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Deutschland

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Schwerpunktthema auf jjahnke.net - zuletzt aktualisiert: 10/06/2007 09:37 -

Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006)
und "Deutschland global" (2005)

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Der neue Rentenbericht der OECD „Pensions at a glance" bringt für Deutschland einige unerfreuliche Wahrheiten im internationalen Vergleich. Mit nur 39,9 % des letzten Arbeitseinkommens liegen die deutschen Renten für durchschnittliche Einkommen so ziemlich am Ende des Vergleichsfeldes. Unter vergleichbaren Ländern sind nur die Werte in Japan, Irland und Großbritannien noch niedriger (Abb. 12477). Bei denen, deren Arbeitseinkommen beim doppelten Durchschnittswert liegen, ist die Rentenhöhe mit 30 % noch immer im unteren Bereich, allerdings vor 6 weiteren Ländern (Abb. 12479).



Die meisten anderen Ländern haben für niedrigere Einkommensbezieher (halbes Durchschnittseinkommen) - und die betreffen vor allem Frauen - günstigere Rentensätze. Dagegen liegt bei Deutschland auch hier die Rentenhöhe bei 39,9 % des letzten Arbeitseinkommens. Dies bringt Deutschland auf den allerletzten Platz des Vergleichsfeldes (Abb. 12480) und weit hinter den 119,6 % in Dänemark oder den 80,1 % im ebenfalls benachbarten Österreich. Die OECD warnt daher, Deutschland müsse darauf achten, einen Anstieg der Altersarmut zu vermeiden.


Anbei eine Tabelle von der OECD, die dokumentiert, wie schlecht Deutschland im Vergleich der 30 OECD-Länder aussieht (Abb. 12481).


Besonders ungünstig schneidet Deutschland auch hier wieder im Vergleich mit Skandinavien ab (Abb. 12482). Der Unterschied fällt noch größer aus, wenn man die höheren skandinavischen Durchschnittseinkommen berücksichtigt (Abb. 12483).



Wie schaffen z.B. die Dänen eine im Vergleich zu Deutschland so phantastische Rente, vor allem für ärmere Menschen? Die aus Steuermitteln finanzierte Folkepension besteht aus einer Grundrente für alle und seit 2004 einer einkommensabhängigen Zusatzrente für die am schlechtesten gestellten Rentner. Außerdem gibt es drei weitere Systeme: die auf Beiträgen beruhende ATP (Arbeitsmarkt Zusatz-Rente seit 1964) und die ebenfalls auf Beiträgen beruhende SP (Besonderes Rentenspar-Schema seit 1999) sowie berufliche Zwangsversicherungssysteme, die ungefähr 90 % aller Arbeitnehmer abdecken.

Die Grundrente enspricht rund 18 % der durchschnittlichen Einkommen. Bei Einkommen über zwei Dritteln des Durchschnittseinkommen verkürzt sich die Rente um 30 % oberhalb dieser Grenze. Die Rente wird jährlich an die Entwicklung der Einkommen angepaßt. Da sich - anders als in Deutschland - die Arbeitseinkommen regelmäßig nach oben entwickelt haben, und zwar zwischen 2000 und 2006 real etwa zehnmal stärker als in Deutschland, haben sich auch die Renten weit besser entwickeln können als in Deutschland. Natürlich ist bei einem solchen teilweise aus Steuergeldern finanzierten System auch die Steuerbelastung höher als in Deutschland (Abb. 12461).


Beim Nettovergleich der OECD fallen die Rentenanteile wegen der niedrigeren Besteuerung höher aus. Aber auch hier rangiert Deutschland sehr weit hinten (Abb. 12489 und 12490).





Die OECD zeigt auch, wie sich bei den Ländern, die Reformen betrieben haben, die Rentenwerte abgesenkt haben. Deutschland hat einen der größten Abstiege von 48,7 % auf nur noch 39,9 % (Abb. 12478). Praktisch wurden die Renten in Deutschland zusätzlich erheblich gekürzt, weil Deutschland zu den nur 3 Ländern gehört, die mit der Reform das Renteneintrittsalter angehoben haben. Bis auf 6 Länder halten alles OECD-Länder an 65 Jahren fest, bei Frankreich sind es sogar 60 Jahre.


Beim Rentenbericht der OECD ist noch die Basis von 2004 zu berücksichtigen: Seitdem hat sich der Abstand in den Bezugsgrößen (letztes Brutto- oder Nettogehalt) wegen der deutschen Lohnzurückhaltung und der real negativen Entwicklung der deutschen Renten weiter vergrößert.

Deutschland hat eine der niedrigsten Geburtenraten unter den alten Industrieländern (Abb. 04047) und wird dementsprechend immer mehr Rentner aufweisen. Wenn dann deren Renten so in den Keller gefahren werden, und sogar ohne soziale Komponente anders als in den meisten Vergleichsländern, darf man sich nicht wundern, wenn der Binnenverbrauch wegtrocknet und dies die ganze Wirtschaft nach unten zieht. Auch Noch-Nicht-Rentner haben dann Angst vor Altersarmut. Das Rentenschicksal paßt dabei in das Bild einer Gesellschaft, bei der die Arbeitseinkommen stagnieren, während die Unternehmens- und Vermögenseinkommen nach oben wegliften (Abb. 04802)




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Hinweis auf mein neues Buch: Falsch globalisiert, 232 Seiten, 250 Abbildungen, € 14,80 - ist im Mai im vsa-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 3-89965-193-6). Das Buch greift 30 der wichtigsten Schwerpunkte in aktualisierter Form auf. Neue Rezension in FR. 16 wichtigste Schaubilder hier stets aktualisiert (auch Korrekturen).

Hier zu meiner kurzen Einführung bei der Vorstellung des Buches am 15. Mai im Beisein von Jürgen Peters, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Otto Brenner Stiftung und Vorsitzender der IG Metall, und Professor Dr. Peter Bofinger, Universität Würzburg, und hier zu einer aktuellen Einschätzung sowie zu meinem halbstündigen WDR-Interview zum Abhören.