Schulden über Wasser hält, sich also die versicherten Kredite nur wenig entwerten werden.



Und noch ein gravierendes Problem. 36 Mrd Dollar werden als Vorzugsaktien in Fannie und Freddie, vor allem von regionalen US Banken, gehalten, einige bis zu 20 % ihres ohnehin geringen Eigenkapitals. Mit der Entscheidung der amerikanischen Regierung, auch bei Vorzugsaktien keine Dividenden mehr auszuwerfen, haben sie sich sofort um etwa 80 % entwertet. Das kann nun weitere Kalamitäten im Bankenbereich nach sich ziehen.

Doch vor allem wird sich nun erst einmal zeigen müssen, ob die Rettungsaktion auch einen Boden unter den gesamten Wertverfall amerikanischer Hypotheken einziehen kann und ob die Ausgabe neuer Hypotheken ausreichend erleichtert wird, um so den Wertverfall der amerikanischen Immobilien bremsend zu beeinflussen. Eines ist jedoch schon jetzt glasklar: Die amerikanische Staatsverschuldung steigt gewaltig. Sie verdoppelt sich praktisch und springt von 40 % des amerikanischen BIP auf 80 %. Das ist auch für die USA eine gewaltige Schuldenlast (Abb. 05006, 5101). Wie das dem Dollar längerfristig bekommen wird, muß sich erst noch zeigen. Auch wird die künstliche Geldschöpfung durch Staatsverschuldung die Inflation zusätzlich anheizen, und das nicht nur in den USA.



Im Übrigen sollte klar sein: Das eigentliche Problem dieser Krise geht weit über die minderwertigen Hypotheken hinaus, weil es die enorme Hebelwirkung beinhaltet, die die meisten Finanzierungsinstrumente in immer astronomischeren Höhen erreicht haben und auch sehr viele Banken, d.h. immer weniger Deckung durch Eigenkapital für immer mehr Kreditvolumen. Das wird sich nur unter gewaltigen Opfern korrigieren lassen. Fannie und Freddie beispielsweise waren etwa 60 mal gehebelt. In dieser Größenordnung gab es schon einmal zwei Hedgfonds, Carlyle Capital und Long Term Capital Management, und beide sind in die Pleite gegangen.

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global news 1212 10-09-08: Deutscher Export und Handelsbilanz im Abschwung
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Wieder meldet das Statistische Bundesamt nur den nichtinflationsbereinigten Wert für die deutsche Außenhandelsentwicklung bis Juli 2008 mit einem schönen Plus von 7 % übers Jahr. Bereinigt hält jedoch der Abwärtstrend an (Abb. 14481).


Auch der Handelsbilanzüberschuß - ein wichtiger Beitrag zur Bestimmung der Gesamtwirtschaftsentwicklung - geht zurück, seit seinem Höhepunkt im Dezember 2007 schon um 22 % (Abb. 14540).


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global news 1211 09-09-08: Arbeitseinkommen und Industrieumsatz: Alles runter
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Da haben wir im rechtsgewandelten SPIEGEL wieder einmal ein gutes Beispiel von dem, was die Briten „spin-doctoring" nennen, d.h. die manipulative Öffentlichkeitsarbeit über die Medien. Unter der Überschrift „Arbeitskosten in Deutschland klettern nur langsam" meldet der SPIEGEL: „Deutschland liegt hinten - und das ist ein Grund zur Freude: Im zweiten Quartal sind die Arbeitskosten hierzulande erneut nur leicht gestiegen. Im europaweiten Vergleich steht die Bundesrepublik damit gut da." Nun ist das alles andere als ein Anlaß „zur Freude" für die Menschen in Deutschland, wenn ihre Einkommen sinken. Und was der SPIEGEL als „gut da stehen" bezeichnet, ist ein derzeit ganz miserabler Platz in der Weltwirtschaft. Die Menschen haben real immer weniger im Portemonaie und die Wirtschaft geht umso mehr in die Knie. Wahrscheinlich muß sich erst wieder die Massenarbeitslosigkeit verbreiten, bis die deutschen Medien merken, was hier läuft oder was sie jedenfalls nicht mehr wegmanipulieren können.

Doch nun die Fakten aus der heutigen Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes, der ich über die Quelle Eurostat weiter nachgegangen bin. Tatsächlich haben sich die deutschen Bruttolöhne und -gehälter im internationalen Vergleich zwischen den Alt-EU-Ländern seit dem Jahr 2000 kaufpreisbereinigt am wenigsten entwickelt (Abb. 12990, 12894).



Auch im letztaufgezeichneten 1. Quartal 2008 war die Situation gegenüber Vorjahr mit minus 0,8 % ähnlich und nur bei Luxemburg noch niedriger (Abb. 12969).


Die Folgen dieses Austrocknens an Massenkaufkraft in Deutschland zeigen sich sehr deutlich im Abschwung der deutschen Industrie, nachdem der Export nicht mehr für Ausgleich sorgt. In den letzten Tagen habe ich die Ergebnisse bei den Industrieaufträgen und der Industrieproduktion mitgeteilt. Heute meldet das Statistische Bundesamt zum Industrieumsatz: „Im Vergleich zum Vormonat verringerte sich der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe im Juli 2008 saison- und arbeitstäglich bereinigt insgesamt um 2,1%. Das Geschäft mit inländischen Abnehmern ging um 2,3% zurück, der Auslandsumsatz verzeichnete eine Abnahme um 1,8%." Was das Statistische Bundesamt dabei nicht meldet: Es ist schon der sechste monatliche Rückgang in Folge und für den besonders gebeutelten Inlandsumsatz der Konsumgüterindustrie ein Rückgang auf bereits 8 % unter den Stand von vor acht Jahren (Abb. 04910).


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global news 1210 08-09-08: Die Wirtschaftskrise als Umverteilungsmechanismus
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Der Dax folgt derzeit ziemlich genau dem Ablauf der letzten großen Börsenkrise von vor 8 Jahren (Abb. 03754). Wenn es so weiter geht, und sehr vieles spricht dafür, wird er Ende des kommenden Jahres ähnlich bei 3.700 Punkten liegen und damit 54 % seines Wertes vom August 2007 verloren haben (Abb. 04933).



Verlierer werden nicht die gewieften Spekulanten aus der finanziellen Oberschicht sein, die sich mit Hilfe ihrer Vermögensberater rechtzeitig abseilen und auf andere lukrative Spekulationsmärkte umsteigen konnten, wie Nahrungsmittel, oder mit Hilfe von Hedgefonds Aktien leer verkaufen, also "shorten" bzw. auf Baisse spekulieren. Dagegen verlieren die Anderen, deren am Aktienmarkt angelegte Betriebsrenten oder Belegschaftsaktien an Wert verlieren oder die als kleine Aktiensparer immer den besten Zeitpunkt zum Ausstieg verpassen. Im schlimmsten Fall verlieren sie ihren Job, weil der Arbeitgeber bei Verlust an Aktienwert Probleme mit der Finanzierung bekommt oder weil er billig zum Fleddern von Private Equity Unternehmen geschluckt werden kann.

So ist die Börse in Krisenzeiten ein Teil des Umverteilungsmechanismus. Dazu gehören aber derzeit vor allem die Verbrauchssteuern und die Inflation, die die finanzielle Oberschicht wegen deren kleinen Konsumanteilen am Einkommen und Vermögen weit weniger treffen als Otto Normalverbraucher. Auch gehört dazu die Staatsverschuldung, die in Krisenzeiten schon wegen der geringeren Steuereinnahmen und höheren Sozialbelastungen erheblich zunimmt. Sie wird durch Schatzpapiere finanziert, deren Zinsen die finanzielle Oberschicht dann reichlich kassiert, während Normalmenschen über die Steuer zur Finanzierung der Staatsschulden herangezogen werden. Siehe dazu Abbildung 14539.


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global news 1209 07-09-08: Deutschland Schlußlicht in der Erwerbslosigkeit von Menschen mit einfachem oder mittlerem Bildungsniveau
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Nach der heutigen Mitteilung des Statistischen Bundesamts waren in Deutschland im Jahre 2007 fast 18 % der 25- bis 64-jährigen Erwerbspersonen mit einfachem Bildungsniveau (höchstens Realschulabschluss ohne Berufsausbildung) erwerbslos. Das war der letzte Platz in der Alt-EU (Abb. 13519). Der Abstand zur Führungsgruppe um 4 % ist enorm.


Aber auch bei mittlerem Bildungsniveau (Abitur oder einer Berufsausbildung im dualen System oder an einer Berufsfachschule) war Deutschland Schlußlicht (Abb. 13520).


Nur bei höherer Bildung (höhere berufsfachliche Ausbildung oder Hochschul-/Fachhochschulabschluss) konnte sich Deutschland noch im unteren Mittelfeld, wenn auch unter dem EU-Durschnitt, platzieren (Abb. 13521). Der Vergleich zeigt, wie verheerend das relativ schlechte deutsche Bildungssystem auf den Arbeitsmarkt zurückwirkt.


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global news 1208 07-09-08: Die Europäische Zentralbank hat immer mehr Schrott als Deckung für ihre Kredite an marode Banken akzeptiert
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Nun will die EZB ein paar Bremsen hereinwerfen und nicht mehr so viel Schrottpapiere als Sicherheiten akzeptieren, wenn sie den Banken Kredit gewährt, um sie über Wasser zu halten. Ab Februar sollen etwas härtere Regeln gelten. Dabei wird bekannt, wie lasch das System in der Vergangenheit gehandhabt wurde. Nun endlich fürchtet die EZB, daß das Eurosystem insgesamt in Gefahr geraten könnte, wenn nicht gegengesteuert wird. Trichet: "We wanted to be sure that the euro system remains adequately protected."

Tatsächlich ist der Anteil minderwertiger Deckungen immer größer geworden, wie die Zahlen des EZB Target Systems bis 2007 zeigen (Abb. 03753) und seitdem dürfte er erheblich weiter zugenommen haben. Umgekehrt ist zwischen 2002 und 2007 der Anteil guter Sicherheiten an den EZB-Krediten für Banken, nämlich von Schatzpapieren und gesicherten Bankkrediten, von 64 % auf nur noch 30 % gefallen.


Banken haben seit einiger Zeit relativ riskante Papiere nur kreiert, wie ABS, um sie bei der EZB in Zahlung geben zu können. Auf diese Weise sollen sich spanische Banken bereits 50 Mrd Euro geholt haben. Auch Banken von außerhalb der Eurozone haben sich das System zu Nutze gemacht, da die Forderungen nicht auf Euro lauten mußten. Ein Büro in der Eurozone war schon ausreichend. So hat die Macquarie Bank aus Australien Papiere geschaffen, die mit Darlehen für den Kauf von Autos in Australien gedeckt waren, und sie der EZB in Zahlung gegeben. Die amerikanische Investment Bank Lehman Brothers und die isländische Glitnir schufen Papiere, die mit Forderungen aus dem Aufkauf von Unternehmen, so genannten buy-out-Schulden, gedeckt waren. Die mit vielen zweifelhaften Hypothekenkrediten belastete britische Nationwide will nun ein Büro in Dublin aufmachen, um an die EZB-Gelder zu kommen.

Am Ende zahlen wir alle die Rechnung, wenn bei der EZB Verluste entstehen sollten. Banken, die ohne EZB-Geld nicht mehr leben können, sollten verstaatlicht werden, um eine Bankenkrise abzuwenden, wie es die britische Regierung bei Northern Rock getan hat und es die amerikanische Regierung jetzt bei den zwei größten amerikanischen Hypothekenbanken tun muß.

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global news 1207 06-09-08: Auch die Industrieproduktion rutscht
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Heute meldet das Statistische Bundesamt den sechsten monatlichen Rückgang in Folge der deutschen Industrieproduktion, die damit seit Januar bereits 4 % verloren hat (Abb. 04306). Dabei liegt die Konsumgüterindustrie jetzt schon unter dem Niveau von vor acht Jahren.


Zusammen mit den schlechten Aussichten, nachdem - wie gestern gemeldet - die Aufträge ebenfalls eingebrochen sind, zeigen sich hier sehr deutlich die Spuren der herannahenden Rezession. Das gilt auch für die USA, wo heute die höchste Arbeitslosenrate seit 5 Jahren gemeldet wurde (Abb. 05097). Nicht überraschend fallen auch die Börsenkurse immer weiter, der Dax seit Ausbruch der Krise im August vor einem Jahr schon um fast ein Viertel (Abb. 03712).



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global news 1206 05-09-08: Deutschland Europameister im Verdienstabstand der Frauen
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Nach Eurostat hatte Deutschland 2006 den größten Verdienstabstand von Frauen gegenüber Männern in Westeuropa (Abb. 14100).


Jetzt hat das Statistische Bundesamt sein eigenes Ergebnis für 2006 vorgelegt. Es zeigt einen durchschnittlichen Abstand von fast einem Viertel (Abb. 14537). Er steigt jedoch bei Frauen ab 40 Jahren immer mehr bis auf 31 % an.


Der Abstand ist in den Dienstleistungsberufen am größten. In der euphemistisch mit „unternehmensnahen Dienstleistungen" umschriebenen Leiharbeit erreicht er 30 % (Abb. 14538).


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global news 1205 04-09-08: Immer mehr schlechte Nachrichten von der Wirtschaftsfront: Industrieaufträge brechen ein
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Es macht keine Freude, unter solchen Umständen recht zu behalten. Das Inforportal warnt nun schon seit vielen Jahren davor, alle deutschen Eier in den Ausfuhrkorb zu legen und mit dafür erzwungener negativer Entwicklung der Arbeitseinkommen und Massenkaufkraft die Binnenkonjunktur absaufen zu lassen. Vor zweieinhalb Jahren schrieb ich in einem Schwerpunkt: "Die deutsche Wirtschaft hat sich weit mehr als die anderen größeren Volkswirtschaften vom Export und damit von der eigenen Wettbewerbsfähigkeit, der Entwicklung der aufnehmenden Märkte und der Wechselkurse abhängig gemacht. Andererseit ist der Preis für die den Exporterfolg stützende Lohnzurückhaltung sehr hoch. Niedrigere Löhne vermindern die Kaufkraft und tragen zu der seit vier Jahren schlechten deutschen Binnenkonjunktur entscheidend bei."

Nun ist es offensichtlich so weit, daß auch die Bundesregierung die heile Welt nicht mehr herbeireden kann. Nach heutiger Meldung brechen die Industrieaufträge immer mehr ein: im vom Bundeswirtschaftsministerium bevorzugten Zweimonatsvergleich Juni/Juli gegenüber April/Mai schon um 4 %, aus dem Ausland mit 4,3 % sogar um noch etwas mehr (Abb. 04569). Vor allem haben die Investitionsgüterproduzenten verloren, deren Auslandsaufträge um 5,8 % regelrecht abgestürzt sind. Sie waren bisher die Speerspitze des deutschen Exports. Dazu der Bundeswirtschaftsminister in für ihn überraschender Deutlichkeit: "Die Schwächephase der Industrieproduktion dürfte vor diesem Hintergrund auch in den kommenden Monaten anhalten. Dies signalisiert auch die deutlich weniger optimistische Stimmung in der Wirtschaft."


Angesichts dieser enormen Schieflage in der deutschen Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahre kann nicht überraschen, wieviel schlechter im internationalen Vergleich sich - auf der jahrelangen Schlußposition - die Nachfrage privater Haushalte (Abb. 12998) und - nur von Italien unterboten - der Umsatz des Einzelhandels (Abb. 12922) entwickelt haben. Bis auf Italien und Portugal hatte Deutschland auch die schlechteste Entwicklung der gesamten Wirtschaftsleistung seit dem Jahre 2000, und dies trotz viel gefeierter Exportweltmeisterschaft (Abb. 13408).




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global news 1200 03-09-08: Die Automobil-Märkte brechen ein
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Nach den neuesten Zahlen des Verbands der Deutschen Automobilindustrie sind die Zulassungen neuer Fahrzeuge im August um 10 % gegenüber Vorjahr eingebrochen. Der Trend ist jetzt schon seit zwei Jahren nach unten gerichtet (Abb. 14061). Aber auch in anderen EU-Ländern brechen die Verkäufe von PKWs zusammen. Spanien meldet ein Minus von 41,3 % im August gegenüber Vorjahr und um 21,1 % für die ersten acht Monate 2008. In Frankreich fielen die Verkäufe um 7,1 %. Für Italien wird in 2008 ein Einbruch um 15 % befürchtet. Allein mit diesen drei Ländern bestritt Deutschland im vergangenen Jahr mehr als 36 % seines Gesamtexports von PKW. Im August lag der Gesamtexport aus Deutschland bereits um 5 % unter dem Vorjahreswert.


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global news 1203 03-09-08: OECD-Prognose: Die Stunde der Wahrheit naht: Rezession
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Die OECD hat heute ihre Prognose für die G7-Länder bis zum Jahresende veröffentlicht (Abb. 13517, 13518). Deutschland soll im 2. Halbjahr mit 0,05 % auf Jahreswachstum umgerechnetem durchschnittlichem Quartalswachstum nur noch von Großbritannien unterboten werden. Bis auf Japan sieht es überall mies aus. Der deutsche Export wird die Spuren zeigen, zumal überall die Autobilmärkte stark einbrechen und damit das Hauptprodukt des deutschen Exports treffen.



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global news 1202 03-09-08: Modell einer Wirtschaftskrise
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Man kann die gegenwärtige Wirtschaftskrise mit einer real rückläufigen Nachfrage privater Haushalte und einbrechendem Export grafisch darstellen. Modellhaft sind zumächst die Haushalte in der normalen Ausgangslage in zwei Klassen aufgeteilt: je zur Hälfte aller Haushalte in eine Ober- und eine Unterklasse. Zwischen beiden gibt es natürlich erhebliche Unterschiede im Einkommen. Doch bis auf eine begrenzte Ersparnis, werden die aus den Unternehmen bezogenen Einkommen durch den privaten Verbrauch normalerweise wieder dorthin zurückgeführt. Daneben gibt es einen Geldstrom über Export in die Unternehmen und einen über Import heraus. Die Ersparnis wird über die Banken als Kredit zur Finanzierung von Investitionen vergeben oder anders angelegt. Im großen und ganzen herrscht in diesem Kreislauf ein stabiles Gleichgewicht (Abb. 14533).


Im Krisenmodell haben sich dagegen die Einkommen der Oberklasse weit von denen der Unterklasse entfernt. Im Beispiel kassierte bereits nach der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe von 2003 die Oberklasse 75 % aller Netto-Einkommen, die Unterklasse dagegen nur noch knapp 25 % (Abb. 14536). Seitdem hat der Unterschied noch erheblich zugenommen. Unterstellen wir einmal auf 80 % zu 20 %.


Nach der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe konnte die Unterklasse zusammengenommen gar nicht sparen und mußte sich sogar um 1 % verschulden. Die Oberklasse sparte dagegen zusammengenommen 14,9 % der Haushaltseinkommen (Abb. 14535). Unterstellen wir einmal, daß mit weiter steil wachsendem Einkommen der Oberklasse, besonders an ihrem oberen Ende, die Sparquote der Oberklasse inzwischen nicht nur mit dem allgemeinen Anstieg der Sparquote nach der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung auf 16,4 % gestiegen ist, sondern auf etwa 20 % (und sich die Unterklasse entsprechend mehr verschulden muß).


Bei diesen Anteilssätzen würde die Oberklasse dann im Jahre 2007 242 Mrd Euro auf die Bank getragen und nur 969 Mrd Euro über ihren privaten Verbrauch an die deutschen Unternehmen zurückgeführt haben. Bei der Unterklasse wären es 306 Mrd Euro gewesen. Die Oberklasse kann also fast so viel sparen, wie die Unterklasse überhaupt an Einkommen und Verbrauch hat.

Tatsächlich haben die privaten Haushalte zusammen nach der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung 2007 etwa in dieser Größenordnung konsumiert. Das war allerdings so wenig, daß die Unternehmen über hohe Exporüberschüsse Wachstum von den Handelspartnern „borgen" mußten. Die Sparleistung der Oberklasse ist nur zu einem kleinen Teil über Kredite für Investitionen an die deutschen Unternehmen zurückgeflossen, denn die Unternehmen haben ihre Investitionen von 443 Mrd Euro zum größten Teil aus den eigenen Gewinnen finanzieren können und haben sehr viel durch hohe Exportüberschüsse aus dem Ausland borgen können. Ein größerer Teil der Ersparnis wurde auf die internationalen Finanzmärkte getragen und z.B. bis zum Crash im August in minderwertigen amerikanischen Hypothenkenpapieren angelegt, oder als Handelsbilanzüberschüsse teilweise in Dollar und Dollar-Schatzpapieren, oder ging in Investitionen im Ausland.

Dieses Krisenmodell wird nun völlig instabil, wenn die hohen Exportüberschüsse wegbrechen. Abb. 14534 zeigt die Zusammenhänge in einer sehr vereinfachten Darstellung.


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global news 1201 02-09-08: Der Niedergang des Einzelhandelsumsatzes setzt sich unverändert fort
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Zwar versucht das Statistische Bundesamt mit der Überschrift: „Einzelhandelsumsatz im Juli 2008 real unverändert" irreführend zu beruhigen, doch das trifft nur im Vorjahresvergleich und ohne Kalenderbereinigung zu. Ansonsten ist der Trend weiter nur nach unten, seit August 2006 schon um fast 6 % (Abb. 04943). Wie sollte es auch anders sein, bei gedrosseltem Arbeitnehmereinkommen?


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global news 1200 31-08-08: Warum auch dieser Abschwung die Lügen der neoliberalen Globalisierer entlarvt
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Immer wieder ist uns von den neoliberalen Globalisierern gepredigt worden, daß mehr Globalisierung mehr Wirtschaftswachstum und mehr Wohlstand für alle bedeutet. Es geschah von einer Welthandelsrunde in der WTO und früher im GATT zur nächsten und natürlich permanent zwischendurch. Das war schon immer eine Lüge, denn trotz immer mehr Globalisierung der Waren- und Finanzmärkte sind die realen Zuwachsraten der Wirtschaftsleistung rhytmisch immer mehr gefallen. Das läßt sich sehr gut bei der Eurozone zeigen (Abb. 04105), aber auch bei Deutschland, obwohl sich Deutschland seinen kleinen Aufschwung in den letzten Jahren durch Exportüberschüsse aus dem Ausland geborgt hatte (Abb. 14530).



Einer der gewichtigsten Gründe für den parmanenten Abschwungtrend ist die durch ebendiese neoliberale Globalisierung verschuldete immer ungleichere Einkommensverteilung, die die Binnenkonjunkturen unter Negativdruck hält. So ist die Lohnquote am Bruttoinlandsprodukt seit Anfang der 90er Jahre immer weiter gefallen, in Deutschland besonders seit 2003 (Abb. 14532). Parallel erhöhte sich der Anteil des Bruttobetriebsüberschusses plus Selbständigeneinkommen, vor allem seit Beginn dieses Jahrtausends (Abb. 14531).



Nun kommt der Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter und sagt uns im Interview mit „Euro am Sonntag": Die Wirtschaft befinde sich inmitten einer ausgeprägten Abschwungperiode. Diese werde vermutlich bis ins Jahr 2010 anhalten. Also wird es noch weiter runtergehen.

Daß die Globalisierung durch mehr Wohlstand mit dem jetzt zu Ende gehenden kurzen Aufschwung bei allen angekommen sei, ist die zweite Lüge. Man kann nur hoffen, daß dieses ganze Lügengebäude jetzt unwiderruflich zusammenbricht, damit danach eine bessere Wirtschafts- und Sozialpolitik betrieben werden kann und endlich mehr Ehrlichkeit im Umgang mit Wirtschafts- und Arbeitsmarktdaten eintritt. Sonst glauben die Bürger der Politik gar nichts mehr.

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global news 1199 30-08-08: Eurostat-Prognose: Deutschland entvölkert sich am stärksten und hat höchsten Altersquotienten in W-Europa
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Nach der neuesten Prognose von Eurostat wird Deutschland mit einem Rückgang um fast 4 % bis 2035 in W-Europa die ungünstigste Bevölkerungsentwicklung haben; es soll auch die einzige negative sein (Abb. 13515).


Gleichzeitig soll der Anteil derer über 65 Jahre an der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter im Jahre 2060 nach Italien der höchste in W-Europa sein.


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global news 1198 30-08-08: Der Kalte Krieg um Gas/Öl-Leitungen nach Westeuropa
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Rußland arbeitet derzeit an einer OPEC für Gas, um die Preise dieser gesuchten Energieversorgung noch höher zu treiben. Es hat, vor allem mit deutscher Hilfe, viele Gasleitungen nach Westeuropa gelegt. Noch in Planung ist die Ostsee-Pipeline. Durch seine Lage am Kaspischen Meer hat Rußland auch den Öl- und Gastransport aus Zentralasien nach Westeuropa kontrolliert. Doch die BTC Öl-Pipeline über Georgien und die Türkei, die die zweitlängste der Welt nach der Druschba-Pipeline ist, hat Rußland diese ausschließliche Kontrolle genommen. Abb. 13514 zeigt das Pipeline-System.

Dies ist einer der Gründe für die derzeitigen Spannungen um Georgien.


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global news 1197 30-08-08: Die Tarif-Popaganda des Statistischen Bundesamts wird langsam unerträglich
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Da setzt das Statistische Bundesamt heute die Schlagzeile: „Viele Tarifabschlüsse im ersten Halbjahr 2008 über 4%" und vergißt nicht anzumerken, daß die Verbraucherpreise um „bis zu" 3,3 % gestiegen seien. Das ist Propaganda pur oder reine Demagogie und eines öffentlichen Amtes, zumal eines statistischen Amtes, unwürdig, denn:

    Das StaBuA erwähnt erst im Kleingedruckten die viel zahlreicheren Tarifabschlüsse unter 4 % (Abb. 14529).


    Das StaBuA unterschlägt die verminderte Tarifbindung von nur noch 70 % in Westdeutschland und 55 % in Ostdeutschland und daß z.B. die boomende Zeitvertrags- oder Leiharbeit von den allgemeinen Tarifvereinbarungen ganz ausgeschlossen ist.
    Das StaBuA bringt erst im Kleingedruckten die vielen Niedriglohngruppen: „Im Fleischerhandwerk liegen die untersten Tarifgruppen zwischen 4,50 Euro in Sachsen und 7,33 Euro in Nordrhein-Westfalen. Im Hotel- und Gastgewerbe wurden in den untersten Tarifgruppen in Sachsen monatlich 1 109 Euro (6,39 Euro/Stunde) und in Hessen 1 193 Euro (7,10 Euro/Stunde) vertraglich vereinbart. Im Friseurhandwerk betragen die untersten Tarifverdienste monatlich 492 Euro (3,06 Euro/Stunde) in Sachsen, 860 Euro (5,34 Euro/Stunde) in Hessen und 1 071 Euro (6,34 Euro/Stunde) in Bayern."
    Die Inflation als „bis zu" 3,3 % anzusprechen, ist eine weitere Irreführung.
    Vor allem aber hätte das StaBuA erwähnen müssen, daß die Nettolöhne und -gehälter pro Arbeitnehmer im 1. Halbjahr 2008 gegenüber dem Vorjahr nur um 1,43 % gestiegen sind.

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global news 1196 29-08-08: Arbeitsmarkt im August: Mehr als 40 % der neuen Beschäftigung unsicher, da zeitlich befristet, und schlechter bezahlt
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Das Statistische Bundesamt setzt die ängstliche Schlagzeile: „Keine Umkehr des positiven Trends am Arbeitsmarkt", als hätte es eigentlich schon mit der Umkehr gerechnet, verrät uns aber nicht, daß schon mehr als 40 % des von ihm gemeldeten Beschäftigungsaufbaus auf unsichere zeitlich befristete und schlechter bezahlte Leiharbeit entfällt. Aus den Einzelzahlen der Bundesagentur für Arbeit muß man sich das aus dem Kleingedruckten erst mühsam herausrechnen. Da dieser Anteil seit November letzten Jahres immer mehr steigt, bereiten sich offensichtlich die Arbeitgeber angesichts der drohenden Rezession bereits auf rasche Entlassungen vor. Außerdem hat sich der Aufbau der Erwerbstätigkeit und der Abbau der Arbeitslosigkeit über die letzten Monaten verlangsamt. Die Zahl offener Stellen geht zurück.

Der Beschäftigungsaufbau hat sich seit Beginn des Jahres Monat für Monat leicht abgeschwächt (Abb. 14041). Ebenso schwächt sich schon seit Frühjahr 2007 der Abbau der Arbeitslosigkeit in der Tendenz ab. (Abb. 04772).



Der gemeldete Stellenbestand geht bereits seit Beginn letzten Jahres zurück, 1n den letzten drei Monaten monatsdurchschnittlich um 1.000 (Abb. 14133).


In den Worten der Bundesagentur: "Vor allem bei unternehmensnahen Dienstleistungen gab es einen kräftigen Anstieg (+6,2 Prozent bzw. +227.000), der wiederum zum größten Teil von Arbeitnehmerüberlassung getragen wird." Arbeitnehmerüberlassung ist die vornehme amtsdeutsche Umschreibung für Leiharbeit. Im Klartext: Bereits 40,5 % der Gesamtzunahme an Erwerbstätigkeit über ein ganzes Jahr entfällt zum größten Teil bereits auf unsichere und in der Regel schlecht bezahlte Zeitverträge. Seit vielen Monaten übertrifft nun der Zuwachs der Leiharbeit den der Erwerbstätigkeit insgesamt (Abb. 14527). Seit einem Tief im November letzten Jahres stieg der Anteil der Leiharbeit am Zuwachs der Erwerbstätigkeit von 34 % auf nun schon über 40 % (Abb. 14528).



Diese Struktureffekte zeigen sich auch im Auseinanderklaffen der Zahl der Arbeitslosen und der Arbeitslosengengeldempfänger, von denen nur knapp 55 % als arbeitslos registriert werden (Abb. 04980); vor zwei Jahren wurden noch mehr als 71 % registiert. Die Arbeitslosenstatistik ist also immer weniger aussagefähig. Wer staatliche Stütze braucht, hat keinen richtigen Job.


Auf der Basis der letzten Eurostat-Erfassung für das 1. Quartal 2008 verzeichnet Deutschland den höchsten Anteil an Langzeitarbeitslosen in den Alt-EU-Ländern (Abb. 04022).


Auch sonst landet im internationalen Vergleich die deutsche Arbeitslosigkeit im unteren Mittelfeld unter dem Durchschnitt der Alt-EU (Abb. 04068).


Für eine Detailanalyse siehe den neuen Schwerpunkt.

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global news 1195 28-08-08: Deutsche Beistandspflichten für den Euro
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Die EZB nimmt immer mehr zweifelhafte Wertpapiere mit Hypothenken- und anderer Besicherung in Zahlung und gibt dafür den Banken Kredit. Diese Asset Backed Securities (ABS) wurden allein seit Januar 2008 Schätzungen der Deutschen Bank zufolge im Umfang von 260 Mrd Euro neu geschaffen, oft speziell für die Inzahlungnahme durch die EZB, und werden von den Banken noch gehalten. Der Anteil an ABS als Sicherheiten für EZB-Darlehen stieg von 12 % vor der Krise bereits auf 16 % Ende letzten Jahres an. Neuere und sicher viel höhere Zahlen liegen bisher nicht vor. Verluste der EZB aus ABS-gedeckten Krediten werden aus dem allgemeinen Reservefonds, der aus den von der EZB gehaltenen Währungsreserven der Mitgliedsländern besteht, gedeck. Damit gleichen die Zentralbanken die Verluste praktisch aus. Im deutschen Fall wird die Bundesbank dann weniger oder keinen Gewinn mehr an den Bundeshaushalt abführen können. Die EZB hat wegen der Dollarabwertung ohnehin schon eine Belastung der Währungsreserven zu verkraften.

Hinsichtlich der Verteilung der Verluste ist zu berücksichtigen, daß die Bundesbank wegen der deutschen Exportüberschüsse bei weitem die meisten Währungsreserven der EZB stellt. Andererseits fallen auf Deutschland nur etwa 2 % der in Euro ausgegebenen und noch gehaltenen ABS (Abb. 13513). Das heißt praktisch, daß im Ernstfall Deutschland wesentlich stärker über seine Währungsreserven zur Kasse gebeten würde, als seinem Einsatz in diesem riskanten ABS-Spiel entspricht.


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global news 1194 28-08-08: Von den Besserverdienern und dem Export allein kann die deutsche Wirtschaft nicht mehr leben
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Nachdem nun der Export als Wachstumsmaschine ausfällt, richtet sich das Augenmerk umso mehr auf den weit größeren Wirtschaftsmotor, nämlich die Nachfrage privater Haushalte, die allein mit über 54 % zur deutschen Wirtschaftsleistung beiträgt (Abb. 14525).


Dieser Motor stottert nicht erst seit der letzten Inflationswelle (wie uns jetzt immer wieder eingeredet wird) sondern bereits seit 2001. Seit demselben Jahre expandieren die Unternehmens- und Vermögenseinkommen (Abb. 14524). Der Anstieg dieser Einkommen hat sich also nicht in einer stärkeren Nachfrage privater Haushalte niedergeschlagen, sondern hat diese im Gegenteil auf Eis gelegt. Die Explosion der Unternehmens- und Vermögenseinkommen war nämlich nur um den Preis eines Rückgangs der Arbeitseinkommen und hier einer wachsenden Lohnkluft zwischen Besserverdienern und Normalverdienern zu erreichen (Abb. 14523). Der Niedriglohnsektor hat sich dabei in Deutschland viel stärker als in anderen Ländern entwickelt. Das hat der Nachfrage die notwendige Massenkaufkraft geraubt.



Anders als die Normal- und vor allem die Niedrigverdiener brauchen die Besserverdiener und Vermögenden viel kleinere Anteile ihrer Einkommen für den notwendigen Konsum und können dementsprechend weit höhere Anteile auf die hohe Kante oder auch spekulativ anlegen. Diesen eigentlich selbstverständlichen Zusammenhang hat das Statistische Bundesamt schon vor fünf Jahren nachgewiesen, und seitdem sind die Einkommen noch viel mehr auseinander gelaufen, so daß sich dieser Effekt entsprechend verstärkt hat (Abb. 14526).


Kein Konjunkturpaket der Bundesregierung und auch keine Begrenzung der Lohnnebenkosten oder eine kleine Änderung an der Steuerschraube kann bei nun stagnierendem oder abrutschendem Export die private Nachfrage wirkungsvoll ankurbeln, wenn nicht die Einkommensverteilung grundsätzlich geändert wird. Ein erster Anfang wären Mindestlöhne und ein Verbot der Lohndiskriminierung von Zeitvertrags- oder Leiharbeit. Wenn da nicht schnell Abhilfe geschaffen wird, muß Deutschland mehr noch als viele andere Länder in die Rezession rutschen. Dieser Prozeß hat schon begonnen. Wenn am Ende in der Rezession auch der Arbeitsmarkt wieder kippt, wird sich der Prozeß noch selbst weiter beschleunigen, weil dann zusätzliches Angstsparen hinzukommen wird.

Nicht vergessen: Allein auf die Nachfrage der privaten Haushalte kommt es jetzt an!

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global news 1193 27-08-08: Jetzt kommt es knüppeldick: Wie sich der falsche Umgang mit der Globalisierung rächt
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Deutschland hat etwa acht Jahre lang seine Arbeitseinkommen real verkürzt und damit Massenkaufkraft und Binnenkonjunktur abgewürgt. Dies geschah um des Exports willen und wurde als angeblich notwendige Reaktion auf die Globalisierung der Märkte erzwungen. Andere Länder haben sich trotz Globalisierung ihre Binnenkonjunkturen einigermaßen erhalten und sind jetzt besser auf ein Wegbrechen des Exports vorbereitet als Deutschland. Es ist schon ziemlich pervers, wenn im 2. Quartal der Außenhandel nur noch über eine besonders negative Entwicklung des Imports einen positiven Beitrag zur Wirtschaftsleistung erbringt, da hier der Saldo von Ex- und Import zählt.

Die heute veröffentlichten Detaildaten unserer Wirtschaftsentwicklung im 2. Quartal zeigen schlimme Spuren dieser falschen Wirtschaftspolitik und lassen eine länger anhaltende Rezession erwarten. Die Nettolöhne und -gehälter gingen je Arbeitnehmer im Vorjahresvergleich nach Abzug der Entwicklung der Verbraucherpreise um 1,0 % zurück (Abb. 04305). Über den ganzen Zeitraum seit dem 1. Quartal 2000 sind die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer um 5 % gesunken, während die Unternehmes- und Vermögenseinkommen (nach Abzug der BIP-Inflation zu 80 % und der Verbraucherpreisinflation zu 20 %) um 40 % expandiert sind (Abb. 04054).



Dabei ist die Lohnkluft zwischen den unteren und oberen Lohngruppen in den vergangenen Jahren immer größer geworden, wie eine heute veröffentlichte Studie der Universität Duisburg-Essen drastisch vorführt (Abb. 14521, 14523).



Im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt blieben auch die Tarifanhebungen in Deutschland deutlich unter dem neutralen Verteilungsspielraum, d.h. der Produktivitätsentwicklung plus Preissteigerung (Abb. 14522). Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß die Tarifbindung der Unternehmen immer weiter zurückgegangen ist. Sie beträgt in Westdeutschland nur noch 70 %, in Ostdeutschland nur noch 55 %. Die boomende Zeitvertrags- oder Leiharbeit ist von den allgemeinen Tarifvereinbarungen ganz ausgeschlossen. Im Ergebnis wurde so eine kräftige Umverteilung zugunsten der Gewinneinkommen organisiert.


Die Arbeitseinkommen haben sich über die vergangenen acht Jahre nirgends in der Alt-EU so schlecht wie in Deutschland entwickelt (Abb. 12990).


Angesichts einer volkwirtschaftlich so verheerenden Verteilung der Einkommen mußten die Normal-Verbraucher seit langem ihre Nachfrage zurückfahren (die Besserverdiener geben ohnehin nur einen kleineren Teil ihrer Einkommen in den Verbrauch). Das zeigt sich auch im 2. Quartal 08 (Abb. 14010).


Die Konjunkturerwartung der Verbraucher fiel nach der heute veröffentlichten GfK-Umfrage auf einen seit vielen Jahren nicht erreichten Tiefststand (Abb. 04917). Auch die ebenfalls heute veröffentliche Ifo-Umfrage unter deutschen Unternehmen hat die Erwartungen auf den tiefsten Stand seit 6 Jahren und nahe an das All-Zeit-Tief fallen lassen (Abb. 04589).



Eine ausführliche Analyse unserer Wirtschaftssituation mit vielen Schaubildern enthält der neue Schwerpunkt zu den Daten des 2. Quartals.

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global news 1192 26-08-08: Industrieaufträge und Baugewerbe im Juni 08: Deutschland zieht die Alt-EU nach unten
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Nach den neuesten Daten von Eurostat hat sich der Auftragseingang der Industrie im Juni gegenüber Vormonat in Deutschland weit schlechter als in der Alt-EU insgesamt entwickelt (Abb. 04732). Dabei ist das Ergebnis der Alt-EU bereits durch Deutschland erheblich abgesenkt.


Auch im Baugewerbe schneidet Deutschland schlecht ab und landet auf dem drittletzten Platz (Abb. 12666).


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Wirtschaftsstandort

Hinweis auf mein neues Buch: "Globalisierung: Legend und Wahrheit - Eine Volkswirtschaftslehre für nicht ganz Dumme" - ist im März 2008 im Shaker-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 978-3-940459-56-5). Zur Bestellung hier.