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Rundbriefe Serie 04



global news 08-10-05: Erzeugung im produzierenden Gewerbe weiter im Abstieg

Die Erzeugung im produzierenden Gewerbe war im August 2005 weiter im Abstieg, nämlich saison- kalender- sowie Erzeugerpreisindex-bereinigt gegenüber Vorjahresmonat um 2,8 % und gegenüber August 2000 bereits um 8,8 % (Abb. 04058). Entgegen dem klaren Trend auf der Abbildung, sieht die Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit trotz der schwächeren Entwicklung im August den Trend „aufwärts gerichtet; die Auftriebskräfte dominieren weiterhin". Allerdings ist die Darstellung in der Pressemitteilung nicht real, d.h. preisbereinigt.




global news 07-10-05: Amerikanischer und deutscher Ressourcenverbrauch im Weltvergleich

global news 05-10-05: Nochmal Minijobs

Im Nachtrag zum gestrigen Rundbrief über die Minijobs bin ich gefragt worden, wie das Gewicht des Dienstleistungssektors dabei ist und wie sich diese Jobs auf einzelne Dienstleistungssparten aufteilen. Nicht weniger als 81 % der 4,7 Millionen Minijobs in ausschließlicher Beschäftigung sind im Dienstleistungsektor angesiedelt. Die Aufteilung nach Branchen zeigt den Handel, den Umgang mit Grundstücken und Wohnungen (vor allem Reinigung) sowie das Gastgewerbe an der Spitze der Entwicklung (Abb. 04079), ebenso in der Aufteilung der zusätzlichen 430.000 Dienstleistungs-Minijobs zwischen Ende März 2003 und 2004 (Abb. 04080). Anders als bei den meist vollzeitlichen Beschäftigungen im gewerblichen Bereich, können sich diese Minijobs weitgehend ohne die Konkurrenz aus der Globalisierung der Weltwirtschaft entwickeln. Dies ist einer der Gründe, warum der Dienstleistungsektor zu Lasten des gewerblichen Sektors seinen Anteil an der Beschäftigung in Deutschland ausbauen kann. Ich habe bereits darauf hingewiesen, welche gravierenden Nachteile diese von der Bundesregierung unterstützte Entwicklung zu mehr Minijobs bringt: wachsende Defizite der Sozialversicherung, da Minijobs nicht sozialversicherungspflichtig sind, und sozialer Abstieg der so Beschäftigten; außerdem ist dies in volkswirtschaftlicher Betrachtung eine der Ursachen für einen rückäufigen Anteil der Arbeitnehmereinkommen am Volkseinkommen und damit die stagnierende Binnenkonjunktur. Außerdem wachsen wegen der stärkeren Fluktuation die Unsicherheiten am Arbeitsmarkt und drückt das Niedriglohnniveau teilweise auch auf reguläre Löhne. Der neue Schwerpunkt „Neoliberaler Strukturwandel am Arbeitsmarkt - Minijobs als Antwort auf Globalisierunt?" wurde entsprechend überarbeitet: bitte hier anklicken.






global news 04-10-05: Minijobs im Vormarsch

Nach einer in Gelsenkirchen vorgelegten Untersuchung des Instituts Arbeit und Technik (IAT) müssen sich immer mehr Menschen in Deutschland als sogenannte Minijobber auf ständig wechselnde Arbeitgeber einstellen. Zwei Drittel aller Minijobber treten innerhalb eines Jahres eine neue Stelle an oder beendigen sie wieder (Abb. 04078). Arbeitnehmer mit festen Vollzeit-Stellen haben im Vergleich dazu deutlich stabilere Beschäftigungsverhältnisse.

In den vergangenen fünf Jahren hat die Zahl der geringfügigen Beschäftigungen um mehr als 30 Prozent zugenommen. Im vorigen Jahr arbeiteten bereits 15 Prozent aller abhängig Beschäftigten in einem Minijob (siehe Abb. 04076). Besonders hoch ist der Anteil derartiger Beschäftigungsverhältnisse im Dienstleistungssektor. Vor allem in Branchen mit hohen Anteilen von gering qualifizierten Beschäftigten ist zu befürchten, daß gering Qualifizierte nur noch in Minijobs Arbeit finden. Derzeit gibt es in Deutschland 4,8 Millionen Menschen, die ausschließlich einen Minijob haben. Diese Entwicklung schädigt natürlich die Kassen der Sozialversicherung schwer.

Für mehr zu Minijobs bitte neuen Schwerpunkt „Keine Jobs fürs Leben mehr – Strukturwandel am Arbeitsmarkt"
hier anklicken.






global news 03-10-05: China wird Hauptlieferant für Bekleidung nach Deutschland

China ist mit einer enormen Exportsteigerung nach Deutschland um 52 % im ersten Halbjahr zum wichtigsten Lieferanten von Bekleidung aller Art aufgestiegen. Verlierer waren vor allem Bangladesch und EU-Partner (Abb. 08036).

Allerdings überschwemmt nicht nur China derzeit die Welt mit seinen Waren. Auch Japan und Deutschland sammeln mit ihren Exporten enorme Überschüsse an. Der Unterschied ist nur, daß die Ausbeutung von Arbeitskräften in China zu niedrigsten Löhnen und ohne ausreichende Altersversicherung bei Verbot von Streiks weit größer ist, bisher dort keine volle Marktwirtschaft existiert und die Währung trotz neu eingeführter Bandbreiten manipulativ am US-Dollar hängt, dessen starke Abwertung im vergangenen Jahr der Renmimbi mitgemacht hat. Oder in den Worten des Nobelpreisträgers und Mentors der Theorie zum internationalen Handel Paul Samuelsen im Spiegel-Interview vom September 2005: „ China ist der 800 Pfund schwere Gorilla, der mitten im Wohnzimmer steht." Für mehr zu China bitte
hier anklicken.




global news 02-10-05: Geringes Vertrauen in deutsche Führungskräfte in Politik und Wirtschaft

global news 01-10-05: "The German Angst"

Nach Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts leiden 14 Prozent der Befragten im Alter von 18 bis 65 Jahren - hochgerechnet etwa 7 Millionen der gesamten deutschen Bevölkerung - im Zeitraum von einem Jahr unter einer klinisch relevanten Angststörung (Abb. 04074).

Das deutsche Wort „Angst" hat als Fremdwort in die englische Sprache Eingang gefunden, wenn auch sehr oft in der speziellen Anwendung auf Deutschland als „The German Angst" . Die neue Phase der Globalisierung hat weltweit in den Industrieländern den Angstpegel erhöht. In Frankreich hat man von einer neuen großen Angstwelle des Jahrtausends gesprochen. Andere nannten es schlicht „das Zeitalter der Angst". Die Führungseliten in Politik und Wirtschaft sind offensichtlich nicht imstande, die Angst von den Menschen zu nehmen; dazu ist auch der Graben zwischen beiden Seiten zu tief. Nach internationalen Umfragen renomierter Institute, z.B. im Auftrag des "World Economic Forum" oder des Marshall Fund, gibt es derzeit in kaum einem anderen Land der Welt so viel Ablehnung der politischen und wirtschaftlichen Führungsgarnitur wie in Deutschland und denken in Deutschland höhere Anteile der Befragten negativ über Globalisierung als vor allem in den angelsächsischen Ländern (Abb. 04073). Für mehr bitte neuen Schwerpunkt "Deutsche Ängste"
hier anklicken.






global news 30-09-05: Arbeitslosigkeit im September

global news 29-09-05: Neue Bundesländer – Der soziale Abstand wächst

Der soziale Abstand zwischen Deutschland-Ost und –West wächst seit einigen Jahren wieder. Besonders deutlich zeigt sich das Auseinanderdriften bei der Verteilung der am Markt erwirtschafteten Einkommen (d. h. vor Sozialleistungen): So wurde im Jahr 2004 in Ostdeutschland im Durchschnitt nur noch 63 Prozent des westdeutschen Markteinkommens und damit der niedrigste Wert seit dem Mauerfall erzielt (Abb. 10004, nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im Wochenbericht v. 13. 7. 2005). Diese Ungleichheit der Markteinkommen ist angesichts der Tatsache, daß im Jahr 2004 bereits über 40 Prozent der Ostdeutschen entweder selbst oder indirekt von Arbeitslosigkeit eines Haushaltsmitglieds betroffen sind, durch Umverteilung nicht mehr im bisherigen Ausmaß zu korrigieren. Auch gelingt es den NBL schon seit 1996 nicht mehr, ihren Abstand beim Bruttosozialprodukt zu verringern (Abb. 10005). Für mehr zu diesem Thema bitte hier anklicken.






global news 28-09-05: US-Risiken für die Weltwirtschaft

Nach dem Financial Markets Stability Report des IWF vom September 2005 zogen die USA über 70 % des weltweiten Kapitalimports auf sich. Die amerikanische Sparquote liegt nun schon nahe null (Abb. 12043). Japan, Deutschland und China sind in dieser Reihenfolge durch ihre Exportüberschüsse die größten Kapitalexporteure. Die beigefügte Abbildung 02013 zeigt, wie ungleichgewichtig die globale Kapitalmarktsituation geworden ist, bei der die eigentlichen Entwicklungsländer unter den Kapitalimporteuren keine große Rolle mehr spielen und viele als Schwellenländer, wie China, sogar Kapitalexporteure geworden sind. In den Worten des früheren Wirtschaftsberaters von Präsident Clinton: "Time may be running out to deal with imbalanced trade between the US, Asia and oil exporters. I am concernded that the past few weeks have pushed us further to the tipping point on global imbalances." Für mehr zum Thema "US-Risiken", bitte hier anklicken.






global news 27-09-05: Wertpapieranlagen im Ausland

global news 26-09-05: Anstieg der Armut in Deutschland

global news 25-09-05: Globaler Verlust an Regenwald

global news 24-09-05: Deutscher Kapitalmarkt weit unter „Globalformat"
(Kapitalmärkte im Vergleich, IWF vom Sept. 2005)

Der Financial Markets Stability Report des IWF vom September 2005 zeigt sehr deutlich, wie klein der deutsche Kapitalmarkt im internationalen Vergleich - gemessen am Bruttoinlandsprodukt - ist, und vor allem, wie gering die Aktienmarktkapitalisierung ausfällt (Abb. 02009 und Abb. 02010). Dazu trägt die Struktur der deutschen Wirtschaft mit vielen mittelständischen und nicht als Aktiengesellschaften organisierten Unternehmen, aber auch die Unterbewertung der deutschen Aktiengesellschaften im internationalen Maßstab bei. Diese Unterbewertung ist einer der Gründe, deutsche Aktiengesellschaften für die Übernahme durch Hegefunds und Private Equity Raider interessant zu machen. (Für mehr zu Hedgefunds bitte hier anklicken.





Außerdem finanzieren sich deutsche Unternehmen traditionell stärker über Bankkredite als den Aktienmarkt und ist es bisher trotz vieler Anläufe nicht gelungen, die Aktie als Kapitalanlage für das allgemeine Publikum, z.B. in der Altersvorsorge, so interessant wie in anderen Ländern zu machen (Abb. 02001). Die Situation in den angelsächsischen Ländern, vor allem USA und UK, ist hier grundsätzlich anders, wie die Abbildungen sehr deutlich zeigen. Die Webseite enthält jetzt einen neuen ausführlichen Schwerpunkt zu diesem Thema, bitte hier anklicken.




global news 23-09-05: "Bildungsschwach in die Globalisierung" (neuer OECD Vergleich zur Hochschulbildung)

In ihrem Bericht „Bildung auf einen Blick" vom 13. 9. 2005 ist die OECD erneut zu Ergebnissen gekommen, die Deutschland in wichtigen Kategorien auf einem der hinteren Plätze zeigen. So liegt Deutschland mit einer Hochschulabschlußquote von nur 19,5 % per Jahrgang weit unter dem OECD-Durchschnitt von 32,2 % (Abb. 13001). Noch schlimmer sieht es bei den naturwissenschaftlichen Hochschulabschlüssen aus (Abb. 13002). Auch bei der Studienanfängerquote belegt Deutschland nur einen der unteren Plätze. Mit einem finanziellen Einsatz aus öffentlichen Mitteln für Bildung von nur 4,4 % des Bruttosozialprodukts unterbietet Deutschland noch den OECD-Durchschnitt von 5,1 % und liegt weit hinter dem Spitzenreiter Dänemark mit 6,8 %, der in dieser Hinsicht mehr als die Hälfte mehr als Deutschland auf die Bildungswaage bringt (12082). Für mehr zum Thema "Bildungschwach in die Globalisierung" bitte hier anklicken (kann von dort auch als Druckversion heruntergeladen werden).








global news 22-09-05: US Handelsdefizit und Leistungsbilanz weiter im "freien Fall"

global news 21-09-05: Deutschlands "Wanderung" im Modellvergleich zwischen 2000 und 2004

Der Rundbrief vom 18. September zeigte die Armuts- und Beschäftigungsquoten im Systemvergleich nach den Eurostat-Daten für 2003 bzw. 2004. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wochenbericht v. 13. 07.05) ist allerdings die deutsche Armutsquote von 12.4 % im Jahr 2000 auf 16 % im Jahre 2004 angestiegen - bei leichtem Rückgang des Beschäftigungswertes -, was für Deutschland eine Wanderung im Modell in das ungünstige linke obere Viertel bedeutet (Abb. 12087). Diese enttäuschende Entwicklung setzt sich in der Berechnung des DIW aus einer nicht ganz so ungünstigen für die alten Bundesländer und einer sehr viel ungünstigeren für die neuen zusammen. Eurostat hat leider noch keine Werte für die Armutsquoten der anderen Vergleichsländer im Jahre 2004.

Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im Wochenbericht v. 13. 7. 05 sind fast 40 % aller Menschen in Ostdeutschland und fast 20 % aller in Westdeutschland in ihren Haushalten im Laufe des vergangenen Jahres von Arbeitslosigkeit betroffen worden, d.h. fast jeder Fünfte bzw. Zweite (Abb. 04069), insgesamt etwa 19 Millionen Menschen. Für mehr zu Arbeitslosigkeit bitte
hier anklicken.






global news 20-09-05: Global warming - Mehr Hurrikane? Weniger Öl?

Das Potential an Stürmen scheint wegen des Treibhauseffektes zuzunehmen, auch wenn die Beweisführung schwierig ist. Die Häufigkeit der stärksten Stürme ist während der letzten 35 Jahre um 80 % angestiegen (Abb. 07036). Nach eine Studie in "Science" von 2005 gab es zwischen 1975 und 1989 im westlichen Atlantik und der Karibik insgesamt 16 Hurrikane der Stärke vier oder fünf. Zwischen 1990 und 2004 waren es 25. Die Meerestemperaturen sind überall in der tropischen Zone gestiegen (um 0.5 Grad 1970–2004) und parallel dazu auch die Stärke der Hurrikane. Der Studie zufolge kann dies nicht mehr allein mit natürlichen Schwankungen erklärt werden.

Hurriane im Golf von Mexiko werden zunehmend ein Problem für die dortige Ölproduktion und tragen so zum Anstieg des Ölpreises bei, zumal die Reservekapazität in der Welt enorm zurückgegangen ist. Seit 1970 wurde jedes Jahr mehr Öl verbraucht als neu gefunden. Derzeit liegt die Reservekapazität nur bei etwa 1 Million Faß, während es Mitte der 80er Jahre noch 10 Millionen Faß waren. Saudi-Arabien, das Land mit der größten und derzeit fast einzigen Reservekapazität, warnt, daß die OPEC-Länder die erwartete westliche Nachfrage nach Öl in 15 bis 20 Jahren nicht mehr decken können. Nach Projektionen der International Energy Agency müßte die OPEC-Produktion bis 2020 von derzeit 30 Mio auf 50 Mio Faß/Tag hochgefahren werden. Saudi-Arabien befürchtet in dieser Hinsicht ein Defizit von etwa 4,5 Mio Faß/Tag in seiner eigenen Produktion. Die Entwicklung des Ölpreises geht derzeit weit über den Anstieg bei der großen Ölkrise von 1978/81 hinaus (Abb. 07010). Für mehr zu Umwelt und Globalisierung bitte
hier anklicken.






global news 19-09-05: Wachsende Diskrepanz zwischen Arbeitnehmerentgelt und Unternehmens-/Vermögenseinkommen in Deutschland

global news 18-09-05: Rheinisches-Skandinavisches-Angelsächsisches Modell: Beschäftigungsgrad und Arbeitslosenrate

Deutschland hat – zusammen mit Spanien und Frankreich – weiterhin die höchste Arbeitslosenrate vergleichbarer Länder (Abb. 04068). Es gibt einen interessanten statistischen Zusammenhang zwischen dem Beschäftigungsgrad und der Armutsrate, wobei die Länder des „angelsächsischen Modells" (Großbritannien, Irland und Portugal) hohe Beschäftigungsraten bei hoher Armut aufweisen, während es in den Ländern des „Rheinischen Modells" genau umgekehrt ist (Abb. 12083). Die beste Relation von hoher Beschäftigung bei niedriger Armut haben die skandinavischen Länder und Österreich. Die Mittelmeerländer Italien, Griechenland und Spanien haben die ungünstigste Kombination von geringer Beschäftigung und hohem Armutsniveau. Wenn Deutschland weitere Reformen braucht, kann eigentlich nur das skandinavische Modell in Frage kommen.

In Ihrem Kurzbericht 10 vom 8. 7. 2005 projektiert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit die Gesamtzahl der Arbeitslosen einschl. „Stille Reserve" für dieses Jahr auf fast 6 Millionen (Abb. 04067); das ist ein weiterer Anstieg, der im Übrigen wegen der Einbeziehung der „Stillen Reserve" nicht auf die statistische Wirkung von „Hartz IV" zurückgeführt werden kann. Für einen vollständigen Bericht zur Arbeitslosigkeit bitte
hier anklicken.








global news 17-09-05: Beschäftigung, Löhne und Inlandsumsatz im verarbeitenden Gewerbe weiter im Rückwärtsgang

global news 16-09-05: Deutschland international nur im Hinterfeld bei Bildungsausgaben und Hochschulabschlüssen

Die neue OECD-Studie „Education at a Glance" zeigt, daß das deutsche Bildungssystem in der Zahl der Hoch- und Fachhochschulabschlüsse pro Bevölkerung nur auf dem 20. Platz und erheblich unter dem OECD-Durchschnitt liegt (Abb. 12081). Auch die gesamten öffentlichen Bildungsausgaben als Anteil am Bruttoinlandsprodukt bringen Deutschland nur auf den 20. Platz unter den 28 untersuchten OECD-Ländern und weit unter den Durchschnitt (Abb. 12082). Bei einer seit Jahren rückläufigen Steuerquote (Abb. 04066) als Folge von Steuersenkungen fehlen Deutschland offensichtlich die Mittel, um in der international Konkurrenz bei Investitionen in die Zukunft mitzuhalten.








global news 15-09-05: Langfristige Entwicklung der öffentlichen Schulden

global news 14-09-05: Vergleich Europa - Asien

In der globalen Konkurrenz muß sich Europa zunehmend mit Asien auseinandersetzen. Europas Bevölkerung ist mit durchschnittlich 39 Jahren derzeit 41 % älter als die Asiens mit knapp 28 Jahren (Abb. 07034). Der Anteil der über 60-jährigen und meist im Ruhestand Lebenden ist mit 21 % gegenüber 9 % mehr als doppelt so hoch – eine enorme Belastung in der internationalen Konkurrenz. Der Zahl nach beträgt die europäische Bevölkerung heute etwa 19 % der asiatischen, wird aber bis zum Jahr 2050 auf weniger als 13 % zurückfallen (Abb. 07033). Das ebenfalls beigefügte Satelliten-Bild zeigt die asiatische Bevölkerungskonzentration bei Nacht, neben der in Europa und Nord-Amerika, als eines der drei großen Zentren; allerdings wird um 2050 diese Gegend alles andere überstrahlen (Abb. 07032). Für mehr zu "Europa gegen Asien: Wer verliert die Jobs? Oder: Wie man das Fürchten lernen kann" bitte hier anklicken.








global news 13-09-05: EU-Rennen zum unteren Ende des Wohlfahrtstaates und einer sozialen Marktwirtschaft

Die EU-Erweiterung hat ein Rennen zu niedrigen Einkommenssteuern (einschließlich der Unternehmenssteuern) ausgelöst oder jedenfalls gewaltig verstärkt, in dem sich die Länder der Alt-EU zunehmend dem besonders niedrigen Einkommensteueraufkommen pro Bruttoinlandsprodukt der Beitrittsländer anpassen (Abb. 06024). Dies gilt vor allem für einige skandinavische Länder (mit ursprünglich hohem Aufkommen), Großbritannien, Deutschland und Frankreich. Einige Beitrittsländer, wie Polen, Slowakei und Littauen, haben ihrerseits ihr ohnehin niedriges Aufkommen an Einkommenssteuer weiter abgesenkt. Im Durchschnitt lagen die Aufkommensquoten in der Alt-EU im Jahr 2003 um 55 % über denen der Beitrittsländer, während es 3 Jahre vorher noch 76 % waren. Die Absenkungsbewegungen sind damit bereits nach den bisher statistisch ausgewiesenen Jahren 2000 bis 2003 sehr deutlich erkennbar. Ein solcher Niedrigsteuerwettbewerb, wenn er sich fortsetzt, muß den Staat am Ende der Mittel berauben, die er für die öffentliche Wohlfahrt braucht und den sozialen Anspruch des europäischen Modells der Marktwirtschaft auflösen. Das gilt umso mehr, als gleichzeitig die Spitzensteuersätze, die für sozialen Ausgleich sorgen, abgesenkt werden.




global news 12-09-05: Von der britischen Regierung den Umgang mit China und Asien lernen?

Der britische Schatzkanzler Gordon Brown schreibt in der Financial Times vom 13. September: „ .. Chinesische Löhne sind nur 5 % der europäischen. Aber meine Besuche in Asien, besonders China, haben mich überzeugt, daß Asien in einem Rennen zur Spitze ist mit Investitionen in Technologie, Innovation, Wissenschaft, Bildung, mit 4 Millionen zusätzlichen Hochschulabsolventen in China und Indien jedes Jahr. .. Europa kann nur gewinnen, wenn es die Kette an Werthaltigkeit der Arbeit nach oben steigt." Wie will Gordon Brown die 20-fach höheren europäischen Löhne bei neoliberaler Gestaltung des Handels mit Wertzuwachs kompensieren, ohne auf das chinesische Sozialniveau abzusteigen? Dafür hat er keine konkreten Antworten, und natürlich gibt es keine.

Das britische Beispiel selbst zeigt die Auswegslosigkeit eines solchen Bemühens, falls gleichzeitig nach Rezept Brown an neoliberal offenen Grenzen ohne wirksamen Antidumpingschutz festgehalten werden soll, zumal das chinesische Lohndumping zugleich bei den höherwertigen Jobs stattfindet. Die Zahl der Jobs in der gewerblichen Wirtschaft hat seit 1985 um 37 % abgenommen. Die Beschäftigung in diesem Bereich ist zu großen Teilen ungeschützt ins billigere Ausland abgewandert und durch alle Formen von oft relativ unsicheren Jobs im Dienstleistungssektor, vor allem im Bereich von Finanzen/Business sowie Handel und Gastronomie ersetzt worden (Abb. 07031). Nach Berechnungen von Edmonds (King's College) und Glyn (Oxford University) kam seit 2000 unter Blair/Brown mehr als die Hälfte der zusätzlichen 750.000 Jobs von mehr Beamten. Man muß bezweifel, daß die meisten dieser Beamtentätigkeiten und der Diensleistungen, die nun z. T. zunehmend durch "outsourcing" nach Asien und Osteuropa bedroht werden, „höherwertige" Tätigkeiten sind. Die für einen Wertzuwachs entscheidenden britischen Forschungs- und Entwicklungsausgaben als Teil des Bruttoinlandsprodukts liegen bei mageren 1,93 % gegenüber 2,5 % für Deutschland. Die Zahl der Patentanmeldung zum Europäischen Patentamt pro Einwohner liegt bei nur 43 % des deutschen Wertes (2002). Das Land lebt zudem in einer prekären inneren Verschuldung und äußeren Bilanzdefiziten. Die Industrieproduktion befindet sich schon seit etwa einem Jahr in der Rezession. Gerade hat China den letzten britischen Automobilproduzenten Rover aufgekauft. Man wird von Arroganz sprechen müssen, wenn ausgerechnet die britische Regierung das kontinentale Europa belehren will, wie der chinesischen Herausforderung zu begegnen ist.

Für mehr zu dem von neoliberalen Kreisen in Deutschland hochgespielten britischen Modell bitte
hier anklicken, für China hier.




global news 11-09-05: Das Thatcher-Vermächtnis: Armutsrisiko in Großbritannien

global news 10-09-05: Anteil der asiatischen Schwellenländer am Welt-BIP überspringt ein Viertel

global news 09-09-05: Schuhimporte aus China um 82,4 % gestiegen

Die Schuhimporte aus China sind im 1. Halbjahr 2005 gegenüber Vorjahreszeitraum um mehr als 82 % gestiegen (Abb. 08031). Der Anteil Chinas an den deutschen Schuhimporten verdoppelte sich damit in so kurzer Zeit auf 22 %.



Laut Philipp Urban, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der deutschen Schuhindustrie stammt in Stückzahlen bereits die Hälfte aller in Deutschland verkauften Schuhe aus China und drängt die Schuhgroßmacht China die deutschen und die europäischen Hersteller mittlerweile an die Wand. Seit dem Auslaufen der Quotenregelungen Ende des vergangenen Jahres sind die Schuhexporte aus der Volksrepublik in die Europäische Union geradezu explodiert. Allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres habe China seine Schuhexporte in die EU verdreifacht. In einigen Marktsegmenten liefere China sogar 15 Mal so viele Schuhe aus wie noch im Vorjahr. Der Vormarsch der Chinesen hat Urban zufolge dramatische Folgen für die Schuhindustrie in den klassischen Herstellerländern wie Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien. So hat die Produktion zwischen den Jahren 2000 und 2004 um fast 30 % abgenommen. Gleichzeitig sank die Zahl der Betriebe um 10 %, die der Beschäftigten um über 20 % auf 290 000. Experten befürchten nun weitere Firmenpleiten in den kommenden Monaten. In Fernost soll nach Urban ein Schuh inklusive Materialkosten für einen Betrag produziert werden, mit dem in Deutschland nicht mal die Lohnkosten gedeckt werden können.

Während sich die Chinesen auf dem europäischen Markt weiter ausbreiten, schotten sie den Heimatmarkt gegen eine geplante Verkaufsoffensive aus Europa ab. Die europäischen Unternehmen würden gerne in China Schuhe besserer Qualität und Mode verkaufen und sehen dort ein Käuferpotenzial von rund 130 Millionen Menschen. Zölle und Einfuhrsteuern machten die Schuhe aber derart teuer, daß es sich nicht lohnt. Die europäische Schuhindustrie drängt deshalb bei der WTO auf die Öffnung des chinesischen Marktes.


global news 08-09-05: Erzeugung des produzierenden Gewerbes in Deutschland (Jan 2000 - Jun 2005)

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