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Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006) und "Deutschland global" (2005)


(1030) Viel heiße Luft vom Arbeitsmarkt

(1029) Konsumklima stagniert weiter, Erwartungen noch niedriger

(1028) Detailwerte 4. Quartal: Abmarsch in die Rezession?

(1027) Höchstverdiener zahlen nur 34 Prozent Einkommenssteuer

(1026) Deutschland Niedrigsteuerland

(1025) 57 % aller weltweit neuen Arbeitsplätze 2007 in asiatischen Niedriglohnländern

(1024) Asiatische Länder halten den Benzinpreis künstlich auf und unter US-Niveau - Unsere kaputte Umwelt läßt grüßen

(1023) Deutsche Bauwirtschaft am europäischen Ende

(1022) Neues von der Kreditkrise

(1021) Die Kreditkrise erreicht die Heuschrecken

(1020) Wann begann der einsame deutsche Sonderweg?

(1019) Sinkende Preise für Wohngebäude: Ursachen und Folgen

(1018) Auf dem Wege zu einer Ausländer-Unterklasse: Ausländerkinder in Deutschland bildungsmäßig weitgehend chancenlos

(1017) Zweierlei Krisen

(1016) Die gewerbliche Wirtschaft im Dezember 2007: Produktivität + 2,9 %, Entgelt -1,6 %

(1015) Deutsches Wirtschaftswachstum auch schwach im internationalen Vergleich

(1014) Deutsches Wirtschaftswachstum rutscht ab

(1013) Wer fürchtet sich vor Altersarmut?

(1012) Großhandelspreise auf höchster Jahresteuerungsrate seit 26 Jahren

(1011) Lohnentwicklung und Entwicklung der Nachfrage privater Haushalte in der Alt-EU

(1010) ZEW: Konjunktureinschätzung der Finanzexperten aktuell stark gesunken, mittelfristig kaum erholt

(1009) Vernichtendes Urteil des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zu den Ein-Euro-Jobs

(1008) Inlandsumsatz der deutschen Industrie seit November 2006 in Stagnation

(1007) Zur Geldschöpfung der Fed

(1006) Der deutsche Export wird bei schrumpfenden Gewinnmargen müde

(1005) Schmiert der Dollar ab?

(1004) Entwarnung bei den Verbraucherinsolvenzen?

(1003) Warum die internationalen Banken am Ende nicht die Haupt-Verlierer sein werden

(1002) Die US Rezession ist da

(1001) In der ganzen Eurozone stagniert der Einzelhandelsumsatz, doch in Deutschland besonders

(1000) Deutschland auf dem 20. aus 22 Plätzen bei Qualifikation der ausländischen Bevölkerung

(999) Schon fast 7 Millionen Niedriglöhner: Deutschland führt




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global news 1030 29-02-08: Viel heiße Luft vom Arbeitsmarkt
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Für Februar verzeichnet die neue Statistik der Bundesagentur gegenüber Vormonat einen Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit um 75.000. Allerdings war damit der Rückgang um fast ein Fünftel weniger als noch im Januar (Abb. 04772). Auch bröckelt der Aufbau an Beschäftigung bereits seit März 2007 ab (Abb. 14086).



Abb. 04922 zeigt, in welchem großem Umfang der Rückgang der Arbeitslosigkeit durch prekäre Arbeitsverhältnisse und die demographische Entwicklung bestimmt ist. Leider verrät uns die Bundesagentur nicht, obwohl ihr die Zahl bekannt sein sollte, wie viel des Rückgangs an Arbeitslosigkeit auf der von ihr angedeuteten systematische Überprüfung des Arbeitslosenstatus beruht.


Nicht zuletzt wegen der vielen prekären Arbeitsverhältnisse, die eine Zuzahlung von Arbeitslosengeld erfordern, klafft die Zahl der Arbeitslosen und die der Arbeitslosgengeldempfänger immer weiter auseinander. Nur noch 57,7% der Arbeitslosengeldempfänger ALG I und II werden als arbeitslos registriert (Abb. 04980). Vor einem Jahr wurden noch 64,9 % registiert. Damit ist die Zahl der nicht als arbeitslos registrierten Empfänger von Arbeitslosengeld I und II innerhalb nur eines Jahres um 362.000 gestiegen (Abb. 14087).



Dabei verzeichnet Deutschland noch immer einen hohen Anteil an Langzeitarbeitslosen, auf der Basis der letzten Eurostat-Erfassung für das 3. Quartal 2007 den höchsten in den Alt-EU-Ländern (Abb. 04022). Auch sonst ist im internationalen Vergleich die deutsche Arbeitslosigkeit auf dem 14. Platz von 18 Vergleichsländern immer noch hoch (Abb. 04068). Angesichts des Dauertriumphes von Regierungsseite bei den Arbeitsmarktdaten sollte man die der Nachbarn zur Ernüchterung im Auge behalten.



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global news 1029 28-02-08: Konsumklima stagniert weiter, Erwartungen noch niedriger
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Das Konsumklima stagniert nach den von der Gesellschaft für Konsumforschung heute veröffentlichten Ergebnissen für Februar praktisch schon seit November auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau (Abb. 04711). Die Konkunkturerwartung ist noch weiter abgestürzt (Abb. 04917).



Eigentlich sollte das nicht überraschen. Nach den gestern veröffentlichten Ergebnissen des 4. Quartals 2007 fielen real die Nettolöhne und -gehälter gegenüber dem Vorjahr um 1,7 % und gleichzeitig der Konsum privater Haushalte um 1,6 %. Wer kann eigentlich nicht auf die Idee kommen, daß da etwas zusammenhängt und daß es einfach an Massenkaufkraft fehlt, um Deutschland vor einer Rezession zu bewahren? Immerhin kommt mehr als 55 % der deutschen Wirtschaftsleistung aus dem Konsum der privaten Haushalte und nur 47 % aus dem Export oder gar nur 15 % aus dem Außenhandel, wenn man die Importe vom Export abzieht.

Andererseits stiegen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen um satte 4,6 %. Doch davon profitiert nicht der Konsum, da die Vermögenden kaum mehr ausgeben können, und stieg statt dessen die Sparquote um 7,7 %. Immer wenn die Unternehmens- und Vermögenseinkommen steigen, wird auch mehr gespart. Man kann das sehr schön graphisch dokumentieren (Abb. 04978). Wenn man die Entwicklungen von Unternehmens- und Vermögenseinkommen, Arbeitseinkommen und Ersparnis übereinander legt, zeigt sich, daß bis Ende 2000 alle Kurven eng beieinander liegen, sich von da an aber die Unternehmens- und Vermögenseinkommen nach oben lösen und die Ersparnis mit sich ziehen (Abb. 14085). Natürlich gibt es daneben auch Angstsparen der Ärmeren, aber ein großer Teil davon lebt längst am Anschlag oder mit Schulden.



Doch was macht nun SPIEGEL-online daraus: „ Höhere Löhne - nach Überzeugung der Gewerkschaften liegt hierin der Schlüssel zur Ankurbelung der Binnennachfrage. Die aktuellen Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung widerlegen diese Theorie. Danach haben die Verbraucher ihren Konsumstreik noch keineswegs eingestellt."

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global news 1028 27-02-08: Detailwerte 4. Quartal: Abmarsch in die Rezession?
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Was laut Statistischem Bundesamt 2007 robustes Wachstum gewesen sein soll, ist allenfalls noch im ersten Quartal mit einer Zuwachsrate von 3,73 % gegenüber Vorjahr zusammengekommen. Seitdem hat sich das Wachstum bis auf 1.75 % von Quartal zu Quartal abgeschwächt. (Abb. 14003). Der IWF sagt jetzt für 2008 nur noch 1,5 % voraus.


Im EU-Vergleich landet das angebliche robuste deutsche Wachstum weit abgeschlagen nur gegen Ende des Vergleichsfeldes und unterhalb des Durchschnittes der Alt-EU (Abb. 12914). Dabei ist das Jahr 2007 noch künstlich geschönt worden. Als Wachstumstreiber erwiesen sich nämlich die Ausrüstungsinvestitionen, die 36 % zur Wachstumsrate beitrugen. Allerdings sind viele der Investitionen auf 2007 vorgezogen worden, da sich nun in 2008 mit der Steuerreform die Abschreibungsmöglichkeiten verschlechtert haben.


Die wesentlichen Ergebnisse im Vergleich zum 2. Quartal 2006 sind in Abb. 04305 zusammengestellt. Die mittelfristige Entwicklung nach Quartalen ist in Abb. 04004 aufgezeigt. Dabei zeigt sich sehr deutlich, daß eine Aufwärts-Dynamik nur bei den Unternehmens- und Vermögenseinkommen sowie, damit zusammenhängend, der gestiegenen Sparquote festzustellen ist. Die anderen Werte, nämlich Nettolöhne und -gehälter und Konsum privater Haushalte verharren um den oder unter dem Wert des Jahres 2000.



Die Nettolöhne und -gehälter gingen im Vorjahresvergleich nach Abzug der Entwicklung der Verbraucherpreise um 0,1 und je Arbeitnehmer sogar um 1,7 % zurück (Abb. 04054). Über den ganzen Zeitraum seit dem 4. Quartal 2000 sind die Nettolöhne und -gehälter um 4 % gesunken, während die Unternehmes- und Vermögenseinkommen nach Abzug der BIP-Inflation um 51 % expandiert sind. Die Produktivität hat über die letzten 7 Jahre schon um 14 % zugelegt, wovon die Arbeitnehmer nichts in ihren Lohntüten gesehen haben (Abb. 04728).



Besonders enttäuschend, aber vor dem Hintergrund der Entwicklung der Masseneinkommen nicht überraschend, entwickelten sich die Konsumausgaben der privaten Haushalte. Sie gingen um 1,6 % zurück und versprechen damit auch wenig Zuwachs für 2008. Der Trend der Quartalswerte seit dem Jahr 2000 ist negativ (Abb. 14010).


Eine vollständige Übersicht mit Schaubildern über die Ergebnisse des 4. Quartals 2007 enthält der neue Schwerpunkt.

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global news 1027 26-02-08: Höchstverdiener zahlen nur 34 Prozent Einkommenssteuer
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Nach einem neuen Diskussionspapier des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zahlen die 450 deutschen Höchstverdiener (ohne Berücksichtigung von Steuerflucht) im Durchschnitt nur 34 % ihres Bruttoeinkommens als Einkommenssteuer (Abb. 15012). Bei dem obersten Zehntel der Einkommensbezieher (4,5 Millionen) liegt der Durchschnittssatz bei knapp 22 %. Der Unterschied zwischen dem Spitzensteuersatz von 42 % und dem tatsächlich entrichteten Steuersatz liegt daran, daß durch zahlreiche Abzugsmöglichkeiten die tatsächlich zu verteuernden Einkommen weit unter dem Bruttoeinkommen liegen.


Seit 1992 sind die tatsächlichen Steuerbelastungen in Prozent der Bruttoeinkommen bei den Höchstverdiener durch zahlreiche Veränderungen in den Steuerregeln erheblich zurückgegangen, nicht dagegen im Durchschnitt aller Einkommen. Dieser Trend dürfte sich seit 2002 fortgesetzt haben, zumal der Spitzensteuersatz in den Folgejahren noch zweimal gesenkt wurde: 2005 von 48,5 % auf 45,0 % und 2005 weiter auf nur noch 42 % (oder einschließlich Solidaritätsbeitrag von 51,2 % auf 47,5 und dann auf 44,3 %).

Besonders groß ist der Unterschied zwischen dem tatsächlich zu versteuernden Einkommen und dem Bruttoeinkommen der obersten 10 % im Bereich der Kapitaleinkommen, wo nur etwa die Hälfte zur Steuer herangezogen wird (Abb. 15013).


Der Spitzensteuersatz ist in Deutschland mit 42 % ohnehin nicht besonders hoch. Er wird nur von 5 der 15 Alt-EU-Länder unterboten (Abb. 15009).


Natürlich versucht das DIW sofort abzuwiegeln: "Die Verteilung der Steuerlast ist hoch konzentriert: Das oberste Zehntel der Einkommensbezieher trägt mehr als die Hälfte zum gesamten Steueraufkommen bei, und beinahe ein Viertel des Steueraufkommens geht auf das oberste eine Prozent der Einkommensbezieher zurück. Dagegen zahlt die untere Hälfte der Einkommensbezieher nur fünf Prozent des Steueraufkommens". Es ist immer die gleiche Falschinformation, die in Deutschland verbreitet wird, weil sie nur auf die Einkommenssteuer abstellt. Die stellt aber nur 35 % des gesamten Steueraufkommens dar (Abb. 04968), wovon das meiste Lohnsteuer ist (Abb. 04969); die restlichen 65 % sind im wesentlichen Verbrauchssteuern , die weit überproportional von den weniger verdienenden und sehr viel zahlreicheren Haushalten entrichtet werden, wie z.B. die Mehrwertsteuer auf alle Einkäufe oder die Mineralöl- und die Tabaksteuer. Die Reichen geben dagegen einen viel geringeren Anteil ihrer stark wachsenden Einkommen und Vermögen für den persönlichen Verbrauch aus und sparen auch wesentlich mehr (Abb. 04026).




Vermögende Anleger profitieren in Zukunft aussserdem mehrfach von der Abgeltungsteuer. Ihre Steuerlast auf festverzinsliche Wertpapiere fällt erheblich, da sie Zinsen künftig nicht mehr mit dem persönlichen Steuersatz von bis zu 42 Prozent, sondern nur noch mit rund 28 Prozent versteuern müssen. Außerdem werden mit Einführung der anonymen, pauschal abgeführten Steuer ab 2009 viele vermögende Deutsche für das Finanzamt rechnerisch ärmer, da ihre Kapitaleinkünfte nicht mehr im persönlichen Steuerbrutto auftauchen. Mit dem sinkenden Jahreseinkommen bleibt vielen Vermögenden nicht nur die Reichensteuer erspart - sie kommen ohne Kapitaleinkünfte in den Genuss ungeahnt niedriger persönlicher Steuersätze.

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global news 1026 25-02-08: Deutschland Niedrigsteuerland
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Das deutsche Massenblatt BILD hat in einer Dauerkampagne für Steuersenkungen seinen Lesern einzutrichtern versucht, Deutschland sei ein Hochsteuerland. Auch sonst scheint diese Meinung weit verbreitet zu sein. Dabei hat die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD, die so ziemlich als einzige seit Jahren einen umfassenden internationalen Vergleich der Steuer- und Abgabenquote (Steuern und Sozialabgaben) betreibt, Deutschland in der unteren Mittelzone. Ich habe die OECD-Abbildung für 2005 und die OECD-Daten für 2006 unmittelbar hier herunterkoppiert (Abb. 15007, 15008, 15011). Die Daten für 2006 sind aus dem neuesten, aber leider nicht frei zugänglichen Bericht der OECD vom Oktober 2007. Sie zeigen, daß Deutschland - ohne die nicht vergleichbaren osteuropäischen Beitrittsländer, Mexiko und Türkei - nur von 9 Ländern unterboten wurde, 14 dagegen höher lagen. Ebenso lag der Durchschnitt der Eurozone erheblich höher.




Was allerdings immer wieder vergessen wird, ist, daß es zweierlei Abgrenzungen gibt, nämlich eine nach der Finanzstatistik, die von der OECD für den internationalen Vergleich verwandt wird, und eine nach der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Man kann natürlich Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Und wenn man schon international vergleichen will, muß man im System der OECD bleiben.

Daneben führt Eurostat mit der Abrenzung der Finanzstatistik eine Statistik, allerdings nur für die EU-Länder. Sie zeigt für 2005 bei Deutschland eine Abgabenquote, die nur von 7 der 15 Alt-EU-Länder unterboten wird und noch unter dem Durchschnitt der Eurozone liegt (Abb. 15010). Ebenso wird der höchste Regelsatz der Einkommenssteuer nur von 5 der 15 Alt-EU-Länder unterboten (Abb. 15009).



Bei den Einnahmen aus Einkommens- und Gewinnsteuern hatte Deutschland 2006 nach OECD den niedrigsten Anteil am Bruttoinlandsprodukt vor Japan (Abb. 12243).


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global news 1025 25-02-08: 57 % aller weltweit neuen Arbeitsplätze 2007 in asiatischen Niedriglohnländern
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Nach den neuen Zahlen der Internationalen Arbeitsorganisation entstanden im vergangenen Jahr 57 % aller Arbeitsplätze in Asien und nur 4 % in Entwickelten Ländern (Abb. 08127). Dabei dürfte es sich bei Asien in meinem Verständnis meist um Niedriglohnländer, vor allem China handeln. Das Angebot an billiger Arbeitskraft weltweit ist enorm. 487 Millionen Arbeitnehmer verdienen nicht mehr als 1 Dollar pro Tag und 1,3 Milliarden Arbeitnehmer nicht mehr als 2 Dollar pro Tag.


Dabei entwickelt sich die Produktivität pro Beschäftigten in Asien, vor allem Ostasien und hier China, viel stärker als in den entwickelten Ländern (Abb. 08128).


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global news 1020 25-02-08: Asiatische Länder halten den Benzinpreis künstlich auf und unter US-Niveau - Unsere kaputte Umwelt läßt grüßen
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Es ist kaum zu glauben. Asiatische Entwicklungsländer halten die Benzinpreise unter strikter Kontrolle und subventionieren so den Verbrauch zu Lasten der Umwelt. China z.B. hat die Energiepreise auf dem niedrigen US-Niveau festgeschrieben (Abb. 07209). Die Benzinpreise liegen dabei unterhalb der Kosten der Raffinerien. Indien hat zum ersten Mal seit 20 Monaten Mitte Februar eine Anhebung des Benzinpreises um gerade einmal 5 % zugestanden. In Indonesien und Malaisia liegen die Preise etwa bei einem Viertel der deutschen; die hier nötigen Subventionen machen inzwischen schon mehr als 10 % aller Regierungsausgaben aus.


Chinas Primärenergieverbrauch wächst fast zweistellig, z.B. nach den letzten verfügbaren Zahlen für 2006 um 9,6 % (Abb. 08090). Der IWF erwartet, daß in China schon in 2030 mehr KfZ als in USA fahren werden (Abb. 07030). Indien baut massiv eine Industrie von Billig-Fahrzeugen auf.



Die Konsequenzen eines so stark subventionierten Energieeinsatzes für unsere Umwelt kann man sich an den zehn Fingern abzählen. Außerdem treibt Asien mit dem künstlich abgesenkten Benzinpreis die Nachfrag nach Öl und damit den Ölpreis weltweit in die Höhe (Abb. 07210).


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global news 1023 22-02-08: Deutsche Bauwirtschaft am europäischen Ende
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Die Produktionsindizes der deutschen Bauindustrie sind über das Jahr 2007 von ihrem Gipfel im ersten Quartal um 7,8 % gefallen und rangieren nun auf dem vorletzten Platz der Alt-EU. Gegenüber dem Basisjahr 2000 lag das vierte Quartal 2007 saisonbereinigt bereits um 18,8 % zurück (Abb. 15003).


Auch nach der Meldung des Statistischen Bundesamts vom 20.2.08 ging der Umsatz des Bauhauptgewerbes 2007 um nominal 0,6 zurück, was nach Berücksichtigung der Preissteigerung von 4,5 % einen realen Rückgang um 5,1 % bedeutet. Dabei hat das Statistische Bundesamt diese Entwicklung allerdings im Kleingedruckten begraben, während die stolze Überschrift über der Meldung heißt: „2007: Aufträge im Bauhauptgewerbe um 3,5% gestiegen".

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global news 1022 22-02-08: Neues von der Kreditkrise
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Seit Mitte letzten Jahres gehen die Aktienkurse auf wichtigen Märkten tendenziell zurück: Dow in USA um etwa 8 %, Dax 13 % und Nikkei gar 25 % (Abb. 03712).


Dabei ist der Aktienmarkt bisher noch eigenartig abgekoppelt vom Schicksal der Kreditmärkte, wozu massive Liquiditätsspritzen der Notenbanken sowie Diskontsenkungen von Fed und Bank of England und der Einstieg von Staatsfonds aus den Ölländern in die internationalen Banken beigetragen haben. Die Misere an den Kreditmärkten kommt bei den Kursen der Banken deutlicher zum Ausdruck, z.B. Deutsche Bank minus 30 % und Commerzbank gar minus 43 % (Abb. 13316).


Den Dax hat es in den letzten Wochen noch mehr als den Dow getroffen, weil Markteilnehmer offensichtlich nicht mehr glauben, Deutschland und die Eurozone könne sich von den USA abkoppeln. Daher hat sich auch der Dollar gegenüber dem Euro einstweilen stabilisiert.

Die Preise für Papiere auf der Basis minderwertiger amerikanischer Hypotheken, deren Markt auf 1,8 bis 2,0 Billionen Dollar geschätzt wird, befinden sich weiterhin im freiem Fall (Abb. 03681). Schätzungen erwarten, daß eine in vier seit 2005 eingegangenen amerikanischen Hypotheken nicht zurückgezahlt werden wird.


Ein weiteres großes Risiko baut sich derzeit über die drei amerikanischen Monoline Bondversicherer auf, die 2,2 Billionen Dollar in ihren Büchern haben (Abb. 03713). Man rechnet derzeit mit 34 Mrd Dollar an Verlusten aus minderwertigen Hypotheken, was die Monoline Versicherer, die nur um 48 Mrd Dollar Mittel haben, in Konkursgefahr brächte. Die Rating Agenturen haben mit einer Runterstufung der Versicherer gedroht. Schon dies würde eine neue Welle an hohem zusätzlichem Abschreibungsbedarf bei den Banken nach sich ziehen, der von Moody's auf 7 bis 30 Mrd Dollar geschätzt wird.


Professor Roubini von der Stern School of Business der New York University hat das Gesamtrisiko aus zweifelhaft besicherten Papieren von den minderwertigen Hypotheken, riskanten Unternehmensbonds, Studentenkrediten, Kreditkarten bis Autokäufen abgeschätzt und ist im schlimmsten Fall zu mehr als 1 Billion Dollar gekommen.

Für eine aktuelle Gesamtdarstellung der Kreditkrise siehe den neu aufgelegten Schwerpunkt „Die globale Kreditkrise".

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global news 1021 20-02-08: Die Kreditkrise erreicht die Heuschrecken
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Neben den internationalen Banken waren Hedgefonds und Private Equity Unternehmen Hauptspieler im Kasino mit minderwertigen amerikanischen Hypotheken. Anders als die Banken werden sie aber nicht kontrolliert und müssen keine Bilanzen ausweisen. Einige Fonds mußten schon dicht machen. Jetzt mußte KKR, eines der größten Private Equity Unternehmen, Auszahlungen von Subprime-Hypotheken Papieren aus seinem Fond KKR Financial zur Hälfte bis zum 3. März aussetzen, um den Fonds zu restrukturieren, wie es in der Mitteilung heißt. Das hat den europäischen Index für die Kreditversicherung auf Rekordhöhen getrieben (Abb. 03636) und erzeugt heute neue Schockwellen auf den Aktienmärkten.


Schätzungen der G7 gehen auf etwa 400 Mrd Dollar an Verlusten aus minderwertigen amerikanischen Hypotheken. Dabei wird von Beobachtern eine Verteilung etwa zu gleichen Teilen auf amerikanische und nichtamerkanische Banken erwartet. Bisher wurden erst etwa 160 Mrd Dollar abgeschrieben oder als Verlust verbucht, davon etwa die Hälfte außerhalb der amerikanischen Banken. Mit etwa 31 Mrd Dollar dürften deutsche Banken hier den Löwenanteil verzeichnen, vor schweizer mit 23 Mrd Dollar, britischen mit 15 Mrd Dollar und französischen mit 9 Mrd Dollar (Abb. 03711).


Der ifo Weltwirtschaftsklima Index, der zusammen mit der Internationalen Handelskammer in Paris durch Befragung von rund 1000 Experten erstellt wird, hat sich im ersten Quartal 2008 weiter verschlechtert. Der Indikator fiel auf den niedrigsten Stand seit Mitte 2003 (Abb. 03710). Sowohl die Einschätzung der derzeitigen wirtschaftlichen Lage als auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate fielen ungünstiger aus als in der vorangegangenen Umfrage. Nach dem Urteil der WESExperten belastet die US-Subprimekrise neben den USA vor allem die Finanzsysteme in Großbritannien, der Schweiz, Irland und Deutschland.


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global news 1020 20-02-08: Wann begann der einsame deutsche Sonderweg?
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Immer wieder verweise ich auf den schädlichen deutschen Sonderweg mit ausgebremster Binnenkaufkraft und Nachfrage privater Haushalte bei Konzentration auf den Export. In der Folge wurde das Gesamtwirtschaftswachstum gebremst und hat Deutschland seit Jahren das höchste Niveau an Langzeitarbeitslosigkeit.

Es ist eine Wirtschaftspolitik, die sonst im internationalen Vergleich nur noch von China allerdings bei total anderen Rahmenbedingungen und starkem Wirtschaftswachstum verfolgt wird. Japan hat zwar ebenfalls eine Kombination von schwachen Nachfrage der privaten Haushalte und starkem Export, doch versucht die Zentralbank - anders als die EZB und davor die Bundesbank - mit stark abgesenktem, real negativem Zins dagegenzuhalten.

Um das Jahr 2000 begann in Deutschland die Negativentwicklung der realen Löhne und Gehälter, die sich stark von der in anderen Ländern abhebt (Abb. 12990). Fast zeitgleich startete der deutsche Export seinen Marsch in die europäische Spitzenposition des Zuwachses (Abb. 15001).



Im Vergleich mit den Alt-EU-Ländern läßt sich auch sehr deutlich zeigen, wie etwa um das Jahr 2000 die Entwicklung des Verbrauchs privater Haushalte abgerissen wurde und sich aus dem Pulk der anderen Länder nach unten löste und seit 2003 Schlußlicht ist (Abb. 12998).


Ähnliches passierte etwa um die gleiche Zeit mit der Langzeitarbeitslosigkeit nur in der umgekehrten Richtung (Abb. 12999). Hier liegt Deutschland seit 2005 einsam an der Spitze, wobei es offensichtlich zwei weitere Jahre brauchte, bis Deutschland mit ausgebremster Nachfrage privater Haushalte auch die Spitzenposition in Langzeitarbeitslosigkeit erreichte. Die massiven aussortierenden Manipulationen an der deutschen Statistik für Langzeitarbeitslose haben daran nichts ändern können.


In der Tat, die angeblichen Reformen mit den hier dokumentierten Konsequenzen setzten um die Jahrtausendwende ein. Gerhard Schröder in seiner Neujahrsansprache 2000: „Wir haben mit der Reform der sozialen Sicherung, vor allem bei der Rente, begonnen. Wenn wir weiterhin finanzielle Sicherheit für die Älteren und bezahlbare Beiträge für die Jüngeren haben wollen, dann geht dies nicht ohne ein Stück mehr Eigenverantwortung für die Alterssicherung. Im neuen Jahrhundert werden wir umdenken müssen. Wir werden unsere Ansprüche überdenken und mehr Verantwortung übernehmen müssen. Wir werden unser Wohl nicht dem Staat allein überlassen können."

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global news 1019 20-02-08: Sinkende Preise für Wohngebäude: Ursachen und Folgen
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Aus der heutigen Meldung des Statistischen Bundesamtes: "Seit Beginn der Preisbeobachtung für gebrauchte Häuser und Wohnungen im Jahr 2000 ist insgesamt ein rückläufiger Preistrend in diesem Marktsegment feststellbar: Der Preisindex für bestehende Wohngebäude verzeichnete im Zeitraum von 2000 bis 2006 einen Rückgang um insgesamt 3,0% (Abb. 14083). Nach Economist haben die deutschen Hauspreise zwischen 1997 und 2007 mit einer Negativrate von 5 % nach Japan die ungünstigste Entwicklung genommen (Abb. 03016).



Normalerweise würde man erwarten, daß sich die Preise für Wohngebäude mindestens mit der Inflationsrate entwickeln. Da aber die Verbraucherpreise zwischen 2000 und 2006 um 10,1 % gestiegen sind, ist die deutsche Differenz von mehr als 13 % absolut ungewöhnlich und wirft die Frage nach Ursachen und Folgen auf.

Die Ursachen könnten in der demographischen Entwicklung liegen, wenn mehr Häuser und Wohnungen vererbt werden, als Nachfrage da ist. Doch die deutsche Bevölkerung ist zwischen 2000 und 2006 noch um 0,2 % gewachsen. Hinzu kommt, daß Wohneigentum in Deutschland ohnehin bisher noch relativ wenig verbreitet ist und daher ein Rückstau an Nachfrage zu erwarten wäre. Die Wohneigentumsquote bleibt mit 44% (49% im früheren Bundesgebiet) sehr niedrig, vor allem verglichen mit Frankreich 55%, sowie USA und Großbritannien mit rund zwei Dritteln aller Haushalte.

Außerdem könnte mangelnde Nachfrage an ungewöhnlich hohen Hypothekenzinsen, mangelnder Kaufkraft oder Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft liegen. Doch die reale Zinsrate nach Abzug der Inflation lag in den meisten Jahren eher ungewöhnlich niedrig. So kann man nur vermuten, daß auch die Entwicklung der Preise für Wohngebäude nur Teil der allgemeinen Kaufzurückhaltung und Angst um die wirtschaftliche Zukunft ist. Zumal das höchste Niveau an Langzeitarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich (Abb. 04022) wird viele Menschen aus Angst vor Arbeitslosigkeit davon abhalten, sich die Belastung aus einer Wohnraumfinanzierung ans Bein zu binden.


Über die Folgen sinkender Preise für Wohngebäude braucht man nicht lange nachzudenken. So wie in den angelsächsischen Ländern, Frankreich, Spanien und Irland stark steigende Hauspreise die Menschen mindestens subjektiv wohlhabender und einkaufsfreundlicher gemacht haben, ist in Deutschland das Gegenteil erfolgt. Wer seine Ersparnisse in Wohnraum investiert hat, ist über die Jahre bei steigenden Verbraucherpreisen immer ärmer geworden. Dies wird die allgemein negative Tendenz des privaten Verbrauchs - die niedrigste unter Vergleichsländern - noch verstärken.

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global news 1018 19-02-08: Auf dem Wege zu einer Ausländer-Unterklasse: Ausländerkinder in Deutschland bildungsmäßig weitgehend chancenlos
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Der Ausländeranteil unter den Abgängern allgemeinbildender Schulen lag im Schuljahr 2006/07 bei 9,0 % - so heute das Statistische Bundesamt. Doch dahinter verbergen sich enorme Differenzen je nach Schulerfolg. Unter den Hauptschulabängern ohne Abschluß waren 19,2 % Ausländer. Dagegen waren sie unter den Abgängern mit Hochschulberechtigung nur mit 3,6 % vertreten (Abb. 14080).


Im internationalen Vergleich ist der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung relativ hoch und wird schon jetzt fast nur von den ausgesprochenen Einwanderungsländern Kanada und Australien übertroffen (Abb. 13285). Immigranten leben in Deutschland konzentriert in wenigen Großstädten, wo sie hohe Anteile an der einheimischen Bevölkerung erreichen. Das gilt vor allem für Kinder mit Immigranten-Hintergrund in Großstädten we Frankfurt, Nürnberg, Düsseldorf und Stuttgart, wo die Anteile bereits um zwei Drittel betragen (Abb. 13280). Entsprechend wichtig ist der Schulerfolg der Immigrantenkinder.



Deutschland hat nach Feststellungen der OECD den bei weitem größten negativen Abstand in der Lesefähigkeit von Immigranten-Kindern verglichen mit denen von einheimischen Eltern (Abb. 13284). Auch bei mathematischen Leistungen haben Immigrantenkinder in Deutschland den im internationalen Vergleich drittgrößten Abstand von einheimischen Kindern (Abb. 13320).



Etwa die Hälfte der Jugendlichen mit Immigrantenhintergrund erreicht keinen für den Beruf qualifizierenden Abschluß (Abb. 13281).


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global news 1017 16-02-08: Zweierlei Krisen
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(1) Die derzeit extremen Ölpreise werden normalerweise nicht als Krise angesprochen, obwohl sie ähnlich steil und hoch gestiegen sind, wie bei der letzten Ölkrise in den 70er Jahren (Abb. 07198). Damals brach das Wirtschaftswachstum in Deutschland erheblich ein. 1975 kam es zu einem realen Rückgang um 1 %. Dennoch beherrschten die Industrieländer die Krise noch verhältnismäßig gut, weil der Finanzsektor ein Recycling unternahm und die Überschüsse der Ölländer in Exportaufträge für die Industrieländer zurückgeschleust wurden.


Die Situation ist heute aus zwei Gründen fundamental anders. Erstens, legen die Ölländer heute größere Teile der Überschüsse in staatlichen Investmentsfonds ein, die sich ihrerseits in Unternehmen und Banken der Industrieländer einkaufen, und geben die Öleinnahmen zu einem erheblich kleineren Teil als in den 70er Jahren wieder für Importe aus den Industrieländern aus. Zweitens, war der Preissprung in den 70er Jahren von begrenzter zeitlicher Dauer. Dagegen sorgt heute die gewaltige zusätzliche und immer noch steil steigende Nachfrage aus Schwellenländern, wie China und Indien, für dauerhaft hohe und wahrscheinlich weiter steigende Ölpreise. Chinas Primärenergieverbrauch wächst fast zweistellig, z.B. nach den letzten verfügbaren Zahlen für 2006 um 9,6 % (Abb. 08090).


Deutschland hat im vergangenen Jahr für fast 60 Mrd Euro Öl eingeführt. In den letzten drei Monaten 2007 lag der Preis um 32 % über dem Niveau des Vorjahres. Das ergibt - auf ein Jahr bezogen - eine zusätzliche Ölrechnung von etwa 19 Mrd Euro oder rund 0,8 % des gesamten deutschen Bruttoinlandsprodukts. Diese erhebliche Belastung des Wirtschaftswachstums ist eine der Erklärungen, warum die Bundesregierung und die Wirtschaftsforschungsinstitute für dieses Jahr nur mit einem minimalen Außenbeitrag zum Wirtschaftswachstum rechnen, so die Bundesregierung im Jahreswirtschaftsbericht nur mit 0,4 %, während es 2007 noch 1,5 % waren.

(2) Dabei addieren sich diese Belastungen zu denen aus der anhaltenden globalen Kreditkrise hinzu. Der iTraxx Crossover Index mißt den Versicherungsaufschlag von Schrottanleihen von 50 europäischen Unternehmen. Er stieg von 2 % vor Ausbruch der Krise auf inzwischen astronomische 6 % (Abb. 03636). Das entspricht etwa der Annahme, daß 7 % der Unternehmen Pleite gehen. Zum Vergleich in der Periode 1986 bis 1990 wurden etwa 2,5 % der Bonds notleidend. Selbst Bonds mit Investmentgrad verzeichnen Rekorde beim Versicherungsaufschlag.


Sehr stark hat sich auch der Versicherungsschutz gegen einen Crash bestimmter Banken verteuert, z.B. Lehman Brothers auf 1,8 % und selbst bei Goldman Sachs auf über 1,1 %. Die Banken haben bisher Verlustrücklagen von 120 Mrd Dollar gebildet und weitere 26 Mrd Dollar als definitiven Verlust gebucht (Abb. 03708).


Dabei handelt es sich aber vor allem um die Subprime-Hyotheken, bei denen jetzt mit Verlusten in Höhe von insgesamt 400 Mrd Dollar zu rechnen ist. Die Verluste aus Unternehmensbonds können ebenfalls in Höhe von hunderten Milliarden Dollar anfallen. Abb. 03709 zeigt die Struktur von 2,5 Billionen US Dollar in strukturierten Papieren der verschiedenen Form und den starken Aufwuchs.


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global news 1016 15-02-08: Die gewerbliche Wirtschaft im Dezember 2007: Produktivität + 2,9 %, Entgelt -1,6 %
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Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts zur gewerblichen Wirtschaft im Dezember 2007 zeigen, daß sich die negative Entwicklung des Entgelts pro Beschäftigten nach Bereinigung um die Kaufpreisentwicklung mit einem Minus von 1,6 % gegenüber dem Vorjahr fortgesetzt hat (Abb. 04009). Da die Produktivität um 2,9 % stieg, wurden die Lohnerhöhungsspielräume nicht ausgenützt. Die gewerbliche Wirtschaft entlohnt noch besser als der Dienstleistungssektor mit den vielen Niedriglöhnern, so daß man sich die Gesamtsituation vorstellen kann, zumal Sozialrenten, Sozialleistungen und Beamtengehälter praktisch eingefroren durch die Inflation von 2,8 % aufgezehrt ausgehölt wurden.


Über das Gesamtjahr 2007 stagnierte das Entgelt pro Beschäftigten nach Bereinigung um die Verbraucherpreisinflation bei 0,2 %, obwohl die Produktivität um stolze 5,1 % zunahm (Abb. 14078).


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global news 1015 15-02-08: Deutsches Wirtschaftswachstum auch schwach im internationalen Vergleich
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Im internationalen Vergleich rangierte Deutschland 2007 sowohl im durchschnittlichen Quartalswachstum gegenüber Vorquartal (Abb. 12994) als auch im Wachstum des letztverfügbaren Quartals gegenüber dem entsprechenden Quartal von 2006 (Abb. 12995) so ziemlich am Ende des internationalen Feldes.



Dabei ist auch ein Vergleich mit Frankreich interessant. Das deutsche Wirtschaftswachstum pro Quartal hat im 4. Quartal 2007 erneut unter dem französischen gelegen, das auf eine Jahresrate von 1,39 % kam (Deutschland 1,06 %, Abb. 12992). Dabei entwickelte sich vor allem die Nachfrage privater Haushalte in Frankreich erheblich besser als in Deutschland, wo das Statistische Bundesamt, ohne bisher Zahlen zu nennen, von einem Rückgang ausgeht: „Negative Impulse gingen vom Konsum aus, der von rückläufigen Konsumausgaben der privaten Haushalte gekennzeichnet war." Abbildung 12993 zeigt den Vergleich mit Frankreich in gleitenden 4-Quartalsschritten seit 4. Quartal 2005, wobei der Rückgang für Deutschland im 4. Quartal mit -1 % angenommen ist.



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global news 1014 14-02-08: Deutsches Wirtschaftswachstum rutscht ab
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Nach den heutigen Zahlen des Statistischen Bundesamts ist die deutsche Wirtschaft im 4. Quartal gegenüber dem Vorquartal nur noch um 0,27 % oder einer Jahresrate von 1,06 % gewachsen (Abb. 14077). Lag das Wachstum gegenüber der Vorjahresperiode im 4. Quartal 2007 noch bei 3,95 % so rutschte es Quartal für Quartal auf nur noch 1,75 % ab (Abb. 14003).



Doch Bundeswirtschaftsminister Glos spricht nur von einer "vorübergehenden leichten Abschwächung bei intakter Grunddynamik": "Die wirtschaftliche Grunddynamik ist nach wie vor intakt. Die leichte Abschwächung des realen BIP-Wachstums im vierten Quartal lag in dieser Größenordnung auch unserer Projektion im Jahreswirtschaftsbericht zugrunde. Die Konjunktur in Deutschland befindet sich trotz einer vorübergehend etwas reduzierten Geschwindigkeit nach wie vor auf einem positiven Wachstumskurs."

Nach Ansicht des Statistischen Bundesamts gingen negative Impulse vom Konsum aus, der von rückläufigen Konsumausgaben der privaten Haushalte gekennzeichnet war. Tatsächlich zeigt sich dies sehr deutlich beim Einzelhandelsumsatz (Abb. 04943), wo Deutschland innerhalb der Alt-EU seit Jahren nur auf dem drittletzten Platz rangiert (Abb. 12922).



Die PKW-Zulassungen vom Januar 2008 zeigen, daß sich der negative Trend auch in dieses Jahr fortsetzt (Abb. 14061). Über die vollen Einzelergebnisse des 4. Quartals 2007 werden wir am 26. Februar 2008 berichten.


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global news 1013 13-02-08: Wer fürchtet sich vor Altersarmut?
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Von Altersarmut ist in Deutschland viel die Rede. Die Menschen haben Angst davor. Nach einer neuen SPIEGEL-Umfrage fürchten drei Viertel der Deutschen, daß sie im Rentenalter ihren Lebensstandard nicht mehr halten können (Abb. 14075). Besonderen Grund zur Angst haben die Niedriglöhner, deren Anteil an allen abhängig Beschäftigten sich in den letzten Jahren auf jeden Vierten erhöht hat.


Dazu gehören vor allem die Leiharbeiter. Brüssel will die offene Lohndiskriminierung verhindern. Doch das Bundeswirtschaftsministerium stellt sich vor die Branche, die in Deutschland mehr als in anderen Alt-EU-Ländern einen Boom erlebt. Nur in Italien und den Niederlanden ist der Anteil der Leiharbeiter an den Beschäftigten seit 2000 stärker gestiegen als in Deutschland (Abb. 12446). So verzeichnete Randstadt, der Marktführer der Zeitarbeitsfirmen, 2006 ein Wachstum von 40 % und überschritt die Umsatzmilliarde.


Auf normal entlohnte Arbeitnehmer, Selbständige und Beamte entfällt nur noch etwa 42 % der deutschen Bevölkerung (Abb. 14076).


Die Angst vor Altersarmut ist eine der schlimmsten Ängste, die uns Deutsche umtreiben, und dies mehr als in anderen Länder, oder gar in den skandinavischen, wo das Problem weitgehend gelöst ist. Mehr dazu im neuen Schwerpunkt.

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global news 1012 13-02-08: Großhandelspreise auf höchster Jahresteuerungsrate seit 26 Jahren
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Der Index der Großhandelsverkaufspreise lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes im Januar 2008 um 6,6% über dem Vorjahresstand. Dies war die höchste Jahresteuerungsrate seit Juni 1982 . Im Dezember und im November 2007 hatte sie + 5,1% beziehungsweise + 5,7% betragen (Abb. 14074). Das ist kein gutes Omen für die Entwicklung der Verbraucherpreise.


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global news 1011 13-02-08: Lohnentwicklung und Entwicklung der Nachfrage privater Haushalte in der Alt-EU
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Es gibt eine erstaunliche Ähnlichkeit zwischen zwei Entwicklungen in der Alt-EU. Deutschland ist jeweils am Ende sowohl bei den Löhnen (Abb. 12990) wie bei der Nachfrage privater Haushalte (Abb. 12912). Zudem hat Deutschland im 3. Quartal 2007 nach neuesten Eurostatangaben die höchste Rate an Langzeitarbeitslosen (Abb. 04022). Preisfrage: Ist alles nur Zufall?




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extra global news 1010 12-02-08: ZEW: Konjunktureinschätzung der Finanzexperten aktuell stark gesunken, mittelfristig kaum erholt
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Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzexperten für Deutschland haben sich im Februar minimal von minus 41,6 Punkte auf minus 39,5 Punkte verbessert (Abb. 04762). Der langfristige Mittelwert liegt wesentlich höher bei plus 30,7 Punkte. Der Januarwert war der tiefste seit 15 Jahren gewesen, so daß die minimale Aufhellung kaum ins Gewicht fällt.


Die aktuelle Einschätzung der Konjunkturlage sank kräftig von 56,6 Punkten im Vormonat auf 33,7 Punkte (Abb. 04588).


Dennoch machen viele Medien das Ergebnis betont positiv auf. So SPIEGEL-online unter der Überschrift „Finanzexperten hoffen wieder": „Überraschender Optimismus: Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzexperten für Deutschland haben sich im Februar verbessert. Mit Zuversicht in den Frühling: Deutsche Finanzexperten sind nicht mehr so pessimistisch wie im Januar, was die Zukunft der deutschen Wirtschaft angeht.

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global news 1009 12-02-08: Vernichtendes Urteil des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zu den Ein-Euro-Jobs
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Das IAB gehört über die Bundesagentur für Arbeit zum Bund. Umso mehr läßt aufhorchen, wenn gerade sie zu kritischen Ergebnissen in der Bewertung wichtiger Teile der Hartz-Reformen kommt. In diesem Fall geht es in ihrem neuesten Bericht um die so genannten Ein-Euro-Jobs oder Arbeitsgelegenheiten. Ein-Euro-Jobs haben sich seit ihrer Einführung im Jahr 2005 zur quantitativ bedeutendsten Maßnahme der aktiven Arbeitsmarktpolitik entwickelt. Jedoch wird weder die Integration in den Arbeitsmarkt noch die Beendigung der Hilfsbedürftigkeit - bis auf Ausnahmebereiche - erreicht. Dabei räumt die IAB ein, daß es auch zur Zielrichtung dieser Jobs gehöre, Langzeiterwerbslose während der Ausübung eines Ein-Euro-Jobs wieder an regelmäßige Arbeitszeiten und -abläufe zu gewöhnen (!) und generell die Arbeitsbereitschaft zu überprüfen, was mit der Integration gar nichts zu tun hat. Mit Hinweis auf andere Untersuchungen (Hohendanner, 2007) wird weiter eingeräumt, dass vor allem in ostdeutschen Betrieben, die Zusatzjobs nutzen, die Wachstumsrate sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung geringer ist als in Betrieben, die das nicht tun, also eine Substitution stattfindet.

2007 wurden mehr als 750.000 neue Förderungen begonnen. Im Dezember 2007 waren 289.000 Arbeitslosengeld II-Empfänger in Ein-Euro-Jobs. Die Teilnahmedauer der Arbeitgelegenheiten ist nicht gesetzlich geregelt. Im Jahr 2005 dauerten fast drei Viertel der Teilnahmen nicht länger als ein halbes Jahr. Ingesamt ist nach Ansicht der IAB eine Fokussierung auf einige wichtige Problemgruppen am Arbeitsmarkt nicht zu erkennen. Es handele sich jedenfalls bei den Teilnahmen nicht um eine Negativauswahl von Teilnehmern mit besonders geringen Beschäftigungschancen.

Und dann hat die IAB zwei interessante Vergleichsuntersuchungen durchgeführt. Ein-Euro-Jobber wurden mit Personen verglichen, die im gleichen Zeitraum keine derartige Förderung begonnen haben, aber teilnahmeberechtigt waren und sich von den Teilnehmern bezüglich beobachtbarer Charakteristika kaum unterscheiden. So wollte man herausfinden, was die Ein-Euro-Jobs eigentlich bringen, und zwar sowohl für die Chancen (1) eines Einstiegs in den regulären Arbeitsmarkt wie (2) einer Beendigung der Hilfsbedürftigkeit. Bei der Wiedereingliederung wurde ein Einsperreffekt festgestellt, weil Ein-Euro-Jobber ein negatives Image haben und weil sie auch weniger Zeit haben, sich um echte Jobs zu bemühen. Abb. 14070 zeigt die Eingliederungswirkungen der Teilnahme.


In den ersten Monaten nach Maßnahmeeintritt kommt es dabei zu dem so genannten Einsperreffekt: Während der Maßnahmeteilnahmen ist die Chance der Ein-Euro-Jobber, regulär beschäftigt zu sein, geringer als für vergleichbare Nicht-Teilnehmer. Der Einsperreffekt ist nach etwa vier bis sechs Monaten besonders stark. Der Rückgang der Beschäftigungsquote liegt bei Männern (West) bei drei Prozentpunkten; änlich bei westdeutschen Frauen und etwas weniger bei ostdeutsche Frauen. Nach Ablauf der ersten sechs Monate wird der Einsperreffekt geringer. Während des Beobachtungsfensters von 20 Monaten kommt es allerdings nur bei Frauen zu signifikant positiven Eingliederungseffekten. Für Männer hingegen ist der Effekt am Ende der Beobachtungsperiode nahe Null.

Noch schlechter sieht es bei der Hilfsbedürftigkeit aus. Die Quote der Teilnehmer, die nicht mehr auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind, liegt auch zwei Jahre nach Maßnahmeeintritt etwa zwei bis drei Prozentpunkte niedriger als bei den Vergleichspersonen (Abb. 14071 für westdeutsche Männer).


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global news 1008 11-02-08: Inlandsumsatz der deutschen Industrie seit November 2006 in Stagnation
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Der Inlandsumsatz der deutschen Industrie stagniert praktisch schon seit November 2006, mit einem Rückgang um 1,4 % im Dezember gegenüber November. Dabei ist der Rückgang bei der Konsumgüterindustrie mit einem Minus von 2,2 % gegenüber März 2007 besonders ausgeprägt (Abb. 04910). Damit hängt die deutsche Industrie immer mehr am Tropf des Exports.


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extra global news 1007 08-02-08: Zur Geldschöpfung der Fed
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Die jüngste Federal Reserve Statistical Release von gestern (7. Februar) zeigt in aller Offentheit, in welchem Umfang die Fed durch ihre Liquiditätsspitzen gegenwärtig auch die Reservehaltung amerikanischen Banken bei der Fed erleichtert. Die vorgeschriebene Reservehaltung liegt derzeit bei insgesamt etwa 47 Mrd Dollar. Etwa in gleicher Größenordnung werden auch die Reserven gehalten. Doch ohne den vorangegangenen Pump der Banken bei der Fed bliebe von diesen Reserven weniger als Null übrig (Abb. 03707). Die Statistik der Fed zeigt, in welchem Umfang seit November 2007 die Banken von dem Zentralbankkredit abhängig sind, weil sie zur Reservehaltung kein eigenes Kapital mehr einsetzen können oder wollen.

Die Fed ermöglicht also durch eigene Geldschöpfung auch die Reservehaltung der Banken. Das meiste geht wohl derzeit durch das neue TAF-Fenster (Term Auction Facility), wo am 11. Februar ein neuer Kredit an die Banken im Gesamtumfang von 30 Mrd Dollar für 28 Tage durchgeschoben wird. Nur zwei Wochen später sollen erneut 30 Mrd Dollar auktioniert werden. Die Fed hat angekündigt, solche Aktionen alle zwei Wochen zu wiederholen so lange das nötig ist, um den Bank kurzfristige Liquidität zu verschaffen.


Die TAF hat mehrere Vorteile. So z.B. soll der Zinssatz bei der neuesten Auktion nicht unter 3,1 % liegen, während die normale Diskount-Rate der Fed mit 3,5 % etwas höher liegt. Vor allem akzeptiert die Fed als Sicherheiten für die Kreditgewährung ausnahmsweise die gleichen zweifelhafte Papiere, die heute im Zentrum der globalen Krise stehen, wie Credit Derivative Obligations (aus den berüchtigten minderwertigen Subprime-Hypotheken bekannt) und dies in einer Bewertung, die heute am Markt überhaupt nicht mehr durchsetzbar ist. So werden nach Pressemeldungen CDOs, für die derzeit gar kein Marktpreis festgestellt werden kann, mit einem Abschlag von nur 15 % akzeptiert. Die Fed pumpt sich also mit Papieren voll, deren wirklicher Wert höchst zweifelhaft ist.

Allerdings könnte die Situation bei der EZB, mindestens bezogen auf Spanien, ähnlich sein. Von der spanischen Webseite Negocios wurde kurz vor Weihnachten bekannt: Seit August hätten spanische Banken verbriefte Hypothekenkredite lediglich im Wert von 2,5 Mrd Euro bei Investoren platzieren können. Trotzdem verbrieften die Kreditinstitute weiterhin im großen Stil Kredite und stellten sie in die eigene Bilanz ein. So haben spanische Banken seit August Kredite im Wert von 44 Mrd Euro verbrieft, ohne sie an den Finanzmärkten platzieren zu können. Eine große Zahl an weiteren Verbriefungen sei geplant. Die spanischen Finanzinstitute verwendeten diese verbrieften Kredite angeblich als Sicherheit, um sich bei den Liquiditätsspritzen der EZB zu bedienen. Vor der Kreditkrise konnten sich spanische Banken noch über den Interbankenhandel und über Kreditverbriefungen die notwendigen Mittel, z.B. zur Finanzierung des hohen spanischen Handelsbilanzdefizits, besorgen.

Die Financial Times mutmaßt heute in einem Kommentar, daß die internationalen Banken bald wieder mit dem Hut in der Hand Kapital bei den staatlichen Investitionsfonds der Ölländer und Chinas einsammeln müssen, daß dies aber schwierig werde, weil dort, nicht zuletzt wegen der darmatischen Zinssenkungen der Fed, das Mißtrauen in die Solidität des amerikanischen Bankensystems wachse.

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extra global news 1006 11-02-08: Der deutsche Export wird bei schrumpfenden Gewinnmargen müde
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Einige Medien sind traurig, weil die Exportweltmeisterschaft nun in 2008 an China geht. Die deutschen Ausfuhren stiegen 2007 noch einmal um 8,5 %, doch die chinesischen um dramatische 26 %. Praktisch hat der chinesische Export den deutschen bereits gegen Ende des Jahres in Monatswerten überholt (Abbildung 14069).


Viel beunruhigender allerdings ist der ständige Rückgang in der Exportentwicklung seit einem Monatsplus von 2,8 % im August zu einem Monatsminus von 1,2 % im Dezember (Abbildung 14066).


Und selbst diese negative Entwicklung wurde noch mit einer stark abschwächenden Entwicklung der auf den Märkten durchsetzbaren Preise erkauft. Stiegen sie Mitte 2006 noch um etwa 2,5 % gegen Vorjahresmonat, so halbierte sich die Zuwachsrate seitdem. Seit Mitte 2007 gibt es praktisch keinen Zuwachs in den Exportpreisen von Monat zu Monat mehr, während die Preise für importierte Rohstoffe und Halbwaren, die auch für die Exportproduktion gebraucht werden, ständig gestiegen sind (Abbildung 14068). Ein stagnierender bis zuletzt rückläufiger Export wird also bereits unter Inkaufnahme von Abschlägen auf die Gewinnsituation im Exportgeschäft betrieben.


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global news 1005 08-02-08: Schmiert der Dollar ab?
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Der Dollar hat seit Beginn des Jahres 2006 etwa 20 % an Wert gegenüber dem Euro verloren, davon 9 % seit dem Anfang der globalen Kreditkrise im August vergangenen Jahres Abb. 13118).


Da die Krise anhält, besorgen sich viele, ob der Dollar weiter abwärts "gleiten" werde, oder ob er "abschmieren" könnte. Tatsächlich ist das Ungleichgewicht der Leistungsbilanzen zwischen den wichtigsten Volkswirtschaften enorm angewachsen (Abb. 12382, 12933), wobei die USA am negativen Ende liegen. Die amerikanische Handelsbilanz ist nach den letzten Zahlen für November 2007 auch im vergangenen Jahr auf Talfahrt geblieben (Abb. 0302). Der Negativsaldo der amerikanischen Haushalts soll nach dem Bush-Vorschlag in 2008 dramatisch anwachsen (Abb. 05087).




Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass China und Japan (wie auch Deutschland) aufhören werden, ihre Flucht aus einer gebremsten Verbraucherkonjunktur in den Export und Exportüberschüsse zu suchen. Das bewahrt dann den Dollar vor dem freien Fall, weil diese Länder den Fall des Dollars weiter abfedern werden, indem sie durch Wechselkursmanipulationen über die Zentralbanken eingreifen.

Gefährlich kann es für den Dollar allerdings werden, wenn der chinesische Export bei einer US Rezession erheblich leidet und Europa nicht bereit ist, sich für den US-Markt zu substituieren. Dann könnte China gezwungen sein, seine den Dollar stützende Währungsmanipulation aufzugeben und statt dessen die Binnenkonjunktur anzukurbeln. Es würde dann auf den Dollarkurs weniger Rücksicht nehmen und eher Dollarreserven abbauen, um damit zur Versorgung der eigenen Bevölkerung international einzukaufen (nur zu einem kleinen Teil in USA).

Auch kann sich die Kreditkrise so stark in die amerikanische Realwirtschaft verlagern, daß die Dollaranleger das Handtuch werfen. Derzeit besorgt vor allem eine Übertragung aus den Subprime-, Kreditkarten- und Autokaufbereichen in amerikanische Unternehmensobligationen hinein. So sind Unternehmen des kommerziellen Immobilienbereichs schon akut gefährdet. Doch auch insgesamt ist der Versicherungsaufschlag für AAA-Unternehmensobligationen auf einen Rekordwert von 1,2 % hochgesprungen (Abb. 03706).


Die Lage bei den europäischen Unternehmensbonds ist übrigens nicht viel besser (Abb. 03636) und zeigt nur, wie schwer ein Abkoppeln sein wird. Dies wiederum wird einem einsamen Abschmieren des Dollars entgegenwirken.


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extra global news 1004 07-02-08: Entwarnung bei den Verbraucherinsolvenzen?
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Hier ist wieder ein typisches Beispiel, wie das Statistische Bundesamt mit den Fakten umgeht. „Im November 2007 erstmals weniger Verbraucherinsolvenzen" heißt die frohe Botschaft der heutigen Pressemitteilung, und so wollte ich diese erste frohe Botschaft seit langem ebenso fröhlich in diesem Rundbrief weitergeben. Schließlich will man nicht immer mit negativen Meldungen aufwarten. Im Text wird ausgeführt: „Im November 2007 ist erstmals die Zahl der Verbraucherinsolvenzen gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,2% zurückgegangen." Wie schön, auch wenn die Zahl für die bisher erfaßten 11 Monate 2007 immer noch um 11 % über dem Vorjahr liegt.

Doch dann wurde ich stutzig. Wie oft kann eigentlich ein Verbraucher in die Insolvenz gehen? Eigentlich kaum mehr als einmal, denn danach wird er keinen Kredit mehr bekommen. Muß sich dann nicht irgendwann der Zulauf an neuen Insolvenzen notwendigerweise abschwächen, nachdem jetzt immerhin in den Jahren seit 2003 schon 346.000 Verbraucher oder die Bevölkerung von mehr als drei Großstädten dieses Schicksal erreicht hat? Also habe ich mir das ganze Bild graphisch vorgeführt. Und siehe da, tatsächlich befinden sich die Verbraucherinsolvenzen schon in diesem ganzen Jahr auf dem Gipfel, wobei es von Monat zu Monat immer wieder zu kleineren Schwankungen nach oben und unten kommt (Abb. 14064). Wenn sich das Reservoir an Menschen in diesem beklagenswerten Zustand nun langsam verengen sollte, werden wir noch sehr viele frohe Botschaften des Statistischen Bundesamtes erwarten können, eigentlich jeden Monat eine neue.


Warum kann das Statistische Bundesamt nicht selbst die richtige Begleitmusik spielen, auch wenn die Meldung dann weniger schön klingt?

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global news 1003 07-02-08: Warum die internationalen Banken am Ende nicht die Haupt-Verlierer sein werden
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Der Bankensektor ist, wie der Chef-Kommentator der Financial Times heute zurecht feststellt, der Empfänger direkter und indirekter massiver Subventionen. Praktisch ist er gegen das Liquiditätsrisiko durch die Zentralbanken versichert. Wenn immer die Banken Kapital verlieren, schaffen die Zentralbanken wieder eine nach oben zeigende Gewinnkurve, indem dann Banken zu der niedrigeren Zinsrate bei den Zentralbanken borgen und dann zu höheren Zinsen weiterverleihen können. So haben die amerikanischen Banken z. B. extrem hohe Profitraten erreicht, die von 5 % aller Profite des kommerziellen Sektors nach Steuern in 1982 auf gewaltige 41 % in 2007 anzogen, dies obwohl der Anteil am Umsatz nur von 8 % auf 16 % anstieg (Abb. 03703). Gemessen am Umsatz sprang die Profitrate der Banken von 30 % auf fast 50 % hoch (Abb. 03704).



Nun sind im 2. Halbjahr 2007 die Gewinne der amerikanischen Banken abgestürzt und liegen pro Aktie wieder etwa auf dem Zuwachs seit 1990, den ihre Aktienkurse über diesen Zeitraum im Verhältnis zum Gesamtmarkt verzeichnet haben (Abb. 03705).


Doch die Banken werden Wege finden, mit verteuerten Krediten und Gebühren für Kunden und abgesenkten Schuldzinsen für die Geldaufnahme bei den Zentralbanken ihre Profite wieder hochzufahren. Die Verluste bleiben dann in der Realwirtschaft hängen.

Hinweis: Zur Finanzindustrie hat Dr. Hauke Fürstenwerth ein neues und interessantes Buch geschrieben: "Geld arbeitet nicht - wer bestimmt über Geld, Wirtschaft und Politik?". Es ist im Shaker Verlag erschienen.

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global news 1002 06-01-08: Die US Rezession ist da
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Der viel beachtete Dienstleistungs-Index des amerikanischen Institute for Supply Management für Januar zeigte heute den stärksten Absturz seit der Rezessionvon 2001 (Abb. 05090). Der Index reflektiert etwa 90 % der amerikanischen Wirtschaftsaktivität.


Daraufhin brachen die Börsenkurse weltweit ein, besonders stark der deutsche Dax mit 3,4 % (04916).


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extra global news 1001 06-01-08: In der ganzen Eurozone stagniert der Einzelhandelsumsatz, doch in Deutschland besonders
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Nach der heutigen Eurostat-Veröffentlichung fiel der Einzelhandelsumsatz der Eurozone im Dezember auf den Indexwert 109 bei Jahr 2000 = 100. Doch in Deutschland war es mit 98,1 der zweitschlechteste Dezemberwert nach Belgien (93,1). Siehe Abb. 12922.


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Globalisierung

global news 1000 06-01-08: Deutschland auf dem 20. aus 22 Plätzen bei Qualifikation der ausländischen Bevölkerung
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Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hat in seinem jüngsten Kurzbericht die Qualifikation der ausländischen Bevölkerung untersucht. Wie zu erwarten, fällt das Ergebnis für Deutschland sehr negativ aus (Abb. 12989).


Das ist umso problematischer, als hier der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung im internationalen Vergleich relativ hoch ist und schon jetzt fast nur von den ausgesprochenen Einwanderungsländern Kanada und Australien übertroffen wird (Abb. 13285).


Nach den Feststellungen des IAB ist die Qualifikation der ausländischen Bevölkerung in klassischen Einwanderungsländern wie Australien, Kanada und den USA sehr viel höher als in europäischen Einwanderungsländern wie Deutschland und Frankreich. Zudem sind die Migranten in den klassischen Einwanderungsländern im Durchschnitt deutlich besser qualifiziert als die Bevölkerungen der Herkunftsländer, während für Deutschland und Frankreich das Gegenteil gilt. Die höhere Qualifikation der ausländischen Bevölkerung in den klassischen Einwanderungsländern ist vor allem auf die Steuerung der Migration nach Humankapitalkriterien zurückzuführen. Aber auch ökonomische Anreize wie die Einkommensverteilung in den Zielländern beeinflussen die Qualifikationsstruktur der ausländischen Bevölkerung.

Wie soll man die Erkenntnisse der IAB verstehen? Die besonders schlechte Position Deutschlands unter den drei letzten von 22 verglichenen Ländern ist jedenfalls auffällig und nicht allein durch das Fehlen einer Steuerung der Immigration zu erklären. Hier dürfte sich auch ein unzureichendes Bildungssystem auswirken. Deutschland hat nach Feststellungen der OECD den bei weitem größten negativen Abstand in der Lesefähigkeit von Immigranten-Kindern verglichen mit denen von einheimischen Eltern (Abb. 13284). Auch bei mathematischen Leistungen haben Immigrantenkinder in Deutschland den im internationalen Vergleich größten Abstand von einheimischen Kindern (Abb. 13320). Die Chancen von Immigrantenkindern der zweiten Generation, in Deutschland einen Hochschulabschluß zu erreichen sind besonders schlecht (Abb. 13319).




Etwa die Hälfte der Jugendlichen mit Immigrantenhintergrund erreicht keinen für den Beruf qualifizierenden Abschluß (Abb. 13281).


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global news 999 05-01-08: Schon fast 7 Millionen Niedriglöhner: Deutschland führt
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Hier noch einmal zu der am Freitag veröffentlichten Auswertung der Jahre 1995 bis 2006 des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen über die Niedriglöhner. Unter allen abhängig Beschäftigten liegt der Anteil von Niedriglöhnen (unterhalb von zwei Dritteln des Medians) 2006 bei gut 22%; 1995 waren es nur 15 % (Abb. 14055).


Gegenüber 1995 ist der Niedriglohnanteil in Deutschland damit um gut 43% gestiegen (Abb. 14057). Selbst bei in Vollzeit Beschäftigten stieg der Niedriglohnanteil auf über 14 %.


Der durchschnittliche Stundenlohn der Niedriglohnbeziehenden ist seit 2004 gesunken, während er in den Vorjahren gestiegen war (Abb. 14056).


Der Anteil von Beschäftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung am Niedriglohnbereich ist von 58,6% (1995) auf 67,5% (2006) deutlich gestiegen (Abb. 14058). Die immer wieder verbreitete Behauptung, Niedriglöhner seien im Wesentlichen gering Qualifizierte, trifft also nicht zu.


Der besonders hohe und stark gewachsene deutsche Niedriglohnanteil ist auch daran zu erkennen, daß Deutschland im internationalen Vergleich der 15 Alt-EU-Länder, USA und Japan zwischen 2000 und 2007 die zweitniedrigste Reallohnentwicklung pro Beschäftigten hatte (Abb. 12988).


Zählt man nach den Angaben der Bundesagentur für Arbeit vom Dezember 2007 die ausschließlich geringfügig Entlohnten (unterhalb der Sozialversicherungspflicht) und diejenigen, die zwar sozialversicherungspflichtig sind aber einen Nebenjob ausüben müssen, zusammen, so ergibt sich eine Zahl von 6,9 Millionen (Abb. 04321) und damit in der Nähe der von IAQ für 2006 errechneten 6,5 Millionen.


Das angebliche Wunder am deutschen Arbeitsmarkt entpuppt sich damit, neben vielen statistischen Manipulationen, dem Aufwuchs unsicherer Zeitverträge und der demographischen Entwicklung, weitgehend als eine von den Hartz-Reformen erzwungenen Verlagerung aus der Arbeitslosigkeit in Niedriglohnjobs. In denen werden die Betroffenen bei gleicher Qualifikation sehr oft offen diskriminiert und sehen sich von normalen Jobs bei normaler Bezahlung ausgeschlossen.

Eine ausführliche Darstellung enthält der neue Schwerpunkt zu diesem Thema.

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Wirtschaftsstandort

Hinweis auf mein neues Buch: Falsch globalisiert, 232 Seiten, 250 Abbildungen, € 14,80 - ist im Mai im vsa-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 3-89965-193-6). Das Buch greift 30 der wichtigsten Schwerpunkte in aktualisierter Form auf. Neue Rezension in FR. 16 wichtigste Schaubilder hier stets aktualisiert (auch Korrekturen).

Hier zu meiner kurzen Einführung bei der Vorstellung des Buches am 15. Mai im Beisein von Jürgen Peters, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Otto Brenner Stiftung und Vorsitzender der IG Metall, und Professor Dr. Peter Bofinger, Universität Würzburg, und hier zu einer aktuellen Einschätzung sowie zu meinem halbstündigen WDR-Interview zum Abhören.