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Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006) und "Deutschland global" (2005)


(803) Die Renaissance von China und Indien - Folgen für die alten Industrieländer

(802) Internationale Finanzmärkte: Noch keine Ruhe

(801) Soziale Halbzeitbilanz der Großen Koalition im Urteil der Menschen

(800) Die neoliberale Wirtschaftsanalyse der deutschen Malaise in der Financial Times

(799) Die Armen in China profitieren nicht vom Wirtschaftsboom

(798) Arbeitslosigkeitsstatistik im Juli: Ergebnis einer Echtheitsprüfung

(797) Auch im Juni 2007: Kein Kaufrausch

(796) Und nun die Sub-Kredit-Blase

(795) Einkommensentwicklung und Konjunktureinschätzung

(794) Eurokurs und Geschäftserwartungen in Deutschland

(793) Noch einige interessante Ergebnisse der Harrispoll/FT-Umfrage

(792) Kommunistische Partei Chinas will sich in Europas größte Bank einkaufen

(791) Warum begreifen so viele Deutschen die Nachteile der Globalisierung nicht?

(790) Deutsche Steuerpolitik: Wer hat, dem wird gegeben

(789) Die Angst vor Armut im Alter treibt viele von uns um

(788) China zieht als Wirtschaftsmacht an Deutschland vorbei

(787) Bei normalen Bürgern kommt kein Geld an

(786) Schlecht bezahlte Teilzeit- und Leiharbeit grassiert in Deutschland mehr als in den Vergleichsländern

(785) Einkommensverteilung und Steuergerechtigkeit: die Einkommensteuerstatistik

(784) Was macht denn nun die deutsche Konjunktur?

(783) Für die Wohlstandmobilität wächst weltweit der Hunger der Armen

(782) 47-Nation Pew Global Attitudes Survey: Meinungsbild USA und China




global news 803 07-08-07: Die Renaissance von China und Indien - Folgen für die alten Industrieländer

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In einem UNCTAD Diskussionspapier vom Oktober letzten Jahres untersucht Robert Rowthorn von der Universität Cambridge die Folgen der Entwicklung von China und Indien für die alten Industrieländer. Die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung beider Länder expandiert derzeit noch wesentlich steiler, als das bei USA und Westeuropa der Fall war (Abb. 08113). In der Projektion wird China in Kaufkraft ausgedrückt um 2050 die doppelte Wirtschaftsleistung der USA erreichen, Indien etwa 70 % mehr (Abb. 08114). Das hat enorme Folgen für die Nachfrage nach Mineralöl (Abb. 08115) und für die CO2-Emissionen.




Die Löhne liegen in beiden Ländern noch erheblich hinter denen der USA (Abb. 08116), werden aber über die nächsten Jahre viel stärker steigen. Wenn die geschätzten Raten des Wirtschaftswachstums zutreffen sollten, wird der Stundenlohn für Industriearbeiter in den chinesischen Monopolen bis 2025 auf 29 % des amerikanischen Niveaus ansteigen.


Rowthorn schließt aus dieser Entwicklung, daß die alten Industrieländer im Handel mit China und Indien substantielle Verluste an realem Einkommen erleiden werden. Hier ein wörtliches Zitat: „In dem Maße, in dem China und Indien wohlhabender werden, wird sich ihr Wettbewerbsvorteil verändern. Die Produktivität wird zunehmen, aber am stärksten in den wissensintensiven Gütern und Dienstleistungen und weniger in den arbeitsintensiven. Auch bilden China und Indien enorme Mengen an Hochschulabsolventen aus und der Überschuß an unausgebildeten Arbeitnehmern wird ausgeschöpft, in China eher als in Indien. Daher wird in der Zukunft der Lohn der unausgebildeten Arbeitnehmer stärker steigen als der der ausgebildeten. Arbeitsintensive Industrien werden daher weniger Produktivitätswachstum aufweisen. Die Preise der arbeitsintensiven Produkte werden in der Folge stärker steigen. Für den internationalen Handel wird das bedeuten: Die reichen Ländern werden für ihre Importe arbeitsintensiver Waren mit mehr Gegenlieferungen bezahlen müssen und damit einen Verlust an realem Einkommen erleiden."

Das heißt auch: Während die steigenden Billigimporte bisher die Inflationsraten der alten Industrieländer erheblich gedrückt haben, wird sich dieser Trend in einigen Jahren umdrehen und wird davon ein zusätzlicher Inflationsschub ausgelöst werden.

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global news 802 06-08-07: Internationale Finanzmärkte: Noch keine Ruhe

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An den internationalen Finanzmärkten kehrt noch keine Ruhe ein. Für eine Entwarnung ist es zu früh. Der Dollar hat zuletzt seinen Rückzug gegenüber dem Euro fortgesetzt (Abb. 13118).


Der deutsche Aktienindex DAX hat weiter an Wert verloren (Abb. 04916) und setzt auch heute morgen (wie der japanische Nikkei) seine Talfahrt fort. Zum ersten Mal ist mit Hypo Real Estate ein DAX-Unternehmen gründlich (-19 %) eingebrochen (Abb. 04924). Die deutsche Mittelstandsbank IKB geriet am 30. Juli in Schwierigkeiten. In der Mitteilung hieß es, wegen der Probleme am US-Immobilienmarkt und der damit einhergehenden Verunsicherung sei die Bonität der IKB gefährdet gewesen. Die KfW, die 38 Prozent der IKB besitzt, musste einschreiten. Der Vorstand mußte gehen. Andere Banken mußten sich an der Rettungsaktion beteiligen. Auch der Kurs der Deutschen Bank hat trotz einer hervorragender Quartalsbilanz nachgegeben (Abb. 04919).




Heute (6. August) mußte nun das Geldanlagehaus Frankfurt Trust der BHF-Bank, die zur Kölner Privatbank Sal. Oppenheim gehört, seinen Fonds ABS Plus schliessen. Betroffen davon sind Hunderte Anleger, die vorerst nicht mehr an ihr Geld kommen. Alle Rücknahmeaufträge, die nach dem 3. August 2007 bei der Verwaltungsgesellschaft oder der Depotbank des Finanzinstituts eingegangen sind, werden blockiert. Insgesamt investierten die Sparer etwa 200 Millionen Euro in den FT ABS Plus, die der Fondsmanager unter anderem in amerikanische sogenannte Collateralized Debt Obligations gesteckt hat. Nachdem zuerst Union Investment seinen Kreditfonds ABS Invest schloss und anschließend HSBC seinen HSBC Trinkaus AB, forderten jetzt auch mehr und mehr Anleger von Frankfurt Trust ihr Geld zurück.

In USA fielen am vergangenen Freitag wieder die Aktienkurse, nachdem die Sorge wächst, daß die Probleme am Hypothekenmarkt das Wirtschaftswachstum bremsen und die Gewinne der Banken reduzieren könnten. Der Standard & Poor's 500 Index hatte den schlimmsten 3-Wochen-Rückzug seit 2003 und verlor seit dem 19. Juli fast 8 % (Abb. 13315). Heute nun mußte mit American Home Mortgage Investment Corp. die zweitgrößte Hypothekenbank Konkurs anmelden, obwohl sie mit sicheren Hypotheken gearbeitet hatte. Fast alle der 7.400 Mitarbeiter werden entlassen. Schon vor einigen Tagen wurde die New Yorker Hypothekenbank Melville geschlossen. Seit Anfang 2006 haben schon 70 Hypothekenbanken schließen müssen. Die Krise verschärft sich, nachdem nun nicht nur die Kategorie der schwächsten Hypotheken ausfällt, sondern sich auch Hauseigentümer mit besserer Bonität in Schwierigkeiten befinden.


Versicherungen gegen den Ausfall hochriskanter Unternehmenskredite wurden wesentlich teuerer, auch wenn die Aufschlagsmarge in den letzten Tagen wieder etwas zurückgegangen ist (Abb. 03636).


Eine ausführliche Darstellung im aktualisierten Schwerpunkt.

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global news 801 03-08-07: Soziale Halbzeitbilanz der Großen Koalition im Urteil der Menschen

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Infratest dimap hat im Auftrag der Tagesthemen in dieser Woche 1.000 Bundesbürger zur Halbzeitbilanz der Großen Koalition befragt. Das Ergebnis zeigt die Unzufriedenheit großer Mehrheiten mit der eigenen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Mehr als drei Viertel sehen nicht, daß die Große Koalition ihre persönliche Situation verbessert hätte. Nur 28 % meinen, daß bessere Bedingungen für Arbeitnehmer entstanden seien (70 % für Arbeitgeber). Besonders kritisch fällt das Ergebnis bei der Sicherung der Renten mit einer Negativquote von 77 % aus, aber auch zur Gesundheitspolitik (74 %) und bei der Politik für Arbeitnehmerinteressen (68 %).

Abb. 04923 stellt die Ergebnisse zusammen.


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global news 800 03-08-07: Die neoliberale Wirtschaftsanalyse der deutschen Malaise in der Financial Times

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Die Financial Times (FT) ist so etwas wie die „hohe Priesterin" des anglo-amerikanischen Neoliberalismus, der auch in Deutschland immer mehr zur Staatsreligion wird. Sie sorgt sich heute um Deutschland. Unter der Überschrift „Gesundung Stufe II - Deutschlands Wirtschaft kann nicht weiter allein vom Export wachsen" liest sich der heutige Leitkommentar zunächst sehr vernünftig. Er vergleicht Deutschlands Wirtschaft mit einer Raumfahrtrakete und stellt fest, das Versagen trete häufig ein, wenn die erste Stufe abgesprengt werde und die zweite Stufe eigentlich zünden müßte. Die erste Stufe sei die hervorragende Exportentwicklung gewesen. Einer der Gründe für den Exporterfolg sei die Akzeptanz von Gehaltssteigerungen unterhalb der Produktivitätsentwicklung durch die Arbeitnehmer gewesen. Das hätte auch die realen Einkommen der Verbraucher heruntergedrückt und sie am Konsum gehindert.

Aber die erste Raketenstufe komme nun zum Ende und es sei an der Zeit, daß der private Verbrauch übernehme. Dann wird auf den Tarifabschluß der IG-Metall verwiesen und auf den Rückgang der Arbeitslosigkeit und etwas Optimismus erzeugt, wobei die FT den forgesetzten realen Rückgang sogar der Tarifeinkommen in Deutschland übersieht (Abb. 04713) und andererseits die Entwicklung am Arbeitsmarkt überschätzt (die deutschen Konsumenten trauen - bei einem Rückgang des Einzelhandelsumsatzes um 1,5 % im 1. Halbjahr, Abb. 04921 - dem Arbeitsmarkt und den Arbeitsmarktberichten bisher jedenfalls nicht).



Doch dann wird sofort der Kontrapunkt hereingeworfen: Was Deutschland eigentlich brauche, seien weitere Reformrunden vom Typ Hartz IV, damit die Verbraucher wieder Geld ausgeben. Es ist der gleiche Bruch in der Logik, mit der die deutschen Reformer immer noch meinen, die Medizin müsse nur erhöht werden. Wo steht geschrieben, daß der von der FT treffend festgestellte Rückgang der Kaufkraft durch weitere Reformen à la Hartz IV zu beheben sei, wo doch gerade die sogenannten Reformen die Verbraucher schwer verunsichert haben und die Spaltung der Nation in eine kleine Schicht der Besserverdiener und eine große der am Konsum gehinderten Schlechterverdiener verschärfen?

Was dann noch in der FT zum Thema Reformen gesagt wird, ist ihrer intellektuell schlicht unwürdig. Der Dienstleistungssektor müsse Ziel der Reformen werden. Der Tarifabschluß der Bahnarbeitgewerkschaft sei in diesem Zusammenhang falsch gewesen. Und der Bankensektor müsse reformiert werden, weil die Expansion in USA und Großbritannien und die Ausgaben der Konsumenten von leicht verfügbaren Krediten genährt worden seien, auch wenn - so fügt die FT an - das zu Exzessen führen könne, wie mit den minderwertigen Hypotheken in USA. Ja, hat denn die FT den Verstand nun völlig verloren? Diese Exzesse, die man wohl nach FT in Kauf nehmen sollte, bedrohen derzeit die Weltwirtschaft und sind dabei, dem amerikanischen Konsumerboom ein rasches Ende zu bereiten. Das ist FT auf BILD-Niveau und zeigt eigentlich nur die Malaise der Neoliberalen.

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global news 799 02-08-07: Die Armen in China profitieren nicht vom Wirtschaftsboom

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Die Asiatische Entwicklungsbank hat in einer neuen Vergleichsstudie festgestellt, daß China (wie Indien) beim Verbrauch privater Haushalte in Asien abrutscht. Das Land ist 2005 vom 10. auf den 15. Rang der Länder abgerutscht (Abb. 08112). Bei Nahrungsmitteln und nichtalkoholischen Getränken rangierte China sogar vor Laos und Vietnam auf dem drittletzten Platz. Kein gutes Bild für das Land, das jetzt Exportweltmeister wird und Deutschland an gesamter Wirtschaftskraft vom 3. Platz in der Welt verdrängt.


Der Gini-Koeffizient zeigt, wie stark in China die soziale Schere zwischen Arm und Reich aufgegangen ist (Abb. 07103). Der Graben ist schon fast doppelt so breit, wie in Deutschland trotz der sich auch hier abspielenden sozialen Verwerfungen. Sowohl der Anteil der Löhne wie des privaten Verbrauchs am Bruttoinlandsprodukt fällt kontinuierlich (Abb. 08087).



Die Lohndifferenzen zwischen normalen Arbeitern und den technischen Kadern sind sehr hoch. Z.B. werden Frauenlöhnen von umgerechnet 70 bis 90 Euro pro Monat (der chinesische Mindestlohn liegt bei umgerechnet nur 55 Euro pro Monat). Nach einer Untersuchung der Managementberatung Hewitt Associates liegt dagegen das Jahresgesamtgehalt von Ingenieuren in der Automobilindustrie lzwischen umgerechnet 8.091 Euro für einen Werkzeugingenieur im Formenbau und durchschnittlich 24.291 Euro für einen Prozessmanager. In der chemischen Industrie hat ein Ingenieur für Produktentwicklung mit durchschnittlich 6.859 Euro das niedrigste Jahresgehalt, während der Engineering Manager mit 27.047 Euro das Spitzengehalt erhält. In der Hightech-Industrie bewegen sich die Jahresgesamtgehälter im Durchschnitt zwischen den 7.285 Euro eines Qualitätsingenieurs und den 20.406 Euro eines Leiters in der Netzwerktechnik oder Anwenderunterstützung.

Das Ausbremsen des privaten Konsums ist ein typisches Zeichen für Volkswirtschaften, die alles auf die Karte des Exports setzen und große Disparitäten in der Einkommensentwicklung zulassen. Das gilt im übrigen auch für Deutschland, wenn auch auf viel höherem Konsumniveau als China.

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global news 790 01-08-07: Arbeitslosigkeitsstatistik im Juli: Ergebnis einer Echtheitsprüfung

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Erstmals wieder leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 3,715 Millionen. Die Rate des Rückgangs gegenüber der Vorjahresperiode hat sich damit weiter abgeschwächt (Abb. 04751). Falsch ist auch das Argument der Bundesagentur und des Bundesarbeitsministers mit der normalen Sommerpause. Genau vor einem Jahr im Juli 2006 ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat noch um 32.000 gefallen!


Angesichts des im Vorjahresvergleich starken Aufbaus an prekären Beschäftigungsverhältnissen sowie der fortgesetzten „administrativen Bereinigung" der Statistik und der Entlastung durch die demographische Entwicklung bleibt die Arbeitsmarktentwicklung vor dem Hintergrund der vergleichsweise guten Konjunktur enttäuschend. Abb. 04922 zeigt, daß netto solcher Sonderentwicklungen derzeit gar kein Rückgang stattfindet.


Im europäischen Vergleich bleibt Deutschland bei den besonders belasteten Langzeitarbeitslosen am Ende des Vergleichsfeldes vor Griechenland (Abb. 04022).


Der Deutsche Landkreistag (DLT) beklagt jetzt eine stetig wachsende Zahl von jetzt schon 7,4 Millionen Arbeitslosen, die Hartz-IV-Empfänger mit Arbeitslosengeld II sind. Der Landkreistag kritisierte, dass die Zahl der „Hartz-IV"-Bezieher bislang auf die Langzeitarbeitslosen verengt werde. Ein-Euro-Jobber mit mehr als 15 Wochenstunden, Kranke oder Ausbildungsplatzsuchende etwa fänden sich dagegen nicht in der Arbeitslosenstatistik wieder, obwohl deren Lage oft nicht besser sei. Gleiches gelte für Erwerbstätige im Niedriglohnbereich, die zusätzlich auf ALG II angewiesen seien. DLT: „Es wird endlich Zeit, dass wir uns den vielschichtigen Problemen offen stellen und uns eingestehen, dass die Zahl der Personen wächst, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Die hohe Zahl an Hilfsbedürftigen entwickele sich gegenläufig zur sinkenden Langzeitarbeitslosigkeit und nehme beständig zu. In der aktuellen Arbeitslosenstatistik seien von den 7,4 Millionen Hartz-IV-Sozialfällen lediglich rund 2,5 Millionen Menschen erfasst. Die von der Politik verkündete positive, hoffnungsvolle Botschaft sei ein Trugbild. Es gehe nicht bergauf, ganz im Gegenteil".

Wenn es nicht gelingen sollte, bei der derzeit relativ guten internationalen Konjunktur einen stärkeren echten Rückgang an Arbeitslosigkeit zu erreichen, wird es im nächsten Abschwung wieder sehr schlecht aussehen.

Eine ausführliche Darstellung enthält der neue Schwerpunkt Arbeitslos im Juli 2006.

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global news 797 31-07-07: Auch im Juni 2007: Kein Kaufrausch

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Nachdem das Statistische Bundesamt gestern für Juni eine Stagnation des Großhandelsumsatzes bei 0,1 % gemeldet hatte, folgt heute die Meldung, daß der Einzelhandelsumsatz um 0,8 % gegen Vorjahr zurückgefallen ist. Dabei hört das Gerede in den deutschen Medien vom „Konsumrausch" gar nicht auf. Erst am 27. Juli meldete Spiegel-online: „Deutsche weiter in Kauflaune". Und die Gesellschaft für Konsumforschung meldete zum gleichen Monat Juni: „ Der Aufwärtstrend des Konsumklimas hat sich auch im Juni fortgesetzt." Will man nicht endlich die Realitäten zur Kenntnis nehmen?

Kalender- und saisonbereinigt stagnierte der Einzelhandelsumsatz mit einem schwachen Plus von 0,7 % gegen Mai 2007 (Abb. 04214). Die Entwicklung über die Quartale zeigt den Rückgang seit dem 4. Quartal 2006 sehr deutlich (Abb. 04921). Gegenüber dem 1. Halbjahr 2006 setzte der Einzelhandel im 1. Halbjahr 2007 1,5 % weniger um. Das Statistische Bundesamt hat diesmal darauf verzichtet, die Entwicklung mit Interpretationen schön zu färben.



Auch der Absatz an PKW entwickelt sich, gemessen an den Zulassungszahlen, in diesem Jahr sehr ungünstig. Im 1. Halbjahr 2007 lag der Umsatz um 9 % unter dem Vorjahreswert; das 2. Quartal 2007 brachte einen weiteren Rückgang (Abb. 04920).


Wo soll auch die Kaufkraft herkommen. Nach den vor wenigen Tagen veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts sind die tariflichen Monatsgehälter der Angestellten und Arbeiter auch im April 2007 im Vorjahresvergleich real weiter zurückgegangen (Abb. 04713). Und viele Arbeitnehmer werden nur untertariflich bezahlt, sind also noch schlechter dran.


Im EU-Vergleich liegt Deutschland so ziemlich am Ende der Entwicklung (Abb. 12378).


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global news 796 30-07-07: Und nun die Sub-Kredit-Blase

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Seit etwa 2004 sind riesige Mengen an sogenannten CDO (collateralised debt Obligations, Abb. 13312) an den Markt gebracht worden, allein in 2006 für etwa 2,7 Billionen Dollar. Das sind Wertpapiere, bei denen die Tilgungszahlungen aus den Einnahmen eines Portefeuilles von Kredit- und Anleiheforderungen geleistet werden, oft in der Form der Asset Backed Securities (ABS). Das Ziel von ABS ist dabei, bisher nicht liquide Vermögensgegenstände in festverzinsliche, handelbare Wertpapiere umzuwandeln. Hierbei werden bestimmte Finanzaktiva eines Unternehmens in einen Forderungspool eingebracht, der treuhänderisch von einer Finanzierungsgesellschaft verwaltet wird.


CDOs werden so zum Weiterverkauf von Krediten für die Finanzierung besonders riskanter Anlagen, wie in Wohneigentum von Hypothekenschuldnern mit einer ungünstigen Kreditvergangenheit (Sub-prime Hypotheken) oder riskante Unternehmen, mit etwas höheren als den normalen Zinssätzen ausgegeben. Dabei ist völlig unklar, wie hoch eigentlich die garantierenden Werte, z.B. Wohnhäuser, einzuschätzen sind. Schließlich haben es die Finanzingenieure auch noch verstanden, die CDOs in Scheibchen zu schneiden und anderen Derivativen beizumischen und diese neuen Pakete vor allem an Heuschrecken vom Typ Hedgefond zu verkaufen. Nun stellt sich in der Krise der amerikanischen minderwertigen Hypotheken heraus, daß man diese CDOs praktisch nicht durch Weiterverkauf verwerten kann. Die amerikanische Großbank Bear Stearns mußte zwei ihrer Hedgefonds im Buchwert von 4 Mrd Dollar abschreiben. Viele andere Hedgefonds können in Schieflage sein, aber keiner weiß, wo die international gehandelten Risiken aus diesen CDOs wirklich gelandet sind. In der Angst vor dem Risiko leiden jetzt schon die Aktienkurse internationaler Großbanken, auch in Deutschland. Und die Krise ist längst noch nicht zu Ende. Der Markt minderwertiger Hypotheken ist riesengroß und wird allein für die USA auf 1,8 Billionen Dollar - ein astronomischer Betrag - geschätzt.

Die CDOs wurden begeistert von Hedgefonds und anderen in der Sucht nach maximalem Profitgekauft. Jetzt befinden sich die Preise dafür in freiem Fall (Abb. 03632). Angesichts der Probleme mit der Hypothekenfinanzierung in USA bricht dort der Markt für Wohnimmobilien immer mehr zusammen (Abb.03631).



Nun steckt die Krise bei den Hypotheken auch die riskanten Unternehmenskredite an. Die wiederum wurden vor allem von den Heuschrecken des Typs Private Equity benutzt, um sich in viele Unternehmen einzukaufen, wobei nur ein kleiner Teil an Eigenkapital eingesetzt wurde und im übrigen die Unternehmen mit solchen hohen riskanten Krediten belastet wurden. Seit 2001 verlief diese Entwicklung besonders stürmisch (Abb. 03630). Auch diese Kredite wurden angesichts des hohen Risikos von den Banken viel zu günstig angeboten und verlieren jetzt dramatisch an Wert (Abb. 03611).



Jetzt, wo angesichts der Flucht in sicherere Anlagen die Zinsen für solche Kredite enorm gestiegen sind, kommt es zu Problemen in der Unternehmensfinanzierung und bei den Banken. Insgesamt halten Großbanken nur aus Geschäften der letzten zwei Wochen etwa 40 Mrd Dollar an minderwertigen Unternehmenskrediten in ihren Büchern. Allein bei vier internationalen Investmentbanken sollen 180 Mrd Dollar an minderwertigen Anlagen in den Büchern stehen. Da der Markt dafür gegenwärtig praktisch zu ist, hängt allein in USA für den Rest des Jahres ein Betrag von etwa 300 Mrd Dollar in der Luft, der noch für die Finanzierung von Übernahmen oder andere Unternehmenszwecke geplant war. Mindestens 20 große Unternehmen haben bereits die Ausgabe der CDOs vertagt. Ohne die Unternehmens-Übernahmen ist auch die Luft aus den Aktienmärkten raus, die sehr von den Kurssteigerungen im Gefolge von Unternehmensübernahmen hochgetrieben wurden.

So wie die Hypothekenkredite wegen der Anhebung der Zentralbankzinsen leiden und Refinanzierungen schwierig werden, gilt das auch für minderwertige Unternehmenskredite. Ein Bericht der Ratingsagentur Fitch zeigt, daß zwischen 2008 und 2011 nicht weniger als 680 Mrd Dollar an solchen Krediten fällig werden und zu heutigen Bedingungen am Markt kaum refinanziert werden können. Niemand weiß, ob und in welchem Umfang Unternehmenszusammenbrüche ins Haus stehen.

Fazit: Die hochriskanten Kredite wurden aus Profitgier gekauft. Clevere Finanzingenieure und Heuschrecken haben das Geschäft aufgeblasen. Jetzt schlägt der verunsicherte Markt zurück. Fonds und Unternehmen gehen Pleite. Die Aktienkurse purzeln weltweit seit einigen Tagen. Wenn diese Blase richtig platzen sollte, kann es schlimmer werden als bei der High-Tech-Blase der letzten internationalen Finanzkrise. Die Beträge sind heute weit größer und die Märkte sind international noch stärker verzahnt. Eine ausführliche Darstellung enthält der neue Schwerpunkt: Globalsierung+Finanzingenieure+Heuschrecken = Die Kreditblase beginnt zu platzen. Dieser Schwerpunkt wird ständig aktualisiert.

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global news 795 28-07-07: Einkommensentwicklung und Konjunktureinschätzung

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Nach den heute veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts sind die tariflichen Monatsgehälter der Angestellten und Arbeiter auch im April 2007 im Vorjahresvergleich real weiter zurückgegangen (Abb. 04713). Die nicht-tariflichen Arbeitseinkommen werden sich noch wesentlich schlechter entwickelt haben. Da ist die Spiegel-online Meldung von heute wieder eine totale Verharmlosung. Heißt es doch da: „ ..viele Arbeiter und Angestellte haben gemessen an den Verbraucherpreisen weniger im Geldbeutel als noch vor einem Jahr". Es sind viel mehr als nur „viele", nämlich der Durchschnitt aller. Warum kann man nicht bei der Wahrheit bleiben?


Das drückt auf die Konjunkturerwartung der Verbraucher, die sich zum zweiten Mal in Folge eingetrübt hat (Abb. 04917). Dazu die Gesellschaft für Konsumforschung: „ Die ausgeprägte Konjunktureuphorie der Deutschen, die im Mai in einem neuen Allzeithoch der Konjunkturerwartungen gipfelte, hat im Juli etwas an Dynamik verloren." Dennoch titeln die meisten Medien mit Blick auf das kurzfristige Konsumklima wieder euphorisch, wie z.B. SPIEGEL-online: „Deutsche weiter in Kauflaune. Die Stimmung unter den Verbrauchern in Deutschland verbessert sich weiter. Im Gegensatz zu den Unternehmen ließen sich die Konsumenten von Risiken wie steigenden Energiepreisen wenig beeindrucken. Für sie zählt vor allem die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt." Wir werden in einer Woche die amtliche Statistik vom Einzelhandelsumsatz im Juni haben und dann feststellen können, wie falsch solche Eurphorie wieder einmal ist, die letzten Zahlen waren jedenfalls sehr enttäuschend (Abb. 04214).



Abgesenkt zum zweiten Mal in Folge hat sich auch die Erwartungshaltung der deutschen Wirtschaft (Abb. 04589). Dagegen stiegen die Einkommen der Vorstände der größten deutschen Unternehmen des DAX 30 im vergangenen Jahr geradezu dramatisch. Die sprudelnden Gewinne haben die Bezüge der deutschen Top-Manager so stark in die Höhe getrieben wie seit Jahren nicht mehr. Alle Dax-Vorstände zusammen verdienten im vergangenen Jahr 16,5 % mehr als im Vorjahr. Das durchschnittliche Gehalt eines einfachen Vorstandsmitglieds belief sich im vergangenen Jahr auf 2,5 Millionen Euro und lag damit gut 16 Prozent über dem Vorjahreswert. Besonders deutlich fiel das Gehaltsplus bei den Vorstandschefs aus: Sie steigerten ihr Einkommen im Vergleich zum Vorjahr um fast 19 Prozent auf durchschnittlich 4,6 Millionen Euro. Damit erhöhte sich das Durchschnittsgehalt der Top-Manager zwischen 2003 und 2006 um mehr als die Hälfte.


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global news 794 27-07-07: Eurokurs und Geschäftserwartungen in Deutschland

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Seit Beginn letzten Jahres hat der Euro gegenüber dem Dollar um 14 % und gegenüber dem japanischen Yen um sogar 17 % aufgewertet (siehe Abb. 13309). Gegenüber dem chinesischen Renmimbi lag die Aufwertung bei immer noch mehr als 8 %. Damit hat die Exportindustrie der Eurozone erheblich an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Nur Deutschland hat das mit Preisnachlässen auf der Basis von Lohnverzichten der Arbeitnehmer ausgeglichen. Die Folgen zeigen sich deutlich in der Eurozonen-Handelsbilanz der ersten 5 Monate. Die Eurozone ohne Deutschland sank auf ein Defizit von 2 Mrd Euro, während es in derselben Periode des Vorjahres noch ein Plus von mehr als 7 Mrd Euro gewesen war (Abb. 12255).



Man muß vermuten, daß der Dollar noch weiter erheblich an Wert gegenüber dem Euro verlieren wird, und mit ihm die japanische und chinesische Konkurrenzwährung. Die Krise der minderwertigen Hypotheken in USA kommt nicht zur Ruhe und steckt immer mehr den Markt für riskante Unternehmensfinanzierungen an (siehe den stockenden Chrysler-Verkauf und den nach oben schnellenden Index für Versicherung solcher Finanzierungen, Abb. 03629). Gleichzeitig steigt der Ölpreis. Wie lange eigentlich wollen die deutschen Arbeitnehmer den Fall von Dollar/Yen/Renmimbi mit Lohnverzicht auffangen und damit die deutschen Exportüberschüsse retten? Und wie lange kann der Rest der Eurozone dies aushalten? Und wenn dort erhebliche Exporteinbrüche kommen und negative Wirtschaftsfolgen hervorrufen, wird Deutschland dann unbehelligt bleiben? Wie sagte doch Bundesfinanzminister Steinbrück noch vor wenigen Tagen: „Der starke Euro macht mir keine Sorgen, ich liebe den starken Euro." Weiß er nicht, daß es im Euro-Boot, in dem wir alle sitzen, keine zwei Klassen gibt? Hat er vergessen, daß Deutschland unter den großen Industrieländern mit Abstand am meisten exportabhängig ist? Seit Tagen bröckelt nun auch der Dax-Kurs wegen der Probleme in USA (Abb. 04916) Vor allem amerikanische Anleger ziehen sich in sichere US Schatzpapiere zurück. .



Der Ifo-Geschäftsklima-Index zeigt nun schon im zweiten Monat nach unten (Abb. 04589). Die Ifo-Sphinx aus München äußert sich dementsprechend gewunden und widersprüchlich: Die befragten Unternehmen beurteilten ihre derzeitige Geschäftslage ebenso positiv wie im Vormonat, ihre Geschäftsaussichten für das kommende halbe Jahr sehen sie jedoch nicht mehr ganz so günstig. Diese Ergebnisse sprechen für eine Fortsetzung des konjunkturellen Aufschwungs im zweiten Halbjahr. Im verarbeitenden Gewerbe äußern sich die Unternehmen zu ihrem künftigen Exportgeschäft etwas weniger zuversichtlich. Die Meldungen über einen geplanten Personalaufbau haben erneut zugenommen. Wie kommt der Ifo-Chef bei negativen Geschäftserwartungen eigentlich zu seiner Interpretation eines ungestört fortgesetzten Aufschwungs?


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global news 793 26-07-07: Noch einige interessante Ergebnisse der Harrispoll/FT-Umfrage

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Das renomierte Harris-Institut hat im Auftrag der FT je 1.000 Erwachsene in Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland und USA nach der Meinung zu wichtigen Themen befragt. Ich hatte bereits im Rundbrief vom 24. Juli über einige Ergebnisse berichtet. Hier einige weitere:

Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich wird überall, am meisten aber in Deutschland wahrgenommen (91 %), gefolgt von Frankreich und Italien (Abb. 03622).


Bis auf Italien, erfreuen sich die Führungsspitzen der Unternehmen mehrheitlich keiner besonderen Bewunderung. In Deutschland ist die Bewunderung am geringsten und die Ablehnung am Größten (Abb. 03623).


Ein Teil der mangelnden Bewunderung hängt mit der Kritik an den zu hohen Einkommen zusammen. Bis auf Frankreich (dort sind die Unterschiede in der Tat nicht so groß) halten mindestens 70 % die Einkommen für zu hoch und nur ein Viertel für angemessen. In USA und Großbritannien, aber auch in Deutschland (79 %) ist diese Meinung besonders stark vertreten (Abb. 03624).


Mehrheiten in allen sechs Ländern glauben, daß die hohen Einkommen stärker besteuert werden sollten. In Deutschland halten das fast zwei Drittel für notwendig (Abb. 03625). Umgekehrt halten große Mehrheiten die Steuern für kleine Einkommen als für zu hoch (in Deutschland 79 %, Abb. 03626).



Die Rolle des Staates in der Wirtschaft war eine weitere Frage. Große Anteile der Befragten in Spanien, Frankreich und Deutschland meinen, daß die Politik eine zu geringe Rolle spiele (Abb. 03628).


Die klassische Frage richtet sich auf die Länder mit der größten Gefährdung der globalen Stabilität. Hier rangieren die USA und China vorne. In Großbritannien, Spanien und Deutschland werden die USA für das größte Risiko gehalten (Abb. 03627).


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global news 792 25-07-07: Kommunistische Partei Chinas will sich in Europas größte Bank einkaufen

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Barclays ist Europas größte Bank. Derzeit kämpft sie gegen die Royal Bank of Scottland um die Übernahme von ABN AMRO, der achtgrößten Bank Europas. Die Royal Bank of Scottland (sechsgrößte Bank) hat für ABN AMRO ein Angebot von 71 Mrd Euro unterbreitet. Das ist schwindelerregend, denn es übersteigt beispielsweise den Aktienwert der Deutschen Bank um mehr als das Doppelte (Abb. 03467). Dabei wird Royal Bank of Scottland von dem hinlänglich aus dem Debakel der Deutschen Börse bekannten Heuschreckenfonds TCI (The Childrens Investment Fund), der an ABN AMRO beteiligt ist und von innen heraus für deren Angebot plädiert, unterstützt.


Barclays konnte jetzt ein ähnlich dimensioniertes Gegenangebot nur aufmachen, indem die Beteiligung zweiter Staatsfonds bzw. Staatsbanken aus Asien mit 13,4 Mrd Euro erreicht wurde. Beide werden gleichzeitig Gesellschafter von Barclays werden. Dabei geht es einerseits um Temasek Holdings, ein Fonds der die direkten Auslandsinvestitionen der Regierung von Singapur betreut und der Regierung gehört. Chefin ist dort die Frau des Ministerpräsidenten und Finanzministers. Singapur hat gewaltige Devisenreserven angehäuft, die in diesem Fonds, dem zweitgrößten der Welt, liegen (Abb. 13300). Der zweite und noch wichtigere Partner ist die China Development Bank, die staatliche Entwicklungsbank Chinas unter der Kontrolle des Staatsrats von China und damit der KPC. Damit erlangt die KPC die direkte Kontrolle über einen Anteil bei Barclays von 7,6 %. Zusammen mit Temasek werden die beiden Staatsfonds 10,4 % an der größten europäischen Bank halten, wenn das Angebot durchgeht. Man muß dann damit rechnen, daß sie ihre Anteile durch Zukäufe an den Börsen weiter ausbauen werden.


Damit zeigen Staatsfonds zum ersten Mal ihr Gesicht in einem größeren Übernahme-Poker.

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global news 791 24-07-07: Warum begreifen so viele Deutschen die Nachteile der Globalisierung nicht?

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In Deutschland wächst unter dem Druck einer neoliberalen Globalisierung der soziale Graben weit stärker und schneller als in den meisten Vergleichsländern, denn nirgendwo werden die Arbeitseinkommen zur angeblichen Stärkung der äußeren Wettbewerbsfähigkeit des in seinen Export verliebten Landes so in den Keller getrieben (Abb. 12340). Nur magere 12 % sehen ihre Lage in diesem Jahr besser als im letzten (Abb. 13310). Eine Mehrheit hat Angst vor Altersarmut (Abb. 04914).




Und dennoch glauben in Deutschland nach einer neuen FT/Harrisumfrage unter je 1.000 Befragten in 6 Ländern mehr der Befragten als in Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und USA immer noch, die Globalisierung würde sich für das eigene Land positiv auswirken (Abb. 03618), sogar ein mehr als doppelt so hoher Anteil als in dem normalerweise in neoliberaler Tradition schwimmenden Großbritannien.


Immer noch glauben mehr Menschen als in Frankreich, Italien und Spanien daran, daß alle Menschen die gleichen Entwicklungschancen haben (Abb. 03619), obwohl in kaum einem Land der Schulerfolg so von der sozialen Situation der Eltern abhängig ist, wie hier (Abb. 13090).



In allen anderen Länder, bis auf USA, sind mehr Menschen als in Deutschland der Meinung, die Spitzengehälter der Bosse müßten von der Regierung begrenzt werden (Abb. 03620).


Für den unbrenzten Wettbewerb, die Quintessenz der neoliberalen Globalisierung, setzen sich ebenfalls mehr als in anderen Ländern, außer in Italien, ein (Abb. 03621).


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global news 790 24-07-07: Deutsche Steuerpolitik: Wer hat, dem wird gegeben

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In Deutschland, noch mehr als in den anderen alten Industrieländern, wächst unter dem Druck der neoliberalen Globalisierung die Kluft zwischen Einkommen aus Arbeit und solchem aus Kapital (Abb. 04054). Nach einer neuen FT/Harris Umfrage unter jeweils 1.000 Befragten in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und USA sehen nur noch Minderheiten um 20 % die Globalisierung positiv; in Deutschland ist der Anteil wegen des Irrglaubens, mit Exportüberschüssen zu den Gewinnern zu zählen, etwas höher (Abb. 03618).



Einer der Hauptgründe, warum in Deutschland die Einkommens-Schere zwischen den meisten Arbeitnehmern und den auf Kapitaleinkommen gebuchten Einkommensgruppen so stark aufgeht, ist die hier im Vergleich zu anderen Ländern stark unterentwickelte Aktienkultur. Damit verlieren die Arbeitnehmer durch die Globalisierung bei ihren Arbeitseinkommen, finden aber keinen Ausgleich durch Teilnahme an den stark steigenden Unternehmensprofiten sowie steigenden Aktienkursen und Dividenden, die vor allem durch gedrosselte Arbeitseinkommen unterfüttert werden. Nur etwa 12 % der Deutschen besitzen Aktien oder Aktienfonds-Anteile und dieser Anteil sinkt immer weiter und konzentriert sich damit immer mehr auf die ohnehin wohlhabenden Schichten, ganz anders als in anderen Ländern (Abb. 04641, 4774 undAbb. 12425).




Die Deutschen sind besonders ängstliche Sparer. So halten die privaten Haushalte immer noch 34 % ihres Geldvermögens als Barkapital auf der Bank. Mit Versicherungen und festverzinslichen Rentenwerten sind das zusammen 70 % (Abb. 04915).


Was die Bundesregierung jetzt allerdings mit der Abgeltungssteuer macht, trifft vor allem die mittleren und kleinen Einkommen aus Aktienbesitz, indem die Steuerfreiheit auf langfristige Kapitalanlagen abgeschafft, das Halbeinkünfteverfahren bei Dividenden gekippt sowie der Freibetrag für Spekulationsgewinne gestrichen wird. Je geringer der persönliche Steuersatz, desto stärker die Belastung durch die Abgeltungsteuer. Wer bislang bei einem persönlichen Steuersatz von 25 Prozent auf 1000 Euro Dividende insgesamt 125 Euro Steuern zahlte (bislang wurden nur 500 Euro mit dem persönlichen Satz besteuert), zahlt ab 2009 die doppelte Summe. Mit der Abschaffung des Halbeinkünfteverfahrens kehrt der Fiskus komplett zur Doppelbesteuerung zurück: Er besteuert den bereits vom Unternehmen versteuerten Gewinn noch einmal auf der Anlegerebene. Um Ersparnisse kleiner und mittlerer Einkommen stärker besteuern zu können, hat der Gesetzgeber nicht nur den Sparerfreibetrag auf nun 801 Euro beinahe halbiert, sondern auch die Freigrenze für Spekulationsgewinne in Höhe von 512 Euro gestrichen. Das bedeutet, dass bei einer Jahresrendite von 4 Prozent nur noch Spareinlagen bis zu einer Höhe von 20.000 Euro steuerfrei sind.

Außerdem wird den Aktiensparern die Möglichkeit genommen, Transaktionskosten (beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren) anzurechnen. Damit verabschiedet sich der Fiskus vom Nettoprinzip: Für ihn gibt es nur noch Gewinne, die beim Aktiensparen entstehenden Kosten werden nicht berücksichtigt. Schließlich wird durch die Abschaffung der Haltefristen die Altersvorsorge mit Aktien für viele Sparer in Deutschland noch uninteressanter.

Vermögende Anleger profitieren dagegen mehrfach von der Abgeltungsteuer. Ihre Steuerlast auf festverzinsliche Wertpapiere fällt erheblich, da sie Zinsen künftig nicht mehr mit dem persönlichen Steuersatz von bis zu 42 Prozent, sondern nur noch mit rund 28 Prozent versteuern müssen. Außerdem werden mit Einführung der anonymen, pauschal abgeführten Steuer ab 2009 viele vermögende Deutsche für das Finanzamt rechnerisch ärmer, da ihre Kapitaleinkünfte nicht mehr im persönlichen Steuerbrutto auftauchen. Mit dem sinkenden Jahreseinkommen bleibt vielen Vermögenden nicht nur die Reichensteuer erspart - sie kommen ohne Kapitaleinkünfte in den Genuss ungeahnt niedriger persönlicher Steuersätze. Und auch das noch: Bereits jetzt basteln Luxemburger Banken an Fondsmodellen, mit deren Hilfe vermögende Kunden aus Deutschland die Abgeltungsteuer umgehen können. Solche steuersparenden "Millionärsfonds" stehen nur einer ausgewählten Klientel offen.

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global news 789 23-07-07: Die Angst vor Armut im Alter treibt viele von uns um

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Jeder zweite Deutsche hat nach einer neuen Emnid-Umfrage Angst vor Armut im Alter (Abb. 04914). Von den heute 30- bis 39-Jährigen rechnen fast 70 Prozent mit Versorgungslücken bei ihrer Rente. Das Thema Rente wird in Deutschland mehr als in anderen Vergleichsländern als Herausforderung begriffen (Abb. 12800).



Nach dem letzten Rentenbericht der OECD sind die deutschen Renten verglichen mit dem letzten Arbeitseinkommen besonders klein (Abb. 12490) und haben auch keine soziale Vorsorge für kleinere Arbeitseinkommen (Abb. 12489). Da es keine Mindestlöhne, wie in den meisten Vergleichsländern gibt, sind solche Renten von unterdurchschnittlichen Arbeitseinkommen relativ häufig; dazu trägt auch die seit vielen Jahren verbreitete Massenarbeitslosigkeit bei.



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global news 788 21-07-07: China zieht als Wirtschaftsmacht an Deutschland vorbei

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In Deutschland wird spekuliert, ob China noch in diesem Jahr Deutschland vom dritten Platz der wirtschaftsstärksten Länder der Welt ablösen wird. Nach der phänomenalen chinesischen Steigerungsrate im 1. Halbjahr von 11,9 % (bei vorraussichtlich um 1,8 % für Deutschland) ist das auf Dollarbasis gegen Ende 2007 ziemlich sicher (Abb. 08017 und 08110).



Was dabei allerdings immer vergessen wird, ist die starke Unterbewertung der chinesischen Währung gegenüber dem Dollar. Geht man dagegen auf Kaufkrafteinheiten über, die für einen Vergleich viel besser geeinget sind, so ist China schon seit vielen Jahren an Deutschland vorbeigezogen. Im vergangenen Jahr hatte China bereits einen Anteil von 15 % am Bruttoinlandsprodukt der Welt, während der deutsche Anteil auf 3,9 % gefallen war (Abb. 08111).


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global news 787 21-07-07: Bei normalen Bürgern kommt kein Geld an

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Nach einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv. forsa unter insgesamt 1003 Bürgern geht es nur mageren 12 % besser als im vergangenen Jahr und 36 % sogar schlechter (Abb. 13310). Bei Arbeitern liegt dieser Anteil bei hohen 51 %; während es bei den Selbständigen 25 % sind. Nur 19 % der Befragten glauben, daß sich ihre persönliche Lage verbessern wird. Besonders positiv schauten auch hier die Selbstständigen in die Zukunft: 45 Prozent rechneten mit einer Verbesserung ihrer finanziellen Lage in einem Jahr.


Konsequenterweise planen nur 11 % größere Anschaffungen, 86 % dagegen nicht und erklären ganz überwiegend, kein Geld dafür zu haben (51 %, Abb. 13311). Damit liegt der Wert für die, die angeben, kein Geld zu haben, ähnlich hoch wie in den beiden Vorjahren. 39 % erwarten, daß sich die allgemeine (nicht ihre persönliche) Lage in Deutschland verbessert.


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global news 786 20-07-07: Schlecht bezahlte Teilzeit- und Leiharbeit grassiert in Deutschland mehr als in den Vergleichsländern

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Deutschland steigt zum europäischen Spitzenland in schlechtbezahlten Teilzeit- und Leiharbeitsjobs auf. Seit 2004 war die Steigerungsrate höher als in den Vergleichsländern und im EU-Durchschnitt (Abb. 12663 und 12561).



Bei Teilzeitarbeit in Prozent der Gesamtbeschäftigung hat Deutschland schon die Spitze übernommen (Abb. 12560), bei Zeitverträgen sind wir nahe dran (Abb. 12562).



Das Statistische Bundesamt hat heute die Katze aus dem Sack gelassen: Vollzeitbeschäftigte verdienen pro Stunde im Durchschnitt 34 % mehr als Teilzeitbeschäftigte (Abb. 12664). Gleichzeitig versucht das Statistische Bundesamt Beruhigungspillen ob dieser eklatanten und ausbeutenden Diskriminierung zu verabreichen, die dann auch prompt von den Medien aufgegriffen werden: Der Unterschied könne im Wesentlichen auf zwei Ursachen zurückgeführt werden: Zum einen seien teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seltener in den gut bezahlten Führungspositionen und im Fachkräftebereich tätig als Vollzeitbeschäftigte. Zum anderen arbeiteten Teilzeitbeschäftigte überwiegend in Dienstleistungsbereichen, die vergleichsweise niedrige Verdienste zahlen. Der letztere Grund zieht schon deshalb nicht, weil der Dienstleistungsbereich nur um 5 % schlechter entlohnt wird. Daß die Karrieren der Teilzeitbeschäftigten weniger gut verlaufen, dürfte zutreffen, ist aber gleichzeitig Teil der Ausbeutung billiger Arbeitskraft.


Was das Statistische Bundesamt unterschlägt, ist die deutsche Sonderrolle, die die Formen niedrig bezahlter Beschäftigung mit steilen Zuwachsraten im internationalen Vergleich aufzeigen. Das paßt natürlich zu der in Deutschland generell viel schlechteren Lohnentwicklung und der Diskriminierung von Arbeit gegen Kapital generell.

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global news 785 19-06-07: Einkommensverteilung und Steuergerechtigkeit: die Einkommensteuerstatistik

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Ende vergangenen Jahres hat das Statistische Bundesamt die jährliche Einkommensteuerstatistik auf Basis der Geschäftsstatistik der Finanzverwaltung für das Jahr 2002 veröffentlicht. Sie ist in mehrfacher Hinsicht für die Beurteilung der Einkommensverteilung und der Steuergerechtigkeit interessant.

Die Einkommensseite der Steuerstatistik zeigt die schon im Jahr 2002 sehr ungleiche Einkommensverteilung. Dabei ist einerseits zu berücksichtigen, daß nur die erklärten Einkommen erfaßt sind und die höheren Einkommensgruppen bessere Möglichkeiten haben, Steuern in Steueroasen zu vermeiden. Andererseits hat sich seit 2002 die Einkommensschere erheblich weiter geöffnet (Abb. 04054). Mit diesen Vorbehalten ist festzustellen: 3 % der Steuerpflichtigen erzielten 18 % der Einkommen (Abb. 04912) und 19 % der Steuerpflichtigen brachten es auf 48 % der Einkommen (Abb. 04913). Der Gini-Koeffizient als Maß der Ungleichheit beträgt 0,447, was eine etwas geringere Ungleichheit bedeutet als der vom Sachverständigenrat für 2002 ausgewiesene Gini-Koeffizient der Markteinkommen von 0,4595 (die Differenz kommt möglicherweise aus den nicht zur Steuer erklärten Einnahmen).




Zur Steuergerechtigkeit fällt zunächst auf, daß der durchschnittliche Steuersatz selbst bei den Spitzeneinkommen in der Gruppe von mehr als 5 Millionen Euro mit 37,8 % erheblich unter dem seinerzeitigen Spitzensteuersatz von 48,5 % lag, der ab 55.000 Euro Jahreseinkommen galt. Außerdem gibt es in den höchsten 6 Gruppen ab 250.000 Euro Jahreseinkommen keine weitere Progression und sogar einen leichten Rückgang des durchschnittlichen Steuersatzes je höher die Einkommensgruppe (Abb. 04911). Diese besonders hohen Einkommen, zu denen immerhin mehr als 112.000 Steuerpflichtige gehören, kamen also in den Genuß von nicht näher erläuterten Steuerminderungstatbeständen. Normalerweise hätte die Progression einen ungebremsten Anstieg in die Nähe des Spitzensteuersatzes produzieren müssen.


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global news 784 18-06-07: Was macht denn nun die deutsche Konjunktur?

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Die deutsche Medienlandschaft besteht, seit es die Große Koalition gibt und verstärkt in diesem Jahr, fast nur aus konjunkturellem Sonnenschein, angeheizt von amtlichen Meldungen aller Art. Der Bundeswirtschaftsminister in seiner Meldung von gestern: „Der konjunkturelle Aufschwung setzt sich fort. Am aktuellen Rand zeichnen die Konjunkturindikatoren nach wie vor ein freundliches Bild. Die Aussichten für eine Fortsetzung des Aufschwungs bleiben demnach günstig." Kein Wort über den unaufhaltsam steigenden Eurokurs (Abb. 13309), dem Bundesfinanzminister Steinbrück gerade eine Liebeserklärung abgegeben hat, kein Wort über die steigenden Ölpreise (Abb. 07176), kein Wort über die Aussichten auf immer weiter steigende Zinssätze der EZB und kein Wort auch zu der sich in USA abkühlenden Konjunktur.



Der Einzelhandelsumsatz stottert weiter (Abb. 04214). Doch da beruhigt der Bundeswirtschaftsminster sogleich mit den angeblichen Vorzieheffekten: „Die Erholung der privaten Konsumausgaben schreitet nach der deutlichen Abschwächung im ersten Quartal 2007 voran. Allerdings scheinen die Vorzieheffekte bei langlebigen Konsumgütern wegen der Anhebung der Mehrwertsteuer länger nachzuwirken."


Wir werden bis zum 14. August warten müssen, bis uns das Statistische Bundesamt die Wahrheit zur Konjunkturentwicklung im 2. Quartal 2007 einschenken wird. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat seine Prognose schon mal auf 0,4 % Wachstum gegen Vorquartal nach 0,5 % im 1. Quartal und noch stolzen 1 % im 4. Quartal 2006 abgesenkt. Das wäre dann für das erste Halbjahr auf Jahresbasis umgerechnet nur noch ein magerer Zuwachs von 1,8 % und weit von den Erwartungen vieler Wirtschaftsforschungsinstitute und auch der Bundesregierung entfernt. Auch die Wirtschaftsanalysten der Finanzinstitutionen haben jetzt nach ZEW-Meldung von heute ihre Erwartungen and die deutsche Konjunktur drastisch abgesenkt (Abb. 04762). Wo sollte auch der unaufhaltsame Aufschwung bei - von einigen Tarifabschlüssen abgesehen - weiterhin eingefrorenen Arbeitseinkommen, zunehmenden Jobs mit geringfügiger Bezahlung, real rückläufigen Renten und Gehältern sowie Pensionen im öffentlichen Dienst herkommen?


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global news 783 17-06-07: Für die Wohlstandmobilität wächst weltweit der Hunger der Armen

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Die entwickelten Industrieländer wollen ihre Mobilität und Liebe zum Auto in keiner Weise einschränken, auch nicht auf deutschen Autobahnen und mit großhubräumigen Karossen. Also soll der Klimaeffekt teilweise durch Biosprit aufgefangen werden. Was das für die Ernährung der Armen dieser Welt, auch in den Industrieländern selbst, bedeutet, wird nun zunehmend klarer.

Die Verantwortlichen des UN-Nahrungsmittelprogramms haben sich jetzt mit einer deutlichen Warnung an die Öffentlichkeit gewandt. Während die kürzlichen Preissteigerungen für Nahrungsmittelpreise auf vorrübergehenden Faktoren beruhen, wie besonderer Trockenheit, sprechen strukturelle Veränderungen, vor allem die Nachfrage nach Biotreibstoffen, dafür, daß die Preise für die nächste Dekade hoch bleiben. In den USA wird sich die Ethanolproduktion auf Maisbasis zwischen 2006 und 2016 verdoppeln und wird dann fast ein Drittel des Maisanbaus in Ethanol verarbeitet werden (Abb. 07182). Ähnlich wird die Entwicklung in der EU bei Ölsaaten eingeschätzt. In Brasilien soll sich die Ethanolproduktion auf Zuckerrohrbasis ebenfalls verdoppeln und dann etwa 60 % des Zuckerrohranbaus verschlingen (Abb. 07183).



Die steigenden Nahrungsmittelpreise (Abb. 07184) sollen nach dieser Studie zu einem besonderen Problem für die von Nahrungsmittelimporten abhängigen Länder und die Armen in den Städten werden. Während die Landwirtschaftsproduzenten für Biotreibstoffe profitieren, werden die Bauern leiden, die Futtergetreide für die Viehzucht brauchen. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, das ca. 90 Mio Menschen am Leben erhält, einen Bruchteil der auf 850 Mio geschätzten in der Welt hungernden Menschen, muß mit Einkaufspreisen fertig werden, die in den letzten 5 Jahren bereits um fast 50 % gestiegen sind. Es fürchtet nun, daß ihm die Gelder ausgehen. Einerseits braucht die Welt wegen der starken Bevölkerungsentwicklung (Abb. 0703) mehr Nahrungsmittel, andererseits werden immer mehr davon für die Treibstoffproduktion abgezweigt. Die globalen Vorräte an Weizen sind bereits heute auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren gefallen. Die UN erwartet jetzt eine längerfristige Preissteigerung um 20 bis 30 %.



Dämmert unseren biosprittsüchtigen Politikern, was das für den Hunger in der Welt bedeuten wird? Die Kombination von starkem Bevölkerungswachstum, treibhausklima-bedingter Trockenheit, allgemeinem Wassermangel und der Nahrungsmittelverwendung in Verbrennungsmotoren kann schnell für viele Menschen zu einem tödlichen Cocktail werden.

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global news 782 16-06-07: 47-Nation Pew Global Attitudes Survey: Meinungsbild USA und China

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Das sehr renomierte Pew Ressearch Center in USA hat jetzt seine 2007 internationale Meinungsumfrage auf der Basis von 45 Tausend Interviews in 47 Ländern (1.000 in Deutschland) herausgebracht. Dabei zeigt sich ein starker Meinungsverlust in vielen Ländern bei USA und auch bei China. Besonders in Deutschland hat sich das Meinungsbild der USA stark verschlechtert; zwei Drittel der Befragten hatten eine negative Meinung (Abb. 13305, 13307). Dabei bezieht sich die Meinung auf die USA und nicht auf die Amerikaner als Menschen, bei denen 63 % ein positives Urteil haben.



Bei China ist eine Mehrheit in Frankreich, Deutschland, Italien und Japan nun negativ gestimmt (Abb. 13304, 13306). Die wachsende Wirtschaftsmacht wird hier nicht mehr so positiv, wie in anderen Ländern gesehen. Hinzu kommt eine breite Sorge wegen der wachsenden militärischen Macht Chinas.



Als eines der größten Probleme der Welt wird der wachsende Graben zwischen Armut und Reichtum angesehen. Hier liegt das Problembewußtsein in Deutschland (nach China) an der Spitze (Abb. 13308).


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