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Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006) und "Deutschland global" (2005)


(832) Zuwachs an Erwerbstätigkeit fällt

(831) „Verbraucher haben schlechte Laune"

(830) Die globale Kreditkrise verschärft sich wieder

(829) Der Ifo-Geschäftserwartungsindex fällt, aber Prof. Sinn hält das für Optimismus

(828) Deutschland im Pro-Kopf-Wohlstand nur auf Platz 14 von 17

(827) Deutschlands Wirtschaft am Tropf des Exports

(826) Der Kreditmarkt ist noch längst nicht zur Ruhe gekommen

(825) Nochmals zur Wirtschaftsentwicklung im 2. Quartal: Eine Trend-Analyse

(824) Das 2. Quartal im Detail: Weiter real stagnierende Entwicklung der Arbeitseinkommen

(823) Was ist eine eine „nicht unkritischen Situation" der deutschen Finanzbranche?

(822) Erheblicher Rückgang in der deutschen Bauwirtschaft

(821) China überholt die USA als neue Nummer 2 im Weltexport

(820) Kreditkrise greift auf Großbritannien über

(819) Industriebeschäftigung stieg noch um 0,2 %, doch Konjunkturerwartungen der Finanzexperten im Rückwärtsgang

(818) 2007: Neuer Rekord im Rückzug des arktischen See-Eises

(817) Wie in China so auch in Indien: Der Wirtschaftsboom geht an 80 % der Bevölkerung vorbei

(816) Die Angst der Fed vor dem Freitag

(815) Die Zeichen stehen auf Sturm

(814) Beschäftigung, Entgelte und Produktivität der gewerblichen Wirtschaft im Juni 2007

(813) Kennen Sie SIVs? Die 1,5-Billionen-Dollar-Industrie im Zentrum des Sturms an den Kreditmärkten

(812) Schon diese 4 Diagramme könnten die Bundesregierung auf den Trichter für eine bessere Wirtschafts- und Finanzpolitik bringen

(811) Wirtschaftswachstum im 2. Quartal mit Jahresrate von nur 1,0 % wieder auf den schlechten Werten von 2005

(810) Wie neoliberal verdummte Regierungen gigantische Werte vernichten, für die Arbeitnehmer jahrelang schufften mußten

(809) Nun zahlen wir für Amerika

(808) Mehr Stürme im Treibhaus und eine Smogwolke über dem Indischen Ozean

(807) Kreditmärkte: Beginnt jetzt der Liquiditäts-Crunch?

(806) Insovenzstatistik: Den Unternehmen ging es auch im Mai besser, den Verbrauchern schlechter

(805) Auch der Inlandsumsatz der deutschen Industrie geht zurück

(804) Deutsche Industrieproduktion: Stagnation im 2. Quartal gegenüber Vorquartal




global news 832 03-08-07: Zuwachs an Erwerbstätigkeit fällt
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Seit Januar fällt der monatliche Zuwachs an Erwerbstätigkeit saisonbereinigt und stagnierte im Juli bei 0 % (Abb. 04942). Die Zuwachsrate gegenüber dem Vorjahresmonat ist damit dieselbe wie schon im Juni. Das hält das Statistische Bundesamt nicht davon ab, mit der Überschrift über seiner heutigen Meldung „Erwerbstätigkeit im Juli 2007: Nochmals + 1,7% gegenüber Vorjahr" den falschen Eindruck zu erwecken, als sei es erneut zu einer Steigerung gekommen.


Prompt kommt BILD mit der irreführenden Meldung: „Erwerbstätigkeit erneut gestiegen. Boom am Arbeitsmarkt: Die Erwerbstätigkeit in Deutschland ist im Juli erneut gestiegen."

Das falsche Gerede vom Boom und von der Verbrauchereuphorie (siehe letzter Rundbrief) nimmt offensichtlich kein Ende.

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global news 831 30-08-07: „Verbraucher haben schlechte Laune"
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... titelt der SPIEGEL diesmal zutreffend. In der Tat, der Index der Gesellschaft für Konsumforschung zur Konjunkturerwartung der Verbraucher ist nun schon zum dritten Mal in Reihe gefallen und ziemlich stark (Abb. 04917). Nicht überraschend war der Abriß der Stimmung besondes stark bei ärmeren und älteren Bürgern, die stärker als die Wohlhabenden auf ihr enges Portemonaie achten müssen. Auch entspricht die Entwicklung der aller anderen Stimmungsindikatoren, wie der Finanzexperten (ZEW) und der Unternehmen (Ifo).


Schonend für die Bundesregierung macht die GfK allerdings daraus in der Überschrift „Konsumklima etwas eingetrübt", und in der Unterüberschrift „Euphorie lässt nach", als hätte es jemals Euphorie der Verbraucher gegeben. Alle statistischen Daten haben immer das Gegenteil angezeigt. Und dann kommen noch weitere Beruhigungspillen „Das nach wie vor gute Niveau des Indikators signalisiert allerdings auch, dass die Verbraucher derzeit keine Risiken für eine Rezession der deutschen Wirtschaft sehen. Allenfalls wird von einer etwas verringerten Dynamik des Aufschwungs ausgegangen." GfK geht davon aus, dass sich das Konsumklima angesichts der "überaus positiven Beschäftigungsentwicklung" wieder erholen dürfte.

Haben die bei GfK in ihrem Zweckoptimismus noch alle Tassen im Schrank?

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global news 830 28-08-07: Die globale Kreditkrise verschärft sich wieder
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An Wallstreet fiel der Dow am Dienstag um mehr als 2,1 % (Abb. 13314). Auch der Dax verlor über 0,7 %. Der Versicherungsaufschlag für riskante Kredite in Europa stieg wieder (Abb. 03636). In USA sprang der Zinsaufschlag für solche Kredite wieder stark an (Abb. 03640a)




Vorausgegangen waren neue schlechte Nachrichten aus USA. Dort fiel der Index des Konsumentenvertrauens für August mit dem stärksten Rückgang seit Hurrikan Katrina vor zwei Jahren von 112 auf 105. Hauspreise fielen im 2. Quartal um 3,2 % gegenüber der Vorjahresperiode. Dies und die Krise mit den Hypotheken macht es für Konsumenten schwerer, ihren normalen Verbrauch zu finanzieren, der mit 70 % einen sehr hohen Anteil an der amerikanischen Wirtschaftsleistung hat. Es ist der größte Einbruch am Immobilienmarkt seit 16 Jahren. Zu allem Überfluß steigt nun auch die Rate der notleidenden Kreditkarten-Kredite. Im ersten Halbjahr mußten um fast 30 % mehr abgeschrieben werden als in der Vorjahresperiode.

Nun zeichnet sich außerdem ein Schock bei den sogenannten Junk-Bonds ab. Das sind minderwertige Papiere, die für Unternehmenskredite ausgegeben wurden. Die kommen in der Regel erst 2 bis 4 Jahre nach Ausgabe unter Druck. Fast drei Viertel der B- oder noch darunter eingestuften Bonds sind weniger als fünf Jahre alt, fallen also in den kommenden Monaten in diese gefährliche Periode. Die Durchschnittsqualität amerikanischer Unternehmensbonds ist in den Jahren seit 1981 ständig gefallen und liegt inzwischen im niedrigen BB- Bereich (Abb. 03674).


Der Anteil von B oder niedriger bewerteten Krediten stieg von einem Fünftel in 1997 auf ein Drittel in diesem Jahr (Abb. 03675).


Eine ausführliche und regelmäßig aktualisierte Darstellung der Kreditkrise enthält der besondere Schwerpunkt.

Siehe auch neuen Schwerpunkt Die Kreditkrise - Symptom einer gigantischen Umverteilung.

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extra global news 829 28-08-07: Der Ifo-Geschäftserwartungsindex fällt, aber Prof. Sinn hält das für Optimismus
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Die Geschäftserwartungen der deutchen Wirtschaft, wie sie vom monatlichen Ifo-Index aufgegriffen werden, sind nun zum dritten Mal in Reihe gefallen (Abb. 04589).


Für Ifo-Präsident Sinn zählt das aber wenig: „In den Erwartungen kommt nach wie vor Optimismus zum Ausdruck, er hat sich allerdings erneut abgeschwächt. Hier dürften auch die Turbulenzen auf den Finanzmärkten eine Rolle gespielt haben. Beide Komponenten (Infoportal: Erwartungs- und Lageeinschätzung) liegen deutlich über dem langjährigen Durchschnitt und lassen auf eine weiterhin robuste konjunkturelle Entwicklung schließen."

Für Ifo-München ist also die deutsche Welt weiterhin in Ordnung. Der CSU-Bundeswirtschaftsminster wird es in seiner noch ausstehenden Pressererklärung ähnlich sehen.

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global news 828 27-08-07: Deutschland im Pro-Kopf-Wohlstand nur auf Platz 14 von 17

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Heute bin ich gefragt worden, ob sich Deutschland dem europäischen Durchschnitt in punkto Wohlstand annähert, aber (noch) überdurchschnittlich ist? Ich mußte leider mit dem Gegenteil antworten. Seit es Zahlen zum Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt in Kaufkrafteinheiten des wiedervereinigten Deutschland gibt, d.h. seit 1991, fällt Deutschland im Wachstum immer mehr zurück. Lag es damals auf Platz 5 unter 16 Ländern, so liegt es inzwischen auf Platz 15, nur noch von Italien am Ende übertroffen.

Deutschland hatte seit 1996 in allen Jahren das niedrigste Wachstum, mit der Ausnahme von Italien seit 2003. Der Durchschnitt dieser Länder ohne Deutschland stieg seitdem um 90 %, der deutsche Wert nur um knapp 54 %. Abb. 12804 und 12805 zeigen die Entwicklung.



Im erreichten Stand des Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukts in Kaufkrafteinheiten rangierte Deutschland 2006 unter 17 Ländern nun auf Platz 14 (Abb. 12806), während es im Jahr 1991 noch die Platzziffer 6 hatte (Abb. 12807).



Nimmt man in dieses Bild noch die in Deutschland besonders stark fortschreitende Aufspaltung der Einkommen in Unternehmens- und Vermögenseinkommen einerseits und Arbeitseinkommen andererseits und dann noch der Arbeitseinkommen (und Alterseinkommen) in eine kleine Gruppe von besserverdienenden leitenden Angestellten und ähnlichen Berufsgruppen und die große Masse der Normalarbeitnehmer, so kann man erahnen, was hier angerichtet wird.

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global news 827 27-08-07: Deutschlands Wirtschaft am Tropf des Exports

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Im 2. Quartal 2007 ist zwar die deutsche Wirtschaft insgesamt noch mit einer Jahresrate von 1,04 % gegenüber Vorquartal gewachsen, die Inlandskomponente war aber bereits um 2,21 % rückläufig. Abb. 04940 zeigt, wie die Inlandskomponente etwa auf dem Niveau von Anfang 2001 gipfelt und sich die Aufwärtsentwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts fast nur noch auf den Export abstützt. Davon gehen etwas weniger als ein Fünftel (18,3 %) nach USA und Frankreich, zwei Märkte, deren Wirtschaftswachstum deutlich nachläßt.


Der Verbrauch privater Haushalte, auf den alles wartet, stieg zwar gegenüber dem stark MWSt-geschädigten und daher nicht vergleichbaren ersten Quartal 2007 etwas an, lag aber um 0,4 % unter dem Quartals-Durchschnitt des Jahres 2006. Vom starken Zuwachs der Produktivität über die letzten 7 Jahre ist wenig oder nichts in den Lohntüten der Arbeitnehmer gelandet, die je Arbeitnehmer vom 2. Quartal 06 zum 2. Quartal 07 noch einmal um 1,5 % kleiner wurden (Abb. 04054) und, solange sich dies nicht grundsätzlich ändert, wird Deutschland keine normale Binnenkonjunktur haben.


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global news 826 27-08-07: Der Kreditmarkt ist noch längst nicht zur Ruhe gekommen

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Immer noch kosten Versicherungen für riskante Kredit-Papiere mit Besicherung durch fragwürdig gewordenen Werte in Europa mehr als 80 % an zusätzlichem Zinsaufschlag als vor der Krise (Abb. 03636).


Dabei arbeiten Strukturierte Investment Vehikel (SIV) in der riskanten Form SIV-lite mit einer Hebelwirkung von 40- bis 70-mal Kredit gegenüber Eigenkapital, während bei normalen SIV der Satz bei 12- bis 16-mal liegt. Weiterhin weiß niemand, wo der reale Wert dieser Vehikel liegt, zumal Investmentbanken, wie Barclays, in großem Umfang minderwertige Sicherheiten mit besseren vermengt haben, um neue Papiere zu schaffen und zu verkaufen. Die Rating-Agentur Standard & Poors hat in der vergangenen Woche eine Reihe von SIV-lite heruntergestuft.

Die von Banken außerhalb ihrer Bilanzen im Volumen von 1,2 Billionen Dollar gegründeten eigenen Ableger für den Handel mit solchen gefährlichen Papieren belasten nun zunehmend die Bilanzen der Mutterhäuser. Denn diese müssen bei Fälligkeit der von den Ablegern zur Finanzierung aufgenommenen kurzfristigen Kredite für die leckgeschlagenen Ableger einspringen. Als Folge dieses Einspringens verengt sich die Fähigkeit der Mutterhäuser, ihrerseits Unternehmen Kredite zur Verfügung zu stellen, da diese von der sich nun verengenden Kapitalbasis abhängt. Dies kann vor allem bei nicht so großen Banken zu Problemen führen.

Übrigens haben deutsche Banken ihre riskanten Ableger nicht selten steuergünstig in Irland plaziert, so z.B. SachsenLB, WestLB, DZ Bank und Helaba.

Die EZB hat in der vergangenen Woche angekündigt, dem 3-Monats-Geldmarkt 40 Mrd Euro zur Verfügung zu stellen, auch dies ein Versuch der Beruhigung.

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global news 825 25-08-07: Nochmals zur Wirtschaftsentwicklung im 2. Quartal: Eine Trend-Analyse

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Um den Trend der Wirtschaftsentwicklung über die vergangenen sieben Jahre herauszuarbeiten, sind in Abb. 04939 die Quartalswerte auf gleitender 4-Quartals-Basis dargestellt, was die Ausschläge der Quartalswerte beruhigt und auch bei den Einkommenskurven eine saisonale Bereinigung schafft. Dabei zeigt sich sehr deutlich, daß eine Aufwärts Dynamik nur bei den Unternehmens- und Vermögenseinkommen sowie, damit zusammenhängend, der gestiegenen Sparquote festzustellen ist. Die anderen Werte, nämlich Nettolöhne und -gehälter, Konsum privater Haushalte und Bruttoanlageninvestitionen verharren um den Wert des Jahres 2000 (die Nettolöhne und -gehälter sogar deutlich darunter).


Bei dieser Gelegenheit wurden auch die Abbildung 04054 noch einmal überarbeitet. Ebenso wurden einige andere Abbildungen auf dem Schwerpunkt korrigiert.


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global news 824 23-08-07: Das 2. Quartal im Detail: Weiter real stagnierende Entwicklung der Arbeitseinkommen

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Das Statistische Bundesamt hat heute die Detailergebnisse des 2. Quartals 2007 bekannt gegeben. Die enttäuschend gespaltene Konjunktur mit starker Diskrepanz zwischen Arbeitseinkommen einerseits und Unternehmens- und Vermögenseinkommen anderseits hat sich fortgesetzt. Die Arbeitnehmereinkommen, in deren Durchschnitt auch noch die sich weit besser entwickelnden Einkommen der Besserverdienenden einbezogen sind, stagnieren kaufpreisbereinigt (Abb. 04054). Das gilt erst recht für die nominal eingefrorenen Sozialleistungen, Renten, Beamtengehälter und Versorgungsbezüge.


Der erhebliche Produktivitätsgewinn der Volkswirtschaft (Abb. 04730) verbleibt ziemlich einseitig bei den Kapitaleignern.


Eine ausführliche Analyse der Detailergebnisse enthält der neue Schwerpunkt.

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global news 823 23-08-07: Was ist eine eine „nicht unkritischen Situation" der deutschen Finanzbranche?

Der neue Chef der WestLB Stuhlmann warnte am Montag, die deutsche Finanzbranche sei nicht in einer unkritischen Situation. Niemand weiß, was genau er damit meinte. Niemand weiß auch, welche deutsche oder andere Bank die Notliquidität der Zentralbanken in Anspruch genommen hat. Die Financial Times von heute versucht denn, einiges Licht hinter die Kulissen der deutschen Banken zu werfen. Es geht um die sogenannten ABCP (asset backed-commercial paper), mit denen auch deutsche Banken über eigens gegründete Ableger in längerfristige höher verzinste, wenn auch hochriskante Anlagen, z.B. minderwertige Hypotheken, eingestiegen sind. Diese Anlagen dienten dann als Sicherheit für zur Finanzierung am Geldmarkt aufgenommene kurzfristige und niedriger verzinste Kredite. Die Zinsdifferenz winkte als Extraprofit. Nun sind solche kurzfristigen Kredite sehr teuer geworden (Abb. 03640), wenn sie überhaupt noch zu haben sind, weil die ABCP derzeit oft wenig wert sind, jedenfalls solange sich der Markt nicht beruhigt hat.


Europäische Banken haben mit steilem Zuwachs insgesamt etwa 510 Mrd Dollar in ABCP (Abb. 03673) investiert, davon die deutschen knapp ein Viertel. Die Financial Times listet neun ausgewählte deutsche Banken auf, die solche Ableger außerhalb ihrer Bilanzen im Volumen von zusammen 57 Mrd Dollar betrieben haben. Die Konstruktion außerhalb der Bilanzen war wichtig wegen der sonst vorhandenen Kapitalbegrenzungen und, um den Kredit für die Mutterhäuser nicht zu verteuern. Bis auf die unrühmlich aufgefallene IKB und die DZ Bank sind es alles Landesbanken. Die haben sich, so die Financial Times, in dieses Geschäft geworfen, nachdem mit dem Ende der Staatsgarantien ihr normales Geschäft weniger lukrativ wurde. Nach den Standardregeln für die Risikobegrenzung der EU sollen Einzelrisiken nicht 25 % des Kapitals überschreiten. Daran hat man sich aber oft nicht gehalten. Die Sachsen LB hatte beispielweise einen Ableger in Höhe des Elffachen ihres Eigenkapitals aufgebaut. Keine der größeren Landesbanken rangiert unter den Top 30 europäischen Banken, aber alle sollen unter den Top 30 nach der Größe der Ableger im ABCP-Markt rangieren. So soll die Sachsen LB, die selbst in Deutschland der Größe nach nur auf Platz 24 rangiert, einen der größten Ableger in Europa gehalten haben. Um die Ableger zu unterhalten, mußten die Mutterhäuser Kreditlinien einräumen, die entsprechend groß bemessen waren, und so selbst ins Risiko gehen.


Ein Analyst von Dresdner Kleinworth hat jetzt davor gewarnt, daß bei Fortbestehen der Unruhe an den Kreditmärkten einige Ableger europäischer und amerikanischer Banken gezwungen sein werden, gute Anlagen, z.B. in Aktien, zu verkaufen, um Zahlungen aus dem Geschäft mit ABCP zu finanzieren. Dies würde einen zusätzlichen Druck auf die Aktienmärkte auslösen.

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extra global news 822 22-08-07: Erheblicher Rückgang in der deutschen Bauwirtschaft

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Der Umsatz im deutschen Baugewerbe lag im Juni real um 3,8 %, der Auftragseingang um 2,4 % unter dem Vorjahresergebnis. Die Zahl der Beschäftigten nahm um 3,5 % ab, die Zahl der Arbeitsstunden um 8,7 %.

Die heute ebenfalls veröffentlichte Übersicht von Eurostat zeigt Deutschland im Vergleich des 2. Quartals 2007 gegenüber Vorquartal mit minus 8,8 % als Schlußlicht (Abb. 12803).


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global news 821 22-08-07: China überholt die USA als neue Nummer 2 im Weltexport

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Mit einer enormen Exportsteigerung im 2. Quartal 2007 von 27,5 % gegenüber Vorjahr hat China jetzt die USA im Weltexport überholt und liegt nur noch knapp hinter Deutschland (Abb. 12681). Damit ist es nur noch eine Frage weniger Monate bis China Weltmeister im Export sein wird.


Im gesamten 1. Halbjahr erhöhte sich die chinesische Ausfuhr im Vergleich zur Vorperiode um 27,6 % auf 547 Mrd. US$, während die Einfuhren um 18,2% auf 434 Mrd. US$ zulegten. Im Ergebnis stieg der positive Saldo der Außenhandelsbilanz dramatisch um 84 % (!) auf 113 Mrd. US$.

Im Handel mit Deutschland kann China seinen Überschuß immer mehr ausbauen (Abb. 08013). China importiert aus Deutschland nur 55 % von dem, was es dorthin exportiert.


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extra global news 820 21-08-07: Kreditkrise greift auf Großbritannien über

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Auch Großbritannien hat ein ernstes Problem mit kurzfristigen Schuldpapiere bekommen, zumal auch hier unsichere Hypotheken am Markt sind. Ottimo Funding LLC konnte jetzt 3 Mrd Dollar in kurzfristigen Schulden nicht am Markt unterbringen, obwohl das Unternehmen nicht in minderwertiger Hypotheken tätig ist. Odey Asset Management, ein Hedgefond mit Sitz in London, kündigte an, wegen Verlusten und der Unmöglichkeit gegen Schuldpapiere Kredit zu bekommen evtl. in den Verkauf von Anlagen gezwungen zu sein. Daraufhin fiel das Pfund heute gegenüber Dollar und Euro.

In den nächsten 90 Tagen wird laut Fed ein Markt von 1,1 Billionen Dollar in kurzfristigen Schuldpapieren, von Hypotheken bis Auto-Krediten, fällig. Laut UBS, der größten Bank in Europa, könnten hunderte von Hedgefonds und Hypothekenbanken gezwungen sein, etwa 75 Mrd Dollar Hypotheken-gesicherte Papiere auf den Markt zu werfen. Solche Verkäufe würden einen Markt ersaufen lassen, an dem nach laut Merril Lynch Investoren schon 44 Mrd Dollar in Werten verloren haben. Das wiederum könnte die 38 Millionen individuelle und institutionelle Investoren am Geldmarkt treffen, die den größten Teil dieser Papiere besitzen. Wachovia. Die viertgrößte amerikanische Bank befürchtet in diesem Fall eine "death spiral" für die Anlagen.

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global news 819 21-08-07: Industriebeschäftigung stieg noch um 0,2 %, doch Konjunkturerwartungen der Finanzexperten im Rückwärtsgang

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Nach der heutigen Veröffentlichung des Statistischen Bundesamt stieg die Beschäftigung insgesamt gegenüber Vorjahr im 2. Quartal um 1,7 %. Jedoch lag der Anstieg im gewerblichen Bereich und hier ohne Bauwirtschaft, d.h. ohne den Witterungseinfluß des milden Winters, vom 1. auf das 2. Quartal 2007 nur noch bei 0,2 %, also fast einer Stagnation (Abb. 04938). Gegenüber dem 4. Quartal kam es sogar zu einem leichten Rückgang um 0,4 %. Da auch die Beschäftigung insgesamt im 2. Quartal 2007 unter der vom 4. Quartal 2006 lag, ist die Schlagzeile des Statistischen Bundesamt: „Konjunktur sorgt weiter für Beschäftigungszuwachs" etwas irreführend.


Nach der ebenfalls heute veröffentlichten Umfrage des ZEW unter Finanzexperten sehen diese besorgter in die Wirtschaftszukunft. Der ZEW-Index ist sehr kräftig abgerutscht, nachdem er schon im vergangenen Monat den Rückwärtsgang eingelegt hat (Abb. 04762).


Nach ZEW sehen die befragten Finanzmarktexperten Gefahren, die von der Kreditkrise für die realwirtschaftliche Entwicklung in den USA ausgehen und die auch auf Deutschland übergreifen können. Natürlich kommt dann sofort im Widerspruch dazu die beruhigende Meinung des Chefs von ZEW und Mitglied des Sachverständigenrats Franz: „Die Krise ist in erster Linie ein Problem der Vereinigten Staaten. Mögliche Rückwirkungen auf die deutsche Konjunktur werden sich nach derzeitigen Kenntnissen in engen Grenzen halten."

Deutschland ist mit nun seit vielen Jahren kaputter Verbraucherkonjunktur am schlechtesten auf einen evtl. Wirtschaftseinbruch auf den beiden wichtigsten Märkten für den deutschen Export, Frankreich und USA, aber auch anderswo vorbereitet. Man muß sich immer vor Augen halten, wie ungleich sich die Einkommensverhältnisse seit etwa 2000 entwickelt haben. Mit kurzen Unterbrechungen haben die Einkünfte aus Unternehmertätigkeit und Vermögen real immer weit stärker als das Arbeitnehmerentgelt zugenommen (Abb. 04935, 04936 und 04937).




Das kann sich im Abschwung rächen. Während die Extraprofite und -einkommen spekulativ auf den Finanzmärkten gelandet sind, wo sie jetzt verückt spielen, fehlt es bei Otto Normalverbraucher Dank real rückläufiger Löhne an Kaufkraft. Ausserdem ist die deutsche Industriestruktur über viele Jahre total einseitig auf Exportkapazitäten, vor allem für Investitionsgüter, umgestellt worden, für die in Deutschland gar kein Markt vorhanden wäre, selbst wenn die Menschen jetzt schlagartig Gehalts- und Rentenerhöhungen bekämen.

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global news 818 20-08-07: 2007: Neuer Rekord im Rückzug des arktischen See-Eises

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Am 9. August verzeichnete der Rückzug des arktischen See-Eises einen neuen Rekord seit die Aufzeichnungen begannen (Abb. 07188). Der negative Rekord wurde einem Monat vor dem Sommer-Minimum erreicht, so daß der bisherige Rekord von 2005 mit Sicherheit unterboten werden wird. Während in früheren Jahren der sommerliche Eisrückzug auf bestimmte Gebiete der Arktis beschränkt war, betrifft er jetzt erstmals die gesamte arktische Eisregion. Abbildungen 07189 und 07190 dokumentieren die historische Entwicklung.




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global news 817 20-08-07: Wie in China so auch in Indien: Der Wirtschaftsboom geht an 80 % der Bevölkerung vorbei

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Wie aus der in Neu Delhi veröffentlichten Untersuchung der Nationalen Kommission zum informellen Sektor hervorgeht, verdienen von den 457 Millionen arbeitenden Menschen in Indien 86 Prozent weniger als 20 Rupien (0,36 Euro) am Tag. 395 Millionen Menschen in Indien arbeiten im sogenannten informellen Sektor, also in Bereichen, die nicht in der offiziellen Statistik erfasst sind. Dies sind Tätigkeiten etwa im Kleinhandel, der Landwirtschaft und in der Fischerei. Nur 0,4 Prozent dieser „informell" Arbeitenden haben Zugang zu sozialen Leistungen. Die Lebensbedingungen dieser Menschen seien „armselig" und „völlig beklagenswert", sagt die Studie: „Keine sozialen Leistungen, beschämende Arbeitsbedingungen, extreme Armut, keine Erziehung, harte Diskriminierung der Frauen und Abwesenheit oder mangelnde Anwendung des Rechts: Dies sind die Bedingungen, unter denen die indischen Arbeiter leben". Etwa 26 % der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, die in Indien bei 12 Rupien (0,22 Euro) pro Tag definiert ist.

Dagegen hat der Boom eine 300 Millionen starke Mittelklasse erzeugt. Indien hat nach China die zweithöchsten Wachstumsrate der Welt. Im Zeitraum von 2006 bis 2007 wuchs die Wirtschaft um 9,4 Prozent. Auf der Rangliste der stärksten Wirtschaftsnationen rangiert Indien inzwischen auf dem elften Platz. Das Land soll nach Prognosen die USA um 2050 an Wirtschaftskraft überholen (Abb. 08114).


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global news 816 18-08-07: Die Angst der Fed vor dem Freitag

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Aus Angst vor einer Verschärfung der Krise hat die Fed den Zentralbankzins um ein halbes Prozent abgesenkt und damit die Notbremse gezogen. Die Fed begründete den unerwarteten Schritt mit einer gestiegenen Unsicherheit an den Finanzmärkten. Die Finanzierungsbedingungen hätten sich verschlechtert. Schwieriger zu bekommende Kredite und eine steigende Unsicherheit könnten das Wirtschaftswachstum behindern. Sie habe den Diskontsatz für die Ausleihungen der Geschäftsbanken bis auf weiteres verringert, um wieder geordnete Bedingungen an den Finanzmärkten zu gewährleisten und die Liquidität der Marktteilnehmer merklich zu verbessern. Es ist das erste Mal, das eine Notenbank das Ausmaß der Krise einräumt. Praktisch wurde das Ziel der Bekämpfung der Inflation zurückgestellt hinter die Kriseneindämmung. Während sich nun einige Spekulanten retten können, wird eine höhere Inflationsrate auf die gesamte Bevölkerung wirken, zumal mit einem geschwächten Dollar die Importe verteuert werden.

Der Dow-Jones zog daraufhin steil um etwa 300 Punkte an, fiel im Verlauf des Tages aber wieder etwas zurück. Auch andere Börsen verbuchten leichte bis mittlere Gewinne, so der FTSE 3,5 % und der Dax 1,48 %. Der Dollar fiel um das gleiche halbe Prozent gegenüber dem Euro. Noch ist keineswegs klar, wie lange diese Erholung anhalten wird. Keines der fundamentalen Probleme aus den Verlusten mit minderwertigen Papieren wird mit dem halben Prozent Zinsabsenkung gelöst. Auch nach der Zinssenkung bleiben z.B. die Subprime Hypotheken minderwertig. In diesem Sinne ist es nur eine Atempause. Nach einer heutigen Übersicht in der Financial Times zeigt der UBS Risk Index einen neuen Rekord an, der das Risko nach dem Terror-Anschlag vom 11. September noch übertrifft (Abb. 03672).


Interessant ist ein Vergleich der bisherigen Krisentage seit dem 16. Juli mit der Krise, die im Jahr 2000 begann. Damals ging es in vielen Stufen mit zwischenzeitlichen Erholungen über fast zweieinhalb Jahre abwärts (Abb. 04933, 04934). Eigentlich verlaufen beide Kurven bisher erstaunlich ähnlich: Im Laufe eines Monats gingen jeweils etwa 600 Punkte am Dax verloren.



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global news 815 17-08-07: Die Zeichen stehen auf Sturm

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Der allgemein anerkannte Indikator für die Nervosität des Aktienmarktes, der VIX der Chicago Board Option Exchange, ist seit Mitte Juli um die Hälfte nach oben gesprungen (Abb. 03645). Die Händler erwarten also in den nächsten dreißig Tagen größere Ausschläge an den Börsen. Ebenso ist der Itraxx-Indikator, der den Versicherungsaufschlag auf riskante Kredite mißt, seit einigen Tagen wieder im Anstieg (Abb. 03636). Schließlich befindet sich der nordamerikanische CDX-Index, der den Zinsaufschlag für riskante Kredite zeigt, seit Tagen wieder im Anstieg (Abb. 03640). Die Geldmarktspritzen der Zentralbanken können die Risikofurcht nicht eindämmen.




Für besondere Unruhe sorgte gestern der Stellvertretende Vorsitzende der Rating Agentur Moddy's mit der Warnung, ein Hedgefond-Zusammenbruch von der Größe dessen von Long-Term Capital Management in 1998 sei zu befürchten. Hedgefonds stehen vor Verlusten aus CDOs und anderen riskanten Papieren und können derzeit ihre riskanteren Anlagen nicht loswerden, weil sie keine Preise dafür am Markt feststellen können. US-Finanzminister Henry Paulson sagte dem "Wall Street Journal", er erwarte Wachstumseinbußen durch die Krise an den Kreditmärkten. Die Zahl der Wohnbaubeginne ist in USA im Juli auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gesunken, die Zahl der Baugenehmigungen auf den tiefste Stand seit elf Jahren. Nach Problemen und Schließungen bei einer Reihe von großen Hypothekenbanken, wie Home Mortgage, Countrywide und Fannie Mae, mußte jetzt First Magnus Financial mit 5.500 Mitarbeitern das Geschäft einstellen.

Die Nachrichten aus USA drücken weiter auf die Börsen rund um die Welt. Der Nikkei-Index erlitt, trotz einer leichten Erholung in USA, heute mit 5,4 % den höchsten Tagesverlust seit den Anschlägen vom 11. September.

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global news 814 17-08-07: Beschäftigung, Entgelte und Produktivität der gewerblichen Wirtschaft im Juni 2007

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Die heute veröffentlichten Einzelergebnisse der gewerblichen Wirtschaft zeigen für Juni gegenüber Vorjahr wieder das bekannte Bild eines Anstiegs der Beschäftigung bei gebremsten Entgelten und wesentlich höherer Produktivität. Das spricht auch für die Zunahme der Beschäftigung durch schlecht bezahlte und zeitlich befristete Jobs (Abb. 04932). Bereinigt um die Kaufpreisentwicklung fiel das Entgelt pro Arbeitsstunde um 1,3 %.


Im Vergleich des ersten Halbjahres gegenüber dem Vorjahres (Abb. 04009) ist das Bild ähnlich, wenn auch etwas günstiger. Das spricht für eine Verschlechterung des Vorjahresvergleichs im Zeitablauf.


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global news 813 16-08-07: Kennen Sie SIVs? Die 1,5-Billionen-Dollar-Industrie im Zentrum des Sturms an den Kreditmärkten

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SUVs (Sport Utilily Vehicles oder auf Deutsch Geländewagen) sind wahrscheinlich bekannter als SIVs. Normale Menschen wissen gar nicht, was SIVs sind und viele Finanzexperten auch nicht. Für „Structured Investment Vehicles" - kurz „SIV" - gibt es nicht einmal eine deutsche Bezeichnung. Es ist laut Financial Times eine 1,5 Billionen große Industrie, die mit einem Geschäftsmodell nach dem Motto „aus kurz mach lang" arbeitet. So finanziert sie höher verzinste langfristige Investitionen mit kurzfristigen und niedriger verzinsten Schulden und verdient an der Zins-Differenz. 1,5 Billionen Dollar entspricht mehr als vierzigmal dem Aktienwert der Deutschen Bank vor dem derzeitigen Abstieg oder mehr als fünfzigmal dem Aktienwert von Volkswagen.

Die Investitionen in die derzeit berüchtigten Hypotheken-besicherten Schuldpapiere haben daran nur einen Anteil von weniger als einem Viertel. Auf der Investitionsseite gibt es daneben eine Vielzahl von solchen höherverzinsten Anlagen, von den derzeit problematischen Collaterized Credit Obligations (Schuldpapiere mit Pfandsicherung) bis zu Kreditkarten, Stundentendarlehen, Darlehen für den Autokauf und Schuldpapieren mit Sicherung durch Unternehmenswerte (Abb. 03671).


Natürlich wird dieses Geschäft äußerst riskant, wenn - wie gegenwärtig - die Zinsen für kurzfristige Schulden plötzlich und unvorhergesehen steigen (Abb. 03640) und eine Refinanzierung notwendig wird. Die aber wird wegen der Kurzfristigkeit ständig nötig. Allein in dieser Woche ab 13. August sollen 48 Milliarden Euro an solchen Krediten umzuschulden sein. Vor einer Woche noch rannten alle Anleger in SIVs zu den Notausgängen. Die Unternehmen mußten um neue Anleger betteln. In dieser Woche hat sich die Situation etwas verbessert, ist aber die Lage weiterhin weit von Normalität entfernt.


Nach der Enron-Affaire hat man in den USA die Banken gezwungen, das SIV-Geschäft in den eigenen Bilanzen zu dokumentieren. Aber seitdem haben die Banken Wege außerhalb der Bilanzen durch Gründung getrennter SIV-Unternehmen gefunden. Ein solches SIV im Wert von 16 Mrd Euro betreibt übrigens die deutsche Mittelstandsbank IKB.

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global news 812 15-08-07: Schon diese 4 Diagramme könnten die Bundesregierung auf den Trichter für eine bessere Wirtschafts- und Finanzpolitik bringen

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Schon im 7. Jahr wird nun in Deutschland die falsche schädliche Wirtschafts- und Finanzpolitik betrieben, die diese Webseite seit ihrem Entstehen vor zweieinhalb Jahren kritisiert. Sie ist in ihrer Falschheit einsam unter allen vergleichbaren Industrieländern. Gestern sind nun neue Vergleichswerte von Eurostat zur Entwicklung von Bruttoinlandsprodukt und Industrieproduktion herausgekommen. Gleichzeitig ergaben die amtlichen Zahlen, daß die Zuwachsrate des deutschen Wirtschaftswachstums über 4 Quartale auf ein Viertel zurückgegangen ist (Abb. 12802).


Auf dieser Basis und der ebenfalls relativ neuen Zahlen von Eurostat zum Einzelhandelsumsatz sind die beigefügten 4 Diagramme entstanden (Abb. 13287, 12801, 12377 und 12378). Eigentlich sollte schon ein einziger Blick genügen, um auf den Trichter zu kommen.





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global news 811 14-08-07: Wirtschaftswachstum im 2. Quartal mit Jahresrate von nur 1,0 % wieder auf den schlechten Werten von 2005

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Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im 2. Quartal 2007 mit einem schwachen Plus von nur 0,26 % gegen Vorquartal erneut ausgesprochen enttäuschend ausgefallen (Abb. 04718). Das entspricht einer Jahresrate von 1,0 %. Das Quartals-Wachstum ist damit verglichen mit dem 2. Quartal 2006 auf wenig mehr als ein Viertel gesunken. Es ist der geringste Zuwachs seit Ende 2004. Der negative Trend hält nun - mit der kleinen Unterbrechung im 4. Quartal 2006 - schon seit vier Quartalen an (Abb. 04790). Die deutsche Wirtschaft befindet sich damit derzeit wieder im Zustand der Fast-Stagnation des Jahres 2005. In der verharmlosenden Sprache des Statistischen Bundesamt heißt es allerdings: „Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat sich etwas verlangsamt". Über das „etwas" kann man sich wundern. Der Kommentar des Bundeswirtschaftsministers steht noch aus.



Im EU-Vergleich landet Deutschland nur gegen Ende des Vergleichsfeldes (Abb. 13287).


Ursächlich für das schwache Quartalsergebnis war vor allem die weiterhin ungünstige Entwicklung der privaten Nachfrage, die sich in der schwachen Entwicklung der Einzelhandelsumsätze zeigt (Abb. 04214), und dies im Unterschied zu unseren EU-Partnern (Abb. 12378). Beigetragen hat auch die Schwäche in der Bauwirtschaft (Abb. 04925) und auf dem Automobilmarkt (Abb. 04789). Aber auch der Inlandsumsatz der deutschen Konsumgüterindustrie blieb mit einem Plus von 1,7 % gegen Vorjahresquartal schwach.





Für die sehr optimistischen Prognosen für das ganze Jahr wird es jetzt knapp. Erst vor zwei Monaten hat das Institut für Weltwirtschaft Kiel seine Prognose auf 3,2 % angehoben. Um das zu erreichen, müßte die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr um 2,1 % gegenüber dem ersten Halbjahr, bzw. mit einer auf das Jahr gerechneten unwahrscheinlichen Wachstumsrate von 4,2 % steigen. Hier Kiel im Originalton vom 13. Juni: „Der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland bleibt kräftig. Vor allem wegen der sehr günstigen Frühindikatoren heben wir unsere Prognose abermals an; wir rechnen nun für das laufende Jahr mit einem Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts um 3,2 Prozent, statt um 2,8 Prozent." Die nicht ganz so ehrgeizigen Prognosen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und des Internationalen Währungsfonds von 2,6 % für das ganze Jahr, verlangen jetzt im 2. Halbjahr noch einmal einen Wachstumsschub mit einer Jahresrate von 1,9 %.

Die in einer Woche veröffentlichten Detailergebnisse werden vor allem zeigen, wie sich die Einkommensverteilung zwischen Arbeitseinkommen und Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen sowie Verbrauch und Investitionen entwickelt haben.

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global news 810 14-08-07: Wie neoliberal verdummte Regierungen gigantische Werte vernichten, für die Arbeitnehmer jahrelang schufften mußten

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Die globale Kreditkrise hat ein Ausmaß erreicht, das es notwendig macht, die vornehme Wortwahl zur Seite zu legen. Wenn es nur Hysterie wäre, könnte man auf Beruhigung warten. Aber die Ängste sind begründet. Wenn Zentralbanken Irrsinnssummen in die Geldmärkte pumpen, große Fonds in die Pleite gehen und die Bilanzen der Banken und ihre Aktienkurse um den Globus herum Schaden nehmen, dann ist die Krise da. Sie ist da, auch wenn die Börsenkurse mal wieder nach oben gehen. Eine solche Krise hat viele Schuldige, große und kleine, dumme und eingebildet schlaue. Natürlich haben viele Menschen in USA und anderswo leichtfertig Kredit aufgenommen. Natürlich haben die Banken den Menschen Kredite, vor allem die miesen Hypotheken, aufgeschwatzt. Natürlich haben die Investmentbanken die faulen Kredite geschickt verpackt. Natürlich haben die Rating-Agenturen solche Verpackungen viel zu hoch bewertet. Natürlich haben Banken und Fonds dann wieder solche Luftnummern leichtfertig und profitgierig gekauft. Natürlich haben viele Notenbanken unsinnige Liquidität ins System geschmiert, die FED unter Greenspan voraus. All das sind aber eher Randerscheinungen.

Zu der Krise mußte es kommen, weil die Einkommensverteilung unter den Augen und mit Zutun der neoliberalen Regierungen fast aller Länder etwa seit der Jahrtausendwende immer ungleicher geworden ist, besonders in Deutschland (Abb. 04701). Das Geld floß immer einseitiger in Richtung der Unternehmen und Kapitaleigner und der Schicht der Besserverdiener. In einer Woche wird uns das vom Statistischen Bundesamt auch für das 2. Quartal 2007 erneut bestätigt werden.


Die so Begünstigten hatten aber entweder schon fast alles Verbrauchbare gekauft oder sahen als Unternehmen keinen Markt für Investitionen. Logischerweise haben sie daher ihre expandierenden Einkommen nur zu einem immer kleineren Teil in den Verbrauch oder Investitionen zurückgezykelt. Statt dessen wurden diese hochschiessenden Ersparnisse den Finanzmärkten für spekulative Anlagen anvertraut. Ein solches Rezykling hat allerdings die Finanzinstitutionen auf der Suche nach seriösen Anlagen vor unlösbare Aufgaben gestellt, zumal gleichzeitig China und andere asiatische Schwellenländer massiv zu Kapitalexporteuren wurden (Abb. 03641 - 03643).





Die einzigen Anlagen für dieses Riesenkapital boten sich bei den plastikgeldsüchtigen Haushalten in USA, auf den überhitzten Immobilienmärkten in USA und einigen europäischen Ländern sowie bei den Heuschrecken, die bei immer weniger Eigenkapitaleinsatz immer mehr riskante Kredite brauchten, um damit die Opfer ihrer Acquisitionen zu belasten. War noch nach der Ölpreisexplosion der großen Ölkrise ein Rezykling in die Realwirtschaft der Industrieländer möglich, so waren jetzt alle Teilnehmer an den Finanzmärkten heillos überfordert. Was nun durch die Krise in gigantischem Umfang vernichtet wird, sind Werte, für die die Arbeitnehmer jahrlang schuften mußten, die dann aber an ihnen vorbei in die Taschen der Unternehmen, Kapitaleigner und Besserverdiener flossen.

Die Situation einer solchen immer bedrohlicheren Schieflage hätten die demokratisch gewählten Regierungen schon im Interesse der Mehrheit ihrer Wähler durchaus erkennen und auch vermeiden können, z.B. in Deutschland und der EU durch eine gerechtere Steuer-, Renten- und Sozialpolitik, die Einführung eines Mindestlohns (wie fast überall sonst), den Verzicht auf die unsozialen Auswüchse der Hartz-„Reformen" und erst recht auf die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Lasten der arbeitnehmenden Verbraucher, aber auch durch ein Abbremsen der neoliberalen Marktöffnungen mit der Vorfahrt für die Billigstimporte zugunsten der heimischen Produktion. Ohne die gigantischen Billigstimporte wäre nicht auch noch China in so kurzer Zeit zum gigantischen Kapitalexporteur geworden.

Es war den Regierungen durchaus bekannt, wie das Volumen der auf den globalen Finanzmärkten spekulativ rotierenden Geldmengen explodierte (Abb. 03035, 13115 und 12406). Allein zwischen 2002 und 2005 (die letzte Zahl des IWF) haben sich die jährlichen Kapitalströme verdreifacht. Sie wußten auch, wie sich die Hedgefonds unkontrolliert überfraßen und was das vor dem Hintergrund der Pleite von Long Term Capital Management in 1998 bedeutet, als ein Absturz der Finanzmärkte nur durch eine Rettungsaktion unter Führung der National Reserve Bank of New York verhindert werden konnte.




Nein, wenn es auch niemand gewesen sein will, die Verantwortung sollte klar sein. Die Bundesregierung und andere neoliberale Regierungen sollten sich nicht die Hände in Unschuld waschen dürfen.

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global news 809 13-08-07: Nun zahlen wir für Amerika

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Die USA haben es schon lange verstanden, über ihre Verhältnisse zu leben. Sie haben sich teuere Kriege geleistet, wie in Vietnam und Irak, und das Ausland dafür mitzahlen lassen, weil sie die Reservewährung Dollar drucken konnten und nicht einmal einen Sturz der in unruhigen Zeiten als „safe haven" betrachteten Währung befürchten mußten. Sie konnten sich aus der letzten Wirtschafts- und Börsenkrise besser als alle anderen befreien, indem sie (a) das Haushaltsdefizit und die öffentliche Verschuldung hochgefahren haben, (b) die Binnenwirtschaft durch billige und - wie man jetzt sieht - zu einem großen Teil faule Kredite angekurbelt haben, die dann zu großen Teilen an ausländische Käufer verscherbelt wurden, und (c) sich bei einer stark negativen Handelsbilanz überhaupt massiv im Ausland verschuldet haben. Das reichste Land der Welt ist so zum größten Kapitalimportland geworden. Die öffentliche Verschuldung der USA ist auf fast 7 Billionen Dollar hochgesprungen (Abb. 05006), die private auf mehr als 36 Billionen Dollar (Abb. 05007); diese Zahlen sind inflationsbereinigte Dollar. Der Gesamtbetrag von 42 Billionen Dollar entspricht mehr als dem Dreizehnfachen der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung eines Jahres.



Die Verschuldung der amerikanischen Haushalte sprang dabei auf mehr als 12 Billionen Dollar hoch (Abb. 03469). Von der Verschuldung der amerikanischen Haushalte sind jetzt 16 % im Bereich der minderwertigen Hypotheken. Seit 2001 ist die Gesamtverschuldung der Haushalte um rund 6 Billionen Dollar gestiegen; davon entfielen auf minderwertige Hypotheken allein 1,6 Billionen Dollar oder mehr als ein Drittel. Der durch das Hypothekengeschäft beförderte Immobilienboom hat den amerikanischen Haushalten einen falschen Reichtum vorgespiegelt und sie in die Kreditaufnahme getrieben. Im vergangenen Jahr war die Sparquote in USA mit -1,1 % des Bruttoinlandsprodukts negativ.


Mit der Bündelung solcher minderwertiger Hypotheken, einer Vermengen mit anderen Krediten und der Verpackung in Asset Backed Securities (Wertpapiere mit Sicherung durch die angeblichen Werte der dahinterstehenden Objekte), dem Gütesiegel der Rating-Agenturen (die alle amerikanische sind!) und schließlich dem cleveren Vertrieb durch die Investmentbanken (die alle amerikanische oder britische sind) haben es die USA verstanden, einen großen Teil dieses oberfaulen Risikos an den Rest der Welt loszuwerden. Zunächst stürzte in Europa die deutsche Mittelstandbank IKB ab. Sie soll nach neuen SPIEGEL-Informationen 7,8 Milliarden in den US-Immobilienmarkt gesteckt haben. Am 9. August setzte die französische Großbank BNP Paribas wegen der US-Hypothekenkrise die Berechnung des Werts von drei Fonds über 1,6 Milliarden Euro aus und fror diese damit faktisch ein. Die Deutsche Bank teilte am 10. August mit, ihr DWS ABS Fund hätte durch Einlagenabrufe und Wertverluste 30 % seines Wertes verloren, obwohl der Fonds nicht in minderwertigen Hypotheken engagiert ist. Am 11. August wurde bekannt, der Wertpapierbestand der WestLB-Gruppe im Subprime-Sektor beliefe sich auf 1,25 Mrd Euro. Und die Postbank hat 600 MioEuro in US-Fonds. Niemand weiß bisher, wie viele andere europäische Finanzinstitutionen nun in dem Schlamassel hängen.

Siehe hierzu den neuen Schwerpunkt „Jetzt zahlen wir für Amerika" und den aktualisierten „Die Kreditblase beginnt zu platzen".

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global news 808 11-08-07: Mehr Stürme im Treibhaus und eine Smogwolke über dem Indischen Ozean

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Greg Holland vom National Center for Atmospheric Research (NCAR) und Peter Webster vom Georgia Institute of Technology haben die Zahl der jährlichen Hurrikane vom Jahr 1900 bis zum Jahr 2005 miteinander verglichen. Danach hat sich die Häufigkeit atlantischer Hurrikane im Laufe des vergangenen Jahrhunderts verdoppelt (Abb. 07185). Jeweils vor den Anstiegen ist ein Erwärmung der Oberflächenwassertemperatur in den Entstehungsgebieten der Stürme im Atlantik verzeichnet worden. Besonders verheerend im Jahr 2005 der Hurrikan Katrina, siehe Abb. 07186.



Nach einer in der britischen Fachzeitschrift «Nature» publizierten Studie trägt eine riesige bräunliche Smogwolke über dem Indischen Ozean regional erheblich zur Klimaerwärmung bei. Die Dunstglocke, die viel Russ enthält, soll etwa die Hälfte des regionalen Temperaturanstiegs verursacht haben und auch eine erhebliche Rolle beim Schmelzen der Gletscher im Himalaja spielen (Abb. 07187). Die Forscher hatten unbemannte Messgeräte in die Dunstglocke geschickt, um die Konzentration von Schwebstoffen, Russen und die Sonnenstrahlung auf verschiedenen Höhen zu erfassen. Die Himalaja-Gletscher sind die größte Gletscherkonzentration außerhalb der Polkappen. Sie versorgen sieben der großen asiatischen Flüsse mit Wasser: Gangus, Indus, Ganga, Indus, Brahmaputra, Salween, Mekong, Yangtze und Huang Ho. Etwa eine Milliarde Menschen hängen von diesem Wasser ab.


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global news 807 10-08-07: Kreditmärkte: Beginnt jetzt der Liquiditäts-Crunch?

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Die Schockwellen der US-Kreditkrise erreichen nun auch den Geldmarkt, wie Reuters meldet. Sowohl in den USA als auch in der Euro-Zone stiegen die Tagesgeldsätze kräftig. Der Zinssatz für Tagesgeld wurde kurzfristig bis auf 4,70 % nach oben getrieben (Abb. 03639). Der Tagesgeldsatz für Dollar-Geschäfte sprang sogar auf bis zu 5,80 %. Banken horten ihre Geldbestände, um im Falle einer Ausweitung der Krise flüssig zu sein Die Europäische Zentralbank pumpte über einen sogenannten Schnelltender am heutigen Nachmittag zusätzlich 95 Milliarden Euro in den Geldkreislauf. Die EZB hatte den Kreditinstituten erst am 7. Juli bei einem regulären Tendergeschäft 293 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. In der vergangenen Nacht hatte bereits die Schweizer Nationalbank ihren heimischen Geldhäusern frische Liquidität angeboten.


Der Auslöser für die jüngsten Turbulenzen kam aus Frankreich: Die französische Großbank BNP Paribas setzte wegen der US-Hypothekenkrise die Berechnung des Werts von drei Fonds über 1,6 Milliarden Euro aus und fror diese damit faktisch ein. Auch die deutsche Privatbank Sal. Oppenheim mußte einen Fonds mit einem Volumen von 750 Millionen Euro vorerst schließen.

In ganz Europa gaben die Finanzwerte an den Aktienbörsen nach. Die Indizes in Frankfurt, Paris, Zürich, London und vielen kleineren Börsen drückte dies tief ins Minus, der Dax gab um 2,0 % nach (Abb. 04916). Fast um den gleichen Prozentsatz rutschte der FTSE 100 der Londoner Börse in den Keller. Die amerikanischen Börsen folgten dem Weg nach unten mit einem Verlust von 2,8 % (Abb. 13314). In Deutschland verloren Hypo Real Estate 16,9 % und Deutschen Bank 4,1 % (Abb. 04924 und 04919), die Commerzbank sogar 4,7 %.






global news 806 09-08-07: Insovenzstatistik: Den Unternehmen ging es auch im Mai besser, den Verbrauchern schlechter

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Der seit mehr als zwei Jahren zu beobachtende Rückgang der Unterneh­mensinsolvenzen in Deutschland hielt auch im Mai 2007 weiter an. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, meldeten die deutschen Gerichte für diesen Monat 11,7% Unternehmensinsolvenzen weniger als im Mai 2006. Dagegen nahmen die Verbraucherinsolvenzen weiter zu: Mit 8.994 Fällen lagen sie um 12,4% höher als im Mai 2006 (Abb. 04028). Das trifft jetzt jedes Jahr eine Bevölkerung in der Größe einer Großstadt von 100.000 Einwohnern plus die Familienangehörigen.


Angesichts der nun seit so vielen Jahren zunehmenden Verbraucherinsolvenzen muß man sich fragen, was passieren wird, wenn ab 2008 ältere Langzeitarbeitslose zwangsverrentet werden, falls sie schon genügend Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt haben. Für viele Arbeitslose wird das erhebliche finanzielle Verluste bedeuten.

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global news 805 08-08-07: Auch der Inlandsumsatz der deutschen Industrie geht zurück

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Nach der heutigen Meldung geht auch der Inlandsumsatz der deutschen Industrie zurück: im 2. Quartal 2007 gegenüber dem ersten um 0,8 % und im Juni gegenüber Mai um 0,6 %. Der Inlandsumsatz der deutschen Konsumgüterproduzenten verlor sogar 2,2 % im Juni gegenüber Mai (Abb. 04910, 04927). Zudem schwächte sich auch die Umsatzentwicklung im Export deutlich ab.



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global news 804 08-08-07: Deutsche Industrieproduktion: Stagnation im 2. Quartal gegenüber Vorquartal

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Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts ist die deutsche Industrieproduktion (ohne Energie und Bau) im Juni saison- und preisbereinigt gegenüber Mai um 0,5 % zurückgegangen. Besonders schlecht mit einem Minus von 2,5 % hat sich im Juni die Konsumgüterindustrie entwickelt, die schon seit zwei Jahren als Folge der schlechten deutschen Binnenkonjunktur stagniert (Abb. 04306), sowie die Bauwirtschaft (Abb. 04925). Industrieproduktion allgemein und Konsumgüterindustrie im besonderen stagnierten im ganzen 2. Quartal gegenüber dem 1. Quartal 2007 (Abb. 04926). Das läßt auch für die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung ein relativ schwaches 2. Quartal erwarten und wird die rosigen Ganzjahresprognosen gefährden; das betreffende Ergebnis wird in einer Woche bekannt gegeben.




Der Bundeswirtschaftsminister sieht die Zukunft in seiner heutigen Presseeerklärung dennoch rosig: „Die Gesamterzeugung im Produzierenden Gewerbe ist in der Tendenz weiter aufwärts gerichtet. Wenngleich die Produktionszuwächse im zweiten Quartal dieses Jahres im Vergleich zu dem auch durch Sondereinflüsse begünstigten guten ersten Quartal erwartungsgemäß etwas weniger stark ausgefallen sind, ist die Grunddynamik der Produktion im Produzierenden Gewerbe weiterhin intakt. Angesichts der ausgesprochen lebhaften Bestelltätigkeit bleiben die Voraussetzungen für eine Fortsetzung dieser Entwicklung gut.". Woher diese Prognose kommt, ist nicht klar, ebensowenig wie der Minister auf die angeblichen Sondereinflüsse des ersten Quartals kommt und vor allem, warum er ein schächeres zweites Quartal bereits erwartet hat. Bisher hatte er auch für das zweite Quartal immer großen Optimismus verbreitet.

Der Minister scheint auch keine Probleme von den Turbulenzen an den Kreditmärkten zu erwarten. Nach Meldung der Financial Times von heute sind dort die Preise für riskante Unternehmenskredite um fast 4 % gefallen (Abb. 03638). Die Flucht aus dem Risiko, die nun schon seit mehr als einem Monat anhält, verteuert die Aufnahme solcher Kredite zur Unternehmensfinanzierung erheblich. Das zeigt auch der Aufschlag auf Versicherungen gegen den Ausfall solcher Kredite von immer noch 3,8 % gegenüber nur 2 % vor einem Jahr, auch wenn die Aufschlagsmarge von ihrer kürzlichen Spitze bei 4,7 % in den letzten Tagen wieder etwas zurückgegangen ist (Abb. 03636).



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Wirtschaftsstandort

Hinweis auf mein neues Buch: Falsch globalisiert, 232 Seiten, 250 Abbildungen, € 14,80 - ist im Mai im vsa-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 3-89965-193-6). Das Buch greift 30 der wichtigsten Schwerpunkte in aktualisierter Form auf. Neue Rezension in FR. 16 wichtigste Schaubilder hier stets aktualisiert (auch Korrekturen).

Hier zu meiner kurzen Einführung bei der Vorstellung des Buches am 15. Mai im Beisein von Jürgen Peters, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Otto Brenner Stiftung und Vorsitzender der IG Metall, und Professor Dr. Peter Bofinger, Universität Würzburg, und hier zu einer aktuellen Einschätzung sowie zu meinem halbstündigen WDR-Interview zum Abhören.