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global news 07-09-05: Chinas Export-Dampfwalze (Wo bleibt Bangladesch?)
Im ersten Halbjahr 2005 hat China mit einer Ausfuhrsteigerung um 26 % und einem Einfuhrrückgang um 13 % seinen gesamten Bilanzüberschuß mit Deutschland auf 8,1 Mrd Euro oder fast das
Dreifache des Vorjahreszeitraums steigern können, siehe Abb.08013. Aus deutscher Sicht ist dies das größte einzelne
regionale Defizit.
Mit der gesamten EU hat China im 1. Halbjahr seine Ausfuhren um 39 % gesteigert, seine Einfuhren von dort aber nur um magere 2 % - ein ähnliches
Ungleichgewicht wie mit Deutschland.
Der chinesische Durchschnitts-Monatslohn im gewerblichen Bereich wird übrigens von der ILO für 2002, das letzte berichtete Jahr, mit umgerechnet 132 Euro angegeben (wer will da im
Wettbewerb etwas mit einer Korrektur an den deutschen Lohnnebenkosten erreichen?).

Besonders aggressiv tritt China im Textilbereich
an. Es bietet dem europäischen Einzelhandel enorme Handelsspannen und hat sich auf diese Weise eine interessierte EU-Lobby gegen evtl. Antidumpingzölle und Beschränkungen aufgebaut. So
sollen die 50 Mio zusätzliche Pullover oder 11 Mio Hosen, die trotz der mit China für 2005 vereinbarten Quoten bereits im Anmarsch auf Europa sind, laut Financial Times vom 15. August einen
Einkaufswert für die Pullover von 200 bis 250 Mio Euro haben, aber vom Handel mit bis zu 800 Mio Euro verkauft werden. Generell liegt nach Auskunft des International Rayon and Synthetic Fiber
Committee in Brüssel (FT vom 23. August 2005) der Verkaufspreis für China-Textilien beim 2,7 bis 3,5-Fachen des Einkaufpreises (wer beutet da wen aus?). Hauptleidtragende der chinesischen
Exportdampfwalze befinden sich auch unter den ärmsten Entwicklungsländern, wie z.B. Bangladesch, dessen Textilexporte nach Deutschland im 1. HJ 05 um 12 % zurückgingen, während
die aus China um 56 % gestiegen sind (Abb. 08029). Für mehr zu den armen Entwicklungsländern bitte hier anklicken, für mehr zu
China hier.
global news 06-09-05: Wohlstands- und Steuervergleich mit Skandinavien
global news 05-09-05: New Orleans und "small Government"
global news 04-09-05: Lehren aus dem Unglück von New Orleans
Aus dem Unglück von New Orleans sind auch sozialpolitische Lehren zu ziehen, nicht nur solche zum Umgang mit dem Weltklima. Die neoliberale Ideologie, die sich z.Zt. globalisierend ausbreitet,
hat in USA bereits seit Reagans Zeiten Fuß gefaßt. Der Anteil der in Armut lebenden Amerikaner ist 2004 mit 1,1 Millionen mehr Armen als im Vorjahr auf 12,7 % gestiegen, höher als in
den 70er Jahren trotz 30 Jahren Wachstums der amerikanischen Wirtschaft. Etwa 1 Million Menschen konnten die von Kathrina bedrohte Region im eigenen Auto rechtzeitig verlassen. Die zurückblieben,
waren meist die ohne Auto oder genug Geld für privaten Transport, denn die Armutsrate in New Orleans liegt bei 28 %, der größte Teil "poor black". Obwohl auch in Deutschland die Unterschiede
größer werden, ist die Einkommensverteilung in USA noch wesentlich ungleicher (Abb. 12009). Für mehr zu USA bitte hier anklicken.
global news 03-09-05: Kein Bock auf Konsum in Deutschland (StaBuA 2. HJ 05)
global news 02-09-05: Kaum Anstieg der Versicherungspflichtig Beschäftigten nach Bericht der Bundesagentur vom August 05
Die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten verharrte im Juni 2005 weitestgehend auf dem gegen 2003 um 1,1 Millionen abgesenkten Niveau (Abb. 04008). In Ein-Euro-Jobs waren im August 2005
rund 236.000 Arbeitslose beschäftigt, rund 4000 mehr als im vorigen Monat. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat sich kaum verbessert und liegt weiterhin bei mehr als 1,8
Millionen (Abb. 04033).
global news 01-09-05: Nochmal Arbeitnehmerentgelt, Export und Arbeitslosigkeit: Mehr Überschüsse = mehr Arbeitslosigkeit?
Hier noch einmal eine Grafik (04062), die Exportsaldoentwicklung mit der Arbeitslosigkeit korreliert und das auf längerfristiger Basis seit 1995. Das Ergebnis ist m .E. noch frappierender als auf der
Grafik von gestern, wobei die Trends beider Linien fast identisch sind (die Zacken kommen aus der saisonalen Entwicklung), obwohl man an sich genau das Gegenteil erwarten müßte. Abbildung
04063 zeigt die Entwicklung der Löhne und Gehälter in den drei Phasen verglichen mit der Entwicklung des Exportsaldos. 1997-2000 in Zeiten höherer Lohn- und Gehaltssteigerung ist der
Saldo leicht zurückgegangen, während er in den Jahren negativer oder sehr geringer Lohn- und Gehaltsentwicklung sehr kräftig zugenommen hat, wie besonders zwischen 2000 und 2004, nicht
zuletzt Dank der dann durchweg festen Kursbindung in der Eurozone.
Auch dies stärkt die Vermutung, daß es im wesentlich der seit 2000 zu beobachtende Druck auf die deutschen Löhne
unter Führung der großen Exportunternehmen ist, der die deutsche Binnenkonjunktur und den Arbeitsmarkt schädigt. Natürlich ist in der Regel nichts monokausal zu erklären,
aber die Lohnzurückhaltung dürfte eines der besonders falschen deutschen Rezepte für die Globalisierung sein.
Für mehr zu diesem Thema bitte hier anklicken.
global news 31-08-05: Arbeitnehmerentgelt, Export und Arbeitslosigkeit
Das Schaubild 04061 zeigt Zusammenhänge zwischen der Entwicklung von Arbeitskosten, Export und Arbeitslosigkeit. Schwer vorstellbar, daß das alles nur Zufall sein soll. Der
Produktivitätsgewinn war jedenfalls zu gering, um die Parallelität von Export und Arbeitslosigkeit zu erklären, und auch der begrenzte Harz IV-Effekt auf die Arbeitslosenspitze gilt
erst ab 2005. Die Importe als ein potentielles Druckpotential auf den Arbeitsmarkt haben sich zwischen 2000 und 2004 nur um etwa 7 % erhöht und das meiste geht auf das Konto der
Energieeinfuhren, die allein im vergangenen Jahr um 11 % zugenommen haben.
Der mittels Verlagerungsdrohung ausgeübte spektakuläre Druck der großen Exportunternehmen auf die
Masseneinkommen mit den Folgen für Binnenkonjunktur und Arbeitsmarkt wäre jedenfalls eine plausiblere Erklärung (wobei exportgenerierte Arbeitsplätze den Arbeitsplatzverlust durch
die stagnierende Binnenkonjunktur nicht wettmachen können). Aber dieser Zusammenhang zwischen Export und Arbeitslosigkeit scheint zu den großen Tabus der deutschen Konjunkturforscher und der politischen Diskussion
überhaupt zu gehören. Oder hat jemand eine bessere Erklärung?
global news 30-08-05: Deutschland zur Mitte des 6."verlorenen" Jahres
Die meisten Wirtschafts- und Sozialdaten aus der amtlichen deutschen Statistik der letzten 5 bis 6 Jahre von 2000 bis Mitte 2005 sind schlicht bedrückend. Sie sind in einem Schaubild
zusammengefaßt und bedürfen keiner längeren Erläuterung (Abb. 04004). Über diese jetzt mehr als 5 Jahre gab es Rückgang oder Stagnation beim Arbeitnehmerentgelt, den
privaten Konsumausgaben, den Bruttoanlageninvestitionen, den Vollzeitarbeitsplätzen und konsequenterweise beim Bruttoinlandsprodukt. Dagegen stiegen die Zahl der Arbeits- und
Langzeitarbeitslosen und besonders die Unternehmens- und Vermögenseinkommen (seit Mitte 2003 um nicht weniger als 27%) sowie im
Gefolge die Sparquote der Haushalte (allerdings lt. StaBuA vor allem die der besser Verdienenden). Deutschland fiel in das
letzte Drittel der EU-15-Länder und unter deren Durchschnitt beim BIP/Kopf zu Kaufkraftparität zurück. Für mehr zu
diesem Thema bitte hier anklicken.
global news 29-08-05: 6% des Bruttoinlandsprodukts vom
Warenverkehrsüberschuß mit der EU abhängig
Hier ein Schaubild, das optisch zeigt, wie zentral die Eurozone - neben Resteuropa (ohne Rußland und Beitrittsländer) und USA - im Schatten fester Wechselkurse mit einem Anteil von 56
% am gesamten Exportüberschuß für den Außenbeitrag zum deutschen Bruttoinlandsprodukt geworden ist (Abb. 04060).

Der Beitrag des Überschusses innerhalb der gesamten EU (25)
zum deutschen Bruttoinlandsprodukt schnellt von 3,2 % im Jahr 2000 nach 5,6 % in 2004 auf 5,9 % in diesem Jahr hoch, wenn sich der Trend des ersten Halbjahres fortsetzt (Abb. 06020). Ohne diesen
Zuwachs seit 2000 hätte Deutschland in diesem Jahr dem Trend folgend ein um 2,7 % niedrigeres BIP. Umgekehrt bedeutet z.B. das Defizit mit Deutschland für Italien einen Negativ-Beitrag von
etwa 1,3 % zum italienischen Bruttoinlandsprodukt, also keine zu vernachlässigende Größe. Ein Vergleich mit Frankreich zeigt auch, daß es die Lohnzurückhaltung in
Deutschland und nicht so sehr die Struktur des deutschen Exports mit einem hohen High-Tech-Anteil ist, die Deutschland den Wettbewerbsvorteil in der Eurozone verschafft, zumal sich die Struktur seit
2000 nicht wesentlich geändert hat, während die Überschüsse ständig stiegen (Abb. 06021).
Will Deutschland an diesen Überschüssen (vor allem in der Eurozone) und
dem damit verbundenen ungewöhnlich hohen Außenbeitrag zum BIP festhalten, so wird man die deutschen Löhne und die deutsche Binnenkonjunktur weiter auf Sparflamme halten müssen,
mit allen seit Jahren überdeutlichen negativen Konsequenzen für Arbeitslosigkeit, Staatsfinanzen, Renten und Investitionen in die für die Zukunft wettbewerbsentscheidende
Produktivität. Dies ist das Dilemma, in das die deutsche Wirtschaft geraten ist. Doch die Daten sprechen dafür, daß Deutschland mit normaler Lohnentwicklung und Binnenkonjunktur sehr
viel mehr Arbeitsplätze industrieweit sichern und gewinnen würde, als es mit etwas weniger Export der vom Saldo privilegierten Ausrüstungsindustrie einbüßen
müßte. Die Behauptung, wenn man die Löhne im Inland erhöhe, würde Deutschland jeden Tag 5000 Arbeitsplätze verlieren (so Stoiber im Spiegel-Streitgespräch mit
Lafontaine), ist nicht nachvollziehbar. Hierzu noch ein treffendes Zitat aus der Feder des IWF im diesjährigen World Economic Outlook: "A reduction in global imbalances will require domestic
demand to grow faster than GDP in surplus countries. Growth remains overly reliant on global developments, particularly in Germany, where external demand accounted for three-fourths of growth in
2004."
Für mehr zur Eurozone bitte hier anklicken.
global news 28-08-05: Türkei-Beitritt zur EU
Zur Dauer-Diskussion um den Türkei-Beitritt einige Fakten: Die Türkei hat schon jetzt 87 % der deutschen Bevölkerung und wird in etwa 10 Jahren das bevölkerungsstärkste Land
der Europäischen Union sein mit einer Zahl, die dann vor der Mitte des Jahrhunderts die 100 Millionen überspringen soll (Abb. 06018 und 06019). Die Arbeitslosigkeit liegt bei über 10
%.

In Kaufkrafteinheiten ausgedrückt, liegt das Bruttoinlandsprodukt bei etwa einem Viertel und liegen die Arbeitskosten pro Beschäftigten bei etwa einem Fünftel der deutschen,
letztere auf Eurobasis (das zählt im Kosten- und Preiswettbewerb über die Grenzen) sogar nur bei wenig mehr als einem Zehntel. Das längerfristige Migrationspotential in Richtung
Europäische Union wird auf fast drei Millionen Menschen geschätzt; schon jetzt gibt es 2,5 Millionen deutsche Bürger türkischer Herkunft in Deutschland, so daß auch
künftige Einwanderung auf Deutschland konzentriert sein wird. Die Türkei würde bei einem Beitritt erhebliche Unterstützungszahlungen aus der EU-Kasse benötigen, schon um die
Migrationsgefahr einzudämmen. Nach in der Presse zitierten Schätzungen aus Kreisen der Europäischen Kommission kann es zu Nettozahlungen von 16 bis 28 Milliarden Euro pro Jahr, dem
jährlichen Einkommen von fast einer Million deutscher Arbeitnehmern, kommen.
Schließlich, wie will man der (christlich-europäischen) Ukraine auf ähnlich niedrigem Sozialniveau
den Beitritt verweigern, wenn die (muslemisch-kleinasiatische) Türkei als Vollmitglied zugelassen wird? Zum Thema Erweiterung bitte
hier anklicken.
global news 27-08-05: Befragung zu erneuter Erweiterung der EU
Nach einer neuen im Juli 2005 veröffentlichten Befragung durch Eurobarometer unterstützen in Deutschland, Frankreich und Österreich nur eine Drittel oder sogar weniger eine erneute
Erweiterung der EU, siehe Abb. 06015.
Eine der Sorgen ist der Niedrigkostenwettbewerb. Die Arbeitskosten pro Stunde sind in den Beitrittsländern im Durchschnitt 5-mal höher (Abb. 12073), was sich deutscherseits auch nicht entfernt
über die höhere Produktivität kompensieren läßt, zumal Auslandsinvestitionen für Exportkapazitäten mit moderner Technologie auch in den Beitrittsländern
für eine relativ hohe Produktivität sorgen. Für mehr zu diesem Thema siehe neu gestalteter Schwerpunkt.
global news 26-08-05: Deutscher Export im 1. HJ 05 erhöht Druck auf Partner der Euro-Währungsunion
Mit einer Exportsteigerung in die Eurozone um 7.3 % konnte Deutschland seinen Handelsbilanzüberschuß mit dieser im 1. Halbjahr 2005 um 12 % gegenüber Vorjahreszeitraum auf 48 Mrd. Euro
erhöhen. Dagegen ist der deutsche Handelsbilanzüberschuß mit dem Rest der Welt um 11 % zurückgegangen. Mehr als 56 % (1. HJ 04: 51 %) der deutschen Überschüsse werden
nun mit diesen Partnern erwirtschaftet, die sich gegen die besondere deutsche Lohnzurückhaltung nicht mehr durch Veränderung der Währungsrelationen wehren können (Abb. 06006). Die
größten Überschüsse wurden mit Frankreich, Spanien und Italien erzielt - Länder, deren Währungen in der Vergangenheit immer wieder gegenüber der DM abgewertet
haben (Abb. 06013). Ohne diese recht künstliche Situation, wäre von den gefeierten deutschen Überschüsse weit weniger als die Hälfte übrig. Wie lange kann das so
weitergehen? Für mehr zu diesem Thema bitte hier anklicken.
global news 25-08-05: Können wir bei den Renten doch ruhig schlafen (gibt es eine Rentenlüge)?
Gelegentlich wird behauptet, Deutschland hätte kein Rentenproblem und bräuchte dementsprechend keine Reformen. Argumentiert wird mit dem Wegfall der Belastung durch die Aufzucht von Kindern
oder mit dem Produktivitätsfortschritt oder mit dem Umstand, daß das Problem in ähnlicher Form in allen Gesellschaften aufträete und daher kein besonderes deutsches sei. Es sollte
recht schwer sein, diese Argumente mit den derzeit vorliegenden amtlichen Statistiken zu belegen.
Tatsächlich wird die Abhängigkeitsrate trotz des verringerten Nachwuchses nach der
Vorausberechnung von Eurostat für Deutschland zwischen 2004 und 2050 um mehr als die Hälfte von 49 % auf 76 % der aktiven Generation anwachsen (Abb. 04007). Außerdem haben Kinder in
der Regel einen geringeren finanziellen Bedarf als ältere Erwachsene, schon wegen der stark steigenden Gesundheits- und Pflegekosten.

Der Produktivitätsfortschritt könnte in der Tat
das Problem lösen helfen, doch nur, wenn er denn stattfände. Allerdings stagniert er seit Jahren, weil die deutsche Industrie ihre
Inlandsinvestitionen, auch zugunsten von Auslandsaktivitäten, seit vielen Jahren immer weiter heruntergefahren hat (Abb. 04029 und Abb. 03008). Was bei diesem Argument aber vor allem
übersehen wird, sind die Globalisierungsfolgen. Auf wesentlich niedrigerem Standard lebende, gleichfalls technisch begabte und oft weit jüngere Bevölkerungen, vor allem in Asien,
werden Deutschland bei offenen Grenzen zwingen, eventuelle Produktivitätsfortschritte zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und nicht zur Stützung der Renten einzusetzen.
Natürlich könnte sich die EU gegen die Auswüchse eines unfairen Wettbewerb schützen, nicht aber wenn man gleichzeitig - wie derzeit Deutschland - offene Märkte für den
eigenen Export braucht.
Deutschland, zusammen mit wenigen anderen Ländern in Europa, scheint auf längere Zeit ein besonderes Problem mit der demographischen Entwicklung zu haben, auch wenn
die Vorrausberechnung der Abhängigkeitsrate dies nur als kleinere Differenz zeigen will. Die Vorrausberechnung des United Nations Population Programms (UNPP), auf die sich der
Bundesfinanzminister beruft, beruht nämlich auf der wenig glaubwürdigen Annahme, daß die deutsche Kinderzahl pro Frau über die nächsten Jahre mit einem Plus um fast 40 % auf
das französische Niveau hochschießt (Abb. 12074). Gut für die Bundesregierung (und - wenn es so käme - die deutschen Staatsfinanzen), die im Zweifel das United Nations
Population Programm mit deutschen Annahmen versorgt hat, aber sehr wenig wahrscheinlich und völlig gegen den Trend sehr vieler Jahre. Für mehr zum Rententhema in der Globalisierung siehe
überarbeiteten Schwerpunkt, bitte hier anklicken.
global news 24-08-05: Deutschland fast "streikfreie Zone" Mitgliederrückgang der europäischen Gewerkschaften
global news 23-08-05: Bremsspur des Eurozonen Stabilitätpaktes, US Handelsbilanzdefizit wächst um 18 %
Der Brüsseler Stabilitätspakt mit seiner 3 % Defizit-Obergrenze hat in den vergangenen Jahren – neben der schwachen Inlandsnachfrage in vielen Eurozonenländern - drastisch auf
die Entwicklung des Eurozonen-Bruttoinlandprodukts gedrückt, vor allem wenn man mit den davon freien USA und UK vergleicht (siehe Abb. 12064).

Damit soll natürlich nicht gesagt werden, dass
die Situation dieser beiden Länder vorbildlich ist. Z.B. ist das US-Handelsbilanzdefizit im 1. Halbjahr 2005 um 18 % gegenüber Vorjahreszeitraum weiter angestiegen und nähert sich 7 %
des BIP (siehe Abb. 0302). Damit erhöht sich das Risiko eines Dollar-Absturzes. Zu „USA: Globales Risiko" siehe hier.
global news 22-08-05: Umwelt und CO2; 38 % der Amphibien gefährdet, bedroht oder schon ausgelöscht
global news 21-08-05: Niedriglohnfalle - nur 16 % gelingt der Ausbruch - / internationaler Stundenarbeitskostenvergleich
global news 20-08-05: Weiterer Anstieg der Empfänger/-innen von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt in 2004
Zu den deutschen Realitäten gehört, daß immer mehr Menschen - nun schon fast 3 Millionen - Hilfe für den Grundbedarf an Nahrung, Kleidung, Unterkunft und Heizung brauchen, siehe
Abb. 04056. Nach heutiger Information des Statistischen Bundesamts erhöhte sich die Zahl der Empfänger/-innen von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt („soziokulturelles
Existenzminimum") 2004 um 3,3% gegenüber Vorjahr. Frauen beanspruchen mit einer Quote von 3,8% aller Frauen relativ häufiger Sozialhilfe als Männer (3,3%). Die Zahl der
sozialhilfebedürftigen Kinder unter 15 Jahren stieg um 3,2 % auf rund 965 000 an; die Sozialhilfequote der Kinder in dieser Altersgruppe erhöhte sich damit auf über 8 %. Fast die
Hälfte aller Empfänger im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 64 Jahren war arbeitslos gemeldet; ihre Zahl ist gegenüber dem Vorjahr um fast 12 % gestiegen.
Für mehr zum Thema "Armut in Deutschland" bitte hier anklicken

global news 19-08-05: Deutschland in Produktivität vor USA
Endlich mal eine etwas erfreulichere Meldung: Deutschland liegt in der Produktivität vor den USA und gut im europäischen Mittelfeld, und zwar trotz der geringeren Werte für die neuen
Bundesländer, siehe 12067. Die schlechtere US-Produktivität fällt bei Lohnstückkostenvergleichen mit USA ins Gewicht.


global news 19-08-05: Keine besonders hohe Lohnkostenbelastung in Deutschland (Vergleich mit Eurozone)
Die deutschen Unternehmen führen häufig Klage über hohe Lohnstückkosten in Deutschland. Der Vergleich der Lohnbelastung (einschliesslich Sozialbeiträge) pro
Bruttoinlandsprodukt nach Eurostat/AMECO-Angaben, der für die Eurozone wegen der gleichen Währung besonders aussagekräftigt ist, belegt diese Klage jedoch nicht, siehe Abb. 12066.
Belgien, Österreich und Niederlande liegen höher, die anderen nur wenig darunter (einige besonders kleine Länder sind im Vergleich nicht berücksichtigt). Deutschland hat seine
Position besonders seit 2000 erheblich verbessert und vor allem den Abstand zu Frankreich verkürzt. Ein reiner Lohnkostenvergleich, wie er meist angestellt wird, ist dagegen weniger
aussagefähigkeit, weil der die unterschiedliche Produktivität nicht erfaßt; z.B. gleicht Frankreich im Vergleich zu Deutschland höhere Lohnkosten durch höhere
Produktivität aus und hat am Ende eine etwas geringere Lohnkostenbelastung pro BIP.
Die sehr zurückhaltende Entwicklung bei den deutschen Lohnstückkosten führt zu wachsenden
Überschüssen im Handel mit den Partnern der Eurozone. Neuestes Beispiel ist die jetzt veröffentlichte französische Handelsbilanz, deren im Zeichen steigender Ölpreise
wachsendes Defizit zusätzlich sehr stark von einem ebenfalls wachsenden Defizit mit Deutschland bestimmt wird, Abb. 06016; wegen der schlechten deutschen Binnenkonjunktur wächst
das Ungleichgewicht mit Deutschland auch von der französischen Exportseite her. Für mehr zum Eurozonenvergleich hier anklicken


global news 18-08-05: Nochmal Steuervergleich
Nochmal zum internationalen Vergleich der Spitzensteuersätze und der Staatsquoten. Der Steuerexperte Prof. Kirchhof setzt sich als Gründer des so genannten „Karlsruher Modells"
für eine radikale Steuerreform ein. Wichtige Elemente sind ein linearer Steuersatz in drei Stufen von 15 %, 20 % und einer Spitze bei 25 %, Verzicht auf die Gewerbesteuer, Streichung aller
Steuervorteile, wie z.B. der Kilometerpauschale, und eine Staatsquote von unter 40 Prozent. Werden versteuerte Gewinne der Gesellschaften ausgezahlt, so sollen Dividenden steuerfrei sein.
Veräußerungsgewinne sollen zwar steuerpflichtig sein, jedoch sollen mindestens 90 % des Veräußerungspreises als Anschaffungskosten für die Anteile angesetzt werden
können. Deutschland würde zu einem absoluten Niedrigsteuerland werden, zumal wenn man nicht nur die Steuersätze vergleicht, sondern die von der deutschen Rechts- und
Wirtschaftsgemeinschaft gebotene und öffentlich zu finanzierende Infrastruktur. Dies alles soll möglich sein, obwohl Deutschland mit besonderen sozialen Lasten durch eine vergleichsweise
stark alternde Bevölkerung, hohe Arbeitslosigkeit und die immer noch hohen Kosten der Wiedervereinigung belastet ist. Andere Steuerexperten erwarten jedoch unvertretbar hohe Steuerausfälle,
z.B. nach Ansicht von Stefan Bach (DIW) in der Größenordnung von mehr als 26 Milliarden Euro. Kritiker sehen eine Umverteilung der Steuerlast zwischen Starken und Schwachen.
Abbildungen 12008 und 12017 zeigen, daß Deutschland heute schon einen relativ niedrigen Spitzensteuersatz hat und keine besondes hohe Staatsquote. In der Alt-EU wäre ein Spitzensteuersatz von 25 %
einmalig niedrig und noch erheblich unter dem derzeit niedrigsten von Luxemburg (38 %). Die - verglichen mit Deutschland - wirtschaftlich viel erfolgreicheren skandinavischen Länder beweisen,
daß Wachstum mit viel höheren Spitzensteuersätzen und Staatsquoten erreichbar ist, ja vielleicht sogar davon abhängt. Zum Steuervergleich bei Interesse
hier anklicken


global news 17-08-05: Löhne und Gewinne - 2 Geschichten
Manchmal kann ein Schaubild mehr aussagen als viele Seiten eng beschriebenes Papier. Für ein solches halte ich das beigefügte 04054. Der Unterschied in der realen Entwicklung der
Brutto-Lohn- und Gehaltssumme einerseits (1. Quartal 2005 gegenüber 4. Quartal 2000 = -5,2 %) und der Brutto-Unternehmens- und Vermögenseinkommen (1. Quartal 2005 gegenüber 4. Quartal
2000 = +16 %), erklärt schon weitgehend, warum die Binnenkonjunktur über diesen langen Zeitraum stagniert. In den vergangenen zwei Jahren sind die Unternehmensgewinne stark gestiegen.
Deutschlands börsennotierte Großunternehmen haben zwar wenig in Deutschland investiert, dafür aber nach den Rekordgewinnen von 2004 nun im 1. Halbjahr 2005 noch einmal um
durchschnittlich 22 % zugelegt. Für mehr zu diesem Thema siehe neuen Schwerpunkt "Löhne und Gewinne - 2 Geschichten", bitte hier anklicken.

global news 16-08-05: Arme Entwicklungsländer und Währungsreserven
Seit den großen Währungskrisen in der zweiten Hälfte der 90er Jahre, die viele Entwicklungsländer erheblich zurückgeworfen haben, fühlen sich die meisten selbst der
besonders armen Entwicklungsländer verpflichtet, relativ hohe Währunsreserven zu halten (Abb. 03026). Dies widerspricht natürlich total den Entwicklungsbedürfnissen und kommt
praktisch hohen Krediten an die entwickelten Industrieländer gleich. Auch dies ist eine gravierende Folge der Globalisierung und der damit verbundenen großen Unsicherheiten. Für mehr
zu "Arme Entwicklungsländer und Globalisierung" bitte neues Schwerpunktthema anklicken.

global news 13-08-05: Stagnation des deutschen BIP im 2. Quartal 2005
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) blieb nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes im zweiten Quartal 2005 gegenüber dem Vorquartal – preis-, saison- und kalenderbereinigt –
unverändert (siehe Abb. 04002 und 04004). Der starke Anstieg der Importe im 2. Quartal führte zu einem leicht negativen Wachstumsbeitrag des Außenbeitrags. Zu den "Verlorenen 5
Jahren" bei Interesse hier anklicken.
Besonders stark stiegen die Importe aus China (+26 % in 5 Monaten 2005/4). Im Außenhandel mit der Welt erzielte
China in 7 Monaten 2005 einen Rekord-Außenhandelsüberschuß von $ 50,3 Mrd. gegenüber einem Defizit von $ 4,7 Mrd. in der gleichen Periode des Vorjahres. China hat seine Importe
deutlich gebremst, während es gleichzeitigt seine Exporte antreibt.


global news 13-08-05: Permafrostzone in Sibirien schmilzt zum 1. Mal seit Eiszeit
Zum ersten Mal seit der Eiszeit vor 11.000 Jahren schmilzt in Sibirien eine Permafrostzone von der kombinierten Größe Deutschlands und Frankreichs. Es ist der Welt größtes Torfgebiet, in
dem Milliarden Tonnen Metangas gebunden sind, dessen Treibhauseffekt das 20-Fache von Kohlendioxid beträgt. Wissenschaftler befürchten nun die Freisetzung dieses Gases. Da der Prozeß
nicht umkehrbar ist, könnte er einen der Umsturzpunkte ("tipping points") in der Entwicklung des Weltklimas bedeuten.
Mehr zu Umwelt und Globalisierung siehe hier.

global news 12-08-05: Antidumping-Verfahren gegen China
Die EU betreibt derzeit etwa 50 Antidumping-Verfahren gegen China. China drängt umso mehr auf Anerkennung als Land mit Marktwirtschaftsstatus, was diese Verfahren enorm erschweren würde.
Zur Entwicklung des deutsch-chinesischen Handels siehe (Abb. 08013).
Sorgen bereitet auch die Verletzung von Urheberrechten. Nach einer neueren Studie von IFPI ist China der bei weitem
größten Markt für Raubkopien von CDs und DVDs. China hat eine Produktionskapazität von 5,8 Mrd Einheiten pro Jahr aufgebaut, hat aber nur eine
Binnenmarktnachfrage von 1,1 Mrd Einheiten.

global news 11-08-05: Starke Expansion der europäischen Private Equity Funds im 1. Halbjahr 2005
Nach einem Bericht in der Financial Times haben Private Equity Funds im ersten Halbjahr 2005 für LBO (leveraged buy-out) mit 26 Mrd Euro fast das Dreifache der Mittel des ersten
Halbjahrs 2004 aufgenommen und damit in großem Umfang Dividendenzahlungen an ihre Investoren geleistet (Abb. 03025). Um es zu verdeutlichen: Dieser Betrag von LBO-Mitteln des ersten Halbjahres
entspricht etwa ¾ des gesamten Aktienwertes von DaimlerChrysler (das Kapital aller Hedge Funds entspricht dem 24-Fachen dieses Aktienwertes). Einzelne Gruppen konnten ihr Anfangsinvestment
bereits nach 6 bis 12 Monaten zurückgewinnen. Die FT nennt das ein „Bonanza". Zu Private Equity Unternehmen und Hedge Funds siehe auch die aktualisierte Webseite
, bitte
hier anklicken.

global news 10-08-05: Deutscher Außenhandel im 1. Halbjahr
Das jetzt vorliegende Ergebnis des deutschen Außenhandels im ersten Halbjahr 2005 zeigt einmal mehr, wie zentral die Eurozone hierfür geworden ist (Abb. 06014). Während der Saldo mit der Eurozone
um 8,4 % gestiegen ist, hat sich der mit dem Rest der Welt auf –2% negativ geschaltet. Gründe sind einerseits mit dem Rest der Welt u.a. der gestiegene Ölpreis, andererseits mit der
Eurozone die besondere deutsche Lohnzurückhaltung und niedrigere Inflationsrate, die nicht mehr durch Währungsanpassung korrigiert werden können.

global news 09-08-05: Sozialeres Frankreich
Deutsche "Rerformer" gucken nach USA, Großbritannien oder die skandinavischen Länder, aber selten über den Rhein in das
nahe Frankreich. Dabei kann man von dort einiges lernen.
Insbesondere die Einkommensverteilung hat sich viel sozialer gestaltet (Abb. 12051), die Binnennachfrage hat sich viel besser
entwickelt (Abb. 12047), die Industrie hat viel mehr zu Hause investiert,
statt nur auf Export zu setzen (Abb. 12060), und – siehe da – die Kinderzahl pro Frau ist nicht weniger als 40 % höher
(Abb. 12061). Mehr zu Frankreich siehe neuer Schwerpunkt "Sozialeres Frankreich", bitte
hier anklicken. Es beendet die Serie der geographischen Schwerpunkte Großbritannien, USA und Skandinavien.




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