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Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006) und "Deutschland global" (2005)


(943) Der deutsche Einzelhandelsumsatz stürzt weiter ab: real minus 3,3 %

(942) Arbeitslos im November

(941) Kotau vor China?

(940) Vom Hochseilakt der Banken mit Mini-Eigenkapital

(939) Immer neue falsche Ausreden für das sich weiter eintrübende Konsumklima

(938) Deutsche Inflationsrate innerhalb von 14 Monaten verdreifacht

(937) Ifo-Erwartungsindex fällt weiter

(936) Ein Blick nach Skandinavien

(935) Die Kreditkrise nimmt einen neuen Anlauf

(934) Deutsche am globalisierungskritischsten

(933) Die Wahrheit hinter den in den Medien und von der Regierung gefeierten Detailwerten des 3. Quartals

(932) Euro und Öl auf Rekordjagd, was nun?

(931) Selbst das Kyoto-Protokoll zu den CO2-Emissionen wird nicht eingehalten

(930) Beschäftigungszuwachs schwächt sich weiter ab

(929) Immer mehr klinisch relevante psychische und Verhaltensstörungen in Deutschland

(928) USA: Ab in die Rezession -Abkoppeln unmöglich?

(927) Stagnation der realen Lohn- und Gehaltssumme pro Beschäftigten Januar bis September 2007 in der gewerblichen Wirtschaft

(926) Die Globalisierung treibt durch die Transportwege die CO2-Emissionen hoch

(925) Kreditkrise: 4 von 11 besonders betroffenen Banken sind deutsche

(924) Armes Deutschland: Deutsche wollen entgegen dem EU-Trend den Weihnachtsgürtel enger schnallen und vor allem Bargeld schenken

(923) Wirtschaftsleistung 3 Quartal: Wachstum schwächt sich im Vorjahresvergleich weiter leicht ab

(922) Blutbad an Wall Street

(921) Der ZEW-Indikator der Konjunkturerwartungen fällt auf tiefsten Stand seit 15 Jahren - Kreditkrise weitet sich aus

(920) China Inc. (1) Top Dog unter den 10 größten Unternehmen der Welt (2) Deutsche Maschinenbauer bekommen Angst

(919) Die Weltwirtschaft läuft nicht mehr rund

(918) Schon mehr als 7 Millionen Deutsche im finanziellen Ruin

(917) Ölpreis - quo vadis?

(916) Wie schlimm kann es mit der Kreditkrise eigentlich noch kommen?

(915) Was wollen die sogenannten Wirtschaftsweisen an angeblich Erreichtem eigentlich nicht verspielen?

(914) Wo ist das deutsche Umweltbewußtsein geblieben?

(913) Auftragseingänge der deutschen Industrie weiter im Rückzug

(912) Ein Banken-Tsunami?

(911) Aus der Trickkiste der amerikanischen Regierungsstatistiken

(910) Die Kreditkrise frißt sich, wie zu erwarten, fest

(909) Öl immer höher, Dollar immer tiefer

(908) Textilarbeiter in der westlichen Welt konkurrieren mit Kindersklaven in Indien

(907) Arbeitslos im Oktober

(906) Hohe Unternehmens- und Vermögenseinkommen belasten die Binnenkonjunktur

(905) Biotreibstoffe - Verbrechen gegen die Menschlichkeit

(904) Das UN-Umweltprogramm sieht rot

(903) Die Bundesbank und der Niedriglohndruck

(902) Wetten auf die privaten Konsumenten?

(901) Immer mehr Technologie aus China

(900) Kein Ende der Krise: Banken melden weitere Verluste

(899) Kinderschicksal in Deutschland: Chancengleichheit Pustekuchen!




global news 943 30-11-07: Der deutsche Einzelhandelsumsatz stürzt weiter ab: real minus 3,3 %
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Im Vormonatsvergleich lag der deutsche Einzelhandelsumsatz im Oktober real um 3,3 % niedriger. Gegenüber Oktober 2006 waren es sogar 3,4 % weniger (Abb. 04943). Wie da Bundesregierung und Wirtschaftsforschung das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr von der Nachfrage privater Haushalte erwarten bleibt schleierhaft.


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global news 942 30-11-07: Arbeitslos im November
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Nun wird jeden Monat selbst bei einem weiteren geringen Abbau an Arbeitslosigkeit ein neuer Rekord verkündet. So SPIEGEL online: „Kaum im Amt, kann der neue Arbeitsminister Scholz schon einen Rekord verkünden: Die Zahl der Arbeitslosen ist so gering wie seit Juni 1993 nicht mehr."

Im November verzeichnet in der Statistik der Bundesagentur gegenüber Vormonat einen Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit um 55.000. Doch angesichts des im Vorjahresvergleich starken Aufbaus an prekären Beschäftigungsverhältnissen, besonders der unsicheren Leiharbeitsverhälnisse, und der fortgesetzten "administrativen Bereinigung" und der - von der Arbeitsmarktpolitik unabhängigen - demographische Entwicklung ist die Arbeitsmarktsituation trotz aller Erfolgsmeldungen immer noch schwierig. In einer Nettogegenrechnung des Aufwuchses solcher prekärer Arbeitsverhältnisse und der statistischen Sonderfaktoren bleibt vom angeblichen Boom am Arbeitsmarkt viel weniger übrig. Gerade die unsicheren zeitlich begrenzten Arbeitsverhältnisse werden teilweise sehr schnell wieder verschwinden, wenn sich die Konjunktur - wie erwartet wird - weiter abschwächt. Nicht vergessen: Bei einer kaputten Verbraucherkonjunktur hängt die Entwicklung des Arbeitsmarktes gefährlich am unsicher werdenden Export. 39.2 % des Rückgangs an Arbeitslosigkeit und 54 % der Gesamtzunahme an Erwerbstätigkeit (Oktober, Monatsdurchschnitte) über ein ganzes Jahr entfällt bereits auf unsichere und in der Regel schlecht bezahlte Zeitverträge.

Abb. 04922 zeigt, in welchem großem Umfang der Rückgang der Arbeitslosigkeit durch prekäre Arbeitsverhältnisse und die demographische Entwicklung bestimmt ist. Leider verrät uns die Bundesagentur wieder nicht, obwohl ihr die Zahl bekannt sein sollte, wie viel des Rückgangs an Arbeitslosigkeit auf der von ihr angedeuteten systematische Überprüfung des Arbeitslosenstatus beruht.


Im europäischen Vergleich bleibt Deutschland bei den besonders belasteten Langzeitarbeitslosen am Ende des Vergleichsfeldes und sieht auch sonst nicht besonders aus. Auf der Basis der letzten Eurostat-Erfassung für das 2. Quartal 2007 hatte Deutschland den höchsten Anteil an Langzeitarbeitslosen in den Alt-EU-Ländern nach Griechenland und Belgien (Abb. 04022). Auch sonst ist im internationalen Vergleich die deutsche Arbeitslosenquote auf dem 15. Platz von 18 Vergleichsländern immer noch hoch, zumal alle größeren bis auf Frankreich wesentlich niedrigere Raten haben (Abb. 04068).



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global news 941 29-11-07: Kotau vor China?
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Nach seriösen Schätzungen wird China als Wirtschaftsmacht spätestens um 2040 größer als die USA und auch die EU sein. Schon jetzt fühlt sich China mit 1,3 Mrd Menschen als absolute Großmacht. Bezeichnend dafür ist die kürzliche Bemerkung von Regierungschef Wen Jiabao unter Anspielung auf den Empfang des Dalai-Lama durch die deutsche Bundeskanzlerin: „Freunde und Partner machen manchmal Fehler und machen irrige Bemerkungen. Solange sie sich der Fehler bewusst werden und ihr Verhalten ändern, werden wir sie weiter als Partner und Freunde behandeln."

Interesant ist in diesem Zusammenhang nun eine neue FT Harris Poll Umfrage zum Verhältnis zu China. Sie zeigt, daß die deutschen Befragten weniger als die aus den anderen 5 Ländern der Meinung sind, Menschenrechtsverletzungen sollten gegenüber China angesprochen werden (Abb. 07206). In der Entscheidung zwischen den USA und China als dominierender Weltmacht der Zukunft sind besonders die Deutschen nach den Amerikanern, diejenigen die mehrheitlich die USA als Weltmacht sehen, während Franzosen, Spanier und Italiener China in dieser Rolle sehen (Abb. 07205). Dazu paßt, daß die Deutschen zu den Ländern gehören, wo die Befragten China am meisten als Partner statt als Konkurrent sehen (Abb. 07207). Sind die Deutschen anders als andere bei China naiv, weil sie sich wirtschaftlich zu viel an Partnerschaft versprechen?




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global news 940 28-11-07: Vom Hochseilakt der Banken mit Mini-Eigenkapital
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Was ich hier darstelle, klingt abendteuerlich, ist aber teilweise aus der seriösen Financial Times von heute geklaut. Ich schreibe das, während über die Ticker läuft, daß die staatliche KfW ihre Rücklagen für die in Schieflage geratene IKB jetzt auf 5 Mrd Euro hochfahren muß, bei einem Eigenkapital der IKB von nur 1,4 Mrd Euro. Und ob das das Ende der Verluste ist?

Eigentlich gibt es für die Banken Eigenkapitalrichtlinien, die auch von der Bankenaufsicht überwacht werden. Sie sollen verhindern, daß sich die Banken übernehmen. Doch die haben um den Globus herum für besonders riskante Geschäfte fugs Ableger außerhalb ihrer Bilanzen eingerichtet, die dann nicht überwacht wurden. Im Fall der IKB war das Rhineland Funding. In diesem Schatten auf dem Hochseil haben die Banken im vergangenen Jahr hohe Gewinne eingefahren, gemessen an ihrem Eigenkapital in Großbritannien um 20 %, in Deutschland und USA um 12 % (Abb. 03689). Entsprechend hoch wurden die Ackermanns und Kollegen honoriert.


Das ist alles kein Wunder, denn die echte Eigenkapitaldecke, auf die bezogen der Gewinn errechnet wird, ist immer äußerst dünn gewesen. Bei großen britischen Banken z. B. nur 4 % der Bilanzsumme (Abb. 03690).


Bei der IKB waren es sogar nur 2,7 %. Bei einem Industrieunternehmen ist die Eigenkapitaldecke weit stärker, bei Siemens z. B. 32 %. Dann muß man sich fragen, wie können die Banken unter den Augen der Aufsichtsbehörde auf einem so dünnen Seil turnen, d. h. Ableger außerhalb ihrer Bilanzen für das Gröbste gründen, hohe Gewinne einfahren und Aktionäre sowie den Vorstand so üppig beschenken? Denn wenn aus den Gewinnen plötzlich Verluste werden, sind sie bei so wenig Eigenkapital sofort in der Pleite. Die Financial Times hat dazu diese Erklärung: Die Banken wissen, daß sie - wenn sie nur groß genug sind - nicht mehr untergehen können, da sie von den Regierungen und Notenbanken über Wasser gehalten werden müssen, wie man in diesen Tagen wieder deutlich sehen kann. Weil dieses Bewußtsein auch bei den Kreditgebern der Banken besteht, können sich die Banken bisher sehr günstig mit Fremdkapital versorgen. Und das wiederum erlaubte den Banken, noch höhere Risiken einzugehen. Praktisch sorgen also die Regierungen mit ihren mehr oder weniger expliziten Garantien dafür, daß sich die Banken auf diesem dünnen Seil tummeln.

Ebenso fragwürdig ist die Form der Entlohnung der Banker. Sie ist auf die kurzfristigen Gewinne hin orientiert. Banker erhalten daher hohe Bonusse, auch wenn sich längerfristig herausstellt, daß es eigentlich hohe Verluste waren. Zusammengenommen findet der Hochseilakt auf Risiko des Steuerzahlers statt. Was sind die Konsequenzen aus dieser irrsinnigen Lage? Man muß den Banken eine viel höhere Eigenkapitaldecke verschreiben, sobald die Zeiten wieder normal sind, so der Kommentar in der Financial Times. Außerdem brauchen wir eine viel schärfere Bankenaufsicht. Anderenfalls gewinnen die Ackermanns und sind wir Normalmenschen wiedereinmal die Verlierer.

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global news 939 28-11-07: Immer neue falsche Ausreden für das sich weiter eintrübende Konsumklima
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Der Konsumklima-Index der Gesellschaft für Konsumforschung (GfW) ist erneut erheblich auf seinen tiefsten Stand seit April gefallen (Abb. 04711). Es ist der vierte Fall in Folge. Auch der Konjunkturerwartungsindex hat sich erneut erheblich verschlechtert (Abb. 04917).



Sicher trägt die inflationäre Entwicklung dazu bei. Da jedoch die Eintrübung nun schon seit Mai auftritt, ist es zu einfach, die Gesamtentwicklung nur mit der Inflation zu verbinden. Es ist viel zu kurz gesprungen, wenn die GfW schreibt und die Medien das nachbeten: "Eine gefühlte Inflation beeinflusst momentan die deutschen Verbraucher. Denn auch tatsächlich vorhandene positive Fakten, die nachhaltige Besserung auf dem Arbeitsmarkt sowie steigende Einkommen können offenbar nicht verhindern, dass sowohl die Anschaffungsneigung als auch die Konjunkturaussichten weniger optimistisch eingeschätzt werden." Die Kräfte, die uns stets den Konsumboom einreden wollten, suchen nun nach anderen Ausreden, warum er nicht eintritt. Dagegen ist seit längerer Zeit klar, daß die Drosselung der Arbeitseinkommen und die Konzentration neuer Jobs auf niedrig entlohnte der eigentliche Grund sind. Pro Arbeitnehmer sind die Netto-Löhne inflationsbereinigt im 3. Quartal 2007 gegenüber Vorjahr - entgegen der Darstellung der GfK - um 1,4 % weiter gefallen! Und für die Inflation trägt schließlich die Regierung mit der drastischen Anhebung der Mehrwertsteuer eine hohe Verantwortung. Es war ein Schritt zur absolut falschen Zeit.

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global news 938 28-11-07: Deutsche Inflationsrate innerhalb von 14 Monaten verdreifacht
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Die deutsche Inflationsrate ist im Zeitraum von nur 14 Monaten von 1 % auf 3 % hochgeschossen (Abb. 04991). Es ist der höchste Stand seit 13 Jahren. Dabei übertrifft die deutsche Inflationsrate, die in den Vorjahren immer weit unter der der Eurozone lag, seit Beginn dieses Jahres die der Eurozone erheblich (Abb. 12911). Darin dürfte sich auch die drastische Erhöhung der Mehrwertsteuer in Deutschland widerspiegeln.



Die Situation im Vergleich zu den anderen Euroländern ist deshalb so unsozial, weil in Deutschland anders als bei diesen die Renten und Sozialleistungen sowie Bezüge und Pensionen im öffentlichen Dienst trotz nun erheblich höherer Inflation nicht angepaßt werden. Das muß die deutsche Binnenkonjunktur zusätzlich schwächen.

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global news 937 28-11-07: Ifo-Erwartungsindex fällt weiter
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Der Erwartungsindex der deutschen Wirtschaft nach Ifo-Umfrage ist im November zum 7. Mal in Monatsfolge gefallen (Abb. 04589) und liegt nun auf dem tiefsten Stand seit September 2005. Dennoch wird in der Berichterstattung auf Optimismus gemacht, weil der Index zur derzeitigen Lageeinschätzung leicht gestiegen ist. So SPIEGEL-Online: "Geschäftsklima verbessert sich überraschend".


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global news 936 27-11-07: Ein Blick nach Skandinavien
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Nun liegen vorerst abschließend die 14 Kapitel von „Volkswirtschaftslehre für Nicht-ganz-Dumme" vor, die bisher schon über 8.000-mal nachgeschlagen wurden. Es wird vielleicht noch eines zur globalen Kreditkrise hinzukommen müssen, falls sie sich - wie leider zu befürchten - in exemplarischer Weise verschärfen sollte. Das 13. Kapitel ist "Warum nicht mal über den deutschen Gartenzaun blicken?" überschrieben und blickt eigentlich nur in eine Richtung: Skandinavien.

Dort ist die soziale Mobilität erheblich höher, wie der im Vergleich zu Deutschland sehr geringe Einkommensunterschied z.B. für Dänemark zwischen der Eltern- und der Kindergeneration zeigt (Abb. 12452), während in Deutschland die Kinder schon erheblich hinter die Eltern zurückfallen. Vor allem sind in Skandinavien höher: die Geburtenrate (+40 %), der Anteil jüngerer Jahrgänge (+22 %), die staatlichen Ausgaben pro Volksschüler (+54 %), der Anteil der jüngeren Erwachsenengruppe mit Hochschulabschluß (+39 %), die Arbeitseinkommen (+13 %), die Renten bei Durchschnittseinkommen (+36 %) und vor allem bei halbem Durchschnittseinkommen (+90 %) und schließlich auch das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt in Kaufkrafteinheiten (+32 %), wobei sich das skandinavische BIP im Zeitraum 2000 bis 2006 um weniger als zweieinhalbmal so stark wie das Deutsche gewachsen ist (Abb. 12472).



Bei uns sind statt dessen viel höher: die Wahrscheinlichkeit des Schulversagens bei Kindern aus der unteren sozialen Schicht und bei Immigrantenkindern, die Ungleichheit in der Einkommensverteilung, die Arbeitslosenquote (+41 %) und die Quote der Langzeitarbeitslosen (+81 %, Abb. 12939).


Diese hervorragende skandinavische Leistungen werden bei sehr viel höheren Steuern erreicht, nämlich Steuereinnahmen als Anteil am Bruttoinlandsprodukt (+90 %), Einnahmen aus Einkommens- und Gewinnsteuern als Anteil am BIP (+127 %), aus Vermögens- und Erbschaftssteuern (+55 %). Andererseit ist die Staatsverschuldung als Anteil am BIP weniger als die Hälfte der deutschen. Anders als in Deutschland haben die Menschen in Skandinavien offensichtlich noch ein Gefühl für die vom Staat, z.B. bei den Renten und in der Bildung, zu erwartende Gegenleistungen.

Es ist ein für mich immer wieder faszinierender Vergleich. Falls es Sie interessiert, finden Sie hier mehr dazu.

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global news 935 26-11-07: Die Kreditkrise nimmt einen neuen Anlauf
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Wie sich immer deutlicher abzeichnet, hat die globale, von USA ausgehende Kreditkrise seit Anfang Oktober einen neuen Anlauf genommen. Das zeigt sich an den Aktienmärkten (Dow, Abb. 13314 und Dax, Abb. 04916), besonder bei den Bankaktien, auch den deutschen (Abb. 13316).




Der letzte größere Crash von 2000 kam auch nicht in einem Ruck, sondern zog sich mit zwischenzeitlichen Erholungen über mehr als zwei Jahre hin (Abb. 03688).


Die Eurolibor-Zins für Kredite zwischen Banken ist wieder erheblich angestiegen (Abb. 03676), was das Mißtrauen unter den Banken zeigt und gleichzeitig ihren enormen Liquiditätsbedarf. Ebenso sind die Versicherungsaufschläge für riskante Kredite in Europa seit Mitte September wieder hochgesprungen (Abb. 03636). Besonders stark sind die Aufschläge in Belgien und Irland gestiegen.



Auch der Preisindex für mittelwertige Kredite in USA der Klasse BBB ist seit dem 19. Juli von einer Bewertung bei 50 auf jetzt unter 19 gefallen (Abb. 03681). Bei vielen Hypothekenkrediten stehen in USA schon bald automatische Zinserhöhungen an, die die Zahlungssorgen Hunderttausender Konsumenten hochtreiben. Das betrifft in 2008 ein Kreditvolumen niedrig besicherter Kredite von 362 Milliarden Dollar. Nach Schätzungen werden allein in diesem Jahr in den USA 1,35 Millionen Häuser zwangsvollstreckt, weitere 1,44 Millionen 2008 - rund die Hälfte mehr als in den Vorjahren.


Der Dollar verzeichnet immer wieder neue Negativrekorde gegenüber dem Euro, bereits 8 % Abwertung seit dem 17. Augst (Abb. 13118). Es braucht etwa 18 Monate, sich bis solche Währungskursentwicklungen voll in den Warenströmen auswirken. Die Folgen werden sich daher erst im nächsten Jahr voll zeigen. Der deutsche Export sollte sich warm anziehen.


Außerdem zeigen sich neue Brüche in der Krise. So trocknet jetzt auch die Liquidität allgemein auf den Märkten für Kreditderivate ein. Kreditderivative sind praktisch Wetten gegen und auf jegliche Entwicklung an den Kredit-, Währungs- und Warenmärkten, mit denen man gewinnen, aber sich angeblich auch gegen jedes Risiko sichern kann. Mit über 415 Billionen Dollar an ausstehenden Verträgen (Abb. 13115) sind sie viel größer als die Aktienmärkte, die bei den 10 weltgrößten Börsen zusammen nur auf etwa 60 Billionen Dollar kommen. Die gehandelten Volumina sind nun stark geschrumpft. Ebenso ist in der vergangenen Woche der Markt für Pfandbriefe eingebrochen, den es schon seit 240 Jahren gibt und der eigentlich als ultrasicher galt. Wegen stark steigender Zinsaufschläge mußte der Handel zeitweise ausgesetzt werden. Als die Commerzbank eine neue Anleihe am Bondmarkt platzieren wollten, mussten sie 135 Basispunkte über Swaps zahlen. Bei normal rund 80 Stellen ist das eine wahnsinnige Verteuerung um fast 70 Prozent.


Erstmals bekommen auch Regierungsbonds Probleme. Im Vergleich zu den deutschen, müssen die Regierungen von Griechenland und Spanien z.B. jetzt 0,3 % mehr Zins bieten, die von Ungarn sogar 0,4 %. Auch französische, italienische und portugiesische Zinsen entfernen sich nun von den deutschen nach oben. Das zeigt zugleich Spannungen in der Eurozone.

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global news 934 24-11-07: Deutsche am globalisierungskritischsten
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Wie die Umfrage der Hamburger "BAT Stiftung für Zukunftsfragen" unter 11.000 Teilnehmern ab 14 Jahren in 9 Ländern Europas ergab, ist der Anteil derer, die sich als Verlierer der Globalisierung sehen, in Deutschland am größten (Abb. 13352).


Nach den Autoren der Studie ist in Deutschland besonders der Grad der Ungleichheit und die subjektiv wahrgenommene ungerechte Verteilung der Früchte der Globalisierung zwischen Gewinnern und Verlierern das Problem. Für die Deutschen ist soziale Gerechtigkeit ein besonders wichtiger Zukunftswert (Abb. 13353) und soziale Kälte oder Herzlosigkeit eine besonders große Herausforderung (Abb. 13354).



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global news 933 22-11-07: Die Wahrheit hinter den in den Medien und von der Regierung gefeierten Detailwerten des 3. Quartals
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Der SPIEGEL titelt: "Deutschlands Verbraucher sind aufgewacht. Die heimische Wirtschaft ist im dritten Quartal aus eigener Kraft gewachsen, die lange zurückhaltenden Konsumenten sorgten für einen kräftigen Schub. Die bisher starken Exporteure hingegen schwächeln" und zeigt ein Bild eines vollen Kaufhauses.

Was ist tatsächlich passiert? Im Vorjahresvergleich wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 2,4 % also nicht schlecht, wenn auch weniger als in vorhergehenden Quartalen (Abb. 14003). Tatsächlich nahmen die Konsumausgaben aber nur um knappste 0,1 % zu (Abb. 04055). Wenn man berücksichtigt, daß das wegen der MWSt-Vorzugseffekte ungewöhnlich schwache 1. Quartal 2007 zu Nachholeffekten im 2. und 3. Quartal führen mußte, so kann man daraus keinen Boom ablesen. Der reale Zuwachs der letzten 4 Quartale gegenüber den vorangegangenen 4 Quartalen beträgt jedenfalls nur 0,4 %. Der Trend der Quartalswerte seit dem Jahr 2000 ist negativ (Abb. 14010).




Stark gestiegen sind dagegen andere Elemente des BIP, nämlich die Konsumausgaben des Staates mit 1,7 % (ein großer Teil davon notwendige Sozialleistungen), der Außenbeitrag mit 1,7 % wegen eines um 9,1 % gestiegenen Exports und schließlich und vor allem die Ausrüstungsinvestitionen mit enormen 7,4 %, die damit auf das Niveau von vor 7 Jahren zurückgefunden haben (Abb. 04029). Allerdings ist dieser Schub zum größten Teil auf den Lageraufbau zurückzuführen. Das ist eine Hypothek für das vierte Quartal, weil die Unternehmen erst einmal versuchen werden, die Lager wieder abzubauen und die Produktion daher eher zurückfahren werden (so Wanke von Dekabank).


Die Einzelhandelszahlen zeigen bisher jedenfalls keinen Boom (Abb. 04943). Wo sollte er auch herkommen? Die soziale Schere hat sich im 3. Quartal noch einmal stark weiter geöffnet. So stiegen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen im Vorjahresvergleich BIP-Inflations-bereinigt um 8,1 %, die Nettolöhne je Arbeitnehmer gingen dagegen nach Abzug der Verbraucherpreisinflation um 1,4 % zurück (Abb. 04004, 04054).




Für einen ausführlichen Bericht mit Abbildungen siehe hier.

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global news 932 22-11-07: Euro und Öl auf Rekordjagd, was nun?
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Jetzt haben besonders wir Deutschen die Bescherung. Seit Jahren hat man die Binnenkonjunktur mit abgewürgter Kaufkraft und ständiger Verunsicherung der Verbraucher durch angebliche Sozialreformen schleifen lassen. Bei Euro und Öl auf immer neuen Rekordmarken wird es für den Export eng, aber wegen der anspringenden Inflation und des Kaufkraftentzugs erst recht für die Verbraucher. Gegenüber dem Dollar hat der Euro seit Beginn des vergangenen Jahres bereits um 20 % aufgewertet, davon allein über die letzten drei Monate um 12 % bei schon fast freiem Dollarfall (Abb. 13118). Der Anstieg des Rohölpreises war mit 64 % allein seit Beginn dieses Jahres noch viel stärker (Abb. 07198).



In der Vergangenheit hat man die deutschen Verbraucher immer wieder gezwungen, zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit für den Export auf Arbeitseinkommen zu verzichten. Nach einer neuen Studie des öffentlichen Instituts für Arbeitsmarktforschung müssen inzwischen 1,33 Millionen Menschen ihr mageres Gehalt durch Hartz IV-Leistungen aufstocken lassen, darunter im Januar 2007 fast eine halbe Million Menschen, die einen sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjob haben.

Würde man die Anpassungslasten an die internationale Krise erneut auf die Arbeitnehmer und deren Einkommen abwälzen wollen, so wäre eine Wirtschaftskrise in Deutschland erst recht programmiert, weil dann die Binnenkonjunktur noch mehr absaufen würde. Dabei zeigt sich auch, wie falsch die Erhöhung der Mehrwertsteuer mit dem Effekt der Kaufkraftabschöpfung war und wie falsch die Steuerreformen, von denen weit mehr die Besserverdiener als die viel verbrauchsstärkeren Normalverdiener profitiert haben. Ebenso haben die deutschen Verbraucher von einer starken Währung derzeit so gut wie gar keinen Ausgleich. Denn die Importe verbilligen sich bei starken Inflationskräften kaum (der Ölpreis steigt z.B. noch viel stäker als der Euro) und Auslandsreisen, bei denen man sich früher über die starke DM gefreut hat, finden meist im Euroraum statt, wo dieser positive Effekt nicht mehr eintritt.

Jetzt rächt sich vor allem die Kehrseite einer übertrieben neoliberalen Globalisierung. Jahrelang haben die USA und einige andere Länder einen künstlichen Verbraucherboom mit steigenden Hauspreisen über steigende internationale Verschuldung finanzieren können und damit den amerikanischen und britischen Finanzzentren sowie vor allem einigen Exportländern, wie China, Japan und Deutschland, ebenso künstliche Vorteile bereitet. Jetzt aber dreht sich die gesamte Entwicklung abrupt und krisenhaft um. Ein jahrelanger Verteilungskampf um die Lastenvermeidung aus der notwendigen Anpassung hat begonnen. Dabei setzten die USA, China und Japan auf schwache Währungen und die Ölländer auf Ölpreissteigerungen. Die Dummen sitzen dann in Europa und die ganz Dummen hier in Deutschland, das nicht einmal die Alternative einer funktionierenden Verbraucherkonjunktur hat.

Es rächt sich auch, daß die chinesischen Staatswirtschaft mit mehr als 1,3 Millarden Menschen und hunderten von Millionen Billigstarbeitskräften viel zu schnell und viel zu neoliberal in die Weltwirtschaft integriert wurde, weil die Exportindustrien in den alten Industrieländern, nicht zuletzt in Deutschland, jeden einzelnen Chinesen schon als ihre Käufer sahen. In nicht erwartetem Umfang wurden jedoch mit Dumping und Währungsmanipulation Arbeitsplätze in den alten Industrieländern vernichtet, die Löhne dort unter starken negativen Druck gesetzt und in China riesige Währungsreserven aufgebaut. Die haben dann noch durch weitgehende Anlage in den USA dort die Zinsen heruntergeschraubt und den künstlichen Boom gefördert, gleichzeitig aber künstlich den Dollar stark gehalten und seine rechtzeitige harmonische Abwertung verhindert.

Diese vielen Kunstgebäude brechen nun zusammen und mit ihnen die Sprüche unserer Politiker. Hat uns nicht erst vor wenigen Wochen ein Bundesfinanzminister seine Begeisterung für einen starken Euro erklärt und ein Bundeswirtschaftsminster versichert, Deutschland bleibe von der globalen Krise unberührt? Die Dollarabwertung wird nun weiter gehen. Sie kann noch dramatisch in den total freien Fall führen, wenn entweder wichtige Länder einen Teil ihrer Währungsreserven aus dem Dollar heraus umschichten oder wenn nach weiteren Zinssenkungen in USA sich der Carry-Trade verstärkt, bei dem Amerikaner ihr Geld massiv in Euro anlegen, um dessen höhere Zinsen und den Vorteil von Aufwertungen gegenüber dem Dollar einzustreichen. Seit dem 10. Oktober ist der Dow an Wall Street bereits um 9,6 % gefallen, ohne dass ein Ende abzusehen wäre (Abb. 13314). Der DAX ist im selben Zeitraum um 6,5 % eingeknickt.


Eine Bundesregierung, die Deutschland mit einseitiger Exporthörigkeit und falschen Reformen in diese Lage gebracht hat, wird sich politisch verantworten müssen.

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global news 931 21-11-07: Selbst das Kyoto-Protokoll zu den CO2-Emissionen wird nicht eingehalten
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Von den 15 Alt-Mitgliedern der EU halten nur 4 die Kyoto-Verpflichtungen derzeit ein, nämlich Schweden, Finnland, Großbritannien und Frankreich. Alle anderen, auch Deutschland (Defizit 2,6 %) sind im Verzug. Das ergibt sich aus heute veröffentlichten Daten des UN Klimasekretariats (Abb. 07204).


Danach ist die Welt und auch die EU (Defizit 6,5 %) noch weiter von ihrem Kyoto-Kurs abgekommen. Viele Länder liegen soweit unter ihren Verpflichtungen, daß sie sie kaum mehr bis zum Zieldatum 2012 erfüllen werden. „Diese Trends sind besorgniserregend", sagte Yvo de Boer, Chef des Klimasekretariats, in Bonn. Die Emissionen seien zwischen 2004 und 2005 um 2,6 Prozent und damit fast auf ein neues Allzeithoch gestiegen.

Die schlimmsten Klimasünder sind die Türkei (+75 %), (+Australien (+25,6 %) und USA (+16,3 %). Bei einer solchen Entwicklung in den Industrieländern wird es noch schwerer werden, von China und Indien und anderen Schwellenländer, die mit Riesenbevölkerungen und starker Wirtschaftsentwicklung erst recht zu Klimasündnern werden, Zugeständnisse für eine Kyoto-Nachfolgeabkommen zu erhalten.

Dabei zeigt das neue Papier des UN Klimarates:

    Die von Menschen erzeugten Treibhausgasemissionen sind zwischen 1970 und 2004 um 70 % gestiegen.
    Die Konzentration in der Atmoshäre liegt weit über der Spannbreite in den letzten 650.000 Jahren.
    Von den letzten 12 Jahren waren 11 die wärmsten jemals gemessenen. Über die letzten 50 Jahre hätten ohne diese Emissionen wahrscheinlich auf Grund vulkanischer und anderer natürlicher Entwicklungen eine Abkühlung stattgefunden.
    Das arktische Seeeis ist seit 1978 um jeweils 2,7 % pro Dekade geschrumpft. Die Größe von Eisseen ist gewachsen.
    Die Regentätigkeit hat in Nord- und Südamerika, Nord-Europa und Nord- und Zentralasien zwischen 1990 und 2000 zugenommen, dagegen abgenommen in der Sahelzone, in der Mittelmeerregion, Südafrika und Teilen Süd-Asiens.
    Tropische Stürme haben zugenommen vor allem im Nord-Atlantik.
    Viele natürliche Systeme leiden bereits unter Temperaturveränderungen.
    Weitere Wirkungen beginnen, sich in der Landwirtschaft, den Wäldern und in der menschlichen Gesundheit zu zeigen.

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global news 930 21-11-07: Beschäftigungszuwachs schwächt sich weiter ab
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Zum zweiten Mal nacheinander ist der Zuwachs der Beschäftigung in Deutschland zurückgegangen und lag im 3. Quartal 2007 im Vorjahresvergleich nur noch bei 1,6 %, nachdem er im 1. Quartal noch bei 1,9 % gelegen hatte. Der Rückgang im Zuwachs der Arbeitsstunden war sogar von 2,2 % auf nur noch 1,5 % (Abb. 14009).


Während seit dem dritten Quartal 2005 die Beschäftigung um insgesamt 2,5 % zugenommen hat, ist die Zahl der Arbeitstunden nur um 2 % gewachsen. Hier zeigt sich auch der Effekt der neuen prekären Jobs mit Zeitverträgen und anderen unsicherer Arbeitszeiten.

Die Abschwächung des Beschäftigungszuwachses verrät den Druck, unter den die deutsche Wirtschaft bei stagnierendem Binnenkonsum der privaten Haushalte und geringerer Exportdynamik kommt.

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global news 929 19-11-07: Immer mehr klinisch relevante psychische und Verhaltensstörungen in Deutschland
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Nach der Statistik des Bundesamtes ist die Zahl der mit der Diagnose psychischer und Verhaltensstörungen aus dem Krankenhaus in Deutschland Entlassenen in nur fünf Jahren von 2000 bis 2005 um13 % auf 1,046 Millionen hochgesprungen (Abb. 14006). Der Anteil an der Bevölkerung ab 16 Jahren stieg dabei auf 1,5 %. Dazu kommen noch die vielen und wahrscheinlich weit zahlreicheren Patienten, die ambulant behandelt werden.


Diese Entwicklung paßt haargenau zu der sozialen Aufspaltung der Bevölkerung, die ebenfalls seit 2000 verstärkt stattfindet.

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global news 928 18-11-07: USA: Ab in die Rezession -Abkoppeln unmöglich?
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Alle große Krisen der Weltwirtschaft, die meist von den USA als der einzigen Superwirtschaft ausgingen, schwappten um den Globus, ohne daß sich Europa abkoppeln konnte. Was jetzt an den Devisenmärkten läuft, zeigt wie unmöglich das Abkoppeln auch heute ist. Dollar, Yen, Renmimbi und nun auch das Pfund werten gegenüber dem Euro ab und verlagern damit die Anpassungslast aus der amerikanischen Konjunkturabschwächung allein auf die Eurozone und einige wenige frei schwimmende Währungen (Abb. 03687). Angesichts der Abhängigkeiten vom Export, vor allem Deutschlands, ist das ein relativ leichtes Spiel. Außerdem sind auch die europäischen Banken von der Kreditkrise betroffen und schnüren nun den Kreditriemen für die Wirtschaft enger.


Der Dollar wird weiter fallen. Die bisherige Abschwächung wird über mehr Exporte die amerikanischen Wirtschaft nicht retten, denn der Export trägt in USA nur ganze 11 % zur Wirtschaftsleistung bei. Auch wird die amerikanische Wirtschaftsabschwächung nicht die Belastung aus dem gestiegenen Ölpreis wegnehmen, wie dies früher immer der Fall war, wenn eine Rezession in USA den Ölpreis bremste. Denn inzwischen treiben die Schwellenländer den Ölpreis an, indem sie in den letzten fünf Jahren vier Fünftel der zusätzlichen Ölnachfrage verursacht haben. Darunter werden nun auch die europäischen Konsumenten leiden.

Außerdem haben Zentralbanken in Schwellen- und Ölländern und internationale Investoren begonnen, vom Dollar auf den Euro umzusteigen. Die Abschwächung des Dollars hat schon mehr Vermögenswerte vernichtet als je eine der großen Krisen in Entwicklungsländern. Noch ein paar Fakten mit Schaubildern zu Amerika. Die Konsumenten sind bis zur Halskrause verschuldet (Abb. 05080).


Die Hauspreise haben ihren steilen Abstieg begonnen (Abb. 05081).


Die Hypothekenbedingungen werden erheblich verschärft (Abb. 05082).


Während sich die Arbeitseinkommen noch gut entwickeln, ist der monatliche Zuwachs an Arbeitsplätzen von 189.000 in 2006 auf nur noch 118.000 in den letzten drei Monaten zurückgefallen; die Beschäftigungsumfrage auf Basis Haushalte zeigt kaum noch einen Beschäftigungszuwachs in 2007 an (Abb. 05083).


Noch halten die amerikanischen Konsumenten die Wirtschaft am Leben (Abb. 05084). Wie lange noch? In seiner neuesten Ausgabe äußert der „Economist" starke Zweifel.


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global news 927 17-11-07: Stagnation der realen Lohn- und Gehaltssumme pro Beschäftigten Januar bis September 2007 in der gewerblichen Wirtschaft
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Das Statistische Bundesamt meldet heute in seiner monatlichen Statistik zur Entwicklung in der gewerblichen Wirtschaft einen Erfolg in der Überschrift der Meldung: „1,9% mehr Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe im September 2007". Schaut man sich jedoch die Daten genauer an, so findet man, daß die Lohn- und Gehaltssumme pro Beschäftigten in den ersten 9 Monaten 2007 zwar nominal um 2,2 % gestiegen ist, aber nach Abzug der Verbraucherpreisinflation von 1,9 % nur 0,35 % übrig bleiben. Die nominale Entwicklung der Industrieproduktion pro Beschäftigten liegt bei 4,8 %, so daß die Gehaltsspielräume auch nicht entfernt ausgenützt werden (Abb. 04009).


Im Oktober lag die Inflationsrate allerding bereits bei 2,45 % im Vergleich zum Vorjahresmonat, so daß sich die real negative Entwicklung der Einkünfte fortsetzen dürfte. In der ungünstigen Entwicklung der Lohn- und Gehaltssumme drückt sich auch der Umstand aus, daß der Aufbau an Beschäftigung überwiegend nur über schlechtbezahlte Arbeitsplätze stattfindet.

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global news 926 17-11-07: Die Globalisierung treibt durch die Transportwege die CO2-Emissionen hoch
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Am deutschen Beispiel hat jetzt das Statistische Bundesamt ausgerechnet, wie der Transport von Außenhandelsgütern nach und von Deutschland die CO2-Emissionen hochtreibt. 2005 sind beim Transport von Import- und Exportgütern außerhalb der deutschen Grenzen rund 61 Millionen Tonnen CO2entstanden. Das sind rund 5 Millionen Tonnen mehr als beim gesamten Gütertransport im Inland mit circa 56 Millionen Tonnen entstehen (Abb. 07203). 1995 lagen die CO2-Emissionen der internationalen Gütertransporte mit rund 42 Millionen Tonnen dagegen noch deutlich unter denen der Inlandstransporte (50 Millionen Tonnen). Sie sind seit 1995 durch die Ausweitung des Handels um 45 % gestiegen.


Der Wert von 61 Mio Tonnen ist erheblich, wenn man ihn mit den gesamten CO2-Emission aus der Produktion von Industriegütern in Deutschland vergleicht, nämlich etwa 700 Mio Tonnen. Hier zeigt sich allein am deutschen Beispiel, wie die Globalisierung mit dem Transport von Massengütern um den Globus herum den Treibhauseffekt verstärkt.

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global news 925 16-11-07: Kreditkrise: 4 von 11 besonders betroffenen Banken sind deutsche
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Das Geschäft mit den strukturierten Investmentvehikeln (SIV), die auf der Basis kurzfristiger Kredite langfristige Anlagen in höher verzisten, aber riskanten Papieren ermöglichten, war der Hochseilakt der Banken. Von dem sind viele nun abgestürzt. Die kurzfristigen Kredite sind eingetrocknet und machen die Refinanzierung der SIVs unmöglich. Die Banken müssen deshalb solche SIVs zu Lasten ihrer eigenen Bilanzen halten und angesichts der Wertverluse immer mehr davon abschreiben. Da keine neuen SIVs mehr vermarktet werden können, ist das Volumen solcher US-Papiere bereits von 1,2 Billionen Dollar zu Beginn der Kreditkrise im Juli auf nur noch 840 Mrd Dollar geschrumpft.

Insgesamt hielten 11 besonders exponierte Banken Mitte Juli 245 Mrd Dollar an SIVs. Darunter befanden sich mit Dresdner, WestLB, HSH Nordbank und IKB allein 4 deutsche, die mit 51,3 Mrd DM mehr als 1/5 des Volumens der 11 Banken vereinigten, oder ein Drittel unter 10 Banken ohne Citygroup. Offensichtlich waren die deutschen Banken besonders profitsüchtig.


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global news 924 15-11-07: Armes Deutschland: Deutsche wollen entgegen dem EU-Trend den Weihnachtsgürtel enger schnallen und vor allem Bargeld schenken
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Nach der Deloitte-Weihnachtsumfrage 07 erwarten die Deutschen keine Zunahme der privaten Kaufkraft, was sich auch dieses Jahr wieder auf die Weihnachtseinkäufe auswirken wird. Die Deutschen planen beispielsweise, nur noch 420 Euro nach 435 Euro im Vorjahr für die Festlichkeiten auszugeben. Hohe Lebenshaltungskosten und der Anstieg der Energiepreise wirken sich massiv auf den diesjährigen "Geschenkekorb" aus. Sie sind damit Alt-EU-Schlußlicht (Abb. 14004). Dabei mausert sich Bargeld zum Lieblingsgeschenk der Deutschen! Befragt wurden über 2.000 Deutsche ab 18 Jahre, insgesamt in 15 Ländern mehr als 15.000 Konsumenten. Die Weihnachtsumfrage von wird seit 1998 jährlich durchgeführt.


Europaweit gaben 54 Prozent der Befragten an, dass sie wegen der zunehmenden Lebensmittelkosten ihre Ausgaben drosseln werden - 34 Prozent nannten hier Energiekosten und 44 Prozent ein sinkendes Haushaltsnettoeinkommen als Grund. In Deutschland liegen die Werte deutlich höher: 71 Prozent müssen ihre Ausgaben aufgrund der Lebensmittelpreise, 52 Prozent wegen der Energiekosten und 52 Prozent wegen sinkender Einkommen reduzieren.

Europaweit rangiert auf den Wunschlisten Bargeld nach Bekleidung und Büchern - in Deutschland jedoch ist Bargeld der Hauptwunsch, gefolgt von Büchern und Gutscheinen.

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extra global news 923 14-11-07: Wirtschaftsleistung 3 Quartal: Wachstum schwächt sich im Vorjahresvergleich weiter leicht ab
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Normalerweise wird die Wirtschaftsleistung eines Quartals im Vorjahresvergleich gemessen. Daneben kann man auch mit dem Vorquartal vergleichen. Heute hat das Statistische Bundesamt nun den Vorquartalsvergleich mit einem Plus von 0,7 % mitgeteilt. Das klingt nicht schlecht, beruht aber auf der besonders schlechten Entwicklung im Vorquartal mit einem Plus gegenüber dem ersten Quartal von nur 0,3 %.

Schaut man sich dagegen den Vorjahresvergleich an, so ergab sich eine weitere Absenkung. Diese Tendenz hält nun bereits seit dem letzten Quartal 2006 an (Abb. 14003). Nichts davon in der Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsminsters unter der Überschrift: "Wachstum hat wieder Fahrt aufgenommen. .. Die heutigen Daten des Statistischen Bundesamtes bestätigen unsere bisherigen Einschätzungen: Der eingeschlagene Reformkurs war und ist richtig. Bereits jetzt wird die Reformdividende sichtbar". Und der SPIEGEL meldet: "Die deutsche Wirtschaft hat im Sommer zu alter Stärke zurückgefunden. Das Bruttoinlandsprodukt legte im dritten Quartal so kräftig zu wie seit Ende 2006 nicht mehr."


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global news 922 14-11-07: Blutbad an Wall Street
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Nach einem heutigen Bericht der BBC können die Verluste der Wall Street Banken eine halbe Billion Dollar erreichen - ein geradezu irrsinniger Betrag, fast das Eineinhalbfache des Aktienwertes der 12 größten deutschen Unternehmen. Davon haben die Banken bis jetzt nur etwa 50 Mrd Dollar oder ein Zehntel abgeschrieben. Die Krise kann das Wirtschaftswachstum noch für mehrere Jahre dämpfen. Man vermutet, daß sich die amerikanische Wachstumsrate wegen der krisenhaften Entwicklung des Immobilienmarktes für die nächsten 6 Monate halbiert.

Um wieder profitabel zu werden und in einigen Fällen zahlungsfähig, werden die Banken Vermögenswerte verkaufen müssen, Jobs reduzieren, die Bonusses herunterfahren und ihr künftiges Kreditgeschäft limitieren müssen. Die Rolle des Finanzsektors in der amerikanischen Wirtschaft ist enorm. Hier werden normalerweise 30 % aller Gewinne der amerikanischen Unternehmen erwirtschaftet. Die Auswirkungen werden deshalb in der Realwirtschaft und auf den Aktienmärkten fühlbar sein.

Insgesamt leiden 2,8 Billionen Dollar an hypothekenbesicherten Bonds Not (Abb. 03684). Sie sind der größte Teil des insgesamt 27 Mrd Dollar schweren Bondmarkets. Seit dem 9. August streiken die Käufer solcher Bonds. Der Wert solcher Bonds ist stark gefallen, im Junkbond-Bereich bis auf ein Zwanzigstel des Werte, aber mit geringen Abschlägen auch bis in die bessere Kategorie AA hinein (Abb. 03683). Bei neuen Krediten haben die Banken die Bremsen anziehen müssen (Abb. 03685). Jetzt wird befürchtet, daß der gesamte Bondmarkt bis zu den Kreditkarten-Darlehen und Autokaufdarlehen eintrocknen könnte und selbst die Unternehmensfinanzierung betroffen sein könnte.




Der Erwartungshorizont der Verbraucher fiel im Novembverf auf den niedrigsten Stand in zwei Jahren. Mit 75 war es der zweitniedrigste Wert seit 1992 und nur wenig besser als der nach Hurrican Katrina in 2005. Die Konsumausgaben der Verbraucher macht zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaftsleistung aus.

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extra global news 921 13-11-07: Der ZEW-Indikator der Konjunkturerwartungen fällt auf tiefsten Stand seit 15 Jahren - Kreditkrise weitet sich aus
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Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im November deutlich um 14,4 Punkte gesunken und betragen nun minus 32,5 Punkte nach minus 18,1 Punkten im Vormonat. Damit liegen sie deutlich unter ihrem historischen Mittelwert von 31,8 Punkten und auf dem tiefsten Wert seit Februar 1993 (Abb. 04762).


In Folge der Kreditkrise, die sich immer mehr ausweitet, haben die Finanzmarktexperten ihre Erwartungen abermals nach unten korrigiert. Insbesondere erwarten sie eine deutliche Konjunkturabschwächung in den Vereinigten Staaten. Auch der schwache US-Dollar sorgt für erschwerte Bedingungen für die deutsche Exportindustrie. Weitere Risikofaktoren stellen der hohe Ölpreis und die Entwicklung der Verbraucherpreise dar. "Die Risikofaktoren nehmen bei der Beurteilung der Analysten einen hohen Stellenwert ein. Die Finanzkrise ist längst noch nicht ausgestanden, und die Abwertung des US-Dollars belastet die Exportwirtschaft. Daher ist zu befürchten, dass sich die Konjunkturdynamik nicht unerheblich verlangsamen wird," kommentiert ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Wie schnell sich doch das Blatt wendet. Haben uns nicht der gleiche Franz und die Bundesregierung und die Wirtschaftsforschungsinstitute und selbst die Bundesbank noch vor wenigen Wochen einreden wollen, Deutschland bleibe eine Insel der Seligen und werde von der internationalen Kreditkrise nicht betroffen? Die deutschen Verbraucher werden in dieser Situation entgegen den Erwartungen der Bundesregierung den Konjunkturkarren in 2008 erst recht nicht aus dem Dreck ziehen.

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global news 920 13-11-07: China Inc. (1) Top Dog unter den 10 größten Unternehmen der Welt (2) Deutsche Maschinenbauer bekommen Angst
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In den letzten Tagen erklomm die frisch privatisierte PetroChina den Platz als top-dog unter den nach Aktienmarktkapitalisierung größten Unternehmen der Welt. Mit einem Wert von mehr als 1 Billion Dollar ist PetroChina größer als ExxonMobil und General Electric zusammen. Unter den zehn größten Unternehmen der Welt befinden sich nun gleich fünf chinesische und nur drei amerikanische. Auch dies zeigt, wie rasant sich die Welt verändert.

Die beste deutsche Exportbranche, der Maschinen- und Anlagenbau, sorgt sich jetzt öffentlich wegen der Konkurrenz aus China. Eine Studie des Verbandes Maschinen- und Anlagenbau unter der Überschrift "China´s strategies to become an innovation juggernaut" prophezeit deutschen Herstellern Schwierigkeiten mit der aufholenden chinesischen Konkurrenz. Das Land entwickle sich von der Billigfabrik zur Wissensfabrik - trotzdem bereitet Produktpiraterie weiter massive Probleme. "Insbesondere die Hersteller von Standardprodukten mit großen Stückzahlen und langen Produktionsanläufen werden zunehmend Schwierigkeiten bekommen", sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Manfred Wittenstein, in Frankfurt bei der Präsentation der neuen Studie der Impuls-Stiftung des VDMA. Firmen mit High-Tech-Produkten und schnellem Entwicklungstempo könnten ihren Innovationsvorsprung von zwei bis drei Jahren dagegen weiter behaupten.

In der Massenproduktion seien chinesische Firmen aber schon sehr gut und würden diese Stärke - gestützt auf niedrige Arbeitskosten und staatliche Hilfen - in den nächsten Jahren ausbauen. Chinesische Firmen setzten auf Imitation, versuchten aber in prestigeträchtigen Feldern wie Kohlekraftwerke und Umwelttechnologie andere Länder zu überholen. "China entwickelt sich von der Billigfabrik zur Wissensfabrik", lautet die Schlussfolgerung der Studie. Die chinesische Regierung fördere mit einem enormen Anstieg der Forschungsausgaben sowie einer Verbesserung der Hochschulausbildung. Bis 2020 soll die F & E-Quote am BIP in China von 1,4 auf 2,5 Prozent gesteigert werden. Die Spin-offs der chinesischen Spitzenuniversitäten seien eine wesentliche Innovationsquelle, so die IMPULS-Studie. "Hier haben wir es mit etwa 4500 ‚Wissensfabriken' zu tun, die zur Hälfte in High-Tech-Sektoren arbeiten und Umsätze im Milliarden-Dollar-Bereich erzielen", sagte Wittenstein. China verfolgt zwei Innovationsstrategien - Vor allem "Aufholen" und einige Quantensprünge. Viele Unternehmen steckten große Summen in Forschung und Entwicklung. "Der Mangel an qualifizierten Entwicklern behindert die chinesischen Unternehmen aber derzeit noch bei eigenständigen Produktentwicklungen und zwingt sie vielfach zum Kopieren", sagte Wittenstein. Zwei Drittel der Maschinenbauer seien von Produktpiraterie betroffen und erlitten dadurch jedes Jahr rund fünf Milliarden Euro Umsatzausfälle. Der Verband fordert von der Politik ein entschiedeneres Vorgehen.

"Wir müssen unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft fit machen für den Wettbewerb mit neuen Konkurrenten", forderte der VDMA Präsident. "Wir müssen die Menschen bei uns noch besser qualifizieren und die Innovationskraft unserer Unternehmen weiter stärken." Wittenstein bemängelte, dass es in Deutschland sowohl in staatlichen Institutionen, in der öffentlichen Meinung als auch oft in den Unternehmen selbst an ausreichender China-Kompetenz mangele. "Wir müssen die Entwicklung in China sehr genau analysieren, damit wir nicht eines Tages von Importen aus China überrollt werden.

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global news 919 12-11-07: Die Weltwirtschaft läuft nicht mehr rund
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Die Welt von sechs großen Ländern der Weltwirtschaft ist zweigeteilt. Einerseits strangulieren drei Länder, nämlich China, Deutschland und Japan, die private Nachfrage der Haushalte, bauen hohe Sparquoten auf und fahren gleichzeitig riesige Überschüsse in ihren Leistungsbilanzen hoch (Abb. 12382, 12933).



Dazu kommen die hohen und stark expandieren Überschüsse der Ölländer. Die Leistungsbilanzüberschüsse der Länder des Mittleren Ostens und Rußlands haben sich in nur vier Jahren zwischen 2002 und 2006 fast versechsfacht (Abb. 07201).


Mit diesen Ungleichgewichten ist die Krisenanfälligkeit der Weltwirtschaft erheblich gewachsen. Siehe hierzu neues Kapitel 9 von "Volkswirtschaftslehre für Nicht-ganz-Dumme".

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global news 918 10-11-07: Schon mehr als 7 Millionen Deutsche im finanziellen Ruin
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Nach dem neuen Jahresbericht der Wirtschaftsauskunftei Creditreform über die Schulden-Lage der deutschen Privathaushalte stehen mehr als sieben Millionen Deutsche vor dem Ruin (Abb. 04999). Das Gesamtvolumen des aufgehäuften Schuldenberges: 208 bis 271 Milliarden Euro. Schon mehr als jeder zehnte Erwachsene kann demnach seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen.


Auslöser für die Überschuldung sind meist Schicksalsschläge: Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Krankheit (Abb. 04998).


Über die letzten drei Jahre ist die Zahl der Überschuldeten um mehr als 12 % angesprungen. Die angeblich bessere Wirtschaftsentwicklung im letzten und in diesem Jahr hat den Anstieg nicht verlangsamt. Erklärung der Creditreform: Viele der neugeschaffenen Arbeitsplätze seien im Niedriglohnbereich angesiedelt. Die Betroffenen verschwänden damit zwar aus der Arbeitslosen-Statistik. Die Überschuldungsgefahr verringere sich jedoch wenig, da der Verdienst oft nicht zu einem normalen Leben reiche. Außerdem werde vielen einkommensschwachen Haushalten zum Verhängnis, dass die Reallohn-Entwicklung in den vergangenen Jahren nicht mit dem Preisanstieg mitgehalten habe.

Ein Alarmzeichen sieht Creditreform darin, dass sich der Abstand zwischen Regionen mit geringer und hoher Überschuldung weiter vergrößert hat. Die Schuldner konzentrierten sich immer stärker in bestimmten Gebieten, so dass man schon fast von "Schuldenghettos" sprechen könne, sagte Rödl. Dies sei auch gesellschaftlich problematisch, denn eine hohe Zahl von Schuldnern gehe - wie die Daten zeigten - einher mit einer niedrigen Wahlbeteiligung und politischer Apathie.

Daß sich bei dieser Situation, die nur die Spitze eines Eisberges ist, auch der deutsche Einzelhandel nicht entwickelt, kann kaum überraschen. Nach der neuesten Eurostat-Statistik für September war Deutschland mit einem Volumensanstieg von nur 3,6 % gegenüber dem Jahr 2000 weiter Schlußlicht im EU-Vergleich. Der Eurozonendurchschnitt lag um 10,9 % über dem Jahreswert für 2000, der der gesamten EU um 19,7 % (Abb. 12922).


Trotzdem erwarten die Sachverständigen für die Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ("Wirtschaftsweise"), die Konjunkturforschungsintitute in ihrem Herbstgutachten und die Bundesregierung, daß der Konsum privater Haushalte im nächsten Jahr als deutsche Konjunkturlokomotive übernimmt. Nach den Wirtschaftsweisen soll der Konsum von einem Minuswert von 0,1 % in diesem Jahr auf ein Plus von 1,7 % in 2008 hochspringen (Abb. 04996).


Dabei ist die Begründung für solchen Optimismus eigentlich nicht nachvollziehbar. So schreibt auch die FT Deutschland: "Das Schlimme ist jedoch, dass die Inlandsnachfrage nach wie vor nicht recht in Schwung gekommen ist, wie neben den Einzelhandelsumsätzen und Bauaufträgen auch die Inlandsindustrieaufträge zeigen, die im September um 0,5 Prozent unter dem Vorjahr lagen. Die Auftragsbücher mögen noch voll sein, aber wie der Oktober-Industrieeinkaufsmanagerindex andeutet, verschlechtert sich die Nachfragesituation zusehends. Hinzu kommt die Verunsicherung der Verbraucher durch steigende Energie- und Nahrungsmittelpreise. Nicht nur die seit Monaten negative Differenz zwischen lang- und kurzfristigen Zinsen kündet von der Gefahr einer Rezession."

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global news 917 09-11-07: Ölpreis - quo vadis?
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Der Ölpreis ist seit Anfang dieses Jahres bereits um mehr als 60 % gestiegen und noch ist kein Ende absehbar. Zwar ist die Energieversorgung vieler Länder heute etwas stärker diversifiziert als bei der letzten großen Ölkrise Ende der 70er Jahre, als der Preis pro Faß um 43 Dollar anzog, doch sind es diesmal schon 36 Dollar in wenigen Monaten und ist die Situation nicht wie damals durch ein einfaches Aufdrehen der OPEC-Hähne zu beenden. Dazu sind die Gründe heute zu unterschiedlich und wächst besonders die Nachfrage durch die zunehmenden Importe Chinas unaufhörlich.

Nun werden zweifelhafte Beruhigungspillen ausgegeben, wonach der Dollar-Anstieg des Ölpreises durch den Kursverlust des Dollars gegenüber dem Euro für uns wesentlich gemildert werde. Tatsächlich kommen seit Anfang des Jahres nur 10 % mehr Dollar auf den Euro (Abb. 07200).


Der weltweite Inflationsdruck kommt derzeit geballt von den Energie- und den Nahrungsmittelpreisen. Auch letztere sind - neben anderen Ursachen - unter chinesischen Druck gekommen. China hat bei 22 % der Weltbevölkerung nur 7 % der Landwirtschaftsfläche. Die Wasserversorgung der chinesischen Landwirtschaft ist ebenfalls ein Problem, weil pro Kopf nur knapp ein Viertel des Pro-Kopf-Weltdurchschnitts zur Verfügung steht. Hinzu kommt, daß die städtische Bevölkerung, die jedes Jahr um 15 bis 20 Millionen zunimmt, dreimal mehr Fleisch pro Kopf als die Landbevölkerung verbraucht. Bereits 70 % der Getreide- und Soyaproduktion geht in die Verarbeitung zu Tierfutter, wobei 5 bis 7 kg für 1 kg Schweinefleisch gebraucht werden.

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extra global news 916 08-11-07: Wie schlimm kann es mit der Kreditkrise eigentlich noch kommen?
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Inzwischen wird befürchtet, was auf englisch "fire sale" genannt wird, ein Zwangsverkauf von Wertpapieren, da die Banken und ihre Fonds die Gläubiger bedienen müssen. Die Rating Agentur Poor's and Moody's hat in den letzten Wochen etwa 5 Mrd Dollar an besicherten Schuldpapieren als im Zahlungsverzug erklärt, was den Eigentümern das Recht gibt, die Versteigerung der schlechteren Teile hinter diesen Papieren zu erzwingen, um dann den besseren Teil zu Geld zu machen.

Die Verluste allein aus minderwertigen Hypotheken werden von Modty's auf 225 Mrd Dollar und von Royal Bank of Scottland Greenwich sogar auf 238 Mrd Dollar geschätzt. Dem steht ein Kernkapital der Banken in USA und der EU von etwa 2.000 Dollar gegenüber. Ein solcher Verlust, von dem die Großbanken erst etwa ein Zehntel abgeschrieben haben, wäre also keine Kleinigkeit.

Das erklärt die Nervosität der Banken und den Absturz ihrer Aktien. Die Eurolibor-Zins für Kredite zwischen Banken ist immer noch sehr hoch (Abb. 03676). Die Versicherungsaufschläge für riskante Kredite in Europa ist seit Mitte September wieder erheblich angestiegen (Abb. 03636).



Auch der Preisindex für mittelwertige Kredite in USA der Klasse BBB ist seit dem 19. Juli von einer Bewertung bei 50 auf jetzt nur noch 19 gefallen (Abb. 03681) und hat sich noch nicht wieder erholt. Der amerikanische Aktienindex Dow fiel mit einem Tagesverlust von mehr als 2,6 % und mehr als 6 % seit dem 10. Oktober auf den niedristen Stand seit 7 Wochen (Abb. 13314). Der Dollar verzeichnete heute einen neuen Negativrekord gegenüber dem Euro, bereits fast 8 % Abwertung seit dem 17. Augst (Abb. 13118).




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global news 915 08-11-07: Was wollen die sogenannten Wirtschaftsweisen an angeblich Erreichtem eigentlich nicht verspielen?
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Der letzte Bericht des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung trägt den pompösen Titel "DAS ERREICHTE NICHT VERSPIELEN". Man muß sich fragen an was die Weisen dabei gedacht haben. Vielleicht an folgendes:

    » 10 % der deutschen Bevölkerung verfügten 2002 nach den neuesten Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung bereits über fast 60 % des deutschen Vermögens. Vier Jahre zuvor waren es noch 44 % des Vermögens gewesen (Abb. 04994). Die oberen 20 % kommen sogar auf rund 80 % (Abb. 04997).



    » Während der Verbrauch privater Haushalte seit 2000 real leicht zurückgegangen ist, stieg der Export steil an und machte sich Deutschland immer mehr von unsicheren Auslandsmärkten abhängig (Abb. 04995). Das kann sich nun in der auf wichtigen Märkten schwierigeren Konjunktur sehr schnell und bitter rächen. Vor allem würden im Schatten der Auslandskonjunktur aufgebaute Arbeitsplätze wieder wegfallen. Das angebliche Wunder am deutschen Arbeitsmarkt, das ohnehin meist aus prekären Arbeitsverhältnissen (z.B. Zeitverträge) besteht, wäre schnell vorbei.


    » Nach der heutigen Meldung des Statistischen Bundesamts gehen jetzt schon monatlich fast 9.000 Verbraucher in Konkurs, jedes Jahr die Bevölkerung einer Großstadt. 2003 waren es erst ein Drittel davon (Abb. 04028).


Oder nehmen wir einige Vergleiche zu unseren Partnern in der Alt-EU. Hier sind die deutschen Platzziffern von 2000 und 2006 unter den jeweils vom Statistischen Amt der EU registrierten Daten:

    » Beim Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt vom 9. auf den 11. Platz unter 15 Ländern.
    » Beim nominalen Pro-Kopf-Arbeitseinkommen pro Arbeitnehmer vom 2. auf den 7. Platz unter 15 Ländern.
    » Beim Pro-Kopf-Verbrauch privater Haushalte vom 5. auf den 8. Platz unter 14 Ländern.
    » Beim Anteil der Langzeitarbeitslosen an der aktiven Bevölkerung vom 12. auf den 11. Platz unter 13 Ländern (jeweils 2. Quartal 00 bzw. 07). Oder hier noch einmal in tabellarischer Form (Abb. 12921):


Mir ist schleierhaft, warum die Weisen bei einer solchen Situation zu diesem pauschalen Titel ihres Berichts kommen konnten. Allerdings hat ein Mitglied des Rates, nämlich Prof. Bofinger, an einigen Stellen, z.B. bei den Arbeitmarktreformen, eine abweichende Meinung vertreten. Das sei hier angemerkt, zumal die Medien nicht darüber berichten werden.

In seiner Presseerklärung zum Gutachten meint Bundeswirtschaftsminister Glos: "Wir müssen sie [die Reformen] vielmehr weiterentwickeln, um auch zukünftig die Reformdividende in Form von mehr Wachstum und Beschäftigung zu erhalten." Von den Dividenden haben die Arbeitnehmer bekanntlich sehr wenig.

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global news 914 07-11-07: Wo ist das deutsche Umweltbewußtsein geblieben?
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Nach einer Umfrage von Globe Scan im Auftrag der BBC unter mehr als 22.000 Bürgern in 21 Ländern glauben in Deutschland nur wenig mehr als ein Drittel an die zwingende Notwendigkeit, den Lebenstil zu ändern (Abb. 07199). In allen anderen europäischen Ländern, wo Umfragen stattfanden, sind die Werte höher, z.B. 68 % in Spanien oder 53 % in Großbritannien. Selbst in USA liegt der Welt mit 48 % höher.


Umgekehrt glauben in Deutschland 12 %, daß eine solche Veränderung sicher oder wahrscheinlich nicht notwendig ist (Abb. 07202). Auch in dieser Hinsicht zeigt Deutschland ein schlechteres Umweltbewußtsein als die meisten anderen Europäischen Länder.


Muß man vermuten, daß die deutsche Bereitschaft, zur Vermeidung der Klimakatastrophe den energieintensiven Lebensstil zu ändern, unter dem Eindruck drängender Probleme am Arbeitsmarkt, in den Arbeitseinkommen und mit anhaltenden Preissteigerungen nachgelassen hat? Deutschland war der Einstellung nach mal das grünste aller alten Industrieländern und hatte die größte Umweltpartei.

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global news 913 07-11-07: Auftragseingänge der deutschen Industrie weiter im Rückzug
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Nach heutiger Mitteilung des Statistischen Bundesamts laufen die Auftragseingänge in der Industrie weiter zurück. Diese negative Entwicklung hat schon im Mai eingesetzt und wurde zeitweilig von einigen Großaufträgen aus dem Ausland überschattet. Die Aufträge sind im September preis- und saisonbereinigt um 2,5% zurückgegangen. Im Zweimonatsvergleich (August/September gegenüber Juni/Juli) verringerte sich das industrielle Ordervolumen deutlich um 2,6 % und im gesamten dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 1,7 %. Bei den Mehrmonatsvergleichen machte sich vor allem der Rückgang der Auslandsnachfrage bemerkbar (Zweimonatsvergleich: -3,6 %).

Abb. 4569 zeigt die Entwicklung. Man kann daraus entnehmen, daß Deutschland vom Abschwung der Weltwirtschaft nicht unberührt bleibt, zumal die Inlandsnachfrage bereits seit März stagniert. Unter dem Eindruck der weiterhin enttäuschenden Entwicklung der Nachfrage privater Haushalte, ist die deutsche Konsumgüterindustrie besonders betroffen.


Da hört sich die Überschrift der Presseerklärung des Bundeswirtschaftsministers "Der Aufschwung geht weiter" nur noch wie Pfeifen im dunkler werdenden Wald an.

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global news 912 06-11-07: Ein Banken-Tsunami?
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Nun stürzt auch der Welt größte Bank, Citygroup, mit geschätzten weiteren 8 bis 11 Mrd Dollar Abschreibungen und dem Verlust ihres Chefs ab. Die Bankaktien befinden sich weltweit im Fall, z.B. Deutsche Bank schon um mehr als 22 % seit Mitte Juli (Abb. 04919). Acht internationale Großbanken haben zusammen bis zum 3. Quartal schon rund 22 Mrd Dollar von minderwertigen Papieren, vor allem hypthekengedeckte, abgeschrieben (Abb. 03679).



Doch bei insgesamt etwa 1 Billion Dollar an minderwertigen Hypotheken ist das noch wenig. Die Papiere der BBB-Gruppe valutieren laut Markit-Statistik derzeit bei etwa 20 % ihres formalen Wertes (Abb. 03681). Das würde einen Wertverlust seit der Juli-Notierung von 44 % um 240 Mrd Dollar bedeuten, falls sich der Kurs nicht erholt. Derzeit rollt bereits die Welle der Zwangsverteigerungen, die auf nächstes Jahr bei fast 1 Million geschätzt wird, durch die USA (Abb. 05079). Sollte sich der Kurs nicht erholen, so wäre es ein Banken-Tsunami. Citygroup schätzt die Verlust aus minderwertigen Hypotheken allein seit dem 3. Quartal nun bereits auf weitere 8 bis 11 Mrd Dollar, nachdem schon 2,7 Mrd Dollar abgeschrieben wurden. Diese Entwicklung zeigt auch, wie wenig ehrlich viele Banken bei den Wertberichtigungen vorgegangen sind, obwohl sie immer wieder ihre Ehrlichkeit beschworen haben.



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global news 911 05-10-07: Aus der Trickkiste der amerikanischen Regierungsstatistiken
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Kurt Riechenbächer berichtet eine schöne Geschichte aus USA. Vor seiner Wiederwahl wollte Bill Clinton niedrigere Arbeitslosenzahlen. Zu diesem Zweck fügten sie eine zusätzliche Frage bei der Erfassung der Arbeitslosen ein. Es ist kaum bekannt, dass in den USA die Arbeitslosenzahlen dadurch erfasst werden, dass jeden Monat 50.000 Menschen gefragt werden: "Haben Sie ihren Job verloren?", "Sind Sie arbeitslos?" und so weiter. In diesen Fragebogen wurde die Frage eingefügt: "Haben Sie aktiv nach einer neuen Arbeit gesucht?" Auf Deutsch: "Haben Sie eine Bewerbung für einen Arbeitsplatz losgeschickt, bzw. hat Ihnen eine Firma einen neuen Job angeboten?" Man glaubt es kaum, aber wer auf diese Frage mit "Ja" antwortet, wird nicht mehr als Arbeitsloser gezählt. Andererseits, wer es aufgeben hat, nach Arbeit zu suchen, auch der wird nicht mehr als Arbeitsloser gezählt. Man schätzt diese "frustrierten Arbeitslosen" auf mehr als 5 Millionen. Wenn man sie in die Arbeitslosenzahlen einrechnet, dann liegt die Arbeitslosenrate in den USA bei rund 8% bis 9% und nicht bei den behaupteten 5%.

Ähnliche Tricks wurden auf die Berechnung der Inflationsrate verwandt. Anfangs der 90er Jahre merkte die amerikanische Regierung, daß sie ein Problem mit steigenden Kosten der Sozialversicherung, Gesundheitsversicherung und der Beamtenpensionen bekam. Diese wurden jährlich der Inflation angepaßt. Bei steigender Inflation erhöhten sich diese Kosten stärker und vergrößerten das Haushaltsdefizit. Also mußten sie wieder zurückgeführt werden. So wurde nun unter Clinton die Berechnung der Inflationsrate in mehrfacher Hinsicht revidiert und damit erheblich niedriger ausgewiesen (Abb. 05078). So wurde das Prinzip der Substitution eingeführt. Wenn der Rindfleischpreis stieg, wurde unterstellt, daß die Menschen statt dessen Hühnerfleisch kaufen und wenn dessen Preis stieg, Fisch. Notfalls, wenn alle Fleisch- oder Fischpreise stiegen, würden sie alle Vegarier werden. Außerdem wurde statt des gleichmäßigen Gewichts im Warenkorb ein geometrisches eingeführt. Produkte mit Preissteigerungen erhielten dadurch automatisch ein geringeres Gewicht. Statt der Preise für neue Autos, die jedes Jahr stiegen, wurden fallende Preise für Gebrauchtwagen eingesetzt. Bei explodierenden Immobilienpreise, wurde größeres Gewicht auf weniger steigende Mietspreise gelegt, obwohl 69 % der Haushalte Eigentümer sind. Dabei werden nicht einmal die tatsächlichen Mieten genommen, sondern die niedrigen hypothetischen, wenn alle Eigner ihre Wohnquartiere vermieten würden.


Ebenso getürkt ist die US-Einkommensstatistik, wie Kurt Riechenbächer berichtet. Die US-Ökonomen sprechen von "Imputed Incomes" ("zugerechnete Einkommen"). Die Statistiker behaupten, dass Konsumenten und Unternehmen eine Reihe von Dingen erhalten, für die sie nichts zahlen. Das rechnen sie als "Einkommen". Zum Beispiel die Hausbesitzer. Die US-Statistiker sagen: "Wer ein Haus hat, der zahlt keine Miete, also rechnen wir ihm ein Mieteinkommen zu. Rund 600 bis 700 Mrd. Dollar bestehen jährlich aus solchen "zugerechneten Einkommen".# Übrigens verfahren die Briten bei der Berechnung des Bruttoinlandsprodukts ähnlich. Um es anzuheben, unterstellen sie Mieteinkommen auf alle Eigentumsimmobilien. Das Argument ist, Großbritannien sei sonst z.B. gegenüber Deutschland im Nachteil, weil in Deutschland die Miete häufiger als das Eigentum sei, während es in Großbritannien nur einen kleinen Anteil an Mieten gibt.

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global news 910 03-11-07: Die Kreditkrise frißt sich, wie zu erwarten, fest
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Auf dieser Webseite habe ich nie gewagt, Entwarnung zu geben. Die neuen Daten aus USA und Deutschland bestätigen die Vorsicht. In USA verdoppelte sich die Zahl der Immobilien-Zwangsversteigerungen im 3. Quartal verglichen mit dem Vorjahr auf mehr als 0,6 Millionen. Das sind schon eine auf jeweils 196 Haushalte. Der Verbrauch privater Haushalte ist nun mit einer sehr schwachen Steigerungsrate von 0,1 % real im September gegenüber noch 0,6 % im August auch in Schwierigkeiten geraten. Der Index der US Industrie fiel von 52.0 auf nur noch 50,9 im Oktober. Besonders besorgniserregend ist der steile Sturz für hypothekenbesicherte Kreditpapiere der Qualität BBB von noch 45 im Juli auf unter 20 gestern (Abb. 03681). Auch beste Papiere der Qualität AAA stürzten von 100 auf etwa 80.


Ebenso ist der Itraxx Europa Crossover Index für die Versicherung kommerzieller Papiere wieder erheblich angesprungen (Abb. 03636). Der Euribor-Zins zwischen Banken in Europa ist immer noch hoch (Abb. 03676).



Der viel beachtete NTC/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) für die deutsche Industrie sank im Oktober auf 51,7 Punkte nach 54,9 Zählern im September und damit deutlich stärker als von Reuters befragten Analysten erwartet. Mit einem Wert von über 50 zeigt der Index damit zwar noch Wachstum an. "Die Geschäfte liefen insgesamt jedoch nicht annähernd so gut wie zuletzt", teilte das Institut mit. Es war bereits der vierte Rückgang in Folge. Hauptgrund für die deutlich geringere Belebung war den Angaben nach die schwache Entwicklung beim Neugeschäft: Erstmals seit gut zwei Jahren erlitten die Firmen hier Einbußen. Der Index sank auf 49,1 Punkte und damit unter die Schwelle von 50 Punkten. Wie aus der Umfrage unter rund 500 Unternehmen hervorging, waren vor allem Hersteller von Konsum- und Investitionsgütern betroffen.

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global news 909 02-11-07: Öl immer höher, Dollar immer tiefer
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Dies sind keine normalen Zeiten. Wie weit noch bis zu einer Krise der Weltwirtschaft? Der Ölpreis ist nun stärker gestiegen als in der großen Ölkrise von 1978 bis 1981 (Abb. 07198) und die Ölabhängigkeit ist heute noch weit größer als damals. Damals machte die OPEC die Ölhähne zu und dann wieder auf. Heute ist es ein völlig anderes Spiel, seit China auf der Nachfragerseite gewaltig mitspielt und die USA in wenigen Jahren in der Zahl der Kraftfahrzeuge weit hinter sich gelassen haben wird (Abb. 07030).



Der Dollar fällt und fällt, mehr als 18 % nun schon seit Anfang 2006 (Abb. 13118) und Spekulanten preisen schon die nächste Zinssenkung der Fed ein.


Wallstreet hatte heute die schlechteste Entwicklung seit zwei Wochen (Abb. 13314).


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global news 908 01-11-07: Textilarbeiter in der westlichen Welt konkurrieren mit Kindersklaven in Indien
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Weltweit schätzt die Internationale Arbeitsorganisation die Kinderarbeit in der Größenordnung von über 180 Millionen, davon etwa 120 Millionen im asiatisch-pazifischen Raum, die meisten in Indien (Abb. 07196). Schätzungen zufolge sind mehr als 20 Prozent der indischen Wirtschaft abhängig von Kinderarbeit. Das entspricht einer Zahl von 55 Millionen Kindern unter 14 Jahren. Sie schuften nicht selten für große Multis oder den Export schlechthin.


In einer indischen Textilfabrik in Neu Dehli haben teilweise erst 10 Jahre alte Kinder unter unwürdigsten Bedingungen Kleidung für den US-Modekonzern Gap produziert, wie die britische Zeitung "The Observer" berichtet. Die Kinder mußten 16 Stunden am Tag Kleidungsstücke mit der Hand nähen, bekamen keine Bezahlung und wurden bedroht und geschlagen. Die Kinder hatten erzählt, dass sie von ihren Familien in den indischen Unionsstaaten Bihar und Westbengalen verkauft und in einem 30-stündigen Transport ohne Nahrung nach Neu Delhi gebracht worden waren. Die Zeitung zitierte einen Jungen mit den Worten, wenn Kinder weinten, würden sie geschlagen oder man stopfe ihnen ölgetränkte Tücher in den Mund. Den Betrieb beschrieb die Zeitung als dreckig und verwahrlost.

Der Konzern hat versprochen, den Fall aufzuklären. Man sei sich nicht bewusst gewesen, dass die Produkte, die für das Weihnachtsgeschäft gedacht waren, von einem Subunternehmen unter diesen Bedingungen angefertigt worden waren. Der Konzern versicherte, die zehntausenden Mädchenblusen vom Markt zu nehmen, die für knapp 30 Euro in den USA und Europa verkauft werden sollten. Gap ist eine der größten Bekleidungsketten und betreibt weltweit rund 3000 Filialen. Gap versicherte, dass alle Zulieferer und ihre Subunternehmer dazu verpflichtet würden zu garantieren, dass sie ohne Kinderarbeit produzieren. Es sei offensichtlich, dass einer der Anbieter diese Vereinbarung verletzt habe. Der Konzern versprach eine vollständige Untersuchung des Falles. Bereits im Jahr 2004 hatte Gap zugegeben, Fälle von Kinderarbeit und unwürdigen Arbeitsbedingungen bei manchen seiner Zulieferer vorgefunden zu haben. Als Konsequenz habe Gap Verträge mit 136 Zulieferern gekündigt.

Wenn Konzerne durch Verlagerung in Billigststandorte so horrende Verdienste einfahren, warum können sie dann nicht wenigsten regelmäßig alle Subunternehmen mitkonkrollieren, statt sich auf Zusicherungen zu verlassen?

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global news 907 31-10-07: Arbeitslos im Oktober
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Der Oktober verzeichnet in der Statistik der Bundesagentur gegenüber Vormonat einen Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit um 40.000 (im September waren es noch 50.000 gewesen, Abb. 04772).


Doch angesichts des im Vorjahresvergleich starken Aufbaues an prekären Beschäftigungsverhältnissen, besonders der unsicheren Leiharbeitsverhälnisse, und der fortgesetzten "administrativen Bereinigung" der Statistik sowie der von der Arbeitsmarktpolitik unabhängigen Entlastung durch die demographische Entwicklung bleibt die Arbeitsmarktsituation trotz aller Erfolgsmeldungen enttäuschend. In den Worten der Bundesagentur: "Vor allem bei unternehmensnahen Dienstleistungen gab es einen kräftigen Anstieg (+7 Prozent bzw. +244.000), der wiederum zum größten Teil von Arbeitnehmerüberlassung getragen wird." Arbeitnehmerüberlassung ist die vornehme amtsdeutsche Umschreibung für Leiharbeit. Im Klartext: 37,5 % des Rückgangs an Arbeitslosigkeit und 36 % der Gesamtzunahme an Erwerbstätigkeit über ein ganzes Jahr entfällt bereits auf unsichere und in der Regel schlecht bezahlte Zeitverträge.

Die Zahl der Arbeitslosengeldempfänger lag im Oktober 2007 bei 6,1 Millionen. Doch davon wurden mit 3,4 Millionen nur etwa die Hälfte als Arbeitslose ausgewiesen. Die Differenz geht auf verschiedenen Sonderkonten, wo die Menschen nicht mehr als Arbeitslose gelten, besonders die geringfügig Entlohnten, bei den "1-Euro-Glücklichen" angefangen. Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten, die nicht als arbeitslos gemeldet werden, liegt weiterhin sehr hoch. Sie hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im August 4,86 Mio betragen, 81.000 mehr als vor einem Jahr. Abb. 04922 zeigt, in welchem großem Umfang der Rückgang der Arbeitslosigkeit durch prekäre Arbeitsverhältnisse und die demographische Entwicklung bestimmt ist. Leider verrät uns die Bundesagentur nicht, obwohl ihr die Zahl bekannt sein sollte, wie viel des Rückgangs an Arbeitslosigkeit auf der von ihr angedeuteten systematische Überprüfung des Arbeitslosenstatus beruht.


Im europäischen Vergleich verharrt Deutschland bei den besonders belasteten Langzeitarbeitslosen am Ende des Vergleichsfeldes (Abb. 04022).


Eine ausführliche Darstellung der Arbeitsmarktergebnisse vom Oktober enthällt der neue Schwerpunkt: Arbeitslos im Oktober.

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global news 906 29-10-07: Hohe Unternehmens- und Vermögenseinkommen belasten die Binnenkonjunktur
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Stolz meldet das Statistische Bundesamt heute: "Bundesbürger legen wieder mehr Geld auf die hohe Kante. Damit ist das Niveau von Mitte der Neunzigerjahre wieder erreicht. Je nach Sparneigung und Einkommen gibt es im Einzelfall deutliche Unterschiede zwischen den Haushalten." Dabei verrät uns das Amt allerdings nicht, wie groß die Unterschiede sind. Dazu muß man in seiner Datenbank suchen und findet dann eine Erhebung von 2003. Sie zeigt sehr deutlich, wie viel höher die Sparquoten der Besserverdiener sind (Abb. 04026) und seitdem hat sich der Unterschied noch erheblich verstärkt. Mehr Unternehmens- und Vermögenseinkommen führen dann zu mehr Ersparnis, die dem Verbrauch und der deutschen Binnenkonjunktur entzogen und statt dessen spekulativ auf den internationalen Finanzmärkten und in Auslandsinvestitionen angelegt wird.


Das läßt sich auch sehr schön durch einen Vergleich der Entwicklung der gesamten Sparquote einerseits und der Unternehmens- und Vermögenseinkommen andererseits nachweisen. Seit 1995 laufen diese Entwicklungen absolut parallel. Je besser sich die Unternehmens- und Vermögenseinkommen entwickeln, umso höher steigt die Sparquote und umgekehrt (Abb. 04978).


Ebenso geht seit etwa 2000 der Zuwachs des Verbrauchs privater Haushalte zurück, während die Unternehmens- und Vermögenseinkommen immer stärker steigen (Abb. 04979).


Ohne flächendeckenden Mindestlohn, Entfrosten von Renten, Sozialleistungen und Bezügen im öffentlichen Dienst, weniger Förderung für niedrigbezahlte Leiharbeit und aggressiveres Verhandeln der Gewerkschaften wird Deutschland nicht aus der Dauerkrise seiner Verbraucherkonjunktur - seit vielen Jahren nun am absoluten Ende des internationalen Vergleichsfeldes (Abb. 12912) - entkommen. Und ohne Verbraucherkonjunktur kein Ende der Massenarbeitslosigkeit, wobei Deutschland im internationalen Vergleich die meisten Langzeitarbeitslosen hat, und bei Exporteinbruch noch mehr Massenarbeitslosigkeit. Dazu noch nötig ein EU-Mindestschutz gegen Lohn-, Umwelt-, Steuer- und Währungsdumping. (Auszüge aus meinem seit Jahren geplanten Buch "Volkswirtschaft für Dumme").


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global news 905 29-10-07: Biotreibstoffe - Verbrechen gegen die Menschlichkeit
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Jean Ziegler, der Sonderemissär der UN gegen den Hunger, warnt, die Biotreibstoffe brächten mehr Hunger und seien ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Expansion der Biotreibstoffe schiebt die Preise für einige Nahrungsprodukte in Rekordhöhen. Er klagte über eine schlecht konzipierte Politik, Nahrungsmittel wie Mais und Zucker in Treibstoff zu verwandeln und dann in Motoren zu verbrennen. Das sei ein Rezept für eine Katastrophe. Er forderte einen 5-Jahres-Bann. In dieser Zeit würden technologische Fortschritte erlauben, landwirtschaftliche Abfallprodukte, wie Maiskolben und Bananenschalen, zu verwenden.

Auch der Internationale Währungsfonds warnte in der vergangenen Woche, daß die wachsende Verlagerung auf Nahrungsmittel als Quelle für Treibstoff ernste Konsequenzen für die Armen der Welt haben würde. Höhere Nachfrage nach Biotreibstoffen in den USA und der EU hätten die Preise für Mais und Soyabohnen hochgetrieben und auch zur Preissteigerung bei Substitutionsprodukten geführt und zugleich die Kosten für Tierfutter hochgetrieben. Der direkte Impakt von Nahrungsmittelpreisen auf die Inflation in der Welt ist von etwa einem Viertel in 2000 bis 2006 auf ein Drittel in den ersten vier Monaten 2007 angesprungen, wozu die Umstellung auf Biotreibstoff beitrage und wobei sich dies vor allem bei den armen Ländern auswirke (Abb. 07194, 07195).



Der IWF befürchtet, daß die Verwendung von Nahrungsmitteln für Biotreibstoffe die ohnehin schon knappen Reserven an bepflanzbarem Land und von Wasser überall in der Welt verknappt und damit die Preise noch höher treibt. Auch seien bessere Politiken nötig. Brasilianisches Ethanol von Rohrzucker sei weniger kostspielig als die Produktion auf der Basis von Mais in den USA und bringe auch größere Umweltvorteile. Jedoch machten es Importregeln und Subventionen in USA und der EU für ausländische Niedrigkost-Produzenten schwierig zu konkurrieren. Bis zur Entwicklung von besseren Technologien setzt sich der IWF daher für den Abbau dieser Beschränkungen ein. Dann könnte auch Biodiesel in Malaysia, Indonesien, Indien und einigen afrikanischen Ländern produziert werden.

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global news 904 27-10-07: Das UN-Umweltprogramm sieht rot
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Die 400 Wissenschaftler, die den neuen Umweltbericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen erarbeitet haben, sehen rot, rot für die Menschheit, rot wie Blut. Die Geschwindigkeit, mit der die Menschheit die Ressourcen der Erde während der letzten 20 Jahre verbraucht habe, habe das "Überleben der Menschheit" infrage gestellt. Politischer Wille und Führungskraft seien erforderlich, um die dringenden Probleme zu lösen - doch die politische Antwort derzeit sei "beklagenswert inadäquat". Der Bericht nennt nicht nur den Klimawandel als Problem von "globaler Priorität", sondern auch den Rückgang der globalen Trinkwasserreserven, die Fläche an fruchtbarem Land, die Schrumpfung der Fischbestände und der Verlust an Artenvielfalt sind nach Ansicht der Autoren gravierende Probleme. Betroffen seien vor allem Kinder: Zehn Millionen sterben schon jetzt jedes Jahr weltweit an den Folgen der Umweltzerstörung.

In weniger als 20 Jahren droht große Wasserknappheit. Wenn die derzeitigen Entwicklungen andauerten, würden dann mehr als 1,8 Milliarden Menschen in Gegenden mit großer Wasserknappheit leben.

Hier 10 besondere Streckenpunkte auf der Fahrt Richtung Untergang der Menscheit (siehe auch Abb. 07192 und 07193):

    » (1) Die Weltbevölkerung ist in letzten 20 Jahren um 34 Prozent auf 6,7 Milliarden Menschen gewachsen,
    » (2) An Krankheiten, die durch kontaminiertes Wasser übertragen werden, sterben jährlich drei Millionen Menschen - die meisten von ihnen Kinder unter fünf Jahren,
    » (3) Bauern holen 39 Prozent mehr Erträge aus dem Land als noch in den achtziger Jahren,
    » (4) Zehn Millionen Kinder unter zehn Jahren sterben weltweit jährlich an den Folgen von Umweltzerstörung,
    » (5) 60 Prozent der größten Flüsse der Erde wurden gestaut oder umgelenkt,
    » (6) Die Süßwasser-Fischbestände sind in den letzten 20 Jahren um die Hälfte geschrumpft,
    » (7) Die Häfte aller Städte überschreitet die von der WHO vorgeschrieben Umweltrichtlinien,
    » (8) 73.000 Quadratkilometer Waldfläche gehen jährlich weltweit verloren,
    » (9) 75.000 Menschen kommen pro Jahr durch Umweltkatastrophen um,
    » (10) 12 Prozent der Vogelarten, knapp 25 Prozent der Säugetiere und mehr als 30 Prozent der Amphibien stehen vor dem Aussterben. Die Überfischung der Meere sei immer noch vier Mal höher, als es bei nachhaltiger Bewirtschaftung der Fall sein müsste.

Wie mir ein umweltengagierter Besucher der Webseite heute schrieb: "Angesichts der noch zaghaft, nach Nobels Preis für Al Gore "glücklicherweise" immer schneller durchsickernden Befürchtungen, vor einem Klimagau zu stehen, was im Grunde der Gau der Menschheit sein wird, bewegen sich diejenigen, die noch immer versuchen, die Diskussion und vor allem die notwendigen Entscheidungsprozesse zu verhindern, auf kriminellem Terrain. Den Haag wird Beschäftigung finden, wenn es denn nicht untergegangen sein wird."



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global news 903 26-10-07: Die Bundesbank und der Niedriglohndruck
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Deutschland ist nach Berechnungen des IWF und der Bundesbank das Land mit dem höchsten Anteil von Importen aus Niedriglohnländern am Bruttoinlandsprodukt, verglichen mit USA, Frankreich und Japan (Abb. 07191).


In ihrer Untersuchung mit dem Titel "Globalisierung und Geldpolitik" im letzten Monatsbericht vom Oktober 07 beschäftigt sich die Bundesbank vor allem mit den geldpolitischen Konsequenzen der Globalisierung. Immerhin räumt sie dann ein, daß die verbesserten Möglichkeiten der Unternehmen, Arbeitsplätze in Niedriglohnländer zu verlagern, sich generell mäßigend auf die Lohnforderungen der heimischen Arbeitskräfte ausgewirkt und den Zusammenhang zwischen heimischer Arbeitsmarktlage und Lohnentwicklung abgeschwächt haben dürfte. Dieses Bank-Chinesisch will sagen, daß sich eine bessere Beschäftigungslage nicht in höhere Arbeitseinkommen umsetzt, weil der Druck aus den Niedriglohnländern mit anderer Arbeitsmarktlage, vor allem hohem Arbeitskräftereservoir, dies verhindert.

Es ist meines Wissens das erste Mal, daß die Bundesbank wenigstens am Rande eine Erklärung für die besonders ungünstige Entwicklung der deutschen Reallöhne im Verhältnis zu denen der meisten anderen Vergleichsländern (Abb. 13233) findet.


Unter dem Druck der neoliberalen Globalisierung werden die Einkommensunterschiede immer größer. Den stärksten Sprung in die Ungleichheit zeigt China, wo das oberste Fünftel mehr als zwölfmal mehr als das unterste verdient (Abb. 13341). Wer China in der internationalen Konkurrenz der Löhne nur für ein zweites Japan hält, sollte zur Kenntnis nehmen, daß in Japan das Verhältnis stationär bei wenig über zweimal liegt.


Besonders beschleunigt hat sich die Ungleichheit seit der Jahrhundertwende. Das zeigt sich sehr deutlich in der EU, wo Deutschland unter den Vergleichsländern den stärksten Sprung in die Ungleichheit aufweist (Abb: 13342). Dagegen hat in Frankreich und den Niederlande die Ungleichheit entgegen dem Trend abgenommen. Zu dem Unterschied zwischen Deutschland und Frankreich dürfte der oben dargestellte in Deutschland wesentlich größere Importdruck aus Niedriglohnländern beitragen.


Unter allen Vergleichsländern in Europa ist die Schere zwischen dem oberen Fünftel der Einkommensbezieher und dem untersten nirgendwo (außer Portugal) in den letzten Jahren so aufgegangen wie in Deutschland, und seitdem hat sich diese Entwicklung in Deutschland noch verstärkt.


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global news 902 26-10-07: Wetten auf die privaten Konsumenten?
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Die Herbstprognose der Bundesregierung setzt für nächstes Jahr voll auf ein plötzliches Aufflackern des Konsums der privaten Haushalte und erwartet trotzdem nur ein gesamtwirtschaftliches Wachstum von schwachen 2 % (real). Die Eckdaten sind in Abb. 04975 festgehalten.


Danach sollen sich die Zuwachsraten sowohl des Exports wie der Bruttoanlageinvestitionen erheblichen abschwächen. Andererseits soll jedoch die in den vergangenen Jahren schwache und in 2007 sogar negative Entwicklung der privaten Nachfrage plötzlich im nächsten Jahr auf ein Plus von 1,8 % hochschnellen (Abb. 04977). Nach zusätzlichen 71 Mrd Euro Beitrag aus dem Export soll der Löwenanteil des Zuwachses mit mehr als 24 Mrd von den privaten Haushalten kommen (Abb. 04976).



Dazu die Herbstprognose der Bundesregierung in der Presseerklärung des Bundeswirtschaftsministers: "Im kommenden Jahr dürfte die weltwirtschaftliche Dynamik etwas schwächer ausfallen als bisher, so dass das Wachstum überwiegend von binnenwirtschaftlichen Impulsen bestimmt wird. Angesichts der sehr hohen Kapazitätsauslastung investieren die Unternehmen sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr weiter lebhaft. Die privaten Haushalte übernehmen im kommenden Jahre die Rolle des Wachstumsträgers. Nach der schwachen Konsumentwicklung in den vergangenen Jahren werden sich die privaten Konsumausgaben dann spürbar erholen. Diese Einschätzung wird auch von den Wirtschaftsforschungsinstituten vertreten."

Aus welchem Kaffeesatz der Bundeswirtschaftsminister seine Wette auf die privaten Haushalte nimmt, ist unerfindlich. Bisher halten sie sich jedenfalls in diesem Jahr stark zurück. Exemplarisch sind ie KfZ-Zulassungen: Die lagen im 3. Quartal um 11 % unter denen des 2. Quartals und in den ersten drei Quartalen um 8 % unter den ersten drei Quartalen 2006 (Abb. 04789). Auch der Einzelhandelsumsatz fällt im Trend kontinuierlich (Abb. 04943).



Heute meldet das Statistische Bundesamt stolz: "Höchster Anstieg der tariflichen Monatsgehälter seit April 2004". Doch schaut man genauer hin, so ist der Anstieg von 2,5 % im 3. Quartal 2005 fast vollständig durch die letzte Inflationsrate von 2,4 % aufgefressen worden. Zusätzlich ist noch dreierlei zu berücksichtigen: Erstens beträgt die Tarifbindung in Westdeutschland nur noch 70 %, in Ostdeutschland nur noch 55 %, zweitens betreffen diese Tariferhöhungen nur den gewerblichen Bereich nicht aber die in der Regel viel schlechter bezahlten Dienstleistungsbereiche sowie die von den normalen Tarifverträgen ausgenommene Zeitarbeiter der Verleihfirmen und drittens sind Renten, Sozialleistungen und Bezüge im öffentlichen Dienst weiter total eingefroren. Die stolze Meldung ist also total irreführend.

So meldet denn auch die Gesellschaft für Konsumforschung heute, die Einkommenserwartung der Konsumenten sei im Oktober noch einmal zurückgegangen. Die zuletzt stark gestiegenen Inflationserwartungen seien ein wesentlicher Grund dafür, dass die Einkommensentwicklung derzeit wieder nüchterner gesehen wird. Damit würden die positiven Effekte auf die Einkommensaussichten durch die Tarifabschlüsse sowie die Entspannung am Arbeitsmarkt, die noch zu Beginn des Jahres Wirkung zeigten, durch das Thema Inflation überlagert. Der Indikator der Konjunkturerwartungen ist zum fünften Mal in Monatsfolge gefallen (Abb. 04917).


Bei dieser Einkommenslage sollte der Bundeswirtschaftsminister mal erklären, wo die Kaufkraft für seine Prognose herkommen soll.

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global news 901 25-10-07: Immer mehr Technologie aus China
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Ob Bekleidung und Schuhe, Spielzeug oder elektronische Artikel aller Art - immer mehr Produkte mit Ursprung in der Volksrepublik China werden auf dem deutschen Markt verkauft, so die heutige Mitteilung des StaBuA. China ist nach Frankreich und den Niederlanden und noch vor den USA der drittwichtigste Importeur für Deutschland.

Verglichen mit vor zehn Jahren setzten sich auch im Jahr 2006 die deutschen Einfuhren aus China in etwa aus den gleichen Warengruppen zusammen, allerdings haben sich die Schwerpunkte stark in Richtung technologisch hochwertigerer Produkte verschoben (Abb. 08122). Mit gut 21% dominierten im Jahr 2006 elektronische Artikel der Warenposition "Nachrichtentechnik, Radio, TV, elektronische Bauelemente" (in erster Linie Mobiltelefone und Unterhaltungselektronik). Dies entspricht einer wertmäßigen Zunahme um das 3,4-fache gegenüber dem Jahr 2000. Chinesische Produkte machen inzwischen 23% der deutschen Einfuhren in diesem Warensegment aus, 1996 waren es erst gut 4% gewesen. Bei Mobiltelefonen stammen sogar rund 46% der Einfuhren aus China.

An zweiter Stelle der wichtigsten Einfuhrwarengruppen aus China stehen "Büromaschinen und Datenverarbeitungsgeräte und -einrichtungen", in erster Linie Computer und Zubehör, deren Lieferungen gegenüber 1996 den mehr als fünffachen Warenwert erreicht haben.

Traditionelle Einfuhrwaren aus China wie Bekleidung, Schuhe oder Spielwaren führen heute nicht mehr die Rangliste an, aber auch sie wurden im Zeitraum von 2000 bis 2006 verstärkt importiert. Die Einfuhrwerte verdoppelten sich in etwa bei Bekleidung sowie bei Leder und Lederwaren einschließlich Schuhe und verdoppelten sich fast bei der Sammelposition "Möbel, Schmuck, Musikinstrumente, Sportgeräte und Spielwaren". Gleichzeitig erhöhten sich damit die jeweiligen Anteile chinesischer Waren an den Einfuhren in Deutschland auf 26% bei Bekleidung (2000: 12%) und 29% bei Leder und Lederwaren (2000: 15%). Bei Spielwaren liegt der Marktanteil chinesischer Erzeugnisse an den deutschen Einfuhren inzwischen sogar bei fast 60% gegenüber 40% im Jahr 2000.


Die chinesische Wirtschaftsentwicklung schlägt derzeit alle Rekorde. Im 3. Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt um 11,5 % (nach 11,9 % im 2. Quartal) und der Handelsbilanzüberschuß um 69 % auf 186 Mrd $ und damit mehr als das gesamte Jahr 2006. Die Industrieproduktion stieg im September um 18,9 % verglichen mit dem Vorjahr. Nicht weniger als 42 % des Bruttoinlandsprodukts geht in Investitionen. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Investitionsquote im vergangenen Jahr gerademal bei knapp 18 %. China wird in Kürze Deutschland sowohl nach Wirtschaftsleistung wie nach Exportstärke in der internationalen Rangliste ablösen.

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extra global news 900 25-10-07: Kein Ende der Krise: Banken melden weitere Verluste
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Die internationale Kredit- und Bankenkrise hält an. Heute meldete Merrill Lynch & Co. nach Abschreibung von 8,5 Milliarden Dollar den größten Quartalsverlust in seiner 93-jährigen Geschichte. In USA fallen bereits seit dem 9. Oktober wieder die Aktienkurse, bisher um fast 5 % (Abb. 13349). Der Versicherungsaufschlag für kommerzielle Kreditpapiere liegt mit 3,3 % weiterhin sehr hoch (Abb. 03636), ebenso mit über 4,6 % die Euro-Zinsrate für Kredite zwischen Banken (Abb. 03676). Auch ist der Dollar weiter gefallen (Abb. 13118).





Zusammen haben acht Großbanken jetzt 22 Mrd Dollar abgeschrieben. Aber das ist noch lange nicht das Ende (Abb. 03679).


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global news 899 25-10-07: Kinderschicksal in Deutschland: Chancengleichheit Pustekuchen!
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Eigentlich ist es nicht neu. Chancengleichheit in Deutschland: Nur Phrasen aus Politikermund. Dagegen entscheidet der Geldbeutel über die Bildung der Kinder und ihre Chancen im Leben. Schon die zweite Pisa-Studie von 2004 hatte eneut belegt, daß in keinem anderen vergleichbaren Industriestaat der Welt der Schulerfolg so abhängig vom Familieneinkommen und der Vorbildung der Eltern wie in Deutschland ist, nur in Ungarn, Belgien und Portugal sind die Aussichten für Kinder aus sozial schwachen Familien noch schlechter. Das ist im übrigen auch das Ergebnis des Armutberichts der Bundesregierung von 2004, demzufolge Kinder von Gutverdienern eine mehr als siebenfach größere Chance, ein Studium aufzunehmen, haben als Kinder aus einem Elternhaus mit niedrigem sozialem Status, relativ wenig Chancengleichheit also.

Nach der OECD-Berechnung ist an deutschen Schulen für Kinder aus der unteren sozialen Schicht die "Wahrscheinlichkeit" des Versagens in der Basisqualifikation Mathematik um 4,6 mal größer als für Kinder aus der Oberschicht. Nur noch Belgien, die Slowakei und Ungarn haben unter 29 untersuchten Staaten noch schlechtere Werte. Erneut wird damit auf die mit mehreren Studien belegte hohe Abhängigkeit von Bildungserfolg und sozialer Herkunft in Deutschland verwiesen (Abb. 13090). Ebenso ist die Wahrscheinlichkeit, keinen Hochschulabschluß zu erreichen, 3,1 mal größer (Abb. 13317); das ist fast doppelt so hoch wie in Finnland und wird nur noch von Ungarn übertroffen.



Nun bestätigt ein Umfrage des Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag des Kinderhilfswerks World Vision: Auch wenn die meisten der insgesamt 1600 befragten Kinder mit ihrem Leben zufrieden sind, empfinden sie soziale Unterschiede sehr stark. Kinder aus der Unterschicht sehen für sich laut der Studie schlechtere Startchancen und streben niedrigere Schulabschlüsse an als Gleichaltrige aus der Mittel- oder Oberschicht (Abb. 13347).


Schon Achtjährige aus sozial schwachen Elternhäusern fühlen sich einer neuen Studie zufolge für den Rest ihres Lebens benachteiligt. Grundschüler schätzen ihre Zukunftschancen pessimistisch ein. Der Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann nannte es beängstigend, wie groß in Deutschland die Spanne zwischen sehr gut situierten Kindern und ihren Altersgenossen sei, die unter sehr schlechten Bedingungen aufwachsen. Neben der Angst, dass ihre Eltern arbeitslos werden könnten und die Familie dadurch die Sicherheit verliert, fürchten Kinder sich besonders vor Kriegen und Terroranschlägen.

Mit 42% lebt inzwischen nur noch die Minderheit der Kinder im Alter von 8 bis 11 Jahren in einer traditionellen "Ein-Mann-Verdiener"-Familie. Infolgedessen haben Kinder Probleme, bei ihren Eltern "Qualitätszeit" zu finden. Das gilt natürlich vor allem bei berufstätigen Alleinerziehern (Abb. 13350).


Erschreckend auch, wie wenig Kinder der Unterschicht (13 %) bzw. der unteren Mittelschicht (21 %) and musisch-kulturellen Aktivitäten regelmäßig beteiligt ist, vor allem wenn man mit Kindern der Oberschicht (50 %) vergleicht (Abb. 13348). 53 % der Unterschicht-Kinder geben keinerlei Aktivität, nicht einmal den Sportverein, an, während es bei Oberschicht-Kindern nur 11 % sind.


Mehr zum Problem der benachteiligten Kinder siehe Schwerpunkt.

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Wirtschaftsstandort

Hinweis auf mein neues Buch: Falsch globalisiert, 232 Seiten, 250 Abbildungen, € 14,80 - ist im Mai im vsa-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 3-89965-193-6). Das Buch greift 30 der wichtigsten Schwerpunkte in aktualisierter Form auf. Neue Rezension in FR. 16 wichtigste Schaubilder hier stets aktualisiert (auch Korrekturen).

Hier zu meiner kurzen Einführung bei der Vorstellung des Buches am 15. Mai im Beisein von Jürgen Peters, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Otto Brenner Stiftung und Vorsitzender der IG Metall, und Professor Dr. Peter Bofinger, Universität Würzburg, und hier zu einer aktuellen Einschätzung sowie zu meinem halbstündigen WDR-Interview zum Abhören.