. bitte
weiter-
empfehlen

Begriff-Suche





Hier einige Schwerpunkte:

Demo

Demo

verlierer

armut

china

skandinavien

steuer

Angst

hedge

bildung

system

umwelt

 

Webseite
per EMail
weiterempfehlen

 

Mail-Zugang Fragen +Anregungen

 

Rundbrief bestellen


 

Schaubildboxen

Deutschland

Welt/Umwelt

 

Bookmark

 


Schwerpunktthema auf jjahnke.net - zuletzt aktualisiert: 02/04/2007 09:37 -

Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006)
und "Deutschland global" (2005)

zur Druckansicht

Wir alle wissen, wer von der neoliberalen Globalisierung besonders profitiert: die Unternehmen und ihre Kapitaleigner, die in den alten Industrieländern mit der Drohung der Verlagerung die Löhne drücken können (besonders in Deutschland, siehe Abb. 04770), die großen Handelshäuser, die den größten Teil des China-Vorteils einstreichen, oder die Spekulanten, die über Hedgefonds und Private Equity Unternehmen die Sahne abschöpfen. Auch darf man die Unternehmensvorstände nicht vergessen, die sich Traumbeträge in die eigenen Taschen schaufeln können. Aber was ist mit denen, die im Dunkeln sind und die man nach Brecht nicht sieht?


1. Arme Entwicklungsländer

Fangen wir mit den Entwicklungsländern an. Nun sagt man uns, daß die Globalisierung seit dem Beginn der 80er Jahre viele Millionen Menschen aus der Armut geholt hat und bis 2030 noch mehr als 400 Mio herausholen wird (definiert als weniger als 1 $/Tag) - so jedenfalls die Weltbank in Global Economic Prospects 2007. Schaut man jedoch genauer hin, so war der gesamte Rückgang seit 1980 bis heute praktisch voll auf China konzentriert und hat die anderen Entwicklungsländer kaum erreicht. Auch die rosigen Projektionen der Weltbank zum Wachstum der Entwicklungsländer (Abb. 13277) und zu ihren Exporten, die von 32 % Anteil bis 2030 noch bis auf 45 % steigen sollen (Abb. 13278), entfallen fast ausschließlich auf China.



Schaut man sich die geographische Entwicklung des Armutsabgangs genauer an, so tut sich kaum etwas in Afrika, dem ärmsten Kontinent mit dem bei weitem größten Bevölkerungswachstum, und sehr wenig bei Lateinamerika (Abb. 13279). Dabei verdrängt der Elephant China die Produkte der ärmeren Entwicklungsländer auf den Märkten der Industrieländer und zieht auch immer mehr Rohstoffe an sich, so daß deren Kosten für besonders auf die ärmeren Entwicklungsländer drücken.


2. Arbeitnehmer in den alten Industrieländern

Die Weltindustrieproduktion konzentriert sich immer stärker auf die Niedrigstlohnländer in Süd- und Südostasien (Abb. 07101). Chinas Industrieproduktion steigt dabei besonders dramatisch mit mehr als 18 % im 1. Quartal 2007 gegenüber Vorjahr (Abb. 08088), die der alten Industrieländer sinkt im Anteil am Bruttoinlandsprodukt.



Das globale Arbeitsangebot, so wie es auf die Weltmärkte drängt (exportgewichtet), hat sich gegenüber 1980 vervierfacht (Abb. 08093), bei Ostasien wegen China sogar verzehnfacht (Abb. 08094). In erster Linie wurde höher qualifizierte Produktion aus den entwickelten Industrieländern verlagert (Abb. 08099), was der IWF mit der Notwendigkeit qualifizierter Vorprodukte für die qualifizierte Produktion in den entwickelten Industrieländern erklärt.




Damit hat auch der Druck auf die Arbeitseinkommen in den alten Industrieländern stark zugenommen. Das Wachstum der Arbeitseinkommen in den alten Industrieländer im Zeitraum 2000-2006 hat sich gegenüber 1995-2000 im Durchschnitt um 54 % verkürzt (Abb. 12261). Dabei war der Rückgang in Deutschland besonders stark und hat reale Negativwerte erreicht (siehe oben Abb. 04770).


Außerdem sind Dank neoliberaler Globalisierung die Finanzflüsse über die Grenzen auf mehr als 14 % des Weltsozialprodukts angestiegen (Abb. 03480). Das bedeutet, daß die hohen Gewinne der Unternehmen und Vermögenszuwächse der Wohlhabenden in den alten Industrieländern (Abb. 03479) weitgehend spekulativ auf den günstigsten Märkten mit den niedrigsten Löhnen angelegt werden, vieles davon wieder in Süd- und Südostasien oder Osteuropa. Die Arbeitnehmer in den alten Industrieländern haben nicht einmal den Vorteil entsprechend hoher Investitionen mit einem schnellen Rückgang der Massenarbeitslosigkeit. Die Lücke zwischen der Sparquote und den Investitionen zeigt sich auch in Deutschland sehr deutlich (Abb. 04583).




Hinzu kommt noch die Rolle der Dank neoliberaler Globalisierung der Finanzmärkte florierenden Hedgefonds und Private Equity Unternehmen, die mit ihren kurzfristigen Verwertungsstrategien ebenfalls starken Druck auf die Arbeitnehmer ausüben (siehe Rundbrief 688).

3. Umwelt

Mit der Verlagerung von immer mehr Industrieproduktion in Länder, wie China, die pro Bruttoinlandsprodukt besonders viel Treibhausgase und andere Umweltbelastungen produzieren (Abb. 07062), leidet auch zunehmend die Umwelt. Angesichts des hohen Zuwachses der Industrieproduktion und der steil steigenden Motorisierung expandiert Chinas Energieverbraucht von Jahr zu Jahr mit hohen Raten (Abb. 08090). Man erwartet, daß China noch in diesem Jahr die USA als Hauptemittent von Treibhausgasen ablösen kann. Die Folgen dieser Entwicklung belasten über den zunehmenden Treibhauseffekt die gesamte Menschheit, vor allem in den klimatisch ohnehin ungünstig gelegenen armen Entwicklungsländern.




»»» Für andere der 115 Schwerpunktthemen auf jjahnke.net bitte hier anklicken (dort auch Bestellfenster für regelmäßigen kostenlosen Rundbrief). «««