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Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006) und "Deutschland global" (2005)


(1053) Prof. Dr. Hans Tietmeyer und die globale Kreditkrise

(1052) Krise und kein Ende in Sicht

(1051) Arbeitsentgelt in der gewerblichen Wirtschaft im Januar minus 0,9 % (verbraucherpreisbereinigt)

(1050) Nicht einmal eine Lawinenwache wurde aufgestellt

(1049) Die OECD und die deutsche Steuerbelastung der Arbeitseinkommen

(1048) Nahrungsmittelpreise plus 8 % - doch Entlastung kommt: Renten plus 1 %

(1047) Rettet jetzt die Notenpresse die USA?

(1046) Zahlen wir jetzt mehrmals für die Schulden der USA?

(1045) Ist die globale Kreditkrise wirklich in einem halben Jahr vorbei?

(1044) „Das Chaos der Kreditderivate beißt"

(1043) Deutschland setzt ohne Rücksicht auf binnenwirtschaftliche Verluste seinen Niedriglohnwettbewerb fort

(1042) Die Quittung für 8 Jahre falscher Wirtschafts- und Finanzpolitik: Stagflation

(1041) Vom alten Johannes und den globalen Plagen der Jetztzeit

(1040) Wir werden unsere Welt in 5 Jahren nicht wiedererkennen

(1039) Konjunkturdämpfer bei Einzelhandel und Auftragslage

(1038) Der „unaufhaltsame" Abstieg der deutschen Mittelschicht

(1037) Wie sich die Krisen an den Aktienmärkten von heute und damals ähneln

(1036) Deutscher Export wächst nur noch mit EU, sonst negativ

(1035) China-Schnäppchen: Die große Illusion

(1034) Belastung der deutschen Industrieunternehmen durch Löhne und Gehälter immer geringer

(1033) Neues von der neoliberalen Globalisierungsfront

(1032) Jetzt purzeln wieder Dominos

(1031) Was macht der Einzelhandelsumsatz im Januar?




global news 1053 02-03-08: Prof. Dr. Hans Tietmeyer und die globale Kreditkrise
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In diesen Tagen der schweren globalen Kreditkrise, da der IWF von einem möglichen Schaden von fast 1 Billion Dollar (800 Milliarden) spricht, muß man sich an die Worte des damaligen Bundesbankpräsidenten und heutigen Vorsitzenden des Kuratoriums der neoliberalen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft Prof. Dr. Hans Tietmeyer erinnern. Am 3. Februar 1996 erklärte er auf dem „Weltwirtschaftsforum" in Davos vor 2000 Spitzenvertretern aus Wirtschaft, Politik und Forschung:

    „ Ich habe bisweilen den Eindruck, dass sich die meisten Politiker immer noch nicht darüber im Klaren sind, wie sehr sie bereits heute unter der Kontrolle der Finanzmärkte stehen und sogar von diesen beherrscht werden." Dazu Jean Ziegler: „Langanhaltender Beifall. Die Staatschefs, Ministerpräsidenten und Minister, unter ihnen viele Sozialisten, akzeptierten wie selbstverständlich die Fremdbestimmung der Volkssouveränität durch die spekulative Warenrationalität des globalisierten Finanzkapitals".

Das springt ins Gedächtnis, wenn heute der Bundesfinanzminister mit der Verantwortung für die Aufsicht über die Banken erklärt: „Wir haben es hier mit einer der größten Finanzkrisen zu tun, die es wahrscheinlich in den letzten Jahrzehnten gegeben hat. Die Krise ist von den USA verursacht und droht die andere Weltregionen und Finanzmärkte stark zu beeindrucken und in Mitleidenschaft zu ziehen."

Und wenn gleichzeitig der Chef der Deutschen Bank Ackermann auf einer Podiumsdiskussion erklärt, nachdem seine Aktionäre schon ein Viertel ihres Kapitals verloren haben (Abb. 13316): „Es reicht nicht mehr, die Banken zu gegenseitiger Hilfe aufzufordern. Es gibt keinen Liquiditätsengpass, sondern einen Investorenstreik. Ich glaube hier nicht allein an die Selbstheilungskräfte der Märkte. Die Versorgung mit Liquidität reiche als Maßnahme nicht aus, sagte Ackermann. Die Regierungen müssten Einfluss nehmen auf die Märkte. Er rief deshalb zu einer gemeinsamen Aktion von Regierungen, Zentralbanken und Banken auf, um das Vertrauen in die globalen Finanzmärkte wiederherzustellen."


Nachdem die Finanzmärkte ursprünglich die Politik kontrollieren wollten, müssen sie sich heute von der Politik retten lassen.

Dabei stand die Bundesregierung immer an der Vorfront der neoliberalen Globalisierung der Finanzmärkte, die seit Beginn der 90er Jahre in rasantem Tempo erfolgte (Abb. 03682). Heute ist der finanzielle Offenheitsgrad Deutschlands in der Relation von Auslandsaktiva und -passiva zum Bruttoinlandsprodukt wesentlich größer als in USA oder Japan (Abb. 12258). Besonders gefährliche Spieler an der Krisenfront sind die Hedgefonds geworden, weil sie ihr eingesetztes Eigenkapital mit einem Vielfachen an Fremdkapital strecken. Einige sind schon Pleite gegangen und andere wackeln. Solchen Fonds wurde in Deutschland von der Bundesregierung noch vor wenigen Jahren gegenüber privaten Anlegern der Vorteil eingeräumt, daß sie Beteiligungen sehr kurzfristig halten können, ohne Veräußerungsgewinne versteuern zu müssen. Auch wurde in Deutschland - anders als in anderen Ländern - zugelassen, daß die darauf schlecht vorbereiteten öffentlichen Banken Ableger außerhalb ihrer Bilanzen ausgründeten, um in die Spekulation mit den verbrieften amerikanischen Hypothekenpapieren einzusteigen, was jetzt den Steuerzahler belastet.



Mehr im neuen Schwerpunkt „Von den Teufelsschülern der neoliberal Globalisierung der Finanzmärkte" und in menem Buch zur Krise: „Globalisierung: Legende und Wahrheit".

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global news 1052 18-03-08: Krise und kein Ende in Sicht
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Die erste von fünf großen Wallstreet-Banken ist mit Bear Stearns zusammengebrochen und wurde für ein Spottgeld und mit einer zusätzlichen Garantie des Steuerzahlers in Gestalt der Federal Reserve von 30 Mrd Dollar verscherbelt. Die Zinsrate zwischen Banken hat einen neuen Höhepunkt (Abb. 03718), der Dollar einen neuen Tiefstpunkt erreicht (Abb. 13372), allein innerhalb eines Monats ein Sturz um 8 %. Wenn der amerikanische Konsum wegbricht, geht es um 20 % des weltweiten Konsums.



Die Versicherung der für die Unternehmensfinanzierung wichtigen AAA Bonds (Abb. 03720) und erst recht der Junkbonds (Abb. 03636) wird immer teuerer.



Die Börsenkurse purzeln immer weiter, beim deutschen Dax seit Ausbruch der Krise im August letzten Jahres schon ein Minus von mehr als 22 % und heute mit 4.2 % der schwerste Fall seit 9/11 in 2001 (Abb. 03712). Besonders stark fallen Bankaktien (Abb.13316). Wer einen Teil seines Vermögens in die Deutsche Bank gesteckt hat, jene Nobelherberge von Ackermann, hat schon 28 % verloren. Mit den Kursverlusten verlieren viele Menschen Vermögen und Kaufkraft, was wiederum auf die Realwirtschaft drückt.



Im Hintergrund wackelt ein babylonischer Turm an Wett- oder Kunstgeld, als Derivative bezeichnet, der dreißigmal höher als die gesamte Wirtschaftsleistung der weltgrößten Volkswirtschaft in einem Jahr ist und, wenn man die Wetten gegeneinander saldiert und so den Bruttomarktwert ermittelt, immer noch 60 % des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts erreicht (Abb. 13115).


Nun gibt es schlaue Menschen in Deutschland, die sehen uns auf der sicheren Seite, weil wir keine eigene Immobilienblase haben, und vergesssen, daß die Immobilienblase der anderen die Weltwirtschaft und damit jahrelang unseren Export immer höher getrieben hat und wir uns mit einer kaputtgesparten Nachfrage unserer privaten Haushalte immer exportabhängiger gemacht und damit selbst auf einen Turm von Babel gesetzt haben (Abb. 14109, 14110).



Wegen des Fehlens eines eigentlich unentbehrlichen Managements der Globalisierung der Waren und Finanzmärkte haben wir heute die Krise. Wer die Hintergründe und Folgen besser verstehen will, findet in meinem gerade erschienen Buch „Globalisierung: Legende und Wahrheit" auf 267 Seiten mit 211 Schaubildern reichhaltiges Erklärungsmaterial. Eine aktuellere Empfehlung habe ich nicht.

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extra global news 1051 17-03-08: Arbeitsentgelt in der gewerblichen Wirtschaft im Januar minus 0,9 % (verbraucherpreisbereinigt)
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Wenn es um die Arbeitsentgelte geht, ist das Statistische Bundesamt ein Serientäter in Irreführung. Stolz meldet es heute: „Die Entgelte (Bruttolohn- und -gehaltsumme) lagen bei 17,9 Milliarden Euro; das waren 4,8% mehr als im Januar 2007." Dagegen sind die Entgelte pro Beschäftigten verbraucherpreisbereinigt - vom Bundesamt nicht erwähnt - um fast 1 % weiter zurückgegangen, während die Produktivität nach Bundesbankangaben um 4,8 % zugenommen hat (Abb. 04009). Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in der gewerblichen Wirtschaft hat also vom Produktivitätsfortschritt weniger als null gehabt.


Die stolzen 4,8 % des Statistischen Bundesamt unterschlagen nicht nur die Inflation sondern auch noch den Effekt, daß viele der neuen Niedriglöhne und Zeitverträge nur wenig mehr als die staatliche Stütze bringen, z.T. noch durch staatliche Stütze hochsubventioniert werden müssen, und daher die Massenkaufkraft sehr wenig erhöhen. Das Minus von 0,9 % des Entgelts pro Beschäftigten verbraucherpreisbereinigt ist ein viel ehrlicherer Wert.

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global news 1050 17-03-08: Nicht einmal eine Lawinenwache wurde aufgestellt
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Die USA, die größte Volkswirtschaft der Welt, sind in der Rezession. Die Lawine an Problemzonen wird immer breiter. Nach den miesen Hypotheken sprang sie auf die Zwangsräumungen, dann die Grundstückspreise, dann den Bankensektor, dann die Börsen, dann die Unternehmensfinanzierung über Bonds, den Dollar, und nun auch Hedgefunds und den Einzelhandelsumsatz über und hat noch sehr viel Fall vor sich.

Diese Lawine hing jahrelang über der Weltwirtschaft. Die Frage war eigentlich nur, wann sie abgehen würde. Die Regierungen, auch die Bundesregierung, müssen sie gesehen haben. Niemand hat etwas getan. Nicht einmal eine Lawinenwache wurde aufgestellt. Hypothekenbanken, die diese windigen Kredite vergaben, Investmentbanken, die die noch windigeren Papiere strickten und um den Globus herum vertrieben, Hedgefonds, die sie kauften und damit ein Vielfaches an Bankenkredit an Bord nahmen, deutsche öffentliche Banken, die eigens jenseits ihrer Bilanzen selbständige Ableger zum Handel mit solchen Papieren ausgründeten - niemand wurde wirkungsvoll beaufsichtigt. Der Bundesfinanzminister meinte noch gegen Ende letzten Jahres, er hätte keine Probleme mit einem starken Dollar. Der Wirtschaftsminster und der Bundesbankchef wollten uns einreden, die Eurozone könne sich einfach abkoppeln.

Die USA leben seit vielen Jahren weit über ihren Verhältnissen. Seit Beginn der 90er Jahre stürzte die amerikanische Handelsbilanz in ein immer größeres Defizit (Abb. 0302).


Nun geht die Lawine ab. Die Preise für bisher als totsicher gehaltene AAA gegradete Papiere sind auf 53 % ihres Wertes gefallen (Abb. 03719). Ebenso haben die Versicherungsaufschläge AAA Bonds (Abb. 03720) astronomische Höhen erklommen, und erst recht die für Junk-Bonds (Abb. 03636).




Der Markt an Asset Backed Commercial Paper ist seit Ausbruch der Krise im August 2007 bereits um mehr als ein Drittel geschrumpft (Abb. 03715).


Die Federal Reserve mußte am 14. März 2008 die fünftgrößte Investmentbank Bear Stearns Cos. in einer Eilaktion mit Sonderkrediten von 200 Mrd Dollar vor der Pleite retten aus Angst vor einem systemischen Risiko für den gesamten Finanzmarkt, wie sie ihren ungewöhnlichen Notanker erklärt. Das letzte Mal war die Fed in den 60er Jahren in einer Rettungsaktion mit eigenen Mitteln involviert, und das letzte Mal, daß sie mit verlorenen Mitteln einspringen mußte, war in der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre. Und in der Osterwoche werden nun die anderen vier Investmentbanken ihre Quartalzahlen vorlegen. Unter dem Eindruck des Bear Stearns Debakel erwarten Experten das Schlimmste.

Der Dollar stürzt immer mehr ab, nachdem in den USA die Rezession anklopft, seit Anfang Februar 2008 schon um 8 % (Abb. 13372). Der Dollar-Index gegen einen Korb der Hauptwährungen ist auf einen absoluten historischen Tiefststand gefallen.


Im Februar 2008 kam es zu einem auf Jahresrate umgerechneten Fall des Einzelhandelsumsatzes um etwa 7 % gegenüber Vormonat (Abb. 05095). Der viel beachtete Dienstleistungs-Index des amerikanischen Institute for Supply Management für Januar zeigte den stärksten Absturz seit der Rezession von 2001 (Abb. 05090). Der Index reflektiert etwa 90 % der amerikanischen Wirtschaftsaktivität. Die Rezession ist da.



Die schöne Legende von der wohltätigen Globalisierung der Finanz- und Warenmärkte beginnt sich aufzulösen und heraus kommt die neoliberale Fratze. „Was in der neoklassischen Glaubenslehre von Angebot und Nachfrage nicht drin ist, macht jetzt viele Märkte kaputt, nämlich die explosive Nachfragemacht der Spekulanten einerseits und die Rolle der Notenbanken, wenn es um den Liquiditätsbedarf der Spekulanten und die Beeinflussung der Währungskurse geht, andererseits" (Auszug aus Globalisierung: Legende und Wahrheit).

Hierzu der neue Schwerpunkt „US-Lokomotive der Weltwirtschaft auf dem Abstellgleis - Bitte schnell abkoppeln!!!" und Kapitel 4 aus Globalisierung: Legende und Wahrheit.

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global news 1049 15-03-08: Die OECD und die deutsche Steuerbelastung der Arbeitseinkommen
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Die OECD hat ihren neuen Steuervergleich vorgelegt. In der folgenden Auswertung bleiben die osteuropäischen Länder, Mexiko, Türkei und Korea wegen ihrer schlecht vergleichbaren Situation ausgeklammert. Unter den 22 Ländern befinden sich 4 traditionelle Niedrigststeuerländer: Irland, Luxemburg, Schweiz und Japan, die hier grün markiert sind. Bei einer Einzelperson und voller Anrechnung der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung rangiert Deutschland auf dem zweithöchsten Platz (Abb. 13377). Dies ist jedoch die besondere Situation einer Einzelperson und aller Aufschläge.


Allerding muß man dabei berücksichtigen, daß die Sozialabgaben in Deutschland wegen der im Vergleich zu den angelsächsischen und anderen Ländern relativ hohen Sozialleistungen und auch unter Berücksichtigung der demographischen Situation und der im internationalen Vergleich höchsten Rate an Langzeitarbeitslosigkeit höher ausfallen müssen. Der Vergleich ist daher bei der reinen Lohnsteuer korrekter angelegt. Da hat Deutschland bei einer Eizelperson und ohne Einbeziehung der traditionellen Niedrigststeuerländer den 12. von 18 Plätzen in der Steuerbelastung, rangiert also noch im Mittelfeld.

Ein sozial ausgewogenes System bezieht jedoch auch die Familiensituation ein. Bei Familien mit zwei Kindern hat Deutschland die drittniedrigste Position nach den Niedrigststeuerländern Irland und Luxemburg (Abb. 13376).


Selbst unter Einbeziehung der Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung liegt Deutschland für eine durchschnittliche Familie mit zwei Kindern und Durchschnittseinkommen durchaus im Mittelfeld, insbesondere wenn man die vier traditionellen Niedrigsstteuerländer nicht berücksichtigt (Abb. 12385).


Die folgenden Abbildungen zeigen die Situation für eine Einzelperson nach Gehaltsgruppen, und zwar für 67 % des Durchschnittsarbeitseinkommens (Abb. 13363), 100 % (Abb. 13364), und 167 % (Abb. 13366).




Schließlich ist noch zu berücksichtigen, daß die Ergänzungsangabe in Deutschland eine besondere Konsequenz der deutschen Teilung darstellt. Weiter sollte nicht vergessen werden, daß viele Länder mit einer niedrigeren Steuerbelastung auf Arbeitseinkommen sehr viel weniger staatliche Leistungen erbringen, wie z.B. die USA.

Und noch etwas: Die Steuer- und Abgabenbelastung auf durchschnittliche Löhne und Gehälter in Deutschland pendelt um 35 % und hat sich über die letzten 10 Jahre kaum geändert, was zeigt, daß alle die Klagelieder heute nicht mehr Berechtigung haben als vor 10 Jahren (Abb. 14090).


Was natürlich bei Deutschland auffällt ist die ständige Absenkung des Spitzensatzes der Einkommenssteuer zugunsten der höheren Einkommen. Im Ergebnis der Einkommenssteuerreform hat Deutschland mit nur noch 42 % einen der niedrigsten Spitzensteuersätze innerhalb der Alt-EU, der damit zugleich erheblich unter dem Durchschnitt von 46,2 % liegt, und selbst mit der neuen „Reichensteuer" hat Deutschland einen im internationalen Vergleich niedrigen Spitzensteuersatz haben (Abb. 12008). 1999 hatte der Spitzensteuersatz noch bei 53 % gelegen.


Es ist bei dieser Gesamtsituation ziemlich einseitig, wenn sich der Bundeswirtschaftsminister in seiner Pressemitteilung zum OECD-Bericht unter der Schlagzeile „ OECD-Studie belegt: Nach wie vor hohe Belastung der Einkommen mit Steuern in Deutschland" ausführt: "Die OECD bestätigt meine Auffassung, dass wir Maßnahmen zur Verringerung der Steuerlast ergreifen müssen. Die OECD untersucht in der Studie die Entwicklung der Steuer- und Abgabenbelastung in den 30 OECD-Ländern. In Deutschland beträgt die Steuer- und Abgabenbelastung 52,2 % der Arbeitskosten. Damit belegt Deutschland Platz 3 hinter Belgien und Ungarn." Doch dieser hohe Prozentsatz schließt sowohl die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer wie der Arbeitgeber ein und stellt dann noch auf eine Einzelperson ab. Damit hat der Bundeswirtschaftsminster den für Deutschland ungünstigsten Vergleichsfall gesucht. Das ist sicher kein korrekter Vergleich.

Für mehr zu Steuern siehe besonderer Schwerpunkt oder auch Globalisierung: Legende und Wahrheit, S. 108ff.

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global news 1048 14-03-08: Nahrungsmittelpreise plus 8 % - doch Entlastung kommt: Renten plus 1 %
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Wir leben in einer verrückten Welt, in der Sprache ihre korrekte Bedeutung immer mehr verliert. Da meldet heute morgen das Statistische Bundesamt eine Inflationsrate von 2,8 % im Februar gegenüber Vorjahr und dabei schlimme 7,8 % für Nahrungsmittel (Abb. 14106). Das ist die gefühlte Inflation armer Bevölkerungsteile, die immer zahlreicher werden, und vor allem armer Rentner.


Globalisierung

Sicher nicht unbeabsichtigt meldet dann ebenfalls heute morgen SPIEGEL: „ BLITZ-REFORM. Renten sollen stärker steigen. Mehr Geld für 20 Millionen Rentner in Deutschland: SPD und Union wollen die Rentenformel kurzfristig ändern, um den Ruheständlern mehr Geld zukommen zu lassen. Im Gespräch ist eine Erhöhung um rund ein Prozent. Zuletzt war berichtet worden, dass die Renten Mitte des Jahres nur um 0,5 Prozent steigen würden." Dazu wird ein Rentnerehepaar beim sonnigen Strandurlaub gezeigt. So schön haben es die deutschen Rentner.

0,5 % oder 1 % macht bei 7,8 % Nahrungsmittelinflation wenig Unterschied. Außerdem werden ab Juli die Rentner mit der Erhöhung des Pflegeversicherungsbeitrages um 0,25 Prozent zusätzlich belastet. Dabei verweist SPIEGEL nur auf die allgemeine Inflationsrate von 2,8 %, nicht aber auf die, die Rentner am meisten spüren. Und wenn SPIEGEL von „stärker steigenden" Renten spricht, dann wird wieder einmal die deutsche Sprache gründlich verbogen.

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global news 1047 14-03-08: Rettet jetzt die Notenpresse die USA?
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Da spritzt die Federal Reserve mal eben weitere 200 Mrd Dollar in das marode gewordene System der Banken. Wallstreet macht daraufhin den größten Freudensprung seit Jahren, und am nächsten Tag fallen die Kurse schon wieder weltweit (der Dax schon um 18 % in diesem Jahr, Abb. 03712). Auch der Dollar fällt weiter (Abb. 13372).



Der Euribor Zins, der bei Anstieg das fallende Vertrauen unter Banken andeutet, steigt wieder (Abb.03718). Ebenso haben die Versicherungsaufschläge selbst für bisher als totsicher gehaltene AAA Bonds (Abb. 03720) astronomische Höhen erklommen, und erst recht die für Junk-Bonds (Abb. 03636).




Einer der größten Private Investment Funds Carlyle Capital Corp. mit Anlagen in AAA Bondpapieren von fast 700 Mrd Dollar Papierwert steht vor dem Konkurs, da das Unternehmen den Nachschußforderungen der Banken nicht nachkommen kann, nachdem die Papiere im Wert stark gefallen sind. Für jeweils 1 Dollar Eigenkapital hatte das Unternehmen 32 Mrd Dollar bei den Banken und anderen Anlegern geborgt. Andere große und über Kredite hochgehebelte Fonds können jederzeit vom Drahtseil fallen.

Das Problem ist längst nicht mehr eines der Liquidität, sondern der Solvenz der Finanzinstitutionen. Die Schadensschätzungen gehen immer höher. In der Financial Times von gestern hat der Chef-Ökonomist Martin Wolf gespenstische Zahlen verbreitet. Die Verluste des Finanzsektors allein werden jetzt von Prof. Roubini von New York University, der in der Vergangenheit eine hervorragende Nase für Krisen gezeigt hat, auf 3 Billionen Dollar geschätzt. Doch der größere Schaden entsteht in der allgemeinen Volkswirtschaft. Jeder Fall der Hauspreise um 10 % entspricht 14 % des amerikanischen Bruttoinlandsprodukt, also der gesamten Wirtschaftsleistung der USA in einem Jahr. Bei 30 % Fall, was für möglich gehalten wird, geht schon ein Vermögen von 42 % des Bruttoinlandsprodukts den Bach herunter, denn um soviel werden die Haushalte ärmer. Um die 10 % sind die Hauspreise bereits gefallen (Abb. 03714). Schon zeigt der Ausweis der Fed ein Abrutschen der Vermögenswerte im letzten Quartal 2007 (Abb. 05093).



Ebenfalls in der Financial Times von gestern wird vermutet, die Fed könnte mit ihren Liquiditätsspritzen angesichts des Solvenzproblems nichts erreichen und müßte am Ende das Undenkbare tun, nämlich die notleidenden Papiere durch Aufkauf vom Markt nehmen. Bei 3 Billionen Dollar wäre das ein gewaltiger Schub über die Notenpresse. Die Banken wären gerettet, aber der Dollar ginge in den Keller und die Inflation in USA würde einen enormen Sprung nach oben machen. Gleichzeitig würde der Schaden um die Welt herumverteilt, denn bei einem solchen Dollarsturz würden die amerikanischen Schulden entsprechend schrumpfen zu Lasten der Anleger aus aller Welt und die Konkurrenz auf den Weltmärkten leiden. Wollte da nicht jemand abkoppeln (Zitate der Bundesregierung und der Bundesbank verfügbar).

Nun sind die USA wahrscheinlich bereits in der Rezession. Weitere Zinssenkungen der Fed, einige erwarten bis auf 0 Zins herunter, helfen der allgemeinen Wirtschaft wenig, da der Realzins bereits jetzt negativ ist. Das böse Etikett heißt „Stagflation".

Dazu Gedanken zur Zeit „Gehen demnächst Vermögen von mehr als 40 % des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts den Bach herunter? Bitte schnell abkoppeln!!!" hier und noch ausführlicher mein neues Buch hier.

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global news 1046 13-03-08: Zahlen wir jetzt mehrmals für die Schulden der USA?
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Immer wieder erreichen mich Fragen wie diese: „Erst gestern haben wieder diverse Notenbanken ca. 200 Milliarden US Dollar zur Stützung der Finanzmärkte in selbige gepumpt. Es interessiert mich, wie das Ganze funktioniert: Wo kommt das Geld her (angeblich sind ja immer alle Kassen leer, wenn es um soziale Dinge geht)? An wen geht das Geld? Wird es wieder zurückgezahlt? Wenn ja, von wem und wann? Wem nützt das Ganze und wem schadet es?"

Nun bin ich sicher kein Zentralbankspezialist. Aber so viel zu sagen traue ich mich bezogen auf die Schadensträger: Ein erstes Mal „zahlen" wir alle in Deutschland mit, weil unsere Banken drinhängen. Etwa die Hälfte des erwarteten Schadens von mindestens 400 Mrd Dollar aus Papieren mit Besicherung durch miese amerikanische Hypotheken wird in Euroa anfallen, sehr viel davon in Deutschland. Ein Teil dieser Banken muß durch Bund (IKB via KfW) oder Länder (SachsenLB, WestLB) gestützt werden. Ein anderer Teil wird sich retten können, aber über höhere Gebühren und Zinseinnahmen, die wieder die Allgemeinheit aufbringt. Diese Belastungen können noch wachsen, wenn die Krise - wie derzeit - in andere Ecken der Kreditmärkte überspringt.

Ein zweites Mal zahlen dann die Handelspartner der USA mit den durch Bilanzüberschüsse erwirtschafteten Devisenreserven, wenn sie in Dollar angelegt wurden und der Dollar nun wegsackt. Die Bundesbank spricht in ihrer Bilanzpressekonferenz von „hohen Abschreibungen infolge der US-Dollar-Abwertung" und nennt für 2007 einen Betrag von 2,2 Mrd Euro. Nun fällt der Dollar munter weiter, besonders stark in diesem Jahr, und zwar allein um fast 6 % seit Februar (Abb. 13372) und entsprechend werden die Abschreibungen zunehmen. Aber auch alle privaten Anleger werden aus Dollaranlagen wahrscheinlich erhebliche Verluste erleiden.


Ein drittes Mal können wir an der Kasse stehen, wenn die Notenbanken und die amerikanische Regierung Liquidität in das System pumpen und nicht rechtzeitig zurückholen können, weil dann die Inflation weltweit weiter anziehen wird. Die USA fahren derzeit ein enormes Haushaltsdefizit hoch, ca. 817 Milliarden Dollar in den nächsten zwei Jahren (Abb. 05887). Gleichzeitig versorgen die Zentralbanken die Banken mit Liquidität in Höhe von mehreren hundert Milliarden Dollar auf kurzfristiger Kreditbasis von ein bis drei Monaten. Sie können das, indem sie die Kredite in ihren Bilanzen gegenbuchen. Kann die Liquidität rechzeitig durch Steuererhöhungen in USA und Rückzahlung der Kredite der Zentralbanken wieder aufgewischt werden, so würde uns daraus kein Schaden entstehen und alles wäre in Ordnung, sogar mehr als in Ordnung, weil - soweit die Zentralbanken antreten - eine schädliche Bankenkrise vermieden wäre. Aber einerseits dürfte die US Regierung kaum die Steuern erhöhen. Andererseits nehmen die Zentralbanken als Sicherheit für ihre Kredite an die Banken in großem Umfang just die mit minderwertigen amerikanischen Hypotheken hinterlegten Papiere an und dies noch zum unrealistischen Nennwert, so daß es hier durchaus zu hohen Ausfällen zu Lasten der Allgemeinheit kommen kann.


Mit der Überschußliquidität aus dem US-Haushalt und den Fed-Krediten wird jedenfalls die amerikanische Wirtschaft weiter mindestens teilweise und zeitweise auf einem inflationstreibenden Schuldenkurs gehalten werden. Das wirkt ähnlich, als setzte man in USA die Dollarpresse in Bewegung, was die USA relativ ungestraft tun können, solange der Dollar die Hauptreservewährung der Welt ist. Die Folge ist eben mehr Inflation und zusätzlich zu der von der expandierenden Nachfrage aus den Schwellenländern, wie China, erzeugten. Darunter wird am Ende auch die Entwicklung des privaten Verbrauchs in Deutschland weiter leiden.

Dazu noch etwas Lustiges. Da meldet das Statistische Bundesamt am Mittwoch unter der Überschrift „Konsumausgaben 2007 stark von PKW-Käufen beeinflusst": „Die privaten Haushalte in Deutschland haben ihre Konsumausgaben 2007 um 1,2% gesteigert, 2006 lag die Wachstumsrate bei 2,3%. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sind die Konsumausgaben ohne die privaten Autokäufe im Jahr 2007 um 1,8% nach 2,1% im Jahr 2006 gewachsen. Dies zeigt, dass die Schwankungen bei den Autokäufen den Verlauf der privaten Konsumausgaben erheblich prägen." Das liest sich nun irreführend so, als ginge es dem deutschen Konsum eigentlich gut, wenn man nur die Autokäufe herausrechnet. Dabei ist auch eine ohne Autokäufe auf 1,8 % gefallene „Steigerungsrate" keineswegs gut und schon gar keine Steigerung, da der Prozentsatz noch unter der Inflationsrate liegt, was das Statistische Bundesamt natürlich wohlweislich nicht verrät, obwohl es die reale Entwicklung kennt. Die gesamte Nachfrage privater Haushalte lag 2007 um real 0,5 % und im 4. Quartal 2007 sogar schon um 1,6 % unter dem Vorjahreswert.

Und was macht dann gar der SPIEGEL daraus? „Die Deutschen sind ausgabefreudig wie nie: Die privaten Haushalte haben im vergangenen Jahr insgesamt knapp 1375 Milliarden Euro für den Konsum ausgegeben. Einen massiven Einbruch gab es laut Statistischem Bundesamt bei Autokäufen." Einbruch nur bei den Autokäufen? „Ausgabefreudig wie nie" bei einer real negativen Entwicklung, wo kein Stück mehr sondern viele Stücke weniger gekauft wurden? So läuft bei uns die Verdummung selbst mit Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamts.

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global news 1040 12-03-08: Ist die globale Kreditkrise wirklich in einem halben Jahr vorbei?
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Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt monatlich auf Umfragebasis 285 Analysten und institutionelle Anleger, wie sie die Wirtschaftssituation heute und die Erwartungen für morgen einschätzen. Der Ausbruch der Kapitalmarktkrise hatte sie im August vergangenen Jahres in ein immer tieferes „Tal der Tränen" gestürzt, aus dem sie in der letzten heute veröffentlichten Umfrage ein paar Millimeter und weit unter dem historischen Mittelwert aufgestiegen sind (Abb. 04762). Es ist noch immer der dritttiefste Wert seit 15 Jahren gewesen, so daß die minimale Aufhellung im Februar und jetzt im März kaum ins Gewicht fällt. Außerdem sank die aktuelle Einschätzung der Konjunkturlage wenn auch leicht weiter ab (Abb. 04588).



Die Pressemeldung des ZEW-Präsidenten Franz trägt dennoch die Überschrift: „Erwartungen auf Erholungskurs" und kommt dann zu dem überraschenden Urteil: „Der Optimismus der Finanzanalysten gründet sich vermutlich auf die Hoffnung, dass bei der Finanzmarktkrise das Schlimmste in einem halben Jahr überwunden sein wird und die Konjunkturdynamik sich nicht mehr abschwächt als bisher erkennbar". Das ermutigt dann den SPIEGEL zu der noch schöneren Schlagzeile: „Experten glauben wieder an die Konjunktur - Euro auf Rekordhoch", wobei er nicht einmal den Widerspruch bemerkt: „Experten und Analysten geben in der aktuellen ZEW-Studie überraschend gute Prognosen für die Konjunktur zu Protokoll." Das Franz'sche „vermutlich" wurde gleich noch weggestrichen.

Das ist schon alles ziemlich komisch. Alle erkennbaren Zeichen zeigen derzeit in die Gegenrichtung einer nicht nur ganz kurzen Krise. Denn noch immer türmen sich weitere negative Faktoren auf, wozu nicht zuletzt die ständige Aufwertung des Euro zu rechnen ist (Abb. 13118). Die US-Notenbank pumpt gerade heute weitere 200 Milliarden Dollar in die geleerten Kassen der Banken. Einige große Fonds, wie Carlyle, müssen Anlagen im Feuerverkauf auf den Markt werfen, weil sie ihren Verpflichtungen sonst nicht nachkommen können. In USA steigen die Arbeitslosenzahlen wieder.


Gestern titelte die Financial Times: „Das Chaos der Kreditderivate beißt" und kommentierte, wie sich die Krise in allen Ecken der Kreditmärkte ausbreitet. Selbst für totsicher gehaltene AAA Unternehmensbonds zahlt man mit nun schon 1,5 % immer mehr an Versicherungsaufschlag in Europa (Abb. 03720). Bei den Junkbonds ist es mit um 6 % erst recht schlimm (Abb. 03636). Damit wird die Unternehmensfinanzierung erheblich teuerer.



Und der Euribor für 3 Monate, der das Zinsniveau zwischen Banken bestimmt und den die EZB mit riesigen Liquiditätsspritzen herunterzuholen versucht, liegt schon wieder bei 4,6 % und damit um 0,6 % über dem Zentralbankzins (Abb. 03718).


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global news 1044 10-03-08: „Das Chaos der Kreditderivate beißt"
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Das ist die Überschrift auf der heutigen Financial Times. Die Krise breitet sich derzeit in allen Ecken der Kreditmärkte aus. Selbst für totsicher gehaltene AAA Unternehmensbonds zahlt man mit schon 1,5 % immer mehr an Versicherungsaufschlag in Europa (Abb. 03720). Bei den Junkbonds ist es mit um 6 % erst recht schlimm (Abb. 03636). Damit wird die Unternehmensfinanzierung erheblich teuerer.



Und der Euribor für 3 Monate, der das Zinsniveau zwischen Banken bestimmt und den die EZB mit riesigen Liquiditätsspritzen herunterzuholen versucht, liegt schon wieder bei 4,6 % und damit um 0,6 % über dem Zentralbankzins (Abb. 03718).


Auch laufen zum ersten Mal seit langer Zeit, die Zinssätze für Staatsbonds innerhalb der Eurozone wieder auseinander. So muß Italien einen höheren Zins als Deutschland bieten. Die Anleger zweifeln offensichtlich an der Solidarität zwischen Euroländern, die ja auch nirgends verbrieft ist.


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global news 1043 10-03-08: Deutschland setzt ohne Rücksicht auf binnenwirtschaftliche Verluste seinen Niedriglohnwettbewerb fort
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Nach den heute veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamt hat Deutschland im 3. Quartal 2007 mit nominal nur 0,7 % den bei weitem niedrigsten Anstieg der Stunden-Arbeitskosten in der EU verzeichnet (Abb. 13369). Der EU-Durchschnitt lag bei 3,7 %, der Eurozonen-Durchschnitt bei 2,5 %.


Auch für den gesamten Zeitraum seit dem Jahr 2000 ist Deutschland Schlußlicht in der Entwicklung der Arbeitskosten gewesen (Abb. 12815).


Im vierten Quartal 2007 fielen die Bruttolöhne und -gehälter nach Bereinigung um die Verbraucherpreisentwicklung um 1,3 % gegenüber Vorjahr (Abb. 04688). Dabei hat sich der Negativtrend über die letzten drei Quartale ständig verstärkt, was auch mit der steigenden Inflation zusammenhängt.


Auf dieser Basis konnten die deutschen Ausfuhren im Januar 2008 gegenüber Vorjahr noch einmal um 9,0% zulegen. Der Auslandsumsatz des verarbeitenden Gewerbes stieg volumensmäßig um 5,8 %, der Inlandsumsatz um 5.0 %. Der Inlandsumsatz der deutschen Konsumgüterindustrie blieb dabei mit einem Plus von nur 0,9 % nahezu unverändert, was an der weiterhin schlechten Verbraucherkonjunktur liegt (Abb. 04910). Daraus macht dann SPIEGEL online: „ Frankreich, Italien, Amerika: Deutsche Waren verkaufen sich weltweit nach wie vor bestens - trotz des starken Euro und der sich abkühlenden Konjunktur" und erwähnt mit keinem Wort die gleichzeitig veröffentlichten Zahlen zu den Arbeitskosten. So prächtig kann der Verkauf auch nicht sein, da die Exportpreise stagnieren, während die Importpreise für Rohstoffe und Halbwaren steil steigen (Abb. 14068), die Mehrzahl der Exporteure also wesentlich weniger Gewinn machen, wenn überhaupt noch.



Noch ein Nachsatz zu den Arbeitseinkommen: Trotz aller Diskussionen um exorbitante Managergehälter haben es die Vorstände der 30 größten deutschen Unternehmen 2007 mit einem Plus von 14 % wieder geschafft. Über die letzten drei Jahre haben sie damit um 41 % zulegen können. Die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer stiegen dagegen, noch ohne Bereinigung um die Verbraucherpreisinflation, nur um magerste 2,6 %, und in diesem Durchschnittswert sind die Gehälter der Manager und Leitenden Angstellte sogar noch mitenthalten (Abb. 14104). Durchschnittlich erhielten deutsche Top-Manager 2007 knapp 2,9 Millionen Euro, rund 400.000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Je durchschnittlicher Arbeitnehmer waren es dagegen brutto gerade einmal 33 Euro mehr, viel weniger als die Inflation. In den Vorstandszahlen sind die besonders hohen Einkommen von Josef Ackermann (Deutsche Bank ), Henning Kagermann (SAP ) und Wolfgang Reitzle (Linde ) noch gar nicht enthalten, da die Geschäftsberichte der Unternehmen erst noch veröffentlicht werden müssen. Der bishere Spitzenreiter Dieter Zetsche von Daimler kam 2007 auf Barzahlungen und eine aktienbasierte Vergütung im Gesamtwert von etwas mehr als zehn Millionen Euro, knapp 40 Prozent mehr als im Vorjahr.


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global news 1042 10-03-08: Die Quittung für 8 Jahre falscher Wirtschafts- und Finanzpolitik: Jetzt droht Stagflation
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Stagnation ist schlimm. Das Wachstum stoppt oder sinkt. Doch eine Stagnation kann durch Zinssenkungen der Notenbanken und eine expansive Hauhaltspolitik bekämpft werden. Inflation ist schlimm. Doch gibt es dagegen die Möglichkeit von Zinsanhebungen der Notenbanken und andere Formen von Liquiditätsabschöpfung, auch eine restriktive Haushaltspolitik. Das eigentliche Übel ist die Kombination, die Stagflation. Hier versagt der Stimulus der Zinssenkung, da bei hoher Inflation der Realzins schon negativ ist. Die Wirtschaft kommt nicht mehr auf die Beine, wie in Japan über viele Jahre.

Drei Hauptspieler der Weltwirtschaft haben über viele Jahre falsch gespielt und eine depressive Wirtschaftspolitik getrieben, indem sie den Binnenkonsum ausgebremst und alles auf die Exportkarte gesetzt haben: China, Deutschland und Japan mit gewaltigen Leistungbilanzüberschüssen in 2007 gemessen am Bruttoinlandsprodukt von 12 % bei China, bzw. 5 % bei Deutschland und Japan (Abb. 12382). Sie haben damit die Welt mit Industrieprodukten überflutet, für die eigentlich gar keine Kaufkraft da war.


Sie hätten die Welt schon längst in eine schwere Stagnation oder Depression gestürzt, wäre da nicht der amerikanische Konsument mit seiner Bereitschaft zur hemmungslosen Verschuldung gewesen (Abb. 05091). Dessen Verschuldung haben sie und andere Länder dann noch zusätzlich ermöglicht, entweder indem die drei Länder ihre Überschüsse fast ganz oder jedenfalls teilweise in Dollar gehalten haben, anders Kapital nach USA transferiert haben, z.B. durch Aktienkauf, oder indem ihre Banken unter den Augen der Finanzministerien und Aufsichtsbehörden die amerikanische Schuldenpumpe direkt über Aufkauf mieser amerikanischer Hypothekenpapiere mitgeschmiert haben.


Jetzt platzt diese Blase - vom Volumen her die größte jemals in der Weltwirtschaft aufgefahrene. Der amerikanische Konsument kann nicht mehr mitspielen und all die schöne Überproduktion aufnehmen. Gleichzeitig steigen die Preise für Energie und Nahrungsmittel, schon wegen der starken Nachfrage aus den Schwellenländern, vor allem China, die nicht zuletzt durch einen gigantischen Kapitaltransfer aus den Industrieländern und Verlagerung von Industrieproduktion blitzschnell entwickelt wurden.

Das Ergebnis kann nur Stagflation heißen. Und jeder versucht, sich selbst zu retten. Die USA haben die Notenpresse in Bewegung gesetzt, was sie noch relativ ungestraft können, solange der Dollar immer noch die Reservewährung der Welt ist. So fährt die Regierung das zweithöchste Haushaltsdefizit aller Zeiten hoch und das höchste über zwei Jahre (Abb. 05087).


Die Fed spritzt erneut 200 Mrd Dollar an Liquidität über Darlehen in das amerikanische Bankensystem und nimmt als Sicherheit weitere faule Hypothekenkredite in die eigenen Bücher. Immer mehr solcher Liquidität wird gebraucht werden. Denn, nachdem die Banken schon wegen ihrer eigenen Spekulationen Schlagseite haben, drohen jetzt auch einige große „Heuschreckenfonds", wie Carlyle Capital und KKR Financial Holdings, die in wahnsinnigem Umfang mit Krediten finanziert sind (bei Carlyle 31:1 im Verhältnis zu Eigenkapital) einzubrechen und die Banken als deren größte Kreditgeber weiter in den Strudel zu ziehen. Alle zusammen haben allein 2006 mehr als 700 Mrd Dollar angelegt (Abb. 03460). Carlyle, das fünftgrößte Unternehmen kann Nachschußpflichten gegenüber seinen Banken derzeit nicht mehr entsprechen und muß wahrscheinlich in einen Notverkauf von Anlagen gehen.


Nicht überraschend fällt der Dollar, dessen Index schon auf dem historischen Tiefstand hängt (Abb. 05094). Das erleichtert, nicht unbeabsichtigt, die sich entwertende amerikanische Schuldenlast zum Nachteil der Gläubiger, fördert aber auch den amerikanischen Export ebenfalls zu deren Nachteil. Das Motto scheint zu sein: Rette sich, wer kann.


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global news 1041 10-03-08: Vom alten Johannes und den globalen Plagen der Jetztzeit
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In der Offenbarung des Johannes gibt es sieben Plagen der Endzeit: schlimme Geschwüre an den Menschen, Meerwasser wird zu Blut und Tod aller Meereslebewesen, Flüsse und Quellen werden zu Blut, Sonne versengt Menschen mit großer Hitze, Reich des Tieres wird verfinstert, Austrocknung des Stromes Euphrat und das größte Erdbeben seit Menschengedenken vernichtet alle Inseln und Berge. Weltwährungs-, Weltkredit- oder Weltenergiekrisen konnte sich Johannes noch nicht vorstellen, denn eine Globalisierung gab es noch nicht, schon gar nicht eine neoliberale. Doch immerhin enthält sein Horrorszenarium zwei der Umweltkrisen, mit denen die Menschheit jetzt rechnen muß: die Hitze aus dem Treibhauseffekt und die Austrocknung der Wasserreserven. Auch die Krebs-Geschwüre sind eine schlimme Plage geworden, im Reich der Tiere beginnt es mit dem Artensterben finster zu werden und um die Meereslebewesen ist es dank Überfischung nicht gut bestellt.

Im letzten Rundbrief 1040 vom Samstag war die Umweltkrise noch ausgeklammert, um das Ganze nicht zu lang werden zu lassen. Nun kam der neue Umweltausblick der OECD, der zwei der schlimmsten Umweltbedrohungen drastisch dargestellt. Die OECD erwartet in ihrem Grundszenarium bis 2050 einen weiteren Anstieg der Treibhausgas-Emissionen um etwa die Hälfte (Abb. 07215). Um die Konzentration von Treibhausgasen bei 450 ppm anzuhalten und eine Klimakatastrophe zu vermeiden, müßten die Emissionen bis 2050 auf 39 % unter dem Niveau von 2000 abgesenkt werden. Angesichts der Entwicklung in China und anderen Schwellenländern ist das wenig wahrscheinlich.


Wegen des unverantwortlichen Wasserverbrauchs und des Klimawechsels erwartet die OECD einen Anstieg der Zahl der Menschen, die in Gegenden mit schwerem Wasserversorgungsstreß leben bis 2050 um eine weitere Milliarde auf 3,9 Milliarden (Abb. 07216).


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global news 1040 08-03-08: Wir werden unsere Welt in 5 Jahren nicht wiedererkennen
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Fünf Krisen laufen derzeit parallel ab und werden jahrelang anhalten: eine Weltwährungskrise, eine Weltkreditkrise, eine Weltenergiekrise, eine Welternährungskrise und die Klimakrise. Diese schweren Schocks werden die Welt, die wir kennen, in den nächsten fünf Jahren so ziemlich auf den Kopf stellen. Dabei hängen diese Krisen eng zusammen. Doch um der leichteren Darstellung willen, muß man sie auseinanderhalten. Auf die Klimakrise kann dabei hier nicht eingegangen werden.

1. Die Weltwährungskrise

Die enormen Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzen , die verstärkt seit 2001 aufgebaut wurden, haben die USA mit 6 % ihrer gesamten Wirtschaftsleistung ins Minus gebracht, China aber mit 12 % ins Plus und auch Deutschland mit mehr als 5 % (Abb. 12382).


Die USA als reichste Volkswirtschaft der Welt wurden dabei das größte Schuldnerland mit einer Gesamtverschuldung nach Drinnen und Draußen von fast 50 Billionen Dollar oder 353 % des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts (Abb. 05091). Nun stürzt der Dollar immer mehr ab, nachdem in den USA die Rezession anklopft (Abb. 13118).



Dabei wird die Einkommens- und Vermögensverteilung in USA immer extremer (Abb. 05092).


Nun vermindert sich auch noch mit fallenden Immobilien- und Aktienkurse zum ersten Mal seit 2002 das Vermögen der amerikanischen Haushalte insgesamt (Abb. 05093), so daß normale Verbraucher - zusätzlich zu der immer ungleichmäßigeren Verteilung - unter weiteren Druck geraten. Sie werden in Zukunft weniger Kredit bekommen und auch sonst weniger ausgeben können. Damit wird die Maschine ausfallen, die in den letzten Jahren Lokomotive der Weltwirtschaft war und Exportländer, wie vor allem China, Deutschland und Japan mitgezogen hat.


2. Die Weltkreditkrise und wahrscheinlich auch Börsenkrise

Die globale Kreditkrise arbeitet sich immer weiter in die Realwirtschaft hinein. Es wird geschätzt, daß das Bankensystem zu seiner Rekapitalisierung zwischen 300 und 1000 Mrd Dollar braucht. Allein die Kredit-Verluste aus den minderwertigen amerikanischen Hypotheken werden auf 400 Mrd Dollar geschätzt. Derzeit bewegt sich in USA der Anteil verspäteter Hypothekenzahlung auf dem höchsten Niveau seit 23 Jahren. Es wird erwartet, daß in USA neue Hausverkäufe in diesem Jahr um ein Drittel unter dem Wert von 2005 liegen werden. Die Hauspreise fallen steil(Abb. 03714).


Die Angst vor dem Zusammenbruch weiterer Hedgefonds treibt die Banken, die die Hauptkreditgeber der Hedgefonds sind, wieder zum Horten von Geld, was sich am erneuten Steigen der Zinsen für Kredite zwischen Banken zeigt (Abb. 03718), und dies trotz der gewaltigen Liquiditätsspritzen der Zentralbanken auf beiden Seiten des Atlantik.


In Europa bewegt sich der Versicherungsaufschlag für die Versicherung von Junkbonds auf Rekordhöhen von fast einem halben Prozent mehr als vor Ausbruch der Krise (Abb. 03636). Die Unternehmensfinanzierung über Bonds wird weltweit immer teuerer. Selbst General Electric, eines von nur fünf amerikanischen Unternehmen mit dem besonders sicheren AAA-Rating, mußte in der vergangenen Woche für einen Bond von etwa 2 Mrd Euro 17 Millionen mehr an Zinsen bieten als noch vor 9 Monaten. Die Preise selbst der AAA-Bonds sind auf 53 % ihres Wertes gefallen (Abb. 03719).



Nun mehren sich die Anzeichen, daß die Kreditkrise auf die Börsen überspringt (Abb. 03712).


3. Die Weltenergiekrise

Der Ölmarkt ist, nicht zuletzt durch die gewaltig ansteigende Nachfrage aus China, total aus dem Lot gekommen. Der Ölpreis bewegt sich in Höhen, die sich nur noch mit der letzten großen Ölkrise in den 70er Jahren vergleichen lassen (Abb. 07198). Die Internationale Energieagentur schätzt, daß der globale Energiesektor in den nächsten 20 Jahre die gespenstische Summe von 22 Billionen Dollar braucht, um der Energienachfrage der Welt zu entsprechen, jedes Jahr also etwa 1,1 Billion Dollar und damit fast so viel wie alle deutschen privaten Haushalte in einem Jahr ausgeben (1,37 Billionen).


Im Verlauf dieser Entwicklung zu immer höheren Ölpreisen wird immer mehr Kapital in den Ölländern landen. Das wirtschaftliche Machtverhältnis in der Welt wird sich so dramatisch ändern (es sei denn, daß äußere Mächte sich der arabischen Ölquellen bemächtigen).

4. Die Welternährungskrise

Ebenfalls unter dem Eindruck der verstärkten Nachfrage aus Schwellenländern, vor allem wieder China, gestiegener Energiepreise und ungünstigerer Umweltbedingungen steigen die Nahrungsmittelpreise weltweit sprunghaft an. Schon jetzt sind die Nahrungsmittelpreise seit 2005 etwa um die Hälfte gestiegen. Der Preis für Sojabohnen, ein Grundprodukt der Nahrungsmittel- und Viehfutterindustrie steigt gigantisch, seit Beginn letzten Jahres schon auf mehr als das Doppelte (Abb. 07212). Dazu tragen die verzweifelten Versuche der stark motorisierten Länder bei, dem Klimakollaps u.a. durch Biotreibstoffe zu entkommen.


Während der Fleischverbrauch pro Kopf weltweit zwischen 1961 und 2005 um 1,8 % gestiegen ist, sprang er in China um 14,6 % hoch und liegt nun schon über dem der EU. Der Fischverbrauch pro Kopf stieg weltweit um 1,8 %, in China jedoch um 5,4 % und erreichte ebenfalls das EU-Niveau. Soviel ist klar, weder die Fleischproduktion noch der Fischfang werden sich sehr lange so weiter steigern lassen, wie dies seit den 60er Jahren geschehen ist (Abb. 07214). Man kann sich kaum vorstellen, wie arme Lände und arme Menschen in reichen Ländern mit den sich abzeichnenden Belastungen fertig werden sollen, ohne daß es zu Unruhen kommt.


Die neoliberale Variante der Globalisierung wird diese Krisen jedenfalls nicht lösen, sondern wahrscheinlich noch verschlimmern. Eine Welt im wirtschaftlichen Chaos kann noch weniger eine immer stärkere Aufspaltung in Arm und Reich vertragen.

Und dies habe ich von einem Blog geklaut: "Jetzt wird's auch Zeit für einen kleinen Trip in die Metro. Zwei Metrokisten voll mit dem wichtigsten Kram: Thunfisch, Linsensuppe, Müsli, Nudeln, Zucker, Mehl, Salz, Damenbinden, Babywindeln (falls Kinder in dem Alter sind), Schokolade, Kaffee, Tee. Grad in der Metro gibts große Säcke mit Nudeln (1/2 Ztr.) sehr günstig." Dies ist natürlich nicht ernst gemeint!

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global news 1039 07-03-08: Konjunkturdämpfer bei Einzelhandel und Auftragslage

Nach der gestrigen Eurostatmitteilung hat Deutschland bis Januar 2007 vor Italien die zweitschlechteste Einzelhandelsentwicklung seit dem Jahr 2000 gehabt (real, saisonbereinigt, Abb. 12922). Der Januarwert lag zwar etwas höher, aber immer noch unter den Werten von Mitte des vergangenen Jahres.


Die Auftragseingänge der deutschen Industrie waren im Januar zum zweiten Mal in Monatsfolge rückläufig (Abb. 04569).


Der Bundeswirtschaftsminister macht dennoch seinen positiven Reim drauf: „Die Bestelltätigkeit in der Industrie fiel zu Jahresbeginn etwas schwächer aus als im vierten Quartal des vergangenen Jahres. Beeinflusst wurde dies maßgeblich durch Großaufträge, die die Bestelltätigkeit zuvor deutlich unterstützt hatten. Entsprechend kam es nun zu einem Rückpralleffekt. Im Inland dürfte es zudem zum Ende letzten Jahres zu Vorzieheffekten durch das Auslaufen der degressiven Abschreibung gekommen sein. Diese Bestellungen fehlen nun. Bemerkenswert ist, dass sich die Inlandsnachfrage bei den Konsumgüterherstellern zuletzt belebte." Es wäre natürlich gut gewesen, wenn die Bestellungen aus dem Inland gegen Ende letzten Jahres schon als ungewöhnlich wegen des Vorzieheffekt erklärt worden wären, statt sie als Erfolg zu feiern. Auch der Hinweis auf die Belebung der Konsumgüterbestellungen ist irreführend, denn die verlaufen derzeit flach und haben sich nur im Vorjahresvergleich erhöht, wobei allerdings der Januar 2007 der erste Monat der Mehrwertsteuererhöhung war und sich schon deshalb nicht zum Vergleich eignet.


global news 1038 06-03-08: Der „unaufhaltsame" Abstieg der deutschen Mittelschicht
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Nun hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung den Schrumpfprozeß der deutschen Mittelschicht untersucht. Es hat dabei nach den drei Einkommensgruppen „Einkommensstark", „Mittelschicht" und „Armutsgefährdet" unterschieden und die Anteile für 2000 und 2006 ermittelt. In der Abbildung 14098 hat das Infoportal den Trend unverändert bis 2008 fortgeschrieben, obwohl er sich in der Realität eher noch verstärkt haben dürfte. Der Anteil der einkommensmäßigen Mittelschicht an allen Personen ist sehr deutlich in nur acht Jahren von rund 62 % auf rund 51 % zurückgefallen. Dabei muß man sich vergegenwärtigen, daß zu der traditionellen Mittelschicht nicht nur die kleineren Handwerker, mittlere Angestellte und andere weniger gut verdienende Selbständige zählen sondern vor allem die in verantwortlichen Positionen des öffentlichen Dienst Beschäftigten vom Bildungssektor bis zum Gesundheitsdienst und den öffentlichen Verwaltungen. Hier aber wurden sowohl die Besoldung wie die Beamtenpensionen seit Jahren eingefroren und der Auszehrung durch die Inflation überlassen.


Ein Blick auf die Entwicklung seit 1986 zeigt, daß die Schrumpfung der Mittelschicht erst seit etwa dem Jahr 2000 stattfindet (Abb. 14099). Dieser Zeitpunkt deckt sich mit dem Auseinanderklaffen der deutschen Einkommensverhältnisse generell.


Die seit Ende der neunziger Jahre vor allem in den alten Bundesländern zu beobachtende Spreizung der Einkommen läßt sich an dem Zurückbleiben des Medians gegenüber dem Durchschnitt der Einkommen ablesen, wobei der Median das Einkommen markiert, das die obere von der unteren Hälfte der Einkommensbezieher trennt (Abb. 14101). Der Unterschied deutet darauf hin, dass die zwischenzeitlich erzielten Wohlfahrtsgewinne nicht der gesamten Bevölkerung gleichermaßen zugute kamen. Die Einkommen der oberen Hälfte der Einkommensbezieher sind schneller gewachsen als die der unteren Hälfte, das heißt, die Einkommensungleichheit hat zugenommen. Ebenso ist der Gini-Koeffizient erheblich gestiegen, wobei 0 absolute Gleichheit und 1 Absolute Ungleichheit bedeutet (Abb. 14102).



Die Mittelschicht wird auch dadurch besonders betroffen, daß hier zwischen 2002 und 2006 die Abwärtsmobilität überwiegt. Etwa 14 Prozent der Mittelschicht des Jahres 2002 befand sich 2006 im Bereich der Armutsgefährdung. Auf der anderen Seite konnten 11 Prozent der Mittelschicht des Jahres 2002 bis 2006 in die oberen Einkommensschichten aufsteigen. Die stärkere Abwärtsmobilität erklärt das DIW unter anderem durch die Veränderung der Struktur der Erwerbstätigen. Gingen im Jahr 2000 noch knapp 64 Prozent einer abhängigen Vollzeitbeschäftigung nach, so hat sich dieser Anteil bis 2006 auf 55 Prozent verringert. Abhängig Beschäftigte in Teilzeit- oder geringfügiger Beschäftigung haben demgegenüber deutlich an Bedeutung gewonnen.

Eine ausführlichere Darstellung mit vielen Schaubildern enthält der neue Schwerpunkt "Schrumpfende Mittelschicht - Mitverlierer der neoliberalen Globalisierung".

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global news 1037 05-03-08: Wie sich die Krisen an den Aktienmärkten von heute und damals ähneln
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Lange sah es so aus, als seien die Aktienmärkte eigenartig abgetrennt von dem sich auf den Kreditmärkten abspielenden Drama. Der deutsche Aktienindex Dax lag noch am 28. Dezember mit 8067 Punkten etwas über dem Höchstand vor Ausbruch der Krise an den Kreditmärkten im August 2007. Doch seitdem ging es abwärts (Abb. 03717), und bis gestern hat der Dax schon fast 19 % verloren.


Was daran gespenstisch ist: die Ähnlichkeit mit dem Anfang der letzten großen Krise in den Jahren 2000/01, in deren Verlauf der Dax damals von 8065 Punkten, also von genau der gleichen Höhe, abstürzte und am Ende bis zum 23. Juli 2002 mehr als 56 % verloren hatte. Damals war der Verlust in gleichen Zeitraum, den wir bei der derzeitigen Krise beobachten, mit 20 % fast genau der gleiche wie heute. Abb. 04933 zeigt die beiden Entwicklungen übereinander gelegt. Ich hatte diese Abbildung ursprünglich schon mal auf der Webseite, zog sie dann aber zurück, nachdem sich der Dax im Herbst anders zu entwickeln schien.


Bekommen wir nun eine ähnliche Entwicklung bis zum bitteren Ende? Woraus kann man eigentlich die Hoffnung schöpfen, daß es diesmal anders kommt? Wie damals geht die Krise wieder von den USA aus, aber heute sind die Volkswirtschaften über den großen Teich eigentlich noch stärker vernetzt als damals. Und diesmal sind weit größere Spekulationseinsätze verbrannt worden als damals.

Allerdings gibt es einen großen Unterschied: Heute ist die Krise - zur Zeit jedenfalls - auf die Banken konzentriert. Die aber werden, anders als die damaligen Spekulaten, von den Zentralbanken über Wasser gehalten. Dabei nehmen die Zentralbanken die angebrannten Papiere in die eigenen Bücher und sozialisieren so die Verluste, falls die Banken am Ende die bei den Zentralbanken aufgenommenen Kredite nicht zurückzahlen können. Angeschlagene spanische Banken laden z.B. derzeit massenhaft miese Hypothekenpapiere, die sie in Spanien schon lange nicht mehr los werden, bei der EZB ab. Statt dessen hätte man sie verstaatlichen sollen, wie das die britische Regierung mit der zweitgrößten britischen Hypothekenbank Northern Rock getan hat. Dann hätten wenigsten die spanischen Eigentümer am Schaden mitgetragen statt wahrscheinlich die Bürger der Eurozone, wenn die EZB bei den Euroländern am Ende um Nachschuß zum Ausgleich ihrer Verluste einkommt.

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global news 1036 05-03-08: Deutscher Export wächst nur noch mit EU, sonst negativ
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Der deutsche Export zeigte im 4. Quartal 2007 deutliche Schwächezeichen. Gegenüber dem Vorjahr wuchs er zwar noch 3,2 % (ganzes Jahr 8,5 %). Doch Wachstum gab es nur noch gegenüber der EU mit 8 % (11,1 %), während mit dem Rest der Welt ein Minus von 4,4 % (plus 4,1 %) herauskam (Abb. 14094). Besonders schwach entwickelte sich der Export nach USA -12,9 %, Japan -10,5 % und China -1,5 %. Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß es sich um Nominalwerte handelt und die Exportpreise um 1,3 % stiegen. Hier zeigt sich schon, wie die Erstarkung des Euro auf den Export drückt (gegenüber Euro 22 % seit Beginn 2006 und 12 % seit Beginn 2008, Abb. 13118), was sich in der EU wegen des Gewichts der Eurozone nicht bemerkbar macht, zumal hier Deutschland bei festem Wechselkurs die weniger steigenden Stücklohnkosten ausspielt. Auch zeigt sich die schlechte Konjunktur in USA und Japan.



86 % des Handelsbilanzüberschusses wurde in der EU erzielt (Abb. 14095). Dagegen waren die Bilanzen mit China, Japan und Rußland negativ.


Dabei fällt der deutsche Export in Drittländer ziemlich genau seit Ausbruch der globalen Kreditkrise im August 2007 zurück (Abb. 14096).


Statt die Wahrheit über die Abschwächung der gesamten Exportleistung zu melden, setzt das Statistische Bundesamt die euphemistische Überschrift: „2007: Ausfuhren in die EU um 11,1% gestiegen" und bezieht sich damit nur auf den positiven Teil des deutschen Exports und hier auf die bessere Ganzjahresbilanz. Man muß wirklich fragen, warum ein zur Korrektheit verpflichtetes Statistisches Amt immer wieder schönfärbende Schlagzeilen benutzt.

Außerdem kommen auf den Automobilexport, eine deutsche Spezialität, schwerere Zeiten zu. China, Indien, Brasilien und Rußland werden nach einem Bericht in der Financial Times in den fünf Jahren 2006 bis 2011 dreimal so viel zusätzliche automobile Endmontagekapazität aufbauen wie die EU und fast zehnmal mehr als Nordamerika (Abb. 13367). Damit werden diese Länder ihre eigenen Märkte versorgen, aber auch als Exporteure stärker in Erscheinung treten. Als Verlagerungsstützpunkte sind diese Länder vor allem wegen ihrer billigen Arbeitskraft interessant. So zieht vor allem Japan in China Kapazitäten für den Export hoch. Wahrscheinlich wird es schwieriger werden, aus Europa zu exportieren.


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global news 1035 03-03-08: China-Schnäppchen: Die große Illusion
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Der Handel mit China gilt vor allem deshalb als großer Vorteil in den Ländern, die viel Chinaware importieren, weil er angeblich die Bevölkerung dauerhaft mit äußerst billigen Konsumgütern versorgen kann. Dahinter verschwindet das Bewußtsein, in welchem enormen Umfang Industrieproduktion aus diesen Ländern nach China verlagert wird. China hat rund ein Fünftel der Weltbevölkerung (Abb. 14091). Bei 6 % der Weltwirtschaftsleistung (Abb. 14092) erbringt das Land bereits 10,4 % der Weltexportleistung (Abb. 14092). Beim derzeitigen Exportanstieg, verdoppelt sich die Exportleistung in jeweils 4 Jahren.




Wie steht es da mit den Auswirkungen auf die Preise in den Abnehmerländern, wie Deutschland? Mit bei uns steil steigenden Inflationsraten wird immer deutlicher, daß der positive Effekt billiger Chinaware nicht mehr ankommt. Der Preisauftrieb durch die steil steigende chinesische Nachfrage auf den Weltmärkten für Energie, Rohstoffe und Nahrungsmittel kompensiert bereits den Billigeffekt. In ihrem Monatsbericht vom Oktober 2007 verwies die Bundesbank auf eine OECD-Studie, wonach sich unter Berücksichtigung der preistreibenden sowie der preisdämpfenden Effekte der Globalisierung der Nettoeffekt auf die Verbraucherpreise für die OECD Länder zwischen 1995 und 2005 in einer Größenordnung von nur 0 bis -0,25 Prozentpunkten pro Jahr bewegt haben könnte. Wenn der Nettoeffekt schon zwischen 1995 und 2005 so gering dämpfend war, so dürfte er seitdem erheblich steigernd wirken.

Seit dem vergangen Jahr zeigt sich nun eine weitere Entwicklung. China bekommt die eigene Inflation nicht mehr in den Griff. Sie betrug 2007 4,8 % und wird für 2008 auf knapp 7 % geschätzt (Abb. 08129). Dieser erhebliche Teuerungseffekt wird teilweise auch über die chinesischen Exportpreise weitergegeben werden müssen.


Mehr zum Thema China im neuen Schwerpunkt "China-Schnäppchen: Die große Illusion" hier.

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global news 1034 02-03-08: Belastung der deutschen Industrieunternehmen durch Löhne und Gehälter immer geringer
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Nach den neuesten Zahlen der Bundesbank ist der Anteil der Löhne und Gehälter am Umsatz der deutschen Industrieunternehmen seit seinem Gipfel im Sommer 1992 bis Ende vergangenen Jahres um 37 % gesunken (Abb. 14089).


Das ist nicht nur Folge des Rationalisierungsfortschrittes, der den Faktor Arbeit zurückdrängt, sondern auch einer Lohnpolitik, die zu einer verbraucherpreisbereinigt negativen Entwicklung der Löhne und Gehälter seit vielen Jahren führt und statt dessen die deutschen Unternehmensgewinne stärker als bei den meisten anderen Ländern der Alt-EU hochgetrieben hat (Abb. 12531).


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global news 1033 01-03-08: Neues von der neoliberalen Globalisierungsfront
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Drei Nachrichten aus der Financial Times der letzten Tage.

Erste Meldung: China dumpt unter Kosten Kompressoren in der EU, wo es bereits die Hälfte des Marktes besetzt hat, vor allem Dank der Verlagerung von EU-Produktion. Der Tatbestand ist unstreitig. Doch der Handelskommissar will keinen Antidumpingzoll verhängen. Argument: Es würde die Käufer in Europa mehr schädigen als die verbliebenen Produzenten, vor allem in Italien. Doch letztere sind bereit, bei einem Antidumpingzoll Produktion aus China zurückzuverlagern, und umgekehrt alles nach China zu verlagern, falls der Antidumpingzoll nicht verhängt wird. Wieder spalteten sich sowohl die EU-Mitglieder, von denen genau die Hälfte den Zoll unterstützen, die andere Hälfte ihn aber ablehen (bei einer Enthaltung). In einem solchen Fall kann der Handelskommissar Mandelson seine Haltung durchsetzen. Nun aber streiten die Kommissare, wobei die aus Deutschland, Frankreich und Italien für den Zoll eintreten. Der deutsche Kommissar Verheugen macht geltend, bei Ablehnung des Antidumping-Zolls wäre ein Präzendenz gesetzt, der es auch nicht mehr erlauben würde, Europas Schwerindustrie gegen chinesisches Dumping zu schützen.

Man sieht an diesem Fall, wie die neoliberale Haltung von Mandelson zusammen mit den besonders neoliberalen Mitgliedsländer, die schon weitgehend von Industrie auf Dienstleistungen umgestellt haben, die neoliberale Globalisierung fördert.

Zweite Meldung: Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE oder Osteuropa Bank), als deren neuen Präsidenten die Bundesregierung den Staatssekretär im Bundesfinanzministerium Mirow durchsetzen möchte, steht vor der Frage, nun in der Türkei aktiv zu werden und dort Investitionen zu fördern. Man erinnere sich: Die Bank wurde geschaffen, um die Umstellung der Osteuropäer auf die Marktwirtschaft zu fördern. Die EU-Mitgliedsländer haben mit 60 % die Mehrheit der Gesellschafteranteile, weil sie das meiste Kapital aus Steuermitteln der Mitgliedsländer stellen. Die EBWE hat so in erheblichem Umfang Produktionsverlagerungen nicht zuletzt von West- nach Osteuropa sowie Neuansiedlung gefördert. Doch mußte sie auf Druck der USA die Förderung in den EU-Beitrittsländern zurückfahren.

Viele EU-Länder dürften nun den Marsch der EBWE in die Türkei unterstützen. Damit würde - wie einst bei den EU-Beitrittsländern - der EU-Beitritt vorbereitet und würden schon jetzt aus EU-Steuerzahlergeld Investionen und damit auch Industrieverlagerung aus der Alt-EU in dieses Niedrigstlohnland gefördert (Abb. 1003). Immerhin hat die Türkei bereits die Unternehmenssteuern drastisch abgesenkt, um die Verlagerung zu fördern. Bei einem Beitritt würde die Türkei das größte EU-Land werden. Dann müßte auch die christliche und in Europa gelegene Ukraine, ein weiterer Billigststandort mit mehr als 73 Millionen Menschen, aufgenommen werden.



Dritte Meldung: Der Preis für Sojabohnen, ein Grundprodukt der Nahrungsmittel- und Viehfutterindustrie steigt gigantisch, seit Beginn letzten Jahres schon auf mehr als das Doppelte (Abb. 07212). Es ist das Zusammenspiel von explodierender Nachfrage aus einigen Schwellenländern, vor allem China, aus der Umstellung landwirtschaftlicher Flächen auf Biotreibstoffe und den Wetterverhältnissen. Hier zeigen sich die Auswirkungen einer neoliberalen Globalisierung, die Ländern, wie China, eine wohlhabende Oberschicht schafft, die dann immer mehr höherqualifizierte Nahrungsmittel (vor allem Fleisch) fordert, kombiniert mit dem Interesse der entwickelten Volkswirtschaften, ihre hohe Motorisierung mit den Umweltbedürfnissen zu kombinieren und dabei neoliberal auf administrative Beschränkungen des Individualverkehrs zu verzichten. Allerdings geht die Umweltrechnung nicht auf, weil nun z.B. die Entwaldung des Amazonas wieder zunimmt und der CO2-schluckende tropische Wald den Sojafeldern weichen muß. Die sozialen Folgen der steil steigenden Nahrungsmittelpreise sind ebenfalls schlimm.



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global news 1032 22-02-08: Jetzt purzeln wieder Dominos
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Früher oder später war das eigentlich zu erwarten. In Großbritannien ist ein 2-Mrd-Dollar Hedgefond abgestürzt. Der Fond hatte wie andere seine Einlagen über Kredite verfünffacht und kann die nun nicht mehr bedienen, weil sich hohe Verluste aus Kunstpapieren mit Sprenkeln minderwertiger US Hypotheken zeigen. So muß er jetzt in einem Eilverkauf seine Anlagen zu Geld machen. Das treibt derzeit die Preise selbst für AAA Grad Papiere in den Keller (Abb. 03716).


AIC der weltgrößte Bondversicherer hängst nach Verlusten von 11,1 Mrd Dollar ebenfalls in den Seilen. Diese Nachricht und andere aus USA lassen den Dollar weiter sinken, schon um 22 % seit Januar 2006 (Abb. 13118). Um den Globus herum fallen die Aktienkurse wieder (Abb. 03717).



Wollten uns die Bundesregierung und die Bundesbank nicht abkoppeln?

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global news 1031 01-03-08: Was macht der Einzelhandelsumsatz im Januar?
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Eigentlich will uns das Statistische Bundesamt heute die Einzelhandelsergebnisse vom Januar vermitteln. Sie sind so wichtig, weil die deutsche Wirtschaft immer mehr von einer Normalisierung der privaten Nachfrage abhängt, die im 4. Quartal den tiefsten Quartalsfall seit 1991, dem Beginn der Datenreihe, machte (Abb. 14088).


Doch zunächst einmal ändert das StaBuA die Statistik und macht sie damit gegenüber der bisherigen unvergleichbar. Abb. 04943 zeigt den bisherigen und den neuen Index. Der Trend ist auch nach dem neuen Index negativ. Allerdings ergibt sich für Januar gegenüber dem sehr schwachen Dezember 2007 ein Plus von 1,6 %. Dabei liegt der Januarwert jedoch immer noch unter den Werten vom Sommer 2007. Bei so tiefen Werten muß es eigentlich schon nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit mal wenigstens etwas aufwärts gehen.


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Wirtschaftsstandort

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