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Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006) und "Deutschland global" (2005)


(539) Deutschland heizt den Steuerwettlauf nach unten bei den Unternehmenssteueren weiter an

(538) Deutscher Außenhandel dreifach unter Drogen - Die Blindheit der Bundesbank

(537) Nochmal: Wieviel Zukunft hat Technologie in Deutschland

(536) Entwicklung von Industrie und Einzelhandel: Die Zeichen, die die deutschen Medien nicht wahrnehmen wollen und die Regierung verschweigt

(535) Pensionsfonds: Die neuen Herren am Aktienmarkt, allerdings kaum deutsche

(534) Verarbeitendes Gewerbe Oktober 2006: Weniger Inlandsumsatz, stagnierende Beschäftigung und Arbeitnehmerentgelte, mehr Export

Hier zu meinem halbstündigen WDR-Interview zum Abhören

(533) Die Weltbank sorgt sich um die amerikanische Konjunktur und Rückwirkungen für die Welt

(532) Nochmal: Ifo-Geschäftsklima-Index und reale Konjunktur

(531) Verlagerung der Industrieproduktion nach Ost- und Südostasien

(530) Chinesische Währung folgt trotz rasant steigender Überschüsse der Dollarabwertung

(529) China wird in diesem Jahr Japan als Nr. 2 nach den USA bei den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen ablösen

(528) Neue Umfrage zur Globalisierung und China

(527) Nun läuft auch noch die deutsche Industrieproduktion im zweiten Monat zurück

(526) Bruttolöhne und -gehälter 3. Quartal real minus 1,3 % gegen Vorjahr, weiter fallender Auftragseingang der deutschen Industrie, im internationalen Vergleich hohe Arbeitslosigkeit

(525) Trotz oder Dank Globalisierung: Elf Millionen Deutsche leben an oder unter der Armutsgrenze, 85 % des weltweiten Vermögens ist in der Hand von 10 % der Weltbevölkerung

(524) Deutscher Einzelhandelsumsatz trotz drohender MWSt-Erhöhung vorletzter Platz nach Eurostat

(523) Höhere Löhne?




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global news 539 21-12-06: Deutschland heizt den Steuerwettlauf nach unten bei den Unternehmenssteueren weiter an

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Am 16. Oktober 2006 hatte ich einen Rundbrief mit dem Titel „Deutschland Niedrigsteuerland" verschickt, den ich dann am 17. November 2006 mit neuen OECD-Zahlen aktualisiert hatte. Heute fand ich einen Artikel in manager-magazin.de mit dem Titel „Deutschland, niedrig Steuerland". Das läßt mich wieder eine Aktualisierung nachtragen.

Gemessen am Verhältnis der Unternehmenssteuereinnahmen am Bruttoinlandsprodukt war Deutschland wegen der sehr löcherigen Bemessungsgrundlage schon seit Jahren Niedrigsteuerland (Abb. 13110). Nun will die Regierung zwar die Bemessungsgrundlage ausweiten, dafür aber die Steuersätze drastisch weiter senken. Mit einem Steuersatz von nur noch 29,8 % (einschließlich Gewerbesteuer) wird Deutschland den niedrigsten aller G7-Länder haben (Abb. 13131).



Im Steuersenkungswettbewerb hat die Bundesrepublik schon in den vergangenen Jahren schneller abgesenkt als die meisten anderen Länder und jedenfalls mehr als der EU-Durchschnitt, so bei den Kapitalgesellschaften von 59,7 % 1993 auf nur noch 38,3 %. Man muß damit rechnen, daß Deutschland mit dem nächsten Schritt, mit dem der Steuersatz gegenüber 1993 praktisch halbiert wird, den Steuerwettlauf nach unten nur weiter anheizt. Allen Versprechungen zum Trotz hat die Industrie in den vergangenen Jahren die Steuersatzsenkungen kassiert und dennoch die Investitionen in Deutschland weiter zurückgefahren.

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global news 538 20-12-06: Deutscher Außenhandel dreifach unter Drogen - Die Blindheit der Bundesbank

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Nach der Eurostat-Statistik für Jan-Sept 2006 verzeichnete die Eurozone nur ein kleines Plus von 2,4 Mrd Euro mit dem Rest der Welt. Darin kam Deutschland auf einen Überschuß von 47 Mrd Euro und der Rest der Zone auf ein Defizit von 34 Mrd Euro (Abb. 12255). Wäre Deutschland noch mit der eigenen Währung außerhalb der Eurozone angetreten, hätte es bei einem so starken Überschuß eine erhebliche Aufwertung hinnehmen müssen, die jedoch durch das den Euro schwächende Defizit der anderen verhindert worden ist.


Ebenso hätte der starke deutsche Überschuß innerhalb der Eurozone von 71 Mrd Euro ohne den Euro längst zu einer erheblichen Aufwertung der deutschen Währung gegenüber den Europartnern geführt, was innerhalb des Eurozone nun nicht mehr möglich ist.

Die dritte Droge ist von Eurostat gerade wieder belegt worden. Abgesehen von Portugal hatte Deutschland im 3. Quartal 2006 die bei weitem geringste Entwicklung der Arbeitskosten in der EU und nur ¼ derjenigen der Eurozone (Abb. 12179), wobei die Partner nicht mehr abwerten können, um dies auszugleichen. Die negative Lohnentwicklung wurde weitgehend über ständig wiederholte Verlagerungsdrohungen der deutschen Unternehmen erzwungen. Die drei Drogen haben jedenfalls zu einer gewaltigen Fehlallokation volkswirtschaftlich knapper Resourcen weg von der deutschen Binnenwirtschaft beigetragen.


So haben die seit nun sieben Jahre stets wachsenden Exportüberschüsse wenig oder gar nicht zum deutschen Wohlstand beigetragen, vor allem weil die real negative Lohnentwicklung die Binnenkonjunktur abgewürgt hat (Abb. 12256). Andererseits haben sich die so genannten terms of trade seit 2003 verschlechtert, d.h. Deutschland hat die starken Preissteigerungen für importierte Vorprodukte, vor allem Energie und Rohstoffe, nur teilweise an die Abnehmer weitergeben können (Abb. 12257), auch dies ein volkswirtschaftlicher Verlust.



Jedenfalls vergleicht sich Deutschland im Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt zu Kaufkraftparitäten nicht besonders vorteilhaft mit den meisten Vergleichsländern. Es kommt erst nach USA, Irland, Schweiz, Niederlande, Österreich, Dänemark, Belgien, Großbritannien, Schweden und Finnland, wobei Italien und Spanien nur noch etwa 10 % hinter Deutschland liegen (Abb. 12254).


Nun hat auch die Deutsche Bundesbank im Monatsbericht vom Dezember unter der bezeichnenden Überschrift „Deutschland im Globalisierungsprozeß" ihren Reim auf die Entwicklung gemacht. Das Wort „Prozeß" soll wohl die angebliche Zwangsläufigkeit der Globalisierungsentwicklung vortäuschen, wozu die Feststellung von den „unvermeidlichen" Anpassungskosten gehört (wurde hier den deutschen Arbeitnehmern der Prozeß gemacht und von wem?). Kaum zu glauben, auf die Währungsmechanik als Haupttriebkraft hinter der erst 2000 einsetzenden Überschußentwicklung im deutschen Außenhandel geht der „Währungshüter" Bundesbank mit keinem einzigen Wort ein. Eine ausführliche Kritik an dem Bundesbankbericht enthält der neue Schwerpunkt „ Die Scheuklappen der Bundesbank: Deutschland im Globalisierungsprozeß".

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global news 537 19-12-06: Nochmal: Wieviel Zukunft hat Technologie in Deutschland

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Im Rundbrief vom 11. Dezember hatte ich über die Technologieanstrengungen Chinas berichtet, hinter die Deutschland zurückfällt. Jetzt hat das Stuttgarter Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in einer Studie 130 Experten - Geschäftsführer, Bereichs- und Abteilungsleiter und Entwickler aus Unternehmen der Technologiebranchen - befragt, wie sie in den nächsten fünf Jahren die Zukunft ihrer eigenen Zunft sehen. Das Ergebnis ist ziemlich deprimierend für Deutschland: Mehr als 91 % sehen Rückgänge, teilweise sogar starke, und bestenfalls Stagnation (Abb. 13130).


Schon heute investieren die Unternehmen deutlich zu wenig ins Erkunden und Patentieren ihrer technologischen Grundlagen. Sehr wahrscheinlich wird die Entwicklungsleistung am Standort Deutschland im dramatischen Umfang ins Ausland verlagert werden - zunächst nach Osteuropa, schon bald aber auch in die Schwellenländer, vor allem nach China. Die Ursachen für die Probleme sieht der Leiter des IAO, in den "anstrengenden Randbedingungen", unter denen deutsche Entwickler heute arbeiten müssen. Ihre Aufgaben seien durchweg sehr viel komplexer geworden. Etwa wenn mehrere Technologien in einem System zusammenfinden müssen: Mechanik und Elektronik in der so genannten Mechatronik, Turbinentechnik und Verbrennungsmotoren bei Turboladern und so weiter. Zudem bestehe enormer Zeitdruck. Auf der Kostenseite mache sich bemerkbar, dass Ingenieursleistungen im Ausland für einen Bruchteil von dem zu haben seien, was deutsche Anbieter verlangten. Inzwischen, sagt Spath, sei es in fast allen Technologiezweigen so wie seit vielen Jahren in der Softwarebranche: Entwickelt werde dort, wo es qualifizierte Fachleute und eine optimale Infrastruktur gebe.

Der zweite Faktor für das Auswandern der Forschung, so die Studie des IAO, ist die notwendige Nähe zum Absatzmarkt. Im Zeitalter der Massenmotorisierung von China verlagert zum Beispiel die Autoindustrie immer mehr F+E nach Ostasien. Der Friedrichshafener Getriebespezialist ZF und der Stuttgarter Kolbenhersteller Mahle eröffneten bereits eigene Entwicklungszentren in Shanghai, der Herzogenauracher Schaeffler-Konzern will ab diesem Jahr ebenfalls in China forschen. Schließlich attestierte rund die Hälfte der Befragten den deutschen Entwicklungsprojektleitern allenfalls "geringe methodische und organisatorische Qualifikation".

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global news 536 18-11-06: Entwicklung von Industrie und Einzelhandel: Die Zeichen, die die deutschen Medien nicht wahrnehmen wollen und die Regierung verschweigt

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Nachdem nun im Oktober alle Indikatoren aus Industrie und Einzelhandel zurückgelaufen sind, außer Export, füge ich hier noch einmal das zusammenfassende Bild bei (Abb. 04689). Es zeigt Auftragsenwicklung, Produktion und Inlandsumsatz der Industrie sowie Einzelhandelsumsatz jeweils gegen Vormonat preisbereinigt. Die meisten dieser Indikatoren haben bereits im September auf negativ gedreht.


Außerdem hat das StaBuA heute die Ergebnisse des Handwerks im 3. Quartal 2006 bekannt gegeben. Hier ging gegenüber dem Vorjahr die Beschäftigung um 0,9 % weiter zurück, der Umsatz stieg nominal um 4,1 %, fiel aber unter Berücksichtigung der Erzeugerpreisentwicklung im gewerblichen Bereich um 1,6 %.

Wie trotzdem die Prognosen für das nächste Jahr ständig nach oben geschraubt werden können, ist mir schleierhaft. Und natürlich kann die Bundesagentur für Arbeit da nicht zurückstehen und geht nun davon aus, dass unter solchen Bedingungen die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt bis in die Nähe der Vier-Millionen-Marke fallen könnte, was das Doppelte des Rückgangs in diesem Jahr wäre. Man muß sich diese Prognosen wirklich alle notieren. Und mindestens psychologisch (auch wenn dann immer nur kurzfristig) scheinen solche Wunderprognosen ja auch zu greifen. BILD vom Samstag unter Berufung auf das ZDF-Politbarometer und mit der Schlagzeile "Deutsche optimistisch wie nie": "Die Erwartungen an die Entwicklung der Wirtschaftslage sind so gut wie seit zehn Jahren nicht mehr. 53 % der Bundesbürger gehen davon aus, dass es mit der Wirtschaft aufwärts geht." Hoffentlich sitzt nun der Geldbeutel trotz Steuererhöhungen so locker, wie es diese Prognosen beabsichtigen.

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global news 535 18-12-06: Pensionsfonds: Die neuen Herren am Aktienmarkt, allerdings kaum deutsche

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Aus den Financial Market Trends der OECD vom November 2006 kann man entnehmen, wie stark sich die Pensionsfonds international aufgebaut haben. Zusammen haben sie 2005 fast 18 Billionen Dollar investiert. Die bei weitem größten sind die amerikanischen und britischen, die zusammen 78 % aller Anlagen bestreiten (Abb. 13230). Um es ein bißchen zu verdeutlichen: Das entspricht dem 33-Fachen des Aktienwerts der zehn wertvollsten deutschen Unternehmen (Siemens, E.ON, Deutsche Telekom, Allianz, Deutsche Bank, DaimlerChrysler, RWE, BASF, BMW und Bayer zusammen). Allein die amerikanischen kommen auf das 22-Fache.


Allein auf den Aktienmärkten haben die Pensionsfonds (ohne japanische) 7 Billionen Dollar investiert (Abb. 13231). Der Anteil der amerikanischen und britischen liegt hier noch höher, nämlich bei 87 % unter den 10 Spitzenländern (ohne Japan). Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß die amerikanischen und britischen Pensionsfonds zunehmend in Hedge Fonds und große Private Equity Unternehmen investieren, die dann ihrerseits Aktien aufkaufen. Die Bedeutung vor allem der amerikanischen und britischen Pensionsfonds auf den Aktienmärkten der Welt ist also noch weit größer.


Die deutschen Pensionsfonds spielen mit einem Kümmeranteil von gerade einmal 0,6 % allerdings nur unter "ferner liefen" eine äußerst bescheidene Rolle. Da sich gleichzeitig die Zahl deutscher Aktionäre schon seit 2001 laufend veringert (Abb. 04641) und in diesem Jahr die deutschen Aktienfonds bereits bis Oktober etwa 5 Mrd Euro durch Ausstieg der Aktionäre verloren haben, kann man annehmen, daß stark zunehmend ausländische Anleger, und hier vor allem die erwähten Pensionsfonds, direkt oder über Hedge Fonds und Private Equity Unternehmen von der guten Kursentwicklung in Deutschland profitieren.


Der Dax hat seinen Wert seit 2003 bereits fast verdreifacht. Sozialpolitisch sorgen die deutschen Arbeitnehmer mit ihren real rückläufigen Löhnen und Gehältern über hohe Unternehmensprofite und entsprechende Kurssprünge damit für den Wohlstand ausländischer Anleger, natürlich neben dem der deutschen.

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global news 534 16-12-06: Verarbeitendes Gewerbe Oktober 2006: Weniger Inlandsumsatz, stagnierende Beschäftigung und Arbeitnehmerentgelte, mehr Export

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Nachdem sich die Auftragslage und die Produktion der deutschen gewerblichen Wirtschaft schon im September und Oktober eingetrübt hatten, ist dies nun auch nach den Oktober-Daten für den Inlandsumsatz, Beschäftigung und Arbeitnehmerentgelte festzustellen. Abb. 04009 zeigt den Vergleich mit dem Oktober 2005. Bei einem Minus im Inlandsumsatz von 1,2 % hing die gewerbliche Wirtschaft praktisch am Tropf der besseren Exportentwicklung.


Dementsprechend ist für den ganzen Zeitraum Januar bis Oktober 2006 preisbereinigt der Inlandsumsatz um 1,6 % zurückgegangen und die Beschäftigung um 0,7 % (Abb. 04691).


Die Meldung des Statistischen Bundesamts, wonach der Inlandsumsatz um 6,8% zugenommen haben soll, ist leider schlicht irreführend, weil darin weder der Anstieg der Erzeugerpreise berücksichtigt ist, noch eine arbeitstägliche Bereinigung vorgenommen wurde (wie das StaBuA selbst andeutet, hatte der Oktober 2006 einen Arbeitstag mehr, was nach den arbeitstäglich bereinigten Wertindices etwa 3 ½ % Wachstum entpricht).

Der Bundeswirtschaftminister sieht in seiner heutigen Presseerklärung zur wirtschaftlichen Lage im Dezember, bei er die neuesten Daten des Statistischen Bundesamts mit keinem Wort erwähnt, nur einen „robusten Aufschwung". Nach den starken Aufwüchsen in den Vormonaten könne der Rückgang der Produktion im Produzierenden Gewerbe am aktuellen Rand als Normalisierung angesehen werden, zumal vor dem Tag der deutschen Einheit diesmal ein Brückentag lag, was durch die Saisonbereinigung nicht berücksichtigt wird. Wenn schon Brückentage für die rosa Brille herhalten müssen, steht dieser Optimismus auf sehr wackeligen Füßen. Ebenso wie von der Bundesregierung wird die heutige Meldung des StaBuA auch von allen Medien in ihren online-Diensten übergangen - sie passt wohl nicht in die optimistischen Vorgaben.

Auch bauen große deutsche Unternehmen weiter Personal ab. Dies sind nur neue Meldungen von gestern und heute: Nach Auskunft des Bosch-Betriebsrats sollen im Werk Feuerbach 2.700 Arbeitsplätze wegfallen, die Fertigung moderner Diesel-Rußpartikelfilter soll dagegen laut Bosch-Chef Fehrenbach an einen osteuropäischen Niedriglohnstandort gehen. Der internationale Reise- und Schifffahrtskonzern TUI plant, 3.600 Arbeitsplätze abzubauen, ein Teil davon in Deutschland. DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche bereitet die Mercedes-Mitarbeiter ebenfalls auf weiteren Stellenabbau vor: die Beschäftigung würde in den nächsten Jahren "tendenziell" sinken.Die Belegschaft der einstigen deutschen Traditionsfirma Grundig soll von 450 auf 360 Mitarbeiter weiter verringert werden. Schließlich kam es nach einer anderen StaBuA-Meldung von heute in den ersten 9 Monaten dieses Jahres zu 5 % weniger Neugründungen größerer Betriebe als im Vorjahr; und fiel bezogen auf alle Betriebsgrößen die Zahl der Neuanmeldung um 0,7 %, während gleichzeitig die Zahl der Abmeldungen um ebenfalls 0,7 % anstieg, also die Zahl der Betriebe von beiden Enden her abschmolz.

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global news 14-12-06: Mein WDR-Interview

Hier zu meinem halbstündigen WDR-Interview zum Abhören


global news 533 15-12-06: Die Weltbank sorgt sich um die amerikanische Konjunktur und Rückwirkungen für die Welt

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Vor allem wegen des sich stark abschwächenden Wohnungsmarktes und dementsprechend der beginnenden Rezession in der Bauwirtschaft macht sich jetzt auch die Weltbank Sorgen um die amerikanische Wirtschaftsverfassung und die Folgen für den Rest der Welt. Länder wie China und Japan aber auch Deutschland leben erheblich vom Export in die USA und den Dollar-Raum. Bis zum 3. Quartal 2006 war die US Wachstumsrate bereits erheblich abgefallen (Abb. 05004). In der Vergangenheit zehrte die gute amerikanische Binnenkonjunktur besonders von den steigenden Hauspreisen, die das Vermögen der Haushalte zwischen 2000 und Mitte 2006 um 14,6 % des Bruttoinlandsprodukts steigerten und damit die Geldbeutel sehr locker sitzen ließen. Der Hauspreisboom wurde durch besonders niedrige Zinsen und Hypotheken ohne Rückzahlungsraten und variable Zinsen unterstützt. Nach kräftig gestiegenen Zinsen ist das jedoch nun alles vorbei. Während der Beitrag von Wohnungsbauinvestitionen zum Bruttoinlandsprodukt in 2005 noch mit 0,5 % positiv war, drehte er auf eine Negativrate von 1,1 % im 3. Quartal 2006. Jetzt wird mit einem Rückgang der Bauinvestitionen um mehr als 9 % gerechnet. Die Weltbank fürchtet, daß die Entwicklung in einer Rezession enden könnte.


Hinzu kommt das enorme Handelsbilanzdefizit in Höhe von 6,5 % des Bruttoinlandsprodukts (Abb. 302). Die USA sind schon der größte Schuldner der Welt. Ausländisches Eigentum an Anlagen in USA übersteigt den Wert amerikanischer Auslandsanlagen bereits mit dem Äquivalent von 21 % des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts. Zum ersten Mal seit einigen dreißig Jahren haben die USA in den ersten drei Quartalen 2006 mehr Zinsen ans Ausland abführen müssen als sie von dort verdient haben. Beide Entwicklungen, die der Binnen- und der Außenwirtschaft, zeigen sich deutlich im Verfall des Dollars (Abb. 13118), der seit einem Jahr bereits 11 % gegenüber dem Euro verloren hat. In der jüngeren Vergangenheit hat eine gute Konjunktur in USA relativ wenig Einfluß auf die in Europa gehabt, aber eine schlechte hatte solchen Einfluß regelmäßig. Deutschland mit seiner besonders großen Exportabhängigkeit muß sich warm anziehen.



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global news 532 14-12-06: Nochmal: Ifo-Geschäftsklima-Index und reale Konjunktur

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Immer, wenn die realen Wirtschaftsdaten ungünstiger werden, klammert sich die offizielle Politik umso mehr an den Geschäftsklima-Index des Ifo-Instituts München, das aus Umfragen die Geschäftslage der Unternehmen bestimmt. So der Bundeswirtschaftsminister in seiner Presseerklärung vom 8. Dezember 2006: „Nach den starken Aufwüchsen im zweiten und dritten Quartal legt das Produzierende Gewerbe zu Beginn des vierten Quartals eine Verschnaufpause ein. Die Auftragslage ist aber nach wie vor gut und das Geschäftsklima hat sich sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch im Bauhauptgewerbe laut dem ifo-Konjunkturtest weiter verbessert."

Sogar die seriöse Bundesbank geht in ihrem letzten Monatsbericht dem Zusammenhang zwischen dem Index und der realen Entwicklung nach und kommt dabei zum Ergebnis, daß die Erwartungskomponente des Index - wie von ihrer Konstruktion her angelegt - der Referenzvariable etwas vorausläuft. Allerdings zeigt Abb. 04690, wie sehr der Geschäftserwartungs-Index die tatsächliche Entwicklung immer wieder positiv überzeichnet; das gilt - wenn auch in geringerem Umfang - für den aktuellen Geschäftsklima-Index nach Abb. 04193. Für politische Klimapflege sind diese Vorlagen daher hervorragend geeignet, auch wenn sie oft mit der Realität nicht viel gemein haben.



Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn geht in seiner Hilfestellung jedoch noch weiter: „Wir glauben, dass der Aufschwung sehr robust ist und sicher noch deutlich über das nächste Jahr hinausträgt, möglicherweise bis ans Ende des Jahrzehnts." Also goldene Zeiten bis 2010?

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global news 531 13-12-06: Verlagerung der Industrieproduktion nach Ost- und Südostasien

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Zwischen 1995 und 2005 ist der Anteil der Industrieproduktion am Bruttoinlandsprodukt in Süd- und Südostasien bei weitem am meisten gestiegen, gefolgt von Osteuropa, während er in den alten Industrieländern zurückgegangen ist (Abb. 07101).


Parallel dazu hat sich besonders über die letzten fünf Jahre das Handelsdefizit der EU mit diesem Raum fast verdoppelt, wobei die Einfuhren von Industriegütern, vor allem angetrieben durch die Entwicklung mit China, weit stärker gestiegen sind als die Ausfuhren dorthin (Abb. 07102). Das gilt auch für den Handel Deutschlands mit dieser Region. Das EU-Defizit entspricht übrigens bereits 10,2 % des Wertes der eigenen EU-Industrieproduktion. Sie werden diese Information nirgendwo in Deutschland finden.


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global news 530 12-12-06: Chinesische Währung folgt trotz rasant steigender Überschüsse der Dollarabwertung

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Abb. 13121 zeigt, wie die chinesische Währung manipulativ der Dollarabwertung gegenüber dem Euro folgt. Eigentlich müßte die Währung wegen der enormen chinesischen Überschüsse gegenüber der Eurozone längst aufgewertet haben.


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global news 529 11-12-06: China wird in diesem Jahr Japan als Nr. 2 nach den USA bei den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen ablösen

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Bei Veröffentlichung ihres neuen Science,Technology and Industry Outlook 2006 drückt die OECD ihre Erwartung aus, daß China noch in diesem Jahr Japan als Nr. 2 nach den USA bei den weltweiten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen ablösen wird. Die chinesischen Ausgaben lagen bereits vor zwei Jahren (2004) um fast 60 % über den deutschen (Abb. 13120).


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global news 528 10-12-06: Neue Umfrage zur Globalisierung und China

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Der German Marshall Fund of the US hat am 5. Dezember eine interessante Umfrage in Europa und USA zur Globalisierung bekannt gegeben, bei der nach der Haltung zur Handelsliberalisierung, den Auswirkungen auf Arbeitsplätze und speziell nach der Rolle Chinas gefragt wurde. Bis auf Frankreich ist generell eine Mehrheit der Bevölkerungen in Großbritannien, Italien, Deutschland und USA für einen freieren Handel. Dabei dürfte sich in der hohen Zustimmungsquote in Deutschland von 76 % auch die Überzeugung ausdrücken, daß sich Deutschland als Exportweltmeister auf der Seite der Gewinner befindet (Abb. 08081).


Die Zustimmung fällt jedoch rasch ab, wenn speziell danach gefragt wird, ob die Handelsliberalisierung mehr Jobs kostet als sie schafft. Dieser Aussage stimmen Mehrheiten in Deutschland, Frankreich und USA zu (Abb. 08082).


Noch deutlicher werden die mit der Globalisierung verbundenen Sorgen, wenn danach gefragt wird, ob die chinesische Wirtschaft eine Chance wegen der Exportmöglichkeiten und billiger Importe darstellt oder eher eine Gefahr wegen der Billigkonkurrenz und der Möglichkeit der Verlagerung von Beschäftigung nach China. Mit Ausnahme von Großbritannien sehen Mehrheiten in allen anderen vier Ländern die Gefahr überwiegen. In Deutschland gilt das für 53 % der Befragten (Abb. 08083).


In der Beurteilung der chinesischen Gefahr berufen sich in Deutschland die Globalisierungsapologeten in Politik und Wirtschaft immer wieder darauf, daß die Löhne in China rasch steigen würden und daher der chinesische Wettbewerbsvorteil bald verloren gehen würde. Eine neue Statitisk aus China zeigt allerdings, daß die Jahreseinkommen der 700 Millionen starken Landbevölkerung, die das Gros der in der Exportindustrie Beschäftigten stellt sehr viel langsamer zunehmen als unter der Stadtbevölkerung (Abb. 08080). In Deutschland hat sich diese Entwicklung noch nicht rumgesprochen, sonst würde die Gefahr noch viel stärker eingeschätzt.


Ebenso wird bisher nicht ausreichend registriert, wie stark China seine Forschungs- und Wissenschaftsentwicklung forciert. Nach der letzten OECD-Übersicht vom 4. Dezember 2006 wird China noch in diesem Jahr nach den USA den weltweit größten Betrag an F&E-Mitteln ausgeben und damit Japan überflügeln. Seine Ausgaben haben sich in den zehn Jahren bis 2004 verfünffacht und lagen damit bereits um fast 60 % über den deutschen. China hat auch nach den USA die meisten Forscher, etwa 3 ½ mal soviele wie Deutschland; ihre Zahl hat sich über die zehn Jahre um drei Viertel erhöht. Interessant ist aus dem Bericht schließlich der Hinweise auf die stark steigenden Auslandserfahrungen chinesischer Studenten und Wissenschaftler: insgesamt studieren etwa 120.000 Chinesen im Ausland, und die meisten ausländischen Wissenschaftler an US Universitäten stammen inzwischen aus China.

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global news 527 09-12-06: Nun läuft auch noch die deutsche Industrieproduktion im zweiten Monat zurück

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Heute mußte der Bundeswirtschaftsminister auch noch einen Abriß in der Industrieproduktions bekannt machen. Nachdem sich schon der Einzelhandelsumsatz und die Industrieaufträge zwei Monate nacheinander negativ entwickelt haben, ist auch die Industrieproduktion im Oktober um 1,4 % zurückgegangen, nachdem sie schon im September um 0,6 % zurückgefallen war (Abb. 04306). Besonders schlimm hat es die Konsumgüterindustrie erwischt, deren Indexwert vom Oktober bereits um 1,8 % unter dem Vorjahreswert lag und sogar unter dem Wert des Jahres 2000.


Sowohl die Aufträge wie die Produktion des Septembers mußten nachträglich nach unten revidiert werden, was zeigt, wie unberechtigt die seinerzeitigen optimistischen Äußerungen des Bundeswirtschaftsminsters waren. Auch jetzt spricht er allerdings nur von einer "Verschnaufpause" und schließt mit einem dünnen Verweis auf das Geschäftsklima-Umfrage des ifo-Instituts an: "Eine aufwärts gerichtete Produktion des Produzierenden Gewerbes im vierten Quartal ist deshalb weiterhin zu erwarten." Und dann der SPIEGEL: "Die Serie der guten Nachrichten über die Konjunktur reißt nicht ab." Wer soll das eigentlich noch glauben?

Abb. 04689 zeigt die Entwicklung seit Beginn dieses Jahres bei Industrieproduktion, Industrieaufträgen und Einzelhandelsumsatz.


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global news 526 08-12-06: Bruttolöhne und -gehälter 3. Quartal real minus 1,3 % gegen Vorjahr, weiter fallender Auftragseingang der deutschen Industrie, im internationalen Vergleich hohe Arbeitslosigkeit

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Nach der heutigen Meldung des Statistischen Bundesamts lagen die deutschen Bruttolöhne und -gehälter im 3. Quartal 2006 um den Verbraucherpreisindex bereinigt um 1,3 % unter dem Vorjahreswert (Abb. 04688). Dabei hat sich der Rückgang von Quartal zu Quartal seit Beginn dieses Jahres beschleunigt.


Im europäischen Vergleich stellt das Statistische Bundesamt heute fest, daß die Arbeitskosten im Vergleich zum zweiten Quartal 2005 kalenderbereinigt und nominal mit + 0,7% am geringsten gestiegen sind (Abb. 12069). Seit dem Jahr 2000 bis zum zweiten Quartal 2006 ist die Kostenbelastung der Arbeitgeber für eine geleistete Arbeitsstunde in keinem Mitgliedstaat der Europäischen Union geringer gestiegen als in Deutschland (Abb. 12250).



Bei dieser Entwicklung kann es eigentlich nicht überraschen, daß sich die deutsche Binnenkonjunktur auch im laufenden Jahr nicht besonders gut entwickelt. Wie der Einzelhandelsumsatz ist jetzt auch der Auftragseingang der deutschen Industrie per Oktober saisonal bereinigt im zweiten Monat nacheinander gegenüber dem Vormonat gefallen, und zwar um 1,1 % nach 3,0 % im September. Die Aufträge aus dem Inland sind im Oktober sogar um 2,6 % gefallen, nachdem offensichtlich der MWSt-Schub abgearbeitet worden ist und hierfür keine zusätzlichen Investitionen mehr gebraucht werden (Inlandsaufträge für Investitionsgüter: minus 6,5 % (siehe Abb. 04569).


Eine neue umfassende internationale Statistik des Statistischen Bundesamts zum Jahr 2005 zeigt nun erstmals, wie stark Deutschland bei den Arbeitslosenquoten nach unten herausfällt. Nur Griechenland und die osteuropäischen Länder Bulgarien, Kroatien, Slowakien, Polen sowie die nicht vergleichbaren Länder Mauritius, Türkei, Georgien, Tunesien und Südafrika hatten einen noch höheren Grad an Erwerbslosigkeit (Abb. 12251).


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global news 425 07-12-06: Trotz oder Dank Globalisierung: Elf Millionen Deutsche leben an oder unter der Armutsgrenze, 85 % des weltweiten Vermögens ist in der Hand von 10 % der Weltbevölkerung

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Das Statistische Bundesamt berichtet heute zum ersten Mal auf der Basis der Haushaltsbefragung "LEBEN IN EUROPA" über die Entwicklung des Armutsrisikos (siehe dazu auch die Schwerpunktseite Armut). Die Zahlen sind leider nicht aktueller als 2004 und man muß vermuten, daß das Armutsrisiko mit der seitdem erheblich gestiegenen Arbeitslosigkeit weiter zugenommen hat. Die so genannte Armutsgefährdungsquote in Deutschland betrug schon damals rund 13%. Damit waren 10,6 Millionen Menschen in Deutschland armutsgefährdet, darunter 1,7 Millionen Kinder unter 16 Jahren. Ohne staatliche Transferleistungen läge die Armutsgefährdungsquote sogar bei einem Viertel der Bevölkerung (24 %).

Armut behindert nach Auffassung des StaBuA auch den Zugang zur Gesundheitsversorgung: Zuzahlungen und Selbstbeteiligungen halten mehr als ein Fünftel der Armutsgefährdeten (und immerhin 7% der nicht Armutsgefährdeten) davon ab, sich einer notwendigen ärztlichen oder zahnärztlichen Behandlung zu unterziehen. Zugleich schätzen Armutsgefährdete ihren eigenen Gesundheitszustand wesentlich schlechter ein und geben häufiger an, chronisch krank zu sein, dies trifft vor allem auf die mittleren Altersgruppen von 25 bis 49 Jahren zu (Abb. 04687).


Abb. 04683 zeigt exemplarisch einige ausgewählte Bevölkerungsgruppen, die besonders stark armutsgefährdet sind. Unter den allein Lebenden zwischen 16 und 24 Jahren waren es bereits mehr als die Hälfte, unter den Arbeitslosen 43 %.


Abb. 04686 bringt die Unterscheidung nach Schulabschlüssen mit einem Risiko von 24 % bei denen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, aber immer noch 8 % selbst bei denen mit Hochschulabschluß.


Abb. 04684 vergleicht die Einkommen verschiedener Gruppen und zeigt besonders die ungünstige Position der Arbeitslosen. In der Aufteilung nach Fünfteln kommen auf die unteren zwei Fünftel oder 40 % der Bevölkerung nur 23 % der Einkommen (Abb. 04685).



Um zu beleuchten, wie stark die Einkommensunterschiede zwischen den ärmsten und den reichsten Personen eines Landes tatsächlich sind, kann man ein Verteilungsmaß heranziehen, das das Gesamteinkommen der reichsten 20% dem Gesamteinkommen der ärmsten 20% gegenüberstellt (sogenanntes S80/S20-Quintilverhältnis). Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland hier nur im unteren Mittelfeld (Abb. 12247).


Im Weltmaßstab ist die Verteilung von Armut und Reichtum noch viel grotesker. Nach einer neuen Studie World Institute for Development Economics Research (Wider) der Uno besitzt die ärmere Hälfte der Menschheit insgesamt nur ein Prozent des globalen Gehalts- und Immobilenvermögens. Mehr als die Hälfte des weltweiten Vermögens ist in der Hand von zwei Prozent der Weltbevölkerung. Betrachtet man die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung, so besitzen diese Menschen sogar 85 Prozent des gesamten Immobilien- und Gehaltsvermögens. Hier zeigen sich nicht zuletzt die Effekte der neoliberalen Globalisierung oder in den Worten von Wider: "Die Superreichen sind noch grotesk reicher geworden als sie es vor 50 Jahren waren". Dabei nimmt Deutschland nach USA und Japan den dritten Platz an den zehn reichsten Prozent der Weltbevölkerung ein (Abb. 12249).


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global news 524 06-12-06: Deutscher Einzelhandelsumsatz trotz drohender MWSt-Erhöhung vorletzter Platz nach Eurostat

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Trotz der drohenden Mehrwertsteuererhöhung lag der deutsche Einzelhandelsumsatz nach Eurostat real im Oktober vor Belgien am Ende des europäischen Vergleichsfeldes (Abb. 12191). Im September und Oktober war der deutsche Einzelhandelsumsatz nach Angaben des Statistischen Bundesamts jeweils gegenüber dem Vormonat zurückgegangen.


Gleichzeitig wird aus einer heute veröffentlichten Umfrage des britischen Forschungsinstituts NTC und der Royal Bank of Scotland (RBS) bekannt, daß nur 6 % der befragten deutschen Firmen mit einem deutlich Anstieg des privaten Konsums vor der Steuererhöhung am 1. Januar rechnen. Mit einem signifikanten Rückgang der Konsumausgaben nach der Steuererhöhung rechnen dagegen 12 %. Die deutschen Händler erwarten also keinen Boom vor dem Mehrwertsteuer-Schritt. Wo soll auch der Boom herkommen , wenn die Arbeitseinkommen real immer weiter sinken und Deutschland inzwischen 11 Millionen Menschen an oder unter der Armutsgrenze zählt (dazu mehr morgen)?

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global news 523 05-12-06: Höhere Löhne?

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Es ist kaum zu glauben, aber ganz plötzlich macht sich in Deutschland die Forderung nach höheren Löhnen breit, von BILD ("Deshalb: Schluss mit den Ausreden! Jetzt ist es höchste Zeit, dass auch die Löhne deutlich ansteigen! Und der Aufschwung auch im Geldbeutel der Arbeitnehmer ankommt ...") bis zum Arbeitminister und sogar Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser ("auch die Arbeitnehmer sollen von den besseren Zeiten profitieren"). Wie ernst das alles gemeint ist, muß sich in den nächsten Lohnrunden erweisen. Jedenfalls scheinen einige zu begreifen, daß sich Deutschland nicht länger in das tiefe Loch einer stagnierenden Binnenkonjunktur hineinarbeiten kann, zumal sich die dunklen Wolken über dem deutschen Export sammeln. Oder will man nur den Menschen mit solchen frohen Botschaften einen weiteren psychologischen Stoß zum Einkaufen geben, der nichts kostet, um die deutsche Wirtschaft über den drohenden MWSt-Abriß zu retten? So genannte Investivlöhne werden sich jedenfalls nur sehr langfristig im Geldbeutel bemerkbar machen und nur, wenn die Aktienmärkte durchhalten und die Investivlöhne zusätzlich kommen.

Abb. 04054 und 04027 auf der Basis der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung des 3. Quartals 2006 zeigen sehr deutlich, wie sehr die deutschen Arbeitnehmer über so viele Jahre verloren haben, und das, obwohl die Produktivität ständig gestiegen ist (Abb. 04610). Diese Entwicklung ist einmalig unter allen vergleichbaren Industrieländern ebenso wie die auf Eis gelegte Binnenkonjunktur mit nach den letzten Zahlen vom September und Oktober rückläufigen Einzelhandelsumsätzen und seit vielen Jahren trotz Exporterfolgen eine der höchsten Arbeitslosigkeitsraten (Abb. 04068). Wir sollten auch nicht vergessen, daß die Renten, die Beamtenbesoldung und die Arbeitslosengelder zusammen mit den Arbeitnehmereinkommen real geschrumpft sind.





Wenn man die weniger einkommensstarken Menschen ehrlich beraten will, sollte man Ihnen jedenfalls nicht vormachen, daß das nächste Jahr wirtschaftlich prima wird, die Arbeitnehmereinkommen kräftig steigen werden und der Arbeitsmarkt allenfalls längerfristig die MWSt-Erhöhung zu spüren bekäme (so die Bundesagentur für Arbeit und die Bundesregierung). Wenn sie jetzt über die Vermeidung der MWSt-Erhöhung hinaus mit Optimismus in die Kaufläden laufen würden, kann sich das als ein schwerer Irrtum erweisen. Wenn die Bundesregierung etwas für die Konjunktur tun will, soll sie die MWSt-Erhöhung stoppen, statt es mit Psychopropaganda zu versuchen.

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