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Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006) und "Deutschland global" (2005)


(998) Unternehmensgewinne und gering bezahlte Arbeit

(997) Arbeitslos im Januar 2008

(996) Einzelhandelsumsatz auf Tiefststand

(995) US Wirtschaftswachstum stürzt im 4. Quartal 2007 auf Jahresrate von 0,6 %

(994) Panik auch beim IWF? Der Internationale Währungsfond ruft nach mehr als nur Zinssenkungen

(993) Tarifgehälter bzw. -löhne um 3,8 % bzw. 1,5 % real über 3 Jahre im Minus

(992) Spiele mit dem Ifo-Index

(991) Immer mehr Täuschung mit Arbeitslosenstatistik

(990) Probleme mit der Zeitarbeit

(989) Vom Elend des Finanzkapitalismus

(988) Die globale Kreditkrise frißt sich immer tiefer in die Realwirtschaft hinein

(987) Warum der Arbeitsmarkt der Verbraucherkonjunktur nicht hilft

(986) Das Wunder am Arbeitsmarkt ist keines

(985) Wenn sich die Zitadellen des Finanzkapitals vom Staatskapital retten lassen

(984) Immer weniger Arbeitslohn pro in der gewerblichen Wirtschaft Beschäftigten

(983) Bruttoinlandsprodukt 2007: Kein schönes Jahr

(982) Chinesischer Export immer größer

(981) Weltwirtschaft im Drogenentzug: Abmarsch in eine globale Wirtschaftskrise?

(980) Deutsche Industrieproduktion im Abschwung?

(979) Mehr Wolken am Wirtschaftshorizont: Einzelhandelsumsatz, Zinsinversion und USA

(978) Deutsche Unternehmen qualifizieren kaum Unterqualifizierte

(977) Weltrangliste des Aktienmarktkapitals der 100 größten Unternehmen: China jetzt auf Platz 3




global news 998 02-01-08: Unternehmensgewinne und gering bezahlte Arbeit
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Nach einer am Freitag veröffentlichte Auswertung der Jahre 1995 bis 2006 des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen arbeiteten 6,5 Millionen Menschen und somit fast jeder vierte Beschäftigte in Deutschland für Niedriglöhne. Grundlage der Auswertung sind Daten des Sozioökonomischen Panels, einer repräsentativen Wiederholungsbefragung von 12 000 Privathaushalten in Deutschland, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) jährlich vornimmt.

Als niedrig stuften die Forscher Bruttostundengehälter von weniger als 9,61 Euro in Westdeutschland und 6,81 Euro in Ostdeutschland ein. Der Anteil gering bezahlter Beschäftigter in Deutschland über diesen Zeitraum um 43 Prozent zugenommen. Der Vergleich mit Ländern wie Dänemark, Frankreich und den Niederlanden zeige, dass Deutschland inzwischen den höchsten Niedriglohnanteil unter den kontinentaleuropäischen Ländern habe. Dabei sei auffällig, dass viele schlecht bezahlte Arbeitnehmer hierzulande nicht aus dem Kreis der gering Qualifizierten stammten. Rund drei Viertel aller Niedriglohnbeschäftigten haben demnach eine abgeschlossene Berufsausbildung oder sogar einen akademischen Abschluss.

Die Schwelle zum Billiglohn liegt nach internationalen Standards bei zwei Dritteln des mittleren Stundenlohns eines Landes. Geringverdiener erhielten im Beobachtungszeitraum in Westdeutschland durchschnittlich 7,12 Euro brutto pro Stunde, in Ostdeutschland 5,43 Euro. Teilzeit- und Minijobs machten laut der Erhebung mit knapp 54 Prozent mehr als die Hälfte der Niedriglohnbeschäftigung in Deutschland aus. Der Anteil der Minijobs hat sich zwischen 1995 und 2006 den Angaben zufolge von 15 auf knapp 30 Prozent verdoppelt.

Seit etwa 2002 öffnet sich die Schere zwischen Arbeitseinkommen einerseits und Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen sehr stark (Abb. 14045). Etwa zur gleichen Zeit begann der Anstieg der Eigenkapitalrendite in Westeuropa auf fast 17 % in 2006 (Abb. 12987). Die deutschen Unternehmen und Selbständigen haben den Anteil ihrer Gewinne am Bruttoinlandsprodukt besonders stark ausweiten können (Abb. 12986). Renditeforderungen haben sich in vielen Unternehmen in den vergangenen 30 Jahren von 6 % über 12 % auf 15 % und nunmehr auf über 25 - 30% ständig erhöht.




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global news 997 01-02-08: Arbeitslos im Januar 2008
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Für Januar verzeichnet die Statistik der Bundesagentur gegenüber Vormonat einen Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit um 89.000. Doch angesichts des im Vorjahresvergleich starken Aufbaus an prekären Beschäftigungsverhältnissen, besonders der unsicheren Leiharbeitsverhälnisse, des hohen Sockels an geringfügig bezahlten Arbeitsverhältnissen und der fortgesetzten "administrativen Bereinigung" und der - von der Arbeitsmarktpolitik unabhängigen - demographische Entwicklung ist die Arbeitsmarktsituation trotz aller Erfolgsmeldungen immer noch schwierig. In einer Nettogegenrechnung des Aufwuchses solcher prekärer Arbeitsverhältnisse und der statistischen Sonderfaktoren bleibt vom angeblichen Boom am Arbeitsmarkt viel weniger übrig. Innerhalb nur eines Jahres stieg der Anteil der nicht als arbeitslos registrierten Arbeitslosengeldempfänger von 34 % auf 41 % aller Empfänger von Arbeitslosengeld, was zeigt, wieviel Manipulation mit dem Arbeitslosenbegriff betrieben wird.

Gerade die unsicheren zeitlich begrenzten Arbeitsverhältnisse werden teilweise sehr schnell wieder verschwinden, wenn sich die Konjunktur - wie erwartet wird - weiter abschwächt. Nicht vergessen: Bei einer kaputten Verbraucherkonjunktur hängt die Entwicklung des Arbeitsmarktes gefährlich am unsicher werdenden Export. Die letzte Einzelhandelsstatistik für Dezember hat wieder gezeigt, wie kaputt die deutsche Verbraucherkonjunktur ist. Im internationalen Vergleich sieht Deutschland ziemlich schlecht aus.

Im Klartext: 39 % der Gesamtzunahme an Erwerbstätigkeit (Monatsdurchschnitte) über ein ganzes Jahr entfällt zum größten Teil bereits auf unsichere und in der Regel schlecht bezahlte Zeitverträge (Abb. 04970).


Abb. 04922 zeigt, in welchem großem Umfang der Rückgang der Arbeitslosigkeit durch prekäre Arbeitsverhältnisse und die demographische Entwicklung bestimmt ist. Leider verrät uns die Bundesagentur nicht, obwohl ihr die Zahl bekannt sein sollte, wie viel des Rückgangs an Arbeitslosigkeit auf der von ihr angedeuteten systematische Überprüfung des Arbeitslosenstatus beruht.


Diese Struktureffekte zeigen sich auch im Auseinanderklaffen der Zahl der Arbeitslosen und der Arbeitslosgengeldempfänger, von denen nur 59 % als arbeitslos registriert werden (Abb. 04980); vor einem Jahr wurden noch 66 % registiert.


Dabei verzeichnet die Statistik trotz aller Aussortierungsmanöver, die gerade auf dieses Segment konzentriert sind, mit rund 36 % weiterhin und unverändert einen hohen Anteil an Langzeitarbeitslosen, auf der Basis der letzten Eurostat-Erfassung für das 2. Quartal 2007, den höchsten in den Alt-EU-Ländern nach Griechenland und Belgien (Abb. 04022).


Auch sonst ist im internationalen Vergleich die deutsche Arbeitslosigkeit auf dem 14. bis 15. Platz von 18 Vergleichsländern immer noch hoch, zumal alle größeren bis auf Frankreich wesentlich niedrigere Raten haben (Abb. 04068).


Eine ausführliche Darstellung finden Sie im neuen Schwerpunkt.

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global news 996 31-01-08: Einzelhandelsumsatz auf Tiefststand
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Der Einzelhandelsumsatz sank im Dezember 2007 nicht nur um fast 7 % gegenüber dem Vorjahr, was wegen der vorgezogenen Einkäufe im Dezember 2006 zu erwarten war, sondern erreichte mit einem weiteren Rückgang gegenüber November 2007 einen seit Jahren neuen Tiefststand (Abb. 04943).


Diese Entwicklung paßt zu der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage. Nach einer Umfrage für RTL und Stern glauben trotz aller positiver Stimmungsmache nur noch rund 22 Prozent, daß es bergauf gehe und damit acht Prozentpunkte weniger als Anfang Januar. Fast jeder zweite Befragte (45 Prozent) befürchte hingegen eine wirtschaftliche Verschlechterung. Anfang Januar hatten dies nur 38 Prozent angegeben.

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global news 995 31-01-08: US Wirtschaftswachstum stürzt im 4. Quartal 2007 auf Jahresrate von 0,6 %
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Das amerikanische Wirtschaftswachstum näherte sich nach jetzt bekannt gemachten Daten im 4. Quartal 2007 mit nur noch 0,6 % einer Stagnation, die nun leicht zur Rezession werden kann (Abb. 05085). Auf das ganze Jahr 2007 gerechnet wuchs die Wirtschaft nur noch um 2,2 %, die niedrigste Rate seit 5 Jahren. Die Fed reagierte mit einer weiteren Absenkung des Zentralbankzinses um 0,5 %, zusammen mit der Absenkung der letzten Woche die stärkste seit 1990. Der Zentralbankzins bewegt sich damit real bereits im negativen Bereich.


Die Ausgaben der privaten Verbraucher, die für mehr als zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaft aufkommen, stiegen im 4. Quartal nur noch um 2 %.

Die Aktienkurse in USA fielen wieder, vor allem wegen der Sorgen um die Bondversicherer, die 2,4 Billionen Dollar an Bonds versichert haben und deren Rating droht heruntergestuft zu werden. Der viertgrößte Versicherer FGIC wurde jetzt bereits heruntergestuft, nachdem er kein neues Kapital aufnehmen konnte. Die Rating Agentur Standard & Poor's verkündete, sie würde 534 Mio Dollar an minderwertigen Hypothekenpapieren herunterstufen müssen, weil die notleidenden Hypotheken zunehmen. Das kann bei den Banken über die bisherigen 100 Mio Dollar zu weiteren 265 Mrd Dollar an Abschreibungen führen. Auch könnten 264 Mrd Dollar an anderen Schuldpapieren heruntergstuft werden. Die Verluste würden auch wieder Banken in Europa treffen.

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global news 994 30-01-08: Panik auch beim IWF? Der Internationale Währungsfond ruft nach mehr als nur Zinssenkungen
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IWF-Chef Strauss-Kahn warnte am letzten Wochenende, daß niedrige Zinsen nicht ausreichten, um die Welt aus dem Tumult zu holen, in dem sie sich befindet. Es ist das erste Mal seit 25 Jahren, daß ein IWF-Chef nach Anhebung der Haushaltsdefizite ruft, so Larry-Summers, Finanzminister unter Clinton. Die französische Finanzministerin hat in diesem Zusammenhang Deutschland als Hauptkandidaten für eine Ankurbelung der Verbrauchernachfrage bezeichnet.

Nachdem die Banken schon etwa 100 Mrd Dollar abgeschrieben haben, wird jetzt unter Beteiligung der Fed versucht, sie für weitere 15 Mrd Dollar zur Stabilisierung der angeschlagenen Bondversicherer zu gewinnen. Bei deren definitiven Herunterstufung durch die Rating Agenturen würde auf die Banken erneut ein sehr großes Abschreibungsvolumen zukommen. Nach Ankündigung dieses Rettungsversuchs ist der Versicherungsaufschlag auch für europäische Unternehmensbonds wieder von seinem Höchststand am 21. Januar etwas heruntergekommen (Abb. 03636). In Großbritannien gehen nach heutiger Meldung der Financial Times immer mehr bisherige Anleger von Investmentfonds auf sicher und damit auf "Kasse" oder niedrig verzinste Sparguthaben (nach 332 Mio Pfund im November, nun 377 Mio Pfund im Dezember) und haben damit der Fondindustrie zum ersten Mal seit 15 Jahren ein Negativergebnis beschert.


Es wird jetzt in USA erwartet, daß die Zentralbank die Zinsrate unter die Inflationsrate absenken könnte, um mit einem real negativen Zins dem ersten gleichzeitigen Abwärtstrend sowohl bei Haushaltsvermögen und wie -einkommen seit 1974 zu begegnen. Auch das zeigt, wie schwer die auf die USA und andere Länder zukommende Krise ist. Auch für den Euroraum erwartet der IWF nach seiner letzten Prognose jetzt eine deutliche Wachstumsabschwächung auf nur noch 1,6 %.

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global news 993 26-01-08: Tarifgehälter bzw. -löhne um 3,8 % bzw. 1,5 % real über 3 Jahre im Minus
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Über die drei Jahre vom 4. Quartal 2004 bis zum 4. Quartal 2007 haben sich die Tarifgehälter- und löhne in der gewerblichen Wirtschaft real enttäuschend entwickelt (Abb. 14052, 04713).



Da die Tarife erheblich über dem normalen Gehalts- bzw. Lohnniveau liegen und die Arbeitseinkommen in der gewerblichen Wirtschaft besser als in anderen Bereichen sind, kann man sich die Gesamtsituation der deutschen Einkommen vorstellen, zumal Sozialrenten, Sozialleistungen und Beamtenpensionen seit Jahren praktisch nicht mehr der relativ hohen Verbraucherpreisinflation folgen.

Über die Schlagzeile der Pressemeldung des Statistischen Bundesamts "Tarifverdienste 2007 stärker gestiegen als in den Vorjahren" kann man sich da nur wundern.

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global news 992 25-01-08: Spiele mit dem Ifo-Index
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Der SPIEGEL bietet heute wieder einmal ein gutes Beispiel, wie die Medien mit dem Ifo-Index Politik machen. Er setzt die Schlagzeile "Dax dreht hoch - Wirtschaftsaussichten überraschend gut" und meldet dann: "Befeuert wird der Handel durch überraschend positive Prognosen des Ifo-Instituts. Die Ergebnisse der Ifo-Umfrage überraschten die Experten. Mit 103,4 Punkten lag der Januar-Index deutlich über den Erwartungen."

Das "besser als Erwartungen" bedeutet also bereits "überraschend gute Wirtschaftaussichten". Dabei ist der Klima-Index nur minimal um 0,3 % gestiegen und liegt weit unter früheren Werten (Abb. 14051). Die Lagebeurteilung der befragten Unternehmen ist dagegen weiter eingebrochen (Abb. 04731). Wieso die Wirtschaftsaussichten auf einmal überraschend gut sein sollen, bleibt das Geheimnis der Medien.



In diesem Zusammenhang ist auch der heute bekannt gegebene Konsumindex der GfK von Interesse, der weiter auf einem niedrigen Wert stagniert (Abb. 04711).


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global news 991 24-01-08: Immer mehr Täuschung mit Arbeitslosenstatistik
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Die Arbeitslosenstatistik ist in den letzten Jahren mit immer mehr Löchern überzogen worden. Nicht mehr gezählt werden bereits:

    durch den Verlust ihres Arbeitplatzes entmutigte Arbeitskräfte,
    Rentner, die aus Arbeitsmarktgründen vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind,
    Schüler und Studenten, die aufgrund schlechter Arbeitmarktbedingungen ihren Abschluss hinauszögern,
    Teilnehmer an bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, insbesondere: (Vollzeit-) Weiterbildungsmaßnahmen (FbW),
    Teilnehmer an Rehabilitation,
    Empfänger von Altersübergangsgeld,
    Empfänger von Vorruhestandsgeld-Ost,
    Empfänger von im Winter 2006/2007 eingeführtem Saison-Kurzarbeitergeld,
    ältere Arbeitslose, die nach § 428 SGB III der Arbeitsvermittlung nicht mehr zur Verfügung stehen,

Im Gefolge aller dieser Maßnahmen hat sich die offiziell ausgewiesene deutsche Arbeitslosenzahl immer mehr auf das niedrigere Niveau der internationalen Erfassung nach ILO-Kriterien begeben (Abb. 12985). Auch ist die Differenz zwischen den offiziell als arbeitslos ausgewiesenen und denen, die Arbeitslosengeld beziehen, immer größer geworden. Nur weniger als 56 % der Bezieher von Arbeitslosengeld werden noch als arbeitslos ausgewiesen (Abb. 04980).



Trotzdem ist die Arbeitslosigkeit gerade unter den älteren Arbeitslosen ab 55 Jahren mit 406 Tausend im Dezember 2007 hoch geblieben. Sie sind vor allem unter den Langzeitarbeitslosen stark vertreten, die mehr als 38 % aller deutschen Arbeitslosen ausmachen. Im europäischen Vergleich ist die deutsche Arbeitslosenquote älterer Menschen besonders hoch (Abb. 12185).


Daher reichen offensichtlich der Bundesregierung die statistischen Manipulationen noch nicht. Ein neues Gesetz, das Ende der Woche im Bundestag verabschiedet werden soll, sieht vor, Erwerbslose ab 58 Jahren künftig nicht mehr als arbeitslos zu zählen, falls ihnen innerhalb von zwölf Monaten nach Beginn des Leistungsbezugs keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten wurde. In der Gesetzesbegründung heißt es, die Betroffenen stünden der Vermittlung "zwar nicht erklärtermaßen, aber faktisch nicht mehr zur Verfügung und sollten deshalb aus der Statistik genommen werden." Der Bundesagentur für Arbeit (BA) stünde damit ein neuer Statistikskandal ins Haus. Mit der neuen Definition der Arbeitslosigkeit wird sich Deutschland noch weiter von den international üblichen Kriterien entfernen, warnt auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in seiner Stellungnahme. Nicht mehr allein die Arbeitssuche und die Verfügbarkeit des Betroffenen wären für dessen Status als Arbeitsloser entscheidend, sondern zusätzlich das Vorhandensein eines Stellenangebotes, also ein arbeitsnachfrageseitiger Faktor. Nach Meinung des IAB verschlechtert die neue Arbeitslosendefinition die Position der mindestens 58 Jahre alten erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, da sie "nach Ablauf von 12 Monaten ohne Arbeitsangebot automatisch nicht mehr als arbeitslos gelten sollen, selbst wenn sie erwerbsbereit sind und sich weiterhin arbeitslos melden wollen, zum Beispiel um ihre Chancen auf Förderung zu wahren". Auch die Bundesagentur für Arbeit selbst rügt, dass letztlich "das Fehlen von Arbeitsplätzen zum Kriterium des Ausschlusses aus der Zählung als Arbeitslose" werde. Dies setze die Behörde "dem nicht zumutbaren Risiko eines Vorwurfs der Manipulation von Arbeitslosenzahlen aus ".

Bereitet sich die Bundesregierung mit weiter geschönten Zahlen schon auf Einbrüche auch am Arbeitsmarkt vor?.

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global news 990 23-01-08: Probleme mit der Zeitarbeit
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Aus dem letzten Bericht vom Arbeitsmarkt der Bundesagentur für Arbeit: "Vor allem bei unternehmensnahen Dienstleistungen gab es einen kräftigen Anstieg (+7 Prozent bzw. +244.000), der wiederum zum größten Teil von Arbeitnehmerüberlassung getragen wird." Arbeitnehmerüberlassung ist die vornehme amtsdeutsche Umschreibung für Leiharbeit. Im Klartext: 52 % des Rückgangs an Arbeitslosigkeit über ein ganzes Jahr entfiel zum größten Teil bereits auf Zeitverträge. Man kann sagen, daß die Zeitarbeit wesentlich den angeblichen Boom am Arbeitsmarkt bewirkt (Abb. 04970). Unter den 15 Alt-Mitgliedern der EU ist nur in Italien und den Niederlanden dieser Anteil seit 2000 stärker gestiegen als in Deutschland (Abb. 12446).



Im konjunkturellen Abschwung werden allerdings die Zeitarbeiter als erste herausfliegen. So ist ihnen bei Nokia in Bochum sofort gekündigt worden. Auch in den deutschen Airbuswerken hat man sich ihrer als erste entledigt. Zunehmend werden reguläre Arbeitsplätze durch Zeitarbeit ersetzt. Nach Mitteilung der IG-Metall findet in 88 % der Betriebe Zeitarbeit statt, und in 52 Prozent dieser Betriebe fallen Stammarbeitsplätze weg und werden durch Leiharbeiter ersetzt. Die Zahl der Leiharbeiter hat sich in zehn Jahren in Deutschland mehr als verdreifacht.

Die Bezahlung ist bei einem Nettoeinkommen von zwischen 830 und 950 Euro oft ein Hungerlohn für eine qualifizierte Vollzeitarbeit. Nach einem Bericht im ZDF Frontal21-Programm vom 15. Mai 2007 bezahlen Zeitarbeitsfirmen ihren Mitarbeitern häufig die Hälfte von dem, was sie von ihren Kunden, den Unternehmen, kassieren. Beispielsweise gibt es im BMW-Werk Leipzig Zeitarbeiter, die als Facharbeiter arbeiten, aber nur als einfacher Helfer mit netto 831 Euro im Monat bezahlt werden. Von den rund 3.500 Beschäftigten sind mehr als 1.000 Leiharbeiter - fast jeder Dritte. Ein festangestellter Facharbeiter verdient am BMW-Band rund 2.500 Euro brutto, der Leiharbeiter erhält für die gleiche Tätigkeit nur 1.285 Euro - gerade einmal die Hälfte. Schon seit Jahren ersetzen Zeitarbeiter große Teile der Stammbelegschaft. Und wer schon mal als Leiharbeiter für BMW arbeitet, hat keine Chance, bei BMW auf einen normalen Arbeitsplatz reinzukommen (so ein Zitat aus der Sendung).

Und so sieht es oft aus: Die Zeitarbeitsfirma kassiert für eine verliehene Hilfskraft rund 2.100 Euro. 400 Euro zahlt sie davon für Sozialabgaben. 1.000 Euro behält sie für sich. Für den Leiharbeiter bleibt der Rest von gerade einmal 700 Euro. Trotz Arbeit bleibt der Leiharbeiter also auf Hartz IV-Niveau. Das Unternehmen Randstad ist Marktführer der Zeitarbeitsfirmen und nach eigenen Angaben der größte Arbeitsplatzschaffer Deutschlands. Es machte im ersten Quartal 2007 einen Nettogewinn von über 70 Mio Euro. Im letzten Jahr verzeichnete es ein Wachstum von 40 % und überschritt die Umsatzmilliarde. Der Vormarsch der schlechtbezahlten Zeitarbeit ist eine wichtige Erklärung, warum die Reallöhne selbst in der besser bezahlenden gewerblichen Wirtschaft bis November 2007 um 1,5 % unter das Vorjahresniveau gefallen sind (Abb. 14047),


Genau mit diesen Unternehmen hat sich jetzt das Bundeswirtschaftsministerium getroffen, um ihnen den Rücken zu stärken gegenüber Bemühungen der SPD und aus Brüssel, für Zeitarbeiter die gleiche Entlohnung durchzusetzen. Wenig überraschend dann die Presseerklärung des Ministeriums: "Die Zeitarbeit hat das starke Wirtschaftswachstum und den Beschäftigungsaufbau der letzten Jahre mitbegründet und verstärkt. Dieses Flexibilisierungsinstrument hat vielen Arbeitslosen den Wiederereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht und zur Standortsicherung beigetragen. Das gilt insbesondere für den Bereich der geringer qualifizierten Beschäftigten. Zu dieser Einschätzung gelangte der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Dr. Walther Otremba, nach einem Gespräch mit 16 Vertretern von Zeitarbeitsfirmen, Unternehmen, die Zeitarbeiter einsetzen, und Verbänden. Positive Entwicklungen sollten wir mit ganzer Kraft unterstützen. Dazu zähle ich auch die Zeitarbeit. Sollten Forderungen, etwa nach gleicher Entlohnung der Zeitarbeiter wie für die Stammbelegschaft, umgesetzt werden, wäre die Erfolgsgeschichte Zeitarbeit vom Ende bedroht."

Weder hat es ein "starkes" Wirtschaftswachstum gegeben, und schon gar nicht durch schlechtbezahlte Zeitarbeit. Noch hat Zeitarbeit Unternehmen, wie jetzt Nokia, zur Standortsicherung veranlaßt. Hat sich das Ministerium jemals mit der Kehrseite dieser angeblichen Erfolgsgeschichte beschäftigt? Die angebliche Sicherheit kann sich immer erst im Abschwung zeigen. Man sollte daher die Diskussion wieder aufnehmen, wenn die nächste Rezession da ist und viele Zeitarbeiter wieder auf der Straße liegen.

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global news 989 21-01-08: Vom Elend des Finanzkapitalismus
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Wenn in Deutschland 10 % der Bevölkerung fast 60 % der Einkommen beziehen - in den meisten anderen Ländern ist es zwar etwas weniger, aber immer noch sehr viel -, dann mutiert der Kapitalismus zum Finanzkapitalismus. Denn die hohen Einkommen werden nicht mehr über den Konsum in die Realwirtschaft zurückgegeben, sondern spekulativ auf die Finanzmärkte getragen. Seit dem Fall der Berliner Mauer ist der Kapitalismus nun ohne Konkurrenz und entwickeln sich die Einkommen immer weiter auseinander (Abb. 14045). Je stärker die Unternehmens- und Vermögenseinkommen wachsen, umso mehr steigt die Sparquote (Abb. 07978) und umso ungünstiger entwickelt sich der Verbrauch der privaten Haushalte (Abb. 07979).




Die Realwirtschaft in den alten Industrieländern ist damit praktisch seit Jahren abgebremst worden. Wachstum ist zu einem erheblichen Teil nur noch spekulativ. In immer kürzeren Abständen platzen die Spekulationsblasen, von der IT-Blase zur Blase der strukturierten Finanzpapiere und zur Immobilienblase. Zuletzt stürzte sich das anlegende Finanzkapital wieder auf die Unternehmenswerte. Der deutsche Dax fand bis Mitte Oktober 2007 fast wieder auf das Niveau zurück, das er vor dem Crash Mitte August gehabt hatte.

In den letzten Monaten sind jedoch die Börsenkurse in USA (Abb. 13314) und vor allem Japan (Abb. 03702) erheblich gefallen. Seit etwa Weihnachten geht es auch an den deutschen Börsen laufend abwärts, heute sogar ziemlich dramatisch um mehr als 7 % (Abb. 04916). Bekommen wir denselben Absturz wie in den Jahren 2000/03 (Abb. 03688)? Wäre es nicht besser, wenn sich statt dessen die Einkommen nicht so auseinander bewegen würden und die Realwirtschaft und die Arbeitsmärkte in einem besseren Gleichgewicht wären?





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global news 988 21-01-08: Die globale Kreditkrise frißt sich immer tiefer in die Realwirtschaft hinein
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Nach den speziellen minderwertigen Hypothekenpapieren made in USA und den entsprechenden Papieren mit Deckung durch Kreditkartenforderungen und Forderungen aus PKW-Käufen geraten die kommerziellen Bonds allgemein immer mehr ins Visier der globalen Kreditkrise. Am Donnerstag hat die Rating Agentur Moddy's angekündigt, die AAA-Bonität der weltgrößten Bond-Versicherer Ambiac und MBIA auf Prüfung zur Herabstufung zu setzen. Daraufhin fielen deren Aktienkurse um 65 % bzw. 40 %. Sie suchen jetzt fieberhaft nach neuem Kapital, um sich vor einem Konkurs zu bewahren. Von einem Ausfall betroffen wäre z.B. der gigantische amerikanische Bondmarkt der städtischen und strukturierten Bonds im Wert von 2,4 Billionen Dollar. Die Versicherung gegen Ausfälle von Unternehmensbonds verteuerte sich prompt um mehr als 30 %. Auch in Europa ist der Versicherungsaufschlag erheblich gestiegen und wieder fast so hoch wie bei Ausbruch der Krise im August 2007 (Abb. 03636).


Im Ergebnis wird auch die Unternehmensfinanzierung sehr viel schwieriger werden. Die neueste Untersuchung der Europäischen Zentralbank zeigt sehr eindeutig, wie stark bei sich verschärfenden Bedingungen die Nachfrage nach Krediten aller Art fällt (Abb. 03700, 03701).



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global news 987 21-01-08: Warum der Arbeitsmarkt der Verbraucherkonjunktur nicht hilft
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Alle Konjunkturhoffnungen für 2008 hängen bei schwächer werdendem Export von einem Konsumentenboom ab. Tatsächlich aber schwächt sich der Konsum privater Haushalte immer mehr ab, in Deutschland in 2007 mitb negativ -0,4 % (Abb. 14046). Auch in der gesamten Eurozone wird der Einzelhandelsumsatz immer schwächer, wobei er sich nun dem tiefsten Stand von 2003 nähert, und sinkt außerdem die Konsumentenstimmung (Abb. 12892).



Das Institute for International Finance wundert sich in seinem jüngsten Januarbericht, daß der Einzelhandelsumsatz schon in den Sommermonaten zu fallen begann, noch bevor die Hypothekenkrise in USA ausbrach und obwohl ständig positive Meldungen vom Arbeitsmarkt kamen. Die Erklärung ist eigentlich gar nicht so schwer zu finden und wurde im letzten Rundbrief behandelt: Es gibt eben kein Wunder am Arbeitsmarkt mit direkter Auswirkung auf die Kaufkraft. Die Reallöhne pro Beschäftigten sind in Deutschland selbst in der besser bezahlenden gewerblichen Wirtschaft bis November 2007 um 1,5 % unter das Vorjahresniveau gefallen (Abb. 14047), eine Kombination aus mehr Billigstjobs und steigender Inflation. Auch die unsicheren Zeitverträge, die allein schon 52 % des Rückgangs an Arbeitslosigkeit im Verlaufes eines ganzen Jahres entsprechen, laden nicht zu mehr Geldausgeben ein.


Die Frage, die sich hier stellt, ist: Warum können die Experten nicht hinter das angebliche Wunder am Arbeitsmarkt sehen und lassen sich von der Regierungspropaganda (siehe heutige Presseerklärung des Bundeswirtschaftsministers: "Eine weitere spürbare Belebung des privaten Konsums bleibt dennoch wahrscheinlich, da die Beschäftigung weiter zunimmt) einfangen? Und dann gibt es noch eine andere Frage: Was passiert mit der Binnenkonjunktur, wenn mit dem üblichen Verzug von bis zu einem Jahr die globale Kreditkrise MItte 2008 auch in Deutschland den Arbeitsmarkt erreicht und nicht nur die unsicheren Zeitverträge und andere niedrig entlohnte Jobs teilweise wegfallen? Oder bildet sich jemand ein, dies mit etwas Zinssenkung verhindern zu können?

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global news 986 19-01-08: Das Wunder am Arbeitsmarkt ist keines
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Wie diese Webseite von einem Arbeitsmarktbericht zum nächsten seit Jahren argumentiert hat, ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit vor allem dem Aufwuchs von unsicherer und meist niedrig bezahlter Zeit- und Teilzeitarbeit zu verdanken. Nun hat das auch eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bestätigt. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 23,5 Millionen Arbeitnehmer voll- und 11,8 Millionen teilbeschäftigt. Das Verhältnis von Teilzeit- zu Vollzeitjobs stieg Jahr für Jahr von 28 % 1996 auf über 50 % 2007 (Abb. 14048). Während die Vollzeitjobs in diesem Zeitraum um mehr als 11 % abnahmen, legten die Teilzeitjobs um nicht weniger als 62 % zu (Abb. 14049). Im laufenden Jahr wird die Zahl der Teilzeitbeschäftigten erstmals die Marke von 12 Millionen überschreiten.



Ebenso zugenommen hat die Zahl derer, die noch einen Zweitjob brauchen. Mit mehr als 2,2 Millionen verzeichneten sie im vergangenen Jahr einen neuen Rekord. Im Verhältnis zu den Vollzeitjobs stieg ihre Zahl auf fast 10 % und lag im vergangenen Jahr sogar schon um 69 % über dem Stand von 1996.

Die Gesamtstundenzahl in Vollzeit- oder Teilzeitjobs ging dagegen um mehr als 2 % zurück (Abb. 14049). Bei den Vollzeitjobs ist noch zu berücksichtigen, daß viele der neuen auf der Basis von unsicheren Zeitverträgen geschaffen wurden und zu einem großen Teil geringfügig entlohnt sind.

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global news 985 18-01-08: Wenn sich die Zitadellen des Finanzkapitals vom Staatskapital retten lassen
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Es ist absurd, unsozial und undemokratisch zugleich, was das Finanzkapital in diesen Jahren, seit der grenzensetzende Kommunismus verschwunden ist, anrichtet. Erst sorgen die oberen 10 % der Besserverdiener, denen z.B. in Deutschland bereits mehr als die Hälfte des Vermögens gehört, mit ihren Lobbies dafür, daß ihre Steuern immer mehr gesenkt werden, damit sie netto noch mehr verdienen, so in Deutschland durch ständige Absenkung der Unternehmenssteuern und des Spitzensteuersatzes der Einkommenssteuer und neuerdings auch durch die Reform der Erbschaftssteuern für Unternehmenserben. Gleichzeitig drücken sie die Arbeitseinkommen in den realen Negativbereich, was die Unternehmensgewinne, an denen sie in erster Linie beteiligt sind, nach oben treibt, in Deutschland auf das internationale Spitzenniveau (Abb. 12531). Und dann können sie ihre aufgeblasenen Einkommen nur noch zu kleinen Teilen selbst verbrauchen und lenken sie statt dessen auf die Finanzmärkte, wo immer wieder neue spekulative Blasen hochgetrieben werden.


Nun sind durch gigantische Fehlspekulationen die Zitadellen des Finanzkapitals in Gefahr geraten, die internationalen Investmentbanken. Sie haben inzwischen schon 79 Mrd Dollar an Rettungskapital aufnehmen müssen, vor allem Citygroup (der Welt größte Bank), Merril Lynch, UBS, Morgan Stanley und Bear Stearns. 79 Mrd Dollar entsprechen dem Jahreseinkommen von 2 Millionen deutschen Arbeitnehmern im gewerblichen Bereich. Doch das Kapital muß jetzt von den Staatsfonds in China, Singapur und drei Scheichtümern am Golf hereingeholt werden. Nach einer Übersicht der deutschen Bank haben alle Staatsfonds zusammen derzeit eine Feuerkraft von 3,1 Billionen $. Das entspricht dem neunfachen Börsenwert der 12 größten deutschen Unternehmen. Die 17 größten Staatsfonds halten zusammen bereits fast 3 Billionen $ (Abb. 03695).


So rettet jetzt das Staatskapital die Finanzkapitalisten. Doch das kostet, und den Preis werden am Ende die Industrieländer zahlen müssen. So mußte den Rettern bei Citygroup eine Mindestdividende von 7 %, bei Merrill Lynch sogar von 9 % versprochen werden, außerdem ein Sondernachlaß auf reguläre Aktien von 20 % bei Citygroup und von 17 % bei Merril Lynch. Im Ergebnis hat die neoliberale Globalisierung der Waren´- und Finanzmärkte und der Öldurst der Industrieländer die enormen Handelsbilanzüberschüsse, Währungsreserven und Staatsfonds in Ostasien und den Ölländern hochgefahren, und gleichzeitig erlaubt, die Arbeitseinkommen in den alten Industrieländern unter Druck zu setzen. Schließlich können jetzt die Gläubigerländer in Ostasien und am Golf nun zu Lasten der alten Industrieländer Rentier spielen.

Wäre es nicht vernünftiger gewesen, den Arbeitnehmern in einer weit besser gemanagten Globalisierung einen faireren Teil der Einkommen zuzugestehen und weniger Spekulationskapital aufzutürmen?

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global news 984 17-01-08: Immer weniger Arbeitslohn pro in der gewerblichen Wirtschaft Beschäftigten
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Gewerbliche Wirtschaft im November 2007: Entgegen der frohen Meldung des Statistischen Bundesamt über die 2,1 % mehr Beschäftigte und die 3,7 % mehr Bruttolohn- und Gehaltssumme (Entgelt) ist ein viel weniger schönes Bild festzuhalten. Erstens ist die Lohn- und Gehaltssumme nach Abzug der Verbraucherpreisinflation (nicht mal ein Hinweis des StaBuA!) nur um magerste 0,6 % gestiegen, und pro Beschäftigten sogar 1,5 % zurückgegangen sowie pro Arbeitsstunde um 1,1 % (Abb. 04009). Hier zeigen sich die Folgen der Qualität zusätzlicher Beschäftigung im Minilohnbereich und bei billigster Zeitarbeit.


Der Rückgang des Entgelts pro Beschäftigten hat sich über das Jahr 2007 noch erheblich verstärkt (Abb. 14047).


Mit einer so schlechten gewerblichen Einkommensentwicklung und der noch ungünstigeren in den anderen Wirtschaftsbereichen sowie weitgehend oder ganz eingefrorenen und real sich verkürzenden Renten, Sozialleistungen und Beamtengehältern läßt sich ein Konsumentenboom nicht einmal herbeireden. Auch Deutschland wird, wenn sich diese Situation nicht rasch und wider alle Wahrscheinlichkeit ändert, in eine Rezession abdriften. Das scheint ebenso das Urteil der Finanzexperten zu sein, deren Indikator für die Konjunturerwartungen beginnend Mitte letzten Jahres bis Januar 2008 auf einen einsamen Tiefststand abgestürzt ist (Abb. 04762).


Die globale Kreditkrise verspricht jedenfalls keine rasche Besserung. Sie geht inzwischen zunehmend über den Bereich der minderwertigen Hypotheken hinaus, erfaßt auch mit Kreditkarten, Autokrediten und minderwertigen Unternehmenskrediten besicherte Papiere und droht nun, die Credit Default Swaps (CDS), mit denen solche Papiere versichert werden, mitzuerfassen. Der Gesamtmarkt der CDS hat das gigantische Volumen von 45.000.000.000.000 Dollar (45 Billionen), mehr als dreimal die jährliche Wirtschaftsleistung der USA. Wenn bei steigenden Kreditausfällen auch nur ein Teil der Versicherer in Konkurs geht, hat das weitere Konsequenzen für den Wert der so versicherten Papiere. Die Financial Times verweist im Kommentar von Wolfgang Münchau auf eine Berechnung von Pimco in USA (weltgrößter Bondfond), wonach die Verluste an CDS 250 Mrd US Dollar ereichen können, etwa die gleiche Größenordnung wie die aus minderwertigen Hypotheken erwartete. Dabei geht Pimco noch von einer nur relativ kurzen Rezession in USA aus.

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global news 983 16-01-08: Bruttoinlandsprodukt 2007: Kein schönes Jahr
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Das Statistische Bundesamt hat heute das Jahresergebnis 2007 der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung mit der stolzen Überschrift "Deutsche Wirtschaft im Jahr 2007 mit robustem Wachstum" veröffentlicht. Das ist mal wieder viel Propaganda, zu der sich ein solches Amt nicht hergeben sollte. Denn, was da robustes Wachstum von 2.5 % sein soll (Abb. 04699), ist allenfalls noch im ersten Quartal mit einer Zuwachsrate von 3,6 % gegenüber Vorjahr zusammengekommen. Seitdem hat sich das Wachstum abgeschwächt und dürfte im letzten Quartal nur noch bei mageren 1,9 % gelegen haben. Sinnigerweise läßt uns das StaBuA mit dem Quartalsergebnis einen weiteren Monat warten, so daß man derzeit den Wert aus den vorangegangenen Quartalen und dem Jahresergebnis nur hochrechnen kann (Abb. 14003).



Dabei ist das Jahr 2007 noch künstlich geschönt worden. Als Wachstumstreiber erwiesen sich nämlich die Ausrüstungsinvestitionen. Die Unternehmen investierten in Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge 8,4% mehr als im Jahr zuvor. Allerdings sind viele der Investitionen auf 2007 vorgezogen worden, da sich nun in 2008 mit der Steuerreform die Abschreibungsmöglichkeiten verschlechtert haben. Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat errechnet, wer in 2007 eine Million Euro investierte, um 90.000 Euro besser weggekommen ist als bei einer gleich großen Investition im Jahr 2008. Das ist seiner Meinung nach "mit ein Grund für den derzeitigen Boom". Es spräche einiges dafür, daß die Investitionen in 2008 an Dynamik verlören.

Vor allem aber hat die Ungleichverteilung der Einkommensentwicklung weiter stark zugenommen. Praktisch ist das Bruttoinlandsprodukt an den Arbeitnehmern vorbei gewachsen. Dabei nimmt die Armut zu, wie auch die Zunahme der Verbraucherkonkurse per Oktober um weitere 14 % auf einen neuen hochgerechneten Jahresrekord von rund 106.000 drastisch zeigt. So sind die Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen um stolze 7,2 % oder nach Abzug der BIP-Inflation immer noch um 5.4 % gestiegen. Dagegen nahm das Arbeitnehmerentgelt nur um 2,6 % zu und nach Abzug der Verbraucherpreisinflation nur um magerste 0.47 % (Abb. 14045). Die Lohnquote am Volkseinkommen fiel damit weiter auf nur noch 64,6 % (Abb. 14007).



Der Rückgang an ausgewiesener Arbeitslosigkeit hat offensichtlich nicht die Arbeitnehmereinkommen anheben können, denn die sinkende Arbeitslosigkeit kommt zum größten Teil entweder nur von schlecht bezahlten Zeitverträgen oder anderen gering entlohnten Tätigkeiten oder gar aus statistischen Manipulationen sowie aus der demographischen Entwicklung.

Bei einer so ungünstigen Einkommensverteilung kann es nicht mehr überraschen, daß der Verbrauch der privaten Haushalte in 2007 mit -0,3 % besonders stark eingebrochen ist (Abb. 14046). Die vor allem von den Besserverdienern gespeiste Sparquote kletterte dementsprechend auf 10,8%, das waren 0,3%-Punkte mehr als im Jahr zuvor.


Insgesamt gesehen lief die Wirtschaft 2007 vor allem auf dem einen Zylinder des Exports. Der preisbereinigte Exportüberschuss (Außenbeitrag) trug mit 1,4%-Punkten zum BIP-Wachstum bei, erbrachte also 56 % davon. Deutschland wurde noch abhängiger von dem immer unsichereren Schicksal der Weltmärkte. Die Bundesregierung erwartet jetzt im laufenden Jahr kaum noch einen Beitrag des Exports zum Wirtschaftswachstum und setzt alle Hoffnungen auf den privaten Verbrauch, obwohl der sich bisher so schlecht entwickelt.

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global news 900 02-01-08: Chinesischer Export immer größer
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Im vergangenen Jahr konnte China seine Ausfuhren um 25 % steigern (Abb. 08001). Dabei löste die EU die USA als Hauptzielrichtung ab.


Der Überschuss im Außenhandel ist 2007 erneut drastisch um 47,7 Prozent auf eine Rekordhöhe von 262,2 Milliarden US-Dollar gestiegen. Dabei expandierte der Leistungsbilanzüberschuß in die einsame Höhe von fast 12 % des Bruttoinlandsprodukts (Abb. 08006).


Die Devisenreserven Chinas - ohnehin schon die größten der Welt - legten um 43 Prozent auf 1,53 Billionen US-Dollar zu, wie die Zentralbank mitteilte (Abb. 08028).


Begreifen die alten Industrieländer, was da auf sie zukommt? Sind sie bereit, noch mehr Arbeitsplätze zu opfern und ihre Bilanzdefizite gegenüber China mit Unternehmensbeteiligungen, wie jetzt bei den internationalen Großbanken, zu bezahlen. Werden sie neben ihren eigenen Rentenlasten auf diese Weise am Ende auch Teile der chinesischen Rentenlast schultern, denn der chinesische Staatsfond sucht auch zu deren Finanzierung profitable Anlagen im Ausland?

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global news 981 10-01-08: Weltwirtschaft im Drogenentzug: Abmarsch in eine globale Wirtschaftskrise?
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In den letzten drei Jahren lebte die gesamte Weltwirtschaft unter einer vierffachen Droge. Erstens waren die Konsumenten in den angelsächsischen Ländern auf ständiger Einkaufstour und bereit, sich auf Deibel komm raus zu verschulden sowie kaum noch oder gar nicht mehr zu sparen (Abb. 03469, 12043).



Zweitens waren einige Zentralbanken durch niedrige Zinsen und mangelnde Aufsicht sowie die Banken durch leichtsinnige Kreditvergabe bereit, dies alles zu finanzieren, freilich kombiniert mit einem globalen Vertrieb angeblich besicherter aber tatsächlich minderwertiger Papiere, so daß die Folgen umso globaler sind. Die Kapitalmarktaufsichtsbehörden und Zentralbanken haben mehr oder weniger absichtsvoll weggesehen (in USA hat die Fed die Subprime Hypotheken durch neue Vorschriften erst ermöglicht). Drittens stiegen als weitere Konsequenz die Hauspreise in den angelsächsischen Ländern, aber auch Spanien und Frankreich und einigen anderen gewaltig (Abb. 12963) und spiegelten steigenden Reichtum und unendliche Kreditfähigkeit vor.


Viertens haben die drei aggressivsten Exportnationen China, Japan und Deutschland entweder ihre Exportpreise durch Währungsmanipulation oder - im Fall Deutschlands - durch eine die Binnenwirtschaft schwer schädigende negative Lohnpolitik künstlich abgesenkt. Auch diese Manipulation wirkte wie eine weitere Droge auf die Annehmer der Waren. Die Leistungsbilanzen der wichtigsten Volkswirtschaften sind so völlig auseinandergeraten (Abb. 12382, 12933).



Der Drogeneffekt war global. Denn neben den Schuldnerländern erfuhren auch die Volkswirtschaften der Exportländer einen künstlichen Adrenalinstoß in ihren Exportsektoren und im Falle China wegen der exportangetriebenen Entwicklungspolitik in der gesamten Volkswirtschaft. Inflation breitet sich nun weltweit aus. So mußte China heute zum ersten Mal seit zwanzig Jahren wieder Preiskontrollen einführen. Wichtige Währungen der Welt zeigen wilde Ausschläge.

Ein solches Drogenwunder kann nicht dauerhaft sein. Die Entzugserscheinungen können schlimm werden. Mehr und mehr seriöse Stimmen sagen jetzt den USA eine Rezession vorraus. Schon seit Monaten steigen in USA die notleidenden Kredite erheblich (Abb. 03697). Das bekannte Geldhaus Goldman Sachs erwartet nun auch bei Japan, wo die Aktienkurse - stärker noch als in USA - schon seit Wochen purzeln, im zweiten und dritten Quartal eine Rezession. Ebenso fallen die Kurse in Großbritannien (Abb. 03698), und ist das Pfund erheblich schwächer geworden. Die Financial Times macht heute mit der Schlagzeile auf: "Ängste um britische Wirtschaft steigen". Seit Mitte Oktober sind jetzt die Kurse in USA um 10 %, Japan 17 % und Großbritannien 11 % gefallen. Auch Spanien treibt mit seiner besonders negativen Leistungsbilanz (siehe oben) und einer Hypotheken- und Immobilienkrise in die Rezession. Die Schwäche auf wichtigen Abnehmerländern muß am Ende auch die Exportländer in die Rezession zwingen. Eine weltweite Wirtschaftskrise ist daher nicht mehr auszuschließen. Da in Deutschland die Verbraucherkonjunktur schon jetzt kaputt ist, kann man sich die Folgen für unser Land vorstellen.



Es wäre die erste wirklich globale Krise seit der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre. Man müßte sie einer hastig zu weit getriebenen und zu wenig überwachten neoliberalen Globalisierung anlasten. Sie würde in den großen Exportländern, auch in Deutschland, nur zu dämpfen sein, wenn schnellstens durch eine andere Einkommensverteilung umgesteuert und so der Binnenverbrauch angestoßen würde. Doch da ist warscheinlich der neoliberale Kapitalismus davor. Ich habe leider so oft mit meinen kritischen Analysen recht gehabt, hoffentlich liege ich diesmal falsch!

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global news 980 09-01-08: Deutsche Industrieproduktion im Abschwung?
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Seit drei Monaten stagniert der Produktionsindex der deutschen gewerblichen Wirtschaft und sinkt jetzt nach den heute veröffentlichten Daten für November (Abb. 04306); das gilt besonders für die Konsumgüterindustrie.


Nun kann auch der Bundeswirtschaftsminister nur noch über die wenig verläßlichen Auftragszahlen Hoffnung zu erzeugen versuchen, auch wenn das wenig überzeugend klingt. Hier aus seiner Pressemitteilung: "Die Produktion im Produzierenden Gewerbe hat zuletzt deutlich an Schwung eingebüßt. Während die Erzeugung im Bauhauptgewerbe und im Bereich Energie in der Tendenz abwärts gerichtet verlaufen, stagniert die Industrieproduktion. Mit dem zuletzt kräftigen Anstieg der Auftragseingänge in der Industrie haben sich die Aussichten für die Entwicklung der Industrieproduktion in den nächsten Monaten aber wieder verbessert."

Auch der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft fiel im November im Vergleich zum Vormonat real um 0,7 %. Besonders ungünstig entwickelte sich der Inlandsumsatz der Komsumgüterindustrie, der seit Mai bereits 1,2 % verloren hat (Abb. 04910).


Die heute von Eurostat veröffentlichte Statistik des Einzelhandelsumsatzes in der EU zeigt ebenfalls, wie schwach Deutschland hier aussieht ( Abb. 12922).


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global news 979 08-01-08: Mehr Wolken am Wirtschaftshorizont: Einzelhandelsumsatz, Zinsinversion und USA
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Der deutsche Einzelhandelsumsatz ist im November um weitere 3,2 % gegenüber der Vorjahresperiode gefallen (Abb. 04943). Weitgehend unabhängig von den wegen der MWSt-Erhöhung nach 2006 vorgezogenen Einkäufen hat sich der negative Trend nun durch das ganze Jahr 2007 fortgesetzt. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes für das Gesamtjahr 2007 ist der Umsatz voraussichtlich real zwischen 1,5 % und 1,8 % zurückgegangen und noch unter das Niveau von 2005 gefallen.Auch der Umsatz der Großhandelsunternehmen in Deutschland lag im November 2007 real um 1,1% niedriger als im November 2006; im Vergleich zum Oktober 2007 und unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten waren es real sogar 1,7% weniger. Damit ist also noch kein Anspringen des Konsums privater Haushalte zu entdecken.


Beunruhigend ist dabei auch die Inversion der europäischen Zinskurve. Normalerweise folgt die Kurve, die die Zinsdifferenz zwischen 10-Monats-Schatzbriefen und 3-Monatsgeld beschreibt, der Entwicklung des Wirtschaftswachstums ziemlich genau. Seit einigen Monaten wird der Abstand jedoch immer geringer, was auch einen Rückgang im Wirtschaftswachstum erwarten läßt (Abb. 03696).


Während also die deutsche Verbraucherkonjunktur weiter am Stock geht, schaltet der zweitwichtigste Auslandmarkt für den deutschen Export, die USA, zunehmend auf Rezession. Sorgen bereitet jetzt neben den minderwertigen Hypothekenpapieren auch der ähnlich groß bemessene Überhang an verbriefter Keditkartenschulden. Die Experten von Citygroup erwarten jetzt, daß sich der Gesamtmarkt an besicherten Schuldverschreibungen in 2008 um etwa 60 % zusammenziehen wird und damit vielen Verbrauchern den Bewegungsspielraum zum Einkaufen nimmt. Der Dow Aktienindex fällt bereits seit Wochen (Abb. 13314).


Der europäische Crossover Index für die die Kosten der Versicherung von besicherten Unternehmensanleihen gegen Konkurs steigt seit Mitte Dezember mit wenig Unterbrechungen immer weiter (Abb. 03636).


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global news 978 09-01-08: Deutsche Unternehmen qualifizieren kaum Unterqualifizierte
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Es gibt zwar wenig aktuelle Daten, doch dürften sich die Verhältnisse über die letzten Jahre kaum geändert haben. Auch bei der beruflichen Weiterbildung wird in Deutschland gespart. Die Unternehmen rufen nicht einmal die Subventionen ab, die hierfür bei der Bundesagentur für Arbeit bereitgehalten werden. Die Frankfurter Rundschau hat vor einiger Zeit Mytzek-Zühlke vom Wissenschaftszentrum in Berlin befragt. Nach seinen Ermittlungen nimmt Deutschland im europäischen Vergleich nur einen Platz unterhalb des Durchschnitts ein: " Ich untersuche die Weiterbildungsaktivitäten von privaten Betrieben in vier europäischen Ländern: in Deutschland, Schweden, Dänemark und Großbritannien. Die Zahlen, auf die ich mich berufe, sind aus der Europäischen Weiterbildungserhebung und seit 2001 bekannt. 32 Prozent der Beschäftigten in deutschen Unternehmen mit zehn und mehr Beschäftigten haben 1999 an Weiterbildungsaktivitäten teilgenommen. In Schweden waren es 61 Prozent, in Dänemark 53 Prozent, selbst in Großbritannien waren es 49 Prozent (siehe Abb. 12135). Deutschland ist also in diesem Ländervergleich das Schlusslicht."


Dazu eine andere Quelle, auf die mich ein Besucher der Webseite aufmerksam gemacht hat. Staehle 1999, Management, S. 884f: "Ein wichtiger Grundsatz für die Auswahl von Bewerbern für Weiterbildungsveranstaltungen solle es sein, daß weniger in die Vergangenheit gerichtete Kriterien (wie Ausbildung, Alter, Aufgabenbereich, hierarchische Stellung im Betrieb) als vielmehr solche, die auf die Gegenwart oder in die Zukunft zielen ( wie Anspruchsniveau hinsichtlich beruflicher und persönlicher Entwicklung, Lernmotivation, Weiterbildungsbedürfnis), ausschlaggebend sind. Realität ist jedoch, daß die personalpolitischen Ziele der Unternehmung bei weitem dominieren, daß vorrangig diejenigen weiterqualifiziert werden, die schon hoch qualifiziert sind, und daß die gering Qualifizierten und verstärkt von Arbeitslosigkeit Bedrohten an AFG-Maßnahmen verwiesen werden." Siehe hierzu Abb. 14043.


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global news 977 07-01-08: Weltrangliste des Aktienmarktkapitals der 100 größten Unternehmen: China jetzt auf Platz 3
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Nach der Berechnung von Ernst & Young hat sich China im vergangenen Jahr mit zehn seiner Unternehmen nach den USA und sehr knapp hinter Großbritannien auf den dritten Platz der Länder mit den nach Aktienmarktkapitalisierung größten 100 Unternehmen der Welt schieben können (Abb. 13361).


Dabei verdrängte Petrochina den bis dahin weltgrößten Konzern Exxon Mobil aus der Spitzenposition. Unter den zehn größten Unternehmen der Welt befinden sich nun gleich fünf chinesische und nur drei amerikanische. Auch dies zeigt, wie rasant sich die Welt des Kapitals verändert und wie kapitalistisch China wird.

Mit 11.5 % ist Chinas Wirtschaft auch im vergangenen Jahr zweistellig gewachsen (Abb. 08017).


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Wirtschaftsstandort

Hinweis auf mein neues Buch: Falsch globalisiert, 232 Seiten, 250 Abbildungen, € 14,80 - ist im Mai im vsa-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 3-89965-193-6). Das Buch greift 30 der wichtigsten Schwerpunkte in aktualisierter Form auf. Neue Rezension in FR. 16 wichtigste Schaubilder hier stets aktualisiert (auch Korrekturen).

Hier zu meiner kurzen Einführung bei der Vorstellung des Buches am 15. Mai im Beisein von Jürgen Peters, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Otto Brenner Stiftung und Vorsitzender der IG Metall, und Professor Dr. Peter Bofinger, Universität Würzburg, und hier zu einer aktuellen Einschätzung sowie zu meinem halbstündigen WDR-Interview zum Abhören.