Heute erschien unter dem Pseudonym „Dragonfly" im „Gelben Forum" eine ziemlich unflätige Polemik zu meiner Arbeit. Das also ist der Vorwurf unter der Überschrift „Vorsicht! Jahnke is kein Wissenschaftler sondern Ideologe!". Dort heißt es: „Ziel Jahnkes ist NICHT statistische Daten aufzubereiten und dann Analysen zu ziehen, Jahnke macht Statistiken um mit Ihnen seine Ansichten zu "belegen". Er schreibt, dass die Industrieproduktion in Deutschland um 2 Prozent zum Vormontat gesunken ist. Schlimm? Vielleicht. Doch warum vergleicht er das nicht zusaetzliche mit dem gleichen Monat zum Vorjahr? Stimmt dann der Trend nicht mehr? Typisch Jahnke. Irgendwo hat er eine Statistik, dass hoehere Steuern zu hoeherem Lebensstandard fuehren. Dabei unterschlaegt er (natuerlich ganz wissentlich) Laender wie die Schweiz, Hongkong oder Signapur. Schreibt er davon, dass die Chinesen ihre eigenen Oelpreise "subventionieren". Ob man niedrige Steuern auf Benzin wirklich als "Subvention" bezeichnen kann? Der Mann will viel Staat, viel Steuern, viel Umverweiltung und ist meiner Meinung nach ein Staatsfetischist."

Leider hatte dieser Zeitgenosse nicht den Mut, sich direkt mit mir in Verbindung zu setzen. Ich hätte ihm sonst entgegengehalten, daß ich nicht Statistiken mache, sondern nur amtliche auswerte. Ich habe nie behauptet, Wissenschaftler zu sein. Aber damit bin ich nicht zum Ideologen ohne Boden geworden. Natürlich darf ich, wie jeder andere, auch Ansichten haben. Warum eigentlich nicht? Zur Industrieproduktion habe ich den Zweimonatsvergleich gebracht mit dem auch der Bundeswirtschaftsminister arbeitet, und festgestellt, daß es einer der stärksten Rückgänge in der Alt-EU ist. Wenn man sich nur auf den Vorjahresvergleich bei einer deutlich absinkenden Konjunktur einrichtet, betrachtet man den „Schnee von gestern". Außerdem finden Sie bei mir hier auch die Grafik seit Anfang 2006 . Der Vergleich mit Hongkong und Singapur dürfte wohl wenig aussagefähig sein und die Schweiz kann mit niedrigen Steuern schon wegen des hohen nicht zuletzt steuerlich bedingten Zuflusses von Fluchtkapital gut leben. Daß China die staatliche Raffineriegesellschaft bei nicht kostendeckenden Spritpreisen über Wasser hält, hat mit niedrigeren Steuern nichts zu tun.

Der Rest ist billigste Polemik!