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Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006) und "Deutschland global" (2005)


(507) Regierung in Paris will CO2-Strafzölle auf Importe aus Ländern wie China und Indien

(506) Falsche Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik: Deutsches "Humankapital" leidet Not

(505) 3. Quartal 06: noch ein enttäuschendes Ergebnis: Zuwachs an Arbeitnehmerstunden halbiert, gewerbl. Inlandsumsatz minus 4,6 %

(504) Aktualisiert: Deutschland Niedrigsteuerland

(503) Deutschland Deutschland erwirtschaftet 6 % seines Bruttosozialprodukts zu Lasten seiner EU-Partner

(502) Der Bundeswirtschaftsminister: Ein Optimist bis zum Umfallen

(501) Wirtschaftsleistung im 3. Quartal: Monatliche Zuwachsrate fast halbiert

(500) Deutsche Unternehmen verdoppeln Beschäftigung auf 4,5 Millionen (im Ausland)

(499) Deutsche Außenhandel im September: Überschuß vor allem mit Eurozone, Defizit vor allem mit China, China übernimmt Weltmeisterschaft in Exportüberschüssen

(498) Noch ein "Weckruf" der OECD zum Treibhauseffekt

(497) Warum werden beim Türkei-Beitritt immer nur die falschen Fragen diskutiert?

(496) Deutsche Geburtenziffer rutscht weiter ab

(495) Warum wird die Minderheitenmeinung eines der fünf Wirtschaftsweisen unterschlagen?

(494) Neue Daten vom europäischen Einzelhandel, deutscher gewerblicher Produktion und deutschen Investitionen

(493) Bundesregierung fängt an, über Maßnahmen gegen Jobverlagerung nachzudenken

(492) Der größere Teil des Rückgangs der Arbeitslosigkeit dürfte auf dem Wechsel in gering bezahlte Jobs und statistischen Effekten beruhen, Deutschland weiterhin am internationalen Ende

(491) Sind deutsche Autos noch deutsch?




global news 507 20-11-06: Regierung in Paris will CO2-Strafzölle auf Importe aus Ländern wie China und Indien

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Im Rundbrief 498 hatte ich auf die stark steigenden CO2-Emissionen von Ländern wie China, Indien und Brasilien hingewiesen (Abb. 07100) und gleichzeitig in „Gedanken zur Zeit" 014 geschrieben, es sei daher an der Zeit, die bedrohte Spezie Mensch im Welthandelssystem mit Beschränkungen gegen umweltgefährdenden Handel genauso zu schützen, wie man es mit vom Aussterben bedrohten Tierarten schon seit längerer Zeit tut.


Dabei ahnte ich noch nicht, daß die französische Regierung ganz offiziell einen solchen Vorschlag unterbreiten würde. Nun wird von Paris ein "Umweltzoll" vorgeschlagen. Importe aus Ländern, die wie China, Indien oder Brasilien nicht die Auflagen des Kyoto-Klimaprotokolls beachten müssen und die nichts oder wenig gegen ihre sehr rasch wachsende Kohlendioxid- und Schadstoffproduktion unternehmen, sollen mit zusätzlichen Abgaben belastet werden. Nach Auffassung der französischen Regierung schließt die WTO die Möglichkeit von Abgaben nicht aus, solange sie nicht diskriminierend sind. Außerdem habe der Kampf gegen die Folgen der Klimaerwärmung ganz einfach Priorität vor der Handelspolitik. Paris will den Vorschlag der EU im ersten Quartal 2007 unterbreiten. Wie alle Steueranpassungen setzt die Einführung eines Ökoimportzolls die Einstimmigkeit der Mitglieder voraus. Außerdem soll Umweltministerin Nelly Olin auf der internationalen Klimakonferenz in Nairobi die französische Initiative vorstellen.

Wetten, daß die deutsche Bundesregierung im Interesse der Exportindustrie, die vor Gegenmaßnahmen der von solchen Zöllen betroffenen Länder warnen wird, schon in der EU-Abstimmung gegen eine solchen vernünftigen und notwendigen Vorschlag Stellung bezieht, und dies natürlich zusammen mit der britischen Regierung?

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global news 506 19-11-06: Falsche Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik: Deutsches "Humankapital" leidet Not

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Im Zeichen der Massenarbeitslosigkeit, gegen die die deutsche Politik bisher viel zu wenig tut, und einer Drosselung von Fördermaßnahmen zur beruflichen Weiterbildung durch die Bundesagentur für Arbeit sowie einer unzureichenden öffentlichen Finanzierung der Bildung verkümmert das deutsche Humankapital. Ein Schlaglicht auf das derzeitige "Klima der Angst" am deutschen Arbeitsmarkt wirft schon der Umstand, daß sich bereits mehr als 100.000 Abiturienten um Lehrstellen bewerben, anstatt zu studieren, um so jedenfalls irgendeinen Job zu bekommen. Die Zahl der deutschen Hochschulabschlüsse in Naturwissenschaften und Ingenieurwesen ist entgegen dem Trend in wichtigen Konkurrenzländern gefallen und liegt nun bereits unter den von der Bevölkerung her erheblich kleineren Ländern Korea und Großbritannien (Abb. 13112).


Der Anteil der Akademiker an der Bevölkerung sinkt oder stagniert von Altersgruppe zu Altersgruppe, während er woanders steigt (Abb. 13089 und 13114).



Wie das Institut für Soziologie der Universität Duisburg-Essen in seinem Bericht schreibt, wurde die Förderung der beruflichen Weiterbildung seit Mitte der 1990er Jahre drastisch zurückgefahren. Die jahresdurchschnittliche Zahl der Teilnehmer/innen reduzierte sich um ca. 80% von 1994 auf 2005 (Abb. 13113). Analog hierzu ist ein starker Rückgang der Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit für die Förderung der beruflichen Weiterbildung zu beobachten.


Und weiter aus dem Bericht:

» Der Rückgang des Angebots beruflicher Weiterbildungsmaßnahmen ist nicht auf einen geringeren Bedarf zurückzuführen, sondern das Ergebnis der Neuausrichtung der Förder- und Geschäftspolitik der Bundesagentur für Arbeit.

» Primär wird nicht auf eine vorrangige Eingliederung in reguläre sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse abgezielt, vielmehr steht die unmittelbare Verwertung vorhandener Qualifikationen und schnelle Vermittlung - auch in geringfügige Beschäftigungsverhältnisse - im Vordergrund. Durch strenge Förderkriterien, wie der Vorgabe einer Verbleibsquote von 70% der TeilnehmerInnen, entstehen hohe Anforderungen an einen effektiven Mitteleinsatz. Hierbei besteht die Gefahr, dass die Förderung vor allem auf jüngere, besser qualifizierte und erst seit kurzem arbeitslose Personen konzentriert wird. Benachteiligte Personengruppen unter den Arbeitslosen werden zurückgestellt. Für diese Gruppen werden stattdessen allenfalls kürzere Maßnahmen angeboten, die kein anspruchsvolles formales Bildungsziel wie das Nachholen eines Berufsabschlusses oder das Erlernen eines neuen Berufes haben und damit weitaus kostengünstiger sind.

Siehe auch Schwerpunkt "Auswertung der 2006 Ausgabe der OECD von Bildung auf einen Blick"


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global news 504 18-11-06: 3. Quartal 06: noch ein enttäuschendes Ergebnis: Zuwachs an Arbeitnehmerstunden halbiert, gewerbl. Inlandsumsatz minus 4,6 (0.5) %

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Nach dem Bruttoinlandsprodukt, dessen Zuwachsrate sich im 3. Quartal gegenüber Vorquartal fast halbiert hat (Abb. 04638), sind heute vom Statistischen Bundesamt die Zahlen zu den Arbeitsstunden bekannt geworden. Danach hat sich auch die Zuwachsrate in den Arbeitsstunden halbiert (04639). Im Ergebnis der beiden Werte zeigt sich eine beginnende Abschwächung der deutschen Konjunktur.



Mit preisbereinigt minus 4,6 % ist der Inlandsumsatz der deutschen Industrie im September gegenüber Vorjahr erheblich zurückgegangen, auch wenn das Statistische Bundesamt in seiner heutigen Mitteilung auf den einen Arbeitstag weniger im September 2006 verweist, der nur einen Rückgang um 4,1 % erklären würde, so daß sich netto minus 0,5 % ergäben (Abb. 04009). Dennoch erklärt der Bundeswirtschaftsminister pauschal: "Das Produzierende Gewerbe bleibt hiernach weiter auf Wachstumskurs."


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global news 504 17-11-06: Aktualisiert: Deutschland Niedrigsteuerland

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Die Steuereinnahmen-Statistik der OECD 2006 bringt es wieder einmal an den Tag: Deutschland ist im Laufe seiner neoliberalen Steuerentwicklung längst ein Land mit relativ niedriger Steuerbelastung, besonders für Unternehmer, Kapitaleigner und Besserverdiener, geworden und heizt nun den negativen Steuerwettlauf noch weiter an. Wenn man die osteuropäischen Länder, Japan und USA ausklammert, rangiert Deutschland oft an der Spitze der Niedrigststeuerländer, aber z.T. sogar noch einschließlich Osteueropas. Besonders niedrig fällt die Belastung aus Vermögens- und Erbschaftssteuern und aus Unternehmenssteuern aus. Die Abb. 12245, 12108, 12243, 13110 und 12244 sprechen in dieser Hinsicht für sich selbst.






Noch ein Hinweis: Der Schwerpunkt "Steuern" liegt jetzt in überarbeiteter Form vor.


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global news 503 16-11-06: Deutschland erwirtschaftet 6 % seines Bruttosozialprodukts (= 2,4 Mio Jobs) zu Lasten seiner EU-Partner

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Im Vergleich zu den EU-Partnern hat Deutschland eine stark gedrosselte und negative reale Lohnentwicklung, siehe z.B. den Vergleich mit Frankreich (Abb. 03023).


Gleichzeitig senkt Deutschland die Unternehmenssteuern immer stärker. Die sinkenden Steuern und der so ausgelöste Druck auf die Löhne der Staatsangestellten tragen zum allgemeinen Lohndruck erheblich bei. Nach der jetzt veröffentlichten OECD Steuer-Statistik, die erstmals einen Schwerpunkt bei den tatsächlichen Steuereinahmen hat, erbrachten die Unternehmenssteuern 2004 nur einen Betrag in Höhe von 1,6 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts (im Durchschnitt 2003/04 1,45 %) und damit am unteren Ende des internationalen Vergleichsfeldes (Abb. 13110). Bei besserer Konjunktur werden es in diesem Jahr etwas mehr geworden sein, aber immer noch wenig genug.


Die negative Lohnentwicklung hilft dem deutschen Export und drosselt mangels Kaufkraft in Deutschland die Importe aus den Partnerländern. Die Erhöhung der MWSt Ende dieses Jahres wird ebenfalls diese Importe treffen. Im Ergebnis wird Deutschland immer wettbewerbsfähiger (Abb. 12240) und konzentriert sich der deutsche Exportüberschuß immer mehr auf die EU-Partnerländer (Abb. 06037). Normalerweise würde eine solche Entwicklung durch eine Anpassung der Währungen korrigiert, was aber nun innerhalb der Eurozone und mit den Ländern, die praktisch dem Euro folgen, nicht mehr möglich ist.



Deutschland stützt so seine eigene Konjunktur, schadet aber der konjunkturellen Entwicklung seiner EU-Partner erheblich. Deutschland wird in diesem Jahre etwa 6 % seines Bruttosozialprodukts aus dem Außenbeitrag mit der EU erwirtschaften. Das entspricht 2,4 Millionen Jobs.

Die Kehrseite zeigt sich natürlich bei den Partnern, z.B. in deren verglichen mit Deutschland schlechteren Entwicklung der Industrieproduktion, während sie in Deutschland viel stärker vom Export lebt (Abb. 13111).


Hinzu kommt, daß ohne eine so starke deutsche Exportentwicklung außerhalb der Eurozone diese ein starkes Defizit mit dem Rest der Welt verzeichen und der Euro wesentlich schwächer bewertet würde. Der deutsch-exportgestärkte Euro schadet aber dem Export unserer Eurozonen-Partner zusätzlich.

Mittelfristig sägt sich der deutsche Export also den Ast ab, auf dem er gegenwärtig noch sitzt und torpediert die Integrität der Eurozone. Deutschland ist ohnehin besonders verwundbar bei negativen Entwicklungen in der Weltwirtschaft. Das Nullwachstum im dritten Quartal bei Frankreich und die erhebliche Abschwächung der amerikanischen Konjunktur, also bei den Abnehmerländern Nr. 1 und 2 für deutsche Waren, zeigen dies deutlich. Und die Jobs, die Deutschland im Export aufgebaut hat, sind der Binnenwirtschaft durch negativen Lohndruck abhanden gekommen, sogar in viel größerer Zahl.

Hier ein passendes Zitat aus dem Schweizer „BLICK": „Die Konjunkturaussichten im Euro-Raum haben sich in den letzten Tagen verschlechtert. Schuld daran ist das anhaltenden Lohn- und Steuerdumping Deutschlands. Gleichsam als Bestätigung kommt aus Frankreich die Meldung, daß das Bruttoinlandprodukt im 3. Quartal nicht weiter gestiegen sei. Die Industrieproduktion hat wegen Problemen im Export sogar abgenommen. Innenminister Nicolas Sarkozy gab daran dem starken Euro die Schuld. Hinter dem starken Euro wiederum steckt Deutschland, das mit seinen Billig-Exporten die (europäische) Konkurrenz platt walzt und gleichzeitig die eigene Nachfrage dämpft. Diese Entwicklung bedeutet, dass Deutschlands Dumping-Wirtschaft nicht nur im eigenen Land, sondern auch bei seinen Handelspartner je rund zwei Millionen Jobs zerstört hat. Das gefährdet einerseits die Stabilität des Euro. Italien, Griechenland und Portugal sind praktisch konkurrenzunfähig geworden. Frankreich leidet auch schon unter dem (für Rest-Euroland zu teuren) Euro."

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global news 502 16-11-06: Der Bundeswirtschaftsminister: Ein Optimist bis zum Umfallen

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Bundeswirtschaftsminister Glos unter der Überschrift: "Der Aufschwung hat sich im 3. Quartal fortgesetzt und gefestigt" zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im 3. Quartal 2006: "Unser realistischer Optimismus hat sich bestätigt. Der kraftvolle Aufschwung in Deutschland hat sich auch im Sommer fortgesetzt. Die Wachstumsimpulse kamen sowohl von der Binnennachfrage als auch aus dem Ausland. Das Wachstum in Deutschland steht somit auf beiden Füßen. Besonders erfreulich ist, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt so eindrucksvoll verbessert. Die Aussichten sind gut, dass der wirtschaftliche Motor Deutschlands weiterhin auf hohen Touren dreht."

Kein Wort darüber, daß sich die Zuwachsrate im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal fast halbiert hat. Auch kein Wort über die weltwirtschaftlichen Wolken, die bereits die USA mit einem starken Einbruch des Wirtschaftswachstums erreicht haben und nun auch Frankreich, den wichtigsten deutschen Handelspartner, mit einem Null-Wachstum im dritten Quartal.

Erst recht kein Wort über die Konjunktureinschätzung der Unternehmen, die nach der heute bekannt gegebenen regelmäßigen Herbstumfrage zur Konjunktur des DIHK erstmals seit drei Jahren wieder pessimistscher für die Zukunft sind: Für die kommenden Monate erwartet der DIHK ein spürbar geringeres Wachstumstempo. Und natürlich kein Wort über die ebenfalls heute veröffentlichte noch weiter unterkühlte ZEW-Prognose der Finanzmarktexperten, deren Index im November auf den niedrigsten Stand seit 13 Jahren sank (Abb. 04588).


Der Schwerpunkt "Steuern" liegt jetzt in überarbeiteter Form vor.


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global news 501 15-11-06: Wirtschaftsleistung im 3. Quartal: Monatliche Zuwachsrate fast halbiert

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Nun liegt in einer Schnellmeldung des Statistischen Bundesamts das Ergebnis der Wirtschaftsentwicklung im 3. Quartal 2006 vor. Vor allem Dank wegen der MWSt-Erhöhung vorgezogener Einkäufe langlebiger Wirtschaftsgüter und einer guten Exportentwicklung und den damit verbundenen Investitionen hat das Bruttoinlandsprodukt noch einmal um 0.6 % gegenüber dem Vorquartal zulegen können (Abb. 04002), wobei der Zuwachs allerdings nur wenig mehr als die Hälfte des Vorquartals erreichte (Abb. 04638). Da kann man sich nur wundern, wenn das Statistische Bundesamt statt dessen die Wirtschaftsleistung in den ersten beiden Quartalen als besonders erfolgreich hervorhebt und diese "frohe Botschaft" prompt von vielen Medien als eigentliche Nachricht aufgegriffen wird, ohne die erhebliche Zuwachsabschwächung im 3. Quartal auch nur zu erwähnen (z.B. WELT: "Stärkstes Wirtschaftswachstum seit 2000"); in Großbritannien nennt man diese Methode schlicht "spin".



Im internationalen Vergleich sieht die deutsche BIP-Entwicklung weiterhin nicht besonders gut aus, wie Abb. 13082 und 13109 zeigen.



Hier die jeweils letzten bekannt gemachten Zahlen im Überblick:




Die deutsche Konjunktur und der Arbeitsmarkt kranken weiterhin an einer negativen Entwicklung der Arbeitnehmereinkommen (Lohn- und Gehaltssumme der gewerblichen Wirtschaft im August real leicht unter Vorjahr) und realen Verlusten der eingefrorenen Einkommen aus Renten, Beamtenbezügen und Arbeitslosengeldern. Unter diesen Umständen kann nicht überraschen, daß sich der Einzelhandelsumsatz trotz drohender Mehrwertsteuererhöhung in den drei Monaten bis September negativ entwickelt hat (Abb. 04214). Im EU-Vergleich war die negative deutsche Entwicklung im September nur noch von Belgien untertroffen (Abb. 12191).



Auch der in die Zukunft weisende Inlands-Auftragseingang der deutschen Konsumgüterindustrie zeigt eine sehr müde Entwicklung (Abb. 04569).


Das Bedrückendsten an der deutschen Konjunkturlage ist weiterhin die anhaltende Massenarbeitslosigkeit. Die deutsche Arbeitlosenquote ist immer noch eine der höchsten vergleichbarer Länder (Abb. 04068), und die Langzeitarbeislosigkeit ist die höchste überhaupt. So lag die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit mit einem Anteil von 43,8 % aller Arbeitslosen oder rund 1,9 Millionen im Oktober immer noch um fast 5 % über dem Vorjahreswert, wobei diese Daten aus dem IT-Vermittlungssystem der BA hochgerechnet werden müssen (Abb. 04033). Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr dürfte außerdem zu einem sehr großen Teil auf dem Wechsel der Arbeitslosen in nicht vollwertige, d.h. schlecht bezahlte und unsichere, Jobs sowie aus statistischen Effekten von Nicht-Mehr-Zählung beruhen.



Wenn die „ZEIT" online triumphierend verkündet: "Blendende Aussichten. Deutschlands Wirtschaft geht es so gut wie seit Jahren nicht mehr. Der ach so kranke Mann Europas erhebt sich aus dem Bett. Deutschland ist Exportweltmeister, Profitkrösus, und neuerdings schafft es sogar Jobs", darf man ein paar kräftige Fragzeichen setzen, zumal sich die weltwirtschaftlichen Aussichten derzeit erheblich eintrüben.

Noch ein Hinweis: Das Statistische Bundesamt wird am 23. November die Einzelergebnisse der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung bekannt geben. Ich werde dann den entsprechenden und ausführlichen Schwerpunkt aktualisieren.

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global news 500 14-11-06: Deutsche Unternehmen verdoppeln Beschäftigung auf 4,5 Millionen (im Ausland)

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In ihrem Monatsbericht vom September 2006 geht die Bundesbank den deutschen Direktinvestitionsbeziehungen mit dem Ausland und dem Einfluss der Direktinvestitionen auf die Importstruktur und Beschäftigung nach. Mit der zunehmenden Auslandspräsenz deutscher Unternehmen (Abb. 04633 und 06035) hat auch die Beschäftigung in den Direktinvestitionsunternehmen stark zugenommen. Die Zahl der Beschäftigten in den ausländischen Niederlassungen deutscher Eigner hat sich in den letzten eineinhalb Jahrzehnten auf rund 4 ½ Millionen Personen erhöht und damit im Ergebnis fast verdoppelt (Abb. 04632). Die von der Bundesbank nur bis 2004 recherchierte Entwicklung dürfte sich seitdem noch weiter verstärkt haben. Die Tendenz ist jedenfalls eindeutig.




Schwierig zu beurteilen ist nach Auffassung der Bundesbank die Bedeutung der Direktinvestitionen für die inländische Beschäftigung. Insgesamt gesehen machen die Arbeitnehmer in deutschen Auslandstöchtern bereits rund 13% der inländischen Beschäftigten aus. Im Verarbeitenden Gewerbe betrug die Auslandsbeschäftigung gemessen an der Beschäftigung in diesem Wirtschaftszweig in Deutschland sogar gut ein Drittel, in der Chemischen Industrie und im Fahrzeugbau etwa drei Viertel. Das sind keine zu vernachlässigenden Größenordnungen, zumal umgekehrt das Ausland weit weniger in Deutschland investiert und dementsprechend wesentlich geringer zur deutschen Beschäftigung beigetragen hat. Gemessen in Anteil ausländischer Direktinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt liegt Deutschland weit hinter anderen vergleichbaren Ländern, bis auf Italien und die USA, zurück - nicht zuletzt ein Ergebnis der seit Jahren besonders schlechten deutschen Binnenkonjunktur (Abb. 04636); bis auf die USA, die in dieser Hinsicht mit einer sehr großen Binnenwirtschaft einen Sonderfall darstellt, sind Direktinvestitionen und Binnenkonjunkturen ziemlich gut korreliert.


Symptomatisch ist hier der Fahrzeugbau, der mit Abstand wichtigste Industriezweig deutscher Direktinvestitionen in den mitteleuropäischen EU-Mitgliedstaaten. Der deutsche Bestand an Direktinvestitionen war dort im Jahr 2004 mit über 4 Mrd (zu Preisen des Jahres 2000) nahezu doppelt so hoch wie der Investitionsbestand in der Chemischen Industrie, des aus Sicht deutscher Investoren zweitwichtigsten Industriezweigs. Darüber hinaus ist das Auslandsengagement deutscher Unternehmen des Fahrzeugbaus in den letzten Jahren in den mitteleuropäischen Volkswirtschaften kontinuierlich angewachsen; in Frankreich, Italien und Spanien stagnierte es hingegen weitgehend (Abb. 06034).


Interessant ist, wie die Bundesbank in der Bewertung dieser Situation ihre stark neoliberale Ideologie einfließen läßt. Danach sind kostengetriebene Direktinvestitionen vor dem Hintergrund des verschärften Konkurrenzdrucks zu sehen. Deutsche Unternehmen verfügten zwar über spezifische Qualitäten, die es ihnen ermöglichen, im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Nicht immer ließen sich diese Vorteile allerdings in Deutschland ausspielen. Produktionsverlagerungen ins Ausland seien mithin erforderlich, um die Wettbewerbsposition und letztlich auch die Existenz von Unternehmen und Arbeitsplätzen in Deutschland langfristig zu sichern. Originalton Bundesbank: "Kurzfristig negative Effekte des Auslandsengagements - etwa auf die Beschäftigung im Inland - sind zwar im Einzelfall nicht auszuschließen. Insgesamt gesehen sprechen die hier vorgestellten Untersuchungen aber dafür, dass - zumindest längerfristig - die positiven Auswirkungen sowohl auf die Investitionen als auch auf die Beschäftigung überwiegen. Dennoch sollte nicht aus dem Blickwinkel geraten, dass manches Investitionsprojekt bei besseren Standortbedingungen auch im Inland realisiert werden könnte. Fortschritte bei der Anpassung der Rahmenbedingungen für Investitionen in Deutschland sind jedoch eine Grundvoraussetzung dafür. Dazu zählen unter anderem Reformen des Arbeits-, Tarif und Steuerrechts sowie ein durchgreifender Bürokratieabbau."

Laßt uns also auf die verheißenen längerfristigen Auswirkungen hoffen und die drastischen Reformen in Deutschland energisch verschärfen! Wen soll das eigentlich überzeugen, nachdem die "echte" Arbeitslosigkeit in Deutschland jenseits der statistischen Manipulationen über die letzten Jahre dramatisch angestiegen ist?

Wer eine kritische Stimme aus der Kapitalecke zu den wirklichen Problemen lesen will, kann sie hier finden.


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global news 499 13-11-06: Deutsche Außenhandel im September: Überschuß vor allem mit Eurozone, Defizit vor allem mit China, China übernimmt Weltmeisterschaft in Exportüberschüssen

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In den ersten Monaten dieses Jahres hat sich der deutsche Exportüberschuß weiter zu 2/3 auf die Eurozonen-Länder konzentiert, die sich gegen die auf negativem Lohndruck aufbauende Strategie der deutschen Exportwirtschaft nicht mehr durch Abwertungen wehren können, sowie auf andere EU-Länder, die z.T. dem Euro folgen (Abb. 06037 und 04175). Dagegen war der Handel mit dem Rest der Welt ausgeglichen. Das größte Defizit ergab sich mit China (Abb. 08013). 80 % des deutschen Überschußes mit der Nicht-EU-Welt werden allein von dem Defizit mit China gleich wieder aufgefressen. Und mit den anderen Tigerstaaten in Asien und Japan kommt noch einmal ein Defitzit von 70 % dessen mit China zusammen.




In den jeweils drei letzten statistisch erfaßten Monaten erzielte China einen monatsdurchschnittlichen Handelsbilanzüberschuß von umgerechnet 17,7 Mrd Euro (August/Oktober) und entthronte damit den langjährigen „Weltmeister" Deutschland (13,4 Mrd Euro Juli/September). Es ist jetzt nur noch eine Frage weniger Monate, bis China auch die Welt-Führung in der Exportleistung übernehmen wird (Abb. 0802). Die chinesischen Exporte lagen in den letzten drei Monaten um 31 % über dem Vorjahreswert, während die deutschen „nur" um 12,6 % gestiegen sind.


Der Export ist die Haupttriebkraft der chinesischen Wirtschaftsentwicklung und technologischen Entwicklung. China zieht dabei in weit größerem Umfang ausländische Direktinvestitionen an als Deutschland. Mit 72 Mrd Dollar lag der chinesische Betrag im Jahr 2005 bereits um mehr als das Doppelte über dem Deutschlands und war fast so groß wie der der USA (99 Mrd Dollar), dem bisher größten Kapitalimportland der Welt. Mit dem chinesischen Kapitalimport ist in großem Umfang know-how und moderne Technologie in vielen Spitzenbereichen verbunden. Hinzu kommen die niedrigen Stundenlöhne, die nach Einschätzung von Morgan Stanley bei nur 3 % derer in den größeren alten Industrieländern liegen. "China Dayly" spricht von einem dramatischen Anstieg der Exporte von Maschinen, elektrotechnischen Produkten und High-tech. Nach Einschätzung des Handelsministeriums wird der chinesische Bilanzüberschuß von 110 Mrd US Dollar 2005 auf 150 Mrd US Dollar in diesem Jahr ansteigen.

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global news 498 12-11-06: Noch ein "Weckruf" der OECD zum Treibhauseffekt

Nach dem jetzt veröffentlichten OECD-Energieausblick sind die globalen CO2-Emissionen in den vier Jahren bis 2004 viel stärker als in den 90er Jahren gestiegen (Abb. 07098). Kohle hat kürzlich Öl als Hauptquelle für energiebezogene CO2-Emissionen überholt und wird diese Position bis 2030 weiter ausbauen (Abb. 07099).



Entwcklungsländer kommen für über drei Viertel des erwarteten Anstiegs der Emissionen zwischen 2004 und 2030 auf. Sie überholen die westlichen Industrieländer (OECD-Raum) als Hauptverschmutzer um 2012 (Abb. 07100). Ihr Anteil and den Welt-Emissionen wird vom 39 % auf 52 % ansteigen. Dabei steigen die Emissionen schneller als der Energieverbrauch, weil der zusätzliche Verbrauch mehr als in den anderen Regionen auf Kohle beruht. China allein ist für 39 % des globalen Anstiegs an Emissionen verantwortlich und wird die USA noch vor 2010 als Hauptumweltverschmutzer von CO2 überholen. Andere asiatische Länder, vor allem Indien werden auch stark beitragen.


Wegen der wachsenden Bedeutung von Kohle wird auch weltweit der Zuwachs an Emissionen stärker erwartet als der des allgemeinen Energieverbrauchs.


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global news 497 11-11-06: Warum werden beim Türkei-Beitritt immer nur die falschen Fragen diskutiert? (bitte auch Startseite besuchen)

Die EU diskutiert wieder einmal über den Türkei-Beitritt. Die Kommission hat ihren Fortschrittsbericht vorgelegt. Der Rat wird auf einem Gipfeltreffen im Dezember Schlußfolgerungen ziehen. Doch eigenartigerweise konzentriert sich die Diskussion auf Fragen, die für die meisten EU-Bürger absolut zweitrangig und meist gar nicht zu beurteilen sind, wie die Strafbarkeit von Äußerungen zum türkischen Völkermord an den Armenien in einer fernen Vergangenheit oder die Zulassung cypriotischer Schiffe in türkischen Häfen. Fein ausgeklammert werden dabei die eigentlichen Probleme, wie die Auswirkungen von unkontrollierter türkischer Migration auf den Arbeitsmärkten der EU oder die Kosten eines Türkeibeitritts für den EU-Haushalt, oder die Konsequenzen für andere hoffnungsvolle Länder, wie die Ukraine (die erst recht „europäisch-abendländisch" ist).

Offensichtlich haben die Politiker die negative Haltung der EU-Bürger, wie sie in allen Meinungsumfragen oder in Frankreich auch im Verfassungsreferendum zum Ausdruck gekommen ist, schon wieder verdrängt. Man muß die relevanten Daten aus dem neuen OECD-Wirtschaftsbericht zur Türkei herausklauben. Die jedenfalls zeigen ein Land mit hoher Arbeitslosigkeit, einer Arbeitskräfte stark abwerfenden Landwirtschaft (noch ein Drittel der Beschäftigung), einem bei hoher Geburtenrate (2.19 = 2/3 höher als deutsche) stark steigenden Arbeitskräftepotential und einer daher rückläufigen Beschäftigungsquote (Abb. 13107 und 13108).



Man kann sich leicht vorstellen, was das für ein Migrationspotential von niedrigqualifizierten Arbeitskräften aus der Türkei und zusätzlichen Verdrängungseffekten gegenüber der lokalen EU-Bevölkerung an Niedrigqualifizierten, die ohnehin schon unter hoher Arbeitslosigkeit leidet, bedeuten kann. Das längerfristige Migrationspotential in Richtung Europäische Union wird auf fast drei Millionen Menschen geschätzt, wobei sich die Mehrheit Richtung Deutschland bewegen wird, wo bereits jetzt die meisten Immigrantenkinder nicht vernünftig in die Schulen, die Berufsausbildung und den Arbeitsmarkt integriert werden können.

Die Türkei würde bei einem Beitritt erhebliche Unterstützungszahlungen aus der EU-Kasse benötigen, schon um die Migrationsgefahr einzudämmen. Nach in der Presse zitierten Schätzungen aus Kreisen der Europäischen Kommission kann es zu Nettozahlungen von 16 bis 28 Milliarden Euro pro Jahr (dem jährlichen Einkommen von fast einer Million deutscher Arbeitnehmern) kommen. Andererseits hat die Türkei natürlich sofort nach dem Beschluß zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen ab 1. Januar dieses Jahres die Unternehmenssteuern drastisch abgesenkt, um Auslandskapital, auch aus Deutschland, und damit Jobs anzuziehen.

Als Billigststandort ließe sich die Türkei sehr gut für noch mehr Drohungen mit Betriebsverlagerungen benutzen, als sie deutsche Arbeitgeber schon jetzt zur Einschüchterung ihrer Mitarbeiter und zum negativen Lohndruck verwenden (Abb. 06018). In Kaufkrafteinheiten ausgedrückt, liegt das Bruttoinlandsprodukt bei wenig mehr als einem Viertel und liegen die Arbeitskosten pro Beschäftigten bei knapp einem Viertel der deutschen, letztere auf Eurobasis (das zählt im Kosten- und Preiswettbewerb über die Grenzen) sogar nur etwa 14 %. Da die Produktivität der Gesamtwirtschaft aber bei etwa 30 % liegt, ergibt sich ein substantieller Wettbewerbsvorteil für die Türkei. Exportindustrien haben zudem in der Regel noch eine wesentlich über dem Landesdurchschnitt liegende Produktivität.


Im übrigen dürfte der frühere EU-Kommissar Bolkenstein in seinem heutigen Financial Times Kommentar den meisten EU-Bürgern aus dem Herzen sprechen, wenn er die Konsequenzen eines Türkei-Beitritts als den Hauptgrund für die Ablehnung nennt: "Wer immer die Türkei hereinläßt, kann nicht die Ukraine, die europäischer als die Türkei ist, zurückweisen. Eine, von Polen stark geforderte, ukrainische Mitgliedschaft würde gefolgt werden von einer Weißrußlands, Moldova und - warum nicht - Georgien, Armenien und Asserbaidjan. Zusammen mit den Nachfolgestaaten Yugoslaviens würde das mit der Zeit eine EU ergeben mit einigen vierzig Mitgliedsstaaten und Grenzen mit Rußland im Osten sowie Syrien, Irak und Iran im Süden. Ich war verantwortlich für die Zollunion: Ich beneide meine künftigen Nachfolger unter solchen Umständen nicht. .. Helmut Schmidt sagte, wir können eine türkische Mitgliedschaft nicht managen. Er hatte recht. Sie würde die EU tödlich verwässern. Aber vielleicht würde das der britischen Regierung gefallen, besonders unter einem Gordon Brown."

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global news 496 10-11-06: Deutsche Geburtenziffer rutscht weiter ab

Nun ist es also doch passiert. Die leichte Erholung der deutschen Geburtenziffer in 2004 war nur ein Blip, und nach der jetzt für 2005 vom Statistischen Bundesamt festgehaltenen Zahl hat sich der Abwärtskurs fortgesetzt (Abb. 04579). Das werden auch die nicht bestreiten können, die die demographischen Projektionen immer nur als Horrorszenarien und Trick der privaten Altersversicherer abqualifizieren. Dabei liegt die deutsche Geburtenrate unter vergleichbaren EU-Ländern ziemlich weit hinten (Abb. 04047).



Nach der mittleren Variante der jetzt vom Statistischen Bundesamt vorgestellten 11. Koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung ergeben sich vorraussichtlich folgende Veränderungen in der deutschen Bevölkerungsstruktur, wobei sich insbesondere der Altersquotient etwa verdoppeln wird (Abb. 04629):


» Die Geburtenrate bleibt auf dem niedrigen Wert von 1.4 Kindern pro Frau.

» Die Anzahl der unter 20-Jährigen bezogen auf 100 Personen im Erwerbsalter - der so genannte Jugendquotient - beträgt heute 33. Er wird sich in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr stark verändern und 2050 schließlich 29 erreichen.

» Der Altenquotient für das Renteneintrittsalter von 65 Jahren - die Anzahl der 65-Jährigen und Älteren je 100 Personen von 20 bis unter 65 Jahren - liegt aktuell bei 32. Er wird schon in den nächsten Jahren deutlich ansteigen und nach 2020 mit dem Eintritt der starken Jahrgänge in das Rentenalter nach oben schnellen. 2030 wird er bereits 50 oder 52 betragen. Anschließend wird er weiter zunehmen und im Jahr 2050 je nach Variante der Bevölkerungs­vorausberechnung 60 oder 64 erreichen. Damit wird er 2050 doppelt so hoch ausfallen wie heute, ohne daß - wie oft argumentiert - durch einen Rückgang des Jugendquotienten eine finanzielle Entlastung der Menschen im Erwerbsalter zu erwarten wäre (Abb. 04630). Auf 100 Menschen im Erwerbsalter kommen dann fast so viele Jugendliche oder Alte.


» Wird die Altersgrenze auf 67 Jahre verschoben, würde der Altenquotient 2050 je nach Variante 52 oder 56 erreichen. Wollte man den Altenquotienten von 32, wie er für das derzeit gültige Renteneintrittsalter von 65 Jahren besteht, konstant halten, müsste die Altersgrenze im Jahr 2050 bei 74 oder 75 Jahren liegen.

Unterstellt ist in dieser Vorrausberechnung eine annähernd konstante zusammengefasste Geburtenziffer von durchschnittlich 1,4 Kindern je Frau sowie Zunahme der Lebenserwartung bei Geburt um etwa sieben Jahre auf 83,5 Jahre für Jungen und auf 88,0 Jahre für Mädchen im Jahr 2050, sowie ein jährlicher positiver Wanderungssaldo von 100.000.


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global news 495 09-11-06: Warum wird die Minderheitenmeinung eines der fünf Wirtschaftsweisen unterschlagen? (bitte auch Startseite besuchen)

Die Medien stellen das heute veröffentlichte Gutachten der fünf Wirtschaftsweisen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung überwiegend einseitig dar, indem sie die einzige Minderheitenmeinung von Prof. Bofinger einfach unterschlagen. Das gilt natürlich erst recht für den Bundeswirtschaftsminister, der sich einseitig der Mehrheitsmeinung anschließt: „Ich stimme .. zu, dass wir auch den Kündigungsschutz überdenken müssen, wenn andere Maßnahmen wie ein möglicher Kombilohn oder Qualifizierung ihre volle Wirksamkeit entfalten sollen. Der Forderung des Rates, die Leistungen der Grundsicherung enger mit Arbeitsbereitschaft zu verknüpfen und der Ablehnung des Mindestlohnes stimme ich ausdrücklich zu. Die Anregungen des Rates für schärfere verfassungsrechtliche Verschuldensregeln werden von mir weitgehend geteilt". Mit solcher Einseitigkeit in der Wahrnehmung der Wirtschaftsweisen wird der fälschliche Eindruck einer geschlossenen wissenschaftlichen Unterstützung für einen verschärften neoliberalen Kurs erweckt.

Prof. Bofinger vertritt deutlich andere Ziele in der Beschäftigungs- und Finanzpolitik, insbesondere:

» Er hält an der Notwendigkeit höherer Löhne fest und akzeptiert nicht, daß der (von der Mehrheit vertretene) restriktive lohnpolitische Kurs in diesem Jahr „Früchte trägt". Die Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im 3. Quartal 2006 auf 0,7 vH gegenüber dem Vorjahresniveau bei einem gleichzeitigen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 2,2 vH bewegt sich nur im Rahmen der in der Vergangenheit beobachteten makroökonomischen Wirkungszusammenhänge und weist keinen besonderen Erfolg von Arbeitsmarktreformen oder Lohnzurückhaltung aus. Das höhere Wirtschaftswachstum dieses Jahr reflektiert vor allem die zeitlich befristeten Impulse von Sondermaßnahmen auf die Binnennachfrage (Abschaffung der Eigenheimzulage, temporäre Erhöhung der degressiven Abschreibung bei gleichzeitiger Ankündigung niedriger Körperschaftsteuersätze ab dem Jahr 2008, Vorzieheffekte beim privaten Verbrauch sowie beim privaten Wohnungsbau und den öffentlichen Bauinvestitionen aufgrund der angekündigten Anhebung der Umsatzsteuer).

» Er lehnt das auch vom Bundeswirtschaftsminister unterstützte Kombilohn-Modell ab, u.a. weil es zusätzliche Arbeitsgelegenheiten erfordert, die reguläre Arbeitsplätze verdrängen, und weil es darauf abzielt, die Löhne in diesem Segment des Arbeitsmarkts noch weiter abzusenken, obwohl diese schon heute in vielen Bereichen niedriger liegen als in vergleichbaren europäischen Ländern. Damit würden in Deutschland immer mehr Arbeitnehmer zu Löhnen beschäftigt, bei denen selbst eine Vollzeitbeschäftigung nicht mehr zur Existenzsicherung ausreicht. Diese würde dann zwar durch das Arbeitslosengeld II gewährleistet, damit wären aber viele Menschen nicht nur temporär, sondern dauerhaft auf diese Form der Unterstützung angewiesen.

» Er setzt sich für Mindestlöhne ein, die von der Mehrheit und der Bundesregierung abgelehnt werden. Dazu verweist er auf die positiven Erfahrungen mit Mindestlöhnen oder allgemeinverbindlichen Tariflöhnen in vielen Ländern, die deutlich geringere Arbeitslosigkeitsquoten unter Geringqualifizierten haben (Abb. 13106). Außerdem fordert er eine gezielte Abgabensenkung im Niedriglohnbereich.


» Schließlich wendet er sich gegen die von der Mehrheit geforderte engere Definition der Investitionen (d.h. Ausschluß von Ersatzinvestitionen), die nach Art. 115 Grundgesetz die Grenzen der zulässigen Nettokreditaufnahme des Bundes bestimmen. Der europäische Vergleich belegt, daß Deutschland bereits mit der jetzigen Mittelausstattung der öffentlichen Hand nicht in der Lage ist, in ausreichendem Maße in die Zukunft zu investieren. Erhebliche Defizite zeigen sich bei den öffentlichen Bildungsausgaben und den öffentlichen Investitionen.

An dieser Stelle erlaube ich mir eine persönliche Anmerkung: Wenn die Löhne weiter steigen sollen und nicht weiter fallen dürfen, so kann ich mir bei aller Phantasie nicht vorstellen, daß sich die unter dem Einfluß der großen Exportkonzerne und deren Interessen stehenden Arbeitgeber, die noch dazu selbst als "Besserverdiener" von der sich öffnenden sozialen Schere in Deutschland profitieren, freiwillig zu Lohnerhöhungen oder einem Verzicht auf weitere Absenkungen bereitfinden. Das hat bisher immer nur funktioniert, wenn die Gewerkschaften als Gegenkraft ausreichend stark waren, und eben das sind sie gegenwärtig nicht. Die Keule, mit der die Arbeitgeber auf dem Klavier der neoliberalen Globalisierung Lohnverzichte erzwingen, ist immer wieder einzig und allein die Drohung mit Verlagerung der Produktion. An dieser Stelle muß die Bundesregierung ihre Verantwortung national oder über Brüssel wahrnehmen, indem alle künstlichen Förderinstrumente für Verlagerung, die solche Drohungen erst realistisch erscheinen lassen, weggeräumt werden. Das geht von der Steuerpolitik, wo z.B. Verlagerungskosten in Deutschland steuersenkend geltend gemacht werden können, bis zur Erweiterung der EU um immer mehr Niedrigstkostenstandorte (Türkei, Ukraine usw.) bis zur Handelspolitik, wo gegen die mit der Verlagerung hochgefahrenen Billigstimporte das Instrument des Antidumpingzolls eingesetzt werden kann (gilt vor allem für China). Man muß auch nicht - ohne Gegenwehr - die Währungsmanipulationen der Chinesen dulden. Und man kann verlangen, daß Niedrigstkostenländer bestimme Sozialstandards, die von der Internationalen Arbeitsorganisation vorgegeben werden, einhalten. Man muß schließlich nicht Importe aus verlagerter Produktion zulassen, wenn in dem Verlagerungsland Steiks verboten sind oder die Umwelt global belastend ausgebeutet wird. Man kann auch die Spielwiese der Heuschrecken, die immer globaler das Kapital gegen den schwächeren Faktor Arbeit ausspielen, einengen, wie andere Länder vorgeführt haben. Man muß es nur politisch wollen!

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global news 494 08-11-06: Neue Daten vom europäischen Einzelhandel, deutscher gewerblicher Produktion und deutschen Investitionen

Nach den heute veröffentlichten Zahlen von Eurostat ist Deutschland im September 2006 beim Einzelhandelsumsatz gegenüber Vorjahr zusammen mit Belgien Schlußlicht geblieben (Abb. 12191).


Dementsprechend ist die deutsche Konsumgüterproduktion im September um 1,0 % zurückgegangen, wie auch in der gesamten gewerbliche Wirtschaft ein Rückgang zu verzeichnen war (Abb. 04306). Auch die Auftragseingänge in der Industrie sind vorläufigen Angaben zufolge im September gegenüber dem Vormonat preis- und saisonbereinigt um 2,5 % zurückgegangen. Diese Daten zeigen, daß sich die deutsche Binnenkonjunktur keineswegs im Boomzustand befindet.


Das kann eigentlich kaum überraschen, da die Arbeitnehmereinkommen stagnieren und zusätzliche Arbeitsplätze bisher weitgehend niedrig entlohnt oder unsicher sind und damit keine Basis für einen Kaufrausch abgeben können.

Nach ebenfalls heute veröffentlichten Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes gingen die Investitionen in der deutschen Industrie im Jahre 2005 um 4,9 % gegenüber 2004 zurück.Dabei hat besonders die deutsche Automobilbranche 19,7 % weniger als 2004 investiert.


global news 493 08-11-06: Bundesregierung fängt an, über Maßnahmen gegen Jobverlagerung nachzudenken

Nach SPIEGEL-Informationen plant die Bundesregierung nun angeblich im Rahmen ihrer neuen Unternehmenssteuerreform steuerliche Maßnahmen zur Erschwerung von Jobverlagerungen und des Know-How-Transfers ins Ausland. Das soll aus einem vertraulichen Entwurf für ein Verwaltungsschreiben des Bundesfinanzministeriums an die Finanzbehörden hervorgehen. Danach soll ein Unternehmen künftig bei Verlagerung der gesamten Produktion ins Ausland Steuern zahlen. Als weitere steuerrelevante Tatbestände sollen unter anderem die Ausleihe deutschen Personals in Niedrigsteuergebiete und die Übertragung von Patenten und Produktionsverfahren an Auslandstöchter gelten. Die Finanzämter sollen künftig zu dem regulären Gewinn eines Unternehmens noch einen fiktiven Gewinnanteil hinzurechnen, der dem Wert der Verlagerung entspricht, um so zu verhindern, dass die Kosten steuermindernd noch in Deutschland geltend gemacht, deren Erträge aus der Verlagerung dann aber im Ausland günstiger versteuert werden. Eine solche Entwicklung ist zu begrüßen, weil sie auf jeden Fall einen Teil des mit Verlagerungsdrohungen verbundenen Drucks auf das deutsche Lohnniveau wegnehmen kann. Diese Webseite hat immer wieder auf die falsche steuerliche Förderung von Jobverlagerungen hingewiesen.

Tatsächlich gibt es immer mehr Anzeichen für eine zunehmende Tendenz zur Verlagerung. So verlagert die Deutsche Bank derzeit Tausende von Jobs nach Indien. Bei ihren drei indischen Tochtergesellschaften stieg in diesem Jahr die Zahl der teilweise hochqualifizierten Mitarbeiter in Bombay und Bangalore von 350 auf 2.200. Nächstes Jahr sollen nach einem SPIEGEL-Bericht über 4.000 Menschen in den drei Firmen arbeiten, die Wertpapiergeschäfte verbuchen, den internationalen Handel abwickeln oder Aktienanalysen schreiben.

Nach einem Bericht im Handelsblatt erwartet Günther Schuh, Professor an der RWTH Aachen, dass selbst im mittelständischen Maschinenbau weiter Arbeitsplätze in billigere Länder verlagert werden. Hinter Autoindustrie und Elektrotechnik ist der Maschinenbau die drittgrößte deutsche Industriebranche; sie führt über 70 Prozent ihrer Produkte aus. Schuh rechnet mit einem Verlust von 25 Prozent der Stellen bis 2014. Nach Ansicht von Peter Paul Moll, Aufsichtsrat und früherer Chef von WET, eines Herstellers von Sitzheizungen aus Odelzhausen bei München, spart man bei großen Fabriken und Produkten mit geringer Automation 20.000 Euro pro Person, wenn man in China oder der Ukraine fertigt. WET hat Werke an europäischen Billigstandorten wie Malta und Ungarn geschlossen und die Fertigung nach China und in die Ukraine verlagert. Die Transportkosten sollen dabei keine Rolle spielen und die Produktivität dort genauso hoch sein wie in Deutschland, wenn sie gut gemanaged wird. Ebenso verlagert die Automobilindustrie, wie im Rundbrief vom 6. November 2006 berichtet, die Herstellung von Vorprodukten immer mehr ins Ausland.

Wie stark sich gerade China auf seine Rolle als industrielles "power house" der Weltwirtschaft vorbereitet, zeigen seine Eisenerzimporte, die schon jetzt 40 % der gesamten weltweiten Importmenge ausmachen. In wenigen Jahren soll China transkontinental mehr Eisenerz importieren als der ganze Rest der Welt zusammen (Abb. 08079).



global news 492 07-11-06: Der größere Teil des Rückgangs der Arbeitslosigkeit dürfte auf dem Wechsel in gering bezahlte Jobs und statistischen Effekten beruhen, Deutschland weiterhin am internationalen Ende

Die von Bundesregierung und Medien gefeierte angebliche Wende am Arbeitsmarkt auf der Basis der Oktober-Zahlen (Minister Müntefering: "Wichtiger Etappensieg - wir sind auf gutem Weg") dürfte zu einem sehr großen Teil auf dem Wechsel der Arbeitslosen in nicht vollwertige Jobs sowie aus statistischen Effekten von Nicht-Mehr-Zählung beruhen. So befindet sich der überwiegende Teil der neuen Arbeitsplätze in den unbefriedigenden Bereichen der 1-Euro- und 400-Euro-Jobs sowie bei meist niedrig bezahlter Teilzeitarbeit und zeitlich befristeten Arbeitsverhältnissen. Außerdem ist die Zahl derer unter Vorruhestandsregelung und der kranken Arbeitslosen, die alle nicht mehr als arbeitslos gezählt werden erheblich gestiegen (Abb. 04628). Nach der eigenen Darstellung der Bundesagentur werden 334.000 Arbeitslosengeldempfänger nicht als arbeitslos geführt, weil sie die vorruhestandsähnliche Regelung des § 428 SGB III in Anspruch nahmen, arbeitsunfähig erkrankt waren oder sich in einer Trainingsmaßnahme befanden.


Ohne Differenzierung der Teilzeitjobs würden ca. 86 % des amtlich gemeldeten Rückgangs der Arbeitslosigkeit im Oktober gegenüber dem Vorjahr auf solchen Effekten beruhen. Tatsächlich besteht aber ein erheblicher Anteil der Teilzeitarbeit entweder aus den schon erfaßten Minijobs oder aus angemessen bezahlter und so gewollter Arbeit. Selbst wenn man jedoch aus diesem Grund die zusätzlichen Teilzeitarbeitsjobs nur zur Hälfte einbezieht, ginge immer noch mehr als die Hälfte des Arbeitslosenabbaus im Oktober gegenüber Vorjahr auf das Konto solcher Sondereffekte.

Besonders die Teilzeitarbeit hat in den vergangenen Jahren ständig zugenommen und ist im Anteil auf etwa ein Drittel der abhängigen Gesamtbeschäftigung angewachsen (Abb. 04625). Der Jahresdurchschnitt an zusätzlichen Teilzeitarbeitsplätzen im Zeitraum 2001/05 lag bei 315 Tausend. Bereits 14 % aller Beschäftigungsverhältnisse sind Zeitverträge, die in der Regel ebenfalls schlechter bezahlt werden. Zusammen sind also schon fast die Hälfte (46.4 %) aller Jobs in überwiegend niedrig bezahlten und unsicheren Beschäftigungsverhältnissen.


Nach den heute von Eurostat veröffentlichten internationalen Daten für September ist Deutschland weiter - zusammen mit Frankreich - negatives Schlußlicht in der Arbeitslosigkeit (Abb. 04068).



global news 491 06-11-06: Sind deutsche Autos noch deutsch?

Das bei weitem wichtigste Exportprodukt Deutschlands wird zu einem immer höheren Anteil im Ausland gefertigt (Abb. 13104). Nach einer Studie des Experten Ferdinand Dudenhöffer reicht der ausländische Fertigungsanteil je nach Modell inzwischen bis 75 %; im Durchschnitt der von ihm abgeschätzten 22 Modelle ergibt sich - ungewichtet - ein Anteil von weit mehr als der Hälfte. Hauptursache für den immer geringer werdenden deutschen Anteil sind laut Studie die zunehmende Zahl von Motoren und Teilen, die auf Grund der geringeren Fertigungskosten vor allem in Osteuropa produziert, vorgefertigt und teilmontiert werden. Die Studie untermauert die Befürchtigung, daß der deutsche Export längst nicht so arbeitsplatzrelevant ist, wie generell angenommen wird, zumal die Statitik das fertige Produkt zählt, ohne auf den Ursprung seiner Teile abzustellen.


Insgesamt gesehen, sind die für den deutschen Export notwendigen Vorproduktimporte nach einer Studie des Statistischen Bundesamt bereits bis 2004 auf etwa 40 % gestiegen. Dieser Anteil dürfte sich in den Jahren danach weiter erhöht haben. Damit wird auch verständlich, warum trotz boomenden Exports die Massenarbeitslosigkeit in Deutschland nicht wesentlich abgenommen hat, zumal der negative Lohndruck vom Export dagegen arbeitet.


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