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13.05.08- Kommentar zu: Gedanken zur Zeit 876 10-05-08: Was läuft eigentlich an der Basis?

Genau jetzt ist in der Tat der richtige Zeitpunkt- bitte hören Sie so bald nicht auf! Seit Herbst letzten Jahres bewegt sich in Deutschland was. Es kommen zunehmend Themen in die öffentliche Diskussion, bei denen das zuvor lange gar nicht denkbar war. Die Debatten werden oft sogar schon mit ganz richtigen Argumenten geführt- noch nicht immer, aber tatsächlich immer öfter- besonders Ottmar Schreiner MdB von der SPD fiel mir da in Interviews und Fernsehdiskussionen sehr positiv auf- und die neoliberalen Verfechter des "business as usual" stehen argumentativ, immer häufiger, nicht besonders gut da.

In den Medien stösst man inzwischen hier und da auf den Ansatz, sich mal einen Gedanken mehr zu machen, über die amtliche Propaganda hinaus- das reicht lange noch nicht aus, geht aber in die richtige Richtung.

Und im Kollegen- und privaten Kreis wird nun immer mehr darüber gesprochen, was in D schief läuft. Die Offenheit für gute und nachvollziehbare, will heissen faktengestützte, pragmatische und unideologische Argumente ist groß. Wir sind mehr als dankbar für Ihre Argumentationshilfe! Aus gutem Grund, denn viele hier haben Verwandte oder Bekannte, die sich inzwischen in einer schwierigen bis prekären finanziellen Situation befinden und/oder Eltern, die kaum Rente bekommen. Einige sind selbst betroffen von Arbeitslosigkeit oder einer Unternehmermentalität, für die es normal geworden ist, Angestellte wie den letzten Dreck zu behandeln.# Es sickert langsam durch, dass die Mehrzahl unserer Unternehmen und Politiker inzwischen einzig nach dem "Gier ist geil"-Grundsatz handeln, und ihnen das Schicksal der grossen Mehrheit der Bürger dieses Landes tatsächlich am A**** vorbei geht, obwohl sie von diesen bezahlt werden- nur eben leider nicht ausschliesslich und von interessierter Seite viel besser. Dass Politik so käuflich sein kann, haben bisher die meisten nicht geglaubt oder nur im Ansatz für möglich gehalten- in unserem "Rechtsstaat".

Über den Artikel in der Frankfurter Rundschau habe ich mich sehr gefreut- DAS ist die Art von Aufmerksamkeit, die Ihre Arbeit braucht und verdient hat!




12.05.08- Kommentar zu: Europatest

Ich finde den Teil des Ländervergleiches in einigen Punkten nicht ganz in Ordnung. Was sollte Deutschland, nach Ihrer Ansicht, statt Export unternehmen, wenn die Infrastruktur steht? Überflüssige Häuser bauen, wie in Spanien und GB? Oder, wie in Schweden oder Frankreich, den öffentlichen Sektor aufblasen, dass die Staatsquote bei über 56 bzw. 54 % liegt.

Auch der Vergleich der Hochschulquoten sollte man mit Vorsicht genießen, da nur in Deutschland, Österreich und Teile der Schweiz eine ausgepägte Facharbeiterausbildung oder Fachschule angeboten wird. So hat z.B. ein Erzieher oder Krankenpfleger in Deut. meist einen Fachschulabschluss, in anderen Ländern ein Hochschulab.(Dipl., Lic. oder Ba.). Ein deutscher Techniker hat oftmals ein hoehres Wissen als Ing. anderer Laender. Zudem ist fuer die Wirtschaft entscheidend, in welchen Bereichen studiert wird. Ich arbeite gerade an einer Uni in Mexiko. In einigen mex. Bundestaaten liegt der Anteil der Hochschulabsolventen bei über 50 %, mit der Folge, dass das Niveau zum Teil sehr niedrig ist und nach dem Abschluss, ein großer Teil der Taxifahrer einen Abschluss Lic. oder Maestria besitzt. Gute Facharbeiter und Techniker fehlen hier auf der anderen Seite. Es ist doch logisch, dass nicht 40 % oder mehr eines Jahrganges Vorgesetzte werden können und im Forschungsbereich zum Zuge kommen. Man muss auch die Frage stellen, genügt bei den meisten Studenten auch die Begabung, um die Anforderungen im späteren Beruf zu bewältigen. Richtig ist allerdings, dass Deutschland sich im Schulbereich, gerade bei Jungen, speziell Migantenjungen schuldig macht.

Der erwähnte Kindermangel hat viele Ursachen, nicht zuletzt, dass viele Männer aufgrund der gesetzlichen Schieflage, die Gefahr eines seelischen und finanziellen Niederganges umgehen wollen und deshalb heute öfter nein zu Kindern sagen als Frauen. Auch wenn es in allen Medien ertönt, dass Frauen in Deutschland ungerechterweise weniger als Männer verdienen, übernehmen Sie dies nicht ungeprüft. In Sachen Gleichstellung wird noch mehr gelogen als im Finanzwesen! Siehe dazu z.B.: "MANNdat e.V. Geschlechterpolitische Initiative".

Reaktion:

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Wenn Sie aus Mexiko schreiben, haben Sie vielleicht ein besonderes Interesse, die deutsche Fahne hochzuhalten und neigen dann dazu, Kritik als ungerechtfertige Nestbeschmutzung einzuordnen.

Meiner Meinung nach sollten Sie berücksichtigen, daß die total einseitige Orientierung auf den Export zwei gravierende Nachteile für Deutschland hat: Erstens weit übertriebene Lohndisziplin mit Aufreißen sozialer Gräben und eine kaputten Binnenkonjunktur und in der Folge wegen der im Vergleich zum Export viel größeren Bedeutung der Nachfrage privater Haushalte ein viel schlechteres Wirtschaftswachstum (Deutschland ist auf allen drei Feldern am Ende oder fast am Ende unter den Alt-EU-Ländern). Zweitens eine enorme Abhängigkeit von der Entwicklung von Auslandsmärkten, wobei derzeit der Export müde wird und die Nachfrage privater Haushalte nicht an die Stelle treten kann. Deutschland hat trotz Exportmanie immer noch die höchste Langzeitarbeitslosenquote in der Alt-EU. So gut sind wir! Statt nur auf den Export zu setzen, hätte Deutschland durchaus eine normale Einkommensentwicklung und Binnenkonjunktur haben können wie alle anderen auch. Man hätte allerdings die Exportlobby, die in Deutschland sehr stark ist (BDI, etc.) zurückdrängen müssen.

Das hat mit überflüssigen Häusern gar nichts zu tun. In GB sind eher zu wenig Häuser gebaut worden, deshalb hat es die Hauspreisblase gebeten. Spanien ist ein Sonderfall wegen der Auslandsnachfrage nach Sonnendomizilen an der Küste. Das von Ihnen wegen eines angeblich aufgeblasenen öffentlichen Sektors zitierte Schweden hat sich dramatisch besser entwickelt als Deutschland, bei hoher Steuerquote, die für ein hervorragendes Bildungssystem sorgt und für relativ intakte Renten und eine gute Familienpolitik, alles anders als in Deutschland. Zwischen 2000 und 2007 ist die schwedische Wirtschaftsleistung um 21,1 % gestiegen, die deutsche dagegen mit nur 9,5 % weniger als halb so gut. Frankreich hat mit einer guten Familienpolitik (entsprechende Steuerregelung, ausreichende Kindergartenplätze, etc.) die höchste Geburtenrate in der EU und entsprechend weniger Probleme mit der Alterspyramide.

Beim Vergleich von Bildungsdaten muß man sicher vorsichtig sein. Aber klar scheint mir zu sein, daß Deutschland hier viel zu wenig Mittel investiert, vor allem im Grundschulbereich, und die Immigrantenkinder besonders schlecht integriert. Jetzt geht das Geschrei mit den fehlenden Ingenieuren los. Viele deutsche Ingenieure haben sich übrigens in die Schweiz abgesetzt, weil die Lebens- und Berufsbedingungen dort weit attraktiver sind. Mit dem von Ihnen erwähnten hohen Wissen deutscher Ingenieure ist wenig gewonnen, wenn es davon viel zu wenige gibt. Und unterschätzen Sie bitte nicht, was in Asien, nicht zuletzt in China, für die Ausbildung von Ingenieuren getan wird. Da kommen nicht nur zahlenmäßig dramatisch mehr, auch die Qualität wird immer besser. Mit Mexiko habe ich da deutsche Bildungssystem nie verglichen, weil das wegen der Andersartigkeit der Vorraussetzungen wenig Sinn macht. Wenn eine gefährliche Konkurrenz für Made in Germany hochwächst, dann in Asien und sicher nicht im amerikanischen Hinterhof.

Natürlich hat der Kindermangel viele Gründe. Einer, den Sie wohl auch erwähnen, sind die sich in Deutschland besonders familienunfreundlichen Verhältnisse. Ist es nicht schrecklich, wenn Männer in Deutschland Angst vor seelischem und finanziellen Niedergang haben müssen (so Ihre Formulierung)? Die Geschlechtsgenossen in Frankreich und Irland, wo ich Teile des Jahres lebe, und sicher auch die in Schweden haben solche Angst bestimmt mehrheitlich nicht.

Daß in Deutschland Frauen relativ viel diskriminiert werden, ist sicher nicht im Vergleich mit Mexiko festzustellen, aber bestimmt in dem mit Schweden oder Frankreich, um nur zwei Beispiele zu nennen. Dort können viel mehr Frauen Mutter und Berufstätigkeit verbinden, weil die Vorraussetzung für eine solche Kombination weit besser sind. Allein der Umstand, daß es in Deutschland weder Mindestlohn noch Mindestrente gibt, führt zu sehr viel Diskriminierung der Frauen, vor allem bei relativ kleinen Renten. Die Daten zur Lohndiskriminierung werden von der EU erhoben. Ich habe sie nicht erfunden und kann sie auch nicht nachprüfen. M.E. haben deutsche Männer ein viel größeres Machogehabe, als in Frankreich, Irland, den Niederlanden oder den skandinavischen Ländern. Die Ausbeutung ihrer Arbeit, soweit sie nicht Akademikerinnen sind, ist in Deutschland ein fester Bestandteil des Ausbeutung von Arbeit überhaupt. Früher waren das immer die Leichtlohngruppen nur für Frauen, heute wird das raffinierter mit Leiharbeit und Zeitarbeit gemacht.

Ihre für mich obskure Internetanschrift "MANNdat e.V. Geschlechterpolitische Initiative", sagt eigentlich im Namen schon alles. Und die Feststellung im von Ihnen angegebenen Diskussionspapier der IAB: "Die Lohndifferenzen in den Job-Zellen sind bei Leitungskräften und bei Wissenschaftlern mit 7 und 5 Prozentpunkten verhältnismäßig gering" bestätigt eigentlich nur, daß es bei der Mehrheit der Frauen anders aussieht. Dafür spricht auch die Aussage im gleichen Papier: "Unsere Ergebnisse für westdeutsche Betriebe zeigen jedoch, dass auch innerhalb von Job-Zellen eine beachtliche Lohndifferenz zwischen den Geschlechtern besteht. Sie ist im Untersuchungszeitraum (1993-2001) von etwa 17 auf 15 Prozent des Männerlohnes gefallen."




11.05.08- Kommentar zu: Gedanken zur Zeit 876 10-05-08: Was läuft eigentlich an der Basis?

Bei der Lektüre Ihrer letzten Rundbriefe, insbesondere bei Zitaten wie diesen: "...da ich in wenigen Monaten 70 werde und immer wieder darüber nachdenken [muss], wie lange ich den Ganztagsjob mit der Webseite eigentlich betreiben kann..." und "...es ist schön, daß Nachdenkseiten wieder einmal und sicher nur ausnahmsweise mit mir linken..." entstand mein Bedürfnis, Ihnen diese Mail zu schreiben.

Kritische Portale wie Ihres und das der Nachdenkseiten zur Informierung und Schaffung einer Gegenöffentlichkeit zum neoliberalen Mainstream sind in ihrer hohen Qualität (tägliche Informationen, Themenvielfalt, Sachlichkeit, Tiefe der Informationen, Statistiken) eher die Ausnahme. Daher Anmerkungen meinerseits:

Zuerst die etwas unwichtigere aus der Sicht eines Außenstehenden (!!!): Sie und Herr Müller schenken sich nichts, wie es sich für "echte Linke" gehört. Man versetzt sich gegenseitig Nadelstiche, statt sich "Zusammenzuraufen". Unbeschadet der sachlichen Differenzen bspw. in Sachen Globalisierung fällt meiner Meinung nach jedem Leser auf, wie man miteinander fingerhakelt. Das nervt und verwundert gleichzeitig, da eigentlich gestandene Männer hier ihre Blogs betreiben. Sicher wünschen sich auch andere Leser, sich besser die eine oder andere Bermerkung zu verkneifen, dafür sind die Grundaussagen beider Blogs zu wichtig. Wie gesagt: das nur nebenbei, weil es bei der täglichen Lektüre immer auffällt und so nervig wie überflüssig ist.

Reaktion:

Vielen Dank für Ihre anerkennenden Worte.

Es ist natürlich schade, daß es mit NachDenkSeiten nicht läuft. Aber erst hat man dort beschlossen, mich von den Hinweisen des Tages abzuknipsen, dann kommt nach einem Jahr mal wieder ein Hinweis auf meine Arbeit (wenn auch auf die FR) und gleich wird er wieder mit Besserwisserei vergiftet, obwohl mein FR-Beitrag sonst überall nur Zustimmung gefunden hat, wie auch bei Ihnen. Eine sachliche Auseinandersetzung muß auch zwischen kritischen Portalen möglich sein. Ich suche sie ausschließlich nur, wenn NachDenkSeiten die Globalisierung mal wieder gar zu sehr verharmlosen, wie neulich wieder bei der Verlagerung von Arbeitsplätzen. Ich schätze NachDenkSeiten ansonsten und eigentlich sind wir ja komplementär. Allerdings ist wegen der Bedeutung von NachDenkSeiten im linken Spektrum die Verharmlosung des größten weltweiten Sozialproblems, das wir gegenwärtig mit der neoliberalen Globalisierung haben, schlicht schädlich und bedarf deshalb gelegentlich eines Korrekturversuches. Wenn meinungsschaffende deutsche Linke (ob Flassbeck, Albrecht Müller oder Linkspartei oder andere) nicht begreifen wollen, was hier global unterwegs ist, werden sie am Ende nur zur Frustration im linken Spektrum beitragen.




11.05.08- Kommentar zu: Gedanken zur Zeit 876 10-05-08: Was läuft eigentlich an der Basis?

die wenigen Worte "In diesen Tagen, da ich in wenigen Monaten 70 werde und immer wieder darüber nachdenken, wie lange ich den Ganztagsjob mit der Webseite eigentlich betreiben kann," haben mich zutiefst bestürzt, in dem Sinne, daß Ihre Informationen, Ihr Wissen, Ihre Analysen und Ratschläge eines Tages nicht mehr zugänglich sind. Ich erachte es, in der heutigen Zeit der medialen Katastrophe, als einen Lichtblick im dunkelsten Tunnel des neoliberalen Geschreibsels und bewußter Manipulation, als Reichtum, Ihre Seiten zu lesen und dadurch zu erfahren, wie beinahe ganz Deutschland an der Nase herumgeführt wird. Es ist wichtig für Kurskorrekturen in der Politik - die wichtigsten Punkte haben Sie ja bereits genannt. Und Sie müssen weitere nennen, und stetig immer wieder mahnen...

10.05.08- Kommentar zu:
Weitermachen oder aufhören?

DANKE für dieses Buch. Wir brauchen es im Schulunterricht (Sozialwissenschaften am Gymnasium) nahezu lebensnotwendig, um den pausenlos auf uns einprasselnden neoliberalen Parolen sachgerecht entgegentreten zu können!

Ihr Blick "von außen" (über Deutschland hinaus) ist zurzeit durch NICHTS Vergleichbares zu ersetzen!

Zudem sind Zahlen in der Argumentation wichtig! Ich bewundere Ihre Mammutarbeit und den strikten Willen, seriös (bitte weiterhin ruhig polemisch!) zu bleiben.

Als Mathematiker, der zudem auch Volks- und Betriebswirtschaftslehre studiert hat, ist mir oft fahrlässige Umgang letzterer Wissenschaften mit Modellbildungen seit mehr als 30 Jahren bekannt:

Mathematiker: "Liegt an einer Stelle ein Hochpunkt vor, so muss die 1. Ableitung gleich Null sein!" Betriebswirtschaftler: "Nun ja, die Voraussetzung, dass die 1. Ableitung an dieser Stelle gleich Null ist, ist zwar nicht erfüllt, aber dennoch kann man prinzipiell mit einiger Sicherheit sagen, dass an dieser Stelle ein Hochpunkt vorhanden ist!" Und aus dieser Existenz folgt dann meist zwingend, dass die Löhne in D zu hoch sind! (Wunderbar auf Existenz und Aussehen von Angebots- und Nachfragekurve - im Stammtischmodell - sowie über die nicht vorhandene Unabhängigkeit beider Kurven voneinander anzuwenden: Wir brauchen in der Schule ja solche grundlegende Beispiele. Ein bisschen hilft auch das neue Buch von Spieker/Flassbeck mit, wenigstens teilweise.)

Genau so wichtig wie Zahlen zur Versachlichung ist der Blick auf andere Länder (DK bei der Rente!), die Aufwerfung grundsätzlicher methodischer Fragen (Prognosen für 2050??), die Aufklärung (Wenn die Produktivität in D nur um 1,5% jährlich steigt, haben wir in 50 Jahren unser BSP mehr als verdoppelt: Und davon sollen wir keine höheren Renten bezahlen können? Es sei denn, man verteilt das BSP noch einseitiger als bisher...) und natürlich als wichtigstes die Frage: Wie wollen wir denn leben? Wollen wir das primitive Konkurrenzprinzip auf alle Lebensbereiche übertragen? - dieses Zeichen von psychischer Unreife und von Unerwachsenheit (vgl. H.E. Richter) ("Alles, was du kannst, das kann ich viel besser!") und so weiterhin das gesellschaftliche Zusammenleben vergiften oder wollen wir unsere Fähigkeiten global bündeln, um zusammen mit anderen die Nöte dieser Erde in gegenseitiger Ergänzung, Achtung und Würde zu lösen? Ein Leben unter der Tyrannei des Konkurrenz ist in meinen Augen eine mindere Lebensform. Danke für den Hinweis auf Südfrankreich!

Nun, ich schreibe eigentlich hauptsächlich, weil ich erschrocken darüber bin, dass Sie manchmal(?) mit dem Gedanken spielen, vielleicht aufzuhören. Ich habe gleich noch zwei weitere Bücher bestellt und möchte mein Teil dazu beitragen, dass Sie weiterhin Mut haben, diese Aufgabe auch in Zukunft weiter zu führen, weil sie einfach SINN macht und unersätzlich ist.

Wie ist es mit dem biblischen Gleichnis von Senfkorn und seiner Unscheinbarkeit? Und doch durchsetzt es den gesamten Sauerteig! Und wirkt lang anhaltend, stark und "nachhaltig".

Und bitte: machen Sie auch uns Mut, die wir an der Basis stehen und schwerste Aufklärung zu leisten haben, dass es sich lohnt nicht aufzugeben!

Danke für alles!

Reaktion:

Wenn ich wirklich mal aufhören will, werden es mir Mails, wie Ihres, besonders schwer machen. Berücksichtigen Sie bitte, daß ich in einigen Monaten 70 sein werde und die Webseite immer noch ein Volltagsjob, auch an Wochenenden, ist, den man nicht mit halber Kraft betreiben kann. Leider ist da auch niemand an den ich übergeben kann. Wenige haben meine Insider-Lebens- und Berufserfahrung und die Bereitschaft, sich dann auch noch selbstlos einzusetzen.

Aber einstweilen machen ich ja noch weiter. Vielen herzlichen Dank jedenfalls für Ihre freundlichen und aufmunternden Worte.




10.05.08- Kommentar zu: Gedanken zur Zeit 872 10-05-08: Wieder einmal Korrespondenz mit Nachdenkseiten

Sie schreiben „haben wir einen sehr hohen Anteil von Immigrantenkindern, die offensichtlich aus verschiedenen Gründen besonders schwer zu integrieren sind. In Großstädten wie Frankfurt, Nürnberg, Düsseldorf und Stuttgart haben Kinder mit Immigranten-Hintergrund an allen Kindern unter fünf Jahren bereits einen Anteil von mehr als zwei Dritteln. Auch das wird sich leider zu einem Wirtschafts- und Gesellschaftsproblem auswachsen"# das, finde ich, sollten Sie präzisieren, wollen Sie Sich nicht dem Vorwurf der Stigmatisierung und Ausländerphobie aussetzen.

- Was sind die „verschiedenen Gründe", warum Immigrantenkinder besonders schwer zu integrieren sind?

- Welche Rolle spielt dabei die deutsche Mehrheitsbevölkerung?

- warum wird sich das - nach Ihrer Aussage - unweigerlich zu einem Wirtschafts- und Gesellschaftsproblem auswachsen?

(täglicher Leser der NachDenkSeiten und gelegentlicher Leser Ihrer Seiten sowie Ihres Buches „Deutschland global?")

Reaktion:

Vielen Dank für Ihre Zuschrift. Nun leide ich wirklich nicht unter Ausländerphobie, schließe aber deswegen nicht die Augen vor den Problemen. Wenn Sie das Zitat komplett bringen, kommt schon ein Teil der Erklärung dabei heraus: „Auch das wird sich leider zu einem Wirtschafts- und Gesellschaftsproblem auswachsen und ist wegen der Rolle der Elternhäuser selbst mit der besten Bildungspolitik, die wir nicht haben, nicht zu verhindern." Die Integration wird durch ein nicht ausreichend auf Ausländerkinder eingestelltes Schulsystem erschwert. Dafür wären erhebliche zusätzliche finanzielle Mittel erforderlich. Sicher gibt es auch in der deutschen Mehrheitsbevölkerung teilweise Ausländerfeindlichkeit. Aber man darf auch die Rolle der Elternhäuser nicht vergessen, die sich teilweise gar nicht integrieren wollen und die im Falle der Türken als größter Ausländerbevölkerung gerade von ihrem heimatlichen Ministerpräsidenten Erdokan in die Gegenrichtung gehetzt wurden.

Ich habe eine ganze besondere Webseite zum Problem der mangelnden Integration von Ausländern, die Sie vielleicht einmal ansehen wollen: hier. Mein Artikel in der Frankfurter Rundschau konnte den internationalen Vergleich natürlich nur verkürzt wiedergeben. Sie finden auf der betreffenden Webseite unter Bildung ausführliche grafische Darstellungen, die zeigen wie schlecht in Deutschland Immigrantenkinder in der Schule bei mathematischen Leistungen abschneiden (drittletzter Platz) und daß sie auch die geringste Chance haben, auf eine Hochschule zu kommen. Im internationalen Vergleich ist der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung an der Gesamtbvölkerung relativ hoch und wird fast nur von den ausgesprochenen Einwanderungsländern Kanada und Australien übertroffen. Die mangelnde Integration zeigt sich darin, daß Personen mit Migrationshintergrund im Unterschied zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund geringer qualifiziert sind: Fast 10% haben keinen allgemeinen Schulabschluss (Personen ohne Migrationshintergrund: 1,5%) und 51% keinen beruflichen Abschluss (gegenüber 27%), wobei in allen Fällen diejenigen nicht berücksichtigt sind, die sich noch in Ausbildung befinden. Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 25 bis 65 Jahren sind seltener erwerbstätig (62% gegenüber 73%) als Personen ohne Migrationshintergrund. Sie sind häufiger erwerbslos (13% gegenüber 7,5%) oder stehen dem Arbeitsmarkt überhaupt nicht zur Verfügung (25% gegenüber 19,5%).

Bei den Frauen dieser Altersgruppe sind die Unterschiede besonders ausgeprägt: Frauen mit Migrationshintergrund sind nur zu 52%, Frauen ohne Migrationshintergrund aber zu 67% erwerbstätig. Dagegen ist in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der Anteil der nicht erwerbstätigen Frauen, die sich als Hausfrauen vermehrt der Erziehung der Kinder oder der Pflege von Familienangehörigen widmen, höher als bei den Frauen ohne Migrationshintergrund (37% gegenüber 26%). Erwerbstätige mit Migrationshintergrund sind doppelt so häufig als Arbeiterinnen und Arbeiter tätig wie Erwerbstätige ohne Migrationshintergrund (48,5% gegenüber 24%), Angestellte und Beamte sind unter ihnen entsprechend selten vertreten. Erwerbstätige mit Migrationshintergrund üben ihre Tätigkeit vor allem im Produzierenden Gewerbe sowie im Handel und Gastgewerbe aus. Hier sind zusammen 64% aller Menschen mit Migrationshintergrund tätig, aber nur 50% der Menschen ohne Migrationshintergrund. Das Fehlen eines flächendeckenden Mindestlohns trifft Menschen mit Migrationshintergrund besonders stark.

Hier wächst immer stärker eine neue Unterklasse in der deutschen Gesellschaft heran. Daß sich das zu einem Wirtschafts- und Gesellschaftsproblem auswachsen wird, und ich habe "leider" hinzugefügt, sollte auch ohne große Erklärungen in meiner Reaktion an Wolfgang Lieb nachvollziehbar sein.

Ich bedauere nur und schreibe Ihnen das als - wie Sie anmerken - täglichem Leser der NachDenkSeiten und gelegentlichem Leser meiner Seiten, daß mein Artikel in der Frankfurter Rundschau, zu dem ich bisher nur viele positive Zuschriften (selbst von Abgeordneten im Bundestag) bekommen habe, von NachDenkSeiten wieder nur benutzt wurde, um sich daran zu reiben und angeblich besseres Wissen zu dokumentieren. So kann eine Zusammenarbeit von zwei gleichermaßen kritisch eingestellten Webseiten einfach nicht funktionieren.

Ich habe unsere Korrespondenz auf die Kommentarseite genommen (leider kann ich bei NachDenkSeiten keinen Kommentar direkt unterbringen).




09.05.08- Kommentar zu: Die Entsolidarisierung einer Gesellschaft

Ein kurzer Beitrag zum Kommentar im Wochenbuch 15. Woche: Zitat: „Politiker dürfen öffentlich sagen, dass Arbeitslose "Schmarotzer" und "Parasiten" sind. Kurt Beck ist der Ansicht, es genüge sich zu waschen und zu rasieren, um einen Job zu finden. Vor einiger Zeit war Prof. Dr. Sinn (der Leiter des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung) bei Maybritt Illner oder Anne Will zu Gast. Und sagte im Laufe der Sendung (wortwörtlich weiß ich es natürlich nicht mehr), dass er es absolut in Ordnung findet, wenn Firmen niedrige Löhne bezahlen und der Staat den Restbetrag zum Erreichen des Existenzminimums per Transferleistung aufstockt. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! WER ist da eigentlich der Schmarotzer?




07.05.08- Kommentar zu: Weitermachen oder aufhören?

es ist schade, dass sich bisher so wenige Menschen für Ihr neues Buch „Globalisierung: Legende und Wahrheit" entschieden haben. Auch ich halte Ihr Buch für ein qualitativ hochwertiges Buch. Ein vergleichsweise ähnliches Buch habe ich bisher noch nicht gefunden. Jedenfalls ist mir nichts Gleichwertiges bekannt geworden. Und ich bin mir sicher, wer es mit „Verstand" liest, wird reichlich belohnt werden.

In Kapitell 14 setzen Sie sich mit der deutschen politischen Elite auseinander. Das ist Ihnen vortrefflich gelungen. Ich hatte mich zuvor schon sehr oft gefragt, welche Kenntnisse so mancher normale Bundestagsabgeordnete überhaupt von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prozessen im veränderten Europa und Deutschland hat, ob er sie jemals noch in der Legislaturperiode erlangen wird. Nur wenige von ihnen sind in der Lage, die sich mehr und mehr veränderte Weltwirtschaft in Zusammenhängen so zu analysieren und zu begreifen wie Sie. Die meisten von ihnen sehen den Globalisierungsprozess als Schicksal an und offenbaren damit ihre Inkompetenz in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen denken zu können, und bieten ihrem Wahlvolk eigentlich immer nur stereotype Antworten, die ihnen von anderen vorgesprochen wurden, aber nicht aus der eigenen „Denkfabrik" stammen. Bei manchen habe ich oft den Eindruck als haben sie eine perverse Lust am Verfall unserer sozialen Marktwirtschaft oder unserer Sozialsysteme. Also, wunderschön zu lesen und auch zu verstehen.

Ich hoffe sehr, dass Sie nicht aufgeben, denn das würde so vielen „Andersdenkenden" eine große Freude bereiten. Und das sollten Sie einfach nicht zulassen. Ihre Stimme ist vielen anderen wichtig. Viele Menschen würden das „Infoportal" als zuverlässige Informationsquelle gerade zur gängigen Meinung sehr vermissen. Gleichwohl kann ich gut nachvollziehen, wenn mit besonderem großem Engagement im „Ein-Mann-Betrieb" das Infoportal geführt wird, möchte man seine „Stimme" schon an gewisse Faktoren messbar machen. Ich bin aber davon überzeugt, dass sich ein „messbarer Erfolg" des Buches einstellen wird, wenn die Resonanz durch neuerliche Werbung angerührt wird. Vielleicht wollen andere Leser auch noch einmal kräftig nach ihren Möglichkeiten die Werbetrommel für Ihr Buch rühren. Der Erfolg Ihrer Stimme lässt aber auch schon jetzt dadurch ablesen, dass bereits seit März 125.000 Besucher Ihr Infoportal besucht haben.




07.05.08- Kommentar zu: Weitermachen oder aufhören?

daß Sie nunmehr seit mehreren Jahren sich an der Stärkung der Gegenöffentlichkeit in Zeiten der medialen Gleichschaltung der neoliberalen öffentlichen Meinung mit hervorragenden Beiträgen beteiligen, ist jedenfalls denen, die regelmäßig das Infoportal besuchen, unzweifelhaft klar. Ebenso nicht Wenige werden auch aus dieser Informationsquelle nicht nur sachliche Zahlen, Daten und Fakten entnommen haben, sondern bis zu einem gewissen Grad auch "Mut zum Handeln" (allerdings anders, als verbohrte Halb-Demokraten wie Roman Herzog, Wolfgang Clement u.a. "Verformer" unseres sozialen Gemeinwesens sich das vorstellen) gewonnen bzw. wiedergewonnen haben.

Diese durchweg positive Resonanz Ihrer engagierten Aufklärungsarbeit im Kampf um ein bessers und lebenswerteres Deutschland in der globalisierten Weltgesellschaft läßt natürlich auch die Erwartungen an die Wirkungen der eigenen Arbeit ansteigen. So sind Sie nicht nur mit dem Infoportal im World Wide Web informierend "unterwegs", sondern auch mit einem neuen Buchprojekt über die neoliberale Globalisierung und deren vielfältigen und leider zumeist negativen bis verheerenden Folgen und möglichen künftigen Katastrophen. Angesichts dieser regelrechten Bedrohungslage wird es aber schwerer, auf eine Wende zum Besseren zu setzen# Dieser "Krisentheorie" mag man zustimmen können oder nicht, aber sicher scheint doch zu sein, daß das Infoportal eine feste Größe im Bereich des kritischen politischen Ökonomiebetriebes im Internet geworden ist, und es kaum gleichwertigen Ersatz dafür gibt.




07.05.08- Kommentar zu: Alter Hut

die von Ihnen angeführten Sachverhalte sind sicher nicht in Zweifel zu ziehen. Was den Begriff der Globalisierung als „alten Hut" aber verständlich machen könnte, ist doch die Frage: Ist staatliche Wirtschafts- und Finanzpolitik durch die „Globalisierung" dazu verdammt wirkungslos zu verpuffen oder können die Probleme z. B. der sozialen Sicherungssysteme, auch des Bildungssystems nicht doch nationalstaatlich gelöst werden?

Anders gefragt: Ist die demokratisch legitimierte Gesellschaft am Ende, weil es eine Globalisierung gibt? Gibt es die immer wieder propagierte Handlungsunfähigkeit wirklich und sind der Politik zwangsläufig die Hände gebunden? Die dargestellten Entwicklungen und Phänomene sind sicherlich nicht von der Hand zu weisen und nicht durch ein „Defizitspending" zu lösen, es wäre jedoch deprimierend alles fatalistisch hinzunehmen. Leider ist dies tendenziell schon der Fall.

Reaktion:

Ich denke jedenfalls, dass die Probleme dieses Landes in erster Linie hausgemacht und über diesen Weg auch zu lösen sind (ggf. auch multilateral). Das schließt auch nicht aus, Entwicklungen auf den Weltproduktmärkten mit einzubeziehen, denn auch den technologischen Wandel und daraus abgeleitete Umschichtungen gibt es schon länger. Zugegebenermaßen ist die Dynamik heute sehr hoch.

Die Probleme sind hausgemacht, aber nur weil man die neolberale Globalisierung immer weiter getrieben hat und treibt. Hätte man sich in der EU mit Frankreich und Italien liiert statt exportversessen mit GB sähe das anders aus. Ohne einen fairen internationalen Wettbewerb, in dem soziales Dumping nicht erlaubt wird, ist alles fuer die Katz!

Beim Bildungssystem kann man natürlich mehr tun, aber das allein reicht nicht. Die sozialen Probleme werden bei fortgesetztem Niedriglohndruck (wenn nicht mehr aus Osteuropa, dann aus der Türkei - nach Aufnahme in die EU - und jedenfalls aus China!) einfach nicht zu loesen sein. Mit Fatalismus hat das wirklich nichts zu tun. Die meisten Menschen in USA, Frankreich und vielen Ländern begreifen langsam, was mit der Globalisierung falsch läuft, nur der deutsche Michel hat sich neoliberal einschläfern lassen. Leider tragen alle Parteien, auch die Links-Partei, dazu bei. Und leider haben auch viele Gewerkschaftsfürer noch immer nicht begriffen, wo der Haase hinläuft. Die Exportweltmeisterschaft, auf die alle - einschließlich Linkspartei - so stolz sind, ist Teil des Problems.




07.05.08- Kommentar zu: Weitermachen oder aufhören?

Das heißt aber, selbst für Ihre beiden älteren Bücher zeigt sich Kaufinteresse. Und warum ist das so? Weil mir Ihr drittes Buch „Globalisierung: Legend und Wahrheit" so hervorragend gut gefallen hat, dass ich auch die anderen beiden Bücher unbedingt lesen will. Mir gefällt ihre herzerfrischend prägnante Sprachgewandtheit und Ihre Fähigkeit, dem Laien komplizierte Finanz- und Politzusammenhänge einfach zu erklären. Das kann beileibe nicht jeder systemkritische Finanzfachmann! Und Ihre älteren Bücher zu lesen und mit dem Heute zu vergleichen, zeigt ja nur, wie sehr sich Ihre einstigen Einschätzungen bewahrheitet oder als Irrtum erwiesen haben. Wenn letzteres der Fall ist, na und?! Sie sind kein Hellseher und ich kann aus Glaskugeln nicht die Zukunft deuten.

Aufhören oder weitermachen? Natürlich weitermachen! Ich besuche Ihre Webseite täglich, weil mir Ihre „Gedanken zur Zeit" so gut gefallen und mich zum eigenen Nachdenken und Gedankenordnen anregen. Sie machen Mut, selbstständig zu denken und diffuse Gefühle in Worte zu fassen und sie Ihnen gegenüber per Mail zu äußern. Und da Sie die Gedanken Ihrer Leserschaft oft genug in der Rubrik „Kommentare" veröffentlichen, wirken Sie sogar pädagogisch wertvoll, denn Sie stärken das Gefühl der Menschen, mit ihren eigenen Gedanken doch nicht so ganz falsch zu liegen, wie es einen die per neoliberalem Mediengetrommel gehirngewaschenen Bekannten und Kollegen/innen ständig glauben machen wollen.

Jeder Mensch braucht Ziele, auf die er hinarbeitet, auf die er hofft, sonst macht das menschliche Leben persönlich keinen Sinn. Sie haben sich das Ziel gesteckt, in drei Monaten 1.000 Exemplare Ihres neuesten Buches zu verkaufen. Manche Ziele sind aber leider, wie sich später heraus stellt, zu hoffnungsfroh gewesen. Das bedeutet ja kein Scheitern, es bedeutet nur, dass die Erwartungen zu groß waren. Immerhin wurden Ihnen in zwei Monaten 500 Exemplare von Ihrer interessierten Leserschaft abgenommen. Das ist doch eine ganze Menge, dafür, dass Sie ein Ein-Mann-Betrieb sind und die Vermarktung selbst und im Grunde ohne fermdgestützte Werbung betreiben.

Machen Sie sich bitte von dem Gedanken frei, dass der Mehrheit der Deutschen Qualität und Moral wertvoller wäre als ihre Geiz-ist-geil-Mentalität, so bitter das auch klingt und so ungern ich mein eigenes Volk verunglimpfe. Ich erlebe aber jeden Tag auf meinem Arbeitsplatz, dass sich die noch gut verdienenden Leute nur über Geld unterhalten, im Grunde nicht mal das, sondern sie unterhalten sich über Schnäppchen und kostenlose Angebote. Das gilt für Nahrungsmittel, für Energie, für Sprit, für Kleidung, für die Wohnungseinrichtung, für Reisen, für Autos und Autoreifen, für Autowerkstätten, für Zeitungen, für den Internet-Anbieter etc. Und jedesmal ist das Geschrei riesengroß, wenn die Leute hinter's Licht geführt wurden und sich billig als doppelt und dreifach teuer und darüber hinaus auch noch mit großem Ärger behaftet heraus stellt.

Was sagte einst der steinreiche Oskar Wilde? „Ich bin zu arm, mir billige Dinge leisten zu können!" Aber genau diese qualitätsbewußte Denke gilt schon lange nicht mehr oder nur noch stark eingeschränkt in der noch gut verdienenden Mittelschicht Deutschlands. Sie galt in meinem Elternhaus, das kein reiches, sondern ein einfaches Elternhaus war, aber heutzutage gilt das Qualitätsbewußtsein und das das dafür den gerechten Preis zahlen nicht mehr. Das muss ich ja selbst verwundert zur Kenntnis nehmen und habe einige Jahre gebraucht, den Mentalitätswechsel der Deutschen zu akzeptieren, aber nicht zu tolerieren. Wenn der Besuch Ihrer Webseite kostenpflichtig wäre, sagen wir einen Euro pro Klick auf die Startseite, sich darin zu verlustieren ist völlig kostenlos, da würden Sie sich höchst verwundert die Augen reiben, dass von den 125.000 Besuchern binnen zweier Monate im dritten Monat nur noch ein klägliches Häuflein übrig bleiben würde. Nämlich nur die, die wirklich bereit und in der Lage sind, für Qualität den gerechten Preis zu zahlen.

Zum Abschluss will ich dringend (!) darauf hinweisen, dass Ihre Webseite keinesfalls mit Ihren Büchern vergleichbar ist, denn Ihre Webseite ist lediglich eine Loseblatt-Sammlung an hochwertigen Informationen, wohingegen Ihre Bücher pädagogisch gegliederte Leitfäden, also höchst hilfreiche Lehrbücher sind, die es dem Laien sehr einfach ermöglichen, sich in die Ideologie des Neoliberalismus und die Wirkungsweise der Globalisierung Schritt für Schritt hinein zu arbeiten. Es ist ein tragischer und trauriger Trugschluss, zu glauben, Jahnkes Webseite sei das gleiche wie seine Bücher und die persönlichen E-Mails, die er seinen Lesern ebenso höchstpersönlich zu den Fragen der Zeit zurück sendet, würden eine Bekanntschaft mit seinen Büchern ersetzen. Mitnichten!!!! Jeder, der den Unterschied zwischen Buch und Webseite ausprobiert, wird völlig überrascht sein!




05.05.08- Kommentar zu: Gedanken zur Zeit 858 03-05-08: Was habt Ihr Politiker und Wirtschaftsführer aus unserem Land gemacht?

muss wieder einmal meinen Komentar zur Ihren wertvollen Berichten abgeben. Ja was haben die Herren aus Berlin und der Wirtschaft allgemein aus Deutschland gemacht und was noch viel wichtiger ist, was werden diese Herren noch aus unserem Land machen. Hier einmal ein paar Beispiele wie ungerecht das soziale Deutschland mit seinen Bürgern umgeht was es diesen zumutet.

Grundsicherung

Die Grundsicherung verhindert Altersarmut, das ist der Schwanengesang von Frau Merkel ∓ Co. Die Wahrheit ist, Grundsicherung ist "bedarfsabhänig". Das heißt, wer einen Lebens-/Ehepartner aber auch Kinder mit mehr als 100.000 Euro Einkommen hat, dem wird wird das Einkommen dieser angerechnet. Das bedeutet besonders für Frauen mit kleiner Rente, wenn Ihr Ehepartner mehr wie Hartz IV hat, wird dies angerechnet und es gibt eben keine Grundsicherung.

Renter die wegen Erwerbsunfähigkeit eine von Haus aus sehr geringe Rente beziehen sind in den meisten Fällen von der Grundsicherung ausgeschlossen. Im Gesetzt heißt es nämlich: Anspruch auf Grundsicherung haben EU-Renter, wenn Sie eine "dauerhafte EU-Rente" beziehen. 99% aller EU-Renten werden aber aufgrund des SGB nur auf Zeit gewährt. Im SGB heisst es: EU-Renten werden grundsätzlich zeitlich befristet gewährt. Es sei denn das eine Heilungs-/Besserungschance unwahrscheinlich ist. Davon ist nach 9 Jahren auszugehen. Im Klartext: Die Dt. Rentenversicherung gewährt erst nach 9 Jahren die "dauerhafte Rente" vorher hat der EU-Renter keinen Anspruch auf die Grundsicherung.

Kalte Progression

Was viele Bürger nicht wissen bzw. ihnen noch nicht bewusst geworden ist, ist die Progressive Einkommenssteuer in Deutschland. Nicht nur das die Freibeträge die das Existensminimum gemäß GG viel zu niedrig angesetzt sind, auch die Progression ist in Deutschland besonders aggresiv. Die Progression findet nämlich nur in den unteren bis mittleren Einkommen statt, von 0 bis 50.000 Euro Einkommen. Rechnet man das Existensminimum ein dann von ca. 8000 bis 50.000. Bei 50.000 Euro Einkommen hat man den Spitzensteuersatz erreicht derzeit 42 %. Diese Progression wird aber in Deutschland nicht wie im übrigen Europa an die Inflation angeglichen. Das ist für den Staat vorteilhaft, da jede Lohnerhöhung in diesem Bereich gleich rein Netto mehr Steuern einbringt, da man in die nächste Progressionsstufe fällt. Trotz Lohnerhöhung weniger Netto durch die Progression durch die Hintertüre. Die meisten Staaten haben dieses Problem erkannt und die Einkommenstabellen sowie das Existensminimum wird entsprechend der Inflation jährlich erhöht. In Deutschland ist dies nicht der Fall. Ein Bekannter von mir wollte dies nicht glauben und ich habe es ihm anhand seiner Lohnabrechnung bewiesen. Er hatte eine Lohnerhöhung von 2,2% und verdient nun ca. 3700 Euro, sein Arbeitgeber führt nun automatisch ca.782 Euro Lohnsteuer ab. Ein Vergleich seiner Abrechnung mit einer Abrechnung vor der Lohnerhöhung brachte zu Tage, der Arbeitsgeber führt nun 4,4% mehr Lohnsteuer ab, als vor der Lohnerhöhung.

Renteneintrittsalter

Hier handelt es sich unzweifelhaft um das größte Rentenkürzungsprogramm der Geschichte. Kein anderes Land hat ein solch hohes Renteneintrittsalter wie Deutschland. In Italien z.B. gilt 57 Jahre oder 35 Beitragsjahre, freiwillige Weiterarbeit über 57 Jahre oder 35 Beitagsjahre hinaus bei wachsenden Rentenanspruch möglich. in Frankreich gelten nach wie vor 60 Jahre, für einzelne Berufsgruppen die eine hohe körperliche Belastung mit sich bringen wie z.B. LKW-Fahrer gilt 55 Jahre. Die Aufzählung könnte durch ganz Europa weitergehen, keiner setzt die Hürde so hoch wie Deutschland. Grund die leeren Kassen. Wer eher in Rente geht ob freiwillig oder aus gesundheitlichen Gründen wird mit Abschlägen bestraft, nichts anderes als eine Rentenkürzung durch die Hintertüre. Die Demografie ist schuld sagen die Politiker, aber dem ist nicht so, wenn man die Demografie beispielsweise bis ca. 1800 zurückverfolgt. In diesen 200 Jahren ist die Demographie deutlich sichtbar. Aber warum schlägt die angebliche Demographie nun so hart zu. Ganz einfach, die Demograhie wurde bis ca. 1990 durch die steigende Produktivität und die daraus resultierenen höheren Löhne und damit gleichzeitg höheren Beiträgen ausgeglichen. Diesen Prozess hat aber die Regierung durch Ihre Lohndumpingprogramme erfolgreich beendet. Die Produktivität steigt zwar weiter, aber hat keine positiven Effekt mehr auf die Löhne und damit auf die Beiträge sondern nur noch auf die Unternehmensgewinne und sind für die Rentenkasse verloren.

Weiter wird der derzeitige Alterspilz in einigen Jahren verschwunden sein. Guckt man genauer hin und legt die einzelnen Pyramiden, die jetzt zum Pilz werden, übereinander sieht man deutlich, daß der Pilz durch die "Babyboomer" der 60ziger Jahre entsteht. Dieser Pilz wird in großen Teilen um 2030-2040 kleiner werden um 2060 ist er endgültig verschwunden. Rein Biologisch. Wieviele werden überhaupt in der Lage sein, Ihren Beruf bis 67 auszuüben. Bei Büroberufen ist das ja noch vorstellbar. Aber wollen Sie wirklich von einem 70jährigen im Linienbus oder der Eisenbahn befördert werden?????? Kann man mit 67 noch als Bauarbeiter tätig sein?? Ergebnis: Rente mit 67 hilft weder gegen die Demographie noch gegen etwas anders, nichts als eine Rentenkürzung.

Angestrebter Sicherheitsrat

Wieder ein neues Modell, für noch mehr Staat und weniger Mitbestimmung. Solangsam frage ich mich: Was ist unser Grundgesetz eigentlich noch wert???? Mit dem angestrebten Sicherheitsrat will sich ,aus meiner Sicht, die Politik noch weiter der Kontrolle durch das Grundgesetz entziehen. Warum: Ganz einfach, der Sicherheitsrat soll über grundlegende Sicherheits und "Notmaßnahmen" entscheiden. Damit erreicht die Politik, die Bundeswehr z.B. aus dem Bereich des Grundgesetzes zu hebeln. Nach Grundgesetz darf nur der Bundestag über den Einsatz entscheiden. Nun soll in "bestimmten Situationen" nicht mehr der Bundestag sondern der Sicherheitsrat, dessen Zusammensetzung derzeit völlig offen ist, bestimmen können. Auch der Einsatz innerhalb Deutschlands soll damit durch die Hintertüre ermöglicht werden. Und bei der Bundeswehr wird es nicht bleiben. Das zeigt uns die Erfahrung wie Lauschangriff, Onlinedurchsuchung etc. All diese Beschlüsse haben weitere Begehrlichkeiten bei der Politik geweckt. Also die Frage darf erlaubt sein: Was ist unser Grundgesetz noch wert??

Seit 1990 wird eine Änderung nach der anderen durch den Bundestag und Bundesrat geprügelt. Die meisten Änderungen klamm still und heimlich ohne das die Bürger das zur kentniss genommen hätten. Ich meine: Jede Änderung des angeblich "Höchsten Gutes" Deutschlands, das Grundgesetz, soll und muss von den Bürgern mitgetragen und mitbestimmt werden, ansonsten ist es keinen Pfifferling mehr wert.

Entfernt sich die Politik weiter von den Bürgern befürchte ich wird auch irgendwann die 2/3 Mehrheit zur Abschaffung des GG vorhanden sein und es wird abgeschafft. Freie Fahrt für freie Politiker. Dies waren nur 3 kleine Abrisse, die Liste ließe sich fast beliebig weiterführen.




05.05.08- Kommentar zu: Gedanken zur Zeit 856 02-05-08: Wirtschaftspolitik als Psychotrip

Zum obigen Thema passt ein Zitat von J.M Keynes: "Ein zu großer Teil der neuen ,mathematischen' Ökonomie ist nur ein Gebräu, ebenso ungenau wie die getroffenen Annahmen auf denen sie beruht. Sie erlaubt dem Autor, in einer Masse aufgeblasener und nutzloser mathematischer Symbole den Blick für die Komplexität und Interdependenz der wirklichen Welt zu verlieren." Das Zitat stammt aus dem Artikel von K.-H. Brodbeck, Professor für Statistik, Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Dort heißt es u.a.: "Weshalb werden eigentlich immer wieder Prognosen in der Wirtschaft und für die Wirtschaft erstellt, wenn doch die Erfahrung fast täglich zeigt, daß die Modelle als Prognoseinstrumente nicht funktionieren. Wie kann die Paradoxie erklärt werden, daß eine Wissenschaft hohes Ansehen genießt, die unaufhörlich daran scheitert, ihre Hausaufgaben ordentlich zu machen."

Die Schlussbemerkung lautet u.a.: "Meine Kernaussage war, daß die Vorstellung, die Wirtschaft sei eine Maschine, deren Funktion man berechnen und vorhersagen könne, unhaltbar ist. Erstens führt sie zu inneren Widersprüchen (ich erinnere an die Prognose des Verlaufs eines Aktienkurses), zweitens haben auch nach dem Eingeständnis führender Ökonomen Prognosen nicht eine erklärende, sondern eine ethische Funktion. Ökonomie ist Ethik geblieben, d.h. der Versuch, Handlungen zu beeinflussen, zu steuern, in erwünschte Bahnen zu lenken. Ich möchte gegen diesen Versuch gar nichts prinzipiell einwenden. Viele ökologische Fragen z. B. machen es unabdingbar, daß wir alle unser Verhalten ändern, und hier ist ein weites Feld für Überlegungen, wie dies am sinnvollsten und möglichst schmerzfrei geschehen kann. Doch man muß ganz klar sagen: All dies sind keine positivwissenschaftlichen Aussagen wie die Erklärung einer chemischen Reaktion oder der Flugbahn einer Rakete. Es wäre der Öffentlichkeit gegenüber ein Gebot der Fairness, wenn die Ökonomen ausdrücklich sagen würden, daß sie eigentlich Ethiker, nicht aber wertneutral erklärende Wissenschaftler sind. ....... nicht so tun, als würden sie aus der Vogelperspektive die Gesamtheit dieser Prozesse wie ein ferner Beobachter "erklären". Die Wirtschaft ist eben keine Maschine. Und Ökonomen sind keine Physiker oder Chemiker. Sie erklären nicht einen leblosen Gegenstand, sie sprechen zu lebendigen Menschen."

Es lohnt sich, bevor man das Gebräu der 5 Wirtschaftsweisen konsumiert, die Erläuterungen in dem Artikel nachzulesen: K.-H. Brodbeck, Warum Prognosen in der Wirtschaft scheitern, praxis perspektiven 5 (2002), .




04.05.08- Kommentar zu: Gedanken zur Zeit 858 03-05-08: Was habt Ihr Politiker und Wirtschaftsführer aus unserem Land gemacht?

unsere politischen Eliten, Wirtschaftsführer und sonstige gewichtige Meinungsmacher und Einflussnehmer haben aus Deutschland ein "Goldenes Kalb" gemacht, um das sie munter herum tanzen und jeden Tag bis zur Besinnungslosigkeit Party feiern. Das einfache Volk schaut verwundert zu und versinkt immer rascher in Dummheit, Arbeitslosigkeit und Armut.

Ich habe mich lange Zeit gefragt, was eine Regierung und was eine Wirtschaft davon haben kann, zuzusehen, wie die Kaufkraft der Menschen mehr und mehr schwindet, letztlich also die Binnenwirtschaft versiegt. Wer profitiert von der den Menschen staatlich verordneten Armut, Hartz IV genannt? Und warum werden uns immer mehr und mehr Steuern, Gebühren und sonstige Abgaben zugemutet und warum sinken gleichzeitig die Löhne und Gehälter?

Es kann doch nicht sein, dass Deutschland in so gut wie jeder Beziehung (Bildung, Arbeitsmarkt, Sozialkassen etc.)ganz offensichtlich absichtlich verwüstet wird. Das kann und darf doch nicht sein, weil diese harte Realität nichts mit gesundem politischem Menschenverstand zu tun hat.

Doch, das kann sein, muss ich mir zähneknirschend und sehr ungern eingestehen, nämlich unter dem Umstand betrachtet, dass im neoliberalen Gedankengut der Profit als alleinseligmachendes Ziel des Lebens angesehen wird und unsere politischen Eliten nichts anderes als Handlanger und Erfüllungsgehilfen ihrer selbst und der profitgierigen Wirtschaft sind. Die Vokabel "Gemeinwohl" versinkt im Focus der Profitgier im Hades, ebenso das soziale Verantwortungsgefühl. Es wird im Heute, aber nicht mehr im Morgen und Übermorgen gedacht. Und wenn das Leben in einem volkswirtschaftlich und sozial kaputten Land unerträglich geworden ist, weil es nix und nüscht mehr zu profitieren gibt, haben die reichsten 10 % der Bewohner unseres Landes Geld genug, dorthin zu ziehen, wo es wieder schön ist zu leben. Der Tanz ums "Goldene Kalb" beginnt von neuem, während die Zurückgelassenen ums Überleben kämpfen.

Die neoliberale Wirtschafts-Ideologie ist für mich eine physische wie materielle Vernichtungsmaschinerie, denn das völlig unkontrollierte Kapital bzw. seine Besitzer werden niemals satt und zufrieden sein. Die Gier des Kapitals schreitet ohne Mitgefühl über Leichen und verbrannte Erde. Da sollte man sich keiner sozialromantischen Illusion hingeben oder auf den gesunden Menschenverstand unserer Politiker hoffen!

Ich wünsche mir jedenfalls die gute alte soziale Marktwirtschaft zurück, aber da muss es wohl erst einen weltumspannenden sozialen wie kapitalen Super-Crash geben, also eine heftig schmerzhafte Rosskur für Goldens-Kalb-Süchtige.




04.05.08- Kommentar zu: Was ist meine Lebensqualität?

obwohl Lebensqualität auch eine beträchtliche subjektive Komponente enthält, lassen sich sehr wohl auch objektive Kriterien und Maßstäbe heranziehen, die Auskunft geben können über das Wohl und Wehe der Menschen in Deutschland und anderswo auf der Welt.

Eine oftmals kolportierte "Wirtschaftsweisheit" besagt, daß die Wirtschaft zu mindestens 50% aus Psychologie bestehen soll. Diese unbewiesene Aussage muß sich allerdings auf Zeiten beziehen, die man heutzutage im allgemeinen Sprachgebrauch als "gute alte Zeit" oder auf die deutschen Nachkriegsverhältnisse angepaßt als das "goldene Jahrzehnt der Siebziger" bezeichnen könnte. Was war damals so grundlegend anders, als es im Jahr 2008 ist? In diesen Jahren, der von einem völlig anderen Reformgeist geprägten Zeit, ließ sich noch verhältnismäßig einfach mit Hilfe von Psychologie die Wirtschaftsentwicklung beeinflussen. Schlicht und ergreifend deshalb, weil seinerzeit eine andere ökonomische, soziale und gesellschaftliche Grundlage vorhanden war, die in ihren Grundzügen deutlich erkennbar auch der Nachfrageseite der Wirtschaft und nicht nur den Angebotsbedingungen angemessene Beachtung schenkte. Im Ergebnis hatten die abhängig Beschäftigten auch mehr Einkommen zur Verfügung, was aber nicht in Finanzspekulationen der Überreichen floß, sondern größtenteils in den binnenwirtschaftlich zu Buche schlagenden Konsum der einen relativen Wohlstand erreicht habenden Bevölkerungsmassen und der davon profitierenden (mittelständischen) Wirtschaft.

Womit sollte eine heutige Wirtschafts- und Konsumpsychologie aber den Konsum antrieben helfen, wenn einfach kein Geld in ausreichendem Maße zum Ausgeben bei vielen mehr vorhanden ist? Dann wird aus konsum- und investitionsfördernder Wirtschaftspsychologie eben eine gezielt betriebene systematische Desinformationsmaschinerie von regierungsamtlicher und medialer Seite. Von Lebensqualität, die sich auch auf Gesundheit und Sozialität stützt, bleibt demzufolge wenig(er) übrig, da das Diktakt des "leeren Portemonnaies" an der psychischen und physischen Gesundheit der verunsicherten Menschen nagt sowie das Sozialverhalten behindert und einschränkt. Wer kann mit wenig Geld und unsicherer Lebensgrundlage schon ohne Zukunftsangst Kinder in die Welt setzen bzw. sich überhaupt wagen, partnerschaftlich zu binden? Da das "liebe Geld" zum Leben und Überleben für die allermeisten nach wie vor aus der auf dem Arbeitsmarkt verkauften Arbeitskraft entspringt, sind wir schlußendlich an der eigentlichen Achillesferse der herrschenden neoliberalen Wirtschafts- und Sozialdoktrin angelangt, nämlich dem rasanten Bedeutungsverlust des Faktors Arbeit in der deregulierten und liberalisierten Marktwirtschaft im Zeichen der Globalisierung ohne festes Regelwerk mit sich negativ entwickelnden Wettbewerbsbedingungen, die die hochgelobten Freiheitsgewinne der individualisierten Menschen in Fesseln derselben umschlagen lassen.

"Der Mensch arbeitet, um zu leben" und "Die Wirtschaft ist für den Menschen da." Heißt es vielfach in der real erlebten Arbeitswelt der Menschen nicht eher umgekehrt "Der Mensch lebt, um zu arbeiten" (wenn er denn eine Arbeit hat, die ihm dann auch noch gefällt) und "Der Mensch ist für die Wirtschaft da"? Merkwürdigerweise hat der von den neoliberalen "Wunderdoktoren" in der öffentlichen Diskussion fast völlig verdrängte englische Ökonom John Maynard Keynes auch für mehr Lebensqualität der Menschen unermüdlich gewirkt, bis er dies nicht mehr zu leisten vermochte. Lebensqualität für viele durch eine entsprechende Politik schaffen zu wollen, scheint schon immer eine überaus anstrengende Aufgabe gewesen zu sein.




02.05.08- Kommentar zu: Gedanken zur Zeit 850 29-04-08: Was ist eigentlich Kauflaune?

Kauflaune ist nichts anderes, als überflüssiges Geld im Geldsäckel zu haben, das Otto-Normalbürger und Lieschen Müller bedenkenlos für unnötigen Firlefanz ausgeben können, ohne sich selbst in einen Kredit zu treiben. Das war in der "sozialen Marktwirtschaft", als die Rente noch sicher war und die Krankenkassen, gar die Arbeitslosenversicherung funktionierte, Gang und gäbe und es tat unserer Binnenwirtschaft gut.

Mal ehrlich: Wer sich nicht regelmäßig per neoliberalistisch-kritischen Webseiten informiert, dem wird völlig schwindelig bei all den täglich sich wechselnden Berichten über Pro und Kontra von Konsumlaune/-streik, Inflation von 3,1 bzw. 3,6 und gefühlten 7 bis 10 %, vom angeblichen Aufschwung und Abschwung am Arbeitsmarkt, von Monat zu Monat sinkenden Arbeitslosenzahlen, aber stetig wachsenden Ausgaben für Hartz-IV, von Monat für Monat steigender und sinkender Unternehmer-Zuversicht.

Zurzeit wird täglich darüber informiert, dass es den deutschen Rentnern in der Mehrzahl noch nie so gut ging wie heute, gleichzeitig sehe ich im Fernsehen, lese ich in den Online-Medien, höre ich im Radio unfreiwillig drastische Beispiele von Senioren, die von ihrer Rente nicht leben können, also lebenslang hinzuverdienen müssen.

Der aktuellen deutschen Propaganda "Mehr Zeit zum Leben" kann ich leider nicht entgehen, sosehr ich es auch versuche. Auf allen Kanälen wir derzeit Angst vor dem Alter betrieben. Gegen die Propaganda der Medien zu sein ist ebenso zwecklos, wie der BILD-Schlagzeile bei LIDL oder neuerdings meinem Bäcker zu entgehen, der die BILD-Zeitung auf der Theke auslegt, wo bezahlt wird. Wenn mein Metzger auch noch diesem Beispiel der Propaganda-Mühle folgt....., ich schlag diesen Leuten die BILD um die Ohren, ehrlich! So wütend bin ich mittlerweile!

Insgesamt betrachtet muss man/frau zwangsläufig mehrheitlich staatsverdrossen werden, sofern man/frau nicht weiß, wo es Infos zu lesen gibt, deren Autoren in selbstloser Weise versuchen, per Webseiten und veröffentlichter Bücher einen klaren Weg durchs Informationsdickicht zu schlagen.

Heute war bei meinem Arbeitgeber, der überall in der Welt Tochterunternehmen betreibt, Betriebsversammlung im deutschen Stammwerk.

Die Belegschaft wurde darüber informiert, dass die Verluste, die wir bereits in den letzten drei Jahren in geringen, aber gut aufzufangenden Margen einfuhren, nicht zu vergleichen sind mit den Verlusten, die wir jetzt erleiden.

Der US-Markt bricht so gut wie vollständig weg. Unser Geschäftsführer berichtete, dass wir zwar noch keinen Kunden verloren haben, die Telefonanrufe in der Verkaufsabteilung aber erheblich abgenommen haben. Unsere Kunden bestellen vorsichtiger, brauchen zurzeit erst ihre Läger auf, bevor sie geringe Mengen an den Produkten, die mein Arbeitgeber herstellt, nachbestellen. Da liegt eine Krise in der Luft! Die Stamm-EU-Länder (England, Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, auch Türkei) schreiben ebenso Minus und das bis zu 18 %. Da lassen sich die Produkte meines Arbeitgebers, der für die weiterverarbeitende Industrie fertigt, kaum noch verkaufen. Die weiterverarbeitende Industrie in diesen Ländern funktioniert entweder gar nicht mehr oder nur sehr stotternd.

Polen, einst ein hoffnungsfrohes Land, das sich mit einem Gewinn von 1,2 Prozent entwickelte, fährt jetzt den dicksten Verlust mit 18 Prozent ein. Allein Dänemark boomt und kaufte meinem Arbeitgeber seine Produkte mit Umsatz-Zuwachs ab. Aber Dänemark, ließ uns der Geschäftsführer wissen, ist ein viel zu kleiner Markt, die Verluste des Konzerns zu kompensieren.

Weitere Boomländer befinden sich zurzeit im tiefsten Ost-Europa und Asia-Pacific. Hier ist ein riesengroßer Absatzmarkt, hier lassen sich Gewinne erzielen, die die Verluste in USA, Europa und Deutschland aber nicht kompensieren, denn die Zulieferprodukte meines Arbeitgebers werden in Asien längst kopiert und zu Billigstpreisen weltweit angeboten, denn China und Indien besitzen Analytik- und Prüf-Labore, in denen sich zu 40 bis 80 Prozent feststellen lässt, wie ein deutsches Zulieferprodukt chemisch zusammen gesetzt ist. Der Rest wird mit passenden Füllstoffen oder giftigen Substanzen kompensiert. Geiz ist geil, das gilt auch in Asien.

Mein Arbeitgeber teilte uns heute per Betriebsversammlung mit, dass die Firmenlage bedenklich sei, aber zur Panik noch (!) kein Anlass besteht. Die Wochenend- und Feiertagsschichten im Stammwerk Deutschland werden eingestellt, sind bereits seit Anfang März 2008 eingestellt worden. Die Menschen in der Produktion verdienen also künftig viel weniger. Die Leiharbeiter werden gerade entlassen, weil die nicht mehr gebraucht werden. Die Stamm-Arbeiter in Deutschland sind aufgefordert, ihre per Zeitkonto angesammelten, bis zu 300 Überstunden, betriebstauglich abzuarbeiten, also zu Zeiten, die dem Betrieb gut tun, nicht zu Zeiten, wo ein Arbeiter einen Urlaub planen könnte.

So sieht meine Realität aus. Mit mehreren Hundert Menschen Stammbelegschaft inklusive vieler Leiharbeiter im Mutterwerk Deutschland darf ich mir nun Gedanken machen, wie es weiter gehen wird. Wir werden unsere Geldsäckel noch mehr zusammenhalten wie bisher, weil wir schlechte Zeiten, gar Entlassungen fürchten. Von Konsumlaune kann bei uns keine Rede sein. Es geht um unsere Existenz! Da sparen wir wie blöd und verrückt.




02.05.08- Kommentar zu: Arbeitslos im April 2008

ich kenne eine Frau in meiner nächsten Umgebung, die einen Job für 14 h pro Woche mit einem Stundelohn von 3,30 Euro bekommen hat und dadurch nicht mehr als arbeitslos in der Statistik erscheint - Kommentar überflüssig !

Auf der anderen Seite werden immer mehr Berichte von der Verschwendungssucht der Super - Reichen in den Medien verbreitet, die eignetlich beschäme3nd sein müssten, z.B. ein Bericht, wo die Sprößlinge dieser Oberklasse an einem Abend in der Disco 10.000 Euro verprassen, Champagner in sich hinein schütten für 650 Euro pro Flasche. Die Gehälter einiger Manager werden doch nur deshlab in die öffentliche Diskussion gebracht, um von den eigentlichen "Einkommen" der mehrfachen Milliardere und Multi - Millionäre abzulenken - hier sitzen die Raffkes, die in ihrer ungeheuren Gier den gesellschaftlichen Konsenz (soziale Marktwirtschaft) empfindlichst stören. Hier geht es nicht um Neid, sondern um soziale Gerechtigkeit ! Schließlich werden die Stimmen derjenigen in den Medien unterdrückt, die sich konsequent auf dem Boden des Grundgesetzes für mehr soziale Gerechtigkeit einsetzen - es muss ja nicht gleich Sarah Wagenknecht sein.




02.05.08- Kommentar zu: Gedanken zur Zeit 851 01-05-08: Wo soll denn die Vollbeschäftigung herkommen?

unsere viel zu optimistische Medienberichterstattung macht durchaus Sinn.

Viele Menschen glauben dem gedruckten und gesprochenen Wort. Sie zeigen sich erleichtert, dass wir immer weniger Arbeitslose haben. Hauptsache weg von der Straße!

Die Art der Arbeit und ihre Entlohnung ist völlig egal. Hauptsache die Arbeitslosen gehen wieder einer geregelten Tätigkeit nach. Derweil der tiefe Glaube vorherrscht, das staatliche Rentensystem sei sowieso kaputt, macht es auch nichts, dass von Minijobbern, Leiharbeitern etc. nicht erwartet werden kann, dass sie nennenswerte Beiträge in die Sozialkassen einbezahlen. Man muss halt selber für's Alter vorsorgen, basta! Und wer das nicht kann, hat Pech.

Pech hat auch derjenige, der aufgrund seiner niedrigen Intelligenz und daraus resultierenden miesen Ausbildung nicht befähigt ist, einen gut bezahlten Job zu erhalten. Solche Menschen müssen sich halt auf ihrem niedrigen Niveau einrichten. Die Höhe des Einkommens wird mittlerweile tatsächlich mit der Intelligenz und dem Charakter eines Menschen in Verbindung gebracht.

Den meisten Menschen meines Dunstkreises ist zwar bekannt, dass die offiziellen Arbeitslosenzahlen geschönt sind und es noch viel mehr Arbeitslose gibt, aber das ist für sie kein Widerspruch, denn immerhin ist nicht jeder Mensch geeignet, einer Tätigkeit nachzugehen, folglich gibt es in jeder Gesellschaft einen bildungsresistenten Bodensatz, der mittlerweile (innerhalb meines Bekanntenkreises) nurmehr ungern per staatlicher Alimente mit durchgefüttert wird. Und weil man diese Menschen sowieso nicht für's Arbeiten gebrauchen kann, müssen sie auch nicht in der Arbeitslosenstatistik geführt werden. Das würde die Statistik nur unnötig aufblähen, also verfälschen.

Der eigentliche Sinn der übertrieben optimistischen Nachrichten liegt meines Erachtens nicht nur am Näherkommen der Bundestagswahlen sondern auch in einem weiteren Versuch, unsere Gesellschaft zu spalten. Denn wenn die Arbeitslosenzahlen ständig sinken, es also offensichtlich sehr viele neu geschaffene Arbeitsplätze gibt, warum ist Herr X, warum ist Frau Y noch immer arbeitslos? Da kann doch etwas mit diesen Leuten nicht stimmen! Vermutlich sind die ganz einfach zu dumm, zu faul oder zu anspruchsvoll.

Soviel zur volkswirtschaftlichen Logik oberflächlicher Zeitgenossen, die dem neoliberalen Mainstream allzu sehr vertrauen.

Ich bin Ihnen jedenfalls sehr dankbar für Ihren nimmermüden Einsatz, per kritischer Gedanken und statistischen Schaubildern Tag für Tag Aufklärung zu betreiben.




02.05.08- Kommentar zu: Die Verbrechen der neoliberalen Globalisierer gegen die Menschheit

ich habe Ihnen vor einigen Tagen geschildert, wie traurig menschenverachtend meine Arbeitskollegen/Bekannten über die Menschen der Dritten Welt, der Schwellenländer, der 2. Welt, wozu bereits die USA gehören, denken.

Jeder ist seines Glückes Schmied und wer es nicht versteht, unter den gegebenen Umständen zu überleben, muss sterben. Das ist Evolution, das ist Darwinismus. Nur die Besten kommen durch. Das ist der Gedanke meiner Kollegen/Bekannten, die nur brav und treu dem deutsch-medialen Mainstream folgen und selbst ihr unmenschliches Schicksal beklagen inform von deutschen hohen Benzin- und Nahrungsmittelpreisen.

Mittlerweile kursiert ja auch die Frage, ausgelöst durch GREENPEACE an den Nestle-Chef gerichtet, ob Wasser, also sich satttrinken, ein Menschenrecht ist. Der derzeitige Nestle-Chef verneint die Frage, denn von einem Zusammenhang vom Handelsgut Wasser und einem natürlichen Menschenrecht, sich sattzutrinken, hat er nie etwas gehört und erkennt auch keinen Bezug. Wasser ist ein kommerzielles Gut, eine Ware, die bezahlt werden will.

Wer Wasser trinken will, muss es bezahlen, das gilt auch für Nomaden oder Drittwelt-Bewohner.

Nestle verkaufte ja auch Babybreie, die per kaltem Wasser angerührt werden, in riesengroßer Zahl ausgerechnet an diejenigen Menschen, die in Slums leben und keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Die Babys erkrankten/erkranken an Durchfall und sterben in nicht geringer Zahl. Gerichtsprozesse der Ärmsten der Armen, angetrieben durch Hilfsorganisationen, gegen Nestle gerichtet, laufen noch. Gezielte Menschenvernichtung und grenzenlose Profitgier ist Nestles Anspruch, kalt angerührte Babybreie an extrem arme Menschen zu verkaufen. Das ist im Tatbestand versuchter Völkermord.

Als ich meine Kollegen/innen auf diesen Missstand ansprach, meinten die nur:

"Selber Schuld, wenn Frau nicht stillen kann",

"Wo liegt der Missstand? Die Leute wissen doch, dass sie Kloakenwasser schöpfen! Selber Schuld, es den Babys unabgekocht zu verabreichen!",

"Hab ich kein Mitleid mit denen, mir geht es ja selber Monat zu Monat schlechter, weil die Abgaben viel zu hoch sind und die 10 Euro Praxisgebühr pro Vierteljahr und die Zuzahlungen bei Medikamenten. Sollen halt endlich lernen, vernünftig zu arbeiten, die Muffties in den Faulenzerstaaten dieser Erde!"

Befrage ich meine 30 Kollegen inklusive meines menschenverachtenden Chefs, sagen sie alle, dass es kein Menschenrecht auf kostenloses Wasser gibt. Wir Deutsche müssen ja auch für Wasser zahlen, also sollen das auch die Nomaden in der Wüsten,an den Oasen tun und die an Flüssen lebenden Milionen von Menschen. Es kann ja nicht sein, dass es auf der Erde irgendetwas kostenlos gibt.

Ich abonniere seit 15 Jahren die GREENPEACE-Zeitung, zweimonatlich herauskommend, 4,90 Euro kostend. Diese Zeitung feiert gerade ihr 15-jähriges Bestehen, ohne jemals Werbung gemacht zu haben, also sich selbst durch Spenden finanziert zu haben, ohne je eine dubiose Altersvorsorge oder eine sonstige Banken-Werbung in Anspruch genommen zu haben.

In der neuesten Ausgabe des GREENPEACE-MAGAZINS existiert die Frage, ob es sich die Weltbevölkerung überhaupt leisten kann, tierische Arten zu erhalten, die sich jenseits unserer Nutztierzucht und der Monokulturen befinden. Von Haustieren ist schon keine Rede mehr, die gerade in den reichen Industrienationen sehr viel verwöhnter und gewollter sind als Kinder. Haustiere (Hund und Katze) sind flächendeckend Kindersatz geworden. Der Haustiemarkt boomt in Deutschland in Milliardenhöhe.

Die Kernfrage ist: "Hat eine Art ein Recht auf Leben?"

Selbstverständlich hat sie es, auch der Mensch. Aber die kontrollose Gier auf Geld tut das Recht des Lebens der Arten kaputt machen. Jeden Tag gehen uns Menschen per Raubbau und Raubtier-Kapitalismus 150 bis 500 Tierarten kaputt, landen also auf dem Müll der menschengemachten Evolution.

Wann landet der Mensch auf dem Müllhaufen dieses Planeten, weil er sich selbst vernichtet hat?


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