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Schwerpunktthema auf jjahnke.net - zuletzt aktualisiert: 06/05/2007 09:37 -

Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006)
und "Deutschland global" (2005)

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Das Statistische Bundesamt hat jetzt weitere Daten aus dem Mikrozensus 2005 zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund (Zugewanderte und ihre Nachkommen) in Deutschland ausgewertet. Danach lebten 2005 von den 15,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund 14,7 Millionen oder 96% im früheren Bundesgebiet und in Berlin. Am höchsten ist ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung in Großstädten, vor allem in Stuttgart mit 40%, in Frankfurt am Main mit 39,5% und in Nürnberg mit 37%. Bei den unter 5-Jährigen liegt dieser Anteil in sechs Städten bei über 60%. Insgesamt hat knapp ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren in Deutschland einen Migrationshintergrund. Abb. 13280 zeigt diese für die Zukunft Deutschlands wichtige Situation. Hier kombiniert sich die Konzentration der Immigranten vor allem auf Großstädte mit der wesentlich geringeren Kinderzahl der deutschstämmigen Bevölkerung.


Deutschland hat nach Feststellungen der OECD den bei weitem größten negativen Abstand in der Lesefähigkeit von Immigranten-Kindern verglichen mit denen von einheimischen Eltern (Abb. 13284). Das zeigt, wie schlecht trotz des hohen Anteils an Immigrantenkindern die Integration in das erheblich unterfinanzierte (Abb. 13092) deutsche Bildungs- und in der Konsequenz auch Berufssystem gelingt. Die Situation wird sich notwendigerweise noch verschlechtern, wenn in wenigen Jahren die Einwanderungsschranken für die osteuropäischen Beitrittsländer fallen, und erst recht, falls die Türkei der EU beitreten sollte.



Die Ergebnisse zeigen weiter, dass Personen mit Migrationshintergrund im Unterschied zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund geringer qualifiziert sind: Fast 10% haben keinen allgemeinen Schulabschluss (Personen ohne Migrationshintergrund: 1,5%) und 51% keinen beruflichen Abschluss (gegenüber 27%), wobei in allen Fällen diejenigen nicht berücksichtigt sind, die sich noch in Ausbildung befinden (Abb. 13281).


Hier wächst immer stärker eine neue Unterklasse in der deutschen Gesellschaft heran, die ihre Rechte einfordern wird und die - solange es keine wirksamen Mindestlohnregelungen gibt - in erheblichem Umfang gering qualifizierte deutschstämmige Arbeitskräfte vom Arbeitsmarkt verdrängen wird.

Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 25 bis 65 Jahren sind seltener erwerbstätig (62% gegenüber 73%) als Personen ohne Migrationshintergrund. Sie sind häufiger erwerbslos (13% gegenüber 7,5%) oder stehen dem Arbeitsmarkt überhaupt nicht zur Verfügung (25% gegenüber 19,5%) - Abb. 13282. Bei den Frauen dieser Altersgruppe sind die Unterschiede besonders ausgeprägt: Frauen mit Migrations­hintergrund sind nur zu 52%, Frauen ohne Migrationshintergrund aber zu 67% erwerbstätig. Dagegen ist in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der Anteil der nicht erwerbstätigen Frauen, die sich als Hausfrauen vermehrt der Erziehung der Kinder oder der Pflege von Familienangehörigen widmen, höher als bei den Frauen ohne Migrationshintergrund (37% gegenüber 26%).


Erwerbstätige mit Migrationshintergrund sind doppelt so häufig als Arbeiterinnen und Arbeiter tätig wie Erwerbstätige ohne Migrationshintergrund (48,5% gegenüber 24%), Angestellte und Beamte sind unter ihnen entsprechend selten vertreten (Abb. 13286). Erwerbstätige mit Migrationshintergrund üben ihre Tätigkeit vor allem im Produzierenden Gewerbe sowie im Handel und Gastgewerbe aus. Hier sind zusammen 64% aller Menschen mit Migrationshintergrund tätig, aber nur 50% der Menschen ohne Migrationshintergrund.


Fast 62% der nach Deutschland Zugewanderten kommen aus Europa. Die neun wichtigsten Herkunftsländer sind die Türkei (mit 14,2% aller Zugewanderten), die Russische Föderation (9,4%), Polen (6,9%), Italien (4,2%), Rumänien sowie Serbien und Montenegro (jeweils 3,0%), Kroatien (2,6%), Bosnien und Herzegowina (2,3%) sowie Griechenland (2,2%) - Abb. 13283.


Im internationalen Vergleich ist der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung relativ hoch und wird schon jetzt fast nur von den ausgesprochenen Einwanderungsländern Kanada und Australien übertroffen (Abb. 13285).



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