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Schwerpunktthema auf jjahnke.net - zuletzt aktualisiert: 02/02/2007 09:37 -

Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006)
und "Deutschland global" (2005)

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In allen wesentlichen CO2-Emissionsländern hat der Ausstoß pro Kopf in den fünf Jahren von 1999 bis 2004, den letzten amtlichen Zahlen, weiter zugenommen, z.T. sehr erheblich (Abb. 07124). Trotz ziemlich stagnierender Wirtschaftsentwicklung und negativer Reallohnentwicklung stieg er in Deutschland um weitere 2,3 % an.


Abb. 07124 zeigt die Entwicklung der Emissionen pro Land bei den am Zuwachs Hauptbeteiligten.


Die Arbeitsgruppe I des International Panels on Climate Change (IPCC) hat jetzt die Zusammenfassung für Politiker des ersten Bandes von "Climate Change 2007" (auch "4. Assessment Report" genannt) angenommen. Der Bericht wurde von einigen 600 Autoren aus 40 Ländern verfaßt. Vertreter von 113 Regierungen haben den Bericht Linie für Linie überprüft und gebilligt. Dazu gehören Vertreter von Regierungen, die normalerweise gegenüber dem Treibhauseffekt skeptisch eingestellt waren, wie Saudi-Arabien. Es ist das Ergebnis von 6 Jahren Arbeit. Hier die wichtigsten Grafiken aus der Zusammenfassung, die jeweils nur kurze Erklärungen brauchen.

1. CO2 in der Atmosphäre

Die Abb. 07109 zeigt die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre über die letzten 10.000 Jahre bis ins Jahr 2005. Dabei stammt nur die rote Spitze der Kurve von direkten Messungen in der Atmosphäre. Werte für weiter zurückliegende Zeitpunkte haben Wissenschaftler aus Eisbohrkernen gewonnen. Der grau hinterlegte Kasten zeigt den Verlauf seit 1750 in größerem zeitlichen Detail.


2. Methan in der Atmosphäre

Die Abb. 07110 zeigt die Konzentration des Treibhausgases Methan. Die Kurve beschreibt seine Konzentration in der Erdatmosphäre im Verlauf der letzten 10.000 Jahre bis ins Jahr 2005. Dabei stammt nur die hellrote Spitze der Kurve von direkten Messungen in der Atmosphäre. Werte für weiter zurückliegende Zeitpunkte haben Wissenschaftler aus Eisbohrkernen gewonnen. Der grau hinterlegte Kasten zeigt den Verlauf seit 1750 in größerem zeitlichen Detail.


3. Stickoxide in der Atmosphäre

Die Abb. 07111 zeigt die Konzentration der Treibhausgase Stickoxide. Die Kurve beschreibt ihre Konzentration in der Erdatmosphäre im Verlauf der letzten 10.000 Jahre bis ins Jahr 2005. Dabei stammt nur die hellrote Spitze der Kurve von direkten Messungen in der Atmosphäre. Werte für weiter zurückliegende Zeitpunkte haben Wissenschaftler aus Eisbohrkernen gewonnen. Der grau hinterlegte Kasten zeigt den Verlauf seit 1750 in größerem zeitlichen Detail.


4. Luft, Meer, Schnee

Die globale Durchschnitts-Oberflächentemperatur seit dem Jahr 1850 (oben), die globale Durchschnittsmeereshöhe seit 1870 (Mitte) und die Schneebedeckung der Nordhalbkugel seit 1920 - in allen drei Teilen der Abb. 07112 werden die relativen Veränderungen (in Grad Celsius Temperatur, Millimeter und Quadratkilometern) zum Durchschnittswert des Vergleichszeitraums der Jahre 1961 bis 1990 angegeben. Blau unterlegt ist jenes Intervall um die Durchschnittswerte herum, in dem sich nach Einschätzung der IPCC die Mess-Unsicherheit bewegt.


5. Menschlicher Einfluss

Könnten auch rein natürliche Einflüsse für die beobachtete Erwärmung verantwortlich sein? Die schwarzen Linien in Abb. 07113 zeigen die Entwicklung der mittleren Oberflächentemperaturen. Dann fügten sie die Ergebnisräume hinzu, die unterschiedliche Computersimulationen zur Klimaentwicklung der letzten 100 Jahre ergeben haben (Blau bei rein natürlichen Prozessen, rot für eine Kombination aus natürlichen und vom Menschen verursachten Einflüssen).


6. Erwärmungs-Ausblick

Drei Was-wäre-wenn-Szenarien haben die Forscher hier in Abb. 07114 gegenübergestellt. Die Globen zeigen die erwarteten regionalen Klimaveränderungen (Mittelspalte 2020 bis 2029, Rechte Spalte 2090 bis 2099). Die Skala zeigt den Farbcode für die Temperaturveränderung in Schritten von einem halben Grad Celsius. Im Szenario B1 wird die Nutzung klimaschonender Technologien betont. Szenario A1B steht hingegen für weiter starken CO2-Ausstoß. A2 steht für eine langfristig besonders erwärmungsträchtige Entwicklung.


7. Sommer-Niederschläge

Für das Klimaszenario A1B (weiter starke CO2-Emissionen, Klimaschutzmaßnahmen kommen nur bedingt zum Tragen) wurde die Veränderung der Niederschlagsmenge berechnet. Die Abb. 07115 zeigt, wie sie sich 2090 bis 2099 relativ zu den Jahren 1980-1999 entwickelt. Die Werte beziehen sich auf die Sommermonate Juni, Juli und August. Waren sich weniger als zwei Drittel der Simulationsrechnungen einig, blieb das Gebiet weiß. Schwarze Punkte stehen für eine mehr als 90-prozentige Übereinstimmung der Modelle.


8. Temperaturkurven bis 2100

Die schwarze Linie in der linken Hälfte der Abb. 07116 zeigt die Messwerte bis zum Jahr 2000. In einer Vielzahl (bunte Zahlen) von Simulationen wurde der zukünftige Verlauf vorausberechnet. Die drei oberen Linien stehen dabei für drei standardisierte Szenarien zum weiteren CO2-Ausstoß. Besonders warm würde es demnach im A2-Szenario werden (rote Linie). Die orange Linie steht für den Fall, dass die Emissionen auf dem Niveau des Jahres 2000 konstant gehalten worden wären.


9. Änderung des Meeresspiegels bis 2100

Weil die Ozeanzirkulation sich ebenfalls verändert, steigt der Meerespegel nicht überall um den gleichen Betrag an (Abb. 07117). Die Änderungen reichen von einer geringen Abnahme auf der Südhalbkugel bis zu einem Anstieg, der örtlich bis zu mehr als einen Meter betragen kann. Besonders hohe Anstiege sind rot gekennzeichnet. Dem neuen IPCC-Report zufolge werden die Meere im globalen Durchschnitt bis zum Jahr 2100 um maximal 59 Zentimeter ansteigen. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) jedoch glaubt, dass etwa die Nordsee bis zum Ende des Jahrhunderts um einen vollen Meter anschwellen könnte.


Nordseeküste: Die Niederlande wären bei einem Anstieg von einem Meter stark gefährdet, wie das "Flood"-Programm zeigt, eine Erweiterung von Google Maps (Abb. 07118). Überflutete Gebiete stellt die Software blau schraffiert dar.


Amsterdam: Bei einem Anstieg des Ozeans um einen Meter stünde das Umfeld von Amsterdam unter Wasser, sofern es nicht durch Deiche geschützt würde (Abb. 07119).


Sylt und der Klimawandel: Laut Flood-Software drohen vor allem auf der Wattseite Überflutungen, wenn der Pegel um einen Meter steigt (07120).


Chinesische Ostküste: Auch hier würden große Flächen überflutet, sollte sich der Meeresspiegel um lediglich einen Meter erhöhen (07121).


Golf von Bengalen: Auch hier wäre eine Katastrophe unausweichlich. Die blaue Schraffierung zeigt, wie ein Anstieg von einem Meter sich auswirken könnte (Abb. 07122). Bangladesh ist eines der ärmsten, tiefst gelegenen und am dichtesten bevölkerten Länder der Erde.


New York: Manhattan selbst ist zwar noch nicht bedroht, aber dafür Teile New Jerseys (Annahme: Meeresspiegel plus ein Meter, Abb. 07123).


10. Symptome der Krankheit

Die Konzentrationen von Treibhausgasen (Kohlendioxid, Methan) in der Atmosphäre ist so hoch wie seit 650 000 Jahren nicht mehr. 78 Prozent der Erhöhung gehen auf die Nutzung fossiler Brennstoffe (Öl, Kohle usw.) zurück, 22. Prozent auf das Vernichten von Waldflächen (Rodung, Holz- und Papierproduktion, Feuerholz).

Elf der vergangenen zwölf Jahre finden sich unter den zwölf wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen um 1850.

Die Erde hat inzwischen die höchste Durchschnittstemperatur seit mindestens 1300 Jahren. Das hat die Auswertung von Altersringen an Bäumen ergeben.

Die Temperaturen werden bis 2100 mehr als doppelt so schnell steigen wie im vergangenen Jahrhundert.

Die schneebedeckte Fläche hat seit 1980 um etwa 5 Prozent abgenommen.

Die Temperaturen in den oberen Schichten des Permafrostbodens haben sich seit 1980 um 3 Grad Celsius erwärmt, die Ausdehnung des saisonal gefrorenen Bodens hat seit 1900 um 7 Prozent abgenommen, im Frühling sogar um 15 Prozent.

Die Arbeitsgruppe II Auswirkungen, Anpassung und Verwundbarkeit wird ihren Bericht im Mai veröffentlichen. Die wichtigsten Ergebnisse sickern allerdings schon jetzt durch. Danach wird die Wahrscheinlichkeit menschlichen Ursprungs des Klimawechsels nun von bisher 66 % auf 90 % und der bis 2100 erwartete Temperaturanstieg auf 3 Grad über dem vorindustriellen Niveau angehoben. Es wird befürchtet, daß bereits im Jahr 2080 (unsere Kinder werden es erleben) 200 bis 700 Millionen Menschen zusätzlich unter Nahrungsmangel und 1,1 bis 3,2 Mrd Menschen zusätzlich unter Wassermangel leiden werden. Für mehr zur Umwelt siehe hier.


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