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Reihe 124 ab 23-06-17 ... ...

(3614) Testet jetzt Italien Merkels "Keine Obergrenze!"?

(3613) Deutschland vor der Entscheidung: Massiv in die Eurokasse zahlen oder Löhne und Sozialleistungen zu Hause erhöhen

(3612) 4,5 Milliarden Afrikaner in 2100

(3611) G20: Trumps Sieg über Merkel in der Handelspolitik

(3610) Welches Vertrauen kann man noch in die G20 und Leader Merkel haben?

(3609) Dank Merkel kamen 2016 rund 45 % aller weltweit Asylsuchenden nach Deutschland - Skandinavien war mit nur 2,3 % auf Gegenkurs

(3608) Drei Trends, die unsere Welt total verändern können und wahrscheinlich werden

(3607) Warum die deutsche Flüchtlingspolitik auch die Interessen der Herkunftsländer der Flüchtlinge verrät





Eine der größten Herausforderungen, vor der Deutschland immer noch steht, ist die Immigration, soweit sie schon stattgefunden hat und noch weiter stattfinden wird. Diesem Thema habe ich eine 112 Seiten lange Neuauflage meines Buches gewidmet, in der nun 45 farbige Abbildungen enthalten sind. Jetzt direkt beim Verlag, im Buchhandel (ISBN: 13: 978-3-7448-4072-9) oder Versandhandel (z.B. Amazon) zum Preis von 6,75 Euro oder als E-Book für 1,99 Euro bestellen. Achten Sie bitte auf "Erweiterte Auflage" auf dem Titelbild, da auch die erste Auflage noch am Markt ist.

"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." "If liberty means anything at all, it means the right to tell people what they do not want to hear" George Orwell

global news 3614 21-07-17: Testet jetzt Italien Merkels "Keine Obergrenze!"?

Beharrlich sendet Merkel ihr Signal "Keine Obergrenze!" in alle Welt. Es kommt überall in den afrikanischen Flüchtlingslagern und bei den in Afrika sonst Abreisebereiten an. Es kann nur bedeuten: "Mama" Merkel immer noch im Willkommensmodus. Also ab nach Germany! Einige von uns, sind schon da. Man wird dort gratis verpflegt und untergebracht und bekommt am Ende sogar ein eigenes Zuhause (ebenso wie Millionen Deutsche in Langzeitarbeitslosigkeit, nur daß man sich als Asylsuchender nicht auf Arbeitssuche machen muß).

So schwillt der Zustrom über das Mittelmeer immer weiter an, zumal einige deutsche (und andere) private Rettungsschiffe gleichzeitig nächtliche Leuchtsignale aussenden, um direkt an oder schon innerhalb der libyschen Hoheitsgrenze den Schlauchbooten der Schlepper den Weg zu ihnen und zugleich nach Europa zu weisen. Es kommen so immer mehr Menschen nach Italien, die in Europa schon mangels Bildung und kulturellem Hintergrund zum größten Teil nicht integriert werden können. In diesem Jahr sind es bereits 93.000 und etwa 200.000 für das ganze Jahr werden nicht mehr ausgeschlossen. Die weitaus meisten von ihnen sind Wirtschaftsflüchtlinge und werden früher oder später nach Deutschland weiterreisen wollen.

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"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." "If liberty means anything at all, it means the right to tell people what they do not want to hear" George Orwell

global news 3613 19-07-17: Deutschland vor der Entscheidung: Massiv in die Eurokasse zahlen oder Löhne und Sozialleistungen zu Hause erhöhen

1. Das Problem

Deutschland hat seine Nachbarn in Westeuropa und andere Handelspartner jahrzehntelang mit Lohnsenkungen oder Lohnbremsen und entsprechend steigenden Exportüberschüssen geschädigt und provoziert (Abb. 19359). Allein mit den Krisenländern der Eurozone und Frankreich waren es seit dem Jahr 2000 zusammen 1,1 Billionen Euro an deutschen Bilanzüberschüssen (Abb. 19378), was mehr als zwei Dritteln der jährlichen Ausgaben aller privater Haushalte in Deutschland oder mehr als dem Fünffachen der jährlichen deutschen Industrieinvestitionen entspricht, und dieser Trend hält von Jahr zu Jahr an. Entsprechend hat dort die Arbeitslosigkeit zugenommen, während sie in Deutschland zurückging.



Die für den Wettbewerb entscheidenden Lohnstückkosten sind zwischen den Jahren 2000 und 2016 in der deutschen Gesamtwirtschaft um 23 % weniger als in Italien, 13 % weniger als in Frankreich und 9 % weniger als in USA gestiegen (Abb. 19544); in der deutschen gewerblichen Wirtschaft war es ähnlich (Abb. 19745).



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global news 3612 14-07-17: 4,5 Milliarden Afrikaner in 2100


Die heute vom UN-Bevölkerungsprogramm veröffentlichte Prognose bis 2100 zeigt vor allem, wie stark der afrikanische Kontinent trotz aller Ernährungsprobleme, die ihn schon heute plagen, und trotz der erwarteten negativen Auswirkungen der Erderwärmung seine Bevölkerung weiter dramatisch aufbaut. Mit einer Steigerungsrate von 256 % sollen es dann in 2100 4,5 Mrd. Menschen sein, die allein in Afrika leben (Abb. 19740). Afrika würde dann so viele Menschen auf die Weltbevölkerung oben drauflegen, wie die Welt in 1965 an Gesamtbevölkerung zählte, also eine Welt von 1965 zusätzlich.


Mehr als die Hälfte des Welt-Bevölkerungszuwachses bis 2050 und 88 % dessen bis 2100 soll in Afrika stattfinden. Dabei ist schon unterstellt, daß dort die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau von 4,7 im Zeitraum 2010-2015 auf 3,1 im Zeitraum 2045-2050 und auf nur noch 2,1 im Zeitraum 2095-2100 zurückgeht. Nach 2050 wird Afrika die einzige Region der Welt sein, die noch einen namhaften Bevölkerungszuwachs verzeichnet. Afrikas Anteil an der Weltbevölkerung wird daher von heute 17 % auf 40 % im Jahr 2100 steigen (Abb. 19741). Dagegen wird der Rest der Weltbevölkerung ab 2030 abnehmen. Die Bevölkerung Europas wird über den gesamten Zeitraum 2017-2100 um 12 % abgenommen haben.


Eine solche Gewichtsverschiebung "dramatisch" zu nennen ist noch untertrieben. Zu den Problemen der Migration für Deutschland und Europa siehe mein neues Buch "Doppelter Verrat" jetzt in der überarbeiteten und aktualisierten Form mit 45 Abbildungen.

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"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." "If liberty means anything at all, it means the right to tell people what they do not want to hear" George Orwell

global news 3611 10-07-17: G20: Trumps Sieg über Merkel in der Handelspolitik

Die deutschen Medien feiern Merkel als Siegerin über Trump in den handelspolitischen Ergebnissen des Hamburger G20-Gipfels. So schreibt das Regierungsblatt SPIEGEL unter der Überschrift "Handelskrieg vertagt": "Im Abschlusskommuniqué schreiben die G20-Staaten, sie würden die Märkte in dem Bewusstsein offenhalten, wie wichtig auf Gegenseitigkeit beruhende und für alle Seiten vorteilhafte Handels- und Investitionsrahmen und der Grundsatz der Nichtdiskriminierung sind, und Protektionismus einschließlich aller unfairen Handelspraktiken weiterhin bekämpfen."

Daß das so nicht stimmt, erschließt sich erst, wenn man sich die Mühe macht, das "Kleingedruckte" des Gipfel-Kommuniqués zu lesen und mit dem Text des vorigen G20-Gipfels zu vergleichen. 2016 war das Kommuniqué noch voll schöner und vollmundiger Worte gegen den Protektionismus:

"Wir wiederholen unsere Opposition gegen Protektionismus in Handel und Investitionen in jedem seiner Formen. Wir verlängern unsere Verpflichtungen zu einem Stillstand und Rücknahme von protektionistischen Maßnahmen bis Ende 2018, bestätigen unsere Entschlossenheit, uns ihnen entsprechend zu verhalten und die Arbeit von WTO, UNCTAD und OECD bei der Beobachtung von Protektionismus zu unterstützen. Wir betonen, daß die Vorteile des Handels und offener Märkte einem breiteren Publikum effizienter vermittelt werden müssen, begleitet von heimatlichen Politiken zur breiteren Verteilung der Vorteile."

Wie anders lesen sich da die langatmig begründeten Ergebnisse des diesjährigen G20-Gipfels (Abweichungen von mir im Zitat kursiv und fett gesetzt):

"Internationaler Handel und internationale Investitionen sind wichtige Triebfedern für Wachstum, Produktivität, Innovation, Schaffung von Arbeitsplätzen und Entwicklung. Wir werden die Märkte in dem Bewusstsein offenhalten, wie wichtig auf Gegenseitigkeit beruhende und für alle Seiten vorteilhafte Handels- und Investitionsrahmen und der Grundsatz der Nichtdiskriminierung sind, werden Protektionismus einschließlich aller unfairen Handelspraktiken weiterhin bekämpfen und erkennen die Rolle rechtmäßiger Handelsschutzinstrumente in diesem Zusammenhang an. Wir werden darauf hinwirken, gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle zu gewährleisten, vor allem, indem wir ein in dieser Hinsicht gedeihliches Umfeld für Handel und Investitionen fördern. Wir rufen die OECD, die WTO, die Weltbankgruppe und den IWF auf, ihr Wirken für ein besseres Verständnis der Auswirkungen des Handels fortzuführen und den Staats- und Regierungschefs der G20 2018 Bericht zu erstatten.

Wir erkennen, dass die Vorteile des internationalen Handels und internationaler Investitionen nicht breit genug geteilt worden sind. Wir müssen unsere Bürgerinnen und Bürger besser in die Lage versetzen, die Chancen und Vorteile der wirtschaftlichen Globalisierung zu nutzen. Wir betonen die entscheidende Rolle des regelbasierten internationalen Handelssystems.

In Anerkennung der anhaltend negativen Auswirkungen von Überkapazitäten in Industriesektoren auf die Inlandsproduktion, den Handel und die Arbeitnehmer bekennen wir uns dazu, unsere Zusammenarbeit bei der Suche nach gemeinsamen Lösungen für die Bewältigung dieser globalen Herausforderung weiter zu verstärken. Wir rufen dringend dazu auf, jegliche marktverzerrende Subventionen und andere Arten der Unterstützung durch Regierungen und regierungsnahe Einrichtungen einzustellen. Jeder von uns verpflichtet sich, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die gemeinsamen Lösungen zu liefern, die wahrhaft gleiche Wettbewerbsbedingungen fördern. Wir rufen daher die Mitglieder des Globalen Forums zu Überkapazitäten in der Stahlindustrie, das durch die OECD unterstützt wird, im Einklang mit dem Mandat von Hangzhou dazu auf, ihre Verpflichtungen im Hinblick auf einen besseren Informationsaustausch und eine verstärkte Zusammenarbeit bis August 2017 zu erfüllen und zügig konkrete politische Lösungen zum Abbau von Überkapazitäten in der Stahlindustrie zu erarbeiten. Wir sehen einem substantiellen Bericht mit konkreten politischen Lösungen bis November 2017 als Grundlage für spürbares und zügiges politisches Handeln und einer Berichterstattung über weitere Fortschritte im Jahr 2018 erwartungsvoll entgegen.

Nachhaltige globale Lieferketten: Globale Lieferketten bergen ein wichtiges Potenzial für die Schaffung von Arbeitsplätzen und für ein ausgewogenes Wirtschaftswachstum. Dennoch bestehen im Hinblick auf eine gerechte und nachhaltige Globalisierung, die niemanden zurücklässt, Herausforderungen fort. Um nachhaltige und inklusive Lieferketten zu erreichen, verpflichten wir uns, die Umsetzung von Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards sowie die Durchsetzung der Menschenrechte im Einklang mit international anerkannten Vorgaben wie den VN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und der Dreigliedrigen Grundsatzerklärung der IAO über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik zu fördern.

Wir werden in unseren Ländern auf die Schaffung angemessener politischer Rahmenwerke wie nationale Aktionspläne für Wirtschaft und Menschenrechte hinarbeiten und betonen die Verantwortung von Unternehmen, ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen. Wir betonen, dass eine gerechte, angemessene Entlohnung und sozialer Dialog weitere wesentliche Bestandteile nachhaltiger, inklusiver globaler Lieferketten sind. Wir unterstützen den Zugang zu Abhilfe und, wo einschlägig, außergerichtliche Beschwerdemechanismen wie die Nationalen Kontaktstellen für die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen (NKS)."

Trumpf erklärte sich sehr zufrieden mit den Gipfelergebnissen und, wie man sieht, hat er allen Grund dazu. Die Ausführungen zu den Grenzen eines "freien Handels" lesen sich wie aus seinem Gesangbuch oder dem viel älteren der Globalisierungskritiker, zu denen sich auch das Infoportal seit nun 12 Jahren zählt. Beim Klimaschutz gewann er Erdogan als Verbündeten beim Ausstieg, und an Merkel vorbei flankte er noch sein Angebot zum Export fossiler Brennstoffe und zu deren angeblich sauberen und effizienteren Gebrauch ins G20-Tor.

Bei den Grenzen für einen "freien Handel" kann man praktisch zwischen den Zeilen lesen, wie hier neben China auch Merkels Deutschland auf der Anklagebank saß und Ziel dieser Aussagen ist und wie hier hinter den Kulissen hart geboxt wurde. Trump wird dabei von vielen Ländern, nicht zuletzt auch von Frankreich, unterstützt worden sein. Wie sich die Welt in einem einzigen Jahr geändert hat! Deutschland hat jedenfalls von Hamburg nur die Schäden aus den Krawallnächten gehabt.

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"In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act." "If liberty means anything at all, it means the right to tell people what they do not want to hear" George Orwell

global news 3610 07-07-17: Welches Vertrauen kann man noch in die G20 und Leader Merkel haben?

Wie sich die Zeiten ändern: Nun gibt es die G20 der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer schon seit 18 Jahren. Doch wer teilt noch die 1999 geschöpften Hoffnungen? In Hamburg kommen jetzt Staatsführer zusammen, von denen mindestens ein Drittel derzeit ohnehin wenig Vertrauen erwecken kann. Nennen wir mal in der Reihe der Wirtschaftskraft die von USA, China, Großbritannien, Brasilien, Rußland, Türkei und Saudi-Arbien.

Ursprünglich war es eine Gruppe von 22 Ländern gewesen, die 1997 auf Initiative von Bill Clinton in Reaktion auf die Asienkrise gegründet worden war. Im Sog dieser Krise rutschte auch Rußland in die Zahlungsunfähigkeit, was dann dort Putin an die Macht brachte. Die Finanzwelt brannte global von Asien her, und die Feuerwehr der Regierungen sollte und konnte noch global antreten. Bill Clintons USA fühlte sich noch global verantwortlich. In der globalen Pax Americana herrschte noch weitgehend Frieden, von ein paar eher lokalen Konflikten abgesehen.

An großen globalen Themen neben den Finanzen und der Weltwirtschaft mangelte es in dieser frühen Phase nicht. Vor allem hatte die Welt begonnen, sich um das Klima und seine Erwärmung zu sorgen. Das hatte 1997 zum Kyoto Protocol geführt, dem damals noch die USA bis zum Ausstieg unter Präsident George W. Bush angehörten.

In dieser ersten Phase konnte man das Geschäft noch den Finanzministern überlassen. Erst 2008 rutschten die G20 auf die Ebene der Staats- und Regierungschefs hoch, weil ab 2007 die Weltfinanzkrise ausgebrochen war, die auch heute noch immer nicht vollständig überwunden ist. Doch nun sind die meisten G20-Führer auf verschiedenen Seiten in verschiedenen Konflikten involviert, von Afghanistan über den Nahen Osten bis in die Ukraine oder müssen sich mit den wieder erwachten Machtambitionen Chinas beschäftigen. Trumps Donnern gegen das Pariser Umweltabkommen und gegen die liberale Handelsordnung, der Terrorismus, die Flüchtlingswanderungen als Folge von Kriegen und Hunger sowie Chinas neue Rolle in Weltpolitik und Weltwirtschaft (die neue Hightech-Führungsmacht, Abb. 19729) stellen den Gipfelfrieden vor Herausforderungen, denen die G20 nicht gerecht werden können.


Die EU ist durch das britische Brexit-Votum fußkrank geworden. Die transatlantische Partnerschaft zwischen den USA und Europa, die früher die G20 bestimmt hatte, ist unter Trump stark geschwächt. Zusammen stellen die EU, USA und Kanada ohnehin nur noch 18 % der Bevölkerungen der G20. Der zum Zeitpunkt des Mauerfalls erhoffte weltweite Demokratiegewinn ist längst wieder in immer mehr Ländern im Rückwärtsgang.

Und G20-Gastgeber Deutschland ist ein stark alterndes Land mit relativ wenig Kindern (die wenigsten pro Erwachsene unter allen G20, Abb. 19733), dessen Bevölkerung nach UN Prognose bis zum Beginn des nächsten Jahrhunderts auf 71 Mio. oder 0,6 % der Weltbevölkerung geschrumpft sein wird, das sich nun auch noch mit schwer integrierbaren Zuwanderern in Millionenstärke überladen hat und in dem sich Angst vor Altersarmut ausbreitet. In keinem anderen europäischen Land müssen sich nach Daten des Statistischen Amts der EU so viele Menschen pro Bevölkerung jedes Jahr wegen psychischer Störungen in stationäre Krankenhausbehandlung begeben (fast 2 % oder bezogen auf eine Stadt von der Größe Hamburgs 31.000 Menschen, Abb. 19732). Und in kaum einem anderen europäischen Land ist der Anteil armutsgefährdeter Arbeitnehmer so hoch (Abb. 17073).




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global news 3609 04-07-17: Dank Merkel kamen 2016 rund 45 % aller weltweit Asylsuchenden nach Deutschland - Skandinavien war mit nur 2,3 % auf Gegenkurs

Die OECD hat jetzt die Asylstatistik für 2016 veröffentlicht. Danach wurden in Deutschland 722.360 Anträge gestellt oder rund 45 % aller in den OECD-Ländern gestellter Anträge (Abb. 19716). Der Anteil unter den europäischen Ländern (ohne Rußland) lag sogar bei rund 60 %, wobei mehrere der anderen Länder, wie Italien oder Ungarn, Durchgangsstationen auf dem Wege nach Deutschland sein dürften und am Ende Deutschland Ziel für etwa drei Viertel sein dürfte. Auch bezogen auf die Bevölkerungsgröße waren es die meisten Anträge. Die deutschen Medien der Willkommenskultur, die sonst immer gern über Befunde der OECD berichten, haben diese absichtsvoll verschwiegen oder sehr unkritisch präsentiert (ZEIT und wortgleich Süddeutsche Zeitung: "Migration nach Deutschland normalisiert sich", Handelsblatt: "Deutschland als Vorbild bei der Einwanderung") oder, wie der SPIEGEL, total verschwiegen.



Dagegen haben die Ost-Europäer kaum Anträge entgegengenommen. Andere größere EU-Länder hatten wesentlich kleinere Anteile, z.B. Frankreich 4,8 % und Großbritannien 2,4 %. Auch die skandinavischen Länder lagen weit hinten: Schweden 1,4 %, Finnland 0,3 %, Dänemark 0,4 % und Norwegen 0,2 %.

Der hohe deutsche Anteil war die direkte Folge der einseitigen Grenzöffnung durch Bundeskanzlerin Merkel und der erklärten Willkommenspolitik von 2015. Die skandinavischen Länder, die sonst immer für ihre besondere Asylfreundlichkeit bekannt waren, haben dagegen ihre Flüchtlingspolitiken sehr restriktiv gemacht. So setzen sich in der Asylpolitik ausgerechnet die sonst sehr liberalen skandinavischen Länder deutlich von Deutschland ab und zeigen damit, wo Korrekturen möglich sind. Schweden, das Ursprungsland der Pro-Asyl-Politik, drosselt den Zustrom an Immigranten. 2016 wurden nur noch knapp 30.000 Flüchtlinge und damit 80 % weniger als im Vorjahr aufgenommen. Aufenthaltserlaubnisse werden auf drei Jahre befristet, bei subsidiär Schutzberechtigten sogar nur für 13 Monate, wobei diese - außer in besonderen Härtefällen - kein Recht auf Familiennachzug mehr haben. Für Asylsuchende ohne Papiere ist das Land praktisch dicht.

Jedenfalls haben die skandinavischen Länder, wie auch die meisten anderen, vorgeführt, daß man den Zustrom von Flüchtlingen drosseln kann, ohne gegen die internationalen Asylvorschriften zu verstoßen oder die Gebote der Humanität zu verletzen.

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global news 3608 29-06-17: Drei Trends, die unsere Welt total verändern können und wahrscheinlich werden

Man muß nicht Zukunftsforscher sein, um sich die Veränderungen vorzustellen, die in den kommenden Jahrzehnten auf uns zukommen. Ich möchte hier aus meiner Sicht drei der wichtigsten herausgreifen, die sich überdeutlich am Horizont zeigen.

1. Von den Herren der Automaten

Die Automaten werden sich in der industriellen Fertigung und vor allem bei den Dienstleistungen immer mehr durchsetzen. Dazu braucht es keine neuen Erfindungen, denn die sind schon gemacht. Bereits vor der Revolution der Automaten ist die Produktivität in den vergangenen Jahrzehnten ständig gestiegen (Abb. 19708). Doch für die Zukunft wird der Anstieg steiler werden. Die Auswirkungen auf die Gesellschaftsstrukturen überall in der Welt werden dramatisch sein. Eine kleine Schicht an überreichen Unternehmern wird auch die wichtigsten Technologien der Automaten besitzen und entsprechenden Einfluß haben. Unter ihnen werden mit ziemlicher Sicherheit die acht reichsten Milliardäre sein, die nach Oxfam schon jetzt so viel besitzen wie die Hälfte der Weltbevölkerung, oder die obersten 1 %, deren Vermögen dem gesamten von 99 % der Weltbevölkerung entsprechen soll (Abb. 18568). Auch die zehn größten finanziellen Konglomerate, die schon heute 75 % des Finanzvermögens der USA kontrollieren, werden wohl dazugehören.



Der größte Teil der Arbeitnehmer wird dagegen in der Konkurrenz mit den Automaten erhebliche Einkommenseinbußen verkraften müssen. Das Ergebnis wird ein Verlust an Massenkaufkraft sein, der den Absatz bremst und auch von dieser Seite her weniger Produktion und Dienstleistungen und daher mehr Arbeitslosigkeit zur Folge hat.

Unsere liberale, an einer Begrenzung der Ungleichheit orientierte Gesellschaftsordnung läuft Gefahr, in die Brüche zu gehen. Dazu wird eine zunehmende Konzentration der Medienmacht noch beitragen. Deutschland wird von diesem Trend nicht unberührt bleiben. Hier besitzen schon heute die oberen 10 % aller Haushalte etwa 60 % des gesamten Nettovermögens des Landes und die untere Hälfte weniger als 3 % (Abb. 19709). In Zeiten niedrigen Wachstums, mit denen für die kommenden Jahrzehnte zu rechnen ist, konzentrieren sich die Vermögen vor allem über Erbschaften, so lange die Erbschaftssteuern niedrig sind oder- wie in Deutschland - bei Unternehmensvererbung keine oder kaum Erbschaftssteuern anfallen.


Aber auch die sehr ungleichen Einkommen tragen dazu bei. So hatten nach neuen Feststellungen des Statistischen Bundesamts 2013 etwa 43.000 Steuerpflichtige ein durchschnittliches Jahres-Einkommen von 675.000 Euro und weitere 17.000 sogar von 2.711.000 Euro (Abb. 19714). Bei 14 Mio. Steuerpflichtigen waren es dagegen durchschnittlich knapp 10.000 Euro.


2. Der Trend in die Armut

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global news 3607 26-06-17: Warum die deutsche Flüchtlingspolitik auch die Interessen der Herkunftsländer der Flüchtlinge verrät



Das Asylrecht wurde ursprünglich für Menschen eingeführt, die direkt und persönlich verfolgt wurden. Diese Menschen sind heute eine verschwindend kleine Minderheit aller Flüchtlinge. Die meisten flüchten aus Bürgerkriegen und wirtschaftlicher persönlicher Not. Ein großer Teil kommt aus den entsetzlichen Flüchtlingslagern an den Grenzen zu den Bürgerkriegsländern. Asyl im Sinne des entsprechenden Artikels unseres Grundgesetzes bekamen daher im Jahr 2016 nur 0,3 % aller Asyl-Antragssteller.

Nur wenn die Lebensqualität in den meist grenznahen Flüchtlingslagern in Asien und Afrika mit entsprechenden Hilfen der reichen Industrieländer deutlich erhöht wird, lassen sich weitere massenhafte Abwanderungen verhindern. Nur dann werden nicht mehr so viele Menschen ihr Leben bei der gefährlichen Mittelmeerpassage verlieren. Alexander Bets und Paul Collier haben in ihrem neuen Buch "Gestrandet: Warum unsere Flüchtlingspolitik allen schadet - und was jetzt zu tun ist" intensiv an diesem Problem gearbeitet.

Zunächst die Fakten: Von den Flüchtlingen erreichen etwa 10 % die entwickelte Welt, während 90 % in den ärmeren Ländern der Welt Zuflucht finden. Die meisten dieser Länder grenzen direkt an die konflikt- und krisenbetroffenen Regionen an. Dort leben heute 86 % aller Flüchtlinge. Die 6 Hauptaufnahmeländer (Türkei, Pakistan, Libanon, Iran, Uganda und Äthiopien) beherbergen zusammen über 8 Mio. Flüchtlinge aus anderen Ländern (Abb. 19706). Dabei liegt ihre durchschnittliche mit der Bevölkerungszahl gewogene Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung nur bei 3.200 US$, verglichen mit 42.000 für Deutschland. Im kleinen Libanon kommen auf je 100 Einheimische nicht weniger als 22 Flüchtlinge. Im Ergebnis tragen also die Länder mit der geringsten Kapazität zur Hilfe die größte wirtschafrtliche Belastung.


Die Situation in den riesigen Flüchtlingslagern, die nie für Jahrzehnte geplant waren, ist ziemlich schrecklich. Bets und Collier, die diese Lager besucht haben, beschreiben die Lage im Detail. Flüchtlinge dürfen in der Regel weder im Lager noch ausserhalb im Gastland Arbeit aufnehmen, haben also keinerlei berufliche Perspektive. Nach Schätzungen gibt die Welt für die in die entwickelten Länder geflüchteten 10 % der Flüchtlinge etwa 75 Mrd. Dollar pro Jahr aus, für die 90 % in den Entwicklungsländern zurückbleibenden dagegen nur etwa 5 Mrd. Dollar oder ein Verhältnis pro Kopf der Flüchtlinge von 135 Dollar zu 1 Dollar (!). Kein Wunder da, daß viele der Lagerinsassen die gefährliche Reise nach Europa und besonders Deutschland wagen.

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