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(1191) China-Illusionen: Kaum Möglichkeiten zum Streik

(1190) Nun zahlen wir Normalmenschen für die Banken

(1189) Baugewerbe baut ab

(1188) Turbokapitalismus: Immer mehr Einkommensmillionäre unter den leitenden Angestellten

(1187) Mal etwas Erfreuliches: Geburtenziffer wieder gestiegen

(1186) ZEW-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Franz manipuliert seine eigenen Umfragewerte

(1185) Eurozonenbilanz wird rot

(1184) Die Welten von Michael und Michel: Warum Deutschland noch tiefer in die Krise sinken wird

(1183) Bildungsvererbung

(1182) Entgelt pro Beschäftigten in der Industrie verbraucherpreisbereinigt minus 1,4 %

(1181) Propaganda statt Wirtschaftspolitik: Der Bundeswirtschaftsminister läßt den Wirtschaftseinbruch verschwinden

(1180) Die deutsche Wirtschaft schrumpft zum ersten Mal seit 4 Jahren

(1179) Ein klassischer Fall von Sozial- und Umweltdumping und die Folgen

(1178) Wenn die Großhandelspreise stärker steigen als die Einfuhrpreise

(1177) Chinesische Industriegüterproduktion zieht im nächsten Jahr an der der USA vorbei

(1176) Die USA können wieder Dollar drucken

(1175) Nach Auftrags- und Produktions- nun auch weiterer Umsatzeinbruch der Industrie

(1174) Deutschen Industrieproduktion sinkt im 2. Quartal 08 um 1,6 %, Export sinkt um 0,4 %

(1173) Weiterer Einbruch bei den Industrieaufträgen

(1172) Zurück zur Realität: Von 2,6 % zu nur noch 1,0 % Jahreswachstum

(1171) Deutsche Großunternehmen gehen immer mehr fremd

(1170) Die Deutschen sparen vor allem an Lebensmitteln

(1169) Der Beschäftigungsaufbau stagniert

(1168) China und die Welthandelsorganisation

(1167) Entwicklung der Tariflöhne kaum über der Inflationsrate

(1166) Die deutschen Konsumenten können nicht mehr: Der Traum der Regierung ist tot




global news 1191 24-08-08: China-Illusionen: Kaum Möglichkeiten zum Streik
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Da steht nun seit Januar ein neues Arbeitsrecht auf chinesischem Papier, von dem viele in Deutschland erwarten, daß es die chinesischen Löhne über die Schwelle eines Sozialdumping anhebt und damit die Gefahr für unsere Jobs beseitigt. In der Tat, es sieht sehr gut aus, auf dem Papier. Doch scheint es nicht sehr viel anders darum zu stehen, als bei dem aus dem Computer getürkten Eröffnungsfeuerwerk zur Olympiade oder der kleinen Sängerin mit der per Computer unterlegten fremden Stimme zu eben jener Veranstaltung, wie auch generell mit den Hoffnungen auf eine von der Olympiade ausgehenden Liberalisierung.

Auf Grund des neues Gesetzes sollen Unternehmensleitungen ihre Arbeitnehmer bei allen wichtigen arbeitbezogenen Angelegenheiten konsultieren. Dafür braucht man eigentlich vom Staat unabhängige Gewerkschaften, und so wurden in einigen Unternehmen eigene Arbeitnehmergruppen gegründet. Doch die Staatsgewerkschaft an der Seite der kommunistischen Partei mit dem englischen Namen All-China Federation of Trade Unions (ACFTU) sah darin sofort die Gründung alternativer Gewerkschaften, und die sind nach wie vor in China verboten. Statt dessen begann ACFTU auf der Basis des neuen Gesetzes im Juni eine gewaltige Kampagne. Damit soll bis September erreicht werden, daß sich 80 % aller privater Unternehmen bei ACFTU registrieren lassen. Bis 2010 soll dann in allen privaten chinesischen Unternehmen die Einheitsgewerkschaft bestehen. Dabei werden die Unternehmen praktisch zur Registrierung bei ACFTU gezwungen, weil sie nur dann den Gewerkschaftsboss mitbestimmen können und nur dann die Gewerkschaftssteuer von im Prinzip 2 % der Löhne mitbeeinflussen können. Umgekehrt sollen der Regierungszeitung „China Daily" zufolge Unternehmen, die sich nicht registrieren lassen, auf eine schwarze Liste kommen und endlosen Überprüfungen ausgesetzt sein, einschließlich Steuerprüfungen. Mit der Staatsgewerkschaft gewinnt natürlich auch die kommunistische Partei zusätzlichen direkten Einfluß auf die Führung privater Unternehmen.

Das ACFTU-Monopol hat für chinesische Arbeitnehmer erhebliche Nachteile, weil diese staatstragende Monopol-Gewerkschaft traditionell alle Zeichen öffentlichen Protestes, einschließlich Streiks, vermeidet. So kann es nicht überraschen, daß die chinesischen Löhne pro volkswirtschaftliche Gesamtleistung bis zum vergangen Jahr auf nur noch 11 % gefallen sind und damit seit 1990 erheblich stärker als die deutschen, erst in den letzten Jahren kam es zu einer leichten Aufwärtsbewegung (Abb. 08148).


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global news 1190 23-08-08: Nun zahlen wir Normalmenschen für die Banken
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Wir Normalmenschen zahlen inzwischen massiv für die Verluste der Banken. Das geschieht in mehrfacher Weise. Am deutlichsten wird es, wo die Bundesregierung mit Steuerzahlergeld eingreift. So mußten primär durch die bundeseigene KfW und den Bund selbst bislang 9,8 Milliarden Euro Risiken der Mittelstandsbank IKB abgedeckt werden. Die wurde nun für ein Butterbrot von 100 Millionen Euro an die texanische Heuschrecke „Lone Star" verscherbelt, wobei allerdings die KfW für 1,3 Milliarden Euro weiter im Risiko bleibt.

Versteckt tragen wir durch höhere Schuldzinsen und Gebühren an die Banken zu deren Verlustabbau bei. Dies geschieht direkt, wenn wir Bankleistungen in Anspruch nehmen, aber auch indirekt, wenn Unternehmen dies tun müssen und die Kosten dann über die Preise ihrer Produkte abwälzen. Aktiensparer haben vor allem bei den einst als sicher geltenden Bankaktien verloren. Die der deutschen Bank fielen schon um mehr als 60 % (Abb. 03752). Die Verluste der Banken führen zu hohen Steuerausfällen. Vor allem aber werden wir über die Europäische Zentralbank zur Kasse gebeten. Denn die EZB versorgt die Banken seit Ausbruch der Krise immer wieder mit Liquidität. Dabei nimmt sie auch minderwertige Papiere, z.B. Hypothekenpapiere, in Zahlung. Insgesamt belaufen sich die Operationen der EZB mit Laufzeiten von einer Woche bis 6 Monate derzeit auf 450 Mrd Euro; das ist das 1,6-Fache des deutschen Bundeshaushalts, also keine Kleinigkeit.


Die neuesten Zahlen der spanischen Zentralbank zeigen, daß allein spanische Banken rund 50 Mrd Euro von der EZB geliehen haben. Einige haben Hypotheken-besicherte Papiere nur ausgestellt, um sie bei der EZB in Zahlung zu geben. Diese Politik der EZB läuft praktisch auf eine versteckte Auslösung der Banken in Südeuropa hinaus, praktisch zu Lasten der Steuerzahler in Deutschland und den nordeuropäischen Euroländern. Kürzlich hat sich sogar die britische Hypothekenbank „Nationwide" in Irland angesiedelt, um so an die Mittel der EZB zu kommen, wobei die Sicherheiten auf Euro lauten müssen (in diesem Fall hat Nationwide Sicherheiten aus der Finanzierung von Immobiliengeschäften in der Eurozone). Bleibt die EZB am Ende auf miesen Sicherheiten sitzen, und das wird immer wahrscheinlicher, so ist der Steuerzahler dran. Der unverändert hohe Libor-Zins, zu dem die Banken untereinander ausleihen, zeigt jedenfalls keine Rückkehr zur Normalität und dokumentiert, wie sehr viele Banken am Tropf der EZB hängen (Abb. 03718).


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global news 1189 22-08-08: Baugewerbe baut ab
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Nach den heutigen Angaben des Statistischen Bundesamts hat das Auftragsvolumen im Baugewerbe im 2. Quartal gegenüber dem ersten saison- und preisbereinigt um 7,7 % abgebaut (Abb. 14490).


Der Rückgang hält seit Jahresbeginn an und hat zu dem schwachen Gesamtergebnis der deutschen Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2008 beigetragen.

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global news 1188 21-08-08: Turbokapitalismus: Immer mehr Einkommensmillionäre unter den leitenden Angestellten
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Im vergangenen Jahr verdiente ein Vorstandsmitglied im Deutschen Aktienindex DAX insgesamt durchschnittlich 2,926 Mio Euro (Abb. 04748). Rechnet man die Vorstandsvorsitzenden heraus, so ergibt sich immer noch eine durchschnittliche Jahresvergütung von 2,615 Mio Euro. Im Schnitt stiegen die Bezüge gegenüber dem Vorjahr um 7,75 %. Auch im M-dax, der Klasse darunter, verdient ein durchschnittliches Vorstandsmitglied insgesamt mehr als eine Million Euro pro Jahr, genau gesagt sind es 1,486 Mio (Abb. 14518). Damit erreicht auch die zweite Reihe deutscher Manager ein stattliches Niveau. Gegenüber dem Vorjahr stiegen hier die Bezüge um 8,34 Prozent.



Im Ergebnis entfernen sich die Vorstände mit einer Steigerung in drei Jahren von 33 % immer mehr von ihren Mitarbeitern, deren Einkommen im Durchschnitt weniger als 3 % gestiegen sind (Abb. 14104).


Spitzenverdiener war Ackermann (Deutsche Bank) mit 14 Mio Euro (Abb. 14021). Die 76 Millionenverdiener unter den Dax- und Mdax-Chefs kassierten zusammen 228 Mio Euro. Im Durchschnitt wurde der Vorstandsvorsitzende eines DAX-Unternehmens mit 4,7 Mio. Euro für ein komplettes Geschäftsjahr vergütet.


Das Durchschnittseinkommen der deutschen Chefs lag nach einem internationalen Vergleich weit über dem ihrer Kollegen aus USA, Schweiz und Frankreich (Abb. 14519). Dabei fällt der besonders hohe Anteil an variablen Boni, Prämien und Tantiemen auf, die alle am kurzfristigen Erfolg des Unternehmens orientiert sind. Die Unternehmensbosse haben daher kräftig verdient, obwohl die Aktionäre des Dax seit Ausbruch der Krise im August vergangenen Jahres bereits mehr als ein Fünftel ihres Aktienwertes verloren haben. Besonder eklatant ist das bei Ackermann, der von seinen 14 Millionen Euro keinen Cent zurückgibt, obwohl der Aktienkurs der Deutschen Bank um mehr als 60 % nachgegeben hat (Abb. 03752) und viele Kleinaktionäre unter den Geschädigten sind.



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global news 1187 20-08-08: Mal etwas Erfreuliches: Geburtenziffer wieder gestiegen
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Die deutsche Geburtenziffer, die zwei Jahre lang gefallen war, stieg 2007 wieder an (Abb. 14517).


Im internationalen Vergleich verbesserte sie sich damit von ihrer Schlußposition etwas nach oben, liegt aber immer noch gegen Ende des Feldes (04047).


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global news 1186 20-08-08: ZEW-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Franz manipuliert seine eigenen Umfragewerte
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Die Bewertung der konjukturellen Lage durch die Finanzexperten ist auf den tiefsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren gefallen (Abb. 04588), die mittelfristige Konjunkturerwartung verharrt mit einem minimalen Schlenker nach oben immer noch weit unter dem Mittelwert, den sie zuletzt vor mehr als zwei Jahren verzeichnete (Abb. 04762).



Dennoch erklärt ZEW-Präsident Franz: "Die Verbesserung der Konjunkturerwartungen signalisiert, dass sich die Befürchtungen der Finanzmarktexperten über die konjunkturelle Abschwächung in Grenzen halten. .. Die Finanzmarktexperten haben sich von der negativen Zuwachsrate im zweiten Quartal zu Recht nicht sonderlich beeindrucken lassen. Insgesamt gehen sie von einer zwar schwächeren, aber alles in allem robusten Konjunkturentwicklung aus und befürchten naheliegenderweise keine Rezession".

Prompt meldet denn der SPIEGEL unter der Überschrift "Stimmung in der Finanzbranche verbessert sich": "Die deutsche Finanzbranche gibt sich verhalten optimistisch: Der ZEW-Index für die mittelfristige Konjunkturerwartung steigt stärker als erwartet." Das ist der alte Trick von SPIEGEL u. Co.: Es wird mit angeblich noch schlechteren Erwartungen verglichen, und alles ist gleich prima.

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global news 1185 19-08-08: Eurozonenbilanz wird rot
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Nach den neuesten Angaben von Eurostat hat sich die Handelsbilanz der Eurozone im ersten Halbjahr 2008 mit dem Rest der Welt von plus 9 Mrd Euro im Vorjahreszeitraum in ein Defizit von minus 13 Mrd Euro verwandelt. Alle Südländer (Italien, Portugal, Griechenland, Frankreich und Spanien) verzeichnen erhebliche Defizite in ihrer Außenhandelsbilanz (Abb. 13509).


Dabei sind vor allem die Defizite von Frankreich, Spanien und Portugal expandiert (Abb. 13510).


Für diese Länder ist der Euro inzwischen viel zu stark. Deutschland schädigt mit seiner einseitig auf negativer Reallohnentwicklung aufbauenden Exportorientierung nicht nur seine eigene Binnenkonjunktur durch Kaufkraftverlust, sondern ist wegen seiner hohen Überschüsse auch an der Euro-Aufwertung schuld. Der deutsche Export bedrängt im Übrigen die Eurozonenpartner auch direkt. Wie lange das in einer sich verstärkenden Rezession gut gehen kann, wird sich zeigen müssen.

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global news 1184 18-08-08: Die Welten von Michael und Michel: Warum Deutschland noch tiefer in die Krise sinken wird
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Ein Interview von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos im Handelsblatt vom 17. August gibt Aufschluß über den Unterschied der Welten, in denen einerseits Michael Glos und seinesgleichen und andererseits der deutsche Michel leben. Der erstere versteht offensichtlich nicht, warum der andere mit seinem Einkaufsverhalten zur Konsumbremse geworden ist.

    Minister Glos in seiner Konjunkturanalyse: "Es gibt drei Faktoren, die das Wachstum in Deutschland dämpfen. Das ist einmal die internationale Finanzkrise, die immer noch nicht ausgestanden ist, zum Zweiten sind es die hohen Energiepreise, die Investitionen und Konsum belasten, und der dritte Faktor ist das Ende des mehrjährigen weltweiten Aufschwungs."

An dieser Auflistung fehlt die negative Reallohnentwicklung, die als wichtigster Einzelfaktor schon in den vergangenen Jahren mangels Kaufkraft die deutsche Konjunktur bremste. Die deutschen Löhne und Gehälter sind nämlich real schon seit 2003 - also längst vor der jüngsten Energiepreissteigerung - im Sinkflug, und zwar ähnlich stark vor und nach Steuer (Abb. 14512). Und erst recht schmelzen seit Jahren real die Sozialrenten und Sozialleistungen ab. Dementsprechend stagniert auch die Nachfrage privater Haushalte schon seit vielen Jahren.


Beide Entwicklungen, die der Arbeitseinkommen und der privaten Nachfrage, verlaufen viel ungünstiger als in den anderen Ländern der Alt-EU (Abb. 12990, 12998).



Wenn die Bundesregierung nicht begreift, daß endlich und vor allem die Arbeitseinkommen in Deutschland real wieder steigen müssen, begreift sie nicht, was für die Abwendung der Krise im Geldbeutel des deutschen Michel eigentlich notwendig ist. Wichtig sind deshalb flächendeckende Mindestlöhne, wie sie fast alle unsere Nachbarn kennen, ein Verbot der Diskriminierung von Leih- oder Zeitarbeit und nicht länger Warnungen vor Lohnerhöhungen, wie jetzt wieder seitens der Europäischen Zentralbank ausgesprochen.

    Minister Glos: "Aber auch die Bundesregierung kann etwas gegen den Abschwung tun. Es kommt jetzt entscheidend darauf an, dass der Bund auf Ausgabensteigerungen verzichtet und finanzielle Spielräume für die Entlastung der Bürger bei Steuern und Abgaben genutzt werden. ... Allerdings gibt es dann auch kein Geld für neue Ausgabenprogramme, wie das von Arbeitsminister Scholz vorgeschlagene Programm "Hauptschulabschluss für alle". Darauf sollte die Regierung verzichten."

Die steuerliche Entlastung der Bürger kann in dieser undifferenzierten Form gar nichts bringen (es sei denn, die Bundesregierung nimmt die Erhöhung der MWSt zurück, die besonders die Massenkaufkraft beschädigt hat). In der Vergangenheit sind mehrfach Steuern, vor allem für die Besserverdiener, z.B. der Spitzensteuersatz, gesenkt worden (jetzt auch die Absenkung der Steuer auf Vermögenseinkommen auf 25 % Abgeltungssteuer), ohne daß das irgend etwas für die Konjunktur gebracht hätte. Wenn die Bundesregierung nicht begreift, daß es primär um die Kaufkraft der Normalbürger mit kleineren Einkommen geht, versteht sie den deutschen Michel und seine Lage nicht.

Die bessere Finanzierung der Hauptschule abzulehnen, wie dies jetzt Minister Glos tut, kann nur zur Massenarbeitslosigkeit beitragen, denn diejenigen ohne Hauptschulabschluß werden bei jedem Konjunkturabschwung vor allem arbeitslos.

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global news 1180 17-08-08: Bildungsvererbung
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Nach der neuesten, jetzt veröffentlichten 9. Studierendensurvey studieren immer mehr Akademikerkinder, eine Art "Bildungsvererbung" zum Nachteil von Kindern aus weniger gebildeten Elternhäusern. Der Anteil von Studienanfängern mit wenigstens einem akademischen Elternteil stieg von 49 % 1993 auf 60 % 2007 (Abb. 13508).


Im internationalen Vergleich ist in Deutschland der Anteil von akademisch gebildeten Vätern, deren Nachwuchs studiert, an allen Vätern besonders hoch (Abb. 13321).


Auch diese Entwicklung zeigt, wie sich die Chancengleichheit im deutschen Bildungswesen, nicht zuletzt mangels ausreichender Förderung, immer mehr verengt.

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global news 1182 16-08-08: Entgelt pro Beschäftigten in der Industrie verbraucherpreisbereinigt minus 1,4 %
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Nach der heutigen Veröffentlichung ist das Entgelt pro Arbeitsstunde im Zeitraum Januar - Juni 2008 gegenüber Vorjahresperiode verbraucherpreisbereinigt um 1,4 % gefallen (Abb. 04009).


Die Kaufkraftreduktion muß die Binnenkonjunktur weiter auf Eis halten. Dennoch fürchtet die Europäische Zentralbank, hohe Tarifabschlüsse könnten die Inflation anheizen und plädiert für mehr Bescheidenheit beim Lohn.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland im Juli 2008 gegenüber Juli 2007 um 3,3% gestiegen. Die Inflationsrate verblieb damit auch im Juli 2008 auf ihrem höchsten Stand seit fast 15 Jahren (Abb. 14465). In ihrem letzten Monatsbericht erwartet die EZB für das laufende Jahr in der Eurozone eine deutlich höhere Inflationsrate, nämlich 3,6 Prozent. Bisher war man von drei Prozent ausgegangen. Für 2009 ergeben die Prognosen ebenfalls einen höheren Wert, nämlich 2,6 Prozent - bisher ging man von 2,2 Prozent aus.


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global news 1181 15-08-08: Propaganda statt Wirtschaftspolitik: Der Bundeswirtschaftsminister läßt den Wirtschaftseinbruch verschwinden
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Die deutsche Volkswirtschaft verzeichnet im 2. Quartal 2008 mit -0,5 % den stärksten Quartalseinbruch seit mehr als 12 Jahren (seit -0,7 % im 1. Quartal 1996, Abb. 14511). Das auch nicht unbedingt für die Objektivität seiner Pressemeldungen bekannte Statistische Bundesamt meldet einigermaßen korrekt: "Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2008 zum ersten Mal seit knapp vier Jahren wieder geschrumpft: Um 0,5% war das Bruttoinlandsprodukt niedriger als im ersten Quartal 2008. ... waren für die Wirtschaftsentwicklung im zweiten Quartal rückläufige Konsumausgaben der privaten Haushalte und geringere Anlageinvestitionen ... kennzeichnend. Positive Impulse kamen vom Außenhandel, was aber vor allem auf einen signifikanten Rückgang der Importe zurückzuführen ist."


Was macht nun Minister Glos, vielleicht auch aus Rücksicht auf seine um die Mehrheit in Bayern zitternde Partei, daraus? Er setzt über seine zeitgleich mit dem Statistischen Bundesamt verbreitete Presseerklärung die Schlagzeile : "Gebremstes Wachstum - aber kein Einbruch". Und wärend das Statistische Bundesamt erst im dritten Absatz seiner Erklärung den besser aussehenden Vorjahresvergleich bringt, wird der beim Bundeswirtschaftsminister sofort relativierend angeschlossen: "... lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal 2008 preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,5 Prozent niedriger als im Vorquartal. Im Vorjahresvergleich stieg das BIP im zweiten Quartal hingegen um real 3,1 Prozent, kalenderbereinigt um 1,7 Prozent." Da werden die nicht bereinigten plus 3,1 % gegen die minus 0,5 % ausgespielt.

Dieser Trick hat funktioniert, und so halten viele Journalisten in Fernsehen und Presse sofort die 3,1 % mit hoch, auch wenn das der, nicht einmal bereinigte, Schnee von gestern ist. Der "dumme" SPIEGEL meldet sogar: "Der Bundeswirtschaftsminister verweist darauf, dass die Wirtschaft von April bis Juni im Vorjahresvergleich kalenderbereinigt um 1,7 Prozent gewachsen ist - real sogar um 3,1 Prozent". Da läßt die geänderte Reihenfolge das "real" fälschlich als ebenfalls kalernderbereinigt erscheinen.

Doch Minister Glos tut noch ein Übriges. Er faßt beschönigend das abreißende 2. Quartal mit dem 1. Quartal zusammen und stellt dann fest: " .. ist das Wachstum über das ganze erste Halbjahr betrachtet in eine moderate Aufwärtsentwicklung eingeschwenkt." Was der Minister "moderat" nennt, ist übrigens ein durchschnittliches Quartalswachstum von nur 0,38 %, also auf Deutsch fast eine Stagnation.

Daran schließt sich dann noch das Spiel mit der Saisonbereinung an. Während der Minister das 1. Quartal noch bejubelt hat, wird es jetzt als Vergleichsquartal schlicht disqualifiziert: "Eine technische Gegenreaktion zum - auch witterungsbedingt - überzeichneten guten ersten Quartal war allgemein erwartet worden." Hier ist noch anzumerken, daß das Statistische Bundesamt das phänomenale Ergebnis des 1. Quartals 08 von urspünglich bekannt gegebenen 1,53 % (Jahresrate 6,1 %) schon selbst kleinlaut auf nur noch 1,27 % (Jahresrate 5 %) herunterkorrigiert hat.

Doch dem Minister reicht auch das noch nicht. Deshalb bekommen wir gleich noch eine zusätzliche Beruhigungspille: "Aber durch die Anpassungsleistung der Betriebe und Arbeitnehmer sowie die wirtschafts- und finanzpolitischen Reformen, hat sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandskraft der deutschen Wirtschaft gegenüber weltwirtschaftlichen Risiken und Belastungen ein gutes Stück verbessert." Der deutsche Michel soll weiter ruhig schlafen dürfen und vor allem Geld ausgeben.

Dagegen versäumt der Minister, die bedrohlichen Hinweise des Statistischen Bundesamts auch nur zu erwähnen. So werden uns denn die rückläufige Konsumausgaben der privaten Haushalte, die ja nichts mit dem milden Winter zu tun haben, und geringeren Anlageinvestitionen unterschlagen und vor allem, daß ein signifikanter Rückgang der Importe zum Wachstum beigetragen hat, also eine Negativentwicklung, die nur künstlich positiv zu Buche schlägt, weil die Handelsbilanz als Differenz von Import und Export in die Berechnung der Wirtschaftsleistung eingeht. Damit wird der müde Export durch den noch müderen Import wachstumswirksam überspielt.

Am Ende ist alles ein sehr deutlicher Einbruch, und der wird leider weitergehen.

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global news 1180 14-08-08: Die deutsche Wirtschaft schrumpft zum ersten Mal seit 4 Jahren
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Das Statistische Bundesamt hat heute in einer Schnellmeldung das Wirtschaftswachstum im 2. Quartal 2008 bekannt gegeben. Es war eine Schrumpfung um 0.5 % gegenüber dem 1. Quartal (Abb. 14510) und ein bescheidener Zuwachs von 1,7 % gegenüber dem 2. Quartal 2007 (Abb. 14003).



Bei Betrachtung der Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung des 2. Quartals 2008 sollte man sich zunächst an den Bundeswirtschaftsminister und seine Presseerklärung zu den Ergebnissen des 1. Quartals erinnern: "Nach einer schwächeren Entwicklung zum Jahresende 2007 hat das Wachstum in den ersten Monaten dieses Jahres erfreulicherweise wieder deutlich Fahrt aufgenommen. Die sich festigende Binnenkonjunktur wirkt den gestiegenen Unsicherheiten im internationalen Umfeld entgegen und stärkt so die Wachstumsperspektiven." Das Statistische Bundesamt hatte eine Wachstumsrate ausgewiesen, die auf das Jahr bezogen phantastische 6,1 % auswies (jetzt auf 5 % nach unten korrigiert). Die Bundesregierung triumphierte, und die ganze Welt bewunderte Deutschland.

Tatsächlich hatte, entgegen allen Beschwörungen, der private Konsum zum Wachstum sehr wenig beigetragen. Der wesentliche Wachstumsbeitrag kam statt dessen, vom Statistischen Bundesamt nicht ausreichend klargestellt, einerseits aus der trotz des milden Winters vorgenommenen starken Saisonbereinigung nach einer längst nicht mehr passenden Methode. Andererseits lag die Hälfte des Gesamtzuwachses an einem Vorratsaufbau bei den Investitionen, was eigentlich kein gutes Zeichen ist, weil die Vorräte wieder abgebaut werden. Ich schrieb damals: "Nach der künstlichen Aufhübschung der Ergebnisse riecht es für das 2. Quartal umso mehr nach Rezession."

Nun ist es genauso gekommen. Das zweiten Quartal ist mit einem Minus von 0.5 % auf die düsteren weltwirtschaftlichen und deutschen Realitäten zurückgefallen. Damit liegt das durchnittliche Quartalswachstum der drei letzten Quartale (4. Quartal 07 bis 2. Quartal 08) bei einem Jahreswert von nur noch 1,5 %. Das minus 0.5 % des zweiten Quartals korrigiert dabei ziemlich genau den Ausrutscher von plus 1,3 % nach oben im ersten (Abb. 14509).


Vom 4. Quartal 05 bis 1. Quartal 07 hatte das durchschnittliche Quartalswachstum auf Jahreswachstum umgerechnet noch 3,0 % betragen. Die Wachstumsrate von nur noch 1,5 % vom 4. Quartal 07 bis 2. Quartal 08 markiert nun einen starken Einbruch auf fast ein Viertel. Bei 1,5 % Wachstum entstehen auch kaum neue Arbeitsplätze mehr, weil der Produktivitätszuwachs ähnlich hoch ist. Wie die Bundesregierung nach eigener Erklärung glaubt, ihre Wachstumsprognose von 1,7 % für 2008 immer noch halten zu können, bleibt ihr Geheimnis. Ebenso natürlich, wie sie in öffentlichen Erklärungen von Vollbeschäftigung träumen kann. Für 1,7 % Jahreswachstum müßte das Quartalswachstum im dritten und vierten Quartal von -0.5 % im 2. Quartal wieder auf eine Quartalsrate von 0,14 % ansteigen. Angesichts der weltweiten Eintrübung mit Einbruch im Export, der starken Verteuerung von Rohstoffen und Energie und der besonders großen Kaufzurückhaltung der deutschen Verbraucher ist das ziemlich unwahrscheinlich. Wahrscheinlich müssen wir im 2. Halbjahr eher mit weiteren Minuswerten rechnen. Unverständlich auch, wie Bundesminister Glos das heutige Ergebnis so kommentieren kann: "Gebremstes Wachstum - aber kein Einbruch".

Dafür sprechen auch der Rückgang in den Industrieaufträgen (Abb. 04569), im Einzelhandelsumsatz (Abb. 04943) und die stagnierenden bis rückläufigen KfZ-Zulassungen (Abb. 14061).




Außerdem geht die Zahl freier Stellen deutlich zurück - seit Januar 2007 um knapp 250.000 und seit dem 1. Quartal 2008 noch einmal um 12.000 auf jetzt 946.000.

Der EU-Vergleich mit dem Vorjahr liegt Deutschland im unteren Mittelfeld, wobei allerdings viele Länder die Ergebnisse des 2. Quartals noch nicht veröffentlicht haben (Abb. 12914).


Nach den gestrigen Zahlen von Eurostat ist die europäische Industrieproduktion im Durchschnitt der Monate Mai und Juni 08, wie die deutsche, um fast 1 % gefallen (Abb. 13493). Die Stimmung in der EU wird immer mieser, wie die gestrige Ifo-Umfrage unter 273 Top-Managern mit der stärksten Eintrübung seit 15 Jahren zeigt (Abb. 13507). Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich in fast allen 15 Ländern des Euroraums. Besonders negativ fielen die Urteile zur derzeitigen wirtschaftlichen Situation in Italien, Spanien, Portugal, Irland und Belgien aus.



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global news 1179 13-08-08: Ein klassischer Fall von Sozial- und Umweltdumping und die Folgen
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Zwei kleine Meldungen in der Presse von heute. Erstens: Chinas Export legte im Juli trotz der Krisenerscheinungen in vielen Abnehmerländern um phänomenale 27 % gegenüber dem Vorjahr zu und im Zeitraum Januar bis Juli immer noch um 23 %, so daß das deutsche Exportvolumen in 2008 erreicht werden wird (Abb. 08001). Zweitens: Osram hat den Kampf um eine Beibehaltung des Anti-Dumping-Zolls auf Energiesparlampen aus China aufgegeben und schließt nun einen Stellenabbau nicht aus.


Der 2001 eingeführte Anti-Dumping-Zoll lag bei zwei Dritteln des Wertes der chinesischen Produkte und zeigt damit die enorme Preisunterbietung. Bei der Produktion von Energiesparlampen kommt die extrem billige chinesische Arbeitskraft zum Tragen (vor allem Frauen am Fließband), wozu das Fehlen unabhängiger Gewerkschaften und Streikverbote beitragen. Aber auch die künstlich niedrig gehaltenen Energiekosten. spielen bei der energieaufwendigen Glasproduktion für die Lampen eine Rolle. Dabei finden Energieproduktion und -verbrauch in China mit weit schlechteren Ausnützungsgraden und dementsprechend höheren Emissionen statt (Abb. 07062). Dort wird pro Einheit an Bruttoinlandsprodukt bis zu zweimal so viel CO2-Emission erzeugt wie in der Eurozone, bei bis zu fast dreimal soviel Verwendung von "schmutziger" Kohle auf der Basis veralteter Kraftwerkstechnik in der Stromerzeugung.


Osram mußte aufgeben, weil die anderen EU-Länder mehr an billigsten Importen als an Arbeitsplätzen bei Osram interessiert sind. Es ist das übliche Bild, bei dem sich die Einfuhrinteressen vor allem aus Ländern, die bestimmte Produktionen selbst nicht betreiben, durchsetzen. China kann diese Interessen zugunsten seiner Dumpingstrategie auspielen. Die Energieeinsparung in der EU wird nun also mit Produkten aus einem Land betrieben, das selbst sehr wenig zur Bekämpfung des Treibhauseffektes beiträgt. Hinzu kommt der energieaufwendige Transport chinesischer Produkte um den Globus herum.

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global news 1178 13-08-08: Wenn die Großhandelspreise stärker steigen als die Einfuhrpreise
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Wie muß man es verstehen, wenn die Großhandelspreise mit einer Jahresrate von 9,9 % noch stärker steigen als die Einfuhrpreise mit zuletzt 8,9 % (Abb. 14465)?


Dieses 27-Jahre-Hoch verrät zumindestens Eines: Die deutschen Produzenten, deren Produkte in den Großhandel mehr noch eingehen als die Importwaren, drehen kräftig an der Inflationsschraube. Was sollen da alle die Ermahnungen an die Gewerkschaften, sich mit Lohnforderungen zurückzuhalten? Hier ist schlicht ein Verteilungskampf im Gange, bei dem die Unternehmen und ihre Kapitaleigner sich zu Lasten der deutschen Arbeitnehmer als Verbraucher durchsetzen. Außerdem wird wahrscheinlich ein Teil des Exports ebenfalls zu Lasten der deutschen Verbraucher subventioniert, um Exportmärkte trotz flauer Konjunktur zu halten, wie die viel geringere Steigerung der Ausfuhrpreise um nur 2,7 % zeigt. Soweit Unternehmen die gleichen Produkte im Ausland und Inland verkaufen, ist solche Quersubventionierung durchaus denkbar.

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global news 1177 12-08-08: Chinesische Industriegüterproduktion zieht im nächsten Jahr an der der USA vorbei
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Im Auftrag der Financial Times hat Global Insight, ein amerikanisches Beratungsunternehmen, die Anteile der USA, Chinas und anderer Industrieländer an der globalen Produktion von Industriegütern berechnet. Die Berechnung fand auf der Basis des Mehrwertes statt, also unter Abzug des Wertes von Vorprodukten, Rohstoffen und zur Produktion notwendiger Dienstleistungen. Danach hatte die USA im vergangen Jahr mit 20 % noch klar die Führung vor China, wird aber Ende des kommenden Jahres mit nur noch 16 % schon hinter China mit 17 % liegen (Abb. 08152).


Chinas Anteil, der 1990 noch bei nur 3 % lag soll bis 2025 steil weiter bis auf 35 % steigen (Abb. 08151), der amerikanische weiter auf nur noch 10 % fallen. Deutschland wird, wie die USA und Frankreich auch Anteile verlieren, soll aber seinen vierten Rang dann hinter China, USA und Japan halten können, wobei jedoch mit Korea und Indien zwei weitere asiatische Länder auf den fünften und siebten Rang aufrücken werden, während Frankreich auf den sechsten Rang zurückfallen soll. Unter den ersten sieben Ländern werden also allein vier aus Asien sein.


China hat zusammen mit Indien die letzte Doha-Zollsenkungsrunde der Welthandelsorgansation nicht zuletzt deshalb platzen lassen, weil es sich in einigen Jahren ein weit größeres weltwirtschaftliches Gewicht zutraut und dann noch mehr Entgegenkommen der alten Industrieländer erwartet.

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global news 1176 10-08-08: Die USA können wieder Dollar drucken
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Nun sieht es so aus, als könnten sich die USA mit gewaltigen öffentlichen Ausgaben und der staatlichen Übernahme der Verluste einiger großer Banken aus dem Schlimmsten der weltweiten Konjunkturkrise herauskaufen. Schlechter sieht es dagegen für Europa und gerade auch für Deutschland aus. Und so fällt der Euro gegenüber dem Dollar seit einigen Tagen (Abb. 13504).


Mit steigendem oder jedenfalls sich stabilisiertem Dollar können die USA weiter munter auf Pump leben oder notfalls auch Dollar drucken. So soll sich sich jeder Amerikaner in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt 4000 Dollar von China geborgt haben. Aber auch die Bundesbank hat aus dem deutschen Handelsbilanzüberschuß mit den USA und anderen Dollarländern erhebliche Dollarbestände, bzw. amerikanische Schatzpapiere. Die amerikanische Handelsbilanz bleibt jedenfalls stark negativ (Abb. 0302) und das Haushaltsdefizit explodiert gespenstisch (Abb. 05087).



Die derzeitige Erholung des Dollar hängt auch mit chinesischen Dollarkäufen zusammen. China tut derzeit alles, um trotz schwächerer Weltkonjunktur und steigenden Transportkosten seinen gigantischen Export zu halten. Bei einer in China zweistelligen Inflationsrate steigen zwar auch die Löhne in China, doch ist der Unterschied zu denen bei uns und in anderen alten Industrieländern noch so enorm, daß der chinesische Export allein darunter kaum leiden wird. Bei den Transportkosten kommt es wegen der höheren Ölpreise zwar zu erheblichen Steigerungen, aber dafür sind die Kosten noch viel stärker in der Vergangenheit gefallen; beispielsweise sanken die Kosten für Luftfracht seit 1950 um fast 90 Prozent. Dagegen wird der chinesische Export nun durch die sich bei uns und anderswo anbahnende Rezession bedroht. In Abwehr dieses Effektes kauft die chinesische Führung neuerdings wieder verstärkt Dollar und wertet damit den Renmimbi gegenüber dem Dollar ab (Abb. 08150). Ein schwächerer Renimimbi stützt dann den chinesischen Export in alle Welt.


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global news 1175 09-08-08: Nach Auftrags- und Produktions- nun auch weiterer Umsatzeinbruch der Industrie
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Das Statistische Bundesamt setzt zwar über die heutige Meldung zum Industrieumsatz die Schlagzeile "Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe im Juni 2008: Real + 1,5% zum Vorjahr", doch ist das schon der "Schnee von gestern". Verglichen mit dem Januarwert ist der Umsatz kalender- und saisonbereinigt bereits um 3,0 % geschrumpft - der fünfte monatliche Rückgang in Folge. Besonders hart traf es den Inlandsumsatz mit 3,4 % und hier den der Konsumgüterindustrie mit 5,8 % (Abb. 04910).


Die Rückgänge im 2. Quartal gegenüber dem ersten fallen sehr deutlich aus und lassen eine ausgeprägte Schrumpfung der Gesamtwirtschaft im 2. Quartal erwarten, deren Entwicklung in der nächsten Woche bekannt gegeben wird. So sind die Aufträge um 4,1 %, die Produktion um 1,6 % und der Umsatz um 2,0 % zurückgefallen. Der Export sank um 0,4 %.

Erinnern wir uns noch? Erst vor wenigen Wochen hat der Bundeswirtschaftsminister zu den Ergebnissen des 1. Quartals erklärt: "Nach einer schwächeren Entwicklung zum Jahresende 2007 hat das Wachstum in den ersten Monaten dieses Jahres erfreulicherweise wieder deutlich Fahrt aufgenommen. Die sich festigende Binnenkonjunktur wirkt den gestiegenen Unsicherheiten im internationalen Umfeld entgegen und stärkt so die Wachstumsperspektiven." Das Statistische Bundesamt hatte eine Wachstumsrate ausgewiesen, die auf das Jahr bezogen phantastische 6,1 % auswies. Die Bundesregierung triumphierte, und die ganze Welt bewunderte Deutschland. Dagegen war diese Zahl durch eine falsche Saisonbereinigung und einen temporären Lageraufbau total irreführend. Jetzt droht die Rezession mit allen Folgen für den Arbeitsmarkt, selbst wenn auch dies noch von Bundesregierung und dem Gros der Wirtschaftsforschung geleugnet wird.

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global news 1174 08-08-08: Deutschen Industrieproduktion sinkt im 2. Quartal 08 um 1,6 %, Export sinkt um 0,4 %
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Nach den heute veröffentlichen Ergebnissen der Industrieproduktion ergab sich zwar im Juni ein leichtes Plus von 0,2 gegenüber Mai, jedoch lag das Ergebnis im 2. Quartal 08 um 1,6 % unter dem 1. Quartal 08 (Abb. 04306). Damit zeichnet sich auch von dieser Seite ein enttäuschendes Ergebnis für das Gesamtwachstum des 2. Quartals ab.


Der Export verzeichnete im Juni preis-. saison- und kalenderbereinigt einen Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat von 3,7 %. Jedoch sank er im 2. Quartal um 0,4 % gegenüber dem ersten. Leider setzt das Statistische Bundesamt über die Meldung des Anstiegs gegenüber dem Vorjahresmonat die stark irreführende weil unbereinigte Zahl von 7,9 % und prompt wird nur diese Zahl in den Medien aufgegriffen. Der Trend in gleitenden 3-Monatsschritten ist weiterhin negativ (Abb. 14481) und wird angesichts des starken Einbruchs bei den Auslandsaufträgen auch so bleiben.


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global news 1173 07-08-08: Weiterer Einbruch bei den Industrieaufträgen
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Nach den heutigen Daten des Statistischen Bundesamts hat sich der Einbruch bei den Industrieaufträgen Im Juni verstärkt fortgesetzt. Seit November letzten Jahres sind sie bereits um 8,7 % zurückgefallen, darunter die Inlandsaufträge um 4,8 % und die des Auslands sogar um 12,3 % (Abb. 04569). Damit dürfte sich die Exportsituation, die bisher die Konjunktur abgestützt hat, weiter verschlechtern.


Auch vom KfZ-Markt ist keine Entlastung zu erwarten. Nach den neuesten Zulassungszahlen für PKW von Juli setzt sich der stagnierende Trend fort (Abb. 14061).


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global news 1172 06-08-08: Zurück zur Realität: Von 2,6 % zu nur noch 1,0 % Jahreswachstum
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Das mit einer zweifelhaften alten Saisonbereinigung, als gäbe es noch strenge Winter wie früher, auf 1,5 % noch oben manipulierte Wachstum des ersten Quartals 2008 (entspricht einer Jahresrate von 6,1 %!) fällt nun im zweiten Quartal auf die düsteren Realitäten zurück. Nach Süddeutsche Zeitung von heute wird das Statistische Bundesamt in der kommenden Woche verkünden, daß die deutsche Wirtschaft im 2. Quartal gegenüber dem ersten um 1 % geschrumpft ist. Damit liegt das durchnittliche Quartalswachstum der drei letzten Quartale (4. Quartal 07 bis 2. Quartal 08) dann bei einem Jahreswert von nur noch 1,0 %. Das minus 1 % des zweiten Quartals korrigiert dabei ziemlich genau den Ausrutscher nach Oben im ersten (Abb. 14509).


Vom 4. Quartal 05 bis 1. Quartal 07 hatte das durchschnittliche Quartalswachstum auf Jahreswachstum umgerechnet noch 3,7 % betragen. Die Wachstumsrate von nur noch 1,0 % vom 4. Quartal 07 bis 2. Quartal 08 markiert einen starken Einbruch auf fast ein Viertel. Bei 1 % Wachstum entstehen auch keine neuen Arbeitsplätze mehr, weil der Produktivitätszuwachs höher ist.

Wie die Bundesregierung nach eigener Erklärung glaubt, ihre Wachstumsprognose von 1,7 % für 2008 immer noch halten zu können, bleibt ihr Geheimnis. Das durchschnnittliche Quartalswachstum müßte dafür im dritten und vierten Quartal wieder auf eine Jahresrate von 1,2 % ansteigen. Angesichts der weltweiten Eintrübung und der besonders großen Kaufzurückhaltung der deutschen Verbraucher ist das ziemlich unwahrscheinlich. Wahrscheinlich müssen wir im 2. Halbjahr eher mit Minuswerten rechnen.

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global news 1171 05-08-08: Deutsche Großunternehmen gehen immer mehr fremd
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Nach den Gutachten der Monopolkommission vom Juli 2006 und Juli 2008 haben die 10 größten Unternehmen allein zwischen 2002 und 2006 ihren Wertschöpfungsanteil in Deutschland von 70 % auf 57 % zurückgeführt (Abb. 14507).


Mit diesem starken Anwachsen des Auslandsanteils an der Produktion haben sich die Unternehmen zugleich immer mehr von den Interessen Deutschlands, z.B. in der Beschäftigung, abgenabelt.

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global news 1170 04-08-08: Die Deutschen sparen vor allem an Lebensmitteln
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Nach der neuesten Statistik des Statistischen Bundsamts setzte sich die Talfahrt des deutschen Einzelhandels auch im Juni fort (Abb. 04943).


Besonders auffällig ist, wie stark mit minus 4,2 % gegenüber Vorjahr im ersten Halbjahr 2008 an Nahrungsmitteln gespart wurde (Abb. 14506). Hier zeigt sich, wie unterschiedlich die Inflation je nach Einkommensverhältnissen zuschlägt. Die vielen Geringverdiener, Sozialleistungsempfänger und Rentner geben einen hohen Anteil ihres Einkommens für Nahrung aus und müssen, da hier die Preise besonders stark gestiegen sind, entsprechend stark sparen. Das drückt dann auch den Durchschnitt entsprechend nach unten. Man muß also vermuten, daß diese Einkommensgruppe allein ihren Einkauf an Nahrungsmitteln noch um ein Vielfaches der 4,2 % zurückfahren mußte.


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global news 1169 01-08-08: Der Beschäftigungsaufbau stagniert
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Je weniger günstig die Entwicklung am Arbeitsmarkt desto gewaltiger die Schönfärbung. Da stagniert die Beschäftigungsentwicklung und verliert der Abbau an Arbeitslosigkeit immer mehr an Fahrt, und sofort werden solche Zeichen in den knalligen Überschriften der Bundesregierung unterschlagen. Bundesarbeitsminister Scholz: "Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bleibt robust." Glos: "Weiterhin positive Impulse vom Arbeitsmarkt". Die Arbeitsmarktzahlen vom Juni 08 geben bei aller Beschönigung und statistischen Manipulation wenig Anlaß zu solcher Vollmundigkeit:

    Die nicht saisonal bereinigte wie die bereinigte Zahl der Arbeitslosen geht immer weniger zurück.
    Der Aufbau an Beschäftigung ist in die Stagnation geraten. Das Stellenangebot geht seit Monaten zurück.
    2,7 Mio Arbeitslosengeldempfänger gelten nicht als arbeitslos.
    Schon fast 5 Millionen werden nur geringfügig entlohnt.
    Im internationalen Vergleich hat Deutschland weiter die meisten Langzeitarbeitslosen und liegt auch bei den Arbeitslosen insgesamt im unteren Drittel.

1. Saisonbereinigte Zahlen

Saisonbereinigt geht die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr deutlich geringer zurück als in den Vorjahren, im Juli nur noch um 20.000 gegenüber Juni (Abb. 04772). Der Beschäftigungsaufbau als Anteil an der Gesamtbeschäftigung hat sich seit Beginn des Jahres Monat für Monat deutlich abgeschwächt und fiel im Juli mit einem Plus gegenüber Vormonat von nur 0,02 % praktisch in die Stagnation (Abb. 14041).



2. Unbereinigte Zahl der Beschäftigten und Arbeitslosen

Die so wichtige Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat in den 4 Jahren seit 2004 nur um 4,1 % zugenommen (Abb. 04008). Erst recht zeigt sich eine enttäuschende Entwicklung, wenn man langfristig mit 1995 vergleicht. Da ist der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an allen Beschäftigten von 75,0 % in 1995 auf nur noch 68,2 % im Mai 2008 zurückgefallen. 2,17 Mio sozialversicherungspflichtig Beschäftigte übten zusätzlich einen geringfügig entlohnten Nebenjob aus - gegenüber dem Vorjahr 147.000 oder 7,2 % mehr -, was die teilweise minderwertige Qualität auch der versicherungspflichtigen Beschäftigung zeigt.


Die amtlich ausgewiesene unbereinigten Zahl der Arbeitslosen stieg im Juli entsprechend der Jahreszeit um 1,6 % gegenüber Juni auf 3,2 Mio (Abb. 04595). Doch bereits seit mehr als einem Jahr verlangsamt sich nun der Abbau der Arbeitslosigkeit sehr deutlich (Abb. 14042).



3. Struktur-Effekte der Beschäftigung: Mc Jobs

In den Worten der Bundesagentur: "Vor allem bei unternehmensnahen Dienstleistungen gab es einen kräftigen Anstieg (+5,6 Prozent bzw. +203.000), der wiederum zum größten Teil von Arbeitnehmerüberlassung getragen wird." Arbeitnehmerüberlassung ist die vornehme amtsdeutsche Umschreibung für Leiharbeit. Im Klartext: 36 % der Gesamtzunahme an Erwerbstätigkeit über ein ganzes Jahr entfällt zum größten Teil bereits auf unsichere und in der Regel schlecht bezahlte Zeitverträge (Abb. 04970).


Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten, die nicht als arbeitslos gemeldet werden, liegt weiterhin sehr hoch. Sie hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Mai 4.83 Mio oder 31.000 mehr als im Vorjahr betragen.

Abb. 04922 zeigt, in welchem großem Umfang der Rückgang der Arbeitslosigkeit durch prekäre Arbeitsverhältnisse und die demographische Entwicklung bestimmt ist. Leider verrät uns die Bundesagentur nicht, obwohl ihr die Zahl bekannt sein sollte, wie viel des Rückgangs an Arbeitslosigkeit auf der von ihr angedeuteten systematische Überprüfung des Arbeitslosenstatus beruht. Außerdem wird uns nicht verraten, wieviele derer über 58 Jahre nach der neuen gesetzlichen Regelung nun nicht mehr als arbeitslos geführt werden.


Diese Struktureffekte zeigen sich auch im Auseinanderklaffen der Zahl der Arbeitslosen und der Arbeitslosengengeldempfänger, von denen nur knapp 55 % als arbeitslos registriert werden (Abb. 04980); vor zwei Jahren wurden noch mehr als 71 % registiert. Die Arbeitslosenstatistik ist also immer weniger aussagefähig. Wer staatliche Stütze braucht, hat keinen richtigen Job.


4. Internationaler Vergleich

Auf der Basis der letzten Eurostat-Erfassung für das 4. Quartal 2007 verzeichnet Deutschland den höchsten Anteil an Langzeitarbeitslosen in den Alt-EU-Ländern (Abb. 04022).


Auch sonst ist im internationalen Vergleich die deutsche Arbeitslosigkeit auf dem 14. Platz von 18 Vergleichsländern immer noch sehr hoch, zumal alle größeren bis auf Frankreich und Spanien wesentlich niedrigere Raten haben (Abb. 04068). Angesichts des deutschen Dauertriumphes bei den Arbeitsmarktdaten sollte man die der Nachbarn zur Ernüchterung im Auge behalten.


Eine ausführlichere Analyse enthält der neue Schwerpunkt.

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global news 1168 31-07-08: China und die Welthandelsorganisation
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Erst kämpfte die Bundesregierung für eine in 2001 beschleunigte Aufnahme des Staatshandelslandes China in die eigentlich nur für Marktwirtschaften geschaffene liberale Welthandelsorganisation (WTO). Und dann blockiert ausgerechnet China den Abschluß der von der Bundesregierung stark unterstützten Doha-Runde zur weiteren neoliberalen Öffnung der Märkte. Neben Indien und den USA war China das dritte Land, das ein Veto eingelegt hat.

Wirtschaftsstaatssekretär Pfaffenbach in seiner heutigen Presseerklärung zur einstweilen gescheiterten Zollsenkungsrunde: "Ein Kernproblem der Doha-Runde besteht aber darin, dass große und auch wettbewerbsfähige Schwellenländer sich hinter dem selbst gewählten Status als Entwicklungsland verstecken, um sich eigenen Zugeständnissen zu entziehen." Der letzte Satz verrät in diplomatischer Sprache den Ärger auch über China.

Tatsächlich besteht China trotz seiner riesigen Exportüberschüsse auf einem relativ hohen Zollschutz im Industriebereich. Dort liegt der durchschnittliche Zollsatz derzeit für China bei 9,1 %, für die EU dagegen nur bei 3,9 %. Der Anteil völlig zollfreier Einfuhren an den Importen von Industriegütern lag 2005 für China bei nur 43,6 % dagegen für die EU bei 58,8 %. Im besonders kritischen Automobilbereich beharrte China jetzt auf dem hohen Zollsatz von 18 %, während die EU bereit war, ihren Zollschutz auf nur noch 4,5 % abzusenken.

Hinzu kommt, daß China wieder angefangen hat, seinen Wechselkurs gegenüber dem Dollar und erst recht dem Euro nach unten zu manipulieren, um so einen angesichts der riesigen Handelsbilanzüberschüsse mit der Eurozone unfairen Wettbewerbsvorteil zu gewinnen. So ist der Wert des Renmimbi verglichen mit dem Euro seit Mitte März administrativ bereits um mehr als 4 % nach unten gedrückt worden (Abb. 08132 zeigt umgekehrt den Anstieg des Eurokurses).


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global news 1167 30-07-08: Entwicklung der Tariflöhne kaum über der Inflationsrate
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Selbst die von den Gewerkschaften gefeierten und von Arbeitgebern und EZB kritisierten deutschen Tariflohnerhöhungen haben im Lichte der Inflation wenig an zusätzlicher Kaufkraft gebracht. Zwar lagen sie nach der heutigen Meldung des Statistischen Bundesamts nominal im April um 3,5 % über dem Vorjahr, doch waren das real nur etwa 1 %. Das Statistische Bundesamt schreibt dazu: "Der vergleichsweise hohe Anstieg der Tarifverdienste ist vor allem auf die bereits bis einschließlich Januar 2008 wirksam gewordenen Tariferhöhungen zurückzuführen. Seither stiegen die Tarifverdienste im Durchschnitt lediglich um 0,7 %." Legt man bei solchen Schwankungen einen gleitenden Durchschnitt von 4 Quartalen an, so sind in den letzten 4 Quartalen real nur knapp 0,4 % für die Angestellten und knapp 0,7 % für die Arbeiter hinzugekommen (Abb. 14504).


Wie unverantwortlich die deutschen Medien mit solchen Statistiken umgehen, zeigt wieder einmal der SPIEGEL, indem der die total irreführende Schlagzeile setzt: "Tariflöhne steigen so stark wie seit zwölf Jahren nicht" und dann den Vorbehalt des Statistischen Bundesamtes ("Der vergleichsweise hohe Anstieg der Tarifverdienste ist vor allem auf die bereits bis einschließlich Januar 2008 wirksam gewordenen Tariferhöhungen zurückzuführen. Seither stiegen die Tarifverdienste im Durchschnitt lediglich um 0,7 %.") glatt unterschlägt.

Von solch bescheidenen Entwicklungen der Kaufkraft konnte kein Verbraucherboom erwartet werden, auch wenn die Bundesregierung das immer wieder getan und darauf ihre Wachstumsprognosen für 2008 gestützt hat. Hinzu kommt, daß ein sehr großer Teil der Arbeitnehmer gar nicht in den Genuß dieser Tarifabschlüsse kommt, sei es in Unternehmen ohne Tarifbindung (in Westdeutschland 30 %, in Ostdeutschland 45 %) oder in der boomenden Leiharbeitsbranche. Die bei der Erwartung eines Verbraucherbooms auch immer wieder angesprochene angeblich günstige Arbeitsmarktentwicklung verkennt leider immer wieder den hohen Anteil an geringbezahlten Jobs und unsicheren Zeitverträgen. Die Zahl der Leiharbeiter nähert sich bereits einer Million (Abb. 04970). Mehr als die Hälfte der Zunahme an Arbeitnehmer beruht inzwischen auf Leiharbeit (Abb. 14991).



Als weiterer starker Dämpfer für die Kaufkraft fällt auch die real sehr negative Rentenentwicklung ins Gewicht, seit 2002 schon minus 9 % (Abb. 14107). Der Inflationsspezialist Brachinger hat errechnet, daß die Inflation die Rentner wegen der besonders betroffenen Verbrauchsgüter doppelt so stark trifft (Abb. 14505).



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global news 1166 29-07-08: Die deutschen Konsumenten können nicht mehr: Der Traum der Regierung ist tot
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Nach der neuesten Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung mußte die Konjunkturerwartung der deutschen Verbraucher im Juli erneut hohe Einbußen verkraften. Aktuell wird ein Wert gemessen, wie er so tief zuletzt im November 2005 verzeichnet wurde (Abb. 04917).


Bundeswirtschaftsminister Glos ist in seinem Versuch, ein Notprogramm für die Wirtschaftspolitik zu konzipieren, offensichtlich gestoppt worden. Dabei sind die Auftragseingänge für Investitionsgüter in Deutschland - anders als in USA - stark abgerutscht (Abb. 13503). Die Investitionsbank JP Morgan erklärt das eben mit dem Fehlen irgendwelcher gegensteuernder Regierungsaktivitäten, wie es sie in USA gibt.


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Wirtschaftsstandort

Hinweis auf mein neues Buch: "Globalisierung: Legend und Wahrheit - Eine Volkswirtschaftslehre für nicht ganz Dumme" - ist im März 2008 im Shaker-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 978-3-940459-56-5). Zur Bestellung hier.