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(1258) Die Raffgier hatte immer zwei Seiten

(1257) Immer wieder die falschen Prognosen der Bundesregierung

(1256) Was BILD an der Bundespräsidentenrede so schön findet

(1255) Eine „Bad Bank", egal wie, ist immer eine Sozialisierung der Verluste

(1254) Warum hat der Bundespräsident seine Sorgen verschwiegen und uns in die Globalisierung getrieben?

(1253) Diese Bundeskanzlerin kann selbst aus der schlimmsten Krise Deutschlands nicht lernen

(1252) Versagt die deutsche Bildungselite ein weiteres Mal?

(1251) Schon fast 300 Vorbestellungen zu „Schlimmer als 2009"

(1250) Der Mann von der Kavallerie

(1249) BILD und das Panik-Marketing

(1248) Warum der Binnenkonsum auch 2008 nicht angesprungen ist

(1247) Immer wieder Politik mit ZEW-Franz

(1246) Auch im Wahljahr werden die Rentner nur mager abgespeist, nachdem sie real seit 2002 schon 9 % verloren haben

(1245) Warum sind die deutschen Klimabesserwisser nur so verbiestert?

(1244) Was ist der Unterschied zwischen 20 Millionen und 25 %?

(1243) US-Kreditmarkt: Absturz ins Nichts, Deutschland hinterher

(1242) Warum dies die „Mutter aller Krisen" ist und alle neueren Krisentheorien versagen

(1241) Habt Mitleid mit den armen Reichen

(1240) Die Bundeskanzlerin bei BILD: immer noch schreckliche Illusionen

(1239) Leute, zieht Euch warm an (Politiker erst recht!)

(1238) Verbraucherinsolvenzen: Endlich mal eine gute Botschaft?

(1237) Die Wahrheit zu dieser Krise kommt nur stückchenweise

(1236) Wie sich der größte Bock der Neoliberalen zum Gärtner mutiert

(1235) Schlimmer als 1929?

(1234) Von der Steuer-Einäugigkeit bei BILD




Gedanken zur Zeit 1258 27-03-09: Die Raffgier hatte immer zwei Seiten

Wie beim Tango gehören zur Spekulation immer Zwei: Die Spieler, die Geld zu maximalem Profit anlegen wollen, und auf der anderen Seite die Spieler, die als Finanzinstitutionen das Anlegen übernehmen und dabei ebenfalls maximalen Profit machen wollen, was für die führenden Mitarbeiter zugleich maximalen Bonus verspricht.

Die Schweinwerfer der Medien und vieler Kritiker des Finanzmarktkasinos sind derzeit voll auf die Finanzinstitutionen und die bonussuchenden Banker konzentriert. Das ist richtig und notwendig, um die hier aufgekommenen enormen Mißstände für die Zukunft durch bessere Regulierung zu verhindern.

Doch sollte man darüber die anderen Spieler nicht vergessen. Denn ohne deren Profitsucht hätten die Banken nie die Gelder für ihr riskantes Anlege-Spiel bekommen. Das sind natürlich nicht die kleinen Leute, die ein Sparkonto aufgemacht oder in ihrer Vorsicht Staatspapiere gekauft haben. Die Riesenbeträge kamen von dem etwa seit der Jahrtausendwende enorm angewachsenen Reichtum von Minderheiten um den Globus herum, die ihr hohes Einkommen nur noch minimal im täglichen Konsum unterbringen konnten, von den durch gewaltige Leistungsbilanzüberschüsse und dementsprechende Devisenreserven zu enormem Reichtum gekommenen Ländern, nämlich vor allem die Ölländer und China, und schließlich von den meist anglo-amerikanischen Pensionsfonds, die an die Stelle der staatlichen Sozialversicherung getreten sind. Um deren Profiterwartungen (und den eigenen) gerecht zu werden, stiegen die Banken in immer proftablere, dafürf aber auch riskantere Anlagen.

Natürlich hat der heutige BILD-Kommentar wieder nur die Banker im Scheinwerfer und stellt sich gleichzeitig vor die profitsüchtigen Großanleger: "Aber redet einer der Nieten in Nadelstreifen (gemeint sind die Banker) von Verantwortung, Anstand, Scham? Nein. Schuld waren immer die anderen. Oder renditegeile Anleger." So einfach wird die Welt, wenn sie nur noch schwarz-weiß wahrgenommen wird. Dabei wird dann gern übersehen, daß diese Großanleger auch jetzt in der Krise weiterhin ihre Profite aus den von ihnen gekauften Anleihen der Banken saugen. Diese Profite kommen jedoch nicht mehr aus echten Profiten der Banken, sondern aus den Staatshilfen mit dem Steuerzahlergeld der kleinen Leute, die nie beim Tango um das goldene Kalb beteiligt waren. Darüber würde BILD nie ein einziges Wort verlieren.


Gedanken zur Zeit 1257 26-03-09: Immer wieder die falschen Prognosen der Bundesregierung

Der Bundeswirtschaftsminister in seiner Presseerklärung zur wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland im Februar 2009 vom 18.2.: "Die Perspektiven für das laufende Jahr bleiben zunächst stark eingetrübt. Die Konjunkturindikatoren am aktuellen Rand signalisieren, dass sich der Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität im ersten Quartal 2009 fortsetzen wird." Man beachte das "zunächst" und "im ersten Quartal 2009".

Und nun dies nur einen Monat später: Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet unter Berufung auf Insider, das Kabinett erwarte einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von etwa 4,5 Prozent. Die Zahlen im ersten Quartal seien so dramatisch schlecht, dass das Minus im Gesamtjahr schon rein rechnerisch kaum noch unter vier Prozent liegen könne. Womöglich kommen wir sogar an fünf Prozent heran, hieß es.

Wenn die Regierung entscheidende Wochen lang mit der rosa Brille herumläuft, wie will sie dann eigentlich die richtigen Konjunkturprogramme rechtzeitig auflegen?


Gedanken zur Zeit 1256 26-03-09: Was BILD an der Bundespräsidentenrede so schön findet

Ex-Sparkassenpräsident und heutiger Bundespräsident Köhler ist ein wichtiger Sprecher der Neoliberalen in Deutschland. Kein Wunder dann, daß BILD immer für ihn trommelt und sich nun für seine „Berliner Rede" begeistert. Und das klingt dann so:

    „ Deutschstunde! Auf diese Rede hat Deutschland gewartet - es war eine Deutschstunde mitten in der Krise! So, wie vor knapp einem Jahr, als der erfahrene Ex-Banker die Krise kommen sah und die internationalen Finanzmärkte mit „Monstern" verglich. Das Staatsoberhaupt hat auch dieses Mal nichts beschönigt. Horst Köhler hat uns ein Stück auch den Weg aus der Krise aufgezeigt, indem er eine neue Kultur des Miteinander und der Verantwortung einfordert.Diese Dienstagsrede bringt uns weiter als viele Sonntagsreden!"

Als „erfahrener Banker" hat Köhler die Krise eben nicht kommen gesehen. Denn „vor knapp einem Jahr" war die vor einem Jahr und acht Monaten im Juli 2007 ausgebrochene Krise längst da. Man konnte sie aber schon vor spätestens drei Jahren kommen sehen. Viele haben schon damals gewarnt, nur eben nicht der „erfahrene Banker". Und eben dieser „beschönigt" auch jetzt immer noch gewaltig, weil er nicht die zu befürchtende Länge dieser Krise anspricht und statt dessen nur von „Monaten" redet, wo es mindestens noch weit nach 2010 hinein dauern wird und durchaus auch noch länger.

Übrigens, eine "neue Kultur des Miteinander und der Verantwortung" hat der Bundespräsident nicht als Weg aus der Krise, sondern als eine allgemeine Notwendigkeit angesprochen. Indem BILD daraus den Weg aus der Krise macht, soll es wieder einmal unser aller Kultur sein, die falsch war und zur Krise geführt hat. Die Opfer werden zu Tätern. So hat es BILD auch schon früher gemacht, indem das Blatt uns alle der Gier bezichtigt und damit schuldig erklärt hat.


Gedanken zur Zeit 1255 25-03-09: Eine „Bad Bank", egal wie, ist immer eine Sozialisierung der Verluste

Nimmt der Staat den Banken die giftigen Papiere ab, so gewinnen die Aktionäre und Anleihenzeichner, also ausgerechnet diejenigen, die den Banken das riskante Geschäft erst ermöglicht haben. Verlierer sind in einer solchen Sozialisierung der Verluste die Steuerzahlen und das ist die Masse der Menschen, die nie an der Spekulation beteiligt waren. Denn da die Banken die Papiere nur zu Preisen über den miesen derzeitigen hergeben werden, sind Verluste für den öffentlichen Aufkäufer vorprogrammiert.

Nun gibt es alle möglichen Formen der Verkleisterung, damit der Steuerzahler nicht merkt, wie die Lasten auf seine Schultern rutschen. Das bequemste Spiel der Politiker ist das auf der Zeitachse. Da werden Bürgschaften zum Aufkauf der giftigen Papiere eingesetzt und mit der Behauptung verschönt, die Zeit werde zeigen, daß die Bürgschaft nicht fällig würde. So hat die britische Regierung einen mit Bürgschaften ausgestatteten staatlichen Fond zum Aufkauf giftiger Papiere geschaffen. Sie läuft nun Gefahr, daß auch Banken, die es nicht nötig hätten, wie Barclays, dort abladen und, wenn sie schon abladen, dies gerade bei den besonders giftigen Papieren tun und die etwas besseren zurückhalten.

Die Meisterschaft im Versteckspiel ist jetzt in USA gefunden worden. Dort soll ein Fond eingerichtet werden, an dem sich private Investoren beteiligen sollen. Der soll bei gleicher Beteiligung von Staat und Investoren die Papiere aufkaufen. Da er jedoch noch mit staatlich garantierten Krediten auf das Sechsfache hochgehebelt werden soll, steigt im Ergebnis neben einem Dollar aus privaten Taschen der Staat mit 11 weiteren ein und trägt damit mehr als 90 % des Risikos. Das Versteckspiel ist mehrfach. Einerseits wird der Eindruck einer privaten Lastenbeteiligung vermittelt und zugleich einer marktgerechten Preisfindung. Andererseits wird das ganze System im Wesentlichen von den Bürgschaften getragen und wird auch hier behauptet werden, mit Zahlungen aus denselben sei nicht zu rechnen. Ausgerechnet mehrere Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften zeigen sich am Einstieg interessiert, sicher nicht, um Geld zu verlieren. Dazu Nobelpreisträger Stiglitz: „Das kommt einer Beraubung des amerikanischen Volkes gleich".

Die Bundesregierung hat diesen amerikanischen Schritt abgewartet. Bundeskanzlerin Merkel will angeblich eine "faire Lastenteilung" für die Entsorgung "fauler Wertpapiere" aus Bank-Bilanzen. Mit Blick auf die jüngsten US-Pläne sagte die Kanzlerin, sie sei gespannt, wie das System funktionieren werde: "Wir dürfen uns um das Thema nicht herumdrücken". Wetten, daß in Deutschland eine ähnlich faule Lösung der versteckten Sozialisierung der Verluste herauskommt?


Gedanken zur Zeit 1254 05-03-09: Warum hat der Bundespräsident seine Sorgen verschwiegen und uns in die Globalisierung getrieben?

Bundespräsident Köhler hat seine letzte „Berliner Rede" in dieser Amtsperiode gehalten. Doch man fragt sich, warum brauchte er mit aller seiner Expertise so lange, um die Zeichen an der Wand dieser Krise zu erkennen?

Noch bei Antritt seines Amtes erklärte er „Die Welt ist in einem tief greifenden Umbruch. Wer hier den Zug verpaßt, bleibt auf dem Bahnsteig stehen." und drängte auf immer mehr Anpassung an die Globalisierung. Warnungen vor krisenhaften Entwicklungen kamen ihm jedenfalls nicht über die Lippen. Jetzt in der Berliner Rede sagt er uns, schon im September 2000, damals noch IWF-Chef, hätte er Sorgen gehabt:

„Die Entwicklung auf den Finanzmärkten bereitete mir Sorgen. Ich konnte die gigantischen Finanzierungsvolumen und überkomplexen Finanzprodukte nicht mehr einordnen. Viele, die sich auskannten, warnten vor dem wachsenden Risiko einer Systemkrise."

Warum hat nicht auch er gewarnt, statt in Richtung Globalisierung zu treiben? Heute sagt er uns:

„Gestern war Deutschland noch Exportweltmeister. Ein stolzer Titel fällt uns heute vor die Füße."

Warum hat er nicht gewarnt. Die Kehrseite der Exportweltmeisterschaft ist schon seit Jahren erkennbar. Heute sagt er:

„Die Menschen brauchen mehr Information und Erklärung über das, was abläuft. Am Anfang steht die Frage: Wie konnte es zu dieser Krise kommen?"

Doch er verliert kein Wort über die gewaltigen Geldmengen der Wohlhabenden und die Leistungsbilanzüberschüsse von China, Deutschland und Japan, alles auf Kredit und für die Spekulation ausgeborgt, als Ursache der Krise. Statt dessen ist es wieder nur:

„Wir erleben das Ergebnis fehlender Transparenz, Laxheit, unzureichender Aufsicht und von Risikoentscheidungen ohne persönliche Haftung."

Und dann sagt er auch noch:

„.. der Wohlstand in der westlichen Welt, in Europa und auch in Deutschland seit den 70er Jahren beständig zunahm. .. Solange das Bruttoinlandsprodukt wächst, so die Logik, können wir alle Ansprüche finanzieren, die uns so sehr ans Herz gewachsen sind"

Warum sagt er uns nicht, daß der Wohlstand nur bei einer Minderheit ständig zugenommen hat, daß die Arbeitseinkommen real seit Jahren zurückgehen, daß das Bruttoinlandsprodukt schon seit Mitte der 90er Jahre immer weniger wächst (Abbildung hier), daß auch das deutsche Wachstum zuletzt nur noch ein Scheinwachstum war, das auf der Kreditmaschine in USA und anderswo beruhte, und die deutsche Volkswirtschaft nun im Saldo in den letzten fünf Jahre gar nicht mehr gewachsen ist, wenn man das erwartete Ergebnis dieses Jahres einbezieht? Wenn die Menschen, wie er einräumt, mehr Informationen brauchen, warum werden sie dann auch vom Bundespräsidenten mit solchen Ausführungen über den angeblich wachsenden Wohlstand in die Irre geführt?


Gedanken zur Zeit 1253 23-03-09: Diese Bundeskanzlerin kann selbst aus der schlimmsten Krise Deutschlands nicht lernen

Bundeskanzlerin Merkel bei Anne Will: „ Die Regierung tut alles, damit der Abschwung schnell zu Ende geht. Ich bin zuversichtlich, dass Deutschland die Krise meistern wird. Ein generelles Umsteuern der deutschen Volkswirtschaft lehne ich ab. Mein Ziel ist, dass das Land Exportweltmeister bleibt, damit können die Menschen hierzulande weiter in Sicherheit leben."

Nun war die größte Unsicherheit, die bisherige Bundesregierungen über Deutschland und die meisten seiner Menschen heraufbeschworen haben gerade die totale und extreme Abhängigkeit des Landes von den Exportmärkten. Die gewaltigen Exportüberschüsse haben im Übrigen, zusammen mit denen Chinas und Japans, zur jetzigen Destablisierung der globalen Wirtschaftskreisläufe entscheidend beigetragen. Sie sind auf dem Rücken stagnierender und real rückläufiger Arbeitseinkommen in Deutschland entstanden. Die meisten Menschen haben nichts vom Boom gehabt und sind nun die Hauptopfer der Krise. Die aus dem Ausland qua Exportüberschuß auf Zeit geborgten Jobs gehen wieder verloren. Auch die Kanzlerin, die weiter von der Exportweltmeisterschaft träumt, kann das nicht aufhalten.

Oder ist der politische Druck der Exportkonzerne einfach zu groß?


Gedanken zur Zeit 1252 23-03-09: Versagt die deutsche Bildungselite ein weiteres Mal?

Ohne politische Kontrolle durch aufgeklärte Wahlbürger/innen kann jede Demokratie Amok laufen, vor allem in Zeiten von schweren Wirtschaftskrisen. Ein Wirtschafseinbruch bei 7 %, wie ihn jetzt die Commerzbank noch für dieses Jahr schätzt, liegt leider im Bereich des Möglichen, auch eine Arbeitslosigkeit über 5 Millionen für das kommende Jahr, wenn alle Kurzarbeiterüberbrückungen versagen werden. Gerade auf die akademische Jugend kommt da eine hohe Verantwortung zu. Sie wird nicht wieder wie 1933 den extremen Kräften die Tore der Universitäten öffnen und überlaufen. Doch auch ein total unpolitisches Verhalten hätte schlimme Folgen, weil damit ein wichtiges Kontrollorgan für die Politik teilweise ausfällt.

Laut einer Studie der Universität Konstanz sind Studenten zunehmend unpolitisch und resigniert. Danach interessieren sich nur noch 37 Prozent der Befragten für Politik, 1983 waren es noch 54 Prozent. Gleichgültig, unpolitisch und resigniert - die Studenten sind noch nie so labil und teilnahmslos gewesen wie heute. Die Zahl jener, die sich der „politischen Mitte" zurechnen oder in gar keinem Lager verorten wollen, wächst immer mehr. Immer weniger Studenten engagieren sich in Parteien und Bürgerinitiativen. Studienleiter Tino Bargel wertet die Ergebnisse als Zeichen zunehmender Resignation: „Studenten haben den Eindruck, als könnten sie weder ihre berufliche Karriere noch politische Entscheidungen wirklich beeinflussen." Was bislang nur für Jugendliche ohne berufliche Qualifikation galt, treffe nun „auf mehr und mehr Studierende zu". Als Konsequenz zögen sich immer mehr von ihnen ins Private zurück.

Ein dramatischer Wandel vollzog sich laut Studie auch bei den politischen Zielen von Studenten. So befürworten aktuell 52 Prozent die „harte Bestrafung von Kriminellen". 1985 hatten sich lediglich 29 Prozent dafür ausgesprochen. Ein Viertel der Studenten plädiert für die „Begrenzung der Zuwanderung von Ausländern", 17 Prozent fordern die „Abwehr kultureller Überfremdung".

Keine guten Zeichen, wenn das Land in die Krise geht!


Gedanken zur Zeit 1251 23-03-09: Schon fast 300 Vorbestellungen zu „Schlimmer als 2009"

Das unerwartet große Interesse an meinem neuen Buchprojekt mit schon fast 300 Voranmeldungen hat mich aus den Startlöchern getrieben. Der Rohentwurf ist nun fertig und ich verhandele mit einem Verlag in der Hoffnung, das Werk bald auf den Markt bringen zu können. Es sind über 180 Seiten geworden mit fast 100 grafischen Darstellungen. Sie werden darin erstaunlich viele Parallelen zur Großen Depression der 30er Jahre finden, die mich selbst überrascht haben. Die Große Depression folgte auf den Börsencrash von 1929 und ist der eigentliche Bezugspunkt für mein Buch geworden. Deshalb hat sich auch der Arbeitstitel geändert und lautet nun „Die zweite Große Depression". Das Fragezeichen im ursprünglichen Titel konnte oder mußte ich aufgeben, denn nun sind wir in der Tat bereits in einer Großen Depression und es ist in der neueren Weltwirtschaftsgeschichte erst die zweite.

Viele Vorbestellungen kamen mit zusätzlichen Erklärungen, die zeigen, wie groß inzwischen die Verunsicherung geworden ist und entsprechend das Mißtrauen gegenüber den amtlichen Erklärungen. Nun kommt es wirklich darauf an, daß demokratische Mehrheiten die richtigen Schlußfolgerungen ziehen und Druck auf die Politik machen. Jetzt ist der Zeitpunkt, die Grundsätze in Frage zu ziehen, auf denen die neoliberale Globalisierung aufbaut. Und in Deutschland mit einer noch größeren Krise noch mehr als anderswo.

Auf der Sonderseite zum Buchprojekt finden Sie auch ein Inhaltsverzeichnis und können mit einem Mail-Zugang unverbindlich Ihr Interesse anmelden.


Gedanken zur Zeit 1250 22-03-09: Der Mann von der Kavallerie

Kaiser Wilhelm II seelig schickte das berühmte Kanonenboot statt herkömlicher Diplomatie nach Marokko, um auf den Nachbarn Frankreich, der Rabat und Fez besetzt hatte, Druck auszuüben. Heute haben wir einen Finanzminister, der droht dem Nachbarn Schweiz mit der Kavallerie und macht sie zum Indianer-Land. Damals sollte Deutschlands weltpolitische Geltung gegenüber konkurrierenden Kolonialmächten militärisch demonstriert werden. Der verbale Ausrutscher von heute ist nicht viel besser. Es gehört schon viel Geschick dazu, immer wieder das Bild des "hässlichen Deutschen" zurückzuholen. Drohungen mit dem Einsazt der Reitertruppen, auch wenn sie nicht wörtlich gemeint waren, sollten schon wegen der aggressiven deutschen Geschichte eigentlich Unworte im internationalen Sprachgebrauch deutscher Politiker geworden sein. Und der Mund sollte nicht so locker sitzen wie der Colt im Western.

Natürlich bläst jetzt auch der heutige BILD-Kommentar zum Angriff auf die verärgerten Schweizer, zumal wenn sie auf Steinbrück's Entgleisung mit einem Gestapo-Vergleich reagieren: "Zwar kennt ein Indianer keinen Schmerz, doch die Schweizer scheinen so schwer verletzt, dass sie lauthals aufheulen!" Und an die Adresse derer, die in der Schweiz an das Dritte Reich erinnern: "Wo sind diese Leute zur Schule gegangen, wie beschränkt ist ihr historischer Horizont? Die zivilisierte Welt (inklusive Politik und Medien) sollte sich endlich einig werden, solche Vergleiche ein für allemal auf den Index zu setzen und zu ächten." Ob der BILD-Ton nun der richtige ist, läßt sich auch bestreiten.

Die rechte Schröder-Truppe, und Steinbrück ist ein Schröder-Zögling, war schon immer naßforsch. Sie hat sich auch im Inneren des Landes über viele soziale Interessen munter hinweggesetzt und die Arbeitslosen nur noch in der sozialen Hängematte ausgemacht.


Gedanken zur Zeit 1249 22-03-09: BILD und das Panik-Marketing

BILD war schon immer ein Meister in verkaufsfördernder Panikstrategie, von der Unsicherheit der Renten bis jetzt zur Hyperinflation. Das ganze läuft wieder einmal für den Leser schwer durchschaubar. Da trägt der Kommentar heute die Überschrift „Panik kein guter Ratgeber!". Das klingt so, als sähe BILD keinen Grund zur Panik und wolle beruhigen.

Doch dann kommt es knüppeldick: „Für den normalen Verbraucher sind die Rettungsaktionen, die Milliarden und Billionen schlicht unvorstellbar. Viele haben Angst, dass ihr Geld bald nichts mehr wert ist. Sie sorgen sich um ihr Erspartes, um ihre Altersvorsorge und haben Angst vor der Zukunft. Zugegeben, niemand weiß derzeit, wie schlimm die Krise wird und welche Folgen sie noch haben wird. Panik ist aber kein guter Ratgeber! Politik, Notenbanken und Finanzbehörden weltweit haben den Ernst der Lage erkannt. Jetzt müssen die richtigen Taten folgen."

Das kann doch im Klartext für den besorgten Leser nur heißen: Die Politik, Notenbanken und Finanzbehörden lassen bisher nicht die richtigen Tagen folgen. Also doch BILD-Anlaß zur Panik. Das Ziel ist - neben der eigenen Absatzsteigerung - offensichtlich, den Menschen mehr Angst vor der Inflation als vor einer schweren Wirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit einzujagen und so das im Vergleich zu Obamas Programm weit unterbelichtete Konjunkturprogramm der Bundeskanzlerin zu bemänteln und den USA gleichzeitig die Schuld für eine Inflation zuzuspielen. So heißt es denn im redaktionellen Teil von BILD dazu passend: „Doch der Druck aus Amerika auf Europa, die Notenpressen anzuschmeißen, wächst!"


Gedanken zur Zeit 1248 21-03-09: Warum der Binnenkonsum auch 2008 nicht angesprungen ist

Die Konsumausgaben der deutschen privaten Haushalte stagnierten im 4. Quartal 2008 gegenüber Vorjahr bei minus 0,1 %. Allerdings gingen real auch die ausgezahlten Tariflöhne zurück. Nach Berechnungen der Bundesbank stiegen sie im letzten Jahr um 2,8 % bei einer Teuerungsrate um 2,3 % also real noch um 0,5 %. Allerdings wurde dieser Anstieg durch den Abbau von Überstunden und Kurzarbeit aufgefressen, so daß die effektiv ausgezahlten Tariflöhne durch diese Lohndrift nur mit der gleichen Rate wie die Teuerung stiegen und damit real gar nicht.

Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß die Tarifbindung der Unternehmen in Westdeutschland nur noch 70 %, in Ostdeutschland nur noch 55 % beträgt und die stark zugenommene Leiharbeit nicht nach den Unternehmenstarifen bezahlt wird. Die meisten Arbeitnehmer haben also erneut verloren.

Kein Wunder also, daß die deutsche Binnenkonjunktur auf dem Zahnfleisch läuft, und das zu Zeiten, in denen auch der Export wegbricht.


Gedanken zur Zeit 1247 05-03-09: Immer wieder Politik mit ZEW-Franz

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Franz ist Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Wirtschaftsweiser und CDU-Mitglied. Er macht mit seinen Umfragen unter Finanzmarktexperten immer wieder Stimmung im Sinne der Bundesregierung. Bezeichnend ist erneut seine Presseerklärung zur März-Umfrage. Da ist die Einschätzung der aktuellen Lage noch einmal weiter gefallen und wahrscheinlich auf den tiefsten seither gemessenen Wert (Abbildung hier). Die Konjunkturerwartung ist leicht gestiegen, liegt aber immer noch erheblich unter dem langfristigen Mittelwert (Abbildung hier).

Prompt wird in Franzens Presseerklärung die leicht verbesserte Konjunkturerwartung nach vorn gerückt und verschwindet die unpassende Lagebeurteilung im Kleingedruckten. Zwar ist die Überschrift mit „Erwartungen bewegen sich seitwärts" noch relativ korrekt, doch dann gibt es andere Presseverlautbarungen von Franz, wonach sein Institut nun die ersten Strahlen von Licht sieht. Und wie zu erwarten, macht der immer regierungstreue SPIEGEL daraus die Überschrift: „Konjunkturerwartungen überraschend verbessert". So geht das in Deutschland mit der Meinungsdoktorei.


Gedanken zur Zeit 1246 17-03-09: Auch im Wahljahr werden die Rentner nur mager abgespeist, nachdem sie real seit 2002 schon 9 % verloren haben

Da meldet die Tagesschau zu den Renten: „Höchste Anhebung seit 2002". Und der regierungstreue SPIEGEL bringt noch gleich das obligate Bild der Rentner am Gardasee und nennt es eine „kräftige Rentenerhöhung".„Die Rentner haben damit 5,6 Milliarden Euro mehr zur Verfügung" sagte Scholz. . „Mit dem Kaufkraftzugewinn in Zeiten der Wirtschaftskrise könnten die Rentner an der Einkommenssteigerung teilnehmen. Wir helfen, die Wirkungen der Krise zu überwinden" sagte Merkel.

Hat da mal Jemand in der Regierung nachgerechnet? Dann würde weniger Schaum aufgetragen. Denn die Rentner haben seit 2002 bereits real nach Abzug der Verbraucherpreisentwicklung bis letzten Monat 9 % an Rente verloren (Abbildung hier). Daran werden die 1,2 % in diesem Jahr (2,41 % ab Jahresmitte) wenig ändern. Und die 5,6 Mrd Euro, von denen die Bundeskanzlerin Weihnachtsfrau spielend als Mehrzweckwaffe weil auch konjunkturstärkend schwärmt, sind genau 0,2 % der deutschen Wirtschaftsleistung. Die werden den Wirtschaftskarren auch nicht aus dem Dreck holen, zumal total verängstige und auf teilweise Rückzahlung ab 2012 vorbereitete Rentner viel von dieser kleinen Erhöhung im Sparstrumpf lassen werden. Das ist doch nur ein deutsches Trauerspiel mit der Wahrheit.


Gedanken zur Zeit 1245 16-03-09: Warum sind die deutschen Klimabesserwisser nur so verbiestert?

Da kann ich keinen Gedanken zur Zeit oder Rundbrief zu den Risiken der Klimaentwicklung schreiben, ohne daß ich ziemlich aggressive oder oft jedenfalls unfreundliche Mails bekomme. Weder in Großbritannien noch in Frankreich, wo ich zeitweise lebe, ist mir das jemals begegnet. Ich hätte es vielleicht erlebt, wenn ich den Kontakt mit Bush u.Co. in USA gesucht hätte, doch das habe ich nicht.

Heute kamen nun wieder zwei Mails dieser Art. Da schreibt mir einer: „Ich schätze Ihr Engagement sehr. Sie entlarven schonungslos wie die Bürger von Politikern und Interessenvertreter manipuliert werden. Leider muß ich Ihnen heute meinen Eindruck mitteilen, dass Sie sich selber mittlerweile durch Klimahysteriker manipulierten lassen. Wenn ich in Ihrem Beitrag lese, dass es so genannte Wissenschaftler (teilweise selbst ernannte) voraus berechnet haben, dass der Meerwasserspiegel bis zum Jahr 2100 um einen Meter steigen soll, so kann ich nur feststellen, dass die heutigen Wetterfrösche noch nicht mal in der Lage sind, das Wetter 3 Tage mit Sicherheit vorher zu sagen, und hier wollen uns irgendwelche Angstmacher und Dummschwätzer vorher sagen wie hoch der Meerespegelstand in 91 Jahre sein soll. (Aber ohne Angstmache keine Forschungsgelder, davon leben die wie die Maden im Speck). Es passt aber einfach zum Zeitgeist den auch eine Frau Merkel zusammen mit Ihrem Gabriel ausnützt." Da werde ich also so einfach mal eben als manipuliert und klimahysterisch erklärt.

Und dann schreibt gleich noch ein anderer: „Ihre Newsletter sind immer einen Einblick wert, aber diesesmal fallen Sie aus der Rolle: Glauben Sie wirklich an diese CO2-Lüge? Das kann ich ja wiederum kaum glauben - das war ein früher Aprilscherz, nicht wahr. Das wäre ähnlich, wie wenn man sagt, der Ozean erwärmt sich, wenn man reinpinkelt. Glauben Sie bloß nicht, dass 1.000 Fliegen irren können..." Nun bin ich mal eben aus der Rolle gefallen und mache Aprilscherze. Glauben diese Menschen wirklich, daß das Thema für Aprilscherze geeignet ist? Manchmal hoffe ich, daß sie keine Kinder oder Enkelkinder haben, deren Zukunft ihnen gleichgültig sein könnte.


Gedanken zur Zeit 1244 16-03-09: Was ist der Unterschied zwischen 20 Millionen und 25 %?

Zumwinkel, den die deutsche Justiz mit Bewährung und einer für ihn kleinen Geldstrafe von 1 Million Euro verschont hatte, konnte jetzt seinen 20 Millionen Euro Pensionsfond mitnehmen. Das weckt Zweifel an Zumwinkels Angaben zu seinem Vermögen in dem Strafverfahren. Vor Gericht hatte er seinen Besitz mit rund 13 Millionen Euro beziffert. Zumwinkel in „Bild am Sonntag": „Ich bin doch nicht der Einzige, der sich seine Rente frühzeitig ausbezahlen lässt. In meinem Arbeitsvertrag war die Wahlmöglichkeit vorgesehen und ich habe die Möglichkeit der Kapitalbasis wahrgenommen. Das ist bei der Post ein ganz normaler Vorgang." Alles prima also in deutschen Landen?

Szenenwechsel: Deutsche Bank-Chef Ackermann in seiner Rede über „Profit und Moral: ein Zielkonflikt?" bei der Evangelischen Akademie Tutzing zur Verteidigung seines vor Jahren ausgegebenen 25-Prozent-Rendite-Ziels: „Dies haben damals die Besten in der Welt geschafft. Zu denen will, ja muß man gehören. Auch heute liegen die 25 Prozent für die Branche trotz Krise wieder in Reichweite. Ich kann nicht aus Solidarität mit den Langsamen langsam laufen. Wenn wir uns das nicht vorgenommen hätten, würde es die Deutsche Bank heute nicht mehr geben." Alles prima also in deutschen Landen?

Die Unverbesserlichen sind noch unter uns!


Gedanken zur Zeit 1243 16-03-09: US-Kreditmarkt: Absturz ins Nichts, Deutschland hinterher

Er war die sehr künstliche Zusatz-Maschine der Weltwirtschaft, auch der deutschen Wirtschaft. Ein glitzerndes Turbotriebwerk ohne Dauerqualität. Nun ist der Kreditmarkt in USA, von dem die amerikanischen Verbraucher und damit zu erheblichen Teilen die Weltwirtschaft gelebt hatten, zerbrochen. Etwa sieben Jahre lang lief dieses Triebwerk auf Hochtouren, trug Jahr für Jahr bis zu fast drei Prozent zur Weltwirtschaft bei, die ihrerseits bis zu 5 Prozent pro Jahr an Fahrt zunahm und also ohne das Zusatz-Triebwerk vielleicht nur halb so schnell gewachsen wäre (siehe heutiger Rundbrief).

Das Triebwerk ist am Überdruck förmlich zerbrochen, der Flieger abgestürzt. Die ganze Welt geht nun am Stock. Reparatur praktisch unmöglich. Vielleicht kann man mal in USA ein neues kleines und dafür solides Kredit-Triebwerk einbauen. Für die Weltwirtschaft wird das aber wenig bringen. Vorübergehend haben die USA ein Jumbo-Triebwerk an Staatsfinanzierung an ihre Wirtschaft gehängt. Wegen der steil steigenden Staatsverschuldung nur eine kurze Notlösung und sehr gefährlich, weil die amerikanische Währung damit abstürzen und eine Hyperinflation entstehen kann.

Nun müssen Deutschland und die anderen Exportweltmeister außer Diensten in der Zukunft aus eigener Kraft wachsen, also von der eigenen Kaufkraft und der Nachfrage der eigenen Haushalte. Es wird leider Jahre dauern, bis die Entwöhnung von der Droge Export geschafft ist. Und es wird eine ganz andere Soziallandschaft in Deutschland brauchen. Wir werden das Land nicht wiedererkennen, wenn es in die richtige Richtung und nicht gegen die Wand gefahren wird. Die Bundesregierung hat wahrscheinlich noch längst nicht begriffen, was auf unser Land zukommt.


Gedanken zur Zeit 1242 14-03-09: Warum dies die „Mutter aller Krisen" ist und alle neueren Krisentheorien versagen

Warum kann diese Krise von der Wirtschaftswissenschaft und der Politik nicht richtig verstanden und erklärt werden? Das ist die Frage, die ich mir seit Monaten immer wieder stelle? Sind sie alle einfach im System ihrer bisherigen Denke befangen? Wollen sie mit der Wahrheit zurückhalten, weil sie einräumen müßten, daß das neoliberale System und die neoliberale Globalisierung einfach ausgespielt haben, an ihren internen Gegensätzen und Widersprüchen zerbrochen sind? Hängen die Politiker etwa immer noch an dem schönen Spruch des Amerikaners Bert Lance „If it ain't broke, don't fix it", was auf Deutsch soviel heißt wie „Repariere nicht, was nicht wirklich kaputt ist"?

Ich habe nun einige Bücher zur Erklärung von Krisen gelesen. Angefangen mit dem berühmten „The Great Crash 1929" von Galbraith ist es schon eine längere Liste. Dabei befinden sich Paul Krugmans „The Return of Depression Economics", Robert Shillers „The Subprime Solution", George Coopers „The Origin of Financial Crises" mit einem Ausflug zu Minskys Thesen von der Instabilität der Finanzmärkte und natürlich immer wieder Keynes. Damit wollte ich eigentlich auch eine zusätzliche theoretische Grundlage für mein eigenes neues Buch „Schlimmer als 1929?" gewinnen.

Doch weitgehend Fehlanzeige. Diese Bücher sind gut für die Erklärung der letzten Krisen, wie der Dot.com Krise oder einiger regionaler Krisen, die einfach aus unkontrollierter Spekulation entstanden waren, dann aber auch immer wieder relativ schnell von den Zentralbanken und der Finanzpolitik der Regierungen eingefangen werden konnten, abgesehen natürlich von der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre, als diese Anti-Kriseninstrumente noch nicht bereitlagen. Diesmal lagen sie bereit und doch versagen sie bisher weitgehend. Die Krise wird schlimmer statt nachzugeben.

An einer Erklärung, die ich in der Literatur bisher ziemlich selten finde und schon gar nicht in der Politik, komme ich nicht vorbei. Neu gegenüber allen früheren Krisen ist, daß es die erste Systemkrise ist, bei der der gesamte weltweite Kapitalismus bisheriger Ausprägung in die Knie geht. Diese seine neoliberale Form hat sich erst seit Ende des kommunistischen Gegenmodells nach dem Fall der Berliner Mauer weltweit durchsetzen können. Sie hatte etwa 15 Jahre Zeit, um so richtig extrem zu werden. Dann war, wie auf einem Dampfer mit Schlagseite, das gesamte Finanzgewicht der superreichen Gläubiger - meist die Besserverdiener aller Nationen - und einiger in gigantischen Währungsreserven schwimmender Staaten, wie China, auf die eine Seite gerutscht. Dabei war die andere Seite des Dampfers mit den Bevölkerungsmehrheiten in negativer Einkommensentwicklung und wachsenden Schulden finanziell immer leichter geworden. Dazwischen war zur Stabilisierung ein Kreditband aufgespannt worden, das bis zum Zerreißen immer dünner wurde. Die Welt-Bruttoersparnis explodierte in nur fünf Jahren zwischen 2002 und 2007 mit einem Zuwachs von fast 20 %, während der Trend in den Jahren zuvor mit etwas Auf und Ab immer nach unten war (Abbildung hier).

Am Ende kenterte der Dampfer, und nun haben wir die schreckliche Krise, wo sehr viele hilflos im Wasser treiben. Die Kapitäne auf der Brücke müssen geschlafen haben oder total eigenützig verblendet gewesen sein.


Gedanken zur Zeit 1241 12-03-09: Habt Mitleid mit den armen Reichen

Kaum zu glauben, mit welcher Mitleidspropaganda der SPIEGEL für die armen Reichen aufmacht. Unter der Überschrift „Superreiche der Welt verlieren ein Viertel ihres Vermögens" ist da zu lesen: „ Auch die Superreichen verlieren enorm an Vermögen. Milliardäre hatten im Schnitt noch drei Milliarden Euro Vermögen. Das sind satte 23 Prozent weniger als 2008. Die Zahlen belegen: Die globale Krise erwischt auch die Superreichen. Jeder einzelne von ihnen hat binnen zwölf Monaten große Teile seines Vermögens verloren."

Sollen wir jetzt wirklich Mitleid mit denen haben, die „nur" noch drei Milliarden besitzen? Soll das die normalen Leser dieses Nachrichtenmagazins glücklich machen, denen nur einige Tausender verblieben sind oder weniger oder nur Schulden und kein Arbeitsplatz? Nein, lieber Spiegel, diese Propaganda für ein System, das viele in kurzer Zeit sehr reich macht, ihnen aber auch in der Krise noch großen Reichtum beläßt, läuft so nicht. Das ist nur sehr typisch für die Position der Massenmedien an der Seite ihrer wohlhabenden Verleger und erst recht wohlhabenden Anzeigenkunden und natürlich an der Seite einer Regierung, die die immer ungleichere Einkommensverteilung nicht mit der Krise zusammenbringen kann.

Oder soll das nach dem Motto "Geteiltes Leid ist halbes Leid" funktionieren und uns mit unseren von diesem Wirtschaftssystem geschaffenen Belastungen versönen?


Gedanken zur Zeit 1240 11-03-09: Die Bundeskanzlerin bei BILD: immer noch schreckliche Illusionen

Da gibt die Bundeskanzlerin dem Massenblatt BILD ein Interview, das nach BILD „ .. die Fragen beantwortet, die die Deutschen bewegen". Doch dann fallen solche Sprüche: „Die Exzesse der Märkte, die die Krise ausgelöst haben, zwingen uns dazu, Grenzen zu überschreiten und Dinge zu tun, die wir sonst nicht tun würden."

Wieder sind es nur „Exzesse" eines ansonsten nach Einschätzung der Bundeskanzlerin offensichtlich stabilen Systems, in dem Deutschland ungestört riesige Leistungsbilanzüberschüsse zu Lasten seiner Partner aufbauen und zusammen mit China und Japan die Weltwirtschaft destablisieren konnte. War das wirklich ein Exzess der Märkte? Nein, es war ein Exzess der deutschen Politik, die mit der Verweigerung von Mindestlöhnen und der Förderung schlecht bezahlter Leiharbeit und auf vielen anderen Wegen diese gewaltigen Überschüsse überhaupt erst möglich gemacht hat. Es war ein Exzess der deutschen Politik, die mit einer unsozialen Politik die Umverteilung nach Oben in Szene gesetzt und damit zur Überflutung der Finanzmärkte mit Spekulationskapital beigetragen hat.

Und dann noch so ein Spruch: „ Sicher ist für mich aber auch: Deutschland ist besser als die meisten Länder in der Lage, diese Krise zu meistern"? Kann man so leicht vergessen, daß gerade Deutschland wegen seiner extremen Exportabhängigkeit besonders getroffen wird?


Gedanken zur Zeit 1239 05-03-09: Leute, zieht Euch warm an (Politiker erst recht!)

Nun kommt es immer mehr, wie diese Webseite schon lange befürchtet. Der Export bricht mit Minusraten über 20 % weg (siehe Rundbrief). Der Binnenkonsum der verängstigten Verbraucher schaltet ebenso zurück. Die EU-Finanzminister sagen sich intern, doch nicht uns gegenüber, es sei höchst unsicher, ob das Wachstum 2010 wieder anspringe. War nicht eben noch die Rede davon, es würde bereis im 2. Halbjahr 2009 zurückkommen, und nun nicht einmal in 2010?

Wenn das wirklich so läuft, wird es schlimmer als 1929/32 und ich muß das Fragezeichen vom Buchumschlag des „Schlimmer als 1929?" nehmen. Dann kann man auch das vom Bundesfinanzminister mit so viel Pomp auf die Rampe geschobene Konjunkturpaket nur noch als „Paketchen" bezeichnen. Wenn die Krise auch in 2010 stattfindet, ist die Kurzarbeit in Arbeitslosigkeit übergegangen und ist alles an Autos abgewrackt, was sich dafür eignet und neue werden kaum noch gekauft werden. Zu allem schrecklichen Überfluß hat der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, recht, wenn er die schlechte Koordination der Finanzkrise innerhalb der EU kritisiert: "Alle versuchen noch, nationale Lösungen zu finden. Es gibt aber keine nationalen Lösungen für eine globale Krise."


Gedanken zur Zeit 1238 06-03-09: Verbraucherinsolvenzen: Endlich mal eine gute Botschaft?

Da meldet das Statistische Bundesamt heute unter der frohen Überschrift: „7,1% weniger Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2008": „ Das ist der erste Rückgang der Verbraucherinsolvenzen seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999". Eigentlich möchte man da aufatmen, auch wenn man sich skeptisch fragt, wie das in diesen schwierigeren Zeiten eigentlich möglich sein soll (Abbildung hier).

Doch wieder einmal will das Statistische Bundesamt seine eigenen Daten ins schönste Licht uminterpretieren. Denn leider verschweigt die Überschrift zweierlei. Einerseits verbirgt der Jahreswert den Wiederanstieg der Insolvenzen gegen Jahresende. So lagen die Verbraucherinsolvenzen im Dezember um 12,9 % über dem Vorjahreswert. Auch die Unternehmensinsolvenzen lagen schon um 13,1 % höher.

Zweitens - und das ist wichtiger - sind allein in vier Jahren bereits rund 1,7 Millionen Verbraucher in das Insolvenzverfahren gegangen und das tut man in der Regel nur einmal in seinem Leben und jedenfalls nicht mehrfach innerhalb von vier Jahren. Deshalb muß die Zahl in der Tendenz zurücklaufen, wenn nicht die jetzt einsetzende Wirtschaftskrise die Zahlen durch neue insolvente Bevölkerungskreise wieder hochtreibt.


Gedanken zur Zeit 1237 05-03-09: Die Wahrheit zu dieser Krise kommt nur stückchenweise

Die Regierenden, besonders in Deutschland, schenken uns den bitteren Wein dieser Krise nur in kleinsten Schlückchen und mit größter Verspätung ein. Dabei werden sie von den regierungsfrommen Medien und der regierungsabhängigen Wirtschaftsforschung unterstützt. So wird dann das Ende der Krise schon für die zweite Jahreshälfte verordnet und das Minus auf Dreiviertel- statt Halbmast geflaggt. Dazu kommen die optimistischen Meldungen von der Verbraucherfront, an der der deutsche Durchbruch durch die Krise gewonnen werden soll. Doch solche Meldungen werden regelmäßig von der amtlichen Statistik der niedergehenden Einzelhandelsumsätze am Boden zerstört (siehe heutigen Rundbrief).

Die regierungs- und medienamtliche Propaganda soll zugleich darüber wegtäuschen, daß das deutsche Krisenpaket viel zu niedrig angesetzt ist, viel zu spät kommt und viel Unbrauchbares enthält, wie die teuere Abwrackprämie zugunsten der ausländischen Produktion (siehe Rundbrief von heute). Doch der eigentliche Grund für den Wahrheitsverzug in der Regierungspropaganda ist wahrscheinlich die Überzeugung, daß auch diese Krise größtenteils aus Psychologie bestehe und durch frohe Botschaften überwunden werden könne. Das wäre natürlich absoluter Unfug, weil ein so extrem exportabhängiges Land wie Deutschland mit seiner Propaganda ja nicht die Verbraucher in anderen Ländern auf mehr Einkauf deutscher Waren einstimmen kann. Also hat sich z.B. der so konjunkturwichtige deutsche PKW-Export im Februar gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert.

An der Entwicklung des deutschen Börsenleitkurses Dax als Konjunkturindikator kann man sich schon gar nicht festhalten. Denn der spielt nicht nur verrückt, wird hauptsächlich von den mehrheitlich ausländischen Anlegern beeinflußt, sondern wird auch noch durch Veränderung der statistischen Erfassungsbasis schöngefärbt. So wird der Dax gerademal wieder umgebaut: Fresenius und Hannover Rück werden Dax-Konzerne. Weichen müssen dagegen die Postbank und der Chiphersteller Infineon, die den Dax in den letzten Wochen mit ihrer fallender Marktkapitalisiserung besonders stark vermiest haben. Vorher waren schon die miesen Continental und Hypo Real Estate aus dem Dax geworfen worden. Damit schwindet auch die bislang dominierende Bankengewichtung im Leitindex und läßt ihn im Zeitphasenvergleich schöner erscheinen, als er eigentlich ist.

Nun habe ich - total unabsichtlich - meinen eigenen Konjunkturindikator entwickelt. Es ist die Nachfrage nach meinem Buchprojekt „Schlimmer als 1929?". Nie zuvor sind in so kurzer Zeit so viele Interessebekundungen eingegangen: schon mehr als 170 in nur zwei Tagen.


Gedanken zur Zeit 1236 05-03-09: Wie sich der größte Bock der Neoliberalen zum Gärtner mutiert

Der britische Premierminister Brown war der Zuchtmeister der Neoliberalen in der EU. Mit beißender und verächtlicher Kritik forderte er noch zu seinen Zeiten als ortodoxer Finanzminister von den kontinentalen EU-Partnern immer mehr Neoliberalisierung ein. Ganz Europa sollte am britischen Beispiel gesunden. Nun da die britischen Banken immer mehr in der Verstaatlichung untergehen, da die Londoner City am Krückstock läuft und das Land mit dem Platzen seiner Immobilienblase und seiner eigenen Zucht an Subprime Hypotheken geschlagen ist, will Brown es natürlich nicht gewesen sein.

Nun hält er eine große Rede vor dem amerikanischen Kongress und spielt den unschuldigen Obama. Es ist eine unglaubliche Rede, ein Versteckspiel als Unschuldslamm, in dem auch die deutsche Politik sich übt. Für die, die Englisch verstehen, hier zunächst ein paar sound-bites:

    „I come now to talk of new and different battles we must fight together; to speak of a global economy in crisis and a planet imperilled.
    And when banks have failed and markets have faltered, we the representatives of the people have to be the people's last line of defence.
    And that's why there is no financial orthodoxy so entrenched, no conventional thinking so engrained, no special interest so strong that it should ever stand in the way of the change that hard-working families need.
    And if perhaps some once thought it beyond our power to shape global markets to meet the needs of people, we know now that is our duty; we cannot and must not stand aside.
    But sometimes the reality is that defining moments of history come suddenly and without warning. And the task of leadership then is to define them, shape them and move forward into the new world they demand.
    An economic hurricane has swept the world, creating a crisis of credit and of confidence.
    History has brought us now to a point where change is essential. We are summoned not just to manage our times but to transform them.
    Because while today people are anxious and feel insecure, over the next two decades literally billions of people in other continents will move from being simply producers of their goods to being consumers of our goods and in this way our world economy will double in size.
    And America and Britain will succeed and lead if we tap into the talents of our people, unleash the genius of our scientists and set free the drive of our entrepreneurs."

Da kam die Krise über den armen Brown wie ein unvorhersehbarer Hurricane. Brown sieht sich mit seinen Mitstreitern als die letzte Verteidigungslinie der gefährdeten Menschheit. Keine finanzielle Orthodxie darf entgegenstehen. Einige (wer wohl?) mögen gedacht haben, es sei jenseits unserer Fähigkeiten, die globalen Märkte zu lenken, jetzt wissen wir, daß es unsere Pflicht ist. Wir sind nun aufgerufen, unsere Zeit zu verändern. In den nächsten zwei Jahrzehnten werden Milliarden Menschen von anderen Kontinenten in die Lage kommen, unsere Produkte zu kaufen, und so wird sich die Weltwirtschaft verdoppeln. Und Amerika und Britannien werden Erfolg haben und den Vorwärtsmarsch unserer Unternehmer freisetzen.

Eine schlicht unglaubliche Rede. Dagegen ist das Merkel'sche „wir werden gestärkt aus der Krise hervorgehen" geradzu kleinlich.


Gedanken zur Zeit 1235 03-03-09: Schlimmer als 1929?

Vor vier Monaten habe ich ein kleines Büchlein von nur 52 Seiten über die derzeitige Krise geschrieben. Es trägt den Titel „Weltwirtschaftskrise II". Nun hat sich die Krise weiter ausgewachsen und verlangt nach einer breiteren und noch aktuelleren Analyse. Obwohl das immer sehr viel Arbeit ist, plane ich, bei ausreichendem Interesse ein solches Buch von dann um die 200 Seiten zu schreiben, das mit etwa 15 Euro wieder in der Nähe des Selbstkostenpreises liegen soll.

Das Buch hat bei mir den Arbeitstitel: „Schlimmer als 1929?". Da ich an dem Buch einige Monate arbeiten werde, werde ich den Titel anpassen können, falls die Krise am Ende weniger schlimm zu werden verspricht, als man derzeit angesichts der vielen Parallelen mit 1929 leider befürchten muß. Das Buch wird auf die Entstehungsgründe der Krise eingehen und beschreiben, welche weitere Entwicklung zu erwarten ist. Es soll dabei auch Wege aus der Krise aufzeigen. Es wird sich auch mit einigen der derzeit wuchernden Krisentheorien auseinandersetzen.

Ich kann diese Arbeit nur auf mich nehmen, wenn ausreichend Anzeigen von Interessenten einkommen, die sich ernsthaft bereit erklären, das Buch zu erwerben, auch wenn das natürlich keine juristisch verbindliche Erklärung sein kann. Sollten Sie Interesse haben, so bitte ich um eine kurze Email-Mitteilung. Dazu kann die Schaltfläche auf der Webseite benutzt werden, siehe hier.

Daneben bleibt mein viel breiteres Standardbuch zur Globalisierung "Globalisierung: Legende und Wahrheit" natürlich aktuell.


Gedanken zur Zeit 1234 03-03-09: Von der Steuer-Einäugigkeit bei BILD

Es ist schon phänomenal. Da blutet der deutsche Mittelstand an einer dramatisch einseitigen Einkommens- und Vermögensverteilung aus, bei der die oberen 20 % schon mehr als 80 % des Vermögens besitzen und die mittleren 20 % gerade einmal 4 % (Abbildung hier). Doch BILD meint im Kommentar von heute unter der Überschrift „ Mittelschicht wird ausgepresst!", nur der Anstieg der Steuerlast von Normalverdienern sei schuld. Dabei verliert BILD natürlich kein kritisches Wort über die Steuerentlastung der Bestverdiener durch Absenkung von Spitzensteuersatz und andere Steuergeschenke. BILD war immer auf der Seite der Bestverdiener und die Klage um die Mittelschicht besteht nur aus Krokodilstränen, die an den wirklichen Ursachen vorbei vergossen werden:

    „Die Steuerlast der Normalverdiener in Deutschland ist in den letzten 20 Jahren um bis zu 13 Prozent gestiegen. Sie sind die Mittelschicht. Das Rückgrat unserer Wirtschaft und der gesamten Bundesrepublik. Genau sie halten den Laden am Laufen. Doch Leistung, Fleiß und Ranklotzen werden in Deutschland nicht belohnt. Nein, die Steuer- und Abgabenlast wird immer erdrückender, immer höher! Die Mittelschicht wird wie eine reife Zitrone ausgepresst. Noch ein Stück mehr und noch eins ... Wir wollen eine soziale Marktwirtschaft, die den Schwachen hilft und die Tüchtigen belohnt."

Nun hat BILD die soziale Marktwirtschaft immer schon verbogen. Dazu gehört für BILD die Ausbeutung durch Leiharbeit, der Widerstand gegen Mindestlöhne und natürlich der ganze negative Lohndruck, der erst die Mittelschicht wirklich in die Ecke drückt.


Wirtschaftsstandort

Hinweis auf mein neues Buch: "Globalisierung: Legend und Wahrheit - Eine Volkswirtschaftslehre für nicht ganz Dumme" - ist im März 2008 im Shaker-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 978-3-940459-56-5). Zur Bestellung hier.