Fortsetzung:

CO2

Sein Anteil in der Atmosphäre ist - unstrittig - von 280ppm auf >380ppm angestiegen; dem höchsten Wert seit 650.000 Jahren! Nicht etwa seit 18.000 Jahren, da herrschte die letzte Eiszeit, oder nur seit dem Mittelalter; nein, 650.000 Jahre! Man sollte eigentlich diese Zahl ausschreiben. Dann dividieren durch 30, minus 6,667. Ergo haben 21.660 Generationen der Spezies Mensch nicht das verursacht, was die letzten knapp sieben Generationen inklusive unserer eigenen so angestellt haben!

Auch unstrittig ist, daß dieser CO2 Anstieg auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurückzuführen ist; es bieten sich keine anderen Ursachen wie zum Beispiel Vulkaneruptionen, Sonnenaktivitäten oder ähnliches an, die erklären könnten, was angesichts eines stetig wachsenden Energiehungers aus der Multiplikation „mehr Mensch" mal „neoliberales Wachstum" hoch „Globalisierung" im Grunde keiner wissenschaftlichen Betrachtung bedarf. Klimaforscher und -experten - und das sind nun mal die Fakultäten, auf die wir uns stützen müssen - sagen, ab 400ppm, oder 420ppm oder bestenfalls 450ppm wird es richtig ungemütlich.

Was läge näher als das CO2 wieder einzufangen und natürlich gleichzeitig neue Emissionen zu stoppen. Das bedarf doch keiner Diskussion um ob oder wieviel oder wer zuerst; nur wie und wann sind gefragt. High tech ist sicher schwierig, aufwendig und noch nicht ausgereift; aber low tech geht sofort: wenn doch Öl und Gas mal Bäume waren, dann muß dringend aufgeforstet werden, jegliche Vernichtung sofort gestoppt werden; nicht, um auf die Entstehung von Erdöl zu warten, nein, schlicht um CO2 zu binden und die abnormen Flächen zu reduzieren, die aus Sonnenstrahlen Hitze generieren. Im übrigen schießt sich die These „Holz ist CO2 neutral" selbst ins Knie sobald es gilt, Aufforstung, Pflege, Ernte, Transport und Verarbeitung ohne Einsatz fossiler Energie zu bewerkstelligen. Auch das Abholzen weiterer Regenwaldbestände, um riesige Mengen Energiepflanzen anbauen zu können, zeigt leider wie schizophren die Hirnwindungen demokratisch befreiter Marktwirtschaften in Ihrem Verhältnis zu ihrem Wirt funktionieren.

Wachstum

„Alles wird gut, Hauptsache wir generieren Wachstum". Selbiges wird gemessen am Bruttosozialprodukt, nicht etwa am Nettosozialfortschritt und mit einem Sozialstaat per se hat das schon gar nichts zu tun. Die als conditio sine qua non in jede wirtschafts- und auch gesellschaftspolitische Diskussion eingeworfene These des notwendigen Wachstums ist nicht erst neoliberal aber schon immer dumm: schönes Beispiel ist der eine im Jahre des Herrn Null angelegte Pfennig aus dem nach 2002 Jahren und 3% Zins 5.013301914206117e+23 Deutsche Mark werden. Jeder sei willkommen, das nachzurechnen: hoch lebe das Wachstum. Ja, klingt so ähnlich wie die Geschichte mit dem Schachbrett und einem Korn Reis auf A1; aber da betrug der Zinssatz wuchernde 100% was folgerichtig die Körner nach allerdings nur 64 „Jahren" in die Trillionen wachsen ließ.

Auch vergleichsweise kleines Wachstum steht zumal vereint mit neoliberalem Gedankengut in negativem Verhältnis zu allen noch so großgeistigen Treibhausgaseinsparungsversuchen. Da sollen bis 2020 20% der CO2 Emission Europas eingespart werden - auf der Basis von 1990. Die deutsche Regierung tröstet sich und uns und trickst dabei alle dummdreist aus mit dem heimlichen Hinweis auf den Niedergang CO2 intensiver Produktionen in Ostdeutschland in den Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts! Und während alledem suchen in Asien die zwei größten Populationen des Globus ihren Weg aus wenn nicht gar mittelalterlichen dann doch bäuerlichen Verhältnissen. Dies auf Basis nachhaltiger, meist zweistelliger Wachstumsraten, unter größter Menschenverachtung, einer mittlerweile höchstentwickelten Form von Wegwerf- und Konsumgesellschaft und natürlich mit jedem Recht, das einem Nachzügler in Sachen „Wohlstand" zugestanden werden muß. In Ihren „global news 626", Herr Dr. Jahnke, zeigen Sie das mehr als deutlich auf. Da können die ewig gleiche Mahnungen Asienignoranter Experten wie „China wird seine Reformprobleme schon noch bekommen" oder ähnlicher Blödsinn gar nicht trösten; zumal so man sich klar macht, welche pekuniäre Macht sich hier zur industriepolitischen Dominanz gesellt. Des einen Dominanz, des anderen Abhängigkeit!

Apropos Abhängigkeit: nicht einmal Image- und PR-technisch frühkapitalistische Fehlleistungen Putins in Sachen energiebesitzender Machtstrebens haben irgend jemanden aufzuwecken vermocht! „Der Winter war ja nicht kalt, Gott sei Dank! Eigentlich banal, aber offensichtlich in den neoliberalen Lagern noch nicht angekommen:# 1. Globalisierung hat viel mit der globalen Betrachtungsweise der Zusammenhänge zu tun, auch und ganz besonders was ein grenzenloses Wachstum auf dem Rücken eines nicht redundanten Systems betrifft.# 2. Wachstum und Fortschritt sind zwei vollkommen getrennt zu betrachtende Parameter, die sich nicht bedingen.

Methan

Auch schwierig: viele verschiedene Stimmen, mal sind es „die Rindviecher, die eingepackt werden müssen", mal „verursachen Pflanzen zu viel davon". Klar ist aber, es beeinflußt das Klima dramatisch, ist nie in solcher Konzentration vorgekommen, kann aber mindestens zu einer Energiequelle werden, so genutzt und damit schadensminimierend vernichtet. Allerdings muß es sinnvoll gesammelt werden aus in reichlichem Maße vorhandenen Wegwerf-Abfällen oder produziert in dann aber vollständig ablaufenden Fermentations- und Vergasungsprozessen.

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Natur

Ein Gespräch darüber scheint nur noch in Form wehmütigen Abgesanges auf den kleinen Eisbären oder auf leider nicht mehr so einfach erreichbare schneesichere Urlaubsorte stattzufinden. Gerade so als sei Natur eine Art CenterPark; geschützt, bedroht, irgendwo, nur nicht da, wo der Mensch tanzt. Aber, die Rechnung ohne den Wirt gemacht zu haben, führt, wie ein jeder jetzt sehen und erfahren wird, dazu, daß wir zu Gunsten ge-fake-ten Wachstums und gedopten Fortschritts sehenden Auges unser Ende vorbereiten. Der Wirt will nicht mehr so wie uns gut tut, sein Klima ist aus dem Gleichgewicht und alles was dem Parasiten, uns, dazu einfällt ist, möglichst wirtschaftsschonend Gewissensberuhigung zu betreiben. Ökonomien sollen in ihrem Sein und Tun möglichst geschont werden, der status quo ist zu bewahren, gerade jetzt wo sich global schalten und walten läßt als sei die nächste unverbrauchte Ressource bzw. Welt nur um die Ecke, links hinterm Mond, oder so. Selbst sich bietende Chancen werden nur skeptisch beleuchtet und argwöhnisch auf Ihren Einfluß untersucht, inwieweit irgendwelche etablierte Lobbys schaden nehmen könnten. Im Zweifelsfalle und regelmäßig werden sie verworfen nachdem sie endlos hinterfragt und als dubiose Thesen vermeintlicher Gegner deklariert wurden.

Was bleibt?

Reduziert auf eine Frage: Gelingt es dem Parasiten kurzfristig seine zweifelsohne vorhandene aber in weiten Teilen irre geleitete und falsch eingesetzte Intelligenz derart umzuleiten, zu bündeln und zu konzentrieren, daß eine Form einer globalen Verfassung entstehen kann, die den Planenten Erde als höchstes Gut, Natur per se und in ihrer Gesamtheit als einzigen Lebensraum und beides inklusive jeglicher Ressourcen bezogen auf Raum und Volumen als endlich betrachtet? Damit einher gehen muß ein Umdenken, das nicht Wachstum und Wettbewerb der Ökonomien als oberste Prämisse sieht sondern Erhaltung und Bewahrung unseres Raumschiffes. Rückschritte können da Teil des Fortschritts sein; Erhaltung, Rettung und Erneuerung als Wachstum definiert werden; weniger wird tatsächlich mehr sein und Qualitäten die Quantitäten überzeugen. Mag jeder für sich darüber nachdenken, welche Chancen wir haben; und andere an seinen Gedanken teilhaben lassen.