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Reihe 62 ab 04-01-11 ... ...

(1954) Von den zweifelhaften grenzenlosen Freiheiten des Internets

(1953) Meine Gedanken an deutsche Friedensbewegte zu Libyen - auch ein Nachwort zu einer noch nicht beendeten bitteren Diskussion

(1952) Die Fronten im Libyenstreit werden klarer

(1951) Warum ich das Diskussionsforum zu Libyen schließen mußte

(1950) Warum man sich in die internen Angelegenheiten Libyens einmischen muß

(1949) Das peinliche Doppelspiel der Angela Merkel zwischen UN und Libyen-Militär-Gipfel in Paris

(1948) Warum ich mich derzeit für Deutschlands Regierung schäme

(1947) Nochmal Libyen: Deutschland isoliert sich

(1946) Libyen: Deutschland mit China und Rußland gegen die westlichen Partner

(1945) 50.000-mal Elfis Medienschau

(1944) Was heißt heute eigentlich Solidarität aus deutscher Sicht

(1943) Warum ich die ständige Lügerei der Bundesregierung nicht mag

(1942) Jetzt einige meiner Tschernobyl-Erinnerungen auf Youtube

(1941) Fukushima - Erinnerungen an Tschernobyl

(1940) Von der Unfähigkeit, glücklich zu leben

(1939) Das alternde Deutschland ist mir manchmal unheimlich

(1938) "Scheiß-Doktor" = "Scheiß-Bildung": Ein Nachwort auf zwei peinliche Affairen

(1937) Sozialwissenschaften an deutschen Schulen

(1936) Elfi macht für Sie Überstunden

(1935) Schämen die sich gar nicht? Warten bis 2012 auf 10 Cents/Tag Hartz-4 mehr

(1934) Scheiß-Doktor?

(1933) Wenn der von den Medien aufgebaute Strahlemann nun zeitweise auf den "Doktor" verzichtet, geht das doch gar nicht

(1932) Wissen Flaßbeck und Nachdenkseiten wirklich nicht, welch bodenlosen Blödsinn sie in der Frage der Umschuldung von Anleihen der Euro-Krisenstaaten ihren in Finanzdingen unerfahrenen Lesern zumuten?

(1931) So, liebe Deutsche Bank, jetzt reicht's wirklich!

(1930) Jetzt Wochenbrief für Periode Februar bis Juli bestellen

(1929) Ein Gedanke von Elfi zur Medienschau

(1928) Die Sammlung der Wochenbriefe des 2. Halbjahrs 2010 hier zu bestellen

(1927) Von "macho-verbiesterten" Deutschen

(1926) Am deutschen Wesen kann die EU nur krepieren

(1925) Worüber sich die meisten Deutschen entrüsten können und worüber nicht

(1924) Merkel und das angebliche Vorbild Deutschland

(1923) Interesse an einer Sammlung der 44 wichtigsten Wochenbriefe des 2. Halbjahrs 2010?

(1922) Wochenbrief-Abonnenten können jetzt gratis mein Standardbuch "Globalsierung: Legende und Wahrheit - Eine Volkswirtschaftslehre für nicht ganz Dumme" herunterladen

(1921) Unsere Gesellschaft im Spiegel der Wochenbriefe

(1920) Nachdem die Wochenbriefe erfolgreich gestartet sind, muß das Infoportal kürzer treten

(1919) Von Frankreich Solidarität lernen

(1918) Wenn Springers "WELT am Sonntag" mal eben aus 25 Mrd Euro jährlichen Pensionskosten 3.000 Mrd macht

(1917) Der Tagesspiegel und der Stänkerer

(1916) Nachtrag: Wie sich NachDenkSeiten mit der Finanzmarktkrise an Millionen Opfern des Kommunismus vorbeimogeln wollen

(1915) Nun erhöht auch noch unsere eigene Regierung den China-Druck auf die deutschen Sozialverhältnisse

(1914) Gesine Lötzsch: Wenn NachDenkSeiten sprachlos werden

(1913) Wenn NachDenkSeiten auf Bertelsmann einschlagen, weil dort einmal Kritik an den sozialen Verhältnissen in Deutschland aufkommt

(1912) Das immer neue Wintermärchen vom Arbeitsmarkt: Bremst nur der Winter das angebliche Job-Wunder?





Gedanken zur Zeit 1954 26-03-11: Von den zweifelhaften grenzenlosen Freiheiten des Internets

Da habe ich wegen meiner Position zum Schutz der Zivilbevölkerung in Libyen und der entsprechenden Entscheidung des Sicherheitsrats wieder einmal eine geballte Ladung an Widerspruch, aber leider auch beleidigende Kritik erfahren. Einiges kam direkt per EMail - doch Alles unter dem Schutz von Pseudonymen. Wenn sich das im Diskussionsforum abspielt, kann ich mich verteidigen, und die schlimmsten Fälle unter die Gürtellinie werden nicht freigeschaltet. Ebenso kann ich auf direkte Mailzuschriften reagieren, selbst wenn das immer Zeit kostet. Einer schrieb mir beispielsweise, nachdem ich seine herablassend belehrende Kritik an meiner Auffassung zurückgewiesen hatte:

"Ich weiß zwar nicht wer und was Sie sind, auch nicht wie alt Sie sind und welche Erziehung Sie genossen haben. Eines ist jedoch gewiss: würde ich Ihnen auf Ihr mail das antworten, was Ihnen gebührt, müsste ich m e i n e Erziehung vergessen. Aber mit Leuten, die mit der Kanonkugel durch die Kinderstube geschossen wurden, muss man Nachsicht üben."

Andere kamen noch gröber daher.

Schlimm werden solche anonymen Angriffe, wenn sie völlig hinter dem Rücken des oder der Betroffenen stattfinden, also auf fremden Blogs und dort entweder rücksichtslos freigeschaltet werden oder die Blogs überhaupt nicht gemanagt werden, oft einfach um dem Blogbetreiber die Zeit zu sparen. Ich kann da aus einer, wenn auch begrenzten Erfahrung als Betroffener reden. Wir haben eine sehr weitgehende Meinungsfreiheit in Deutschland, auch für sehr regierungskritische Auffassungen, und solche vertrete ich selbst fast täglich. Umso weniger verstehe ich, daß Menschen sich hinter Pseudonymen verstecken, nur um einem anderen ans Bein pinkeln zu können, und nicht etwa weil sie Angst vor dem Verfassungsschutz haben müssen. Wenn die mich mit meinem vollen Namen anschreiben, können sie auch den ihren verraten. Alles Andere ist schlicht feige.

Das Mobbing ist zum Hobby pseudonym agierender Zeitgenossen/innen geworden. Nach Schätzungen werden eine Million Menschen in Deutschland regelmäßig von ihren Mitmenschen am Arbeitsplatz, in der Schule oder im Internet gemobbt. Nach einem SPIEGEL-Bericht pöbeln vor allem Jugendliche auf der anonymen Lästerseite iShareGossip in bisher ungekanntem Ausmaß und treiben damit Mitschüler und Lehrer in die Verzweiflung.


Gedanken zur Zeit 1953 23-03-11: Meine Gedanken an deutsche Friedensbewegte zu Libyen - auch ein Nachwort zu einer noch nicht beendeten bitteren Diskussion

Meine Gedanken zu den grausamen Angriffen Gaddafis gegen die eigene Zivilbevölkerung, die nur die für uns selbstverständlichen demokratischen Freiheiten reklamiert, und meine Unterstützung für die UN-Resolution zum Schutz dieser Bevölkerung haben ziemlich erregte und teilweise recht polemische Reaktionen im Diskussionsforum und auch noch in mehreren direkten Mailzuschriften provoziert.

Dabei ist die Unterstützung der UN-Resolution die Meinung aller der in Frankreich und Großbritannien im Parlament vertretenen Parteien und in Deutschland jetzt auch die von SPD und Grünen. Ihr haben sich sehr viele Nationen angeschlossen, im Sicherheitsrat alle bis auf Rußland, China, Brasilien und Indien und Deutschland. Dabei wissen wir, warum sich Rußland und China, die die Menschenrechte in ihren eigenen Ländern so ziemlich mißachten und gern mit Despoten kooperieren, enthalten haben.

Einige meiner Kritiker haben ihren instinktiven Anti-Amerikanismus ausgetobt, der seit Vietnam und Irak immer wieder sehr schnell in Deutschland aufflackert, und praktisch die amerikanische Demokratie mit der libyschen Diktatur auf ein Niveau gestellt. Sie haben dabei vergessen, daß die Initiative von Frankreich und Großbritannien und der Arabischen Liga ausgegangen ist, während die USA eher zögerten. Andere Kritiker haben mit allen möglichen anderen Diktaturen verrechnet und damit Gaddafis Grausamkeiten heruntergespielt. Wieder andere haben kein bedauerndes Wort zur hohen Zahl seiner Opfer gefunden, statt dessen aber zu der vom Gaddafi-Regime gemeldeten Zahl der Opfer auf seiner Seite, zu der - wenn sie denn überhaupt stimmt - wahrscheinlich auch Gaddafis Militärs gerechnet werden.

Wieder andere der Kritiker haben sich über meinen Hinweis erregt, daß die universellen Menschenrechte vor dem Hintergrund der Untaten der Nazi-Diktatur entstanden sind, worauf Hessel in "Entrüstet Euch" aufmerksam macht. Ich stelle diese Verbindung persönlich schon deshalb her, weil mein eigener Vater von der Hitlerdiktatur als Kanonenfutter verheizt wurde und ihm und seiner Familie dies Unglück erspart worden wäre, wenn sich seinerzeit die USA und andere der später Alliierten schneller in die internen Angelegenheiten des Nazi-Regimes eingemischt hätten.

Dazu schrieb mir einer:

"Ich habe das Buch von Hessel gelesen und teile seine Meinung. Fakt ist jedoch, wenn wir dies als Maßstab nehmen, müssen wir viele Kriege führen und natürlich auch gegen die anderen arabischen Despoten mit Saudi Arabien an der Spitze. Wer verstößt in der Weltgemeinschaft nicht gegen die Menschenrechte auf eigenem Boden? Da bleiben nicht viele übrig, wo man das behaupten könnte."

Offensichtlich ist es für einige der Kritiker schwer zu begreifen, was es bedeutet, die eigene Bevölkerung zu bombardieren und der Bevölkerung einer ganzen Großstadt grausame Rache anzudrohen. Oder zu begreifen, daß Nordafrika - anders als die anderen Beispiele - vor der europäischen Haustür liegt und daß uns hier ein Mißerfolg der Demokratiebewegungen schwer in Mitleidenschaft ziehen wird.

Eine Kritikerin schrieb, es enttäusche sie, daß ich noch der alten bipolaren Weltansicht des Militärs anhinge und verabschiedete sich deshalb von der ganzen Web-Seite, als wäre das die gerechte Strafe für mich.

Und dann gab es die, die mir schlicht vorwarfen, mich auf einem Felde zu äußern, auf dem ich nicht kompetent sei, während sie diese Kompetenz für sich in Anspruch nehmen und mich gleichzeitig mit einer Vielzahl an Links bombardierten, die alle nur für Meinungen, nicht aber für Fakten stehen. Sie meinten damit praktisch, ich sollte mich nur zu sozialen und wirtschaftlichen Fragen äußern, obwohl ich selbst im Völkerrecht promoviert habe und vielleicht doch einiges davon verstehe und möglicherweise mehr als viele der Kritiker. Jedenfalls habe ich die UN-Resolution im Originaltext abgeklopft, wozu wahrscheinlich viele der Kritiker mit ihren Vorurteilen gar nicht gekommen sind. Ich weiß auch, wie die Erklärung der Menschenrechte entstanden ist und was sie bedeutet.

Besonders bösartig war diese Zuschrift, die vom DDR-Jargon strotzt, wie überhaupt viele der Kritiker schon durch die Anrede "werter Herr" ihre DDR-Vergangenheit, auf der der Anti-Amerikanismus besonders üppig wuchern konnte (in diesem Fall werden die USA zu Dauer-Mördern erklärt), verraten:

"Ich weiß, dass Sie in West-Berlin, der seinerzeitigen Frontstadt, gelebt haben und deshalb die Dinge durch eine andere Brille sehen. Für meine Begriffe ist und bleibt ein Mörder ein Mörder, auch wenn er mir persönlich einmal aus der Patsche geholfen hat. Deswegen muß Recht trotzdem Recht bleiben." Wie mannhaft und typisch deutsch das gesprochen ist.

Da möchte ich mich manchmal fragen, ob die Wiedervereinigung mit solchen Menschen und ihrem Frontstadt-Vorwurf nicht zu schnell erfolgt ist und ob man sie nicht lieber etwas länger in ihrer geliebten DDR hätte lassen sollen. Aus politischer Korrektheit frage ich das dann natürlich nicht.

Fragen möchte ich aber die so vorgeblich Friedensbewegten, wie Sie sich denn eine friedliche Welt vorstellen wollen, in der man auch die schlimmsten Despoten noch walten ließe. Auf diese Frage habe ich noch nie eine Antwort bekommen, auch in dieser so erbitterten Diskussion nicht.


Gedanken zur Zeit 1952 21-03-11: Die Fronten im Libyenstreit werden klarer

Es wird nun immer deutlicher, wer wo steht, auch in Deutschland. Die UN-Streitkräfte in Libyen werden weiter um neue Mitglieder ergänzt. Dänemark und Norwegen sind dazu gestoßen. Qatar hat vier Flugzeuge geschickt. Amr Moussa, der Generalsekretär der Arabischen Liga, auf dessen gestrigen kritischen Kommentar sich sofort Westerwelle in Deutschland bezogen hatte, hat nun seine Position nach dem Treffen der Liga im Sinne einer vollen Unterstützung der UN-Resolution geklärt, jedenfalls zunächst einmal.

Auf der anderen Seite haben Syrien, China und Rußland ihre kritischen Kommentare fortgesetzt. Nun hat Putin, obwohl Rußland nicht dagegen gestimmt hatte, erklärt, die Resolution erinnere ihn an einen "Aufruf zum Kreuzzug aus dem Mittelalter. Die Angriffe seien ein Anlass für Russland, die eigenen Verteidigungskapazitäten zu erhöhen". Dabei führt Putin seinen eigenen Kreuzzug gegen kritische Journalisten und vor allem gegen islamische Aufständische in Chechnya und das ohne große Rücksicht auf Menschenrechte. Interessanterweise hat Präsident Medvedev sofort eine Korrektur an Putins Erklärung angebracht: "Der Begriff "Kreuzzug" sei nicht akzeptabel. Ich denke, daß der Beschluß des Sicherheitsrats unserer Interpretation dessen, was in Libyen passiert, entspricht, wenn auch nicht total. Deswegen haben wir nicht unser Veto gebraucht."

Die chinesische Diktatur tritt die Menschenrechte ihrer Bürger ohnehin schon seit langer Zeit mit den Füßen. Natürlich neigen Rußland und China daher eher zu den Despoten, wobei sie mit einigen engstens liiert sind. Ist Deutschland auf dieser Seite im internationalen Meinungsstreit wirklich gut aufgehoben?

In Deutschland erwärmt sich nun die SPD für das Eingreifen zugunsten des Schutzes der Zivilbevölkerung in Libyen. Generalsekretärin Nahles erklärte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, sie habe kein Verständnis dafür, daß die Bundesregierung sich im Uno-Sicherheitsrat enthalten habe. Die Ziele der Resolution seien "wertvoll und richtig". Und Parteichef Gabriel meint, Westerwelle habe Deutschland durch sein Abstimmungsverhalten international isoliert und Europa gespalten: "Ich halte diese Enthaltung für falsch, auch wenn ich Verständnis dafür habe, die Bundeswehr nicht in eine neue militärische Auseinandersetzung zu schicken." Daraus macht das Regierungs-Propaganda-Organ SPIEGEL online in seiner Überschrift dann prompt: "SPD irrlichtert in der Libyen-Frage". Doch es ist nicht das Licht der Irren, das hier scheint. Das ist eher beim SPIEGEL.

Hier noch ein bißchen Geschichte für Leute mit kurzem Gedächtnis (aus Wikipedia): Einen libyischen Einheitsstaat gibt es erst seit 1951, als die frühere italienische Kollonie, bei der der östliche und der westliche Teil getrennt waren, in die Unabhängigkeit entlassen wurde. 1969 stürzte Gaddafi die Monarchie durch das Militär. Gaddafi betrieb seitdem die radikale Arabisierung des Landes. Unter anderem wurde die frühere katholische Kathedrale von Tripolis in eine Moschee umgebaut. 1975 schloss Libyen ein Abkommen über wirtschaftlich-technische und militärische Zusammenarbeit mit der UdSSR und war seitdem eng mit der UsSSR liiert. Gaddafi entwickelte sich immer mehr zum internationalen Terroristen (Anschlag auf die Berliner Diskothek La Belle im April 1986, Lockerbie-Anschlag Ende 1988, worauf der UN-Sicherheitsrat 1993 Sanktionen gegen Libyen verhängte. Gaddafi baute auch große Kapazitäten an Giftgas auf, wobei er sich auf aus Deutschland zugelieferte Technologie stützte ("Auschwitz in the Sands").

Gaddafi hat ein extensives Überwachungssystem eingerichtet - gestützt auf etwa 10 % bis 20 % der Bevölkerung als Mitarbeiter der Revolutions Kommittees. Die Überwachung erfolgt in der Regierung, in den Fabriken und im Unterrichtssektor. Gaddafi hat Abweichler öffentlich hinrichten lassen, oft auch vom Staatsfernsehen übertragen. Das Netzwerk an Diplomaten wurde zur Ermordung von Dutzenden von wichtigen Flüchtlingen um die Welt herum benutzt. Amnesty International führt mindestens 25 Ermordungen zwischen 1980 und 1987.

Der Ostteil des Landes, der einst der Brotkorb der antiken Welt war, ist unter Gaddafi verarmt.

Gadaffi nahm 2009 den Ehrentitel "König der Könige von Afrika" an, als er die Vereinigten Staaten von Afrika schaffen wollte.


Gedanken zur Zeit 1951 21-03-11: Warum ich das Diskussionsforum zu Libyen schließen mußte

Leider ist das Diskussionsforum zu den Libyen-Beiträgen von einigen Teilnehmern benutzt worden, um einen ziemlich blinden Anti-Amerikanismus auszutragen. Andere haben Gadaffi mit einer Aufrechnung von Greueltaten anderswo in der Welt in Schutz genommen und dabei die deutschen Greueltaten der Nazi-Diktatur vergessen. Aber gerade die hatten 1948 zur Deklaration der "universellen Menschenrechte" durch die UN geführt. Die Wahrung der Menschenrechte erlaubt seitdem auch die Einmischung in die sonst internen Angelegenheiten eines Landes. Und auf den Schutz dieser Menschenrechte bezieht sich der Beschluß des UN Sicherheitsrats zu Libyen. Wenn Gadaffi jetzt auch noch einen fanatisierten Teil seines Volkes bewaffnen und gegen den anderen marschieren lassen will, dann zeigt das noch einmal, wen so einseitig Diskutierende da unterstützen.

Ich habe mich nun entschlossen, das Diskussionsforum zum Thema Libyen zu schließen, um diese ziemlich unterträglich ausufernde Diskussion zu beenden, an der ich mich auch aus Zeitgründen nicht länger beteiligen kann. Ich habe Heiner gebeten, nicht länger freizuschalten.


Gedanken zur Zeit 1950 20-03-11: Warum man sich in die internen Angelegenheiten Libyens einmischen muß

Von Kritikern der UN-Operation in Libyen wird wieder einmal argumentiert, auch im Diskussionsforum des Infoportals, das sei eine unzulässige Einmischung in interne libysche Angelegenheiten. Wenn dieses Argument von deutscher Seite kommt, schüttele ich mich immer. Denn das sind Menschen mit einem verdammt kurzen Gedächtnis, die gerade als Deutsche besser das Maul halten sollten, statt solche Thesen zu verfolgen. Das gilt auch, wenn Sie in der DDR aufgewachsen sind und nicht in den Genuß der Menschenrechte kamen (einige in der Bundesrepublik übrigens auch nicht im vollem Umfang).

Das Völkerrecht hat das Gebot der Wahrung der universellen Menschenrechte aufgestellt. Das war nicht zuletzt eine Folge der auf deutschem Boden oder in deutschen Besatzungszonen erfolgten schrecklichen Greuel. Ich empfehle jedem, der jetzt unbedarft aufschreit, Stepane Hessels "Entrüstet Euch" zu lesen. Hessel hat entscheidend an der Formulierung der UN-Menschenrechte mitgewirkt. Die wurden dann am 10. Dezember 1948 in Paris verabschiedet. Hessel schreibt, mit dem Begriff "universelle Rechte" sollte das Gegenargument der Souveränität von Staaten ausgeschaltet werden, die gegen die Menschenrechte auf ihrem eigenen Territorium verstoßen. Dazu Hessel weiter:

"Das war der Fall von Hitler, der sich für den Meister bei sich zu Hause und berechtigt hielt, einen Rassenmord auszulösen."

So beruft sich denn auch der Beschluß des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen als höchstes Organ der Völkergemeinschaft zurecht auf die Verletzung der Menschenrechte in Libyen als Grundlage eines notwendigen Eingreifens.


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Gedanken zur Zeit 1949 20-03-11: Das peinliche Doppelspiel der Angela Merkel zwischen UN und Libyen-Militär-Gipfel in Paris

Da hat die Bundeskanzlerin mit der Enthaltung zur UN-Resolution zu Libyen ein Zeichen vor allem für die deutsche Innenpolitik vor zwei wichtigen Landtagswahlen setzen wollen. Dabei hätte eine Zustimmung keine Verpflichtung zur Entsendung deutschen Militärs bedeutet. Doch jetzt hat die Bundeskanzlerin am Libyen-Gipfel in Paris teilgenommen, der die Militärstrategie beraten hat, und dann danach in ihrer Pressekonferenz vor der Internationalen Presse die von ihr nicht mitgetragene UN-Resolution auf einmal für gut befunden und sich auch für die erfolgreiche Durchführung des militärischen Teils eingesetzt, sicher in der Hoffnung, daß ein solcher Widerspruch in Deutschland nicht bekannt wird. Und so ist es wohl auch. Die deutschen Medien haben jedenfalls bisher daran vorbei berichtet.

Hier Auszüge aus Frau Merkels Erklärung vor der Presse:

"Es wird niemandem gelingen, die internationale Staatengemeinschaft in ihrer Entschlossenheit zu spalten. Wir stehen geeint an der Seite des libyschen Volkes. Und wir stehen geeint darin, dass der Krieg gegen das eigene Volk durch Gaddafi umgehend beendet werden muss und eine Waffenruhe durchgesetzt werden muss.

Deutschland hatte in New York gegen Teile der Resolution seine Bedenken vorgebracht. Dennoch ist vollkommen klar: Diese Resolution gilt, und deshalb wollen wir auch, dass sie erfolgreich durchgesetzt wird. Das hat etwas zu tun mit dem Erfolg der internationalen Staatengemeinschaft. Wir sind auch der Meinung, dass es jetzt umgehend gelingen muss, damit die Menschen in Libyen auch sehen, dass hier gehandelt wird. Denn es ist erkennbar, dass Gaddafi (versucht), die internationale Staatengemeinschaft durch Ablenkungsmanöver abzuhalten - und das wird ihm nicht gelingen.

Und außerdem werden wir natürlich bereit sein, dass die amerikanischen Stützpunkte in Deutschland auch für militärische Aktionen genutzt werden können.

Dennoch war, so glaube ich, die Anwesenheit der Länder, die sich militärisch nicht beteiligen, sehr wichtig, weil wir damit deutlich gemacht haben, die Resolution gilt. Diese Resolution muss jetzt auch umgesetzt werden."

Dagegen hier die entsprechenden Teile der Erklärung von UN-Botschafter Wittig im UN-Sicherheitsrat:

"Wir haben sorgfältig die Optionen für den militärischen Einsatz geprüft, ihre Bedeutung und auch ihre Grenzen. Wir sehen große Risiken. Die Wahrscheinlichkeit großdimensionierter Verluste an Leben sollte nicht unterschätzt werden. Wenn die vorschlagenen Schritte ineffizient sein sollten, sehen wir die Gefahr, in einen fortgesetzten militärischen Konflikt gezogen werden, der die weitere Region berühren würde. Wir sollten in eine militärische Konfrontation nicht auf der Basis optimistischer Annahmen gehen, daß schnelle Erfolge mit wenig Verlusten erzielt werden"

Alles Schnee von gestern?

Und dann dies von Westerwelle heute:

"Der Außenminister kündigte an, Deutschland werde fünf Millionen Euro an humanitärer Hilfe für Libyen bereitstellen. Damit soll unter anderem Flüchtlingen geholfen werden."

5 Millionen Euro ist etwa so viel, wie ein durchschnittlicher deutscher Vorstandsvorsitzender der Dax-30 Unternehmen pro Jahr an Bezügen kassiert.


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Gedanken zur Zeit 1948 19-03-11: Warum ich mich derzeit für Deutschlands Regierung schäme

Unsere sogenannte Elite ist offensichtlich nicht mehr im Stande, über den Termin der jeweils nächsten Landtagswahlen hinaus zu denken. Da wird kurzfristig und durchsichtig und ohne gesetzliche Grundlage die Verlängerung der KKW-Laufzeiten mal eben ausgesetzt, bis der Fukushima-Schock in Deutschland abgeklungen ist. Da wird dem Volk wieder einmal eingeredet, Deutschlands Wirtschaftsentwicklung sei führend in der Welt und alles mit vielen statistischen Schwindeleien untermauert.

Da werden christliche Tugenden in Parteinamen vorgegeben und ist in der Realität längst eisige soziale Kälte eingekehrt, wie bei der Verweigerung des erhöhten Kindergeldes für Hartz-4-Empfänger. Da sollen angeblich Superbonus-Zahlungen an Mitarbeiter des gerade vom Staat geretteten Bankensektors nicht mehr stattfinden und sind doch weiter auf der Tagesordnung. Da kassieren die Chefs von VW und Mercedes die höchsten Vorstandsbezüge aller dreißig größten deutschen Unternehmen, obwohl der deutsche Steuerzahler mit den Abwrackprämien gerade diese Branche eben noch durch die größte Krise über Wasser gehalten hat.

Da verweigert die Bundesregierung unseren westlichen Partnern, die uns einst aus der Nazi-Diktatur befreit haben, jeden Beistand bei der Umsetzung der UN-Resolution gegen Gadaffis Diktatur vor der europäischen Haustür (und morgen vielleicht auch bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus Libyen). Die deutschen Warnungen vor einem Flugverbot waren ein dicker Knüppel zwischen den Füßen unserer Partner.

Leider gibt es derzeit viele, zu viele Gründe, sich für Deutschlands Regierung zu schämen. Wenn man - wie ich - meist im Ausland lebt, empfindet man das umso stärker.


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Gedanken zur Zeit 1947 18-03-11: Nochmal Libyen: Deutschland isoliert sich

USA, Frankreich, Großbritannien und Portugal haben als Mitglieder des UN-Sicherheitsrats die Resolution gegen Libyen unterstützt. Aus vielen anderen westlichen Ländern liegen inzwischen Zusagen einer Beteiligung an militärischen Aktionen in der einen oder anderen Form vor, wie aus Norwegen, Belgien, Spanien, Dänemark, Kanada und Italien. Allein Deutschland hat unter den westlichen Mitgliedern die Zustimmung zur Resolution verweigert und sich statt dessen wie China und Rußland enthalten, und dabei dann noch scharfe Warnungen vor den Risiken eines militärischen Eingreifens geäußert.

Warum nur diese unheilige Allianz Deutschlands mit China und Rußland, die sich auch im Wirtschaftsbereich immer deutlicher zeigt? Wissen wir nicht mehr, wo wir hingehören? Warum hat man nicht zugestimmt und dann wie Italien und Spanien den militärischen Beistand auf logistische Hilfestellungen beschränkt? Ist es Teil eines neuen deutschen Großmachtstrebens, die westlichen Partner zu belehren, was hier vernünftige Politik zu sein hat?

Wie kann Deutschland bloß vergessen, daß es aus seiner eigenen schrecklichen Diktatur ausgerechnet von den westlichen Partnern gerettet wurde, denen man jetzt den Beistand verweigert? Wie will man erklären, daß man im fernen Afghanistan gegen die Taliban Krieg führt, wo kaum deutsche Interessen berührt werden, doch als einziges westliches Land im UN-Sicherheitsrat keine Rechtfertigung für das Eingreifen in Libyen findet?

Im Ausland wird wieder einmal über Deutschland der Kopf geschüttelt. Schaukelpolitik mit unterschiedlichen Allianzen ist uns nie gut bekommen.


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Gedanken zur Zeit 1946 17-03-11: Libyen: Deutschland mit China und Rußland gegen die westlichen Partner

Es ist schon ziemlich ungewöhnlich. Die Bundesregierung läßt sich von Gadaffi belobigen, weil sie ein Eingreifen in Libyen zum Schutz der von Gadaffi nun in der Millionenstadt Bengasi bedrohten Zivilbevölkerung ablehnt. Sie lehnt es ab, obwohl es nicht um Bodentruppen geht und obwohl die Arabische Liga ein Flugverbot für Gadaffis Luftwaffe fordert. Angela Merkel spielte mit ihrem Widerstand wieder einmal auf Zeit, und die Zeit arbeitet für Gadaffi.

Da wollte man unbedingt in den Sicherheitsrat und nun steht man an der Seite von China und Rußland gegen die westlichen Partner Deutschlands und spaltet gleichzeitig die EU. Bei der Nato-Abstimmung soll sich Deutschland allein mit der Türkei (ausgerechnet Türkei) gegen ein Eingreifen ausgesprochen haben. In Frankreich sind auch die Sozialisten für ein Eingreifen auf der Basis der jetzt verabschiedeten UN-Resolution, in Großbritannien sind es alle im Parlament vertretenen Parteien. In Deutschland scheinen die großen Volksparteien hinter der Ablehnung der Bundesregierung zu stehen, die sich im Sicherheitsrat mit einer klaren Aussage gegen militärische Mittel der Stimme enthalten hat.

Ist die deutsche Außenpolitik wirklich reif, Verantwortung in der UN zu tragen? Mußte man sich unbedingt in den Sicherheitsrat drängen? Bei weiteren Bemühungen um einen ständigen Sitz in diesem Gremium wird man jedenfalls kaum mehr mit der Unterstützung der westlichen Partner rechnen können. Die deutsche Außenpolitik ist zu unberechenbar und zu sehr von Landtagswahlen bestimmt. Da gibt es ein gutes englischen Sprichwort: Wer die Hitze nicht aushält, soll nicht in die Küche gehen.

Das Aussitzen ist Frau Merkels besondere Kunst, von ihrem Ziehvater Kohl einst gelernt. Sie hat es auch bei der Euro-Rettung betrieben und damit die Krise weiter hochgetrieben. Oder sie betreibt es jetzt bei den Kernkraftwerken mit einer nicht gesetzlich abgestützten zeitweiligen Aussetzung der Laufzeitenverlängerung. Doch kann man Menschenleben aussitzen, die nun in Bengasi bedroht sind?


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Gedanken zur Zeit 1945 17-03-11: 50.000-mal Elfis Medienschau

Heute oder morgen wird die Marke von 50.000 für das Aufschlagen von Elfis Medienschau erreicht sein, soweit das registrierbar war. Sie macht diese Arbeit für uns seit nun etwa 1 ¾ Jahren aus völlig selbstloser Überzeugung von der Notwendigkeit alternativer Information. Dabei steuert sie fast zu jeder Meldung einen Kurzkommentar bei.

Ich möchte Ihr hier, auch im Namen ihrer wachsenden Gemeinde an Lesern, sehr herzlich gratulieren. Wenn Sie ein paar Minuten Zeit haben, werfen Sie Ihr doch mal ein paar Zeilen in den Briefkasten.


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Gedanken zur Zeit 1944 16-03-11: Was heißt heute eigentlich Solidarität aus deutscher Sicht

Da ist in Deutschland derzeit sehr wenig Solidarität mit den sozial am stärksten benachteiligten Landsleuten unterwegs. Daß ausgerechnet bei diesen Unglücklichen ein Teil der Krisenlasten durch Kürzung der Sozialleistungen abgeladen wurde, führte zu keinem Aufstand des besser situierten Restes der Bevölkerung.

Da gibt es wenig oder keine Solidarität mit den ihre demokratischen Rechte Einfordernden in Libyen. Was ist hier eigentlich anders als seinerzeit, als auch die Bundeswehr in den jugoslawischen Bürgerkrieg geschickt wurde, obwohl Serbien hochbewaffnet war? Ist es, weil diesmal bei Libyen Öl im Spiel ist? Glaubt wirklich Jemand, daß Gaddafi nach einer Kunstpause sein Öl nicht wieder in Europa verkaufen kann und auch deutsche Unternehmen ihre Techniker nicht wieder in der libyschen Diktatur entsenden werden?

Und dann ist da das große Gerede über die Solidarität gegenüber den Krisenländern in der Eurozone. Dabei sind Griechenland und Irland mit hochverzinsten Krediten versorgt worden und nur so, daß sie gerade noch am Abgrund hängen bleiben, und werden jetzt gedrängt, mit immer mehr "Gürtel enger Schnallen" für die unbedingte Rückzahlung von Kapital und hohen Zinsen zu sorgen. Dabei dürfen sie natürlich nicht daran denken, die deutschen Banken an den Kosten zu beteiligen, obwohl die sehr leichtsinnig Geld z.B. zu den irischen geschaufelt haben und sich unbedingt mit maximalen Profiten am irischen Immobilienboom beteiligen wollten.

Heute meldete sich ein Diskutant im Forum und meinte:

"Natürlich brauchen wir eine Transferunion. In Deutschland gab es mal einen funktionierenden Länderfinanzausgleich. Dahinter stand der Gedanke der Solidarität des Starken mit dem Schwachen. Vor lauter Wettbewerbsgeschwafel hat man solche einfachen Weisheiten vergessen. Besser kein Europa, wenn es nicht ein solidarisches ist. Rein ökonomische Erwägungen führen immer wieder von neuem ins Desaster, weil da Leute mit Tunnelblick am Werk sind."

Doch die Transferunion, so wie sie jetzt konzipiert ist, hat wenig mit Solidarität und sehr viel mit versuchter Selbsthilfe von Ländern wie Deutschland zu tun. Am Ende wird damit nur die Verschuldung der Krisenländer weiter hochgetrieben und auf Zeit gespielt, zulasten der Menschen in diesen Ländern. Solidarität wäre ganz anders und dazu bräuchte es keine Transferunion.


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Gedanken zur Zeit 1943 14-03-11: Warum ich die ständige Lügerei der Bundesregierung nicht mag

Da ich selbst die meisten Lügen der Bundesregierung durch eigene Nachprüfung durchschauen kann, wie jetzt wieder zum angeblichen Kaufkraftgewinn durch den Euro (siehe Rundbrief von heute), bräuchten sie mich eigentlich nicht zu stören. Sie könnten mich sogar freuen, da sie mir eine Möglichkeit zur Korrektur bieten.

Doch viele Lügen werden auch von normalen Menschen mindestens erahnt. So wissen die meisten Verbraucher bei Beobachtung ihrer Geldbörse, daß die Kaufkraft schon lange nicht mehr richtig gestärkt wurde. Sie erfahren vor allem jetzt, wie ein krisenhaft geschwächter Euro die Importe wichtiger Rohstoffe, Energieträger und Nahrungsmittel verteuert. Im Ergebnis steigen und steigen die Politikverdrossenheit und das Mißtrauen gegenüber denen da Oben.

Da glauben die Menschen ganz grundsätzlich dem Geschwätz aus Politikermund nicht mehr, ob vor oder nach Wahlen. Wenn Röttgen uns jetzt erklärt, Japan sei zu weit weg, um sich Sorgen wegen eines nicht mehr unwahrscheinlichen Supergau zu machen, kaufen dennoch die, die es sich leisten können, in großer Zahl Geigerzähler, um selbst messen zu können. Das Vertrauen in solche Erklärungen der Bundesregierung ist schon nach Tschernobyl in die Brüche gegangen.

Doch wie soll sich in Deutschland eine politische Kultur entwickeln, von der die Demokratie leben muß, wenn berechtigtes Mißtrauen immer wieder dazwischen tritt? Deswegen mag ich die ständige Lügerei von der Teuerung über den Arbeitsmarkt, das Aufschwungwunder und vieles mehr nicht.


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Gedanken zur Zeit 1942 13-03-11: Jetzt einige meiner Tschernobyl-Erinnerungen auf Youtube

Angesichts der erschreckenden Entwicklung um die japanischen Reaktoren habe ich noch einmal meine alten Videos angesehen, die ich selbst in Tschernobyl am havarierten und immer noch äußerst gefährlichen Reaktor aufgenommen habe. In Ergänzung meiner gestrigen Gedanken zur Zeit finden Sie hier ein kurzes Video von Chernobyl und der benachbarten Geisterstadt Pripriat, in der mal 50.000 Menschen gewohnt haben, bis plötzlich die Strahlung übernahm:


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Gedanken zur Zeit 1941 12-03-11: Fukushima - Erinnerungen an Tschernobyl

Bilder, die sich gleichen: zwei zerstörte Nuklearreaktoren in Tschernobyl und nun in Fukushima. In Tschernobyl war ich viele Male. Dort betreute ich als Vizepräsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung auch das Riesenprojekt einer neuen und dauerhaften Umhüllung für den immer noch gefährlichen Reaktor (siehe Abbildung).


Was seinerzeit nach der Katastrophe unter weiteren menschlichen Verlusten hastig erbaut worden war, hat längst begonnen wegzurosten und Spalten zu öffnen. Im zerstörten Reaktor sind 200 Tonnen an Kernbrennstoff verblieben, die dort nun für Jahrhunderte gesichert werden müssen, bis die Strahlung abgeklungen ist. 200 Tonnen ist unglaublich viel mehr als die etwa 60 Kilogramm angereichertes Unranium, die in der Hiroshima-Bombe zum Einsatz kamen.

Tschernobyl war (und ist) ein gespenstischer Platz, der sich tief in mein Gedächtnis eingegraben hat (siehe Abbildung mit zerstörtem Reaktor unmittelbar nach der Explosion).


Zur Zeit der Explosion war ich in Bonn beim jährlichen "Der Rhein in Flammen", einer großen Feuerwerksveranstaltung. Ein leichter Regen setzte ein. Später erfuhr ich, daß sich das das Feuerwerk begleitende Technische Hilfswerk schnell aus dem Regen zurückgezogen hatte, weil es bereits eine Meldung über die Katastrophe erhalten hatte. Die Bundesregierung gab jedoch noch für lange Zeit Beruhigungsparolen aus, obwohl sich die nukleare Wolke schon weit über die Welt ausgebreitet hatte (siehe Abbildung). Auch jetzt wieder heißt es aus dem Mund von Minister Röttgen, Fukushima sei zu weit weg, um für uns gefährlich zu werden. Auch das gleicht sich.


Der Reaktor von Fukushima ist übrigens schon 40 Jahre alt und hätte längst abgeschaltet werden sollen.

Hier ein Videao zu meinen Tschernobyl-Erinnerungen.


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Gedanken zur Zeit 1940 11-03-11: Von der Unfähigkeit, glücklich zu leben

Die Menschheit kann nicht begreifen, welchem irrsinnig einmaligen Glücksfall sie ihre Existenz verdankt. Das zeitliche Fenster für eine belebbare Erde war, gemessen an der Geschichte des Universums, Bruchteile einer Mikrosekunde eng. Alle Versuche, mit immer mächtigeren Radioteleskopen und Raumschiffen Leben im Rest des riesigen Universums zu entdecken, waren bisher erfolglos. Dabei zählt unsere eigene Galaxie um die 200 Milliarden Sterne.

Gemessen an den 14 Milliarden Jahren seit der "big bang"-Geburtsstunde des Universums oder den 4,5 Milliarden Jahren seit Entstehung der Erde ist unsere eigene persönliche Lebenserwartung ein Nichts. Zwischen den zwei Größen aus der Natur und aus unserem persönlichen Leben können wir kein Verhältnis herstellen und leben daher, als gäbe es keinen Anfang und kein Ende außer unserem eigenen Leben. Wir können beispielsweise nicht einordnen, was es bedeutet, wenn wir - auf Kohlebasis umgerechnet - an einem einzigen Tag eine Menge an fossilen Brennstoffen verbrauchen, zu deren natürlicher Bildung über den "Inkohlungsprozeß" die Natur etwa tausend Jahre benötigt hatte, in jedem Jahr also das Produkt von mehr als 300.000 Jahren, und das mit immer größerer Geschwindigkeit.

Und plötzlich erinnern uns Tsunami-Wellen, wie jetzt mit schrecklicher Gewalt in Japan, daß die Erde altert und dabei riesige tektonische Verschiebungen stattfinden, die ebenso gefährliche Energien freisetzen, die im Erdinneren gespeichert sind und von uns nicht beherrscht werden können. So zufällig, wie menschliches Leben entstanden ist, so verletzlich ist es. Ein anderes Beispiel aus dem neuen Buch von Brian Cox, "Wunder des Sonnensystems": Die Erde bewegt sich permanent durch einen dichten Gürtel von Astroiden zwischen Mars und Jupiter, von denen mehr als 200 der uns bekannten über 100 km breit sind und einige Millionen mehr als einen Kilometer. Doch schon ein Einschlag eines Astroiden von einem Kilometer Breite würde wahrscheinlich jeden Menschen auf dem Planeten töten.

Der Menschheit fällt es enorm schwer, das einmalige Glück ihrer Existenz zu begreifen. Charaktereigenschaften eines Teils unserer Zeitgenossen, wie grenzenloser Geiz, grenzenlose Selbstsucht, grenzenlose Gier und grenzenloses Machtstreben, bauen immer wieder Unglück auf, unter dem der größere Teil der Menschheit dann leiden muß - auch in Deutschland, das deshalb längst kein glückliches Land mehr ist, wenn es das denn je war. So hält der gierige Teil der Bevölkerung samt seiner politischen Vertretung, die Reallöhne unter Negativdruck (siehe heutiger Rundbrief) oder trägt mit seinen exorbitanten Ersparnissen zu einer erneuten spekulativen Flutung der Finanzmärkte bei (siehe gestriger Rundbrief). Wir können nach Leben auf fernsten Sternen suchen, aber unsere politischen Eliten begreifen das Leben auf Erden und seine Bedürfnisse nicht oder wollen das jedenfalls nicht begreifen. Und die meisten Wähler sind immer noch zu doof, um die Politik in die richtige Richtung zu schieben. Demokratie zum Wohle des deutschen Volkes wäre jedenfalls anders.


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Gedanken zur Zeit 1939 07-03-11: Das alternde Deutschland ist mir manchmal unheimlich

Vielen Menschen in Deutschland fehlt offensichtlich das Geld für die eigene Beerdigung, und die Verwandten würden die Entsorgung möglicherweise nur kostensparend in einem osteuropäischen Krematorium vornehmen. Der Tod kommt teuer. Zwar gibt es etwa 4000 Bestattungsunternehmen und pro Jahr etwa 840.000 Todesfälle, doch die Menschen geben immer weniger für Beerdigungen aus. Dazu ein Blog: "Das ist verständlich, wenn man bedenkt, dass es sich in einem Kiefernsarg ebenso gut liegen lässt, wie in einem Edelholzsarg." Doch nun ist der Radiosender "Radio Galaxy" aus Aschaffenburg auf die Idee gekommen, einen Wettbewerb um die schönste Grabsteininschrift auszuschreiben, bei dem eine Sterbeversicherung im Wert von 3.000 Euro als Gewinn lockt:

"Gewinne Deine eigene Beerdigung! Was wären Deine letzten Worte??? Schicke uns eine Mail. Wer uns die coolste Antwort liefert, gewinnt seine eigene Beerdigung ... sei dabei bevor es zu spät ist!!!! Bei dem Gewinn handelt es sich um eine Sterbeversicherung, die zweckgebunden für die eigene Beerdigung eingesetzt werden muss. Der Gewinn ist nicht übertragbar und hat einen Wert von 3.000 Euro. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen."


Keinen Spaß versteht da der Bundesverband Deutscher Bestatter. Er hat einen Antrag auf Verbot der Aktion gestellt, weil er darin eine wettbewerbsverzerrende Werbung eines anderen mit dem Sender zusammenarbeitenden Bestatters sieht. Es sei fragwürdig, "wenn mit einem so schwierigen Thema wie dem Tod Scherze gemacht werden", so Verbandssprecherin Gernig. Am 17. März will das Landgericht Aschaffenburg entscheiden, wer Recht bekommt.

Die Nachricht ist sogar in der BBC angekommen, die heute darüber berichtet. Auf diesem Wege habe ich hier in Großbritannien davon erfahren.

Wann eigentlich dürfen die Deutschen mal anfangen zu leben, statt sich um Alter und Tod zu sorgen? Warum nur werden so viele unter so morbidem Druck gehalten, der sie nun schon zu solchem Blödsinn verführen soll?


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Gedanken zur Zeit 1938 01-03-11: "Scheiß-Doktor" = "Scheiß-Bildung": Ein Nachwort auf zwei peinliche Affairen

Köhler und Guttenberg wurden beide von BILD aufgebaut und gaben sich entsprechend bürgernah, ohne es zu sein, der eine als Teil alten Adels, der andere als braver Beamter. Ihre Volksnähe war nur vorgespielt und nährte sich hauptsächlich aus dem gepflegten Unterschied zur deutschen Berufspolitik. Dank der Medienunterstützung erreichten sie beide die höchsten Beliebtheitsgrade.

Guttenberg gestand in seiner Abrittsrede, am Ende seiner Kräfte zu sein. Beide waren es schon in ihren Funktionen. Beide haben auch eine kräftige Portion Selbstmitleid und neigen zu plötzlichen Entscheidungen.

Als BILD dem BILD-Liebling mit der Schlagzeile "Scheiß-Doktor" zu Hilfe eilen wollte, kam das zwar bei den mehrheitlich ungebildeten BILD-Lesern an, doch nicht in der politikbestimmenden deutschen Bildungsklasse, wo fast alle ein Universitätsabschluß haben, vielleicht auch einen Doktorgrad oder jedenfalls davon geträumt haben. "Scheiß-Doktor" klang zu sehr nach "Scheiß-Bildung". Die helfende BILD-Hand versetzte Guttenberg am Ende den politischen Todesstoß.


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Gedanken zur Zeit 1937 27-02-11: Sozialwissenschaften an deutschen Schulen

An vielen deutschen Schulen der Oberstufe gibt es das Fach Sozialwissenschaften oder so ähnlich. Des öfteren bin ich von Lehrern angesprochen worden, die das zwar unterrichten sollen, aber nach Ihrer Auffassung nicht ausreichend kritische und vor allem aktuelle Lehrbücher verfügbar haben. Die freuen sich dann nicht selten über das Infoportal. Und ich freue mich, weil es viel motivierender ist, junge Menschen anzusprechen, als sich an sehr oft vergrämte und altersmäßig in die Schlußphase geratene Menschen zu wenden. Gestern erreichte mich eine Mail, die diese Erfahrung belegt. Ich stelle sie (anonym) und meine Antwort hier ein.

"Guten Abend Herr Jahnke,

mein Name ist ..., ich mache in diesem Frühjahr mein Abitur und habe einen Sozialwissenschaften-Leistungskurs belegt. Während der letzten zwei Jahre Unterricht haben wir unzählig oft auf Ihre Internetseite und auf von Ihnen zusammengestellte Informationen zurückgegriffen. Das hat sowohl unser Interesse an vielen Themen geweckt als auch den Unterricht enorm bereichert. Ziemlich offensichtlich stellte sich heraus, dass unser Lehrer, den wir alle aufgrund seiner Kompetenz und Fairness sehr schätzen, ein großer Fan von Ihnen und Ihrer Arbeit ist. Nun steht die Erarbeitung unserer Abiturzeitung bevor und somit auch das Schreiben eines Kursberichtes.

In diesem Bericht werden auch Sie nicht unerwähnt bleiben. Wir haben uns überlegt, dass es wirklich toll wäre, wenn Sie ein paar Grußworte an unseren Kurs bzw. Lehrer schreiben würden, die wir dann dem Kursbericht anfügen würden. Es wäre für uns alle eine große Freude und würde zudem viele Leser der Zeitung auf Ihre Arbeit aufmerksam machen.

Ich hoffe, dass Sie im Alltagsstress die Zeit finden werden, uns diesen kleinen Gefallen zu tun.

Mit freundlichen Grüßen,"

Meine Antwort:

"Liebe ...,

Vielen Dank für Ihre Anfrage, der ich gern nachkomme. Hier ein kleines Grußwort an den Sozialwissenschaftlichen Leistungskurs:

Mit ganz großer Freude habe ich von Ihrem Interesse an meiner Arbeit erfahren, die auf dem Infoportal zu Fragen von Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt vor einem globalen Hintergrund erscheint. Mit dieser Arbeit möchte ich einen Teil der Erfahrungen zurückgeben, die ich im öffentlichen Auftrag unseres Landes in der EU-Kommission, im Bundesministerium für Wirtschaft und im Vorstand der Europäischen Bank für Aufbau und Entwicklung in London über ein langes und hochinteressantes Berufsleben sammeln konnte. Es sind Erfahrungen, die ich nun täglich aktuell halte. Damit wende ich mich am Liebsten an junge Menschen, die noch ausreichend Lebenszeit haben, die Verhältnisse dort zu verändern, wo sie in die falsche Richtung laufen, und die auch am meisten von den Fehlsteuerungen betroffen sein werden, die zu Ihren Lasten von den Älteren in Führungspositionen von Regierungen und Wirtschaft zu verantworten sind.

Ihr Leistungskurs wird Sie besser auf das Leben vorbereitet haben, als man das von vielen anderen Schulfächern erwarten kann. Das verdanken Sie auch Ihrem in meiner Einschätzung besonders qualifizierten Kurslehrer.

In meinem Buch "Globalisierung: Legende und Wahrheit" sind die letzten Worte an Menschen wie Sie gerichtet:

"Wir Oldies haben sicher den technologischen Fortschritt gewaltig beschleunigt. Wir haben in unserer Generation erleben können, daß an einigen Stellen des Globus die Armut stark zurückgegangen ist, aber auch daß kleinere Teile der Bevölkerungen um den Globus herum in minimalen Zeiträumen unvorstellbar reich und mächtig geworden sind. Per Saldo hinterlassen wir wahrscheinlich erheblich mehr Probleme und Instabilitäten, als wir selbst vorgefunden haben. Nicht zuletzt geben wir die natürliche Umwelt in weit schlechterem Zustand weiter.

Es darf nicht sein, daß die nächsten Generationen genauso verfahren, wenn das Leben für die Mehrheit auf dem Planeten lebenswert sein soll. Wenn es eine Hoffnung gibt, dann die, daß die zerstörerische, neoliberale Form der Globalisierung an ihren eigenen Widersprüchen und ihrer Krisenhaftigkeit zerbricht, bevor es zu spät ist. Wenn es eine andere Hoffnung gibt, dann die, daß Menschen lernen können, wenn auch oft sehr spät, und daß heute sehr viel mehr Länder um den Globus herum demokratische Strukturen haben, in denen aufgeklärte Wähler den Kurs mitbeeinflussen können."

Stéphane Hessel, mit 93 Jahren noch 21 Jahre älter als ich, hat das viel kürzer und besser in seinem Büchlein "Empört Euch" formuliert:

"Wir leben in einer noch nie da gewesenen, globalen Verknüpfung. Aber in dieser Welt gibt es unerträgliche Dinge. Um sie zu sehen, muss man sehr genau hinschauen, suchen. Ich sage den jungen Leuten: "sucht ein bisschen, ihr werdet sie finden". Die schlimmste Haltung ist die Gleichgültigkeit, die bedeutet: "ich kann nichts dafür, ich komme schon klar". Mit einem solchen Verhalten verliert ihr einen unverzichtbaren Bestandteil der Menschlichkeit. Es ist die Empörung und das daraus resultierende Engagement."

Beste Grüße

Joachim Jahnke"


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Gedanken zur Zeit 1936 21-02-11: Elfi macht für Sie Überstunden

Eben erreichte mich von Elfi folgende Mail:

"Zur Zeit sind die Nachrichten speziell übers Ausland viel schneller als ich lesen kann.......... und dann noch in die PS bringen (PS = Elfis Kommentare), das veraltet z.Teil dann schon, weil die Entwicklung schneller ist... Ist es möglich, daß ich ihnen im Moment z. B. zum Ausland in 3 Tagen wieder etas zusenden kann (dann ist es auch weniger) Und die beiden letzten Daten dann untereinander in der Voransage erscheinen? Dann weiss der Leser: Aha da sind 2 aktuellere. Aber vielleicht nimmt er dann so und so nur die Letzte."

Habe das Angebot in Ihrem Interesse sofort angenommen, auch wenn es Überstunden bei Elfi bedeutet. Aber bitte nicht nur die letzte von zwei Medienschauen lesen, wenn sie mal in kurzen Abständen erscheinen. Elfi kann die Welt nicht anhalten, damit Sie mehr Zeit zum Lesen finden können.


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Gedanken zur Zeit 1935 21-02-11: Schämen die sich gar nicht? Warten bis 2012 auf 10 Cents/Tag Hartz-4 mehr

Während für die Banken mehrstellige Milliardenbeträge sprudeln, auch die Euroschwachländer immer mehr deutsche Unterstützung bekommen und keine einzige milliardenschwere Steuererleichterung für Bestverdiener in Deutschland zurückgenommen wurde, kam es zu einem wochenlangen Kuhhandel um die 5 Euro plus 3 Euro, wobei auf die 10 Cents pro Tag nun bis 2012 gewartet werden muß. Diese Minierhöhung von zusätzlich etwa 1 % liegt dramatisch unter der Verbraucherpreissteigerung, ist also längst aufgezehrt bevor sie in 2012 ausgezahlt wird.

Rund 6,5 Millionen Menschen sind in Deutschland auf Hartz-4-Leistungen angewiesen. Die weiteren 36 Euro pro Jahr, über die so lange gerangelt wurde, entsprechen also gerade mal 0,2 Mrd Euro/Jahr - ein Minibetrag gemessen an den fast 150 Mrd Euro für das Euro-Rettungspaket oder die Hilfe für die angeschlagene HypoRealEstate von weit über 100 Mrd Euro oder der jährlichen Steigerung der Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen von 75 Mrd Euro in 2010. Haben die eigentlich noch alle Tassen im Schrank? Schämt sich da niemand?


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Gedanken zur Zeit 1934 19-02-11: Scheiß-Doktor?

BILD vor wenigen Tagen:

"Macht keinen guten Mann kaputt. Scheiß auf den Doktor."

Da ist etwas Komisches an diesen Politkommentar. BILD ist eigentlich erzkonservativ und hält Titel und Ehren hoch, natürlich auch Adelstitel und akademische Titel. Nun scheißt sie drauf.

Sicher nicht draufgeschissen hat der Betroffene selbst. Selbst im fernen Afghanistan trug er auf der Uniformjacke das "Dr. zu Guttenberg". Der britische Thronfolger Prinz William begnügt sich dagegen mit "William Wales", sein Bruder Harry mit "Harry Wales".

Auch ich habe mal promoviert. Als ich direkt nach der Prüfung ins Ministerium zurückkam, hatten die Kollegen im Referat Aufstellung genommen, um mich zu feiern. In einer kleinen Rede sagte ich dann, ich wollte nicht mit dem Doktor angesprochen werden. Später in vielen Jahren internationalem Einsatz war es sogar verpönt, Titel zu gebrauchen, auch nicht auf dem Briefpapier oder an der Bürotüre. Meine Leistung zählte, nicht irgendein Titel. Viele Doktortitel werden ohnehin relativ einfach erworben, oft durch Beziehungen zu einem sogenannten "Doktorvater" oder an Leichtgewicht-Universitäten.

Doch die Eitelkeit hat Guttenberg verführt, es sich beim Erwerb des Titels bequem zu machen und ihn dann auch bei jeder Gelegenheit einzusetzen. Jetzt ist er darüber gestolpert. Hochmut kommt vor den Fall. So ist das eben.


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Gedanken zur Zeit 1933 18-02-11: Wenn der von den Medien aufgebaute Strahlemann nun zeitweise auf den "Doktor" verzichtet, geht das doch gar nicht

Einen Doktor-Titel hat man oder hat man nicht. Man kann ihn zurückgeben, und Guttenberg täte wahrscheinlich gut daran. Man kann ihn aber nicht zeitweise haben und dann wieder nicht. Da wird wieder nur getäuscht. Was wie eine großzügige Geste wirken soll, ist nur ein durchsichtiges Manöver.

Schon am Anfang des Kurzzeit-Wirtschaftsministers wurde eigene Erfahrung in der Unternehmensführung vorgespielt, bis kritische Journalisten die Geschichte begruben. Dann wurde mit knackigen Kurzschlußreaktionen im Verteidigungsressort die Verantwortung anderer vorgespielt, um von der eigenen abzulenken.

Und nun das!


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Gedanken zur Zeit 1932 16-02-11: Wissen Flaßbeck und Nachdenkseiten wirklich nicht, welch bodenlosen Blödsinn sie in der Frage der Umschuldung von Anleihen der Euro-Krisenstaaten ihren in Finanzdingen unerfahrenen Lesern zumuten?

Es ist jedenfalls für mich ziemlich unerträglich, den bodenlosen Blödsinn zu verdauen, den das linke Propaganda-Team von Flaßbeck und Nachdenkseiten ihren in Finanzdingen meist unerfahrenen Lesern einträufeln. So plädieren sie dafür, keine Umschuldung der bankrotten Eurostaaten zuzulassen. Anleger in irischen Bankenanleihen würden weiterhin für acht Jahre jedes Jahr mehr als 58 % Rendite kassieren. Jedenfalls ist das der derzeitige Zinssatz mit praktisch schon vorweggenommener Umschuldung.

Flaßbeck sorgt sich dabei um die deutschen Banken als Gläubiger irischer Banken und schert sich einen Dreck um die normalen Iren, die anders als die deutschen Banken, nie spekuliert haben und ohne Umschuldung lebenslang dafür gerade stehen müßten. Wird "Solidarität" im linken deutschen Lager wirklich so klein geschrieben? Oder ist man da nur so doof, das man die Spielregeln einer neoliberalen Globalisierung einfach nicht begreifen kann. Kann man die Statistik der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Genf nicht lesen? Oder kennt man die Renditen der Bonds nicht? Das darf doch einfach nicht wahr sein!

Der heutige Rundbrief hier wirft etwas Licht in diese Situation. Zuvor hatte mich folgende Zuschrift erreicht:

"Flassbeck spricht sich hier so wie ich es verstehe gegen Umschuldungen aus. Da ich aber die Schulden in den Schwachländern der Eurozone zu einem großen Teil schlicht und einfach für uneinbringlich halte, kann ich seinen Standpunkt nicht nachvollziehen. Mein infamer Verdacht: Geht es ihm um Staatsanleihen, die kürzlich von China gekauft wurden und im Falle einer Umschuldung zuerst dran wären? Sie müssen diese Mail nicht beantworten. Ich wollte nur meine Frage, die ich mir nicht selbst beantworten kann, aus dem Kopf und vom Herzen haben. Vielen Dank!"


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Gedanken zur Zeit 1931 08-02-11: So, liebe Deutsche Bank, jetzt reicht's wirklich!

Die Deutsche Bank ist in USA schon verschiedentlich belangt worden, weil sie in zweifelhafte Geschäfte mit synthetischen Papieren verwickelt war. Die Finanzaufsicht soll ihr vorgeworfen haben, Hypothekenpapiere auf Geheiß anderer Finanzakteure kreiert zu haben, die selbst gegen diese Papiere wetteten. Sie wurde auch für ihre Beteiligung an illegalen Steuersparmodellen zur Rechenschaft gezogen und mußte einen Vergleich akzeptieren, bei dem sie 554 Millionen Dollar zahlte.

In Deutschland sind aus der Finanzkrise bisher keinerlei Verfahren gegen die Deutsche Bank entstanden. Doch nun hängt vor dem Bundesgerichtshof ein Prozeß eines Mittelständlers an, der bei von der Deutschen Bank verkauften sehr komplizierten Zinswetten offensichtlich nicht genügend vor den Risiken gewarnt wurde. Insgesamt hat die Deutsche Bank solche Zinsswaps an rund 200 Mittelständlern und Kommunen verkauft, die sich in der Finanzkrise negativ entwickelten. Der Gesamtschaden beträgt nach Schätzungen mehr als eine Milliarde Euro. Viele Kommunen und mittelständische Unternehmen haben die hohen Risiken einfach nicht verstanden.

Nun ließ der BGH-Richter Wiechers bereits zu Beginn der Verhandlungen durchblicken, daß die Deutsche Bank mit einer Niederlage vor dem BGH rechnen müsse. Nach der vorläufigen Einschätzung des Senats habe die Bank wohl zweifach gegen ihre Beratungspflicht verstoßen, als sie der Firma einen "Spread Ladder Swap" verkauft habe, mit dem diese Kreditzinsen sparen wollte. Der Geschäftsführer des Unternehmens hätte die "spekulative Wette" auf die künftige Zinsentwicklung wohl nicht verstanden. Wiechers sprach von einem "hochkomplizierten Finanztermingeschäft". Der Hinweis des Beraters auf einen theoretisch unbegrenzten Verlust habe dabei nicht ausgereicht. Der Unternehmer sei nicht besonders risikobereit gewesen. Hätte es hier nicht einfach heißen müssen 'Finger weg'? Zum anderen habe die Bank versäumt, über die für das Unternehmen ungünstige Struktur aufzuklären. Das Unternehmen mußte erst einen "negativen Marktwert" des Produkts von 80.000 Euro aufholen, mit dem die Bank ihr Risiko, ihre Kosten und ihren Gewinn abschöpfte.

Doch der Rechtsvertreter der Deutschen Bank verstand sich aufs Drohen. Im Falle einer Niederlage für die Deutsche Bank vor dem Bundesgerichtshof drohe eine "zweite Finanzkrise". Damit schaffe der BGH eine neue Pflicht für die Banken zur Aufklärung über ihre Renditen, auf die sich alle Kunden berufen könnten, deren Spekulationen schiefgegangen seien. Da kämen Milliardenforderungen auf die Banken zu. Nach dem gleichen Rezept der Drohung mit der Finanzkrise hat schon Ackermann die Bundesregierung in die milliardenschwere Rettung der HypoRealEstate getrieben, deren neue Geschäftsführung nun sinnigerweise von der Deutschen Bank kommt. Wie lange noch können eigentlich Banken und besonders der Deutschen Bank solche Drohungen noch erlaubt sein?


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Gedanken zur Zeit 1930 08-02-11: Jetzt Wochenbrief für Periode Februar bis Juli bestellen

Für 4 Euro kann jetzt der Wochenbrief für eine 6 Monatsperiode bis Juli 2010 hier bestellt werden (Sie erhalten dann eine Konto-Anschrift). Die Bestellung ist für Hartz-4-Empfänger und vergleichbare Fälle kostenlos. Wer schon bis April bestellt hat, sollte bitte die Periode ab Mai abwarten.

Bei Interesse, können Sie gleichzeitig die Sammlung der Wochenbriefe des 2. Halbjahrs für 6 Euro bestellen (dazu weiter hier).


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Gedanken zur Zeit 1929 07-02-11: Ein Gedanke von Elfi zur Medienschau

Liebe Leserinnen und Leser der Medienschau

Sie werden schon bemerkt haben , dass dieses Mal der Ausland und Inlandteil nicht gleichzeitig erscheinen. Das aus gutem Grund. Es ist für mich eine (Arbeits) Erleichterung die beiden Teile nicht immer zeitgleich einstellen zu müssen. Aber ich denke, dass es für sie als Leser auch besser ist:

1. die Medienschau kann etwas aktueller noch werden

2. Auch sie müssen nicht so viel auf einmal lesen. Die Qual der Wahl ist damit verringert.

Zum Thema der Medienschau:

Der Überbringer schlechter Nachrichten wird nicht geliebt, genauso wenig wie die schlechte Nachricht. Licht in diese Düsternis bringen, kann der Übermittler der Nachrichten nur durch Aufklärung . In diesem Sinne mein Kompliment Ihrem Mut als Leser auf diesem Weg weiter zumachen. Mein Wunsch an uns alle: Nicht kapitulieren, weder innerlich noch in Taten.

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen

Elfi


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Gedanken zur Zeit 1928 06-02-11: Die Sammlung der Wochenbriefe des 2. Halbjahrs 2010 hier zu bestellen

Man soll nicht seine eigene Arbeit loben. Doch bescheiden möchte ich anmerken, daß ich mich nun entschlossen habe, die Sammlung der wichtigsten Wochenbriefe des 2. Halbjahrs 2010 zusammenzustellen, nachdem ausreichend Interesse daran aufgekommen ist, und daß ich mit dem Ergebnis meiner Arbeit einmal selbst zufrieden bin. Es zeigt auch mir, wie intensiv und konzentriert ich durch diese ereignisreiche Periode gearbeitet habe. Die Sammlung kommt im pdf-Format auf DIN A4, das auf jedem PC mit Acrobat-Reader leicht gelesen oder ausgedruckt (wegen der Grafiken am Besten in Farbe), aber auch mit i-Pad und Kindle mobil verfügbar gehalten werden kann (dann als pdf, nicht als ebook).

Mit dieser Sammlung verbindet sich eine Menge Arbeit, weil jede der sehr zahlreichen Grafiken einzeln hinein editiert werden muß. Der endgültige Preis soll nun bei 6 Euro liegen. Ein Verzeichnis der ausgewählten Wochenbriefe und eine Testseite finden Sie hier. Sollten Sie Interesse haben und das noch nicht getan haben, melden Sie sich bitte möglichst bald hier und drücken Sie dann auf "submit". Ich werde allen Interessenten eine Kontoanschrift mitteilen und dann per Mail eine Webseite zum Herunterladen sowie einen Code zum Öffnen der Sammlung angeben.


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Gedanken zur Zeit 1927 04-02-11: Von "macho-verbiesterten" Deutschen

Immer wenn ich in der Vergangenheit von der Ungleichbehandlung der Frauen in Deutschland berichtet habe, fanden sich im Diskussionsforum kritische Stimmen von Männern, die die Gleichberechtigung schon als zu weit gelaufen empfanden und eine Benachteiligung der Frauen nicht gelten lassen wollten oder sogar die Männer im Nachteil sahen. Der letzte Wochenbrief hat nun wieder die Situation der Frauen in Macho-Deutschland analysiert. Und prompt gab es zwei Abbestellungen von Empfängern, die gerade erst ihren kleinen Unkostenbeitrag bezahlt hatten also mit den Wochenbriefen durchaus zufrieden gewesen sein mußten.

Für mich ist das ein trauriges Phänomen, wenn sich Menschen, vielleicht durch ihre persönlichen Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht, blind für ein riesiges Problem machen lassen, das die deutsche Gesellschaft mehr als fast alle anderen in der Alt-EU mit sich herumträgt und das durchaus in das allgemeine Bild der Ausbeutung der schwächeren Teile der Gesellschaft paßt.

Skandinavien ist vor allem deshalb so erfolgreich, weil die Frauen dort voll in das Gesellschafts- und Wirtschaftsleben integriert sind. Deutschland ist vergleichsweise gewaltig rückständig und schwächt sich selbst. Die dramatisch niedrige Geburtenrate ist der deutlichste Ausdruck.


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Gedanken zur Zeit 1926 03-02-11: Am deutschen Wesen kann die EU nur krepieren

Jetzt träumen sie wieder in Berlin jenseits aller sozialen Realitäten. Da soll ein "Pakt zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit in Europa" her und alle Probleme der Eurozone magisch lösen. Verschiedene Bundesregierungen haben uns mit Verweigerung von Mindestlöhnen, Förderung schlecht bezahlter Leiharbeit und 1-Euro-Jobs, darauf aufbauendem Lohndumping und deutschen Überschüssen in die Euro-Ecke manövriert, und nun erwartet Frau Merkel, daß uns die anderen in dieser Ecke Gesellschaft leisten.

Wieder einmal soll am deutschen Wesen die Welt genesen, wenn auch nur die Euro-Welt. Emanuel Geibels Gedicht von 1861 "Deutschlands Beruf", das das untergegangene Deutsche Reich als Ordnungsmacht in Europa beschwor, feiert bedrückende Auferstehung:

Dass die Welt nicht mehr, in Sorgen
Um ihr leicht erschüttert Glück,
Täglich bebe vor dem Morgen,
Gebt ihr ihren Kern zurück!
Macht Europas Herz gesunden,
Und das Heil ist euch gefunden.

Einen Hort geht aufzurichten,
Einen Hort im deutschen Land!
Sucht zum Lenken und zum Schlichten
Eine schwerterprobte Hand,
Die den güldnen Apfel halte
Und des Reichs in Treuen walte.

Wenn die heil'ge Krone wieder
Einen hohen Scheitel schmückt,
Aus dem Haupt durch alle Glieder
Stark ein ein'ger Wille zückt:
Wird im Völkerrat vor allen
Deutscher Spruch aufs neu erschallen.

Dann nicht mehr zum Weltgesetze
Wird die Laun' am Seinestrom,
Dann vergeblich seine Netze
Wirft der Fischer aus in Rom,
Länger nicht mit seinen Horden
Schreckt uns der Koloss im Norden.

Macht und Freiheit, Recht und Sitte,
Klarer Geist und scharfer Hieb
Zügeln dann aus starker Mitte
Jeder Selbstsucht wilden Trieb,
Und es mag am deutschen Wesen
Einmal noch die Welt genesen.

Und so sollen sich nach Berliner Vorstellungen alle mit verschiedenen Variablen am jeweils besten Land messen, denn ein Absinken auf eine durchschnittliche Wettbewerbsfähigkeit müsse vermieden werden. Merkel fordert beispielsweise im spanischen Fernsehen, Lohnsteigerungen an Gewinne statt an die Inflationsrate zu koppeln. Wo das hinführt, zeigt ein einziger Blick auf diese Grafik. Die Gewinne steigen fröhlich, doch die Arbeitseinkommen treten seit Jahren in Deutschland auf der Stelle und markieren den EU-Keller. An solchen dümmlichen und masochistischen Rezepten wird die EU krepieren können.


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Gedanken zur Zeit 1925 02-02-11: Worüber sich die meisten Deutschen entrüsten können und worüber nicht

In Frankreich macht ein kleines Büchlein von 30 Seiten mit dem Titel "Entrüstet Euch!" Geschichte. Es liegt an den dortigen Zeitungskiosken aus und kann, auch in Deutschland, über Amazon für ganze 2,85 Euros bezogen werden. In nur wenigen Monaten wurden 900.000 Exemplare verkauft. Wer will und Französisch versteht, kann es auch vom Infoportal hier herunterladen.

Doch das ist Frankreich, wo die Uhren bekanntlich anders gehen. Und Deutschland? Hier können sich die meisten Mitbürger über Kopftücher bei Muslimfrauen entrüsten, über Menschen die bei rot über die Straße laufen, über Schmarozer in der sozialen Hängematte, über angeblich faule Beamte oder verwöhnte Rentner auf der Sonnenbank. Alles Themen, bei denen der sich entrüstende Autor Stephane Hessel in Frankreich weit mehr Toleranz und politische Korrekturen einfordert. Stephane Hessel entscheidet sich zwischen zwei deutschen Philosophen, nämlich Hegel und Benjamin für Hegel. Nach Benjamin ist es der Sinn der Geschichte sich unaufhaltsam von Katastrophe zu Katastrophe zu entwickeln. Dagegen entwickelt sich nach Hegel die Freiheit des Menschen von Etappe zu Etappe weiter. Stephane sieht die Fortschritte um den Globus herum, meint aber, das erste Jahrzehnt dieses Jahrtausends hätte im politischen und ökonomischen Raum fast nur Rückschritte gebracht.

Und worüber entrüsten sich die Deutschen nicht oder längst nicht genug? Vor allem darüber, daß in einem Land immer mehr Armut und soziale Aufspaltung um sich greift, dessen wirtschaftliche Leistung zwischen 1950 und 1991 in Deutschland West um 338 % und dann im vereinigten Deutschland zwischen 1991 und 2010 noch einmal um 28 % gewachsen ist, also fast eine Verfünffachung, und das jeweils real nach Preisbereinigung. Daß in einem Land, in dem es daher allen so gut gehen könnte, sehr vielen, viel zu vielen ein schlechtes Leben beschert wird, weil es die Politik so und nicht anders will.


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Gedanken zur Zeit 1924 29-01-11: Merkel und das angebliche Vorbild Deutschland

Nun reitet Merkel auch durch das Weltwirtschaftsforum von Davos auf dem deutschen Vorbildpferd: "Sehr her, Ihr könnt und sollt alle von uns lernen!". Dabei sind wieder eine Menge Lügen oder mindestens bodenlose Übertreibungen.

So sollen ihrer Ansicht nach die Wechselkurse die wirtschaftlichen Kräfte zwischen Ländern widerspiegeln und nicht das Ergebnis wilder Spekulationen sein. Doch der Wechselkurs des Euro und die deutsche Exportleistung sind zwei Paar Schuhe und der erste spiegelt keinesfalls den zweiten wider, denn der Euro ist für den deutschen Export weit unterbewertet und generiert damit immer neue Überschüsse und globale Ungleichgewichte.

Der deutsche Boom ist laut Merkel mittlerweile nicht mehr nur vom Export getrieben, auch die Binnennachfrage ziehe an. Doch die Nachfrage der deutschen Haushalte ist 2010 nur um magerste 0,5 % gestiegen.

Und Merkel auf die Bemerkung des Forum-Vorsitzenden Schwab, er habe den Eindruck, Merkels Vision sei eine menschennahe Marktwirtschaft:

"Och ja, das haben wir ja mit der sozialen Marktwirtschaft eigentlich schon."

Doch die ist größtenteils bereits gestorben, was vor allem der ständig rückläufige Arbeitnehmeranteil am Volkseinkommen zeigt. Steuer- und Sozialpolitik sind längst dabei die soziale Marktwirtschaft abzuwracken. Und die regierungsamtliche Verteilung der Krisenlasten trägt nun auch noch dazu bei.


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Gedanken zur Zeit 1923 28-01-11: Interesse an einer Sammlung der 44 wichtigsten Wochenbriefe des 2. Halbjahrs 2010?

Auf Anregung aus dem Besucherkreis des Infoportals bin ich bereit, eine Sammlung der 44 wichtigsten Wochenbriefe des 2. Halbjahrs 2010 im pdf-Format aufzulegen. Die kann auf jedem PC mit Acrobat-Reader leicht gelesen oder ausgedruckt werden, kann aber auch mit i-Pad und Kindle jederzeit mobil verfügbar gehalten werden. Ein Verzeichnis der ausgewählten Wochenbriefe finden Sie hier. Sollten Sie Interesse haben, melden Sie sich bitte hier unverbindlich und drücken Sie dann auf "submit", damit ich einen Überblick über den Interessentenkreis bekomme. Ich rechne mit einem Kostenfaktor um 5 Euro (abhängig von der Nachfrage).


Gedanken zur Zeit 1922 25-01-11: Wochenbrief-Abonnenten können jetzt gratis mein Standardbuch "Globalsierung: Legende und Wahrheit - Eine Volkswirtschaftslehre für nicht ganz Dumme" herunterladen

Mein Standardbuch zur neoliberalen Globalisierung auf 268 Seiten und mit sehr vielen Grafiken ist in seinen Aussagen immer noch sehr aktuell. Es folgt einem Zitat von Theodor W. Adorno in "Minima Moralia":

"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen".

Nun, nachdem der Buchverkauf etwas nachläßt, möchte ich es Abonnenten der Wochenbriefe gratis zur Verfügung stellen und ihm damit eine zusätzliche Verbreitung ermöglichen. Es kommt im pdf-Format und ist damit per Acrobat leicht lesbar. Benutzer von Kindle oder dem neuen i-Pad können das Buch auch auf diese Weise mit sich herumtragen und beispielsweise bequem auf Reisen lesen.

Über die Wochenbriefe kommen Sie zum Verzeichnis der Wochenbriefe und über dieses zum Link für das Herunterladen. Ich wünsche Ihnen viel Nutzen von der Lektüre und einige a-ha-Effekte.

Der Wochenbrief kann hier abonniert werden.


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Gedanken zur Zeit 1921 23-01-11: Unsere Gesellschaft im Spiegel der Wochenbriefe

Das Internet ist ein Produkt unserer Schnellschuß-Gesellschaft. Wie in der Konsum-Gesellschaft insgesamt ist sofortiger Genuß die Devise. Für den Konsum eines guten Sachbuches ist dagegen Zeit und Muße nötig. Beide sind für sehr viele Menschen zur Mangelware geworden. Auch das Infoportal steht immer unter Zeitdruck und verfolgt mich daher über Wochenenden und Urlaubszeiten hinweg, bis zur schnellen Reaktion auf Lügen aus dem Munde von Politikern oder Medien, wie BILD. Die Statistik zeigt mir, wie wenig Zeit viele Besucher des Infoportals aufbringen: nach ganz wenigen Minuten sind sie schon zur nächsten Web-Blüte abgeflogen, um dort nach Honig für ihr Weltbild zu suchen.

In dieser Situation haben sich für mich die Wochenbriefe zu einem wichtigen Medium entwickelt. Ich erreiche damit direkt die wirklich Interessierten (zumal nach Einführung einer geringen Schutzgebühr von etwa 15 Cents pro Wochenbrief). Die haben dann eine Woche Zeit, um die etwas längeren und gründlicheren Ausführungen aufzunehmen. Wie ich feststellen kann, schlagen viele Empfänger im Verlaufe einer solchen Woche die Wochenbriefe mehrfach auf, nehmen sich also die notwendige Zeit dafür und nicht nur nebenbei bei einer schnellen Rundreise durch die deutsche Weblandschaft.

Der letzte Wochenbrief und die kommenden zwei können sehr schön in sechs Beträgen die Themenbreite demonstrieren:

"Das Jahr 2010 im Spiegel der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung",

"Ab 21.000 Euro/Kopf hat das jährliche Durchschnitts-Einkommen hochentwickelter Industrieländer wenig mit Glücklichkeit zu tun",

"Ersticken die Kosten des öffentlichen Dienstes den Staat oder erstickt der Staat seinen öffentlichen Dienst?",

"Pisa 2010: Das deutsche Schulsystem leidet weiter unter der Benachteiligung der sozial benachteiligten Schüler",

"Das Jahrtausend Chinas? Wo bleibt Deutschland?",

"Macho-Deutschland: Die Ausbeutung der Frauen rächt sich mehrfach".

Auch mir erlauben die Wochenbriefe ein gründlicheres Arbeiten, denn auch ich habe jeweils eine Woche an Vorbereitung zur Verfügung und weit mehr, wenn ich vorarbeite. Dabei wird sehr viel anschauliches und - wie ich hoffe - relativ verständliches grafisches Material eingearbeitet. Auch zu dessen Produktion und Aufnahme ist Zeit nötig, mehr als es das Internet erlaubt.

Der Wochenbrief kann hier bestellt werden.


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Gedanken zur Zeit 1920 13-01-11: Nachdem die Wochenbriefe erfolgreich gestartet sind, muß das Infoportal kürzer treten

Wie schon verschiedentlich angedeutet, ist der kombinierte Arbeitsaufwand für täglich ein bis zwei Rundbriefe auf dem Infoportal (und dann noch die Gedanken zur Zeit) neben den Wochenbriefen einfach zu viel Arbeit. Ich ziehe die Arbeit an den Wochenbriefen vor, weil Sie mir eine unmittelbare Verbindung zu einem dauerhaften Empfängerkreis erlauben und weil ich mit den Wochenbriefen von dem kurzatmigen Rhythmus des Infoportals wegkomme und damit die Fakten grundsätzlicher aufbereiten kann.

In Zukunft wird sich das Infoportal darauf konzentrieren, Basis für die Wochenbriefe zu sein, die dort von denen eingesehen werden können, die sie abonniert haben und auf dem Browser sehen oder auch ältere Wochenbriefe über das Inhaltsverzeichnis noch finden wollen. Abonnenten der Wochenbriefe finden dort auch die Grafikdatei und das Diskussionsforum für die Wochenbriefe.

Auf dem für Alle offenen Infoportal werden nur noch in mehrtägigen Abständen Rundbriefe oder Gedanken zur Zeit erscheinen, außerdem natürlich Elfis Presseschau und monatlich bzw. vierteljährlich die Auswertung der Arbeitsmarktzahlen und der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Außerdem bringt das Infoportal eine Vorschau auf die Titel der jeweils nächsten Wochenbriefe.

Ich bitte um Verständis für diese Konzentration meines Arbeitseinsatzes. Die Konzentration vermeidet im übrigen eine Überforderung der Wochenbriefempfänger, denen bisher zusätzlich zahlreiche Links zum Infoportal angeboten wurden.


Gedanken zur Zeit 1919 13-01-11: Von Frankreich Solidarität lernen

Immer seit der großen Revolution leben in Frankreich die Träume von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Sie zeigen sich in der breiten Sympatie für Streikende, auch wenn damit Unbequemlichkeiten, wie der Ausfall öffentlichen Transportes verbunden sind. Da ziehen im Kampf um soziale Rechte sehr sehr viele, vielleicht Mehrheiten, mit durch die Straßen, die gar nicht den Gewerkschaften angehören. Frankreichs Gewerkschaften sind viel kleiner als die deutschen und mobilisieren doch weit stärker und erreichen damit auch mehr.

Unvergessen ist mir die Kritik der Chefin des französischen Industriellenverbandes Laurence Parisot, als sie die Regierung kritisierte, weil die mit erleichterten Kündigungsvoraussetzungen für jüngere Arbeitnehmer bereit war, die Prinzipien der Gleichheit zu verletzen. Undenkbar in Deutschland vom BDI.

Und nun der absolute Bestseller des alten Resistance-Kämpfers und früheren Diplomaten Stéphane Hessel, dessen Unterschrift sich unter der Charta der Menschenrechte der Vereinten Nationen findet, mit dem Titel "Empört Euch!": Ein Aufruf zum Kampf gegen Ungerechtigkeit und Menschenfeindlichkeit und für eine Gesellschaft, "auf die wir stolz sein können".

Hier Auszüge:

"Das Interesse der Allgemeinheit soll über dem Interesse des Einzelnen stehen, die gerechte Verteilung der Früchte der Arbeit soll wichtiger sein als die Macht des Geldes. ... Diese Gesellschaft der rechtlosen Ausländer, der Abschiebungen und des Generalverdachts gegenüber den Einwanderern, diese Gesellschaft, in der die Renten unsicher werden, der Sozialstaat abgebaut wird und die Medien in den Händen der Reichen liegen, alles Sachen, die wir niemals akzeptiert hätten, wenn wir die wahren Erben der Résistance wären. Ich wünsche jedem Einzelnen von Ihnen einen Grund zur Empörung. Das ist sehr wertvoll. Wenn etwas Sie empört, wie mich die Nazis empört haben, werden Sie kämpferisch, stark und engagiert."

Wer sowas in Deutschland schreiben würde, stieße wahrscheinlich bei der Mehrheit auf Zynismus und machte sich lächerlich. Der SPIEGEL bringt dazu ein Essay unter der Überschrift "Sarrazin-Debatte - Im Land der Niedertracht", in dem er mit dem Erfolg des spaltenden Sarrazin-Bestsellers vergleicht und anfügt, die deutschen Zeitungen hätten nur aus Ehrfurcht vor einem, der aus dem KZ entkommen sei, mit einer gewissen Zurückhaltung und ohne Spott oder Häme über Hessels Buch berichtet.


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Gedanken zur Zeit 1918 11-01-11: Wenn Springers "WELT am Sonntag" mal eben aus 25 Mrd Euro jährlichen Pensionskosten 3.000 Mrd macht

Zugegeben: nachdem ich in einer ersten Berufsphase mal selbst Beamter gewesen bin und in den letzten Jahrzehnten erlebt habe, wie das deutsche Beamtentum immer mehr zusammengespart wird, beschleicht mich ein starkes Gefühl der Sorge um unser Land. Wird es morgen noch genug Beamte geben, um die wesentlichen Versorgungseinrichtungen zu unterhalten, von der Polizei bis zur Lebensmittelkontrolle, den öffentlichen Büchereien und anderen Einrichtungen der Gemeinden und vieles mehr, worauf wir angewiesen sind? Was ist da schon alles an öffentlichen Einrichtungen fälschlich privatisiert und nur noch dem Profit privater Investoren geopfert worden?

Und nun kommt Springers WaS mit einer irrsinnigen Phantasiezahl von angeblich 3 Billionen Euro derzeitiger Pensionslasten für deutsche Beamte und bringt als Hauptmeldung auf Seite 1 die Horrornachricht: "Pensionen für Beamte kosten drei Billionen - Altersansprüche betragen 3000 Milliarden Euro und drohen, den Staat zu ersticken. Forderungen nach Ende der Privilegien". Das ist mehr als die gesamte deutsche Wirtschaftsleistung von 2,1 Billionen Euro (2009) und sollte schon deshalb jedem seriösen Journalisten die Feder spreizen.


Im Kleingedruckten Text stehen die 3 Millionen dann auf einmal für die Altersansprüche aller Staatsdiener plus der Ansprüche der aktiven Beamten. Da es viel mehr aktive Beamte als pensionierte gibt, könnten die Pensionsansprüche also nur ein Bruchteil dieser angeblichen 3 Billionen Euro sein. Aber auch in dieser Kombination sind die 3 Billionen Unsinn, weil eben über der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung. Das wäre so, als wenn das gesamte deutsche Volk aus Beamten bestünde und dann noch 900 Mrd Euro an Lasten dazu erfunden würden.

Ich habe dann in den Versorgungsberichten der Bundesregierung nachgerechnet. Die Versorgungskosten aller deutscher Beamter von Bund, Ländern und Gemeinden lagen 2007 bei gerade einmal 25 Mrd Euro, also weniger als ein Hundersttel der 3 Billionen Euro. Das ist deutscher Schmierenjournalismus, der sich noch dazu mit der WaS als seriös gibt.


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Gedanken zur Zeit 1917 07-01-11: Der Tagesspiegel und der Stänkerer

Heute hat mich der Tagesspiegel gefreut. Dort hat Harald Schumann unter der Überschrift "Die Bertelsmann-Stiftung entdeckt ihr soziales Gewissen" berichtet und schreibt dann:

"Die OECD veröffentlicht die entsprechenden Daten seit Jahren und sie sind auch im Netz seit langem verfügbar, zum Beispiel auf der exzellenten Website des Ökonomen und früheren Abteilungsleiters im Bundeswirtschaftsministerium Joachim Jahnke."

Allerdings klemmte sich gleich ein Stänkerer mit dem Pseudonym "bescheidwisser" und der Postleitzahl 10551 (für Berlin) in den Blog:

"zu Jahnke:

zweifellos ist seine Datenbasis exzellent, allerdings nervt der "Privatkrieg" zwischen ihm und Albrecht Müller (NachDenkSeiten), der ausschließlich von Jahnke aufs diffamierendste und polemischste öffentlich ausgebreitet wird."

Ich habe dann geantwortet:

"Warum diffamieren Sie selbst??

Das ist nun wirklich kein "Privatkrieg". Die Unterschiede sind sachlich begründet, seit sich NachDenkSeiten zum Neben-Sprachrohr und Meinungsmacher der Linkspartei gemacht haben und gleichzeitig die neoliberale Globalisierung, das Schwergewicht der Arbeit des Infoportals, als alten Hut erklärt und verhatmlost haben. Nun hat die Geschichte leider meine Sorgen mit der neoliberalen Globalisierung (für die mir Albrecht Müller öffentlich Panikmache vorgeworfen hatte) durch die globale Finanzkrise sehr schnell bestätigt.

Ich bin total unabhängig und nehme mir das Recht, nicht nur nach rechts sondern, wenn nötig, auch nach links zu kritisieren. Das scheint einige zu nerven. Doch eigenartigerweise kommen sie dann doch immer wieder zum Infoportal, weil sie die Fakten so verständlich aufbereitet, offensichtlich nicht so leicht woanders finden. Herzlich willkommen beim Infoportal http://www.jjahnke.net ."

Schade, daß es immer die Stänkerer geben muß, und sie kommen leider immer aus vorgeblich linken Positionen. Das ist die alte Maffia, die von Meinungsfreiheit nicht viel hält und, wenn sie das Sagen hätte, sofort wie weiland in der DDR wieder loslegen würde.


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Gedanken zur Zeit 1916 06-01-11: Nachtrag: Wie sich NachDenkSeiten mit der Finanzmarktkrise an Millionen Opfern des Kommunismus vorbeimogeln wollen

Der Kommentar, der jetzt von NachDenkSeiten zum Thema des Lötzschen Kommunismus-Traum kommt, ist einfach unerträglich:

"Man muss Frau Lötzschs Position nicht teilen. Allerdings scheint es den Pharisäern der CDU/CSU keinerlei Kopfzerbrechen zu bereiten ganze Nationen an Finanzmarktspekulanten und Bankrotteure zu verkaufen. Ganz zu schweigen von den realen kriminellen Machenschaften um das Desaster der Bayerischen Landesbank mit der Hypo Alpe Adria. Und wen die Spiegel-Journaille in diesem Zusammenhang über die "Blutspur" des Kommunismus schwadroniert, wie sieht es dann mit der "Blutspur" des Finanzmarktkapitalismus aus?"

Was soll eigentlich dieser unerträgliche Vergleich der Finanzmarktkrise oder gar der Hypo Alpe Adria mit den Millionen Opfern des Kommunismus in Stalin-UdSSR, Mao-China und dem Unrecht der DDR? Das ist doch nur noch peinlich und macht die Sache nur noch schlimmer. Haben die denn immer noch nicht begriffen, wo die Grenzen der Meinungsmache auch für linke Meinungsmacher sind? Diese Reaktion zeigt eigentlich nur, wie tief die Lötzsch-Entgleisung eingeschlagen hat und wie sprachlos sie viele Anhänger der Linkspartei, darunter das Nebensprachrohr NachDenkSeiten gemacht hat. Mit Ernst und Lötzsch kann sich die Linke begraben! Eher berappelt sich die gute alte SPD, als daß diese Partei in Deutschland regierungsfähig wird.

Vielleicht sollte man all den geistlosen Verteidigern der Gesine Lötzsch in paar Tage Gulag wünschen?


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Gedanken zur Zeit 1915 06-01-11: Nun erhöht auch noch unsere eigene Regierung den China-Druck auf die deutschen Sozialverhältnisse

Schlimm genug, daß durch Dumping-Einfuhren aus China im Mega-Stil und die Drohung mit Produktionsverlagerung nach China die dortigen miserablen Sozialverhältnisse schrittweise nach Deutschland mitimportiert werden. Nun melden sich auch noch Kanzlerin und Vizekanzler und fordern zu noch mehr Anstrengungen in Deutschland nach dem Vorbild Chinas auf, statt den Finger auf die eigentliche Wunde eines unfairen Wettbewerbs und die eh schon total verzerrten deutschen Sozialverhältnisse zu legen. Zunächst ein Zitat von Merkel vom Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg:

"Die Konkurrenz durch asiatische Länder setzt Deutschland zunehmend unter Druck. Besonders China legt ein erhebliches Tempo bei der Qualifizierung seiner Arbeitskräfte vor. Wir haben alle Hände voll zu tun, mithalten zu können. Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können, muß die EU als System von Staaten mit gleichen Werten gestärkt werden. Dazu sind klare Stabilitätskriterien und deren strikte Einhaltung vonnöten. Da werde ich keine Auseinandersetzung scheuen."

Und dann der Vizekanzler beim Drei-Königs-Treffen der FDP:

"Als Außenminister ist es meine Aufgabe, Deutschlands Interessen im Ausland zu vertreten. Es ist auch meine Aufgabe, zu sagen, welche Herausforderungen sich für Deutschland aus den internationalen Entwicklungen ergeben. In China leben rund 1,4 Milliarden und in Indien rund 1,2 Milliarden Menschen, Tendenz steigend. Beide Länder haben den Ehrgeiz, ihren Menschen mehr Wohlstand zu verschaffen. Wir im Westen glauben noch immer, den Taktstock fest in unseren Händen zu halten. Jahrhunderte mag das so gewesen sein. Heute aber wird die Musik zunehmend auch woanders gespielt. Die Frage, wovon wir Deutschen in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren leben sollen, wird längst nicht mehr nur von uns selbst entschieden. Umso wichtiger ist es, dass wir nicht durch falsche Entscheidungen unsere Chancen für die Zukunft verschlechtern, weil wir Stimmungen nachgeben, anstatt beherzt anzupacken. In dem Moment, in dem wir unsere Lebensqualität hier für selbstverständlich halten, beginnen wir sie zu verlieren."

Wissen die eigentlich in ihrem Regierungs-Elfenbeinturm, wovon sie da reden? Die neoliberale Globalisierung läßt grüßen!


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Gedanken zur Zeit 1914 05-01-11: Gesine Lötzsch: Wenn NachDenkSeiten sprachlos werden

Schon seit längerer Zeit betrachtet sich NachDenkSeiten als Neben-Sprachrohr der Linkspartei. Kein böses Wort gegen die Partei oder gar gegen Oskar. Dafür volle Breitseiten gegen die böse SPD und natürlich das gesamte Spektrum der Medien in Deutschland, jedenfalls soweit sie nicht auf der Linie von NachDenkSeiten arbeiten. Eben Meinungsmache anders herum.

Und nun das: Die Stellvertretende Bundesvorsitzende der Linkspartei Gesine Lötzsch in dem linken Splinterblättchen "junge Welt":

"Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung. Auf jeden Fall wird es nicht den einen Weg geben, sondern sehr viele unterschiedliche Wege, die zum Ziel führen. ... Wir müssen lernen, Sackgassen zu verlassen und sie nicht ambitioniert als Wege zum Kommunismus zu preisen. .. Egal, welcher Pfad zum Kommunismus führt, alle sind sich einig, daß es ein sehr langer und steiniger sein wird."

Da kommt kein Pieps von NachDenkSeiten. Die Sprachlosigkeit ist geradezu bedrückend. Können die dort überhaupt noch schlafen? Beide Herausgeber haben mit der SPD Karriere gemacht. Albrecht Müller brachte es bis zum Hinterbänkler in der SPD-Bundestagsfraktion, Wolfgang Lieb zum Staatssekretär in der NRW-Landesregierung. Beide haben ihre Jobs verloren und sind seither schlecht auf die SPD zu sprechen. Also haben sie Meinungsmache für die Linkspartei betrieben - Albrecht Müller nicht einmal mit der Konsequenz eines Austritts aus der SPD.

Mit drei Bestsellern hat Albrecht Müller seine Seele an einen Verlag verkauft, der mit reißerischen Titeln viel Geld machen wollte. Dafür hat er die Globalisierung im ersten Buch als alten Hut und damit ungefährlich verkauft. Die neoliberalen Globalisierungsfreunde, die so viel Unglück auch und gerade über Deutschland gebracht haben, sollten sich jedenfalls bei Müller bedanken. In seinem zweiten Bestseller hat er die deutsche Elite pauschal verunglimpfend in den Boden gestampft ("Wie eine mittelmäßige Führungselite uns zu Grunde richtet"). Und in seinem letzten Buch "Meinungsmache: Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgewöhnen wollen" schiebt er die Schuld für die Schwächen der Linken mal eben auf die Medien ab. Das alles hat ihm viel Geld gebracht (obwohl er immer noch für NachDenkSeiten um Spenden bettelt), doch der Linken hat es wenig genützt.

Aber zum Kommunismus wollen Müller und Liebe sicher nicht. Was nun liebe NachDenkSeitler?


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Gedanken zur Zeit 1913 05-01-11: Wenn NachDenkSeiten auf Bertelsmann einschlagen, weil dort einmal Kritik an den sozialen Verhältnissen in Deutschland aufkommt

Unter teilweisem Rückgriff auf eine Studie der OECD kritisiert nun auch die konservative Bertelsmann-Stiftung die Zunahme der Einkommensarmut in Deutschland:

"Einkommensarmut hat in der Bundesrepublik in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen. Besorgnis erregend ist das Phänomen der Kinderarmut. Rund jedes neunte Kind lebt unter der Armutsgrenze. Daher mangelt es vielerorts bereits an den elementaren Grundvoraussetzungen sozialer Gerechtigkeit, denn unter den Bedingungen von Armut sind soziale Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben kaum möglich. Zum Vergleich: In Dänemark, das neben Schweden und Norwegen die niedrigsten Armutsquoten im OECD-weiten Vergleich aufweist, sind lediglich 2,7 Prozent der Kinder von Armut betroffen."

Damit kam der Bericht in die Abendnachrichten der Tagesschau. Man hätte aus einer sozialkritischen Position dafür dankbar sein können. Linke Medien können in der Tagesschau kaum landen. Trotzdem drischt der Mitherausgeber von NachDenkSeiten Wolfgang Lieb auf Bertelsmann und gleich noch auf die Tagesschau ein:

"Statt aber über das Original der OECD-Studie zu berichten, erspart sich die ARD die Kosten von 70 Euro und vor allem die Mühe der Auswertung und übernimmt eine weichgespülte Interpretation der Bertelsmann Stiftung. Die Bertelsmann-Auswertung mildert die OECD-Aussage, dass in "Deutschland Einkommensungleichheit und Armut stärker zugenommen als in jedem anderen OECD Land" ab und schreibt die Ungleichverteilung der Einkommen habe so stark zugenommen "wie in kaum einem Land. Der Skandal, dass in Deutschland über 11 Prozent der Kinder unter der Armutsgrenze leben, während es in den skandinavischen Ländern nur 2,7 Prozent sind, wird als "Besorgnis erregend" verharmlost."

Haben die bei NachDenkSeiten noch alle Tassen im Schrank? Was soll solche Mäkelei, wenn man aus einer linken Position heraus Bertelsmann einmal dankbar sein sollte. Seit wann ist "Besorgnis erregend " eine "Verharmlosung". Seit wann ist eine Zunahme von Einkommensungleichheit "wie in kaum einem Land" eine "Weichspülung"? Und wie kann man der ARD vorwerfen, 70 Euro sparen zu wollen, wo doch Journalisten der ARD freien Zugang zu Veröffentlichungen der OECD haben und auch NachDenkSeiten sich die Studie schon vor drei Jahren hätte beschaffen und darüber berichten können, wie es das Infoportal seinerzeit hier getan hat? War und ist man bei NachDenkSeiten an solcher Arbeit nicht interessiert und wacht nur auf, wenn man glaubt, andere Medien kritisieren zu können.

Hier herrscht offensichtlich blindmachender Groll aus einer Position, die sich seit Jahren einseitig an die Linkspartei gebunden hat, weil man der SPD genauso grollt. Da wirft man nun Anderen Meinungsmache vor und betreibt sie selbst? Warum berichtet NachDenkSeiten nicht über das neue Wunschbild Kommunismus der Links-Vorsitzenden Gesine Lötzsch? Das wäre sinnvoller gewesen, als sich in diesem Fall an Bertelsmann zu vergreifen.


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Gedanken zur Zeit 1912 04-01-11: Das immer neue Wintermärchen vom Arbeitsmarkt: Bremst nur der Winter das angebliche Job-Wunder?

Nun haben Bundesregierung und Medien wieder den Schuldigen gefunden. Immer wenn es am Arbeitsmarkt schlechter wird, muß das Wetter herhalten und so titeln denn SPIEGEL "Wintereffekt: Mehr als drei Millionen Menschen arbeitslos" Welt: "Arbeitslosigkeit steigt wieder über drei Millionen, Der heftige Wintereinbruch hat die Arbeitslosigkeit überraschend stark erhöht" BILD: "Winter bremst Job-Wunder" und Süddeutsche Zeitung: "Kälteschock am Arbeitsmarkt". Es ist, als käme der Winter zum ersten Mal nach Deutschland.

Und der Bundeswirtschaftsminister wird gleich wieder lyrisch und versteigt sich dabei bis zur Ankündigung von Vollbeschäftigung (sieht er die bei drei Millionen Arbeitslosen oder wo?):

"Bürger und Wirtschaft können mit Zuversicht in das neue Jahr starten. Hinter uns liegt ein wirtschaftlich außerordentlich erfolgreiches Jahr 2010. Wir haben den Weg aus der Krise gefunden. Deutschland hat den Grundstein für ein nachhaltiges Wachstum gelegt. Wir haben im letzten Jahr in Deutschland bewiesen, was wir gemeinsam leisten können, wenn es darauf ankommt. Daher haben wir auch allen Grund, dem Jahr 2011 optimistisch entgegenzusehen. Wenn wir gemeinsam mit dem gleichen Fleiß und der Entschlossenheit weitermachen, wird auch 2011 ein kräftiges Aufschwungjahr. Wenn wir alle mit anpacken, können wir dem Ziel der Vollbeschäftigung wieder ein Stück näher kommen."

Dabei ist auch nach saisonbereinigten Zahlen die Arbeitslosigkeit im Dezember wieder gestiegen. Sowohl der Aufbau der Beschäftigung, wie der Abbau der Arbeitslosigkeit (saisonbereinigt) sind praktisch schon seit Monaten zum Erliegen gekommen. Doch die Propagandamaschine läuft auf immer höheren Touren. Je schlechter die Realitäten, desto fröhlicher die Farben. Die Wahrheit finden Sie hier.


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Wirtschaftsstandort

Hinweis auf mein neues Buch: "Die zweite Grosse Depression" - ist im April 2009 im Shaker-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 978-3-86858-257-4). Zur Bestellung hier.