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Kommentare werden anonym - soweit nicht anders gewünscht - und teilweise leicht gekürzt (keine Zensur) mit meiner Reaktion wiedergeben




23.10.06- Kommentar zu "Auseinandersetzung mit NachDenkSeiten"

.. ich hatte in den vergangenen Wochen den Disput zwischen Ihrer Webseite und den Nachdenkseiten verfolgt. Generell finde ich es sehr bedauerlich, daß wegen eines, zugegebenermaßen wichtigen, Teilaspekts nun, wie Sie es bezeichnen, "Funkstille" zwischen den beiden Info-Portalen herrscht. Denn die Medienwelt ist, und das muss ich weder Ihnen noch den Herren Müller und Lieb sagen, nicht gerade reich gespickt an Info- Quellen, welche nicht in das "neoliberale Netzwerk" eingebunden sind.

Inhaltlich stimme ich zum größeren Teil mit Ihnen überein. Auch nach meinem Dafürhalten ist zumindest der Standpunkt von Herrn Flassbeck bzgl. der Auswirkungen der Globalisierung zu sehr verharmlosend. In dem von Ihnen zitierten Buch Flassbecks befindet sich ein Beitrag unter dem Titel: "Europa und die Türkei" (Seite 84ff), der aus meiner Sicht sehr fahrlässig mit einer EU-Erweiterung um diesen Staat umgeht. Die gleichen Bedenken hätte ich im übrigen auch bzgl. einer EU-Erweiterung beispielsweise um die Ukraine und Weißrussland. Auch die anstehende Aufnahme von Rumänien und Bulgarien halte ich für sehr problematisch.

Ich muß jedoch die NDS und auch Heiner Flassbeck in Schutz nehmen, wenn es um die Frage der Auswirkungen des deutschen Lohndumpings auf die Euro-Zone geht. Hierzu hat Flassbeck eine umfangreiche Untersuchung vorgelegt, auf die auch in den NDS verlinkt wurde.

Ich denke, die NDS als auch Sie sind sich einig darin, daß eine Wirtschafts- und Sozialpolitik anzustreben ist, welche den breiten Bevölkerungsschichten zugute kommt. Denn es sollte verhindert werden, daß die zunehmenden Früchte des Wirtschaftens (das BIP-Wachstum) nur in die Taschen einiger Weniger fließt (wie dies in den vergangenen Jahren z.B. in den USA der Fall war: trotz mehrjährigem kräftigem BIP-Wachstum sind die Armutskennziffern angestiegen). Die aktuelle Auseinandersetzung dreht sich doch weniger um das Ziel und viel mehr um den Weg, wie man zu einer sozial verträglichen und doch effizienten Wirtschafts- und Sozial- politik gelangen kann.

Vielleicht gelingt es den NDS und Ihnen doch noch, zu einer einver- nehmlichen Regelung zu gelangen. Denn ich fände es sehr schade, wenn zukünftig die von Ihnen verfassten Beiträge den Lesern der NDS nicht mehr zugänglich gemacht würden.



Reaktion:

Natürlich ist es bedauerlich, wenn NDS beschlossen haben, Funkstille in Richtung meiner Webseite zu praktizieren und dies mit der flapsigen Schlußbemerkung "Wir werden es aushalten, Ihre Briefe nicht mehr zu erhalten" quittieren (gemeint sind die Rundbriefe, auf die NDS mehr als 300 mal verwiesen oder die NDS im redaktionellen Teil verarbeitet hat). Es geht nicht um die beiden Herausgeber von NDS, die das nicht begreifen wollen, sondern die Menschen, die auf den beiden Webseiten nach korrekter Information suchen. Die können natürlich nun direkt zu meiner Webseite kommen und sind dazu herzlich eingeladen. Was man sich als Zusammenarbeit vorstellen würde, war es ohnehin wegen der strikten Zensur in der Auswahl meiner von mir den Lesern von NDS zur Verfügung gestellten Texte und des einseitigen Modus des Verweises ohnehin nicht. NDS hatten sich trotz meiner Bitte sogar geweigert, wenn sie schon auswählen, dann wenigsten ein Überschriftenverzeichnis meines Wochenprogramms beizufügen.

Das Lohndumping in der Eurozone ist natürlich von Flassbeck und NDS aufgegriffen worden, jedoch nur im Sinne der deutschen Verteilungsgerechtigkeit und der Gefahren für die Eurozone, nie aber im Sinne, daß Deutschland dann auf die Exportüberschüsse verzichten müßte, die aus dem Lohndumping entstanden sind. Denn auf das Totschlagargument des Exportüberschusses und die davon abgeleitete Standortstärke wollte man nicht verzichten, weil man dann nicht mehr so einfach die globalen Effekte hätte ausblenden können. Auch das Deutschland mit einer künstlichen Währungssituation eher Standortschwäche importiert, habe ich nie in NDS gefunden. Auch natürlich nicht, daß sich die Bundesbank wegen der Verschlechterung der terms of trade besorgte, weil Deutschland in seiner Exportfixierung die steigenden Rohstoffimportpreise nicht weitergeben konnte.

Sie haben recht: Es geht um den Weg zu einer geringeren Schieflage der dramatisch fallenden Verteilungsgerechtigkeit. Aber der Weg ist so schrecklich entscheidend. Wenn ich dem global operierenden Finanzkapital nicht wenigstens teilweise das Druckmittel der Verlagerungsdrohung aus der Hand nehme und dazu braucht es einfach einer Politik der Beseitigung von Sozialdumping, gegen die sich Flassbeck und NDS und andere auf der Linken zur Wehr setzen, also Antidumpingzölle und Stop der EU-Erweiterung um noch mehr Billigststandorte. Wer diesen logischen Schritt aus ideologischen Bremsen nicht tun will, verrät m.E. die Interessen derer, für die er sich angeblich einsetzt.

NDS würden wohl nur zu einer anderen Haltung kommen, wenn sie dazu von ihren Besuchern gedrängt würden. Doch die, die dies täten, können ja - wie gesagt - auch direkt zu mir finden. Bitte vergessen Sie auch nicht, daß NDS sehr wenig analytische oder kreative Arbeit selbst leistet, sondern im wesentlichen auf andere Arbeiten (wie in der Vergangenheit meine) verweist und dann evt. noch eine eigene Glosse darüber setzt.






22.10.06- Kommentar zu "Auseinandersetzung mit NachDenkSeiten"

Habe jetzt Ihre Auseinandersetzung mit Albrecht Müller nachgelesen. Im Grunde eine mögliche Grundlage für eine wichtige Debatte, aber unterschwellig ist immer mehr Gift in den Streit geraten. Leider ist es wirklich so, daß wichtige "linke" Gruppierungen wie die um NDS, die Memorandum-Gruppe, die Gruppe um Altvater (Prokla), aber auch einzelne wichtige Autoren wie Flassbeck, die neue Qualität der Gobalisierung nicht sehen wollen oder aber wie z.B. Robert Kurz über eine generelle Systemkritik nicht hinauskommen. .. Konkret sehe ich das Problem einer aktiven Konjunkturpolitik, wie sie Müller und Flassbeck empfehlen, in der außenwirtschaftlichen Flanke. Hier habe ich immer das Scheitern der expansiven Politik Mitterands, ich glaube 1982/83, vor Augen. Eine solche Politik müßte z.B. Abflüsse auch jenseits der EU berücksichtigen.Eine Erhöhung der Arbeitnehmereinkommen ist aus verteilungspolitischen Gründen sofort zu bejahen, kommen doch z.B. die Gewinne des deutschen "Exportkapitals" dem Arbeitnehmer dieser Unternehmen kaum zugute. Oder für wen sollen Banken Renditen über 20 Prozent einfahren? Aber auch hier die Frage der Abflüsse, womit keinesfalls gegen eine offensive Lohnpolitik argumentiert werden soll.

Die neue Qualität der Gobalisierung ist z.B. ganz gut am steigenden ausländische Wertschöpfungsanteil an den Exporten der westlichen Industrienationen abzulesen. Ohne gleich die Sinn'sche Basarökonomie zu bemühen, ist doch der langfristige Trend auch in Deutschland besorgniseregend. Dies kann nur auf einen neuen Globalisierungsmodus von Direktinvestitionen und Handel zurückgeführt werden, innerhalb dessen, in der Geschichte einmalig, in außerordentlichem Ausmaß komplexe grenzüberschreitende Produktionsketten die Wirtschaft dominieren und eine neue Qualität des Standortwettberbs eingeleitet wurde. Hier wären etliche Fragen zu klären: Warum haben wir kaum mitbekommen daß mit den 1: 1 umgesetzen Vorschlägen des ERT zum Binnenmarktprojekt in Europa ein Standortwettberb begann, welcher alsbald in einen hemmunglosen Deregulierungs- sowie Kostensenkungswettlauf zu Gunsten der Privatwirtschaft ausuferte? Aber ja, die europäische Integration ist sakrosankt. Oder heute. Warum müssen wir den Wettbewerb mit Sklaventreibern in Brasilien oder mit Gefängnissen in China akzeptieren? Warum dürfen wir unsere in über 150 Jahren erkämpften sozialen Standards nicht in China einfordern- und dann über Außenhandel sprechen. Was passiert hier, wenn eine zunehmende Zahl von Arbeitnehmern in Schwellenländern in gleichem Tempo wie in China ihre Produktivität steigern, aber die Lohnentwicklung (andere Kostenfaktoren sowieso) weit darunter bleibt - und das auf lange Sicht? Auch der Vorteil von steigenden Skalenerträgen wissensintensiver Produktion, wie sie Romer beschrieben hat, geht für die bisherigen Industrienationen verloren, wenn sich Schwellenländer wie China sich dieses Wissen in agressivster Form aneignen bzw. "geschenkt" bekommen. Ein "Unverdächtiger" wie Samuelson hat ja auf diese Problematik hingewiesen.

... eigentlich wollte ich sie nur etwas aufmuntern. Daß Sie nicht alleine stehen, wissen Sie ja, aber ich kann mir vorstellen, daß solche Auseinandersetzungen trotzdem die Grundstimmung verdunkeln können. - Verübeln Sie mir bitte nicht, daß ich immer noch glaube, daß, neben dem grundsätzlichen Impetus, zwischen Ihnen und Albrecht Müller eine nicht zu vernachlässigende Schnittmenge besteht. So werden viele Aspekte neoliberaler Globalisierung auf den NDS thematisiert, auch wenn, wie gesagt, deren Wesen m.E. in ihrem realen Ausmaß "bisher" ignoriert wird.



Reaktion:

.. umso ärgerlicher war diese leider unvermeidliche und hoffentlich wenigstens klärende Auseinandersetzung auf dem Internet. Es ist natürlich Schade, wenn im linken Spektrum mit Zensur und Fehlinformation gearbeitet wird. Es wird mich jedenfalls nicht davon abhalten, meine Informtionsarbeit weiter zu betreiben, zumal ich eine Menge Zuspruch erfahren habe. Auch bin ich sicher, daß die Zeit eher für Auffassungen arbeitet, die die Effekte der neoliberalen Globalisierung einbeziehen. Die meisten normalen Menschen haben inzwischen mehr von der Gefährdung ihrer Jobs durch Globalisierung begriffen als ... NachDenkSeiten. Mein Konflikt mit Albrecht Müller war ja von vornherein angelegt, wie Sie aus der auf dieser Webseite berichteten Genesis entnehmen konnten.






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