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Reihe 63 ab 27-03-11 ... ...

(1990) Albrecht Müllers Meinungsmache zum Wahlergebnis in S-H

(1989) "Piraten ahoi!": Die Dummheit vieler deutscher Wähler ist schon beachtlich

(1988) Irland - Frankreich - Deutschland: Eindrücke einer Rundreise

(1987) Klima-Unsinn im Netz

(1986) Was ist eigentlich Ethik in unserem Wirtschaftssystem?

(1985) Von der grenzenlosen Freiheit zum Morden der eigenen Bevölkerung

(1984) Ein Bundespräsident "auf Bewährung"?

(1983) Jetzt müssen die Deutschen auslöffeln, was sie sich mit dem Euro und ihrer Exportwut eingebrockt haben

(1982) Erfahrungen mit Web-Blogs

(1981) Spiegelfechter (Jens Berger) demontiert sich mit Verleumdung selbst

(1980) Deutschland wird die Rettungsgelder nie wiedersehen, sondern durch Steuererhöhungen kompensieren müssen

(1979) Stark-Rücktritt: Flucht aus der Verantwortung für einen falschen Euro

(1978) Gedanken über die Moral der "Hitler-Deutschen"

(1977) Allensbachs heile Welt

(1976) "Sparen für Andere" - Ein deutsches Trauerspiel

(1975) Zu einer Diskussion über Immigration: Bin ich ein "Brandstifter"?

(1974) Griechenlandkrise: An den deutschen Linken kann man nur noch verzweifeln

(1973) Einen halbwegs funktionierenden Sozialismus kann es nur im Kapitalismus geben

(1972) Wider den widerlichen deutschen Waffenexport

(1971) Heimkehr in ein anderes Land

(1970) Von einem der auszog, im "Spiegelfechter" zu diskutieren

(1969) Elfi wird 100

(1968) Die EZB trampelt mit ihrer Minus-Zinspolitik auf den Ersparnissen der Mittelklassen herum

(1967) Meine Erfahrungen mit der Zunft der Vermögens- und Finanzberater

(1966) 140 Beiträge zu den Wochenbriefen

(1965) Warum die Europäische Zentralbank die Inflation in der Eurozone laufen läßt

(1964) Die Welt, in der wir leben, läuft immer weniger rund, oder: Wer mag noch Gurke?

(1963) Die Teufelschüler und ihr Frankenstein-Euro

(1962) Gott bewahre Europa vor der deutschen Arroganz und historischen Vergeßlichkeit

(1961) Was mich immer wieder am derzeitigen Zustand Deutschlands stört

(1960) Wie meine Generation von Deutschen an einem Verbrechen gegenüber den nachwachsenden Generationen mitschuldig wurde

(1959) Wenn viele junge deutsche Männer charmanter sind als sehr viele junge deutsche Frauen - demographische Folgen?

(1958) Wenn "Die ZEIT" spinnt

(1957) Investigativer Journalismus ist gut, schießt aber auf der Suche nach Sensationen oft über das Ziel hinaus und wird dann verdummend

(1956) Eine bittere Abrechnung mit dem neoliberalen System in drei Wochenbriefen

(1955) Die deutsche Angst vor dem Atom bedeutet noch keine Wende





Gedanken zur Zeit 1990 09-05-12: Albrecht Müllers Meinungsmache zum Wahlergebnis in S-H

Albrecht Müller ist ein Mensch, dessen Welt bei seinen nun viele Jahre alten Bestsellern stehen geblieben zu sein scheint. Da ist die neoliberale Hyperglobalisierung weiterhin ein "alter Schuh", weil es so in seinem Buch über die Reformlügen gestanden hat. Und nun soll in seinem in NachDenkSeiten publizierten Verständnis der Wahlausgang in Schleswig-Holstein und demnächst NRW für FDP und Linkspartei nur ein Ergebnis von Meinungsmache sein, so wie er die in einem anderen seiner Bücher beschrieben habe. Punktum. Und so zitiert er sich immer wieder selbst, als seien seine Bücher heilige Schriften.

Das Kubicki und Lindner ihren Erfolg vor allem einer programmatischen Absetzbewegung von Röslers FDP verdanken, zählt für Albrecht Müller nicht. Auch nicht, daß die Linkspartei an sich selbst zugrunde geht. Alles nur Schuld von Meinungsmache! Wenn Müller so weitermacht, wird es seinen NachDenkSeiten nicht viel anders gehen als der von ihm immer wieder unterstüzten Linkspartei. Es ist wirklich schade, wie hier statt Aufklärung eine Müllersche Form von Dummenfang betrieben wird oder auch seine eigene Form von Meinungsmache. Schade, die NachDenkSeiten haben Besseres verdient.


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Gedanken zur Zeit 1989 09-4-12: "Piraten ahoi!": Die Dummheit vieler deutscher Wähler ist schon beachtlich

In anderen alt-demokratischen Ländern hätte eine Partei mit solchem Namen keine Chance und würde schlicht ausgelacht, statt in den Umfragen auf dem Wege zur drittstärksten Partei über 10 % zu steigen. Das scheint diese Partei auch selbst zu spüren und so plakatiert sie in NRW mit "Lieber einen albernen Namen als lächerliche Politik". Andere Wahlplakate sind in ihrer Primitivität ähnlich dämlich und überbieten damit teilweise noch die anderer Parteien, wie "Du bist systemrelevant", "Nicht käuflich, nur wählbar", "Mensch statt Markt" oder "Fahrscheinfreier ÖPNV".

Und auf der NRW-Webseite kommt diese Partei noch pompöser daher; hier ein par Auszüge zum Thema Politik:

"Die Piratenpartei setzt sich mit den entscheidenden Themen des 21. Jahrhunderts auseinander. Im Zuge der Digitalen Revolution aller Lebensbereiche stellen sich Fragen, die die bisherige Politik nicht schlüssig beantworten kann. Diese Lücke füllen die Piraten. Diese Revolution gefährdet die Freiheit und die Würde des Menschen in bisher ungeahnter Weise. Diese Entwicklung muss durch eine umfassend Transparenz des Staatswesens unterstützt werden.

Durch die fortschreitende Vernetzung wird außerdem Wissen und Kultur globalisiert. Dadurch werden die bisherigen sozialen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf den Prüfstand gestellt. Falsche Antworten auf diese Frage führen zur zunehmenden Kontrolle des Internets und seiner Benutzer.

Die Piraten verstehen sich als eine Partei von vernüftigen Menschen und treffen daher nur Aussagen über Themenbereiche die sie wirklich verstehen. Sie wollen nicht durch plakative sondern durch durchdachte Aussagen glänzen. Piraten beschäftigen sich daher auch mit vielen verschiedenen Themen, die nicht im Parteiprogram aufgeführt sind, um dort künftig vernünftige Ansichten vertreten zu können."

Dabei wimmelt es auch und gerade bei dieser Partei von plakativen Aussagen. Die digitale Vernetzung ist - entgegen der Behauptung - sicher nicht das Hauptproblem unserer Gesellschaft. Und zu den eigentlich entscheidenden Themen des 21. Jahrhundert gibt es entgegen dem Anspruch bei den "Piraten" keine bestimmten und verläßlichen Aussagen. Der Einteilung von "rechts" und "links", die allein eine politische Lokalisierung erlauben würde, wollen sie entgehen. Das liest sich dann ziemlich hilflos so:

"Wir Piraten sehen uns außerhalb der Gerade zwischen den Extremen "rechts" und "links". Trotzdem sind wir nicht irgendwo in der Mitte dieser (gedachten) Geraden anzutreffen, sondern außerhalb dieser - unserer Meinung nach zu simplen - eindimensionalen Betrachtungsweise von politischen Positionen. Wir stehen für den Schutz der freiheitlich demokratischen Grundordnung, wie sie durch das Grundgesetz gedacht ist. Freiheit ist ein zentrales Element unserer Vorstellungen.

Wir stehen außerhalb der eindimensionalen Schemata, mit denen Politik üblicherweise kategorisiert wird. Die Frage des 21. Jahrhunderts lautet nicht "rechts" oder "links", "konservativ" oder "sozialdemokratisch". Es geht um Freiheit oder Autoritarismus. Wir positionieren uns ganz klar auf der Seite der Freiheit. Oberste Autorität für uns ist die freiheitliche und demokratische Grundordnung nach unserem Grundgesetz."

Doch auch die "Freiheit" ist in Deutschland bestimmt nicht das entscheidende Thema des 21. Jahrhunderts, auch wenn eine Partei, deren meiste Aktivisten aus dem gesättigten Teil des Bürgertums kommen dürften und nicht so malochen, daß sie nicht so viel freie Zeit für das Netz hätten, das so sieht. Das entscheidende Thema ist nach dem Abschied von der "Sozialen Marktwirtschaft" im Zuge einer neoliberalen Hyperglobalisierung mehr denn je die ständig zunehmende soziale Teilung der Gesellschaft und der damit verbundene steigende Angstpegel. Dieses Thema läßt sich nun mal nur über "rechts" und "links" einigermaßen verorten, vor allem wenn es um die Steuerpolitik geht. Zur Steuerpolitik herrscht im Themen A-Z der Piraten allerdings Fehlanzeige. Auch wer im Grundsatzprogramm unter "Steuer" sucht, findet so gut wie Nichts. Im neuesten Wahlprogramm für Schleswig-Holstein, will man sich zwischen Erhöhung oder Senkung der Steuern wieder nicht festlegen, obwohl das die eigentlich entscheidende Frage ist:

"Die Piratenpartei versteht sich weder als "Steuersenkungs-" noch als "Steuererhöhungspartei". Fakt ist, dass wir ein gerechteres und transparentes Steuersystem benötigen, das unsere Infrastruktur verbessert, damit unser Land auch weiterhin als attraktiver Wirtschaftsstandort bestehen kann. Das jetzige System der Steuergesetzgebung ist weder reformier- noch vermittelbar und hat die Folge, dass "Steuersparen" zu einem Volkssport geworden ist, so dass wir einen Schnitt und einen Neuanfang wagen müssen."

Während also die künftige Steuerpolitik weitgehend tabu ist, setzt sich die Partei andererseits in ihrem Parteiprogramm für Lösungen ein, die eine sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe individuell und bedingungslos garantieren. Die NRW-Piraten fordern ausdrücklich, eine allgemeine Grundsicherung einzuführen. Wie das ohne Steuererhöhung möglich sein soll, bleibt ein Piratengeheimnis.

Tatsächlich werden die "Piraten" zum Zünglein an der deutschen Waage zwischen rechts und links werden. Der Wahlforscher Max Güllner von Forsa hat wohl recht, wenn er vermutet, daß die Piraten Merkels Chancen auf einen dritten Wahlsieg stärken:

"Anders als seinerzeit die Grünen sind die Piraten viel breiter. Sie sind eine kleine Volkspartei wie die CDU.

Es ist schon ziemlich wahrscheinlich, daß die Piraten bei den Bundestagswahlen die 5 %-Schwelle überschreiten werden. Das würde mit großer Sicherheit SPD und Grüne genug Sitze für eine eigene Koalition rauben und Frau Merkel die Wahl einer Koalition mit einer der beiden Parteien lassen."

Irgend etwas an dieser Partei erinnert mich an den Romantizismus, der im Unterschied zu dem viel rationaleren Frankreich oder erst recht Großbritannien immer wieder Deutschland heimgesucht hat. Ist es mit der politischen Reife des deutschen Bürgertums doch nicht so weit her oder sind die etablierten Parteien einfach zu unbeweglich?


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Gedanken zur Zeit 1988 30-02-12: Irland - Frankreich - Deutschland: Eindrücke einer Rundreise

Nun bin ich für ein paar Tage wieder einmal in Deutschland, genau am "deutschen" Rhein. Der vergleichende Blick nach Irland und Südfrankreich ist unvermeidbar.

Es fängt schon am Flughafen mit dem Bus in die Stadt an. Ich grüße den Busfahrer mit einem freundlichen "Guten Tag", doch er brummt nur unverständlich und wenig begeistert zurück. In Südfrankreich begrüßt jeder den Busfahrer oder die Fahrerin und wird zurück begrüßt. Alles andere wäre unhöflich. Vergißt man mal das Grüßen, wird man vom Gegenüber mehrfach und nachdrücklich fast belehrend mit "bon jour" angesprochen. Auch in Irland grüßt man und bedankt sich beim Aussteigen am Ende der Reise beim Fahrer.

Im Stadtbild vermisse ich hier die Kinderwagen, über die ich an den vorgeschalteten Plätzen gestolpert bin. Immerhin haben die Frauen in Irland und Frankreich nach amtlicher Statistik etwa zwei Drittel mehr Kinder. Das muß sich im Straßenbild zeigen. Dann zähle ich bei meinem Spätmorgenspaziergang schließlich neun dieser Gefährte. Sechs davon gehören zu Ausländern oder jedenfalls Menschen mit Migrantenhintergrund. Sag mir, wo die deutschen Kinder geblieben sind, wo sind sie geblieben?

Warum bin ich eigentlich überrascht? Nach amtlicher Statistik hatten im benachbarten Düsseldorf schon vor 5 Jahren 59 % aller Kinder unter 6 Jahren einen Migrationshintergrund. Sie werden in einigen Jahren in viele deutschen Großstädten die Mehrheit der Erwachsenen stellen und Wahlen entscheiden können. Werden sie dann beruflich ausreichend qualifiziert sein, um unsere Renten zu verdienen? Werden sie überhaupt bereit sein, den Generationenvertrag mit urdeutschen Rentnern zu honorieren?

Und dann treffe ich auf ein mir ungewohntes Bild: voll vermummte Frauen. So etwas gibt es in Irland kaum und in Frankreich seit dem Burka-Verbot nicht mehr. Vermummen die sich wirklich freiwillig? Was haben sie zu verbergen? Wollen sie sich so integrieren?

Einige jüngere Frauen mit nicht-deutschem Hintergrund beobachte ich auf einer Parkbank. Sie sprechen untereinander eine mir fremde Sprache, wohl türkisch oder eine nord-afrikanische. Auch andere Gruppen ohne erkennbar deutschen Hintergrund versuchen sich auf der Straße nicht in Deutsch, obwohl sie hier wohl schon sehr lange leben, wahrscheinlich schon in zweiter oder gar dritter Generation. Soll das Integration sein?

Meine Frau und ich mögen ein selbst zubereitetes Huhn. Doch keines aus der Batterie oder China. Im Supermarkt in Irland gibt es überall die korngefütterten und freilaufenden Exemplare. Doch die hier im deutschen Supermarkt scheinen die armen Verwandten zu sein. Auch der Fleischer hat Hühner in der Auslage. Sind die freilaufend? Nein, sagt er, sie sind aus der Scheune, und schiebt dann die dumme Begründung nach, daß man sie sonst hätte impfen müssen. Wie viele Batterien passen wohl in eine Scheune?

Im Laden lacht Bargeld. Die Deutschen meiden erkennbar die Kreditkarten, mit denen man in Frankreich oder Irland auch wirklich kleine Beträge bezahlt. Bei Bargeld kann man die Cents zählen und schön sparsam sein. Die Sparsamkeit scheint in der Tat viel weiter verbreitet, als in den vorgeschalteten Ländern meiner Reise. Und der Geldautomat meiner Bank rückt hier gleich mehrere 5-Euroscheine heraus, obwohl ich einen größeren Betrag abgerufen hatte. So kleine Scheine habe ich nie aus den Automaten in Irland oder Frankreich ziehen können (auch nicht in anderen Ländern). Sparen die Deutschen für Griechenland oder Spanien, womit ich nicht den Urlaub dorten meine? Oder für die Sanierung der irischen Banken, denen die deutschen zu viel Kredit eingeräumt haben?


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Gedanken zur Zeit 1987 27-03-12: Klima-Unsinn im Netz

Leider tummeln sich im Netz sehr viele unseriöse Propheten mit Heilsansichten für Alle. Man ist immer wieder erstaunt, was da so auf dem Netz läuft. Heute fand ich bei "Schall und Rauch" folgenden Blog-Eintrag unter der Aufmerksamkeit heischenden Überschrift "Eisfläche des Nordpol gleich wie vor 17 Jahren" :

"Falls sich jemand Sorgen macht, was die Eisfläche des Nordpol so treibt, hier ein Vergleich vom 17. März 2012 mit dem selben Datum 1995. Wie man sieht ist die Ausdehnung fast genau gleich wie vor 17 Jahren. Von einer Schrumpfung durch Wegschmelzen kann keine Rede sein. Übrigens, je dunkler das Violett, je dicker die Eisschicht und es ist auch dunkler im Zentrum rund um den Nordpol als damals, also das Eis ist dicker. Früher hat man die Schneedecke auf den Kontinenten nicht gemessen und auf der Karte eingezeichnet. Jetzt schon mit der weissen Fläche. Man sieht, der Norden von Nordamerika, Skandinavien und ganz Russland sind noch im tiefsten Winter."

Nun kann man, wenn man derzeit die Eisschmelze optisch beurteilen will, nur das Sommereis vergleichen oder an Hand exakter Messungen die Stärke des Eises (Volumen). Im März noch mitten im arktischen Winter an Hand eines Satellitenbildes die Eisoberfläche zu vergleichen, wie das in diesem Blogeintrag geschehen ist, macht wirklich keinen Sinn. Doch auf solche Meldungen springt sofort die Blogger-Gemeinde. Das klingt dann so:

"Klimawandel und 9/11, die größte Massenverarschung der letzten 30 Jahre."

"was erzählen die uns denn immer vom Gletscher abschmelzen? Ist das wirklich alles humbug?"

"So eine Schweinerei...."

"Ich denke, dass Gletscher durchaus wegbrechen und es allgemein mildere Winter und Herbste gibt. Der Unterschied zu Anhängern der Klimareligion ist: Ich denke, dass das normal ist und einfach eine Phase des Weltklimas ist. Auch eine Änderung wäre normal. Was nicht normal ist, ist die Panikmache und der Versuch daraus Profit zu machen (Emissionshandel). Denn darum geht es nur. Man nimmt eine natürliche Veränderung der Natur und erklärt dies so, als ob der Mensch dafür verantwortlich sei. Ich finde immer der Film "Apokalyptiko" von Mel Gibson ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine Elite mit Wissen ihre Untertanen an der Nase rumführen."

"na ja, mit massenhsyterie lässt sich gut geld machen, siehe asu/kat beim auto, totaler blöödsinn, nur geldmache, genauso gut der russpartikelfilterfilter beim diesel...man soll sich neue autos kaufen, (mit den alten kommt man nicht mehr in die "umweltzone") damit die industrie boomt, co² steuer war doch auch schon im gespräch.....wenn sich mit irgentwas geld verdienen lässt dann mit der angst der menschen....und dann sich noch einreden lassen sie wären es schuld....na dann find ich das ganze plastik, welches im ozean rumschwimmt viel gefährlicher, und das wir unseren sondermüll nach afrika ausführen, und dort die kinder die alten pc´s ausschlachten.. usw....wer selber denkt, bekommt keinen job in der forschung.die meisten ergebnisse sind die , die verlangt werden, selbst mit fälschung hat dort keiner ein problem. ..wer eine eigene meinung hat, dem wird gekündigt..das geht heute ganz schnell..sind ja genug die nachrücken......ja ich kenne jemanden, der mit aufm forschungsschiff in der antarktis war....das werden lange gespräche, wenn ich die person besuche......."

"Die Gletscher schmelzen, aber nicht durch das CO2..."

"Wahrscheinlich sind das einzige, was die Gletscher schwinden lässt, die Idioten, die dieses Eis abschlagen und als Gletscherwasser für viel Geld verkaufen. Wir sind zwar dennoch im Begriff unsere Welt immer mehr zu vergiften. Da sage ich nur "Pamperswindel" (aber nur weil die niemals im Verhältnis steht mit Aufwand/Belastung und Nutzen), Glühsparlampe, NEW-GENERATION-E-Schrott ala i-Pad, was nun wirklich niemand braucht usw. Aber das darf niemanden Interessieren...Friede"

"Die Temperatur steigt def. nicht an, eher das Gegenteil ist der Fall. Das liegt zum Teil an der "kalten" Phase die derzeit unsere Sonne durchläuft, und zum anderen Teil am sog. global Dimming (Luftverschmutzung). Als nach dem 11/9 Flugverbot in den USA herrschte, stiegen die Temperaturen kurzfristig leicht an. Weniger Dreck = Mehr Lichtdurchlässigkeit."

"Nicht ganz, viele Gletscher schmelzen ab, da diese mit Feinstaub, Ruß, Saharasand(Alpen) und ähnlichem bedeckt sind und dadurch die Sonnenenergie besser aufnehmen (Dunkel = erhöhte Absorbtion). Das CO2 dafür verantwortlich ist, ist nur eine Mutmaßung die unbegründet ist, da wir Erdzeitgeschichtlich an einem CO2 Tiefpunkt stehen."

"habe neulich einen bericht über hannibal und seine alpenwanderung gesehen. da meinte ein forscher das er es heutzutage mit den selben truppen nicht schaffen würde. der grund dafür liegt in den gletschern die damals weniger eis hatten und die überquerung somit möglich war. wird mal wärmer und mal kälter. so einfach ist das. ;-)"

"Es gibt Gletscher, die schrumpfen, das stimmt...,ABER: Es gibt henauso viele Gletscher, die wachsen, bloss davon hörst Du nichts in den Lügenmedien. Den Lesern von Schall∓Rauch sollte klar sein: Was immer in den Mainstream-Medien gross herausgestellt wird, verdient grosste Skepsis. Das sind Konzerne, die wollen verkaufen. Habe gerade eine Doku gesehen (The Corporation, gibts deutsch auf youtuve, SEHR sehenswert!), in denen zwei Journalisten geschah, die auf FOX einen Bericht über Monsanto bringen wollten. Der Bericht wurde nicht gesendet und die beiden wurden entlassen. Der Geschäftsführer sagte: Was Nachrichten sind, bestimme ich!!! Ich glaube denen nichts mehr!!! Und nochmal zum Klima: Es gibt keum etwas, dass so komplex ist wie unser Klima. Jeder, der behauptet, darüber alles zu wissen, ist ein Spinner oder lügt."

Niemand dieser feinen Blogger, hat sich wahrscheinlich jemals selbst mit den wissenschaftlichen Daten beschäftigt.


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Gedanken zur Zeit 1986 07-02-12: Was ist eigentlich Ethik in unserem Wirtschaftssystem?

Auf diese Frage gibt es sicher viele Antworten. Diejenigen, die die "Soziale Marktwirtschaft" postulieren, wie die meisten deutschen Parteien, obwohl es nicht mehr viel von ihrem sozialen Gehalt gibt, müssen eigentlich ein besonders hohes ethisches Raster anlegen. Da verlangt für meinen Geschmack vor allem der Schutz der Schwächeren gegen die Auswüchse des Wettbewerbs eine besondere Betonung.

Nun hat just heute eine Konferenz mit dem anspruchsvollen Titel "Die Ethik der Sozialen Marktwirtschaft: Vertrauen - Regeln - Wettbewerb" stattgefunden. Gemeinsame Gastgeber der Konferenz waren das Bundeswirtschaftsministerium und das Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik in Berlin. Der Bundeswirtschaftsminister hat sie eröffnet. Doch wo sieht er die Ethik dieser angeblich noch bestehenden "Sozialen Marktwirtschaft"? Seine überraschende Antwort:

"In der Sozialen Marktwirtschaft übernimmt der Wettbewerb eine zentrale ethische Funktion. Er fördert das Wachstum, das Grundlage für Fortschritt und sozialen Ausgleich ist. Soziale Marktwirtschaft und Wachstum gehen Hand in Hand. Zu den Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft gehört ein verantwortlicher Umgang mit Freiheiten und Vertrauen in marktwirtschaftliche Prozesse. Soziale Marktwirtschaft kann nur erfolgreich sein, wenn alle aktiv an ihrem Gelingen mitwirken. Das gilt für Unternehmer, Beschäftigte, politische Gestalter und Verbraucher gleichermaßen."

Will die FDP und Ihr Vorsitzender als Bundeswirtschaftsminister wirklich die zentralen ethischen Funktionen ausgerechnet im Wettbewerb sehen, gegen dessen Auswüchse die Schwächeren der Gesellschaft eigentlich zu schützen sind, wenn man Ethik ernst meint? Zählt nur das von ihm eingeforderte und wohl blind erwartete Vertrauen in die marktwirtschaftlichen Prozesse als Ethik? Hängt die Bewahrung der Ethik wirklich von den Beschäftigten ab, die kaum Einfluß auf den Wirtschaftsprozeß haben?

Was sind denn die Rößler'schen "politischen Gestalter"? Sollen das die Politiker wie Rößler sein? Dann würde ich jedenfalls viel mehr erwarten, als nur eine Mitwirkung. Denn sie müssen die Prinzipien formulieren, nach denen der Prozeß ablaufen kann und sie dann auch kontrollierend durchsetzen. Viel war davon in der jüngeren Vergangenheit allerdings nicht zu bemerken.

So wie Ethik hier vorgeführt und an eine weitgehend abgewrackte "Soziale Marktwirtschaft" geklebt wird, bleibt sie ein Etikettenschwindel.


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Gedanken zur Zeit 1985 04-02-12: Von der grenzenlosen Freiheit zum Morden der eigenen Bevölkerung

Es gibt Dikatatoren und Diktatoren in der Welt. Keiner ist sympatisch, aber einige sind besonders unsympatisch. Muammar Gaddafi gehörte dazu. Wie heute bekannt wurde, hat er die Leichen von Gegnern in einem Kühlhaus bis zu 25 Jahre und länger aufbewahren lassen. Der syrische Präsident Assad ist um keinen Deut besser. Auch er läßt die eigenen Leute ermorden, um sich an der Macht zu halten.

Und dann gibt es die Diktatoren in Moskau und Peking. Sehr viel besser sind sie auch nicht. Beide regieren mit eiserner Faust und scheren sich wenig um demokratische Regeln. Wenn sie Gefahr liefen, ihre Macht zu verlieren, würden sie ebenso auf ihre Völker schießen lassen. Jetzt haben sie den gemeinsamen und bereits stark verwässerten Entwurf einer UN-Resolution von Arabern, Europäern und den USA, die sich gegen die Gewalt in Syrien richtete und sich für den Friedensplan der Arabischen Liga einsetzte, mit ihrem Veto verhindert.

Die demokratisch regierten Länder der Welt werden sich fragen müssen, mit wem sie sich für ihre Exportindustrie ins Bett legen. Was würde der Westen tun, wenn es zu einem neuen Tian'anmen-Massaker käme?


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Gedanken zur Zeit 1984 04-01-12: Ein Bundespräsident "auf Bewährung"?

Einmal ließ der Bundespräsident im heutigen TV-Interview die Maske des Mitleid heischenden, sich aber teilweise auch selbst zum Opfer deklarierenden Amtsträgers fallen. Verärgert wies er die ihm angetragene Vorstellung eines Präsidenten "auf Bewährung" zurück. Dabei gehört der Begriff nun wirklich nicht nur ins Strafrecht. Wir müssen uns alle irgendwie bewähren und das jeden Tag erneut, wobei uns wenig Mitleid gewährt wird und meist kein materieller Ausgleich, wie ihn Bundespräsidenten erfahren. Auf das Amt eines Bundespräsidenten gehören eigentlich nur Menschen, die sich schon in ganz überzeugender Weise auch vorher bewährt haben. Ministerpräsident eines Bundeslandes zu sein, macht allein noch keine Bewährung aus. Nun will uns der Bundespräsident einreden, das Amt durch vergangenes Tun bereits so sehr gestärkt zu haben, daß kleinere und für ihn menschlich verständliche Ausrutscher keine Rolle mehr spielen dürfen. Auch sollen wir ihm abnehmen, daß er in den kommenden seiner fünf Amtsjahre mit überragenden Leistungen alle diese Ausrutscher in die Vergessenheit befördern kann. Eigentlich fordert er von uns, den Bürgern dieses Landes, unsererseits eine Bewährung in barmherzigem Mitleid.

Die Rolle eines Bundespräsidenten in so schwierigen Zeiten verlangt ein unheimliches Maß an menschlicher Autorität, ja fast Charisma, und paßt schlecht zum Gesicht eines Sünders, der sich nun bereits wiederholt öffentlich entschuldigen mußte. In Deutschland ist schon wegen des hohen Niveaus an Politikverdrossenheit, was an ständig fallender Wahlbeteiligung ablesbar ist, die Qualität eine solchen Menschen noch mehr gefordert. Anders als beispielsweise in Frankreich oder Großbrittanien betreibt Deutschland keine Elitebildung. In öffentliche Ämter kommt man meist nur über die Hühnerleiter, die die Parteien aufgebaut haben, und damit ohne eine besonders Bewährung im zivilen Leben. Der derzeitige Bundespräsident und sein Vorgänger sind aus besonders schwierigen Familienverhältnissen gekommen. Sie haben sich hochgeboxt, ohne auf Eliteschulen gewesen zu sein. Die Bewährungsauflagen, die das Präsidentenamt immer mit sich bringt, treffen sie eher noch härter.

Wer allerdings schlankweg leugnet, sich bewähren zu müssen, hat eigentlich schon fast ausgespielt.


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Gedanken zur Zeit 1983 24-11-11: Jetzt müssen die Deutschen auslöffeln, was sie sich mit dem Euro und ihrer Exportwut eingebrockt haben

Es war abzusehen: Wer immer mehr Exportüberschüsse zu Lasten seiner Europartner aufbaut und dabei mit Niedriglöhnen arbeitet und Mindestlöhne verweigert und so Arbeitsplätze klaut und sich dann auch noch für die Exportweltmeisterschaft begeistert, muß am Schluß zahlen (wenn er nicht China heißt). Wenn dieses Land jedoch Deutschland heißt und wegen seiner Vergangenheit und seiner neuen Machtposition als Zahl- und Zuchtmeister der Eurozone ohnehin argwöhnisch beäugt wird, muß es noch mehr zahlen. An dieser Stelle sind wir jetzt. Der Rest Europas verlangt über Eurobonds oder die Notenpresse der EZB und am Besten beides deutsche Vorkasse. Ohne das Bundesverfassungsgericht wäre sie vielleicht schon geliefert worden. Denn natürlich will die deutsche Exportindustrie die Märkte in der Eurozone ungeschmälert behalten und schert sich einen Dreck darum, wer in Deutschland am Ende die Zeche zahlen wird.

Hinzu kommt, daß der Club Med der Fußkranken plus Frankreich inzwischen sowohl in der EU-Kommission unter Vorsitz eines Portugiesen wie in der EZB eines Italieners und natürlich auch im Ministerrat und Gipfelgremium der Eurozone die Machtpositionen besetzt hat oder jedenfalls in eindeutiger Mehrheit ist. Auch das haben sich die Germanen blindlinks selbst eingebrockt, als sich Merkel für Barroso begeisterte und als sie den deutschen Kandidaten für den EZB-Vorsitz nicht genügend stützte.

Hinzu kommen die Briten, denen die deutsche Almacht eh schon zum Himmel stinkt und die schon unter Thatcher die Wiedervereinigung zu verhindern trachteten, damit Deutschland auf dem Kontinent nicht zu groß wird. Großbritannien und die USA sind zugleich die Länder, die um ausländisches Kapital kämpfen müssen, weil sie gegenüber dem Ausland so hoch verschuldet sind, Großbritannien dreimal mehr als selbst Italien und auch die USA höher als Italien. Da macht es sich gut, wenn man die Krise um den Euro hochredet. Und das tut man am Besten, indem man die Deutschen eines falschen Legalismus zeiht und ihnen Unverständnis der Kapitalmärkte vorwirft. Denn letztlich stand das gesamte angelsächsische Modell in dieser Krise im Feuer. Da wird es Zeit, die Aufmerksamkeit der Welt auf andere angebliche Störenfriede der kapitalistischen Welt zu lenken.


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Gedanken zur Zeit 1982 05-11-11: Erfahrungen mit Web-Blogs

Die meisten deutschen Versuche in Gegenöffentlichkeit über Web-Blogs - von den großen Medienanhängseln wie Spiegel- oder BILD-online abgesehen - ordnen sich wahrscheinlich selbst links oder ganz links ein, obwohl viele von ihnen es in der klassischen politischen Einteilung der Wahrnehmung von Interessen der Benachteiligten der Gesellschaft gar nicht sind. Ein großer Teil lebt aus einer Mischung von populistischen Thesen, bei denen immer dieselben Hauptschuldigen ausgemacht werden (neuerdings die nicht weiter definierten "Spekulanten") und Aufsehen heischenden Weltuntergangsparolen oder anderen hysterischen Weltbildern. Da ist z.B. immer wieder ein Untergang des gesamten globalen Geldsystems angesagt, wie bei den Zeugen Jehovas der Weltuntergang, nicht selten verbunden mit einer Werbung für Edelmetalle.

Kaum einer dieser Blogs ist faktenbasiert und vermittelt wirklich Informationen, die einem helfen würden, ein einigermaßen korrektes Weltbild zu bekommen. Die ehrliche Faktensuche und dann auch noch verständliche Darstellung wäre für solche Blogbetreiber zu viel Arbeit und würde im Übrigen die rabiate Linie stören.

Einige dieser Blogs arbeiten mit viel kommerzieller Werbung, nicht selten für den mit Hysterie zu schürenden Kauf von Edelmetallen, und sind wahrscheinlich für die Betreiber relativ profitabel. Sie sind umso profitabler, je mehr geholzt werden darf, weil das den Unterhaltungswert fördert.

Viele Blogs dürften von Menschen besucht werden, die ihre Auffassungen oder Vorurteile bestätigt sehen wollen. Es sind nicht selten Menschen, die den ganzen Tag Zeit haben, sich auf gleich zahlreichen Blogs zu tummeln, während andere Menschen ihre Tagesarbeit verrichten. Nicht wenige der besonders aggressiven Blogbesucher reagieren mit beleidigenden Sprüchen im Schatten ihres Anonymats dumpfe Gefühle und Frustrationen ab und sind damit wahrscheinlich geradezu blogsüchtig. Dafür bieten sich diejenigen Blogs geradezu an, bei denen die Moderatoren gar nicht oder nur wenig auf die Etikette achten, zumal sie selbst den rauen und entsprechend beleidigenden Stil schätzen.

Der Umfang an solchen Blogbesuchen ist enorm und um ein Mehrfaches höher als die Zahl der Diskussionsbeiträge vermuten ließe. Das kleine Diskussionsforum des Infoportals hat beispielsweise bisher zu 9.350 Beiträgen von Besuchern geführt, während deren Zahl bei fast 250.000, also 26-mal höher liegt.

Ein Teil der Blogs aus dieser Szene ist inzwischen stark vernetzt und übernimmt Beiträge voneinander, was die Meinungsvielfalt nicht gerade fördert. So schreibt Jens Berger vom Spiegelfechter inzwischen für den größten dieser Blogs, die der Linkspartei nahestehenden NachDenkSeiten des Albrecht Müller. Z.B. sind NachDenkSeiten, von den Lesern unbemerkt, wahrscheinlich inzwischen zu einem regelrechten Wirtschaftsunternehmen mit einem großen Spenderverein geworden, das Beträge, wie die von Berger, bezahlt.

Toleranz mit Andersdenkenden gehört selten zu den Stärken solcher Blogs. Oft ist man bösen Beleidigungen ausgesetzt, wenn man einmal eine Meinung vertritt, die von den Hohepriestern solcher Blogkultur als nicht ausreichend links eingestuft wird, Fakten hin oder her. Das gilt natürlich erst recht, wenn man im Verdacht steht, einem der ihren ans Bein gepinkelt zu haben. Davon kann auch ich ein Liedchen singen, z.B. wenn ich gelegentlich einmal Kritik an NachDenkSeiten übe. Dann melden sich die Hohepriester nicht in NachDenkSeiten, weil man dort nicht diskutieren kann, sondern beispielsweise im Spiegelfechter, und dessen Herausgeber und Blog-Moderator Jens Berger schlägt dann noch gleich selbst zu, wie vor wenigen Tagen in Reaktion auf einen nicht von mir kommenden Blogbeitrag, der das Infoportal und meinen Namen erwähnte: "Ach Gott, Jahnke schon wieder. Ist ja lustig, wie er seinem "Linkenhass" fröhnt. .. Dazu fällt mir ausnahmsweise mal wirklich gar nichts mehr ein." (Anmerkung: heißt korrekt "frönt").

Eigentlich ist es schade, daß diese Szene weitgehend so im eigenen Sumpf kocht. Wie kann sie damit politisch wirksam werden? Wie viele Wähler haben beispielsweise NachDenkSeiten für die Linkspartei gewonnen, deren Wählerpotenzial schon lange stagniert?

Nun bin ich sicher, daß diese Gedanken zur Zeit von einigen Pressediensten der angeblich linken Szene, die den Besucherstrom steuern, verschwiegen werden.

Abschließend noch ein Zitat von Jakob Augstein, dem Herausgeber des Freitag:

"Liebe Leser, dass der WInd im SPON Forum immer ein wenig rauher weht, das weiß ich ja und darüber wundere ich mich nicht. Das ist auch in Ordnung so. Aber dass hier und bei den Kollegen von den Nachdenkseiten jetzt so herumgekeift wird, das hat mich doch erstaunt. Kenne ich so gar nicht. Da hatte ich irgendwie mehr Benehmen erwartet. ... Die Leute reagieren eben nicht wie die Norweger: Wenn wir angegriffen werden, reagieren wir als Demokraten. Sondern sie reagieren wie die Deutschen: Wenn wir unter Druck geraten, rufen wir die Polizei. Das ist die Gefahr. Und da wüßte ich unsere Zukunft gerne in besseren Händen als in denen der sozialistischen Senioren-Selbsthilfegruppe von den Nachdenkseiten oder dem Vertriebenenflügel der Linkspartei."


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Gedanken zur Zeit 1981 03-11-11: Spiegelfechter (Jens Berger) demontiert sich mit Verleumdung selbst

Es ist wirklich schade, wie haßbereit Menschen werden, wenn sie keine Kritik vertragen können oder nicht einmal von den ihren abweichende Ansichten. Ein Beispiel ist Jens Berger, der Herausgeber des Spiegelfechter-Blogs und seit einiger Zeit Hintersasse von Albrecht Müllers NachDenkSeiten. Da wird Kritik an einzelnen Ansichten von NachDenkSeiten gleich als "Linkenhaß" ausgegeben, dem ich angeblich fröhnen soll. Und die Diskussion schnell mit "EOD" (end of discussion) beendet, wenn Berger nichts mehr einfällt.

Ich bringe die nachstehende Dikussion mit Jens Berger hier nur, weil Bergers Verhalten symptomatisch für Einige ist, die sich der Linken zurechnen wollen, und in Wirklichkeit in einer Wagenburg leben, die mit "Links" sehr wenig zu tun hat. Das ist dann nur noch primitive Intolleranz und Verleumdung Andersdenkender.

Herr Karl:

Bezüglich den Themen "Linke" und "Demokratie" hier ein interessanter Link:

Spiegelfechter:

Ach Gott, Jahnke schon wieder. Ist ja lustig, wie er seinem "Linkenhass" fröhnt. War es nicht Jahnke, der Griechenland aus dem Euro werfen will? Dazu fällt mir ausnahmsweise mal wirklich gar nichts mehr ein.

Joachim Jahnke:

Primitiver geht es mit der Verleumdung kaum! Aber Sie werden auch noch lernen, nur daß es länger dauert.

Griechenland wirft sich allenfalls selbst aus dem Euro. Einen Rauswurf habe ich an keiner Stelle gefordert. Das ist Ihre Phantasie.

Und wenn Ihnen - wie Sie schreiben - nichts mehr einfällt, kann man sich gar nichs Besseres wünschen, auch den deutschen Linken nicht, zu denen ich Sie wirklich nicht zählen würde.

Spiegelfechter:

Na dann ist ja gut ;-)

Mit Ihnen zu diskutieren, ist verschenkte Zeit. Schreiben Sie lieber Ihre Rundbriefe und arbeiten Sich dabei an allem ab, was nicht in Ihr eingeengtes Weltbild passt. Habe die Ehre.

Joachim Jahnke :

Wenn Sie keine Zeit verschenken wollen, dann sollten Sie mal endlich aufhören, Dreck nach mir zu werfen. Sie haben das doch wieder hier angefangen. Ihr Haß auf mich scheint ja grenzenlos zu sein. Nicht gerade ein Charakterausweis.

Spiegelfechter :

Herr Jahnke, Sie tun mir einfach nur noch leid. EOD


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Gedanken zur Zeit 1980 23-10-11: Deutschland wird die Rettungsgelder nie wiedersehen, sondern durch Steuererhöhungen kompensieren müssen

Nun ist es glasklar: Was immer in den Rettungstopf gelegt wird, ist allen Versprechungen der Politik zum Trotz definitiv verloren. Ebenso definitiv kommt ein Eurosoli in Deutschland. Er wird ein Mehrfaches des bisherigen betragen müssen. Wenn die Bundesregierung davor zurückschreckt, kann sie auch auf dem politisch etwas bequemeren Weg erneut die MwSt. kräftig anheben oder einfach auf Zeit spielen und für eine entsprechend höhere Bundesschuld noch mehr Zinsen bezahlen, die dann später zu noch kräftigeren Steueranhebungen führen müssen.

Die Rechnung ist einfach. Allein Griechenland braucht nach Troika-Beurteilung weitere 252 Mrd Euro (und im sicher nicht unwahrscheinlichen Fall unter ungünstigeren Annahmen 444 Mrd Euro). Dieser Mehrbetrag soll zwar durch Forderungsverzichte der Banken auf die bisher geplanten 109 Mrd Euro zurückgeführt werden, doch müssen dafür die Banken in den Krisenländern mit Mitteln aus dem EFSF von mindestens 50 bis 80 Mrd Euro gestützt werden. Weitere 133 Mrd Euro aus dem EFSF sind bereits für Griechenland, Portugal und Irland markiert. Und nun sieht sich der EFSF mit seinen 440 Mrd Euro derzeitiger Feuerkraft großen Anforderungen für die Hilfe bei der Refinanzierung italienischer und spanischer Staatsanleihen gegenüber. Allein die italienischen haben einen Umfang von 1,9 Billionen Euro. Die jetzt angepeilte Hebelung des EFSF durch Garantien am gefährlichen ersten Ende (first loss) solcher Anleihen macht den Ausfall höchst wahrscheinlich. Deutschland besteht zwar auf den 221 Mrd Euro als deutsche Obergrenze. Die sind dafür aber umso sicherer futsch, ebenso wie der bisherige Krediteinsatz für Griechenland von 22,4 Mrd Euro.

Die Berichterstattung durch die Medien ist teilweise stark irreführend. So meldet der SPIEGEL das Modell einer Hebelung, als würde der ESFS einen Verlust nicht in erster Linie sondern nur anteilig tragen:

"Zur Diskussion stehen offenbar noch zwei Varianten. Eine davon ist dem Vernehmen nach eine Versicherungslösung: Dabei sollen Investoren zum Kauf von Staatsanleihen angeschlagener Euro-Länder ermutigt werden, indem der Fonds im Notfall einen Teil des Verlusts übernimmt."

Zusammen entsprechen die 243 Mrd verlorene Euro dem 19-Fachen des jährlichen Aufkommens des derzeitigen deutschen Soli, um nur mal eben eine Größenvorstellung zu geben. Doch da mit dem so begrenzten deutschen Einsatz der Euro nicht dauerhaft zu retten sein wird, wird Deutschland noch mehrfach kräftig nachlegen müssen. Irgendwann wird Deutschland auch für die Bilanzverluste der EZB aus dem Aufkauf der Ramschanleihen einstehen müssen. Alles das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Sicher ist auch, daß die deutsche Politik mit Feuer spielt. Irgendwann wird es am rechten Rand politische Bewegungen wie in Finnland, Niederlande oder der Slowakei geben.


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Gedanken zur Zeit 1979 09-09-11: Stark-Rücktritt: Flucht aus der Verantwortung für einen falschen Euro

Stark war, wie Ex-Bundespräsident Köhler, einer der Technokraten, die aus dem Bundesfinanzministerium heraus die Geburtsfehler des Euro zu verantworten haben, wie der viel zu schwache Stabilitätspakt, der den Namen nicht verdiente, oder die unsinnige Erweiterung der Eurozone um die heutigen Krisenländer. Sein Rückzug wird weder die Franzosen, die ein anderes Verständnis von Stabilitätspolitik haben, noch gar die Italiener, die den neuen Präsidenten der EZB stellen werden, beeindrucken. Deutschland hat zwar den Sitz der EZB bekommen, kann aber die Politik dieser so wichtigen Institution offensichtlich nicht mehr beeinflussen. Die Mehrheit im EZB-Vorstand, wie in der Eurozone generell, steht jenseits des deutschen Einflusses. Deutschland bleibt natürlich die Rolle, den Hauptteil der Zeche zu zahlen.

Ich komme allmählich zu dem Ergebnis, daß ein Scheitern des Euro nicht mehr auszuschließen ist, jedenfalls dann, wenn die Rechnung auch für die Deutschen zu hoch wird. Es ist Unfug, wenn uns die Regierungsbank KfW nun vorrechnen will, Deutschland hätte durch den Euro in den letzten zwei Jahren 50 bis 60 Milliarden Euro gewonnen. Die meisten Deutschen haben als Niedriglohnopfer des Euro nur verloren. Gewonnen haben allenfalls die Kapitaleigner der Exportkonzerne. Inzwischen ist der Euro Angstmacher Nr. 1 in Deutschland. Nach ARD-Deutschlandtrend vom September sind 63 % der Deutschen insgesamt eher beunruhigt. Eine deutliche Mehrheit will auch keine "Vereinigten Staaten von Europa" oder Eurobonds. Zwei Drittel wollen den Rettungsschirm nicht. Drei Viertel sehen unseren Wohlstand durch die Eurokrise bedroht und 80 % sehen den schlimmsten Teil der Eurokrise erst kommen.

Dort haben uns Stark und Co. hingebracht. Der Rücktritt ist nur konsequent.


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Gedanken zur Zeit 1978 28-08-11: Gedanken über die Moral der "Hitler-Deutschen"


Nach dem so schrecklich blutig verlorenen Zweiten Weltkrieg und dem internationalen Bekanntwerden der unglaublichen Greuel von Nazi-Deutschland an Juden und vielen als nicht-arisch eingestuften Menschengruppen haben die meisten Deutschen versucht, zwischen sich und den nationalsozialistischen Henkern einen Strich zu ziehen. Haben sie nur unter Druck die Hand zum Hitlergruß gehoben, das Horst-Wessel-Lied gesungen und an Aufmärschen bis in die letzten Tage teilgenommen und von den Gräueln ohnehin nichts gewußt?

Jetzt ist der britische Historiker Ian Kershaw mit seinem Buch "The End: Hitlers Germany, 1944-45" der Periode zwischen dem gescheiterten Aufstandsversuch vom 20. Juli 1944 und der Kapitulation im Mai 1945 nachgegangen. Er wollte verstehen, wie es möglich war, daß ein ganzes Volk und das Militär, das doch über die aussichtslose Lage voll informiert war, dem Führer bis in die letzten Tage in den Untergang gefolgt ist. Es war, so Kershaw ein geschichtlich einmaliger Vorgang, da sonst kriegsführende Völker den Krieg immer aufgegeben haben, um der totalen Vernichtung zu entgehen, so auch Deutschland am Ende des Ersten Weltkriegs. Was war mit den Deutschen los? Waren sie so sehr selbst in den Tagen der Auflösung des Dritten Reiches noch unter gewaltsamer Kontrolle der nationalsozialistischen Führungsgruppe, daß sie nicht anders konnten? Oder war etwa Volk und Führer eine in diesem Fall zutiefst unmoralische Einheit, zusammengeschweißt bis in den Untergang?

Ich habe begonnen, das Buch zu lesen und habe noch keine klare Antwort auf diese Frage, ahne aber die Richtung schon. Zum Einstieg beschreibt Kershaw eine Begebenheit in Ansbach kurz vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen, die schon vor den Toren standen. Der Kommandant der Wehrmacht wollte diese mittelalterliche und noch unzerstörte Stadt bis zum Ende verteidigen, obwohl der Ausgang glasklar war. Ein junger Theologie-Student von 19 Jahren beschloß, etwas gegen den Untergang zu unternehmen. Er wußte, wo das Telefonkabel aus der Kommandantur heraus verlief. Mit einer Zange schnitt er es durch, um so die Kommandantur informationslos zu machen und zur Aufgabe zu bewegen. Doch die war schon ausgezogen, was er nicht wußte. Da beobachteten ihn zwei Kinder, die ihn sofort anzeigten. Deutsches Militär und Polizei kamen und schleppte ihn ins Rathaus, wo der Kommandant drei Richter aus dem Militär ernannte, die den Unglücklichen innerhalb weniger Minuten zum Tode verurteilten. Er sollte auf der Stelle gehängt werden, denn wegen der anrückenden Amerikaner schien Eile geboten.

Man legte ihm eine Schlinge um den Kopf. Doch er konnte sich freimachen und etwa einhundert Meter weglaufen, bis er wieder eingeholt und zurückgeschleppt wurde. Viele Menschen hatten sich versammelt, brave Bürger von Ansbach. Sie beschimpften ihn und traten nach ihm. Dann wurde ihm ein zweites Mal die Schlinge um den Kopf gelegt. Doch diesmal riß das Seil. Beim dritten Mal klappte das grausame Spiel dann. Der Kommandant erklärte, die Leiche solle hängen bleiben, bis sie faule, requerierte ein Fahrrad und türmte vor den Amerikanern, die zu dieser Zeit einzumarschieren begannen. Sie schnitten dann die Leiche vom Seil.

Man schüttelt sich vor Grausen, wenn man diese wahre Geschichte liest. Was waren das nur für Menschen, die Militärs, die noch Zeit fanden, einen Menschen zu ermorden, bevor sie sich selbst in Sicherheit brachten, und die Menschen, die sich an dem zum Tode Verurteilten vergriffen, der nur geglaubt hatte, ihre Stadt vor der Vernichtung retten zu können.

Hier ein Sprung nach 1970, fünfundzwanzig Jahre später. Ich war damals im Bundeswirtschaftsministerium und hatte mir angewöhnt zu versuchen, aus dem Verhalten älterer Kollegen darauf zu schließen, was sie wohl im Dritten Reich getan hatten. Einigen traute ich eine Menge zu. Einer brüstete sich sogar in heftigen Diskussionen, daß er die Nahkampfspange getragen hätte. Andere konnten sich nicht damit abfinden, daß Deutschland geteilt war. Diese Menschen waren teilweise aus dem Reichswirtschaftsministerium und dem seinerzeitigen Auswärtigen Amt in die neu entstehende Bundesverwaltung übernommen worden. Hier eine kleine Auswahl von früheren Mitarbeitern des Bundeswirtschaftsministeriums, die dort erstaunliche Karrieren machen konnten; die Informationen hatte ich 1970 im Braunbuch der DDR gefunden:

Nieschling (Marinekriegsgerichtsrat sowie Mitglied von NSDAP und SA), Dr. Woratz (Blockleiter und Rechtsberater der Gaurechtsstelle der NSDAP Ostpreußen; Voruntersuchungsführer beim Kreisgericht der NSDAP in Königsberg), Dr. Baetzgen (Sonderbeauftragter bei der faschistischen Horthy-Regierung in Budapest; NSDAP; SS-Führer), Beck (1939 beim Reichsprotektor in Böhmen und Mähren in Prag, Hauptabteilung Wirtschaft und Arbeit; NSDAP; SS-Führer), Dr. Britsch (Reichstreuhänder für die ehemaligen Rothschildschen Vermögen, aktiv an "Arisierungsmaßnahmen" beteiligt), Dr. Coelln (Leiter des "Judenreferats" im Reichswirtschaftsministerium; Blockleiter der NSDAP), Humbert (im Reichswirtschaftsministerium im sogenannten Judenreferat tätig, 1943 Vertreter des Generalreferenten für Sonderaufgaben im Planungsamt des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion), Möhrke (Leiter des Referates "Entjudung der Wirtschaft" im Reichswirtschaftsministerium), Dr. Rother (Reichswirtschaftsministerium, Mitwirkung an "Arisierungsmaßnahmen" im Handel und Gewerbe; galt als "unersetzliche Führungs- und Fachkraft"; Blockleiter der NSDAP), Dr. Rust (Oberkriegsverwaltungsrat und Gruppenleiter des berüchtigten Wirtschaftsstabes Ost beteiligt; Referatsleiter im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete) Schulz (stellvertretender Abteilungsleiter beim Wirtschaftsstab Ost - Chefgruppe W; NSDAP; SS-Führer), Dr. Töpfer (Chef der Leitungsgruppe im Planungsamt des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion; Aufsichtsratsmitglied des Prixkonzerns (eines Zellwollekonzerns), der ausländische Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge ausbeutete).

Mit der Moral der Deutschen war es unter Hitler nicht weit her. Das einige der unangenehmsten Typen später im demokratischen Deutschland schöne Karrieren machen konnten, verlängert den Schatten dieser schlimmen Zeit.


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Gedanken zur Zeit 1977 13-08-11: Allensbachs heile Welt

Nach einer Allensbach-Umfrage für "Bild am Sonntag" rechnen für die kommenden sechs Monate 43 Prozent der Deutschen mit einem Aufwärtstrend, 33 Prozent mit einer unveränderten Situation und lediglich 15 Prozent mit einem Abschwung. Dazu die Chefin Renate Köcher:

"Die Erfahrungswelt der Bürger steht in völligem Kontrast zu den täglichen Hiobsbotschaften."

Wie kann man eigentlich Zukunftserwartungen, wenn Sie denn überhaupt repräsentativ sein sollten, als "Erfahrungswelt" ausgeben? Für die Zukunft gibt es nun mal keine Erfahrung. Das ist wieder einmal typisch demagogisch aus einer bestimmten politischen Ecke, für die die deutsche Welt heil sein muß. Wie kann man nur so einen Bldösinn verzapfen?


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Gedanken zur Zeit 1976 12-08-11: "Sparen für Andere" - Ein deutsches Trauerspiel

Es ist schon ein sehr trauriges Spiel. Da sparen die Durchschnittsdeutschen ihr Leben lang, verzichten auch sehr oft auf Kinder, weil die zu viel Geld kosten, sorgen sich längst vor der Verrentung vor Armut im Alter, verfolgen mißtauisch die monatlichen Preissteigerungsraten, verzichten auf teuere Nahrungsmittel, leben sehr oft zur Miete, wo man anderswo sein eigenes Zuhause hätte, und dann das. Da werden die so mühsam gesammelten Ersparnisse zu großen Teilen von deutschen Exportkonzernen und Banken als Kredit nach Griechenland, Spanien, Italien und Portugal gegeben. Und nun weiß man nicht, ob er jemals zurückgezahlt wird, wobei die Wahrscheinlichkeit, daß nicht, von Tag zu Tag steigt. Und man muß diesen Ländern auch noch helfen, ihre Zinszahlungen zu erbringen, so daß Deutschland netto nicht einmal Zinsen für seinen Kredit bekommt. Dieselben oder auch andere Banken verscherbeln dann noch deutsche Ersparnisse in unverständlichen Ramschpapieren, die angeblich mit amerikanischen, irischen, spanischen oder anderen Hypotheken besichert sind, die nie zurückgezahlt werden.

Zum Trost für die so gelackmeierten Deutschen kommt die eigene Regierung und verspricht, die Schuldner Mores zu lehren. Die sollen nun wie Deutsche werden. Dann hätten die deutschen Sparer wenigstens ein Beispiel gesetzt, an dem die Welt genesen kann. Kein Geld mehr, dafür aber moralischen Ersatz, Moralin sozusagen. Doch die Welt wird nicht an uns genesen. Denn deutsches Wesen wird in der Welt nicht als besonders sympathisch oder gar erstrebenswert eingestuft. Deutsches Geld annehmen, wenn's die Deutschen unbedingt loswerden wollen, ja. Aber wie die Deutschen werden, nein, niemals. Nicht einmal ein "Nein, danke", denn dankbar ist hier niemand.

Wenn die Deutschen denn unbedingt an den Euro glauben wollen, dann sollen sie auch dafür zahlen. So denken viele Menschen, jenseits unserer Grenzen. Und sie denken auch: Wir haben mit vielen Kindern eine gute Zukunft, auch einen noch funktionierenden Generationenvertrag. Die dummen Deutschen nicht mehr. Wir haben uns von den Deutschen unser Häuschen finanzieren lassen. Die dummen Deutschen wohnen dafür zur Miete. Wir genießen unser Leben. Die dummen Deutschen genießen nicht einmal ihre Ersparnisse.


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Gedanken zur Zeit 1975 01-08-11: Zu einer Diskussion über Immigration: Bin ich ein "Brandstifter"?

Da habe ich mich im Rundbrief vom 26. Juli mit der Bereitschaft von SPD und LINKE, die Türkei in die EU aufzunehmen, auseinander gesetzt:

"Damit käme es eines nicht so fernen Tages zu freier Einwanderung von sehr vielen Menschen aus Anatolien nach Deutschland, zumal Deutschland seit seligen Gastarbeiterzeiten schon Europameister in der Aufnahme von Menschen aus dieser Region sei. Es sind Menschen, die bekanntlich mehrheitlich ziemlich ungebildet einwandern wollen, besonders schwer zu integrieren sind und oft gar nicht integriert sein wollen. Ihre Kinder fallen zu großen Anteilen durch das deutsche Schul- und Berufsbildungssystem und wachsen zu einer sich mit hohen Geburtenraten stark ausbreitenden Unterklasse aus. Dabei ist die "Zeitbombe" schon da und kann durch einen Türkeibeitritt nur noch dramatisch weiter verschärft werden: In 10 deutschen Großstädten (Köln, Duisburg, Hannover, Dortmund, Stuttgart, Düsseldorf, München, Augsburg, Nürnberg, Frankfurt) waren bei den Kindern unter 6 Jahren die mit Migrationshintergrund schon vor vier Jahren in der zahlenmäßigen Mehrheit unter allen Kindern dieser Altersgruppe, und zwar bis zu über zwei Dritteln für Frankfurt. Sie werden in ein oder zwei Generationen auch als Erwachsene Mehrheiten sein und die Deutschen ohne Migrationshintergrund dort zu Minderheiten machen. Menschen mit Migrationshintergrund werden, einmal zu Mehrheiten geworden, bei allen demokratischen Wahlen ihre Interessen entsprechend durchsetzen. Wir werden andererseits dann mit einem Rechtsradikalismus in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund rechnen müssen, der dem schrecklichen norwegischen Massenmord möglicherweise nicht nachstehen wird. Schreckliche Übergriffe gegen Türken hat es in Deutschland ja auch schon gegeben. Massenmordende Schießereien in Schulen auch."

Prompt ist mir dann im Diskussionsforum von einer Teilnehmerin vorgeworfen worden, daß ich einem diskriminierenden Bild folge, daß ich mich verschanze und neue Entwicklungen nicht zur Kenntnis nehmen kann oder will und daß ich hinsichtlich Migranten einen Standpunkt vertrete, der tendenziell in eine diskriminierende Richtung gehe. Das aber sei tendenziell geistige Brandstiftung.

Untermalt wurde das Ganze mit der Behauptung, die Türkei hätte seit einigen Jahren einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen und schon aus dem Grund sei der Zuzug nach Deutschland längst nicht mehr so attraktiv und zum anderen unattraktiv wegen der stetig sinkenden Löhne insbesondere in den Bereichen, wo "Ungebildete" eingesetzt werden können. Es gebe sicherlich einen gewissen "Bodensatz" an türkischstämmigen Migranten und deren Familien, die auch heute noch "bildungsfern" seien. Meine statistisch Hinweise auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit in der Türkei (25,3 %) und die vergleichsweise noch sehr viel niedrigeren Löhne und auch auf den enorm hohen Nachwuchs junger Menschen, die alle einen Arbeitsplatz suchen, oder auf den hohen Anteil abgebrochener Ausbildungen von Türkischstämmigen in Deutschland oder die demographischen Entwicklungen wurden als Statistik abgetan.

Warum berichte ich das hier und warum so ausführlich? Weil ich glaube, daß ich nicht nur von einer Einzelperson aus Rathenow/Brandenburg mit dem Vorwurf der Brandstiftung angegriffen wurde. Es gehört wohl, vor allem seit Sarrazin, in gewissen angeblich aufgeklärten Kreisen schon Mut dazu, sich kritisch mit der Migration gerade aus dem Armenquartier und Bildungsvakuum Anatolien auseinander zu setzen. Diese Kreise sind natürlich nicht die, die in Deutschland unter solcher Zuwanderungskonkurrenz leiden werden, sondern Menschen, die sich überwiegend zum deutschen Bildungsbürgertum rechnen, einen sicheren und meist gut bezahlten Job haben und in ihren feinen Häuschen weit ab von den Zuwanderergettos leben oder leben werden.

Das ist umso eigenartiger, als dieselben Menschen, die hier so dünnhäutig auf Sorgen wegen der Zuwanderung meist völlig ungebildeter Menschen reagieren, blind für die Verhältnisse gerade in der Türkei sind. Dort werden christliche Kirchen beim Priesternachwuchs immer noch unterdrückt und breitet sich unter Führung der Regierung ein fundamentalischer Islam aus. Dabei predigt der Chef dieser Regierung auf Deutschlandreise seinen hiesigen Landsleuten, sich weiter als Türken zu fühlen und mit der Integration vorsichtig zu sein. Ein solches Land, dessen Hauptstadt nicht mehr in Europa liegt und dessen Zukunft fundamentalistisch islamisch sein wird, paßt einfach nicht in die EU und schon gar nicht in unsere ohnehin stark angeschlagene Sozialstruktur. Das jedenfalls ist meine Meinung, für die ich mit sehr viel unbestreitbarem statistischen Material aus amtlichen Quellen eintrete.


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Gedanken zur Zeit 1974 22-07-11: Griechenlandkrise: An den deutschen Linken kann man nur noch verzweifeln

Da bietet sich die SPD bei Frau Merkel an, alle Lasten aus der Griechenlandkrise im Bundestag mitzutragen und mitzuverantworten. Und ein Flaßbeck auf NachDenkSeiten, die beide zur Linkspartei tendieren, kritisiert jede Umschuldung Griechenlands, obwohl er damit den Banken und anderen Spekulanten die Spekulationsgewinne zu Lasten vor allem der deutschen Steuerzahler in den Rachen wirft. Er, wie viele im linken deutschen Lager, stellt sich mannhaft vor die Griechen und deren steuervermeidende Oberklasse und deren wuchernden, höchstkorrupten und kostentreibenden Beamtenapparat und bietet statt dessen in falscher internationaler Solidarität den deutschen Steuerzahler als Ausputzer an. Und das geschieht in dem Bewußtsein, daß auch in Deutschland die Reichen nicht ausreichend zur Steuerkasse gebeten werden und der Scheck damit bei Otto-Normalsteuerzahler landet, also just den Menschen, auf deren Wählerstimme man hofft. Offensichtlich halten SPD und Linkspartei ihre eigenen Wähler für total doof oder manipulierbar.

Im Ausland, vor allem hier im angelsächsischen Raum, ist man immer noch überrascht, daß Frau Merkel so einfach vor Sarkozy einknicken und das Konzept einer Tranferunion per ESFS abnicken konnte. Dabei ist die Erklärung einfach: Es gibt keine parlamentarische Opposition in Deutschland, die sie davon abhalten könnte. Nur die FDP machte gelegentlich dazu Anstalten, wollte dann aber keinen Konflikt innerhalb der Koalition. So verraten SPD und Linkspartei wieder einmal die Interessen normaler deutscher Arbeitnehmer und begreifen nicht einmal, was sie da tun.

Armes Deutschland!


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Gedanken zur Zeit 1973 16-07-11: Einen halbwegs funktionierenden Sozialismus kann es nur im Kapitalismus geben.

Da schreibt Sarah Wagenknecht, eines der Vorstandsmitglieder der Linkspartei, ein Buch mit dem Titel "Freiheit statt Kapitalismus". Es soll wohl eine Replik auf den Schlachtruf deutscher Konservativer "Freiheit statt Sozialismus" sein. Doch der Sozialismustraum, auch einer Sarah Wagenknecht, wenn sie denn nicht vom Kommunismus träumt, ist nicht ohne kapitalistischen Unterbau wenigstens halbwegs effizient zu realisieren. Was bliebe denn, wenn man den Kapitalismus abschaffen wollte? Volkseigentum, eine staatliche Wirtschaftsbürokratie und all das, was schon längst versagt hat. Kapitalismus ist ja im Prinzip nicht mehr als Privateigentum an Produktionsmitteln.

Wer durch diesen Stacheldrahtverhau von Begriffen durchfinden will, muß bessere und schlechtere Formen von Kapitalismus, gefährliche und weniger gefährliche, unterscheiden und sich dann gegen die schlechteren oder gefährlicheren abgrenzen. Ich versuche das regelmäßig, indem ich von der neoliberalen Variante des Kapitalismus spreche, die sich im Zeichen der Globalisierung um den Globus herum verbreiten konnte, und die die sozialen Rechte der Menschen mit Füßen tritt. Eine besonders schlimme Form davon tobt sich beispielsweise derzeit in den USA im Rahmen der Tea-Parties aus. Diese konservative Sekte will den Staat so reduzieren, daß soziale Leistungen nicht mehr erbracht werden können. Auch darf es keine Steuererhöhungen für die Reichen geben, die Dank Bush nie so wenig Steuern gezahlt haben, wie gegenwärtig.

Nein, wer da nicht differenziert und statt dessen den Kapitalismus jedweder Prägung loswerden will, wird politisch nicht reüssieren. Die schlimmste Krise des Kapitalismus seit den 30er Jahren, die 2008 ausbrach, hat dem Kapitalismus wenig anhaben können. Da haben die Menschen in Deutschland und Großbritannien zeitgleich und mehrheitlich ausgerechnet die linken Volksparteien in die Wüste geschickt und droht dasselbe Schicksal nun in Spanien. Seit den Erfahrungen mit dem Kommunismus osteuropäischer Prägung und seiner besonders abstoßenden DDR-Spielart können sich die meisten Menschen allenfalls noch eine soziale Marktwirtschaft vorstellen, die aber immer im Kapitalismus wurzeln wird.

Marktwirtschaft und Kapitalismus sind nicht notwendig Gegensätze, Soziale Marktwirtschaft und Kapitalismus auch nicht, wie sich lange Jahre lang bis in die 80er Jahre hinein in Deutschland erfolgreich gezeigt hat. Wenn Sarah Wagenknecht die Marktwirtschaft vom Kapitalismus befreien möchte, dann endet sie zwangsläufig auf den schon vorher erfolglos beschrittenen Holzwegen. So will sie die Großunternehmen verstaatlichen, also einer politisch gesteuerten Bürokratie unterwerfen und bei den mittleren Unternehmen das Eigentum teilweise auf die Angestellten überführen. Dabei scheint sie auch nicht begriffen zu haben, daß die deutsche Sozialordnung via Globalisierung von China und der dumpenden chinesischen Exportoffensive mindestens genauso unter Druck gesetzt wird wie von neoliberalen Kräften im eigenen Land, und daß diese Kräfte mit ähnlich neoliberalen in China oder anderen aggressiven Schwellenländern längst gemeinsame Sache machen.

Mit solchen Rezepten wird die Linkspartei nicht einmal ihr 10 % - Getto halten können.


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Gedanken zur Zeit 1972 14-07-11: Wider den widerlichen deutschen Waffenexport

Die Frankfurter Allgemeine fand heute salbungsvolle Worte für die Verkäuferrolle der Bundeskanzlerin zu Gunsten der deutschen Rüstungsindustrie, wie jetzt wieder in Angola. Es gebe eine Amtspflicht der Bundeskanzlerin, auch die Interessen der deutschen Wirtschaft zu vertreten und dazu gehöre wiederum die deutsche Rüstungsindustrie. Doch es liegt keinesfalls im deutschen Interesse, Waffen an autoritäre und meist korrupte Regime, ob in Saudi-Arabien oder gar im armen Afrika zu liefern.

Ich war einst im Jahre 1991 selbst im Bundeswirtschaftsministerium als zuständiger Ministerialdirigent in der Pflicht, den damaligen Minister und Araberfreund Möllemann vor dem Export von deutschen Spürpanzern nach Saudi-Arabien zu warnen. Es war ein notwendiger Akt "vorauseilenden Ungehorsams", denn natürlich wußte ich, daß dieses Geschäft zwar den Rüstungsexportrichtlinien zuwider lief, aber dennoch nicht aufzuhalten war. Der damalige Rüstungsstaatssekretär Pfahls hatte zudem Schmiergeldzahlungen angenommen und die hatten das Geschäft zusätzlich geschmiert. Es wurde also vom Bundessicherheitsrat abgenickt. Die Saudis haben sich jedoch nie damit zufrieden gegeben. Das Geschäft sollte nur ein Zwischenschritt zum Leopard sein.

Muß denn der deutsche Export-Vizeweltmeister nun auch noch auf das Siegertreppchen für den globalen Waffenexport steigen? Waffen haben in der deutschen Industrie offensichtlich einen besonderen Glanz. Mir ist immer noch in Erinnerung, wie deutsche Industriekapitäne ausgerechnet im abendlichen Smalltalk in einem Moskauer Hotel, wo sie anläßlich einer Tagung der deutsch-sowjetischen Wirtschaftskommission weilten, von den Stärken deutscher Waffen faselten, und auch da ging es vor allem um die Panzer. Dabei konnte man auf der kurzen Fahrt vom Flughafen nach Moskau die Panzersperren sehen, an denen der wahnsinnige deutsche Vormarsch nach Moskau im kalten russischen Winter zum Stehen gekommen war. Doch aus der Geschichte hat das deutsche Business wohl wenig gelernt. Hier noch ein schöner Cartoon von Klaus Stuttmann.



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Gedanken zur Zeit 1971 02-07-11: Heimkehr in ein anderes Land

Bis 1992 war Deutschland mit nur kurzen Unterbrechungen meine ständige Heimat. Seitdem ist es ein kleiner Ort am Nordatlantik in Irland, unterbrochen von Zeiten in Frankreich und Deutschland. Altersbedingt habe ich jetzt mal mehrere Wochen Deutschland dazwischen geschaltet. Doch es ist eine Heimkehr in ein anderes Land geworden.

Obwohl angeblich die Krise in Deutschland überwunden sein soll und es hier so viel besser zugehen soll als anderswo in Europa, gibt es bedrückende Erfahrungen. Viele Läden schließen und werden teilweise durch Armutskommerz ersetzt, wie die Annahme von Zahngold und anderen Verwertungen oder Läden für gebrauchte Kleidung. Daneben entwickelt sich eine florierende Geschäftigkeit von und für Immigranten meist türkischen Ursprungs. Die richten zunehmend Läden ein, in denen vorwiegend die zugezogenen Landsleute einkaufen. Eine Parallelgesellschaft im Aufbau. Eines der größten Probleme ist offensichtlich die Sicherheit geworden, vor allem weil nächtliche Ladeneinbrüche Schule machen. Bettler habe ich viel mehr gesehen als in Frankreich oder Irland.

Oberflächlich jedoch ist noch alles stink-solide. Müllabfuhr und öffentliche Verkehrsmittel funktionieren nach Plan. Die Zahl der getrennt zu bedienenden Mülltonen ist ökologisch noch weiter diversifiziert worden. Autos werden offensichtlich wie in den alten Zeiten regelmäßig geputzt und sind immer noch Statussymbol. Anders als beispielsweise in Frankreich scheinen Gewerkschaftsführer noch immer an Schreibtischen zu leben und Streikaufrufe, die sie auf die Straße bringen könnten, sind immer noch selten. Die Tagesschau gilt wohl wie früher als Verkündung letzter Wahrheiten. Von da her könnte man sich also schnell wieder zu Hause fühlen. Doch ist das nur die Oberfläche?

Deutschland scheint weit mehr in Angst zu leben als früher. Was passiert mit dem Euro? Sind die Ersparnisse noch sicher? Ist Deutschland nicht selbst überschuldet? BILD berichtet live über die Abstimmung im griechischen Parlament, als gehe es um Deutschlands eigenes Schicksal. Und die Kernenergie wurde nirgendwo in der Welt so ängstlich weggeschoben wie hierzulande. Die Hilflosigkeit der meisten Politiker im Umgang mit den Sorgen der Menschen, ihr fehlendes Charisma bis hoch zum Bundespräsidenten und die vielen Lügen haben offensichtlich einen besonders tiefen Graben zwischen den Menschen und der politischen Führungsschicht entstehen lassen. Da scheint einiges unter der Oberfläche in der Psyche zu rumoren, das Deutschland zu einem anderen Land macht.


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Gedanken zur Zeit 1970 24-06-11: Von einem der auszog, im "Spiegelfechter" zu diskutieren

Das hätte ich mir denken können: Jens Berger mit seinem Spiegelfechter-Blog und neuen Verbindungen zu NachDenkSeiten läßt Gegenmeinungen nur bedingt zu und versucht, sie - jedenfalls in meinem Fall - grobschlächtig wegzuprügeln.

Da hat er allen Ernstes vorgeschlagen, die Staaten sollten sich nicht mehr über Staatsanleihen, sondern über Zentralbankgeld zum Minizins von 0,5 % finanzieren bis zu 3 % jährliche Neuverschuldung. Deutschland würde also gar keine neuen Bundesanleihen mehr ausgeben. Den Vorhalt, daß ein solcher Zins eine Droge zu immer mehr Verschuldung wäre, ließ er nicht gelten. Doch Griechenland hätte sich z.B. bei nur 0,5 % Zins noch mehrfach höher verschulden können.

Ein Leser des Infoportals hatte mich auf diesen in NachDenkSeiten erschienenen Vorschlag aufmerksam gemacht. Also habe ich in einem Rundbrief des Infoportals dazu kritisch Stellung genommen. Das wiederum hat ein Blogger auf Spiegelfechter herausgefunden und mit dem Spiegelfechter-Blog verlinkt, und so kam die Diskussion ins Rollen.

Ich habe mich in mehrfachen Anläufen daran beteiligt. Doch was soll man bei solchen Beschimpfungen tun: "Sein Beitrag ist derart dümmlich und marktnaiv, dass ich mich damit gar nicht beschäftigen mag. Wer weiß, vielleicht kriegt er ja bald eine Kolumne in der BILD"? Und am Ende beehrte er mich mit der Bezeichnung als "Vertreter neoliberaler Positionen" und als "Anhänger einer "Blut-und-Boden-Marktideologie" und warf mir einen "Kotau vor der Weisheit der Märkte" vor. Mein Hinweis, daß "Blut-und-Boden" aus dem Nazi-Vokabular stamme und für eine grausame Umsiedlungspolitik in den von den Nazis besetzten östlichen Gebieten stehe, wurde als "Wikipedia-Wissen" abgetan und nicht zurückgenommen.

Dies waren dann meine letzten Worte in dieser Diskussion:

"Ich werde diese zunehmend unerfreuliche, weil von Ihnen immer gröber geführte Diskussion nun verlassen und räume Ihnen damit die Möglichkeit ein, ungefährdet noch einmal nachzutreten. Ich bin jedenfalls um einige Erfahrungen reicher geworden, welch Geistes Kind Sie in Ihrer Verbindung zu NachDenkSeiten sind. Es hilft mir zu verstehen, warum die Linke, die wohl - siehe NachDenkSeiten - ähnlich illusionär wie Sie denkt, in Deutschland selbst in einer so enormen Krise mit so unglaublichen Einschnitten ins soziale Netz keine Chancen hat."

Natürlich hat er dann noch mehrfach nachgetreten. Schade, man kann nur hoffen, daß diese Form von dogmatischer Linke in Deutschland nie politische Bedeutung gewinnt.


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Gedanken zur Zeit 1969 20-06-11: Elfi wird 100

Natürlich wird nicht Elfi selbst heute hundert, sondern erst in einigen Jahren, wenn wir ihr alle die Daumen drücken und sie selbst nicht zu viel auf die Ärzte hört. Ich wollte hier eine kleine Würdigung im Rückblick auf die zwei Jahre harte Elfi-Arbeit anbringen. Doch nun hat sie einen eigenen kleinen Rückblick verfaßt, der viel besser als alle meine gut gemeinten Worte ist. Mir bleibt dann nur, ihr auch im Namen aller ihrer zahlreichen Leser meinen ganz herzlichen Dank auszusprechen. Sie bedankt sich am Ende ihres folgenden Beitrags bei mir, aber umgekehrt wird ein Schuh draus. Immerhin ist Elfis Presseschau nun schon mehr als 56.000-mal aufgeschlagen worden und ohne sie hätte das Infoportal ein großes Loch. Die Trennung in Inlands- und Auslandsteil ist nicht immer leicht durchzuhalten, aber trotzdem als eine Orientierung nützlich. Ich weiß, daß Elfi besonders am Auslandsteil hängt, der auch ihren eigenen internationalen Erfahrungen entgegenkommt und auf dem deutschen Netz wahrscheinlich keine Entsprechung findet. Dank auch für die Sonderleistung mit Elfis eigenen Kurzkommentaren, die zeigen, wie sie mit den Nachrichten ringt. Hier also Elfi selbst:


“Hütet euch vor Liberalen- Die nur reden, die nur prahlen- Nur mit Worten stets bezahlen- Aber arm an Taten sind:- Die bald hier-, bald dorthin sehen- Bald nach rechts, nach links sich drehen- Wie die Fahne vor dem Wind.

Hütet euch vor Liberalen- Jene blassen, jene fahlen- Die in Zeitung und Journalen- Philosophisch sich ergehn:- Aber bei des Bettlers Schmerzen- Weisheitsvoll, mit kaltem Herzen- Ungerührt vorübergehn.

Hütet euch vor Liberalen- Die bei schwelgerischen Mahlen- Bei gefüllten Festpokalen- Turm der Freiheit sich genannt- Und die doch um einen Titel- Zensor werden oder Büttel- Oder gar ein Denunziant.”- (Robert Prutz – um 1848)
Der Autor Robert Eduard Prutz (* 30. Mai 1816, † 21. Juni 1872) war ein deutscher Schriftsteller, Dramatiker und einer der markantesten Publizisten des Vormärz. Unter anderem arbeitete er an der Rheinischen Zeitung an der auch Karl Marx veröffentlichte. Am 1. Januar 1842 in Köln, Preußen, gegründet wurde sie bereits am 31. März 1843 durch die staatlichen Behörden verboten.
Karl Marx schrieb: „Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein.“

Das Infoportal informiert, ist aber kein Gewerbe, genauso wenig wie die (heute nun hundertste Ausgabe dieser) Presseschau. Der hier unternommene Versuch herauszufinden und zu veröffentlichen, was in der Innen- und Außenpolitik geschieht, die Hintergründe zu verstehen, machten mich illusionsloser, zynischer in der Wahrnehmung des Politischen , aber nicht hoffnungsloser, dass eine humanere Welt möglich ist. Wenn nicht heute, dann morgen oder auch erst übermorgen. Solange Menschen leben wird es solche geben, die wissen, dass nur in der Gleichwertigkeit auch Freiheit möglich ist.


Rückschau

Als ich vor etwa zwei Jahren die Idee eine Presseschau zu machen von Herrn Jahnke aufgriff, ahnte ich kaum was auf mich zu kam. Ich war damals 67, immer noch an Menschen und politisch interessiert und täglich auch in den politischen Nachrichten unterwegs. So stieß ich, wahrscheinlich wie viele andere, auf der Suche nach mehr Verständnis über diese unsere wirtschaftliche und finanzielle Wunderwelt auf Herrn Jahnkes Webseite.

Als Soziologin und Sozialpsychologin, aber zugleich auch Nicht-Wirtschaftswissenschaftlerin, Nicht-Finanzer, Nicht-Politologin und Nicht-Journalistin begab ich mich – zugegeben mit mehr Mut als Vaterlandsliebe - auf Neuland. Etwa gegen Ende der 90er Jahre begann ich aus persönlichen Erfahrungen heraus in einigen Ländern, wo ich schon lebte, deutlicher wahrzunehmen, dass das kapitalistische Wirtschafts- und Finanzsystem, das sich uns tagtäglich schick präsentiert, auf eine Art Absturz zusteuert. Wo auch immer ich war (u.a. Deutschland, Schweiz, Kuba, Ägypten) – Reiche wurden reicher und Arme blieben arm, egal wie sie sich mühten. Und Politiker logen, dass sich die Balken bogen und machten Versprechungen, die sie nicht hielten. Aus meiner sozialpsychologischen Erfahrung heraus alles, was eine Familie, in der so etwas stattfindet, auseinanderreißt. Und ganze Gesellschaften? Ein Familie kann man therapieren. Aber wie stellt man das mit einer Nation an?

Eine Ahnung, dass eine denkwürdige Verquickung zwischen auch unseren Finanzeliten und der ach so sehr demokratisch gewählten politischen Klasse vorliegen könnte, waren meine Schlussfolgerungen auf Grund von Erfahrungen mit mehr oder weniger illegalen Bankgepflogenheiten und der Toleranz von Politikern dafür. Das brachte mich auf die Spur, da könne eine stillschweigende Übereinkunft vorliegen, Reiche reicher werden zu lassen. An den Aktienmärkten vermehrten sich die Vermögen wunderlich schnell, während die reale Ökonomie kaum Wachstum zeigte und sogar die Löhne fielen.

Herr Jahnke deckte die größeren Zusammenhänge dieser für viele Normalbürger unerklärlichen Phänomene akribisch auf, stellte sie graphisch anschaulich dar und erläuterte sie in einer auch für das in Wirtschaft und Finanzen weniger bedarfte Volk verständlichen Sprache, die sich durch Klarheit wohltuend von der der unaufrichtig eiernden Politiker abhebt. Dafür war ich - immer noch auf der Suche nach einleuchtenden Erklärungen für meine internationalen Wahrnehmungen - dankbar. Ich dachte, diesen Mann muss man in seinen Bemühungen um Aufklärung unterstützen und überschwemmte ihn erst mal mit unzähligen Links aus dem Internet. Er hat es geduldig ertragen und so lernten wir uns über den Schriftwechsel ein wenig kennen. Wir sind in einer Altersgruppe, haben aber völlig verschiedenen persönlichen Werdegang und Erfahrungswerte. Aber wir haben die selbe Zeit erlebt, und schauen auf sie aus unseren Blickwinkeln zurück.

Alles was Ökonomen und Politiker veranstalten, kommt irgendwie wundersam in die Presse. Die Finanzer sind erst in der globalen Finanzkrise ins Visier gekommen. Die im Dunkeln sieht man sonst nicht, obwohl sie auf unser aller Leben erheblichen Einfluss ausüben. Es ist nicht die „unsichtbare Hand des Marktes“ nach A. Smith, sondern die des unkontrollierten Geldes in Allianz mit den Regierungen.

In den etwa zwei Jahren in denen nun die PS etwa wöchentlich erschien, dachte ich des Öfteren, ich will keine Nachrichten mehr hören und lesen. Vieles ist Show und gleichgeschaltet. Die Unabhängigkeit der Presse als „vierte Gewalt“ erscheint beim vielen Lesen oft in Abhängigkeit gepresst. Nachrichten sind oft zu entsetzlich und werden immer entsetzlicher. Augen zu und Kopf in den Sand?

Oft ertappte ich mich bei dem Gedanken, so schlimm k a n n es doch gar nicht sein wie es scheint. Weil nicht sein kann was nicht sein dürfte? Ich wollte manches Mal nicht glauben, was sich da in unserer Welt Fatales abspielt. Alles Verschwörungstheorien? Hinter jedem Übel steckt immer ein Macher und seine Unterstützer. Wie in der Familie, so auch in der Gesellschaft. Da ich aber beruflich angetreten war, wissen zu wollen, was Menschen umtreibt, machte ich weiter auf dem Weg verstehen zu wollen und Antworten zu suchen auf die großen Fragen unserer Geschichte, die uns prägt und mitreißt. Können wir sie gestalten oder sind wir wirklich nur Stimmvieh, auch medial geteilt in Lager von Meinungen? Teile und herrsche; Divide et impera?

Das Internet, auch mit meinen nun 69 inzwischen - eine früher undenkbare - Selbstverständlichkeit für mich wie das Mobiltelefon, gibt mir die Reisefreiheit meiner und fremder Gedanken. So bemühe ich mich auch weitab vom Mainstream Quellen und Nachdenker aufzutun und sie in der Presseschau zu Wort kommen zu lassen. Sie wissen es bestimmt nicht, aber die Gedanken sind frei, aber leider auch nur so frei wie der Mensch von Vorurteilen sich löst.

Ich sehe wie unsere staatlichen und Finanzinstitutionen im Moment demselben Zweck dienen: Wer hat, dem soll gegeben werden, wer nicht hat , dem soll genommen werden. Im Glauben kann man konvertieren, wie es passt. Im Wissen und Verständnis der Dinge kann man nicht konvertieren, nur ignorieren oder heucheln. Und so langsam schließt sich nun für mich der Kreis. Es ist wichtig aufzuklären, wie unsere Gesellschaft funktionierte und funktioniert, woher über das Geld diese elenden Daseinskrisen kommen und dass sie vermeidbar sind, wenn Macht auf alle verteilt ist.

Für die Möglichkeit auf meine Weise und meinen bescheidenen Mitteln einen Beitrag zur Aufklärung und Gedankenvermittlung zu leisten und einem Teil der Öffentlichkeit, die sich bei Herrn Jahnkes Infoportal einfindet über die Presseschau weitere Informationen zu kommen zu lassen, möchte mich heute anlässlich der 100sten Presseschau bei Herrn Jahnke bedanken. Es ist eine positive Erfahrung. Solange das Infoportal besteht werde ich – so meine Zeit und Gesundheit es erlaubt - weitermachen. Uns Allen wünsche ich Optimismus und ein wachsames Auge, wenn wir die Welt der Medien betreten. ELFI


Heute erschien in der Tagesschau von einem Blogger

Verdrehte Welt?

Mo, 20.06.2011 - 09:45 — sgt.flower Viele Mitbürger bei uns leben von Harz 4 und diese Sätze sind ja knapp bemessen, weil wir uns nicht mehr leisten können...Aber für diese Spekulanten und "Bankster" schießen unsere Politiker Milliarden in ein hoffnungslos kaputtes System ein und keiner weiß wann damit Schluss ist.

Und dann singen wir alle gemeinsam:

Deutschland, Deutschland, zahl’ für alles, Zahl’ für alles in der Welt, Zahl’ für Griechen, zahl’ für Portugal Ganz Europa braucht Dein Geld, Alle armen Staaten kriechen In Dein grundsolides Zelt - Deutschland, Deutschland, zahl’ für alles, zahl' für alles in der Welt!

Deutsche Wirtschaft und Konzerne, Deutsche Börse, Deutsche Bank Sollen in der Welt behalten Ihren alten schönen Klang, Nimm’s dem Volke, gib’s den Mächtigen Unser ganzes Leben lang – Deutsche Wirtschaft und Konzerne, Deutsche Börse, Deutsche Bank!

Freigiebigkeit, Stolz und Dummheit Für das deutsche Vaterland! Danach lasst uns alle leben Großzügig mit voller Hand! Freigiebigkeit, Stolz und Dummheit Sind für Schulden der Garant – Zahl’ im Schatten dieser Schulden, Zahle, deutsches Vaterland!


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Gedanken zur Zeit 1968 09-05-11: Die EZB trampelt mit ihrer Minus-Zinspolitik auf den Ersparnissen der Mittelklassen herum

Früher waren Notenbanken dazu da, die Inflation zu bekämpfen und so die Ersparnisse vor allem der "kleinen Leute" zu schützen. Die "großen Leute" haben ihrerseits spekulativen Zugang zu den Finanzmärkten, da sie das Risiko, gelegentlich zu verlieren, durchaus verkraften können und so in der Regel auch unter Berücksichtigung der Inflation beträchtliche Gewinne erzielen; sie haben auch Vermögensverwalter und andere Helfer. Versagen die Notenbanken bei der Bekämpfung der Inflation, so entwerten sich die mühsam zusammengetragenen Ersparnisse vor allem der "kleinen Leute" und kommt umso mehr Sorge vor Armut im Alter auf.

In dieser Situation sind wir nun seit einiger Zeit. Die Notenbanken haben ein anderes Liebchen, das sie von der Bekämpfung der Inflation ablenkt, nämlich die Banken, denen sie sich mehr verbunden fühlen als den Sparern. Da sich viele Banken der Eurozone an der Europeripherie verspekuliert haben und eine Menge Geld verlieren würden, falls es zu Umschuldungen kommt, nimmt die Europäische Zentralbank Rücksicht, umso mehr als sie auch selbst mit Papieren aus der Peripherie in den Seilen hängt. Sie traut sich seit längerer Zeit nicht mehr, den Zins kräftig anzuheben, weil das die Krise an der Europeripherie verschärfen und den Banken Schaden zufügen könnte.

Auch freuen sich die Exportkonzerne mit ihrer ungeheuren Lobby-Macht über niedrige Zinsen, weil das den Euro nach unten drückt und ihnen den Export profitabler macht. Daß gleichzeitig die Verbraucher auf der Importseite, oft wieder die "kleinen Leute", über höhere Nahrungsmittel- und Energiepreise für bei schwachem Euro verteuerte Importe die Zeche zahlen, schert weder die Exportkonzerne noch die Europäischen Zentralbank.

Was sind nun diese "kleinen Leute"? Sie sind der dynamische Kern aufstrebender Mittelklassen, auf den jede Gesellschaft bitter angewiesen ist. Diese Mittelklassen leiden ohnehin unter einer schlimmen Diskriminierung bei der Einkommensverteilung und durch die steuerliche Umverteilung nach oben. Durch die Zinspolitik der EZB werden sie nun mit real negativen Zinsen auf ihre Ersparnisse erneut getroffen. Wie lange kann das gut gehen, bis die gesamte Gesellschaft krank wird oder ist sie das schon?


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Gedanken zur Zeit 1967 01-06-11: Meine Erfahrungen mit der Zunft der Vermögens- und Finanzberater

Als Empfänger meiner Wochenbriefe haben sich einige aus der Finanzbranche angesammelt, darunter auch Vermögens- und Finanzberater. Da ich sehr oft in meinen Analysen Finanzdaten bringe, ist das für diesen Kreis sicher auch beruflich nützlich, sonst hätten sie die Wochenbriefe kaum bestellt. Einer von ihnen schlug mir vor, aus den Wochenbriefen "ein ordentliches Geschäft" mit einer "ordentlichen Bezahlung" zu machen. Ich antwortete, daß ich keine Kommerzialisierung anstrebte. Deshalb verzichte ich auch auf jede Form von Werbung auf der Webseite und erhebe nur einen sehr kleinen Unkostenbeitrag.

Allerdings brachte mich der Vorschlag auf die Idee, bei den Teilnehmern aus der Finanzbranche einen höheren Unkostenbeitrag anzuregen, auch zum Ausgleich für die sehr vielen Besteller in finanziellen Schwierigkeiten, bei denen ich natürlich keinen Unkostenbeitrag erhebe. Das Ergebnis war bezeichnend, vielleicht besonders für diese in der Regel gut verdienende Branche. Ein Einziger hat spontan zugesagt. Alle anderen schworen Stein und Bein, daß sie nur zufällig die Mail-Anschrift ihrer Firma benutzten und die Wochenbriefe ausschließlich aus privatem Interesse bezögen ohne jede Verbindung zu ihrer beruflichen Tätigkeit.

Einer unter den Vermögensberatern räumte ein, daß er die Wochenbriefe als Nachschlagewerk benutze, sie aber nicht an Kunden oder Berufskollegen weitergebe (was ich gar nicht unterstellt hatte). Als ich ihm antwortete, die Funktion als Nachschlagewerk hätte doch beruflichen Bezug, zog er sich darauf zurück, daß er eigentlich keine Zeit zum Lesen der Wochenbriefe mehr hätte und daß ich ihn aus der Bezieherliste streichen sollte, allerdings erst, wenn sein Geld aufgebraucht sei (!). Ich habe ihn dann gleich gestrichen.

Ja, so arbeitet diese Branche, jedenfalls mehrheitlich. Für mich war es wieder einmal eine Erfahrung, die einige Vermutungen bestätigt hat.


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Gedanken zur Zeit 1966 30-05-11: 140 Beiträge zu den Wochenbriefen

Mit dem morgigen Wochenbrief erscheint der 132. Beitrag und acht weitere sind vorbereitet. Mit 140 Beiträgen aus der Entwicklung von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt in Deutschland und der Welt wird ein sehr weites Feld abgesteckt. Es reflektiert unsere Situation ziemlich komplett und zeigt immer wieder die Vernetzungen zwischen den verschiedenen Bereichen auf. Dabei stützt sich die Darstellung auf ein reichhaltiges Material von verständlichen Grafiken ab. Vermutlich ist ein solcher Vorrat an Analyse unserer Situation sonst nicht im deutschen Web vorhanden; jedenfalls wird mir das immer wieder von vielen Besuchern des Infoportals und Empfängern der Wochenbriefe bestätigt.

Eine Übersicht über die 140 Beiträge finden Sie hier. Der Wochenbrief wird per Mail zugeschickt und kann auch auf einer besonderen, reservierten Webseite gelesen werden. Wer als neuer Besteller der Wochenbriefe hinzukommt, erhält Zugang zu allen bisherigen Ausgaben, zur umfangreichen Datenbank und kann auch mein wichtigstes Buch "Globalisierung: Legende und Wahrheit" im pdf-Format kostenlos herunterladen. Im Unterschied zu den Rundbriefen im Infoportal werden die Themen in den Wochenbriefer gründlicher analysiert und werden auch viele Themen aufgegriffen, die nicht im Infoportal erscheinen. Daher ist der Informationswert der Wochenbriefe erheblich höher.

Für Hartz-IV Empfänger und vergleichbare Situationen ist der Bezug kostenlos. Sonst fällt ein kleiner Unkostenbeitrag von 1 Euro pro Monat, wenig mehr als einmal BILD, an. Die Bestellung kann für die Periode bis Oktober hier aufgegeben werden.


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Gedanken zur Zeit 1965 29-05-11: Warum die Europäische Zentralbank die Inflation in der Eurozone laufen läßt

Die Hauptaufgabe der EZB, wie früher der Bundesbank, ist es, uns die Inflation vom Halse zu halten. Doch anders als früher die Bundesbank bei der DM tut die EZB genau das beim Euro derzeit nicht. Und so steigt die Inflationsrate der Eurozone bisher ungebremst immer weiter und marschiert bereits gegen 3 %. Die kleinen Sparer vergleichen ihre Ersparnisse ängstlich mit dieser Entwicklung und fürchten sich noch mehr als ohnehin schon vor Armut im Alter. Seit ihrem Tiefpunkt im Oktober 2009 sind z.B. die deutschen Lebensmittelpreise bereits um 6,2 % gestiegen, was einer Jahresrate von 4,1 % entspricht (Abb. 16298). Bei dieser Rate liegen die Lebensmittelpreise bereits nach fünf Jahren um fast ein Fünftel höher und fressen sich so tief in das zurückgelegte Kapital, für das es derzeit sehr wenig Habenzins gibt.


Warum aber schläft die EZB am Steuer einen so unseligen Schlaf? Die Erklärung mag relativ einfach sein: Die EZB zittert wie jedes stink-normale Unternehmen um ihre eigne Bilanz. Sie hat inzwischen für 2 Billionen Euro Wertpapiere als Sicherheiten für Kredite an die Banken der Eurozone in ihre Bücher genommen, weil die Regierungen der Eurozone keine Barmittel transferieren wollten. Der größte Teil dürften Papiere aus den Krisenländern sein. Erhöht die EZB zur Inflationsabwehr den Zins, so fällt es den Krisenländern noch schwerer, auf den Wachstumspfad zurückzufinden, um wieder ihre Schulden bezahlen zu können. Kommt es dann aber zu Zusammenbrüchen und Umschuldungen, so entwerten sich auch die Papiere in den Büchern der EZB und ist die EZB selbst auf die Rettung durch den Beistand der Notenbanken in den stärkeren Eurozonenländern angewiesen.

Der heutige Rundbrief beschreibt die Situation. Weit haben wir es mit dem Euro und der EZB gebracht!


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Gedanken zur Zeit 1964 26-05-11: Die Welt, in der wir leben, läuft immer weniger rund, oder: Wer mag noch Gurke?

Der Fußball Welt hat vom vielen Gegentreten Kanten bekommen. Wir stolpern von einer Krise ratlos aber folgenschwer in die nächste. Erst die globale Finanzkrise, dann die Eurokrise. Und sehr vieles, was beide Krisen ausgelöst hat, werkelt weiter im Untergrund.

Wir haben global eine immer tiefere soziale Krise, nicht zuletzt auch in Deutschland mit einem immer größeren Auseinanderklaffen der Einkommen, wie jetzt wieder im 1. Quartal 2011 verstärkt verzeichnet.

Dann stürzte die Atomenergie von ihrem westlicherseits trotz Chernobyl noch hochgehaltenen Sockel. Auch hier in Deutschland eher Ratlosigkeit, auch wenn die Wähler die Nuklearflucht Richtung Grün angetreten haben.

Keine Lebensmittelkontrolle kommt bei offenen EU-Grenzen mehr den Keimen hinterher. Der neueste Angriff über die Grenze aus Spanien hat tödliche Folgen. Wer traut sich noch an die Gurken?

Vom Wetter sollte man eigentlich gar nicht reden, zumal viele Deutsche abwinken, wenn vom Klimawechsel die Rede ist, als sei dies Thema abgeheftet. Doch die Zahl der Wirbelstürme steigt, zuletzt mit vielen Toten in USA. Hier oben am Nordatlantik in Irland, von wo diese Gedanken kommen, aber auch in Schottland bläst seit Wochen ein kalter Sturm, der so früher zu dieser Jahreszeit nicht zu beobachten war. Man muß die Heizung laufen lassen, auch wenn das Öl teuer ist. Dagegen ist es auf dem Kontinent ungewöhnlich trocken. Und in der Arktis schmilzt das Eis noch schneller als bereits in den letzten Jahren. Hier braut sich über den Klimaeffekt eine langsame Krise zusammen, die von den aktuellen Krisen noch verdrängt wird und die sich vielleicht erst wieder ins Bewußtsein drängen wird, wenn der berüchtigte tipping point of no return erreicht ist, also der Rückweg auf sicheren Klimaboden schon versperrt ist.

Frühere Epochen haben in solchen umwölkten Zeiten nicht selten neue Hoffnungsträger hervorgebracht. In Deutschland derzeit wohl eher Fehlanzeige. Wo ist der Unterschied zwischen Rösler und Westerwelle, wo zwischen Gabriel und Schröder, usw.? Der Wähler duckt sich weg und bleibt, wie zuletzt in Bremen, in Scharen zu Hause. Sollen doch die da oben ihren Dreck alleine machen. Früher was das der Spruch eines Königs nach unten, heute kommt er frustriert von unten nach oben zurück.

Alles nur Unkenrufe?


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Gedanken zur Zeit 1963 21-05-11: Die Teufelschüler und ihr Frankenstein-Euro

Sie sitzen alle noch in gut bezahlten Einflußpositionen oder leben von üppigen Pensionen: die Technokraten Köhler, Tietmeyer, Stark, Regling und viele andere, aber auch Kohl und Genscher als die verantwortlichen Politiker. Sie standen an der Wiege des Euro und ließen sich als "Masters of the Universe" feiern oder machten jedenfalls prächtig Karriere. Bisher gab es kein einziges "mea culpa". Obwohl sie total versagt haben: bei den Bedingungen zum Eintritt in den Euro, bei der Kontrolle seiner Grundfesten und nun - soweit sie noch im Amt sind - bisher bei seiner Rettung.

Was sie geschaffen haben, zeigt sich derzeit als unbeherrschbares Frankenstein-Monster, ein Teufel, den sie geboren und dann aus der Flasche gelassen haben. Er schafft jeden Tag mehr Gewinner auf der einen Seite und Verlierer auf der anderen. Gewinner sind derzeit vor allem die deutschen Exportunternehmen, für die ein schwacher Euro wie eine dauerhafte Exportsubvention wirkt, und die im Euroraum nicht mehr wie früher durch Aufwertungen der DM getroffen werden können. Es sind auch die Unternehmen generell, die derzeit in Deutschland zu unangemessen niedrigen Zinsen ihre Investitionen finanzieren können. Gewinner sind weiter die Banken, die auf sehr zinsträchtigen Anleihen der Krisenländer sitzen und damit rechnen können, zulasten des Eurorettungsschirms und der Steuerzahler ausgelöst zu werden, also ein Geschäft mit geringem Risiko bei hohem Gewinn zu machen.

Verlierer sind vor allem die Menschen in den Krisenländern, die eh schon arm dran waren und nun noch ärmer. Sie müssen dazu noch die unberechtigten Ermahnungen der deutschen Bundeskanzlerin, mehr und länger zu arbeiten, ertragen. Wie soll das auf Menschen in Spanien wirken, von denen bereits mehr als 30 % im Alter bis zu 29 Jahren arbeitslos sind? Verlierer sind am Ende auch die Steuerzahler in den Nicht-Krisenländern, vor allem Deutschland, denen eine saftige Rechnung zugeschoben wird, am Ende ein neuer Euro-Soli, damit die Exportunternehmen weiter ihre Gewinne auch in den Krisenländern einfahren und die Anleihezeichner ihre profitabel und höchstspeklativ angelegte Gelder zurückholen können.

Es sollte die Stunde kommen, um die Teufelsschüler, die uns das eingebrockt haben, von ihren selbstgefertigten Denkmälern zu holen und zur demokratischen Verantwortung zu ziehen. Sie haben weder ihre hochbezahlten Posten, soweit sie noch aktiv sind, verdient, noch ihre üppigen Pensionen. Doch diese Stunde wird nicht kommen. Erst die Geschichtsbücher können eines Tages die Legenden, die sie um sich aufgebaut haben, korrigieren.


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Gedanken zur Zeit 1962 19-05-11: Gott bewahre Europa vor der deutschen Arroganz und historischen Vergeßlichkeit

Hans Baumann dichtete 1932 in seinem von den Nazis besonders geliebten Lied:

1. Es zittern die morschen Knochen Der Welt vor dem roten Krieg, Wir haben den Schrecken gebrochen, Für uns war's ein großer Sieg.

Wir werden weiter marschieren Wenn alles in Scherben fällt, Denn heute da hört uns Deutschland Und morgen die ganze Welt.

2. Und liegt vom Kampfe in Trümmern Die ganze Welt zuhauf, Das soll uns den Teufel kümmern, Wir bauen sie wieder auf.

3. Und mögen die Alten auch schelten, So laßt sie nur toben und schrei'n, Und stemmen sich gegen uns Welten, Wir werden doch Sieger sein.

4. Sie wollen das Lied nicht begreifen, Sie denken an Knechtschaft und Krieg Derweil unsre Äcker reifen, Du Fahne der Freiheit, flieg!

Wir werden weiter marschieren, Wenn alles in Scherben fällt; Die Freiheit stand auf in Deutschland Und morgen gehört ihr die Welt.

Die Nazis sangen natürlich "gehört uns Deutschland". Der heutige Rundbrief nimmt im Titel auf dieses Lied bezug und setzt sich mit Merkels Forderung auseinander, Länder wie Griechenland, Spanien und Portugal sollten sich an den deutschen Regeln für Renteneintrittsalter und Urlaubszeiten orientieren. Die deutsche Nachkriegspolitik hat sehr mühsam daran gearbeitet, in Westeuropa das Bild des "bösen Deutschen" und auch den zynischen Spruch vom Wert der Arbeit über den Konzentrationslagern aus dem Bewußtsein zu verdrängen. Ganz dürfte das nie gelungen sein. Merkel mit ihrer DDR-Vita und Liebe für Russisch und Rußland hat diese Zeit des politischen Wiederaufbaus nicht miterlebt. Doch das kann so arrogante Sprüche an die Adresse ganzer Völker in Südeuropa, von denen zudem eines schwer unter den Nazis gelitten hat, nicht entschuldigen.

Und dann sind die Behauptungen auch noch falsch, wie der Rundbrief zeigt.


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Gedanken zur Zeit 1961 15-04-11: Was mich immer wieder am derzeitigen Zustand Deutschlands stört

Einerseits habe ich das "Privileg", den größeren Teil des Jahres außerhalb Deutschlands zu leben, vor allem in Irland und Frankreich. Andererseits beteilige ich mich seit nun über fünf Jahren mit dem Infoportal und den Wochenbriefen an dem schwierigen Geschäft einer Gegenöffentlichkeit für Deutschland und das ganztags und ohne viel Freizeit an Wochenenden oder Ferien. Mit ständigen Vergleichen hat das den kritischen Blick auf das Land, aus dem ich komme, geschärft.

Was mich dabei immer wieder stört, ist die mentale Verfassung, die ich in Deutschland zunehmend zu beobachten glaube. Das zeigt nicht nur der viel schneller als anderswo fortschreitende Altersprozeß der Gesellschaft sondern auch gleichzeitig ihre Entsolidarisierung. Und damit wird genau das aufgegeben, was mal Deutschlands Markenzeichen in glücklicheren Jahren war und als "Soziale Marktwirtschaft" in der ganzen Welt bewundert wurde. Das neue Markenzeichen scheint mir Angst und Resignation breiter Bevölkerungschichten und Rückzüg in die häusliche Welt zu sein. Diese Beobachtung kann ich weder in Irland, noch in Frankreich machen, schon gar nicht in diesem Ausmaß. In dem Maße, wie sich deutsche Arbeitnehmer mit dem Segen der Bundesregierung zu Dumping-Fußsoldaten der Generäle in den Konzernspitzen machen lassen, bedrohen sie leider nun auch noch die Lebensqualität in den Nachbarländern.

Bestätigt fühle ich mich durch ein kürzliches Video-Interview von 3-Sat mit dem Soziologen Prof. Franz Schultheis von der Universität St. Gallen unter dem bezeichnenden Titel "Reichsein hat seinen Preis". Darin führt er sehr zutreffend aus:

"Die Gesellschaft zerfällt. Soziale Gruppen treten miteinander in Konkurrenz. Das ist keine gute Voraussetzung für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Hauptproblem ist, daß der Mittelstand nicht mehr am Wohlstand teilhat. Das ist eine Quelle großer Frustration. Leistung wird nicht mehr automatisch belohnt. Und obwohl man sich ärmeren Schichten annähert, solidiert man sich nicht mit ihnen, weil die Mittelschichten sich von den Unterschichten unterscheiden wollen.

Auch reiche Bürger schotten sich ab. Man hat starke Unsicherheitsgefühle. Diese Angst äußert sich dann in der Tendenz, sich vom Rest der Welt abzuschotten. Man baut Mauern um Anwesen herum, die Reichen gruppieren sich in bestimmten Privatvierteln und haben eine Privatpolizei.

Anders als erwartet lehnt sich der ärmere Bevölkerungsteil nicht auf, sondern zieht sich in die Privatsphäre zurück. Armut ist sehr lähmend und schraubt das Lebensgefühl dieser Menschen auf den Nullzustand zurück. Man leidet privat."

Persönlich habe ich mir vorgenommen, im Herbst meinen aufreibenden Dauereinsatz zugunsten einer Gegenöffentlichkeit mindestens für einige Zeit zu beenden und sowohl die Wochenbriefe wie wahrscheinlich auch das Infoportal einzustellen. Dazu beigetragen hat zuletzt die Bestellsituation beim Wochenbrief in der nun angelaufenen neuen Periode bis Oktober. Einerseits haben mich viele aufmunternde und zum Teil auch begeisterte Zuschriften erreicht, für die ich sehr dankbar sind. Jedoch ist andererseits die Zahl derer, die bereit waren, ihre Anerkennung durch den kleinen Unkostenbeitrag von monatlich nicht viel mehr als einmal BILD zu bestätigen, um fast ein Drittel gefallen. Auch das ist für mich ein wenn auch sehr kleines, aber dennoch bezeichnendes Signal für die mentale Verfassung vieler Zeitgenossen und die engen Erfolgsgrenzen für eine an Fakten orientierte und dementsprechend sachliche Gegenöffentlichkeit. Auf das wahrscheinlich vom Publikumsinteresse her erfolgreichere Feld billiger Polemik und sensationslüsterner Verschwörungstheorien werde ich mich jedenfalls nicht verlieren, obwohl ich damit weit weniger Arbeit hätte.


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Gedanken zur Zeit 1960 28-04-11: Wie meine Generation von Deutschen an einem Verbrechen gegenüber den nachwachsenden Generationen mitschuldig wurde

Mensch, hat es meine Generation gut gehabt: Eingeschult am Kriegsende, viele schwere Jahre, dann aber nur noch Wirtschaftswunder und Optimismus, bis man um die 50 war und aus dem Schlimmsten heraus. Bis dahin sichere Beschäftigung, nur zeitweilig etwas mehr Arbeitslosigkeit und für die Allermeisten eine angemessene Entlohnung. Wer mal keine Beschäftigung hatte - sie war noch nicht zum "Job" degeneriert - bekam ein anständiges Arbeitslosengeld und brauchte sich nicht in die heutige Schar an Langzeitarbeitslosen einzuordnen. Die Renten galten noch als sicher.

Doch dann haben wir die Neoliberalen unter der Tarnkappe einer angeblich unvermeidbaren Globalisierung machen lassen, was sie vorgeblich in unserem Interesse zu tun für nötig hielten. Die hatten die volkswirtschaftlichen Lehrbuchweisheiten studiert, sich die soziale Empathie abgewöhnt und wußten genau, wo die neoliberalen Stellschrauben anzuziehen waren. Sie arbeiteten oft in festen Seilschaften direkt unter der Ebene der politischen Führung und meist im Einvernehmen mit der Lobby. Es waren unsere eigenen Chicago-Boys. Ihnen zur Seite standen die Medien, die zunehmend von ihren Verlegern neoliberal gleichgeschaltet wurden und damit begannen, die sozialen Opfer der neuen Zeit als Faullenzer und Hängemattenabonnenten zu verunglimpfen. Und die Strippenzieher aus den Chefetagen der Konzerne und Industrieverbände konnten sich im Hintergrund bedeckt halten. Ihre Handlanger würden schon alles richten. Notfalls waren die Spendentransfers etwas abzubremsen. Selbst ein Kohl würde mannhaft und Ehrenwort-verhaftet keinen der Spender verraten. Und selbst die Sozialdemokraten waren unter Schröder bereit, die Interessen ihrer traditionellen Wähler zu verraten.

Wir ließen sie machen, ohne den friedlichen, demokratischen Aufstand gegen die Unterwanderung unserer Demokratie auszurufen. Was dann folgte, reihte sich wie auf eine Perlenschnur, die den Meisten von uns würgend um den Hals gelegt wurde. Da mußte zunächst die Billigstarbeit aus China in einen sich immer weiter verschärfenden Niedriglohn-Wettbewerb geholt werden. Dann mußten alle die Steuergeschenke an die Unternehmer und Bestverdiener folgen, nachdem die Finanzmärkte ebenfalls globalisiert worden waren und man die Steuergeschenke mit der sonst drohenden Kapitalflucht begründen konnte. Dann wurden die sozialen Regeln am Arbeitsmarkt ausgetrieben und durch Harz-IV, Leiharbeit und geringfügige Beschäftigung ersetzt.

Deutschland setzte sich in Westeuropa an die Spitze der neoliberalen Entwicklung: Nirgendwo in Westeuropa stiegen die Löhne so wenig, nirgendwo waren die Renten gemessen am letzten Arbeitseinkommen so niedrig, nirgendwo wucherte die geringfügige Beschäftigung so hemmungslos, nirgendwo wurden die Frauen so lohn- und renten-diskriminiert, nirgendwo wurde Bildung so vom Geldbeutel der Eltern abhängig gemacht, nirgendwo wurden Mindestlöhne so verweigert wie in Deutschland. Nirgendwo auch wurde die Lobby so hemmungslos an die Stelle demokratischer Spielregeln gesetzt.

Und dann erreichte mich vor wenigen Tagen folgender Beitrag im Diskussionsforum:

"Interessant, Ihre Zahlenzusammenstellung zu Gegenwart und Perspektive. Ich gehöre zu den Babyboomern, bin in prosperierenden Zeiten aufgewachsen, habe gelernt und studiert. Lebe jetzt trotz all der Vorleistungen vom Staat oder in prekären Arbeitsverhältnissen und habe praktisch keine Chance mehr, dies zu korrigieren, also in halbwegs sichere Arbeits- und Lebensverhältnisse zu kommen. Und das, obwohl ich deutlich bessere Voraussetzungen mitbringe als sie meine Eltern hatten (mein Vater hatte gerade mal einen Volksschulabschluß und hatte trotzdem immer eine gute, sichere und gut bezahlte Arbeit). Meine Eltern verstehen die Welt nicht mehr, und geben mir die Schuld an der Misere. Und mir drückt nach und nach die ganze prekäre Lage zunehmend erheblich auf das Gemüt. An Altersvorsorge kann ich trotz meiner knapp über 40 Jahre gar nicht denken, denn in der Gegenwart ums soziale Überleben zu kämpfen, ist anstrengend genug. Ich frage mich, wie ich fürs Alter vorsorgen soll, wenn meine Lohn- und Honorarleistungen nicht einmal fürs jetzige Leben ausreichen. Kinder habe ich auch keine, die für mich sorgen könnten. Der Kampf um Beruf etc. hat mich irgendwie die Zeit verpassen lassen.

Ich weiß nicht, wie vielen Menschen es so geht. Aber ich habe ursprünglich alles richtig gemacht, jedenfalls nach dem, was mir als Kind und Jugendliche gesagt wurde, wodurch ich eine sichere Zukunft haben werde. Nichts davon ist eingetreten. Ich hatte mich beruflich für den Sozialbereich entschieden. Das hätte ich nicht tun sollen. Hier sind spätestens seit Einführung von H4 die existenzsichenden Löhne aufgelöst, jedenfalls für diejenigen, welche nicht schon zuvor einen festen Arbeitsplatz hatten. Jetzt gibt es nur noch prekäre Stellen, kurze Laufzeiten, schlechte Bezahlung. Und nach jedem "Projekt" droht wieder neu die Arbeitslosigkeit. Das schlaucht. Man kann sich nichts aufbauen, hat keine längerfristigen Perspektiven, kann immer lediglich kurzfristig in wenigen Monatsschritten denken, bekommt als Aufstocker noch das verdiente Geld vom Jobcenter wieder abgezogen bis auf die Alg2-Grenze. Es lohnt also gar nicht mehr, arbeiten zu gehen. Weil man am Ende sowieso nicht auf mehr Geld kommt, sondern noch den Ärger mit dem Jobcenter und Sozialgerichten dazu hat.

Wie soll man so leben? Auf Dauer? Das fühlt sich zunehmend an wie Überleben. Meine Eltern leben in ihrer Traumschiff-Kreutzfahrt-Welt. Und ich weiß nicht mal, wovon ich mir halbwegs akzeptable Kleidung oder schon gar Möbel kaufen soll.

So sieht die Welt heute hinter den Zahlen aus. Man weiß weder ein noch aus. Und weiß letztlich gar nicht so recht, warum eigentlich. Man hat doch alle Vorleistungen erbracht.

Ich glaube im Übrigen daher auch nicht, daß unsere Generation so alt wird. Ich vermute viel eher, daß man ab in ca. 10 Jahren etwa, wenn wir in die 50er Jahre gehen und zunehmend auf die 60 zu, daß sich Herzinfarkte und andere streßbedingte Krankheiten häufen werden und eine deutlich höhere Sterblichkeit in unserer Generation zu verzeichnen sein wird als bei unserer Elterngeneration. Diese haben den Wohlstand aufgebaut und zwar in jungen Jahren unter teils schlimmen Nachkriegsmangelsituationen gelebt. Aber der Wohlstand und die Sicherheit haben mit dem Alter zugenommen. Dies ist für unsere Generation nicht mehr der Fall. Sondern es ist nahezu genau umgekehrt: in jungen Jahren in sicheren Zeiten aufgewachsen, prekarisieren sie sich immer weiter, leider nimmt auch die Widerstandskraft ab, dem widerstehen zu können. Und so glaube ich, wird es einen zusätzlichen Bevölkerungsschwund geben, nicht nur durch geringere Geburtenzuwächse, sondern auch durch höhere Sterberaten. Und vermutlich auch mehr Krankheitsfälle bei gleichzeitig schlechterem Gesundheitswesen, was wiederum die Sterberaten wachsen lassen wird."

Meine Antwort war diese:

"Vielen Dank für den ehrlichen Bericht, der heutzutage sicher viele Menschen betrifft. Ich selbst gehöre zu der Nachkriegsgeneration (wahrscheinlich der Ihrer Eltern), die es zunächst sehr schwer hatte, dann aber immer optimistisch sein konnte, weil es immer aufwärts ging. Allerdings haben wir ein Wirtschafts- und Sozialsystem entstehen lassen, unter dem heute viele unserer Kinder schwer leiden müssen. Das grenzt an ein Verbrechen!"


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Gedanken zur Zeit 1959 20-04-11: Wenn viele junge deutsche Männer charmanter sind als sehr viele junge deutsche Frauen - demographische Folgen?

Um alle Mißverständnis gleich auszuschalten: Ich bin seit 42 Jahren sehr glücklich mit einer Irin verheiratet und habe auch keinen Groll auf deutsche Frauen, die mir mehrheitlich eher leidtun, weil die Lohndiskriminierung in Deutschland höher als in den meisten EU-Ländern ist und weil sie auch sonst meist im Nachteil sind.

Doch immer wieder bemerke ich jene Exemplare jüngerer deutscher Frauen, denen ich am liebsten aus dem Wege gehe, aus dem weitesten Wege sogar. Eine war mir beispielsweise schon vor Jahren in der Nichtraucherzone des Flughafens von Vancouver aufgefallen, als sie auf meine Bitte, nicht neben mir zu rauchen, in jeder Hinsicht ausfallend wurde. Einer anderen bin ich gerade heute in der Kassenschlange bei IKEA begegnet, als ich sie unbeabsichtigt und nur leicht mit dem Einkaufswagen anstieß: "Sehen Sie nicht, daß ich hier stehe und Sie meinen Po anstoßen?" meinte sie in dem entsprechenden Tonfall. Ich versicherte ihr, daß ich das nicht absichtlich getan hätte, weil sie mir genau das zu unterstellen schien. Sie war wohl zwischen 20 und 30 Jahre alt. Das ausgeprägte Hinterteil in eine dafür zu enge Jeanshose gesteckt, wirkte sie total abgebrüht. Rein gar nichts von Fraulichkeit, geschweige denn von einem Anflug an Charme.

Nun lebe ich meistens außerhalb der deutschen Grenzen. Dort begegnen mir solche Frauentypen höchst selten. Ist es nur mein persönliches Pech, daß sie mir bei Reisen in Deutschland auffallen? Ich denke dann, wahrscheinlich sind die meisten dieser jungen Frauen als Einzelkinder aufgewachsen, von den Eltern entsprechend verwöhnt worden, sozial schlecht angepaßt, weil man dafür eigentlich Geschwister braucht, und außerdem von den Eltern mit dem Kommando versorgt, sich gegen die Männerwelt mit Zähnen und Klauen durchzusetzen, praktisch ihren Mann zu stehen.

Ich weiß aus mir bekannten Familien, daß dieser Frauentyp junge noch auf Frauensuche befindliche Männer geradezu verängstigen kann. Die würden gern passende Frauen als Lebenspartner finden. Doch solcher Art Frauen sind wahrscheinlich nicht ehe- oder partnerfähig. Wenn die deutsche Demographie so dramatisch stärker als anderswo einbricht, dürfte auch dieser anerzogene oder angemaßte Frauentyp eine Rolle in der Ursachenkette spielen. Oder übertreibe ich grenzenlos und unberechtigt?


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Gedanken zur Zeit 1958 17-04-11: Wenn "Die ZEIT" spinnt

Die letzte Ausgabe der "ZEIT" macht mit einem selbstkritischen Beitrag "Was Journalisten anrichten .." auf und erwähnt die falschen Prognosen. Doch dann bringt das Blatt auf der ersten Seite einen Bericht, der mit "Im nassen Grab" überschrieben ist:

"Viele Mittelmeerflüchtlinge bedrohen Krieg und Tod. Wer sie aufnimmt, gibt nicht nur ihnen eine Chance. .. Was auf Lampedusa geschieht, ist ein europäisches Problem. .. Mittelfristig weil diejenigen, die heute als Migranten kommen, bereits in wenigen Jahren umworbene Arbeitskräfte sein könnten, die dem altersschrumpfenden Europa seinen Wohlstand sichern. ... Das ist .. der beste Weg für Europa - und für die Migranten: geregelte Zuwanderung von Fachkräften, Stipendien für Studenten und befriste Quoten für einfache Arbeiter, für die also, die jetzt illegal kommen - und von der europäischen Wirtschaft gern beschäftigt werden. Dann wird das Mittelmeer, was es historisch immer war: ein Handelsplatz."

Was für ein Blödsinn und was für ein Widerspruch aus der Feder eines "ZEIT"-Schreiberlings und passend zu dem anderen Beitrag über falsche Prognosen und Meinungsmache! Man kann aus humanitären Gründen durchaus für die Aufnahme der Flüchtlinge sein. Doch was soll die Begründing mit unseren Wirtschaftsinteressen und der Sicherung unseres Wohlstands? Diese Flüchtlinge sind meist beruflich total unqualifiziert und werden allenfalls niedrigst bezahlte Gelegenheitsarbeit finden, wenn sie nicht in Deutschland bei den Langzeitarbeitslosen, von denen sehr viele ebenfalls beruflich unqualifiziert sind, landen. Den deutschen Wohlstand werden sie entgegen der ZEIT-Anpreisung jedenfalls kaum sichern, sondern umgekehrt eher Hilfeleistungen in Anspruch nehmen. Der Schreiberling scheint das am Ende seines irreführenden Artikels selbst zu begreifen, indem er sich auf einmal für Quoten bei einfachen Arbeitern der jetzt illegal Kommenden ausspricht.

Warum verzapft er dann solchen Blödsinn? Von welchem "historischen Handelsplatz" träumt er da?


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Gedanken zur Zeit 1957 07-04-11: Investigativer Journalismus ist gut, schießt aber auf der Suche nach Sensationen oft über das Ziel hinaus und wird dann verdummend

Ich habe sehr viel übrig für investigativen Journalismus, der sozusagen auf der Suche nach sensationellen Skandalen gegen den Strom schwimmt. Leider habe ich oft feststellen müssen, wenn ich selbst verläßliche Insider-Information hatte, daß solcher Journalismus falsch lag und verdummte, weil es unbedingt die Sensation sein mußte.

Jetzt hat mir ein freundlicher Zeitgenosse eine ZDF-Dokumentation zugeschickt. In deren 3. Teil auch ich kurz zu Worte komme, was wohl aus irgendeiner Konserve hineingeschnitten wurde, da ich mich zum Thema gar nicht äußere. Es geht um den Tschernobyl-GAU, dessen Jahrestag sich wieder einmal jährt. Unter dem Thema "Der Millionensarg" will die Dokumentation belegen, daß fast die gesamte Radioaktivität per Explosion aus dem Reaktor entwichen ist und nun mit einem Mrd-Euro teueren neuen Sarkophag ein leerer Stall bewacht werden soll. An einer Stelle des Films wird moniert, daß in Tschernobyl noch sehr viele verstrahlte Hubschrauber herumstehen, die statt dessen entsorgt werden sollten.

Das klingt natürlich schön sensationell. Zum Beweis läuft dann noch der Vertreter dieser These in Deutschland, Sebastian Pflugbeil, durch den havarierten Reaktor. Persönlich bin ich viele Male an (aber nicht in!) dem Reaktorblock 4 gewesen und auch in der verlassenen Stadt und frage mich heute noch, wie viel Strahlung ich dabei möglicherweise leichtfertig aufgenommen habe. Daß sich jeweils kurzzeitig ukrainische Inspektionsmannschaften im Inneren des Sarkophags aufhalten (und aufhalten müssen) war und ist kein Geheimnis. Dabei hat mich immer wieder überrascht, wie Menschen, die ständig denselben Gefahren ausgesetzt sind, abstumpfen. Das scheint mir eines der größten Probleme im Umgang der Menschheit mit gefährlichen Technologien zu sein und hat sich jetzt wohl auch in Japan deutlich gezeigt. Die Anwesenheit von Menschen im Reaktor beweist bei Tschernobyl genauso wenig wie bei Fukushima. Dies umso mehr, als es bei Tschernobyl eine Kernschmelze mit sehr hohen Temperaturen gegeben hat und die Inspektionsmannschaften und sicher auch der Herr Pflugbeil nicht direkt an dem geschmolzenen Material vorbeigelaufen sein dürften.

Doch dann habe ich an den Hubschrauberfriedhof gedacht und den Vorwurf, daß er immer noch da ist. Ich habe die Bilder vor Augen, wie diese Hubschrauber nach und nicht während der Explosion verzweifelt alles Mögliche über dem verunglückten Reaktor abwarfen, um weiteren Austritt von radioaktivem Material aus dem Reaktor zu stoppen. Das war Material, das nicht - der ZDF-These folgend - bereits bei der Explosion herausgeschleudert worden war und einen "leeren Stall" hinterlassen hatte. Viele der Piloten haben bei diesem Einsatz ihr Leben verloren, da damals nicht - wie jetzt bei Fukushima - die Hubschraubereinsätze bei lebensgefährlicher Strahlung gestoppt wurden. Kann man beim ZDF eigentlich nicht von A bis B denken oder will man es nicht, weil es die Sensation stören könnte?

Sehr überrascht hat mich an der ZDF-Sendung auch die Behauptung, die Öffentlichkeit - also auch bei uns - sei über eine "auf das Minimum beschränkte Verseuchung" durch Tschernobyl informiert worden. Sozusagen nach dem Motto: Das strahlende Material ist noch in dem Reaktor drin. Ich kann mich noch sehr genau erinnern, wie stark die Reaktionen in Deutschland und allgemein im Westen auf den Gau waren und wie Verharmlosungsversuche von evtl. interessierter Seite sofort zurückgewiesen wurden. Die enorme Verbreitung der Verseuchung ist sehr schnell bekannt geworden und konnte überall mit Meßergebnissen belegt werden. Die Einschränkungen des Milch- und Salatkonsums etc. in Deutschland waren drastisch. Von Verharmlosung sollte da keine Rede sein. Für wie kurz hält eigentlich das ZDF unser Gedächtnis?


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Gedanken zur Zeit 1956 04-04-11: Eine bittere Abrechnung mit dem neoliberalen System in drei Wochenbriefen

Als Themen für drei weitere Wochenbriefe habe ich mir vornotiert: "Der schädliche einseitige Reichtum in Deutschland", "Deutschland wird ein Land von alternden Einzel- oder Doppelgängern" und "Für viel zu viele Menschen eine deutsche Perspektive: alt und arm". Diese Themen gehören zusammen und sollen zugleich Teil einer ziemlich bitteren Abrechnung mit einigen gravierenden Mängeln unseres derzeitigen neoliberalen Wirtschaftssystems sein.

Dieses System zeigt sich ausgerechnet in der Krise von seiner schlechtesten Seite. Es macht sich mit Leistungskürzungen ausgerechnet über diejenigen her, die weder spekuliert, noch die Krise anders verschuldet haben. Es erlaubt den Wohlhabenden, die mit ihrem Spielgeld zur Krise beigetragen haben, eine finanzielle Erholung, die in dieser Geschwindigkeit geradezu unvorstellbar ist und die kaum jemand noch vor zwei Jahren erwartet hätte.

Deutschland ist, wie die Wochenbriefe zeigen werden, leider wieder einmal an der Vorfront dieser neoliberalen Entwicklung.

Wenn Deutschland so weitermacht, geht das Land sehr schweren Zeiten entgegen. Hier wie überall mag die Freude der Reichen über die Wiedererlangung ihrer Vorteile von vor der Krise das letzte Hurra dieser neoliberalen Form von Kapitalismus gewesen sein. Die USA können vielerorts mit hinter Gittern eingebunkerten und von Privatarmeen geschützten Reichen leben. In Deutschland wird das nicht möglich sein. Da wird gelten, was der ANC-Chef Cyril Ramaphosa einer deutschen Delegation von Regierungs- und Wirtschaftsvertretern am Vorabend des Sieges von Nelson Mandela sagte: "Die Reichen können die Mauern um ihre Häuser immer höher bauen, es wird ihnen nichts helfen". Eine lebenswerte Gesellschaft verlangt jedenfalls weit mehr an sozialem Ausgleich, als bisher die finanzielle Oberklasse in Deutschland einzuräumen bereit ist. Es wird Zeit, daß sie das begreift.

Die Wochenbriefe mit vielen Schaubildern und statistischen Nachweisen können hier bestellt werden.


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Gedanken zur Zeit 1955 27-03-11: Die deutsche Angst vor dem Atom bedeutet noch keine Wende

Wenn sich in den letzten Landtagswahlen vor allem die deutsche Angst vor dem Atom ausgedrückt hat, bedeutet das noch keine Wende. Die Atom-Lobby ist abgewählt, doch die Export-Lobby der Exportkonzerne ist weit einflußreicher und bestimmt Deutschlands Zukunft weit stärker.

Solange die Wähler und die Oppositionsparteien nicht begreifen, welchen verheerenden Einfluß die Exportlobby mit ihrem Druck auf die Löhne in der deutschen Soziallandschaft ausübt und wie sie mit den Exportüberschüssen die Eurozone in immer größere Gefahr bringt und Ausgleichszahlungen an die schwächeren Europartner heraufbeschwört, ist wenig gewonnen. Exportüberschüsse auf der Basis von Lohndumping bedeuten nichts Anderes als ein Verschenken wertvoller Resourcen, die dann woanders fehlen.

Die gewaltigen Exportüberschüsse bedeuten auch, daß Ausgleichzahlungen im Euroverbund nicht von den Exportkonzernen und ihren Kapitaleignern geleistet werden müssen, sondern von den normalen Steuerzahlern und das zusätzlich zu den Lohnverlusten der Arbeitnehmer und den Job-Verlusten der Langzeitarbeitslosen, die durch die miese Binnenkonjunktur bedingt sind, die wiederum an der fehlenden Kaufkraft wegen der Lohnbremse krankt.

So lange das nicht begriffen wird, wird es keine Wende in Deutschland geben.


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Wirtschaftsstandort

Hinweis auf mein neues Buch: "Die zweite Grosse Depression" - ist im April 2009 im Shaker-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 978-3-86858-257-4). Zur Bestellung hier.