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Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006) und "Deutschland global" (2005)


(644) Deutschland: Niedrigsteuer- und Abgabenland

(643) Immer mehr Energie, Öl und Emissionen

(642) Sozialstudie des DIW: Verfestigung der Armutsfalle

(641) Schlechte Umfrage-Ergebnisse zum 50. Jahrestag der EU

(640) KfW-Mittelstandbarometer auch im Februar im Rückgang

(639) Nochmal Unternehmenssteuerreform: Erwartungen und Zweifel

(638) Geier, Piranhas oder Heuschrecken

(637) Global Warming: Der wärmste Winter seit Beginn der Aufzeichnungen in 1880

(636) Ist die neoliberale Globalisierung nur ein "alter Hut"?

(635) Arbeitskosten in der Europäischen Union: Das „Rennen" nach unten (Deutschland Haupttreiber), Frühindikatoren der OECD im Fall

(634) Die chinesische Ein-Kind-Zwangspolitik und der Weltmarkt

(633) Nun auch Weltmeister im Unternehmenssteuersenken?

(632) Weltbevölkerung steigt um weitere 2,7 Mrd Menschen

(631) Deutschland: Weltmeister im Abbau der Lohnquote - Arbeitnehmer als Verlierer der Globalisierung

(630) Mit Blick auf die Börse von heute: Was bedeutet für Deutschland die amerikanische Konjunktur?

(629) Deutschland in Pole Position bei Industrieproduktion und am Ende bei Arbeitseinkommen - Zufall?

(628) Treibhauseffekt und steigender Meeresspiegel

(627) Deutschland: EU-Spitzenplatz bei Diskriminierung der Frauen

(626) Weltklima: Das China-Syndrom

(625) Deutsche: Nicht besonders glücklich und relativ hoher Blutdruck

(624) Deutsches Rambo-"Dumping" in der Eurozone

(623) Entwicklung in USA: Sozialklauseln in bilateralen Handelsabkommen (und demnächst der WHO)?

(622) Der Klima-Trick vom EU-Gipfel

(621) 185 tausend Jahre gespart: Deutsche Milliardäre und die fallende Lohnquote

(620) Produktionsindex der Industrie im Januar 2007: Zuwachs, aber Rückgang in der Konsumgüterindustrie

(619) Industrieauftäge, Einzelhandelsumsatz, Renten und Verbraucher-Insolvenzen?

(618) Die versprochene Angleichung des chinesischen Lohnniveaus rückt in immer größere Ferne

(617) Klima: Noch 13 Jahre bis zur Bruchlandung?

(616) Mangelnde Abgleichung von Zahlen der Arbeitslosengeld-Empfänger mit der Arbeitslosenstatistik: 10 % Arbeitslosenrückgang zu viel?




global news 644 24-03-07: Deutschland: Niedrigsteuer- und Abgabenland

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Nach der heute von Eurostat für 2005 veröffentlichten Übersicht rangiert Deutschland bei der Steuer- und Abgabenlast (Sozialabgaben) als Teil des Bruttoinlandsprodukts weit unten (Abb. 12409, ohne EU-Beitrittsländer).


Grund ist vor allem die Absenkung in Deutschland seit 1995, während die meisten Länder die Quoten erhöht haben (Abb. 12410).


Mit den jetzt von der Bundesregierung geplanten weiteren Absenkungen, wird sich Deutschland noch mehr vom Durchschnitt nach unten entfernen. Allerdings werden im Haushalt die Mittel fehlen, die z.B. für Bildung und Infrastruktur dringend gebracht werden. Die Länder mit höheren Steuerlasten liegen in der Regel bei den Bildungsausgaben weit vor Deutschland (Abb. 13004).


Wie schon vorrausgesagt, konnte der von der Bundesregierung gerade beschlossene deutsche Tiefschlag bei den Unternehmenssteuern den Tiefstrekord unter G8-Ländern nicht für lange etablieren. Der Bundestag hat noch nicht einmal entschieden, und schon zieht Großbritannien aufgeschreckt von den deutschen Plänen mit und gleich noch fast 2 Prozentpunkte tiefer (Abb. 13131). Gerade auch mit Blick auf die schon vor längerer Zeit bekannt gewordenen deutschen Pläne haben britische Business Organisationen auf Senkungen gedrängt. Will Steinbrück nun noch weiter absenken oder wartet er, bis das unglückliche deutsche Beispiel erst noch mehr Schule gemacht hat?

Es ist eine schlimme Entwicklung, ohne daß ein Harmonsierungsversuch in der EU jetzt noch Erfolg verspräche. Die EU-Beitrittsverhandler hätten rechtzeitig die Bremsen hereinwerfen müssen, aber offensichtlich geschlafen oder - schlimmer noch - die Sache absichtlich nach unten sausen lassen. Da wurden Irland und später den Osteuropäern enorme Subventionen bereitgestellt, die es diesen Ländern nur umso leichter machten, die eigenen Steuern zu senken und damit den Reigen zu erðffnen. Aber nun hat die Bundesregierung selbst unter den G7 den Kreisel in Bewegung gesetzt.


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extra global news 643 23-03-07: Immer mehr Energie, Öl und Emissionen

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Die Abbildung 07156 zeigt wie steil und ungebrochen die Wachstumskurven bei Weltenergie- und Ölverbrauch verlaufen; erneuerbare Energien haben da noch keine Spuren hinterlassen. Die USA sind der bei weitem größte Pro-Kopf-Energieverbraucher und etwa doppelt so hoch wie Deutschland (Abb. 07155). Ebenso ungebremst entwickeln sich die Emissionen steil nach oben (Abb. 07157).




Aus Abb. 07158 kann entnommen werden, wie seit etwa 1995 die Entwicklungen im perfekten Gleichklang verlaufen. Das bedeutet, daß die Menschheit insgesamt nicht gelernt hat, Energie wesentlich emissionsärmer einzusetzen. Auch wächst der Anteil von emissionsintensiver Kohle und der Energieverbrauch von Ländern, wie China und Indien, mit schlechter Energieeffizienz.


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global news 642 23-03-07: Sozialstudie des DIW: Verfestigung der Armutsfalle

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Nach eine neuen Studie des DIW hat die Verfestigung der Armut in den letzten fünf Jahren in West- und Ostdeutschland noch einmal deutlich zugenommen und konzentriert sich auf gering qualifizierte Bevölkerungsgruppen. Die Einkommensarmut ist in Deutschland zuletzt sechs Jahre in Folge gestiegen, und zwar von 12 % im Jahr 1999 auf über 17 % in 2005 (Abb. 04070).


Armutslagen halten zudem länger an und sind zunehmend durch mehrfache Notlagen in verschiedenen Lebensbereichen (Wohnungsprobleme, Konsumdefizite, Arbeitslosigkeit oder fehlende Rücklagen) geprägt. Fast ein Zehntel der Bevölkerung lebt in verfestigter Armut (Abb. 04745 und 04746).



Hauptbetroffene verfestigter Armut sind - so DIW - nach wie vor Arbeiter, vor allem Arbeiterfamilien mit Migrationshintergrund oder mehreren Kindern (Abb. 04747). Das durchschnittliche ständige Einkommen der Personen, die in verfestigter Armut leben, liegt bei 43% des Durchschnittseinkommens, also deutlich unter der offiziellen Einkommensarmutsschwelle von 50 % des Durchschnittseinkommens. Eine markante Besonderheit für Ostdeutschland ist der sprunghafte Anstieg der Armutsquoten bei den Routine-Dienstleistern in der jüngsten Zeit.


Eine Ausbreitung der Armut auf die breite Mitte der Gesellschaft ist nach Ansicht des DIW allerdings nicht zu beobachten.

Eine ausführliche Darstellung finden Sie im überarbeiteten Schwerpunkt "Deutschlands Armut - Armes Deutschland".

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global news 641 22-03-07: Schlechte Umfrage-Ergebnisse zum 50. Jahrestag der EU

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Nur um 20 % der von Financial Times/Harris in 5 EU-Länder Befragten vertrat die Meinung, daß das Leben nach Beitritt besser geworden sei. In Frankreich liegt der Wert leicht darunter, in Deutschland leicht darüber (Abb. 06061). Dagegen sehen z.B. in Deutschland 45 % eine Verschlechterung. Das dürfte auch mit den in Deutschland fallenden Durchschnittsverdiensten zusammenhängen. Nach ersten Ergebnissen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen des Statistischen Bundesamtes sind - wie es heute meldet - die Bruttodurchschnittsverdienste aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland im Jahr 2006 zwar um 0,7% gestiegen, aber nach Abzug der Inflationsrate um 1 % gefallen. Ebenso bei den seit Jahren eingefrorenen Renten: Zwar kündigte Arbeitsminister Müntefering eine Anhebung um 0,54 %, Prozent an, aber auch das ist inflationsbereinigt wieder ein erhebliches Minus von 1,1 %.


Rund 20 % der in allen Ländern Befragten nannten als erste Assoziation die überbordende Bürokratie in der Gemeinschaft. Zur mangelnden Popularität der EU dürften auch die stark steigenden Kosten beitragen, nach denen in der Umfrage nicht befragt wurde. Abb. 06060 zeigt die exponentielle Zunahme des EU-Haushalts. Zu den Haushaltssteigerungen hat die Aufnahme neuer Mitglieder, die kaum einzahlen, aber hohe Leistungen empfangen, beigetragen, ebenso wie der starke Aufbau der Brüsseler Bürokratie und die Verteilung der Parlamentsaktivitäten auf drei verschiedene Städte. Deutschland ist der größte Nettozahler in Euro und, neben den Niederlanden, auch in % von BIP (Abb. 06027).



Und hier noch einige anderen interessante Ergebnisse aus früheren Umfragen, die das Bild bestätigen:







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extra global news 640 21-03-07: KfW-Mittelstandbarometer auch im Februar im Rückgang

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Nun ist auch das KfW-Mittelstandbarometer für Februar zum zweiten Mal nacheinander zurückgefallen (Abb. 04744). Der Einbruch zum Jahresanfang ist damit ausgeprägter als erwartet. Im Januar hatte schon der Einzelhandelsumsatz - nach den heute revidierten Daten des StaBuA - sehr deutlich nachgegeben (Abb. 04214).



Für den Bundeswirtschaftsminister in seiner heutigen Pressemitteilung ist dennoch alles prima: „Insgesamt ist die Auftragssituation der Industrieunternehmen trotz Rückgang am aktuellen Rand somit weiter günstig. Die insgesamt stabile Entwicklung der Stimmungsindikatoren spricht für einen weiter moderat aufwärts gerichteten Produktionsverlauf."

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global news 639 21-03-07: Nochmal Unternehmenssteuerreform: Erwartungen und Zweifel

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Im Rundbrief 633 war grafisch dargestellt worden, wie Eichels Erwartungen massiver Investitionen in Produktion und Arbeitsplätze nach der Absenkung des Körperschaftssteuersatzes von 40 % auf nur noch 25 % per 2001 nicht in Erfüllung gegangen sind. Das läßt bezweifeln, ob der Erfolg nun diesmal eintritt. Dazu Prof. Jarass in Unternehmenssteuerreform 2008 vom 7. 11. 2006: „Die vorgesehene Verschlechterung der Abschreibungsbedingungen (einzige EU-konforme Maßnahme zur Begünstigung von inländischen Realinvestitionen) ist die widersinnigste Form der Gegenfinanzierung. Sie führt nur zu einem Vorziehen von Steuereinnahmen und es werden ausschließlich diejenigen belastet, die in Deutschland investieren." Aber Bundesfinanzminister Steinbrück ist nicht zu überzeugen: „ Die Wirkung der degressiven Abschreibung ergibt sich über die zeitliche Verschiebung der Steuerzahlung. Der Effekt ist somit vom Zinssatz abhängig. Da dieser momentan sehr niedrig ist, ist auch der Anreiz der degressiven Abschreibung in Deutschland zu investieren für ein einzelnes Unternehmen gering. Hat der Bundesfinanzminister die Möglichkeit weiter Zinssteigerungen ausgeschlossen? Und wäre nicht auch ein relativ geringer Anreiz für den Arbeitsmarkt wichtig?

Nun etwas zu den versprochenen Steuer-Mehreinnahmen: Auf der Webseite des BMF gibt es dazu eine schön zurecht gemachte Grafik, bei der der Betrachter nicht leicht feststellen wird, daß die Nullachse hier auf die 50 Mrd Euro-Marke verschoben worden ist, so daß die Steuermehreinnahmen gigantisch aussehen (Abb. 13271).


Es gibt aber auch ein Frage- und Antwortspiel auf der Webseite. Demzufolge werden sich zwar die Steuerausfälle zwischen 2008 und 2012 auf rund 29 Mrd. Euro belaufen, aber unter Berücksichtigung der - unabhängig von der Reform - von der Bundesregierung erwartenden Wachstumsraten der Wirtschaft soll das Aufkommen aus den Unternehmenssteuern bereits nach zwei bzw. drei Jahren wieder das Niveau vor der Reform erreichen und überschreiten; für das Jahr 2012 wird dann ein Aufkommen erwartet, das um rund 29% höher als das Ausgangsniveau vor der Reform liegen soll. Eine ähnliche Rechnung hat wohl seinerzeit Finanzminister Eichel angestellt. Doch die Entwicklung des tatsächlichen Steuersatzes, d.h. der kassenmäßigen Steuereinnahmen im Verhältnis zu dem von den Kapitalgesellschaften erzielten Einkommen, verlief enttäuschend (Abb. 13270).


Prof. Jarass hat schon zu ähnlichen Erwartungen im November des vergangen Jahres erhebliche Zweifel angemeldet: "Rund 8 Mrd. der angeblichen Gegenfinanzierung sind reine Hoffnungswerte; es ist ungeklärt, ob und mit welchen Maßnahmen dieses Mehraufkommen erreicht werden kann. Die Berücksichtigung dieser Hoffnungswerte widerspricht einer ordentlichen Haushaltsplanung und resultiert offensichtlich aus dem Zwang, das im Kabinettsbeschluss vom 12.7.2006 vorgegebene jährliche Minderaufkommen von höchstens 5 Mrd. trotz fehlender Gegenfinanzierung in der offiziellen Kalkulation nicht zu überschreiten: statt harter Gegenfinanzierung luftige Zahlen." Und Jarras jetzt in der TAZ vom 15. 3. 2007: "Schon die 8,5 Milliarden, von denen Steinbrück zwischenzeitlich ausgegangen ist, waren eine Luftnummer. Nun ist die Gegenfinanzierung weiter aufgeweicht worden, aber trotzdem soll es nur noch 6 Milliarden kosten. Das hat mit der Realität überhaupt nichts mehr zu tun. Wir sind in unseren Berechnungen auf 12 bis 14 Milliarden Euro Steuerausfall im Jahr gekommen."

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global news 638 20-03-07: Geier, Piranhas oder Heuschrecken

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Bis Müntefering die Kurzstreckenkapitalverwerter vom Typ Private Equity (PE) oder Hedgefonds (HF) an den Heuschrecken festmachte, galten diese eigentlich hierzulande als eher pussierliche Tierchen ohne großes Gefahrenpotential. Der Begriff "Geier" oder "Aasgeier" hätte die Situation besser getroffen. Ich nenne sie hier mal mit der willkürlichen und dafür unanfechtbaren Bezeichnung PEHF.

Selbst im Heimatland der PEHF Großbritannien machen jetzt die Gewerkschaften mobil. Auch der internationale Gewerkschafts-Kongress hat bei seinem heutigen Treffen in Paris die Konsequenzen aus der intensiven Verbindung der PEHF mit der Globalisierung gezogen. Sie werden als ein Versuch verurteilt, sich an dem sozialen Kontrakt vorbeizumogeln, der im Herzen unserer Marktwirtschaften besteht. Diese Investoren zahlten wesentlich weniger Steuern, hielten ihre Strukturen und Risiken geheim und hätten mit einer hohen Kreditfinanzierung ihrer Investitionen ein großes Potenzial an Instabilität aufgetürmt. Die aufgekauften Unternehmen würden nur als kurzfristige Vermögensposten behandelt, nicht als soziale Institutionen oder langfristige Schöpfer von Wohlstand. Der Gewerkschafts-Kongress will an die G8 unter deutschen Vorsitz appelieren, eine Regulierung einzuführen, die die Risiken eindämmen soll. Es wird spannend werden, weil sich bisher sowohl die US Regierung wie auch Premierminister Blair dagegenstellen.

Am Rande des Branchenkongresses „Super Return" zu Beginn 2006 hat Blackstone-Chef Stephen Schwarzman erklärt, dass sie sich "Sachen in der Region von 50 Milliarden Dollar angesehen haben". In diese Größenordnung passen deutsche Konzerne wie BASF, Bayer und Volkswagen. Gescheitert sind sie wegen steigender Kurse. „Wir haben uns eine Transaktion dieser Größe in Deutschland angeschaut, aber die Aktie ging nach oben, also konnten wir den Deal nicht machen." Nach Zahlen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes werden bereits heute rund 5700 Firmen in Deutschland von Finanzinvestoren dirigiert. Rund 800 000 Arbeitsplätze hingen daran und rund sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Einer Untersuchung von PriceWaterhouse zufolge planen Private Equity Unternehmen jetzt besonders Aufkäufe mittelständischer Unternehmen in Deutschland.

Abb. 03467 zeigt am Beispiel des Erwerbs des größten Texanischen Elektrizitätsunternehmens TXU für 45 Mrd Dollar, wie nun auch deutsche Großunternehmen durchaus in die Reichweite der Superheuschrecken gekommen sind.


Den neuesten Tiervergleich bringt die Financial Times vom 16. März 2007: Piranhas. Der Hintergrund ist die zunehmende Tendenz großer Private Equity Unternehmen, ihren geldgebenden Bank die Weiterveräußerung der Forderung an Hedgefonds zu verbieten. Letzteres ist nämlich immer öfters der Fall. Es wird geschätzt, daß Hedgefonds bereits etwa die Hälfte der Bankendarlehen an Private Equity Unternehmen aufgekauft haben. Die Sorge der Private Equity Unternehmen ist nun, daß bei einem sich verschlechternden Kreditmarkt die Hegefonds brutal ihren Profit suchen könnten. Dazu die FT: "Piranhas sind normalerweise geschickt, sich gegenseitig zu riechen."

Siehe dazu auch aktualisierten Schwerpunkt.

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global news 637 19-03-07: Global Warming: Der wärmste Winter seit Beginn der Aufzeichnungen in 1880

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Nach Mitteilung der amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) war der vergangene Winter weltweit der wärmste seit 1880. Auf der Nordhalbkugel lagen die Temperaturen 0,7 Grad höher als der Mittelwert (Abb. 07153).


Im Januar 2007 allein betrug die Temperaturabweichung 2,28 Grad Celsius, ein absoluter Rekord (07154). Dabei waren die Abweichungen über Europa besonders stark.


Siehe auch den aktualisierten Schwerpunkt Umwelt. (bitte auch Startseite besuchen)



global news 636 18-03-07: Ist die neoliberale Globalisierung nur ein "alter Hut"?

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Der IWF hat in seiner neuesten Veröffentlichung vorgeführt, wie - Dank technologischer Innovationen und einer starken Erhöhung der Sparraten - die grenzüberschreitenden Kapitalströme in den Worten des IWF „dramatisch" globalisiert wurden. Die totalen Ströme, einschließlich Krediten, Portofolio-Anlagen und Direktinvestitionen kamen 2005 auf 6 Billionen Dollar oder fast 15 % des Weltsozialprodukts (Abb. 12406).


Dabei führen die Industrieländer Westeuropas, unterstützt von der Einführung des Euro, die Expansion der Kapitalströme an (Abb. 12408). Hohe Beträge flossen vor allem in die neuen Beitrittsländer der EU.


Seit der Jahrhundertwende besonders stark gestiegen sind die deutschen Auslandsanlagen, die in den 70er Jahren noch absolut unbedeutet waren (Abb. 03471).


Nach dem Herbstgutachten der Monopolkommission vom Juli 2006 haben die 10 größten Unternehmen allein zwischen 2002 und 2004 ihren Wertschöpfungsanteil in Deutschland von 70 % auf 59 % zurückgeführt. Die DAX 30-Unternehmen insgesamt haben nur noch 53 % der Beschäftigten und 1/3 des Umsatzes in Deutschland (Abb. 12119). Dementsprechend haben sich die Verlagerungsmöglichkeiten erhöht und ist das Interesse an den deutschen Sozialverhältnissen gesunken.


Lesen Sie die vollständige Analyse im neuen Schwerpunkt "Ist die neoliberale Globalisierung nur ein "alter Hut" oder eine neue Qualität?"

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global news 635 17-03-07: Arbeitskosten in der Europäischen Union: Das „Rennen" nach unten (Deutschland Haupttreiber), Frühindikatoren der OECD im Fall

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Die heute von Eurostat veröffentlichten Arbeitskosten zeigen, wie stark seit dem Jahr 2000 unter dem Druck der Globalisierung das „Rennen" der Löhne nach unten in den nominalen Zuwachsraten stattfindet (Abb. 12403). Bei einer Inflationsrate von 1,9 % ist z.B. in der Eurozone im vergangenen Jahr ist nicht viel an realem Zuwachs übrig geblieben, in Deutschland sogar ein Negativ-Wert von 0,2 %.


In diesem „Rennen" gehört Deutschland zu den Haupttreibern, auch wenn es an der Spitze in den letzten zwei Quartalen 2006 von den Niederlanden abgelöst wurde (Abb. 12404). Kein Wunder dann, daß wir unsere Exporte zu Lasten der BIP-Entwicklung und der Jobs der Partnerländer entwickeln; der feste innere Eurokurs macht's möglich.


Gleichzeitig fallen die ebenfalls heute veröffentlichten Frühindikatoren der Konjunkturentwicklung der OECD für Deutschland und die wichtigsten Länder der Weltwirtschaft im OECD-Raum stark nach unten (Abb. 12405). Die Kombination von nachlassenden Konjunkturen und zurückgehender Massenkaufkraft bei fallenden Arbeitseinkommen ist jedenfalls keine gute Aussicht. Das Bild der OECD kontrastiert total mit den sich überschlagenden Aufwärtsprognosen der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute und der Bundesregierung (Bundeswirtschaftsminister Glos in seiner heutigen Presseerklärung zur Wirtschaftslage: „Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiter in einem kräftigen Aufschwung").


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extra global news 634 16-03-07: Die chinesische Ein-Kind-Zwangspolitik und der Weltmarkt

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Es gibt einen im Ausland wenig registrierten Zusammenhang hinter dem chinesischen "Wirtschaftswunder". Die mit viel Zwang exekutierte 1-Kind-Politik Chinas in Kombination mit dem Fehlen einer auch nur entfernt ausreichenden Altersversorgung zwingt den chinesischen Normalverbraucher zum Sparen. Dementsprechend gering ist die Nachfrage der Haushalte. In der Folge muß China seine mit jährlichen Zuwachsraten zwischen 16 % und 17 % steil expandierende Industrieproduktion, die sich so alle vier bis fünf Jahre verdoppelt (Abb. 08088), zu einem immer weiter wachsenden Anteil auf die Weltmärkte werfen. Das muß weitgehend ohne Rücksicht auf die erzielbaren Preise, die manipulative Unterbewertung der Währung, Dumpingvorwürfe der Handelspartner und die Umweltschäden geschehen.


Nur so kann China die Wachstumsraten seiner Volkswirtschaft beibehalten und die dringendst nötigen zusätzlichen Arbeitsplätze - 50 bis 60 Millionen pro Jahr - schaffen. Das Schicksal des ganze Regimes hängt an dieser Wirtschaftsleistung. Im vergangenen Jahr machte der Überschuß in der Leistungsbilanz bereits rund 10 % des Bruttoinlandsprodukts aus, weit mehr als bei den klassischen Exportnationen Japan und Deutschland (Abb. 12283).


Die Ein-Kind-Politik wird noch immer mit großer Härte verfolgt, wenn auch nicht mehr mit der Brutalität von früher. Will Hutton beschreibt die Formen und Folgen in seinem hervorragend recherchierten neuen Buch "The Writing on the Wall - China and the West in the 21st Century": Eine Bürokratie von 400.000 Beamten für Geburtenkontrolle, hohe Abreibungsraten, zahlreiche Fälle von Kindestötung bei neugeborenen Mädchen, Strafen, Sondersteuern, Blosstellungen. Auf der anderen Seite: für 100 Mädchen werden 120 Knaben geboren. Schon jetzt wird mit illegalem Handel von Prostituierten und Zwangsheiraten versucht, gegen dieses ungesunde Ungleichgewicht anzukommen. Und die Knaben werden ihren Eltern im Alter längst nicht so mit Pflege beistehen, wie es von den Mädchen erwartet werden kann - noch mehr Grund zum Sparen.

So zahlen am Ende auch Arbeiter im westlichen Ausland mit ihren Arbeitsplätzen für einen Teil der Folgen der chinesischen 1-Kind-Politik, die chinesische Waren zu Dumpingpreisen in den Export treibt. Andere im westlichen Ausland werden später für alte Chinesen Rente bezahlen, wenn die in Auslandwährung angelegten Devisenüberschüsse dafür verwertet und zurückgefahren werden sollten. Was da schon jetzt auf der hohen Kante liegt, entpricht immerhin den Jahresgehältern von 100 Millionen chinesischer Arbeitskräfte (Durchschnittsjahreseinkommen von Stadt und Land) im Zeitraum von 14 Jahren.

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global news 633 16-03-07: Nun auch Weltmeister im Unternehmenssteuersenken?

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Gemessen am Verhältnis der Unternehmenssteuereinnahmen am Bruttoinlandsprodukt war Deutschland wegen der sehr löcherigen Bemessungsgrundlage schon seit Jahren Niedrigsteuerland (Abb. 13110). Im Jahreswirtschaftsbericht 2006 gab die Bundesregierung die effektive Durchschnittssteuerbelastung von Kapitalgesellschaften für Deutschland zwar noch mit 36 % an, hängte dann aber eine „kleinlaute" Fußnote an: „Allerdings bleiben bei dieser Bewertung einige in Deutschland geltende Regelungen, z. B. zur Verlustrechnung, unberücksichtigt." Nun will die Bundesregierung, vorbehaltlich der parlamentarischen Zustimmung, noch einmal die Steuersätze drastisch abgesenken (Abb. 13072).



Mit einem Steuersatz von nur noch 29,8 % (einschließlich Gewerbesteuer) wird Deutschland den niedrigsten aller G7-Länder, d.h. der großen Industrieländer, haben (Abb. 13131). Im Steuersenkungswettbewerb hat die Bundesrepublik schon in den vergangenen Jahren schneller abgesenkt als die meisten anderen Länder und jedenfalls mehr als der EU-Durchschnitt, so bei den Kapitalgesellschaften von 59,7 % 1993 auf nur noch 38,3 %. Man muß damit rechnen, daß Deutschland mit diesem Schritt, mit dem der Steuersatz gegenüber 1993 praktisch halbiert wird, den Steuerwettlauf nach unten nur weiter anheizt.


Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos sieht in der Steuersenkung "ein außerordentlich wichtiges Signal an alle Unternehmen in Deutschland und internationale Investoren, für die wir auch mittel- und langfristig ein attraktiver Standort sein wollen." Das haben auch frühere Bundesregierung bei früheren Absenkungen der Unternehmenssteuern verkündet. Doch allen Versprechungen zum Trotz hat die Industrie in den vergangenen Jahren die Steuersatzsenkungen kassiert und dennoch die Investitionen in Deutschland weiter zurückgefahren. Trotz der fast Halbierung des Körperschaftssteuersatz bei einbehaltenen Gewinnen und der weiteren Absenkung bei ausgeschütteten im Jahre 2001 haben die Unternehmen ihre Anlageninvestitionen zwischen 2000 und 2006 als Anteil am Bruttoinlandsprodukt bis 2005 gekürzt und in 2006 nur wenig angehoben. Die Entwicklung von 2006 war dabei vor allem auf die guten Auslandskonjunktur und einen nicht mehr aufschiebbaren Nachholbedarf an Investitionen zurückzuführen, aber nicht auf eine Gegenleistung für Steuersenkungen (Abb. 13073). Auch die tatsächlichen Einnahmen aus der Körperschaftssteuer lagen 2006 trotz stark expandierender Unternehmensgewinne noch um 2,9 % unter denen des Jahres 2000.


Man bedenke: Der Staat findet schon jetzt nicht genug Geld in den Kassen, um die Bildung adäquat und so wie in den meisten Konkurrenzländern zu finanzieren. Das Bildungsniveau aber wird für zukünftige Investitionen in Deutschland und die von Minister Glos angesprocheneAttraktivität des Standorts wesentlich wichtiger sein, als ein paar Prozentpunkte am Steuersatz. Ähnliches könnte man für die Finanzierung einer dringend notwendigen Familienpolitik zur Überwindung des dramatischen Alterungsprozesses der Bevölkerung sagen.

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extra global news 632 15-03-07: Weltbevölkerung steigt um weitere 2,7 Mrd Menschen

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In ihrer neuen Prognose erwarten die Vereinten Nationen zwar leicht sinkende Kinderzahlen und doch wegen der zunehmenden Lebenserwartung einen Anstieg der Weltbevölkerung um weitere 2,7 Mrd auf 9,2 Mrd Menschen zwischen 2005 und 2050 (Abb. 07152).


Das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung erhöht sich von 28 auf 38 Jahre, in Europa sogar auf über 47 Jahre Abb. 07145). Dabei steigt der Anteil der über 60-Jährigen von 12 % auf 26 %, in Europa sogar auf 44 % und Deutschland über 49 % (07146).



Unter den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt rutscht Deutschland vom Platz 15 auf 23 ab (Abb. 07149). Indien übernimmt mit knapp 1,7 Mrd die Spitze von China mit 1,4 Mrd.


Eine ausführliche Darstellung enthält der neue Schwerpunkt Weltbevölkerung steigt um weitere 2,7 Mrd Menschen. (bitte auch Startseite besuchen)



global news 631 15-03-07: Deutschland: Weltmeister im Abbau der Lohnquote - Arbeitnehmer als Verlierer der Globalisierung

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Deutschland führt das Rennen fallender Lohnquoten (gemessen am Bruttovolkseinkommen) mit einem Minus von fast 5 Prozentpunkten zwischen 2000 und 2006 an (Abb. 12402).


Aber auch andere Länder haben sich in dieses Rennen zum sozialen Boden geworfen: von den alten Industrieländern vor allem Japan, Österreich, Spanien, die USA und als einziges skandinavisches Land Dänemark sowie von den Osteuropäern Polen, Slowakei, Bulgarien und Lettland. Angesichts der globalen Konkurrenz kann es eine Schraube mit sehr tiefem Ende werden.

Kein Wunder, daß Deutschland angesichts seiner Führungsrolle nach unten die Exportüberschüsse immer mehr aufbaut. Die deutschen Arbeitnehmer sind bisher die eindeutigen Verlierer dieser Form von Globalisierung: Sie haben nicht nur ihren Anteil am Volkseinkommen immer mehr schwinden sehen, sondern auch noch eine enorme Spreizung zwischen den Arbeitseinkommen der Besserverdiener und der Normalverdiener hinnehmen müssen, die in diesen Zahlen noch nicht zum Ausdruck kommt. Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit bis auch Länder wie Schweden, Finnland, Italien und Frankreich gezwungen sein werden, sich ebenfalls in dieses „Ratten-Rennen" zu werfen. Deutschland: Weltmeister im Abbau der Lohnquote.

Abb. 04701 zeigt die Schere zwischen Arbeitseinkommen und Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen.


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extra global news 630 14-03-07: Mit Blick auf die Börse von heute: Was bedeutet für Deutschland die amerikanische Konjunktur?

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Wieder einmal stürzen die Börsenkurse um den Globus herum, angefangen in USA, dann Japan und nun Europa - sie folgen der Erddrehung. Diesmal sind sie offensichtlich durch Sorgen um die steigende Rate der notleidenden amerikanischen Hypotheken ausgelöst. Nach der jetzt veröffentlichten Erfassung durch die American Mortgage Bankers Association ist die Rate notleidender Hypotheken im letzten Quartal 2006 auf 4,95 % von 4,67 % im 3. Quartal 2006 weiter hochgesprungen und bei den sogenannten besonders riskanten „Subprime Loans" sogar von 12.56 % auf 13.33 %. Einige Hypothekenbanken, wie New Century, sollen schon angeschlagen sein. Während im Jahr 2001 die „Subprime Loans" noch 5 % ausmachten, waren es im Jahr 2006 bereits 20 %. Hypothekenschuldner mit Hypotheken im Wert von 265 Mrd Dollar werden in diesem Jahr vor einer Erhöhung ihrer Hpothekenzinsen stehen,viele der ärmsten Hauseigentümer um bis zu 12 %. Der Immobilienboom in USA mit fast eine Verdoppelung der Hauspreise in nur 6 Jahren (Abb. 03470) hat viele Jahre lang die Nachfrage der sich bereichert fühlenden Haushalte, die ihr Wohnungseigentum immer höher beliehen haben, hochgehalten und so die amerikanische Gesamtkonjunktur entscheidend gestützt. Wenn sich das nun zurückdreht, kann man sich die Folgen vorstellen.


Hauskäufer bekommen in USA Darlehen, die 105 % des Kaufpreises decken, und tatsächlich haben ¼ aller Käufer im vergangenen Jahr keine Anzahlung geleistet. Es gibt sogar Hypotheken, bei denen nur Zinsen gezahlt werden oder sogar nur ein Teil der Zinsen ("negative amortisation loans"), während die Differenz in die Hypothek integriert wird (siehe hier). Im Schatten dieses nun offensichtlich zu Ende gehenden Booms ist die Sparrate in USA auf nahe minus 1 % des Bruttoinlandsprodukts steil gefallen (Abb. 12043) und hat die Verschuldung der amerikanischen Haushalte durch Hypotheken- und Konsumentenkredite auf den astronomischen Betrag von mehr als 12 Billionen Dollar zugenommen (Abb. 03469). Gleichzeitig haben die Verbraucher immer mehr auf Kosten des Auslandskredits einer auf ein Jahres-Minus von rund 800 Mrd Dollar abgestürzten Handelsbilanz gelebt (Abb. 0302), siehe auch Schwerpunkt US-Risiko.




Der Dow Jones Aktienindex hat in den letzten Wochen schon um 5,3 % an Wert verloren, der Dax bis heute sogar mehr als 7 %. Entsprechend ärmer können sich die Verbraucher fühlen, die wie in den meisten angelsächsischen Ländern ihr Vermögen und ihre Altersversorgung vor allem auf Aktienbasis eingerichtet haben. Die Angst vor einem unsicherer werdenden Aktienmarkt muß - wie der Immobilienmarkt - auf das Verbraucherverhalten in USA und weltweit zurückwirken.

In der Vergangenheit hat sich die Europäische Union nie richtig von der amerikanischen Konjunktur abkoppeln können, während das umgekehrt häufiger passiert ist. Auch diesmal dürfte das kaum möglich sein. Zu eng sind die vielfältigen Verbindungen. Nicht zuletzt sind die USA der zweitwichtigste deutsche Exportmarkt und ist ein fallender Dollarkurs eine starke Bremse im deutschen Export. Und Deutschland hat sich seit 2000 viel zu sehr vom Export abhängig gemacht und durch ein Austrocknen der Massenkaufkraft die Binnennachfrage seiner Haushalte schleifen lassen. Es geht also nicht nur um die deutschen Börsenkurse und ihre Anbindung an Wall Street. All die Jubelchöre, die die exportangetriebene deutsche Wirtschaftsentwicklung immer nur mit dem engen Blick vom deutschen Kirchturm betrachten und entsprechend hochjubeln, werden verstummen, wenn sich der amerikanische Reißverschluß richtig öffnen sollte, und das ist vielleicht nur eine Frage der Zeit und hoffentlich gibt es dann noch ein „soft landing". Anderenfalls werden die Jubilanten aus Politik und Medien auf das Kleingedruckte ihrer verschiedenen Verlautbarungen pochen, in dem natürlich immer auch die Weltwirtschaft erwähnt war. Man kann Deutschland nur wünschen, daß es nicht dahin kommt.

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global news 629 14-03-07: Deutschland in Pole Position bei Industrieproduktion und am Ende bei Arbeitseinkommen - Zufall?

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Die heute von Eurostat veröffentlichten Ergebnisse der Industrieproduktion zeigen Deutschland in Pole Position (nach Österreich) bei der Entwicklung der Industrieproduktion mit einem realen Zuwachs im Durchschnitt der Monate November 2006 bis Januar 2007 gegenüber den gleichen Vorjahresmonaten von fast 6,4 % (Abb. 12400).


Allerdings wurde das durch den schlechtesten Zuwachs an Arbeitseinkommen (Abb. 13233) und die schlechteste Entwicklung im Einzelhandelsumsatz erkauft (Abb. 12378). Im Ergebnis beruht die Produktionsentwicklung im Wesentlichen auf einer von niedrigen Löhnen beschleunigten Exportentwicklung (+13,4 % nominal im Januar 2007 gegen Vorjahr).



Auch zeigen die Eurostat-Daten, daß die Konjunkturen in den Hauptabnehmerländern für deutsche Waren abkühlen. Das gilt besonders für Frankreich, Niederlande und Großbritannien mit sehr ungünstigen Entwicklungen der Industrieproduktion, aber auch die deutliche Abschwächung in USA und der Eurozone insgesamt (Abb. 12401). Frankreich, Niederlande, Großbritannien und USA kommen zusammen für fast ein Drittel des deutschen Exports auf. Damit sind hinter die weitere Exportentwicklung in 2007 einige Fragezeichen gesetzt.


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extra-global news 628 13-03-07: Treibhauseffekt und steigender Meeresspiegel

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Der Bericht des Interparlamentarischen Panels (IPPC) für Klimawechsel hat in 2001 den Anstieg des Meeresspiegels abgeschätzt. In der Realität steigt der Meeresspiegel doch erheblich stärker, wie Satellitenmessungen seitdem gezeigt haben (Abb. 07141). Dazu trägt die Eisschmelze an den Polkappen in erster Linie bei; außerdem dehnt sich Meereswasser bei Erwärmung aus. Auch bei der Eisschmelze in der Antarktis sind die Erwartungen des IPPC übertroffen worden. 2002 hat sich ein Riesen-Eisschild von ca. 100 km Breite und 200 Meter Dicke (Larsen B), das in den vergangenen 12.000 Jahren stabil war, gelöst (Abb. 07140). Da es auf dem Meer schwamm, hat sein Abriß nicht zur Erhöhung des Meeresspiegels geführt. Jedoch fließen die auf dem Land aufliegenden Eismassen in der Folge wesentlich schneller zum Meer, und zwar bis zu achtmal schneller.



Abb. 07142 zeigt die Regionen an der Nordseeküste, die von einem Anstieg des Meeresspiegels um 2 Meter bedroht wären, der im kommenden Jahrhundert eintreten kann. Weltweit leben derzeit 60 Millionen Menschen unter 1 Meter über Meeresspiegel und 275 Millionen unter 5 Meter. Rechnet man den absehbaren Bevölkerungszuwachs bis ins nächste Jahrhundert ein, so kommt man auf 130 Millionen, bzw. 410 Millionen Menschen (Abb. 07143). In einigen entlegenen Gegengenden der Welt, vor allem in der Arktis und im Pazifik hat der große Umzug schon begonnen.



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global news 627 13-03-07: Deutschland: EU-Spitzenplatz bei Diskriminierung der Frauen

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Frauen werden im Berufsleben in Deutschland mehr als in fast allen anderen EU-Ländern benachteiligt. Das gilt für den Anteil an der Hochschulbildung, den Beschäftigungsanteil von Frauen mit Kindern, die Nachteile von Teilzeit- und Zeitarbeit, die Stundenlöhne und die Rolle in den Führungsetagen der Unternehmen. Das ist das Ergebnis neuer Daten von Eurostat.

Mit nur knapp 21 % hat Deutschland einen besonders kleinen Anteil von Frauen mit Hochschulausbildung. Damit landet es erst auf Platz 18 von 27 der erweiterten EU und weit hinter den skandinavischen Spitzenländern mit nahe oder über 40 %. Besonders deutlich wird die Diskriminierung, wenn man die Anteile von Frauen zu Männern vergleicht. Hier liegt Deutschland weit abgeschlagen auf dem letzten Platz (Abb. 12391).


Während Deutschland beim Beschäftigungsanteil der Frauen insgesamt noch im Mittelfeld , fällt es bei Frauen mit Kindern auf den 20. Platz unter 24 zurück (Abb. 12395).


Die Diskriminierung bei den Stundenlöhnen ist in Deutschland extrem hoch und bringt die deutschen Frauen auf den 24. von 27 Plätzen (Abb. 12396).


Während Deutschland auf den letzten Plätzen herumdümpelt - oder muß man besser sagen: herumdiskriminiert? - zeigen auch hier z.B. die französischen Frauen ihren deutlichen Vorsprung: 14 % mehr als die französischen Männer mit Hochschulausbildung (deutsche Frauen 26 % weniger als deutsche Männer), 68 % mit Kindern und gleichzeitig im Beruf (Deutschland nur 55 %), 31 % in Teilzeitbeschäftigung (Deutschland 46 %), Stundenlöhne nur 12 % unter denen französischer Männer (Deutschland 22 %) und ein stolzer Anteil von 38 % in Führungsetagen (Deutschland 26 %). Kann es da eigentlich überraschen, wenn die Geburtenrate in Frankreich die höchste in Europa ist und um die Hälfte über der deutschen liegt?

Eine ausführliche Darstellung enthält der neue Schwerpunkt „Deutschland: EU-Spitzenplatz bei Diskriminierung der Frauen".

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global news 626 12-03-07: Weltklima: Das China-Syndrom

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Mit wenig Übertreibung kann man sagen: In China entscheidet sich das Weltklima. China ist seit einigen Jahren zur Fabrik der Welt geworden und versorgt bei einem stark steigenden Export den Rest der Welt immer mehr mit Industriegütern, deren Produktion hier konzentriert wird. Die chinesische Industrieproduktion wächst seit fünf Jahren jedes Jahr zwischen 16 % und 17 % (Abb. 08088), was zu einer Verdoppelung in jeweils vier bis fünf Jahren führt. China hat Deutschland nach Wirtschaftskraft als drittgrößtes Land bereits abgelöst und kann nach Projektionen von Goldman Sachs um das Jahr 2040 auch die USA abhängen (Abb. 08019).



Doch diese Entwicklung kostet Umwelt, chinesische und vor allem über den CO2 Ausstoß immer mehr Welt-Umwelt. Das chinesische Wachstum ist bisher zu einem großen Teil exportangetrieben und beruht insoweit auf Verlagerung von Industrieproduktion aus den alten Industrieländern. Dabei finden Energieproduktion und -verbrauch in China mit weit schlechteren Ausnützungsgraden und dementsprechend höheren Emissionen statt (Abb. 07062). Dort wird pro Einheit an Bruttoinlandsprodukt bis zu zweimal so viel CO2-Emission erzeugt wie in der Eurozone, bei bis zu fast dreimal soviel Verwendung von "schmutziger" Kohle auf der Basis veralteter Kraftwerkstechnik in der Stromerzeugung. Der Energieverbrauch ist allein in den Jahren 2000 bis 2005 um mehr als die Hälfte gestiegen (Abb. 08090).

Nach Abschätzung der Internationalen Energie Agentur der OECD, wird China die USA noch vor 2010 als größtes CO2-Emissionsland überholen (Abb. 07126).


Eine ausführliche Darstellung enthält der neue Schwerpunkt „Weltklima: Das China-Syndrom".

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global news 625 12-03-07: Deutsche: Nicht besonders glücklich und relativ hoher Blutdruck

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In der Vergangenheit rangierten Deutsche bei internationalen Vergleichen mehrheitlich eher unter den unzufriedenen und weniger glücklichen Menschen. So hat Eurobarometer im Auftrag der EU-Kommission vor einigen Jahren 15.000 Menschen in 16-EU-Ländern (darunter 1.900 in Deutschland) nach der Zufriedenheit mit dem Leben gefragt. Die Frage war: Sind Sie sehr zufrieden, einigermaßen zufrieden, nicht besonders zufrieden oder gar nicht zufrieden. Die beiden Wirtschaftswissenschaftler Professor Andrew Oswald vom Department of Economics an der University of Warwick und Professor David Blanchflower vom Dartmouth College USA haben daraus jetzt einen Glücklichtkeitsindex errechnet. Dabei landete West-Deutschland am unteren Ende auf dem elften Platz und Ost-Deutschland auf dem zwölften. Allerdings galten solche Befragungen wegen der subjektiven Beurteilung immer als zweifelhaft.

Die beiden Wissenschaftler haben daher auch Daten aus einer Befragung über Bluthochdruck mitherangezogen. Bluthochdruck gilt schon seit langer Zeit unter Fachleuten als Ausdruck von negativen Lebensumständen, die von Streß, Sorgen und hierarchischem Druck geprägt sind, und als negativ korreliert mit Glücklichkeit. Die Weltgesundheitsorganisation sieht eine globale Epedimie mit etwa 1 Milliarde Menschen mit Bluthochdruck über 140/90 mmHg. Die größere Verläßlichkeit einer Befragung nach Bluthochdruck beruht darauf, daß die unter Bluthochdruck Leidenden in der Regel ihren Zustand ärztlich überprüft haben. Hier landeten in der Befragung West-Deutschland auf Platz 12 und Ost-Deutschland auf Platz 15, also sehr nahe an den Ergebnissen der Befragung zur Zufriedenheit mit dem Leben. Die negative Korrelierung von Glücklichkeit und Bluthochdruck ist mit einem Koeffizienten von -0,6 in der Tat relativ eng (siehe auch Abb. 12389). Die Ergebnisse wurden mit anderen Analysen verglichen und dabei ähnliche Zusammenhänge gesehen.


Die beiden Wissenschaftler haben daher auch Daten aus einer Befragung über Bluthochdruck mitherangezogen. Bluthochdruck gilt schon seit langer Zeit unter Fachleuten als Ausdruck von negativen Lebensumständen, die von Streß, Sorgen und hierarchischem Druck geprägt sind, und als negativ korreliert mit Glücklichkeit. Die Weltgesundheitsorganisation sieht eine globale Epedimie mit etwa 1 Milliarde Menschen mit Bluthochdruck über 140/90 mmHg. Die größere Verläßlichkeit einer Befragung nach Bluthochdruck beruht darauf, daß die unter Bluthochdruck Leidenden in der Regel ihren Zustand ärztlich überprüft haben. Hier landeten in der Befragung West-Deutschland auf Platz 12 und Ost-Deutschland auf Platz 15, also sehr nahe an den Ergebnissen der Befragung zur Zufriedenheit mit dem Leben. Die negative Korrelierung von Glücklichkeit und Bluthochdruck ist mit einem Koeffizienten von -0,6 in der Tat relativ eng (siehe auch Abb. 12389). Die Ergebnisse wurden mit anderen Analysen verglichen und dabei ähnliche Zusammenhänge gesehen.


Die Wissenschaftler bauten dann aus beiden Ergebnisreihen folgende Rangfolge auf: Schweden, Dänemark, Großbritannien, Niederlande, Irland, Frankreich, Luxemburg, Spanien, Griechenland, Italien, Belgien, Österreich, Finnland, Deutschland und Portugal.

Sie haben die Länder auch in vier Gruppen eingeteilt. Dabei findet sich Deutschland mit Portugal und Finnland in der Gruppe mit dem ungünstigsten durchschnittlichen Blutdruckergebnis und gleichzeitig dem niedrigsten durchschnittlichen Zufriedenheitsbefund (Abb. 12388). Die besten Länder nach dem Glücklichkeitskriterium sind wieder einmal - nicht überraschend - die skandinavischen, Niederlande und Irland.


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global news 624 11-03-07: Deutsches Rambo-"Dumping" in der Eurozone

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Die Eurozone kommt mehr und mehr durch das Ungleichgewicht bei den Warenströme zwischen Deutschland und seinen Partnern unter Druck. In Frankreich werden bereits Vorwürfe über eine „beggar thy neighbour-Politik" erhoben, weil Deutschland das Lohnniveau real negativ entwickelt hat, während Wechselkursanpassungen nicht mehr wie früher möglich sind. Außerdem hat Deutschland mit der starken MWSt-Erhöhung die Importe aus den Eurozonenländern gebremst, während die Exporte dorthin davon nicht betroffen sind. Bei Italien ist es eigentlich schon mehr eine Frage der Zeit, wie lange das Land im Euro bleiben kann, weil sich auch hier der deutsche Druck erheblich auswirkt und das Land in seiner Wettbewerbsfähigkeit auch mit dem Rest der Welt Schwächen aufweist.

Deutsche Politiker und Verbandsvertreter scheinen das Problem zu negieren. Schließlich besorgt man sich so zu Lasten der Partner Exporteinnahmen und auch Arbeitsplätze, wenngleich das höchst künstlich ist. Abb. 13259 zeigt, daß die deutsche Exportwirtschaft die Ausfuhrpreise für Investionsgüter in die Eurozone praktisch seit Beginn des Jahres 2005 eingefroren hat, obwohl die deutschen Erzeugerpreise und besonders die Vorproduktimportpreise erheblich gestiegen sind. Auch die Ausfuhrpreise für Konsumgüter in die Eurozone sind weit weniger gestiegen und selbst weniger als der deutsche Verbraucherpreisindex, obwohl die Preise in den Abnehmerländern z.T. erheblich mehr gestiegen sind und daher auch eine Anhebung der deutschen Konsumgüterexportpreise ermöglicht hätten (Abb. 13261). Investions- und Konsumgüter stellen rund die Hälfte aller Waren im deutschen Eurozonenexport (Abb. 13260).




Deutschland hatte im vergangenen Jahr die niedrigste Arbeitseinkommensentwicklung - die einzige real negative (Abb. 13233) - und verzeichnet nicht überraschend die schlechteste Entwicklung des Einzelhandels, wobei in Abb. 12378 Januar 2007 mit Dezember 2006 zusammengelegt wurde, um den Effekt der MWSt-Erhöhung per Januar 2007 zu kompensieren. Während die negative deutsche Lohnpolitik also den Absatz in Deutschland erschwert hat, auch für Waren aus anderen Eurozonen-Ländern, hat Deutschland diesen Wettbewerbsvorteil auf deren Märkten, die sich relativ normal und ungebremst entwickelt haben, ausgespielt.



Wie lange soll das eigentlich gut gehen? Die Vorwürfe der Partner beginnen auch das Gesamtverhältnis zu belasten. Man sollte sich nicht wundern, wenn Frankreich z.B. beim Airbus immer mehr an sich selbst denkt; schließlich ist die entscheidende Schlüssel-Technik in Frankreich entwickelt worden.

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global news 623 10-03-07: Entwicklung in USA: Sozialklauseln in bilateralen Handelsabkommen (und demnächst der WHO)?

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Die EU beißt sich derzeit die Zähne aus, um in die neue Welle der bilateralen Handelsabkommen, z.B. mit Indien, eine Demokratie-Klausel hineinzubekommen. Was sie eigentlich erreichen sollte, ist eine Klausel gegen Arbeitstandards unterhalb des von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vorgesehenen Niveaus. Das wäre bei Indien und vielen anderen Ländern schon wegen der Kinderarbeit nötig. Bei China ist die gar nicht oder nur geringst bezahlte Arbeit altersunabhängig in vielen Gefängsnissen üblich, aber auch in Exportindustrien, deren Waren wir gutgläubig einkaufen. Unabhängige Gewerkschaften gibt es in China nicht und Streiks sind verboten.

Ander scheint sich die Lage in den USA unter dem Eindruck des Erfolgs der Demokraten in den Congress-Wahlen zu entwickeln. Die Demokraten bestehen darauf, daß die Bush-Administration dem Congress bis Ende März schärfere Klauseln in bilateralen Handelsabkommen für Minimum-Standards der Arbeiter unterbreitet. Andererenfalls würden die Abkommen mit Kolumbien, Peru und Panama abgelehnt. In Kolumbien werden Gewerkschaftsvertreter verfolgt.

Der bisherige, als nicht ausreichend erachtete Vorschlag der Administration sieht vor, daß die Partnerländer Gesetze erlassen, die entweder auf gleichem Niveau wie die amerikanischen Arbeitsgesetze sind oder den Konventionen der ILO entsprechen; Verstöße würden mit Strafen oder Verweigerung des Zugangs zum US Markt geahndet. Die ILO Konventionen schützen das Recht der Arbeiter, sich zu organisieren und Löhne auszuhandeln (z.B. nicht gegeben in China, wo nur Staatsgewerkschaften existieren), und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung am Arbeitsplatz. Die Republikaner wollen sich bisher nicht auf einen ausschließlichen Bezug auf die ILO Konventionen einlassen, weil sie befürchten, daß der Bezug darauf die amerikanischen Arbeitsschutzregeln als nicht der ILO entsprechend angreifbar machen könnte. Dagegen bestehen die Demokraten auf einem klaren ILO-Bezug. Sollte es zu keinem Kompromiss kommen, so würde das auch das Verhältnis zwischen Administration und Congress in anderen handelspolitischen Fragen bis zur Doha-Runde beeinflussen. Der demokratische Vorsitzende des einflußreichen ways and means trade subcommittee im House of Representatives hat bereits angedeutet, daß in diesem Fall eine Verlängerung der trade promotion authority, die der Präsident wahrscheinlich für die Doha-Runde der WTO braucht, abgelehnt würde. Die Demokraten halten Sozialklauseln für wesentlich, um die Vorteile der Globalisierung auch den Arbeitnehmer zugänglich zu machen.

Man erinnere sich: Die Clinton-Administration und die französische Regierung hatten eine Sozialklausel mit Bezug auf die ILO seinerzeit bei der Gründung der WTO vorgeschlagen, waren aber am Widerstand Deutschlands, Großbritannien und anderer Länder gescheitert. Was machen die Neoliberalen, wenn die USA nun erneut antreten sollten?

Im vergangenen Jahr sind die Einfuhren aus Billigstlohnländern Osteuropas und Asiens nach Deutschland um 17,9 % gestiegen, aus China sogar um 19,4 % (siehe Abb. 08013).


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global news 622 10-03-07: Der Klima-Trick vom EU-Gipfel

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Die EU ist unter deutschem Vorsitz eine scheinbar eindrucksvolle Verpflichtung eingegangen, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 20 % zu senken. Eindrucksvoll - auch wenn noch nicht klar ist, wie das erreicht werden soll. Was allerdings schon jetzt klar ist, sind die Tricks, die hinter dieser Rechnung stehen. Wie die Medien darauf reinfallen zeigt wieder einmal BILD: "Mit ihren Klima-Beschlüssen hat die EU sich (und uns allen) kurz vor ihrem 50. Geburtstag das schönste Geschenk gemacht: Endlich wird über Klimaschutz nicht mehr nur geredet. Jetzt muss gehandelt werden. Damit wird das grüne Europa zum Vorbild für die ganze Welt – und schafft es hoffentlich, auch Klimasünder wie China und die USA zum Mitmachen zu bewegen."

Sinnigerweise sind die Reduktionsziele nämlich nicht auf das gegenwärtige Niveau bezogen, sondern das von vor 17 Jahren. Im Jahr 1990 noch in der Wirtschaftssituation unter den gerade zu Ende gegangenen kommunistischen Verhältnissen hatten aber sowohl die EU-Beitrittsländer wie auch Ostdeutschland sehr hohe CO2-Emissionen, schon wegen des hohen Einsatzes von schmutziger Kohle oder gar Braunkohle in wenig effizienten Kraftwerken und von Mineralöl in ineffizienten Motoren oder wegen der noch sehr schlechten Gebäudeisolation und der Temperaturregelung ohne Verbrauchsmessung durch das Öffnen der Fenster in oft ferngewärmten Wohnungen mit ebenfalls schlechter Isolierung der Leitungen.

In den folgenden zehn Jahren sind die Emissionen in der Überwindung der kommunistischen Erbschaft enorm heruntergekommen und dann etwa auf dem erreichten Niveau geblieben. Der Rückgang für alle Beitrittsländer bis zum Jahr 2000 lag im Durchschnitt bei rund 30 % (Abb. 07133). Eine aktuelle Studie des Wuppertal-Instituts ist denn auch zu dem Ergebnis gekommen, daß dank der osteuropäischen Neulinge die 27-Mitglieder-EU bis 2020 nur noch weitere fünf Prozentpunkte ihrer Emissionen einsparen müsse zusätzlich zu ihrem Kyoto-Ziel per 2010, um die 20-Prozent-Marke zu erreichen. "Ein nicht überambitioniertes Ziel", kommentieren die Autoren der Studie trocken. Gegenüber der Öffentlichkeit haben die EU-Gipfelteilnehmer diesen peinlichen Umstand denn auch verschwiegen.


Noch peinlicher ist die Situation der deutschen Ratspräsidentschaft bei solch vollmundigen Versprechungen. Aus den stolzen 20 % werden schlicht 5.7 %, wenn man das Einsparziel für das Jahr 2020 (von 20 % gegenüber 1990) statt auf 1990 auf 1999 bezieht, nachdem die Umwelt-Hinterlassenschaft der DDR halbwegs abgearbeitet war (Abb. 07132).


Das ist nicht nur unaufrichtig in der Präsentation, sondern kann von den zögerlichen Ländern USA oder China schnell durchschaut werden, zumal man denselben Trick schon im Kyoto-Protokoll angewandt hat, um die Osteuropäer ohne Schmerzen für diese einzubeziehen; die Russen z.B. haben sogar riesige Möglichkeiten zum Handel mit CO2-Krediten gewonnen. Mit Propaganda wird man die Welt jedenfalls nicht vor der Klimakatastrophe retten.

Siehe dazu auch neuen Schwerpunkt Deutschland: Nach Exportweltmeister nun Umweltmeister?.

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global news 621 09-03-07: 185 tausend Jahre gespart: Deutsche Milliardäre und die fallende Lohnquote

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Die Forbes-Liste der Milliardäre zeigt, wie sich der Reichtum in der Welt immer mehr konzentriert. Die fast 1000 Milliardäre konnten 35 % mehr Vermögen auf sich konzentrieren als die Milliardäre des Vorjahres, nämlich die unglaubliche Zahl von umgerechnet 2,7 Billionen Euro. Wer das nachvollziehen will, muß in deutsche Nettolöhne und -gehälter umrechnen. Alle 37 Millionen deutschen Arbeitnehmer zusammen müßten 4,4 Jahre ihr gesamtes Arbeitseinkommen sparen, um den Wohlstand von weniger als 1.000 Menschen aufzutürmen.

Deutschland hat mit 55 die in der Welt zweithöchste Konzentration an Milliardären mit einem Vermögen von 178 Milliarden Euro, fast ein Drittel der jährlichen Nettolöhne und -gehälter aller 37 Millionen deutscher Arbeitnehmer. Oder anders ausgedrückt: Ein durchschnittlicher deutscher Arbeitnehmer müßte sein gesamtes Einkommen 185 tausend Jahre voll zur Seite legen, um das Durchschnittsvermögen der deutschen Milliardäre zu erreichen. Abb. 13262 zeigt das starke Übergewicht deutscher Milliardäre in der Europäischen Union. Sie stellen ein Drittel der EU-Milliardäre.


Die brave new world des Neo-Kapitalismus kommt in solchen Zahlen recht deutlich zum Ausdruck. Dabei sollte man die 53 russischen Milliardäre nicht vergessen und auch nicht die 41 chinesischen (21 davon in Hongkong) und 27 indischen.

Noch ein Blick auf Deutschland und die andere Seite des Sozialspektrums: Die Lohnquote als Anteil am BIP ist in den drei Jahren seit 2000 um fast vier Prozentpunkte gefallen, während sie in den anderen Ländern der Alt-EU fast konstant geblieben ist (Abb. 12399).


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global news 620 09-03-07: Produktionsindex der Industrie im Januar 2007: Zuwachs, aber Rückgang in der Konsumgüterindustrie

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Die Produktion der deutsche Industrie hat sich im Januar um 2,2 % gegenüber Dezember 2006 kräftig erhöht. Darin drückt sich vor allem ein sehr starker Zuwachs im Investitionsgüterbereich aus, der im Dezember einen erheblichen Einbruch erlebt hatte. Allerdings ist der Wert für die Konsumgüterindustrie um 0,3 % gefallen. Bereits seit über einem Jahr stagniert die Produktion, was die schwache Binnennachfrage reflektiert (Abb. 04306).


Dazu meldet der Bundeswirtschaftsminister mit dem üblichen Optimismus: "Die robuste Entwicklung der Erzeugung im konjunkturell wichtigen industriellen Bereich sowie die nach wie vor gute Auftragslage der Unternehmen deuten darauf hin, dass die zu Anfang des Jahres befürchtete konjunkturelle Delle geringer ausfallen könnte als befürchtet." Der Rückgang der Konsumgüterindustrie reflektiert allerdings die Delle am ehesten, während die anderen Industriebereiche weit weniger von der Haltung der privaten Verbraucher abhängig sind, deren Nachfrage im Januar stark gefallen ist.

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global news 619 08-03-07: Industrieauftäge, Einzelhandelsumsatz, Arbeitskosten, Renten und Verbraucher-Insolvenzen?

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Nach den heutigen Zahlen des Statistischen Bundesamts sind die Aufträge der deutschen Industrie von Dezember 06 bis Januar 07 um rund 1 % zurückgegangen, seit dem Gipfel im August 2006 bereits um 2,4 % (Abb. 04569). Der Bundeswirtschaftsminister hat dazu eine vornehme Umschreibung: "In der Tendenz entwickeln sich die Auftragseingänge derzeit seitwärts. Die einschlägigen Stimmungsindikatoren zeichnen ein durchaus zuversichtliches Bild. Die Voraussetzungen für eine aufwärts gerichtete Industrieproduktion sind .. weiterhin gegeben." Leider paßt diese rückläufige Entwicklung zu der im EU-Vergleich schlechtesten Entwicklung des Einzelhandesumsatzes, wobei Dezember 06 und Januar 07 zusammengefaßt sind, um den deutschen MWSt-Effekt zu kompensieren (Abb. 12378).



Die Einzelhandelsentwicklung kann auch nicht besonders überraschen, wenn man die Einkommensentwicklung in Deutschland berücksichtigt. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes zahlten Arbeitgeber im vierten Quartal 2006 im Produzierenden Gewerbe und in den marktbestimmten Dienstleistungsbereichen kalenderbereinigt 1,2% mehr für eine geleistete Arbeitsstunde (einschließlich Lohnnebenkosten) als in dem entsprechenden Vorjahresquartal. Der bescheidene Anstieg lag damit noch unter der Inflationsrate von 1,3 %.

Dazu gehört auch die zunehmend prekäre Situation vieler Rentner. So hat BILD heute wieder die vielen Rentner unter den Lesern im Blick: „BILD nennt die wahren Zahlen (Quelle Deutsche Rentenversicherung): Für so wenig Rente haben wir das ganze Leben gearbeitet. Millionen Rentner in Deutschland merken es jeden Tag - das Geld reicht vorne und hinten nicht! BILD nennt zum ersten Mal die wirklichen Zahlen. Knapp 1000 Euro Rente für ein Leben Arbeit - ist unser Rentensystem wirklich gerecht? Die neuesten Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigen, mit wie wenig Geld viele unserer Senioren auskommen müssen: Die Netto-Rente zwischen 65- bis 69-jährigen betrug im vergangenen Jahr bei Männern durchschnittlich 973,25 Euro, im Osten 1006,79 Euro und bei Frauen im Westen 594,54 Euro, im Osten 820,12 Euro. .. Warum gibt es so wenig? Weil immer mehr Senioren in Rente gehen, die arbeitslos waren und deshalb nicht genug in die Rentenkasse einzahlen konnten. Außerdem gab es in den vergangenen drei Jahren nur noch Nullrunden. Das letzte Plus von mehr als 3 % liegt im Westen sogar schon 13 Jahre zurück, im Osten 11 Jahre. Aber die Preise steigen, und steigen - allein seit dem Jahr 2000 um 10,1 %. Dazu kommen höhere Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge."

Leider sind die BILD-Zahlen in diesem Fall korrekt. Die andere Seite der bedrückenden Soziallandschaft sind die Verbraucherinsolvenzen, die im vergangen Jahr nach jetzt vom StaBuA veröffentlichten Zahlen um nicht weniger als 35,3 % auf fast 100.000 gestiegen sind (Abb. 04028). Eine vollständigere Übersicht über die Schwachpunkte der deutschen Wirtschafts- und Soziallandschaft ist hier beigefügt. Es ist die „Rote Liste" von der Webseite.



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global news 618 08-03-07: Die versprochene Angleichung des chinesischen Lohnniveaus rückt in immer größere Ferne

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Die Arbeitschaft in vielen westlichen Industrieländern lebt in Angst, daß sie ihre Jobs an China verlieren könnte oder auf das chinesische Lohnniveau herabsteigen müßte. Die Gefahr ist teilweise real und teilweise nur mit ständigen Verlagerungsdrohungen der Unternehmensleitungen vorgespielt, aber wer weiß das schon? Aus wirtschaftswissenschaftlichen Ecken kommen ähnliche Töne. So predigt der Chef des ifo-Instituts in München Prof. Sinn, wenn immer er die Möglichkeit findet, von der Angleichung der Faktorpreise, mit anderen Worte man müsse sich irgendwo halbwegs zwischen dem deutschen und dem chinesischen Lohnniveau treffen. Zur gleichen Zeit verbreiten die neoliberalen Kräfte, die Forderungen nach Schutz gegen Lohndumping zuvorkommen wollen, die Hoffnung, daß die chinesischen Löhne wie einst in Japan oder Korea in relativ kurzen Zeiträumen die Wettbewerbsfähigkeit Chinas reduzieren würden.

Die chinesischen Löhne haben sich in den letzten Jahren allerdings sehr verhalten entwickelt, von einigen Geschäftszentren abgesehen. Dazu trägt auch das Streikverbot und die begrenzte Rolle der Gewerkschaften bei. Nach einem Bericht von Dale Wen ("Wie China die Globalisierung bewältigt" in der Schriftenreihe des Asienhauses) erhalten besonders in den Sonderwirtschaftszonen der Küstenregionen, wo die meisten der ausländischen Konzerne ihre Geschäfte betreiben, chinesische Arbeiter im Vergleich mit der Situation vor zehn Jahren inzwischen niedrigere Löhne (gemessen an der Kaufkraft) und weniger Sozialleistungen. Sie haben auch längere Arbeitszeiten, zunehmend Arbeitsunfälle und andere mit ihrer Lage zusammenhängende Probleme. Es wird geschätzt, dass alle Wanderarbeiter zusammen genommen einen Anspruch auf eine Summe von mindestens 100 Milliarden Yuan (etwa 12 Milliarden US-Dollar) an ausstehenden Löhnen haben. Die Löhne werden oft auf Monate und Jahre hinaus nicht ausbezahlt. Trotz Chinas Wirtschaftswachstum verschlechtern sich dem Wen-Bericht zufolge die Lebensbedingungen der Wanderarbeiter kontinuierlich. Noch vor einem Jahrzehnt konnte sich ein Wanderarbeiter, der im chinesischen Süden in einer Fabrik arbeitete, darauf einstellen, im Jahr etwa 5.000 Yuan zu verdienen. In den vergangenen 12 Jahren aber haben sich einer Studie von 2004 zufolge die Monatslöhne der Fabrikarbeiter um nur die winzige Summe von 68 Yuan erhöht. Die Preise für Reis, Schweinefleisch und viele andere Grundnahrungsmittel jedoch haben sich inzwischen verdreifacht, so dass das Realeinkommen faktisch deutlich gesunken ist.

Nach einer Studie im Auftrag des US Department of Labor vom November 2005 liegt der durchschnittliche Studenlohn in der gewerblichen Wirtschaft im ländlichen Bereich, in dem die Masse der Unternehmen angesiedelt ist, bei umgerechnet 0,41 $ oder dreißigmal weniger als z.B. ein Facharbeiter in der deutschen Textilindustrie verdient (Abb. 08085).


Da die Löhne nach einer Untersuchung der Weltbank seit Jahren geringer steigen als die Produktivität, hat China durch Lohnsteigerungen nichts an seiner Wettbewerbsfähigkeit verloren (Abb. 08086). Auch ist der Lohnanteil am Bruttoinlandsprodukt immer mehr gefallen (Abb. 08087).



Die gedrosselten Löhne erhöhen die Sparquote der Volkswirtschaft und erlauben - neben dem Kapitalimport aus dem Ausland - eine Steigerung der Bruttoanlageninvestitionen (Abb. 08089) und der Industrieproduktion (Abb. 08088), die noch viel höher ausfällt als das allgemeine Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft. Sie dazu auch den aktualisierten China-Schwerpunkt.



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global news 617 07-03-07: Klima: Noch 13 Jahre bis zur Bruchlandung?

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In Deutschland ist - weit mehr noch als in anderen Ländern - die große Klimadebatte ausgebrochen. Um das Klima zu schützen, sollen Deutsche auf Flugreisen verzichten und ihre Ferien in Deutschland verbringen, fordern die Umweltpolitiker. Bundesumweltminister Gabriel forderte von der Autoindustrie, Fahrzeuge mit geringerem Schadstoff-Ausstoß zu bauen. Der Klimawandel sei eine Gefahr wie früher das atomare Wettrüsten der beiden Blöcke. Hessens Ministerpräsident Roland Koch zu BILD: „Wir müssen aufpassen, dass unsere Navigation stimmt. An unserer Autoindustrie hängen einerseits Millionen Arbeitsplätze in Deutschland und andererseits gerade bei großen Autos enorme Exportchancen, zum Beispiel auf dem chinesischen Markt (mein Zusatz: wo die Emissionen am stäksten steigen!)." Oder der BILD am Sonntag-Kommentar: "Nur noch 13 Jahre bleiben laut UN-Report, um den drohenden Klimakollaps der Erde abzuwenden. Da ist die Frage, ob man für ein paar Sonnenstrahlen mehr rund um den Globus jetten darf, berechtigt." Viel heiße und doch total zahn- und folgenlose Worte und entsprechend heiße Luft zu einem heißen Thema.

Interessant ist daran nur, wie das eigentliche Thema vermieden wird, nämlich die Geschwindigkeit, mit der die wirtschaftliche Entwicklung der Welt beschleunigt wird, bevor klimaschützende Technologien ausreichend verfügbar sind. Da passen nämlich die Enden längst nicht mehr zueinander. Abb. 07131 zeigt, wie eng die Welt-CO2-Emissionen seit dem Jahr 2000 der Entwicklung des Welt-Bruttoinlandsprodukts folgen.


Eine andere Politik müßte diese Koppelung lockern. Vor allem müßte durch eine entsprechende Sozial- und Wirtschaftspolitik der ewige Kreislauf gebremst werden, der einen Teil der Bevölkerung immer reicher macht und den anderen Teil zwingt hinterherzulaufen - das Rattenrennen nämlich, das die Basis einer allein am Bruttoinlandsprodukt gemessenen Wirtschaftsleistung ist. Solange neue Arbeitsplätze angeblich nur über mehr Wirtschaftswachstum erhältlich sind, können die Umwelt und das Weltklima nur die Verlierer sein. Statt nur auf Wirtschaftswachstum zu setzen, müßte wieder Arbeitszeitverkürzung angesagt sein, diesmal aus Umweltgründen, um auch bei Produktivitätsfortschritt ohne mehr Bruttosozialprodukt zu mehr Arbeitsplätzen zu kommen. Sollten die Billigstländer das unterlaufen wollen, müßten sie mit Sonderabgaben daran gehindert werden. Ein Abwandern energieintensiver Produktionen in Länder mit hohem schmutzigem Energieeinsatz auf Kohlebasis müßte steuerlich oder mit Zöllen auf den Produkt-Import verhindert werden. Was von westlichen Industrie- und Handelsunternehmen durch „made in China" (oder einigen anderen Ländern mit niedriger Energieeffizienz und schmutziger Technologie) derzeit der Umwelt angetan wird, ist durch keine Ablaßzahlung auf eine Ferienflugreise wettzumachen.

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global news 616 06-03-07: Mangelnde Abgleichung von Zahlen der Arbeitslosengeld-Empfänger mit der Arbeitslosenstatistik: 10 % Arbeitslosenrückgang zu viel?

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Die Arbeitslosenstatistik hat viele Unstimmigkeiten. So war im Januar die Beschäftigung gegen Vorjahr um 449.000 mehr gefallen, als sich die Arbeitslosenzahl erhöht hatte. Ein weiteres „schwarzes Loch" scheint sich zwischen den Arbeitslosen und den Arbeitslosengeld-Empfängern aufgebaut zu haben, weil wer Arbeitslosengeld empfängt, nicht automatisch an den persönliche Ansprechpartner (Vermittler) gemeldet wird und damit nicht immer in dessen Arbeitslosenzählung ankommt. Auch eine Abgleichung der Zahlen, die früher üblich war, findet nicht mehr statt.

Die Zahl der Arbeitsuchenden (diejenigen, die mindestens 15 Stunden in der Woche arbeiten, aber wegen zu geringem Einkommen bedürftig nach dem SGB II sind und deshalb Arbeitslosengeld II erhalten und wegen ihrer Beschäftigung nicht als arbeitslos gelten) ist über das Jahr 2006 leicht gefallen, und zwar etwa parallel zur Zahl der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, bzw. Empfängern von ALG II. Wie Abb. 04742 zeigt ist jedoch die Zahl der offiziell als arbeitslos Gezählten sehr viel stärker zurückgegangen. Bei den Arbeitslosen betrug der Rückgang etwa 1 Million, bei den erwerbsfähigen Hilfebedürftigen dagegen nur etwa ein Viertel davon. Man kann die Größenordnung der Untererfassung auf bundesweit bereits über 10 % schätzen. Eine ausführliche Darstellung enthält der neue Schwerpunkt „Noch mehr schwarze Löcher in der Arbeitslosenstatistik".


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