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Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006) und "Deutschland global" (2005)


(574) 2006: Deutschland immer noch „kranker Mann" in Alt-EU

(573) Immer weniger in der Lohntüte: Welcher Regierungschef würde darauf stolz sein?

(572) Anteil jüngerer Jahrgänge an Bevölkerung im internationalen Vergleich

(571) Globalisierung: Täter und Opfer - 3 Schlaglichter

(570) Arbeitszeit und Wirtschaftsleistung im internationalen Vergleich

(569) Komsumindex: Starker Rückgang

(568) Produktivitäts-Liga: Auch hier China und Indien ganz vorn

(567) Produktivitätsentwicklung und Rentenbelastung: Kein Grund zur Angst

(566) Heuschrecken: Immer mehr Firepower

(565) Lebensqualitätsvergleich mit Skandinavien

(564) Dank Neoliberalismus jetzt exponentielles Wachstum des CO2-Gehalts der Atmospäre

(563) Wesentliche wirtschaftliche und sozialpolitische Ergebnisse 2006

(562) Lebensqualitätsvergleich Frankreich - Deutschland

(561) Lohnverzicht und Aktienkurse und Einkommensstruktur: Sozialpolitischer Irrweg

(560) Industrie 11 Monate 2006: Die negativ gespaltene Konjunktur im 7. Jahr

(559) Wie das Statistische Bundesamt Deutschland innerhalb der EU falsch einordnet

(558) Einkommens- und Geburtenentwicklung in Deutschland und Frankreich: Was kann man daraus lernen?




global news 574 30-01-07: 2006: Deutschland immer noch „kranker Mann" in Alt-EU

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Trotz allen Medienaufwandes der Bundesregierung und der Verbände, der uns glauben lassen soll, Deutschland hätte sich im vergangenen Jahr aus seinem tiefen Loch als „kranker Mann Europas" schon herausgearbeitet, stecken wir immer noch in tiefen Löchern so ziemlich am Ende des Vergleichsfeldes. Das gilt für den Zuwachs von Bruttoinlandsprodukt, Verbrauch privater Haushalte und Arbeitnehmereinkommen, aber auch bei Arbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit und dem Anteil jüngerer Jahrgänge unter 30 an der Bevölkerung (Abb. 12356).


Dieser Vergleich schließt die Beitrittsländer nicht ein, weil deren Situation derzeit noch nicht vergleichbar ist. Ein weiteres Jahr Große Koalition hat Deutschlands Position nicht verbessern können. Die Bundeskanzlerin, die in ihrer Rede in Davos das Ziel verkündete, Deutschland wieder unter die ersten Drei in der Europäischen Union zu bringen, ist weit davon weg. Eine ausführliche Darstellung enthält der neue Schwerpunkt: Deutschland - Immer noch Europas „kranker Mann".

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global news 573 30-01-07: Immer weniger in der Lohntüte: Welcher Regierungschef würde darauf stolz sein?

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Die Bundeskanzlerin am 14. Januar in Davos: „Die Lohnstückkosten entwickeln sich endlich wieder günstiger." Die Realität auf die man - anders als aus diesen Worten hervorscheint - wirklich nicht stolz sein kann: Nach heute veröffentlichten StaBuA-Daten brachte 2006 den geringster Anstieg der Tarifgehälter seit 1995 (so die StaBuA-Schlagzeile). Kaufpreisbereinigt war es das zweite Mal in Folge ein Rückgang (Abb. 04713).


Kein Grund zum Stolz umso weniger, als die deutschen Arbeitnehmer damit unter den Vergleichsländern zu denen mit der schlechtesten Einkommensentwicklung gehören, obwohl Deutschland weiterhin eine der höchsten Arbeitslosigkeitsraten und die höchste unter den Langzeitarbeitslosen (mit Ausnahme von Griechenland) hat. Wenn man die Lohnstückkostenentwicklung als günstig bezeichnet, rühmt man sich praktisch einer einmalig günstigen Entwicklung der Einkommen der Eigentümer am Produktionskapital und vergißt die viel größere Kehrseite der Medaille.

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global news 572 29-01-07: Anteil jüngerer Jahrgänge an Bevölkerung im internationalen Vergleich

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Abb. 12353 zeigt, wie als Folge der seit vielen Jahren besonders niedrigen Geburtenrate der Anteil derer unter 30 Jahren in Deutschland mit wenig über 30 % erheblich niedriger ausfällt als in fast allen anderen EU-Ländern und Schweiz. Nur in Italien ist dieser Anteil noch etwas kleiner. In Frankreich ist der Anteil um fast ein Fünftel höher. Dies ist nicht nur ein Problem der Rentenfinanzierung, sondern sehr viel mehr eines von Risikobereitschaft, Dynamik, Innovationsfähigkeit und Zukunftsoptimismus, wofür jüngere Jahrgänge besonders wichtig sind. Von der Stärke der jüngeren Jahrgänge hängt dann in einem Kreislauf auch wieder die Zahl der Geburten ab.


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global news 571 28-01-07: Globalisierung: Täter und Opfer - 3 Schlaglichter

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Im vergangenen Jahr hat sich in den alten Industrieländern die Schere zwischen den steil steigenden Unternehmensprofiten und den zurückfallenden Arbeitseinkommen als Anteile am Volkseinkommen weiter geöffnet (Abb. 12354). Diese für die Sozialstrukturen verheerende Entwicklung kommt nun bereits ins siebente Jahr und ist eine unmittelbare Folge der neoliberalen Globalisierung, die es den Unternehmen ermöglicht, die unsozialsten Plätze auf dem Globus für die Produktion (bei Industrieunternehmen) und für den Einkauf (bei Handelsunternehmen) zu wählen und in jedem Fall mit Verlagerungsdrohungen Druck auf die Arbeitseinkommen zu Hause auszuüben. Die Gewerkschaften werden als Gegenkräfte immer schwächer. In USA ist z.B. im vergangenen Jahr der Anteil der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer auf nur noch 12 % gefallen (1983 lag er noch bei 20 % und Mitte der 50er Jahre bei 35 %).


Entgegen allen Verheißungen der neoliberalen Globalisierungsanhänger hat sich die Arbeitslosigkeit und die mit Armutslöhnen bezahlte Arbeit trotz relativ hohen globalen Wachstums nicht vermindert. Im vergangenen Jahr waren nach dem neuen Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) weltweit weiter rund 200 Millionen arbeitslos gemeldet und blieb die Arbeitslosenquote über 6 %, obwohl die Wirtschaftsleistung um 5,2 % zunahm (Abb. 12355). 1,37 Milliarden Menschen arbeiteten für 2 Dollar und weniger pro Tag. Diese Zahl ist kaum zurückgegangen, was nach Ansicht der ILO auf ein Fehlen von genügend „anständigen" Jobs hindeutet.


2006 sollte zum globalen Jahr der „Heuschrecke" erklärt werden. Nach jetzt veröffentlichten Daten haben die Private Equity Unternehmen (PEU) ihr noch nicht investiertes Kapital oder ihre Feuerkraft auf über 600 Mrd Dollar erhöht (Abb. 03462). Das ist das doppelte des gesamten Aktienwertes der fünf größten deutschen Unternehmen E.ON, Deutsche Telecom, Allianz, Deutsche Bank und DaimlerChrysler. Sie konten ca. 430 Mrd Dollar an neuem Kapital aufnehmen und neue Investionen im Umfang von mehr als 700 Milliarden Dollar vornehmen, mehr als das Doppelte des Vorjahres. PEU halten ihre Eigentümerstruktur geheim, ebenso wie die Einkommen ihrer Manager. In Großbritannien, dem eruopäischen Hauptsitz der PEU sollen einige nur 4 bis 5 Prozent Steuern zahlen. Wenn ein PEU ein aufgenommenes Vermögen von 10 Mrd Dollar verwaltet, so ergeben sich daraus im Laufe von 10 Jahren Gebühreneinnahmen von etwa 800 Millionen Dollar, ein phantastisches Einkommen für die Manager; dieses kann noch vielfach zunehmen, nachdem die Investoren in das PEU ausbezahlt sind, aber weiter Gewinne aus den Anlagen zufließen. Es ist eine ungeheure Konzentration nicht nur von Einkommen sondern vor allem von Macht in den Händen weniger anonymer Individuen, die damit über das Schicksal von großen aufgekauften Unternehmen und ihren Arbeitnehmern entscheiden. Da sie die Unternehmen aus dem Aktienmarkt herauskaufen, fällt die Transparenz total weg - ein sozialpolitisch unerträglicher Zustand.


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global news 570 27-01-07: Arbeitszeit und Wirtschaftsleistung im internationalen Vergleich

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Nach einer neuen internationalen Statistik des Groningen Growth and Development Centre und des amerikanischen Conference Board für 2006 liegt Deutschland bei der Jahresarbeitszeit pro Arbeitnehmer nach Norwegen und den Niederlanden an der Spitze der Länder mit der geringsten Stundenzahl (Abb. 12351). Darin drückt sich nicht zuletzt der hohe Anteil an Teilzeitarbeit aus. Besonders hohe Stundenwerte verzeichnen Taiwan und Südkorea; aber auch die EU-Beitrittsländer, Türkei, USA und Japan haben viel höhere Arbeitszeiten.


Ebenso rangiert Deutschland bei der Wirtschaftsleistung pro Kopf in Kaufkrafteinheiten unter den alten Industrieländern vor Italien und Spanien am niedrigen Ende; die EU-Beitrittsländern, Südkorea und die Türkei liegen noch deutlich niedriger (Abb. 12352). Von den Sonderfällen Luxemburg, Irland und Schweiz abgesehen, erreichen vor allem die USA, Niederlande, Österreich und die skandinavischen Länder weit höhere Werte. Der Grund ist die schlechte Binnenkonjunktur als Folge einer negativen Lohnentwicklung, des hohen Anteils an niedrig bezahlter Arbeit, vor allem der schon erwähnten starken Verbreitung von Teilzeitarbeit, sowie die hohe Arbeitslosigkeit.


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global news 569 26-01-07: Komsumindex: Starker Rückgang

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Die Konsumstimmung in Deutschland hat sich nach Mitteilung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zu Beginn des Jahres deutlich eingetrübt. Der entsprechende Indikator fiel schlagartig von 8,5 auf 4,8 Punkte (Abb. 04711). Die Anschaffungsneigung stürzte im Januar sogar von 59,9 auf minus 5,1 Punkte. Das ist der GfK zufolge der stärkste Rückgang binnen Monatsfrist seit Beginn der monatlichen Erhebung 1980. Allerdings blieb der Vorzieheffekt wegen der drohenden MWSt-Erhöhung im vergangenen Jahr letztlich begrenzt und sanken die Einzelhandelsumsätze nach den letzten Daten sowohl im September, wie Oktober und November. Der schlechte Konsumindex wird sich daher nicht ganz so negativ bemerkbar machen, wie anderenfalls zu erwarten wäre.


Wie ungewöhnlich negativ die Nachfrage der deutschen Haushalte ausfällt, läßt sich auch aus dem Vergleich mit Frankreich entnehmen. Dort wurde im vergangenen Jahr ein Anstieg um 4,3 % verzeichnet, während der Wert in Deutschland trotz drohender MWSt-Erhöhung bei 0,6 % stagnierte. Dieser Unterschied entspricht ziemlich genau der unterschiedlichen Entwicklung der Arbeitnehmereinkommen. Auch gibt es in Frankreich keine Verunsicherungskampagnen der Medien gegen die Verbraucher, wie sie beispielsweise BILD in Deutschland betreibt.

Nach der Einschätzung von Wirtschaftsminister Glos wird die Dämpfung des privaten Konsums zum Jahresbeginn schnell überwunden werden. Möge er mit seinem Optimismus recht haben! Leider vergißt er, daß der Effekt der MWSt-Erhöhung und anderer Steuerverschlechtungen ein bleibender ist, ebenso wie die Belastung durch steigende Kassenbeiträge. Was sich dagegen bisher nicht abzeichnet und wozu die Politik wenig beiträgt, ist eine reale substantielle Verbesserung der Masseneinkommen. So gaben trotz aller (unbegründeter) Alarmmeldungen wegen der angeblichen Rentenunsicherheit nach einer neuen Studie der Postbank die berufstätigen Bürger 2006 im Schnitt 3 % weniger als im Vorjahr für die Privat-Vorsorge aus; Haushalte mit einem monatlichen Netto-Einkommen von unter 1500 Euro konnten nur noch 109 Euro/Monat und damit etwa die Hälfte des Durchschnittssatzes zurücklegen. Auch dies zeigt den Mangel an Einkommen beim deutschen Durchschnittsbürger und -verbraucher.

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global news 568 25-01-07: Produktivitäts-Liga: Auch hier China und Indien ganz vorn

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Nach einer neuen Studie des Conference Board haben China und Indien auch in 2006 mit Zuwachsraten von fast 10 bzw. 7 Prozent ihr hohes Produktivitätswachstum beibehalten oder sogar noch verstärken können (Abb. 12349).


Diese Zahlen zeigen wie illusionär die Hoffnungen in Deutschland sind, die Niedrigstlöhne dieser beiden Länder mit hoher Produktivität auch in Zukunft auszugleichen. China, das noch dazu den Vorteil einer manipulierten Währung, rücksichtsloser Ausschlachtung der Umwelt und enormer Kapitalzuflüsse aus den alten Industrieländern hat, wird Deutschland wahrscheinlich in diesem Jahr beim Exportüberschuß, im nächsten Jahr an gesamtwirtschaftlicher Leistung und in zwei bis drei Jahren auch im Exportvolumen hinter sich lassen. Es hat bereits im Januar dieses Jahres die 1.000 Mrd Dollar-Marke bei den Devisenreserven übersprungen und liegt nun in dieser Hinsicht weit an der Spitze aller Vergleichsländer. Nach einer neuen Prognos-Studie wird das globale Gewicht von China, Indien und anderen asiatischen Schwellenländern in den nächsten Jahren massiv zunehmen. Mehr als jedes dritte Exportprodukt (35 Prozent) wird dann aus dieser Region stammen; derzeit ist es nur etwa jedes vierte (28 Prozent). Bis 2015 werden sich Prognos zufolge die Ausfuhren aus China und Indien verdreifachen.

In der Rangfolge der erreichten Produktivität lag Deutschland im vergangenen Jahr im Mittelfeld der Industrieländer zwar deutlich hinter der Spitzengruppe aus Luxemburg, Norwegen, Belgien, Frankreich und Irland, aber auch deutlich vor den EU-Beitrittsländern und Südkorea (Abb. 12350).


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global news 567 24-01-07: Produktivitätsentwicklung und Rentenbelastung: Kein Grund zur Angst

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BILD treibt unter der Schlagzeile vom 23. Januar "Sagt bei der Rente endlich die Wahrheit!" gerade mal wieder eine Rentensau durchs deutsche Dorf: "Die Rentner bekommen weniger Geld, als ihnen versprochen wurde. Vielen Jungen drohen Mini-Renten - trotz Höchstbeiträgen. Das Rentendesaster zeigt: Der Staat ist ein unsolider, unseriöser Partner. Im sogenannten Generationenvertrag ändern die Regierungen ständig das Kleingedruckte: Nullrunden, längere Lebensarbeitszeit, Rentenbesteuerung. Und wir, die Bürger, sind ihnen hilflos ausgeliefert. Zugleich rückt die Politik mit der Wahrheit nur scheibchenweise heraus. Niemand sagt den heute 30-Jährigen, wie gering ihre Renten einmal ausfallen werden. Nach der Schock-Studie der Uni Bayreuth zahlen zum Beispiel heute 25-Jährige im Schnitt bis zu 150 000 Euro mehr in die Renten-, Pflege-, Kranken- und Arbeitslosversicherung ein, als sie im Laufe ihres Lebens herausbekommen."

Die Wahrheit ist wahrlich anders. Mit der Produktivitätsentwicklung (Abb. 04710) gewinnt die deutsche Volkswirtschaft Jahr für Jahr mehr hinzu, als an Unterstützungsbelastung derer im Erwerbsalter gegenüber den Rentnern und Jungen wegen der demografischen Entwicklung aufwächst (Abb. 0417). Das gilt bei einer durchschnittlichen Zuwachsrate der Produktivität von 1,5 %, wie sie in den letzten drei Jahren durchschnittlich erreicht wurde, und erst recht bei einer von 2 %, die etwa der des letzten Jahres entspricht.



Der Staat hat also massig Spielraum, um mit einer teilweisen steuerlichen Umverteilung des Produktivitätsgewinns von den hohen Einkommensbeziehern und Kapitaleignern weg, die sich zur Zeit den Produktivitätsgewinn einseitig unter die Nägel reißen, die zusätzlichen Rentenlasten zu finanzieren. Sowohl der Spitzensatz der Einkommenssteuer wie die Erbschaftssteuersätze sind in Deutschland am unteren Rand des internationalen Vergleichsfeldes. Die skandinavischen Länder könnten in dieser Hinsicht das Vorbild abgeben. Außerdem kann durch eine bessere Wirtschaftspolitik und eine besser gemanagte Globalisierung durchaus die Arbeitslosigkeit in Deutschland so heruntergefahren werden, daß auch von daher die Rentenkassen erheblich mehr Einkommen erzielen.

Schließlich ist es ein Irrsinn, immer wieder einen Generationenkonflikt heraufzubeschwören, wie es BILD tut. Denn dabei wird völlig vergessen, daß wegen des Zuwaches der Volkswirtschaft ein immer höherer Wert auf die jungen Generationen in den Familien oder als öffentliche Einrichtungen vererbt wird. Zumal Kinder aus den immer häufigeren Ein-Kind-Familien erben von beiden Elternteilen sehr viel mehr als die Elterngeneration selbst erben konnte. Bei zwei Prozent Zuwachs pro Jahr gewinnt die Volkswirtschaft real im Zeitraum von einer Generation (30 Jahre) nicht weniger als 85 %. Natürlich hängt die Erbschaft vom Wohlstand des Erblassers ab, aber auch hier hat die Erbschaftssteuer eine ausgleichende Rolle.

Kein Grund also, die Menschen mit solchen Schlagzeilen à la BILD immer weiter zu verunsichern. Wann kehrt in Deutschland in der Rentenfrage endlich Vernunft ein? In keinem anderen Land der Welt wird derart systematisch Hysterie geschürt.

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global news 566 24-01-07: Heuschrecken: Immer mehr Firepower

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Nach jetzt veröffentlichten Daten, haben die Private Equity Unternehmen im vergangenen Jahr ihr noch nicht investiertes Kapital auf über 600 Mrd Dollar erhöht (Abb. 3462). Das ist das doppelte des gesamten Aktienwertes der fünf größten deutschen Unternehmen E.ON, Deutsche Telecom, Allianz, Deutsche Bank und DaimlerChrysler. Und im Januar sind weitere 32 Mrd Dollar an Kapitalaufnahme unterwegs.


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global news 565 23-01-07: Lebensqualitätsvergleich mit Skandinavien

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Vor einigen Tagen habe ich einen Vergleich der Lebensqualität mit Frankreich gebracht. Heute schließe ich einen mit Skandinavien an, wobei der nach Bevölkerung gewichtete Durchschnitt von Dänemark, Finnland und Schweden eingestellt ist. Vergleiche der Lebensqualität zwischen Ländern sind problematisch, zumal sehr unterschiedliche Kriterien ins Spiel kommen können. Aus meiner Sicht gehören jedenfalls dazu folgende sechs, für die statistische Daten vorliegen:

    1. Die Geburtenrate, die über die Bereitschaft, mit Kindern die Zukunft zu gestalten, spricht.
    2. Damit zusammenhängend die Möglichkeit der Frauen, trotzdem einem Beruf nachzugehen, was sich in der Beschäftigungsquote ausdrückt.
    3. Die Lebenserwartung.
    4. Löhne und Gehälter pro Kopf in Kaufkraft gemessen und der Anteil der Einkommen der Arbeitnehmer am Bruttoinlandsprodukt, weil er besonders in neoliberalen Zeiten verrät, wie stark die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung an einem angemessenen Anteil an der Wirtschaftsleistung zurückgedrängt werden.
    5. Die Quote der Langzeitarbeitslosen, aus der sich - deutlicher noch als bei den Arbeitslosen insgesamt - der negative Druck auf dem Arbeitsmarkt ablesen läßt.
    6. Die Finanzierung und Leistung in der Bildung, weil darauf die Chancengleichheit beruht.

Bei allen diesen sechs Kriterien liegt Deutschland klar hinter Skandinavien. Dort ist die Geburtenrate 30 %, die Berufstätigkeit der Frauen 8 % und das Pro-Kopfeinkommen an Löhnen und Gehältern 16 % höher, während der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der aktiven Bevölkerung weniger als ein Drittel des deutschen beträgt (Abb. 12346 und 12348).



Besonders groß ist der Rückstand im Bildungssystem, wie Abb. 12347 zeigt. Hochschulabschluß- und Studienanfängerquoten sind in Skandinavien etwa doppelt so hoch, die Ausgaben für Bildung als Anteil am Bruttoinlandsprodukt 59 % höher und die Gefahr eines Versagens bei Kindern aus der unteren sozialen Schicht um fast ein Drittel geringer.


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global news 564 22-01-07: Dank Neoliberalismus jetzt exponentielles Wachstum des CO2-Gehalts der Atmosphäre

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Die jetzt bekannt gewordenen Daten des Anstiegs des atmosphärischen Kohlendioxidgehalts im vergangenen Jahr um 2,33 ppm (Mauna Loa Observatorium) bestätigen den seit dem Beginn des Jahrtausends verstärkten und nun exponentiellen Zuwachstrend (Abb. 709, 07107, 07108).




Der stärkere Zuwachs geht nicht zuletzt auf das Konto Chinas, wo seit Jahren jede Woche ein weiteres besonders schmutziges Kohlekraftwerk ans Netz gebracht wird. Das National Bureau of Statistics Chinas hat jetzt mitgeteilt, daß der ohnehin vergleichsweise hohe Energieverbrauch pro Produktionseinheit (Abb. 07062) im vergangen Jahr um 0,8 % weiter zugenommen hat. Jede Verlagerung von Industrieproduktion nach China aus energieeffizienteren Ländern, wie z.B. Deutschland, heizt damit die Atmosphäre weiter auf. Was immer in Europa an Emissionen gespart werden kann, wird durch China und die Verlagerung von energieintensiver Produktion weit überkompensiert. Die neoliberale Handelspolitik trägt in dieser Hinsicht eine schwere Verantwortung für die Zukunft der Menschheit. Und das pro-Kopf bisher bei weitem schmutzigste Land der Welt, die USA, bestätigt mit seinem neoliberalen gegen jede globale Regulierung gerichteten Verhalten die umweltschädliche Politik Chinas.


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global news 563 20-01-07: Wesentliche wirtschaftliche und sozialpolitische Ergebnisse 2006

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Die mittelfristige Entwicklung seit dem Jahr 2000 ist in Abb. 04161 aufgezeigt.


Deutschland befindet sich im internationalen Vergleich des Wirtschaftswachstums trotz der vielen positiven Sonderfaktoren (drohende massive Steuerveränderungen, Fußballweltmeisterschaft, besonders günstige Auslandsmärkte) zusammen mit Italien, Portugal und Frankreich weiterhin am Ende der Feldes (Abb. 13232).


Eine ausführliche Darstellung enthält der neue Schwerpunkt.

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global news 562 19-01-07: Lebensqualitätsvergleich Frankreich - Deutschland

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Vergleiche der Lebensqualität zwischen Ländern sind problematisch, zumal sehr unterschiedliche Kriterien ins Spiel kommen können. Aus meiner Sicht gehören jedenfalls dazu folgende fünf, für die statistische Daten aus beiden Ländern vorliegen:

    1. Die Geburtenrate, die über die Bereitschaft, mit Kindern die Zukunft zu gestalten, spricht.
    2. Damit zusammenhängend die Möglichkeit der Frauen, trotzdem einem Beruf nachzugehen, was sich in der Beschäftigungsquote ausdrückt.
    3. Die Lebenserwartung.
    4. Der Anteil der Einkommen der Arbeitnehmer am Bruttoinlandsprodukt, weil es besonders in neoliberalen Zeiten verrät, wie stark die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung an einem angemessenen Anteil an der Wirtschaftsleistung zurückgedrängt werden.
    5. Die Quote der Langzeitarbeitslosen, aus der sich - deutlicher noch als bei den Arbeitslosen insgesamt - der negative Druck auf dem Arbeitsmarkt ablesen läßt.

Bei allen diesen fünf Kriterien liegt Deutschland klar hinter Frankreich, z.T. wie bei der Geburtenrate sogar sehr erheblich (Abb. 12345). Das gilt ebenso in den hier nicht aufgeführten Bereichen der Bildung, des Gesundheitssystems und der öffentlichen Infrastruktur.


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global news 561 18-01-07: Lohnverzicht und Aktienkurse und Einkommensstruktur: Sozialpolitischer Irrweg

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Dank der erzwungenen Lohnverzichte sind die Unternehmensprofite im vergangenen Jahr erneut stark gestiegen und haben ihrerseits (nicht nur in Deutschland) die Aktienkurse hochgetrieben. Der Dax erreichte ein Sechs-Jahres-Hoch mit einer Steigerung des Aktienindex in 2006 um 22 %. Nach einer neuen Berechnung der Dresdner Bank soll das Geldvermögen der privaten Haushalte 2006 um 6 % gestiegen sein, wobei allein zwei Fünftel des zusätzlichen Geldvermögens durch die Kurssteigerungen bedingt sein soll.

Allerdings geht die Zahl der Aktionäre in Deutschland immer weiter zurück, wobei wahrscheinlich vor allem die weniger vermögenden und daher eher ängstlichen Anleger aussteigen. Im vergangenen Jahr besaßen noch 10,3 Millionen Verbraucher Aktien oder Anteile an Aktienfonds und damit 482.000 weniger als 2005 (Abb. 04641).


Die Halbierung des Sparerfreibetrags zum Jahresbeginn und die Abschöpfung von Arbeitnehmereinkommen durch die Mehrwertsteuererhöhung wird zu weiteren Ausstiegen der kleinen Sparer aus dem Aktienmarkt führen. Sozialpolitisch heißt das schlicht, daß die Arbeitnehmer einerseits den Anstieg der Aktienwerte ermöglichen und andererseits - auch wegen der falschen Politik der Bundesregierung - daran immer weniger Anteil haben. Anders ausgedrückt: Mit ihren Lohnverzichten bereichern die Arbeitnehmer mittelbar die Wohlhabenden und deren Aktiendepots.

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global news 560 17-17-07: Industrie 11 Monate 2006: Die negativ gespaltene Konjunktur im 7. Jahr

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Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten für die Entwicklung der deutschen gewerblichen Wirtschaft in 11 Monaten 2006 zeigen, daß sich auch im 7. Jahr seit 2000 die gespaltene Konjunktur in Deutschland fortgesetzt hat (Abb. 04691).


Die Lohn- und Gehaltssumme stagnierte, die Beschäftigung lief zurück und der Inlandsumsatz offenbarte mit einem Minuswert die Konsequenzen mangelnder Kaufkraft. Dagegen florierte der Export, der allerdings (nach Abzug notwendiger Vorproduktimporte) nur 20 % zum deutschen Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Wenn nun im neuen Jahr, dem 8. dieser Entwicklung, der Druck der starken Mehrwertsteuererhöhung und anderer zuätzlicher Steuerbelastungen auf die Kaufkraft hinzukommt, die Realzinsen so hoch wie seit 5 Jahren nicht mehr liegen und der starke Euro sowie nachlassende Konjunkturen in den beiden Hauptabsatzmärkten Frankreich und USA den Export schwächen, wird sich die Situation einer gespaltenen Konjunktur zu Lasten der Binnenwirtschaft erst recht bemerkbar machen müssen.

Der wegen der schwachen Binnenkonjunktur ebenfalls seit dem Jahr 2000 verstärkt anhaltende Druck auf den Arbeitsmarkt zeigt sich nun auch im Krankenstand mit einem Rückgang von 4,2 % im Jahre 2000 auf nur noch 3,29 % im vergangenen Jahr (Abb. 04705). In einer repräsentativen Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der Krankenkasse AOK gaben schon vor rund drei Jahren drei Viertel der Beschäftigten an, dass sie sich bei Krankmeldungen aus Angst vor einem möglichen Jobverlust "in hohem Maße zurückhalten". Ein Drittel der Befragten erklärte, schon einmal gegen den Rat des Arztes zur Arbeit gegangen zu sein, ein Fünftel nahm zur Genesung sogar Urlaubstage in Anspruch.


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global news 559 16-01-07: Wie das Statistische Bundesamt Deutschland innerhalb der EU falsch einordnet

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Aus Anlaß der deutschen EU-Präsidentschaft hat das Statistische Bundesamt eine Broschüre mit dem Titel "Deutschland in der EU" aufgelegt. Leider verwendet das Amt dabei meist schon veraltete Statistiken von Eurostat aus dem Jahr 2005 oder gar 2004, obwohl neuere verfügbar sind. Vor allem zieht es die EU-Beitrittsländer in den Vergleich ein, was wegen deren bei vielen Kritierien noch schlechterer Plazierung Deutschland vom Ende des Feldes in dessen Mitte befördert, obwohl die Situation mit den EU-Beitrittsländern wirklich nicht vergleichbar ist. Hier einige Beispiele: Die Feststellung, Deutschland liege bei der Geburtenziffer nicht am Ende sondern im Mittelfeld, trifft nur zu, wenn man die Beitrittsländer einbezieht (siehe gestrigen Rundbrief). Das gleiche gilt für die Erwerbsquote älterer Menschen.

Auch die beruhigende Feststellung, beim Wirtschaftswachstum habe Deutschland 2006 wieder aufgeholt und gehöre nicht mehr zu den Schlußlichtern, trifft nach den neuesten Eurostat-Daten ebenfalls nicht zu. Deutschland befindet sich danach zusammen mit Italien, Portugal und Frankreich weiterhin am Ende der Feldes (Abb. 13232). Und das, obwohl Deutschlands Daten 2006 wegen der drohenden Mehrwertsteuererhöhung, des Auslaufens von Steuervergünstigungen (z.b. Eigenheimzulage) und der Fußballweltmeisterschaft von vielen Sonderfaktoren profitierten.


Vor allem aber muß man dem Statistischen Bundesamt vorwerfen, daß es sich mit dem deutschen Handelsbilanzüberschuß und der niedrigen Inflationsrate brüstet. Hätte es die in Deutschland niedrigste Lohnsteigerungsrate und schlechteste Binnennachfrageentwicklung mitberücksichtigt, die sowohl den hohen Überschuß wie die niedrige Inflation wie die vergleichsweise schlechte Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts erklären, so wäre ein Schuh daraus geworden.

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global news 558 15-01-07: Einkommens- und Geburtenentwicklung in Deutschland und Frankreich: Was kann man daraus lernen?

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In der vergangenen Woche hatte ich in Abb. 04701 die stark unterschiedliche Entwicklung der Unternehmens- und Vermögenseinkommen einerseits und der Bruttolöhne und -gehälter andererseits festgehalten.


Heute veranlaßt mich die Mitteilung von INSEE in Frankreich, daß die Geburtenrate dort mit rund 2 Kindern pro Frau an die europäische Spitze geklettert ist (Abb. 04047), zu einem Vergleich mit Deutschland, das fast am Ende der internationalen Entwicklung rangiert. Während die deutsche Geburtenrate seit dem Jahr 2000 zurückfällt, steigt die französische kontinuierlich an (Abb. 04702). (Anmerkung zu Abb. 04047: Das Statistische Bundesamt sieht Deutschland in seiner neuesten Veröffentlichung "Deutschland im EU-Vergleich" im Mittelfeld, wobei allerdings alte Zahlen von 2004 verwandt werden und die wegen ihrer wirtschaftlichen und sozialen Sondersituation eigentlich nicht vergleichbaren EU-Beitrittsländer mitberücksichtigt sind).



Nicht überraschend korrespondiert diese Entwicklung mit der sich seit demselben Jahr 2000 immer weiter öffnenden Schere in der Einkommensentwicklung zwischen Unternehmensprofiten und Arbeitnehmereinkommen in Deutschland, während sie in Frankreich ziemlich parallel läuft (Abb. 04704).


Wetten, daß die schlechte Entwicklung der deutschen Arbeitnehmereinkommen auch auf die Geburtenrate drückt und die Differenz zu Frankreich miterklärt?

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