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Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006) und "Deutschland global" (2005)


(745) BILD unter den Zockern

(744) Was hetzt nur so viele Besucher des Infoportals so schrecklich?

(743) Aus der kinderlosen Familie in die knappe Rente und dann ins Pflegeheim?

(742) Vom geschenkten Gaul und seinem Maul

(741) „Teufelsschüler" der neoliberalen Globalisierung der Finanzmärkte

(740) Grandiose BILD-Volksverdummung: Die Renten als Nullsummenspiel

(739) Das Steuerzahlergeld für die IKB und die neoliberale Globalisierung der Finanzmärkte

(738) Zweierlei Blasen: Immobilien- und Exportblasen - der deutsche Turm von Babel

(737) Um des Exports willen wird die deutsche Binnenkonjunktur weiter kaputtgespart

(736) Heiner Flassbeck und sein Kampf für die neoliberale Globalisierung

(735) Von nun an auch ein Wochenbuch

(734) Rentnerschreck Rürup

(733) Der Arbeitsminister und die Renten: 1,1 - 7,8 = 1,1

(732) Business vor Mönchen

(731) Hier irrt das lobhudelnde DIW: Weder gab es einen echten Aufschwung, noch kam er wirklich bei den Arbeitslosen an

(730) Soweit hat es Deutschland gebracht, daß sich die Migrationsrichtung teilweise umkehrt

(729) Wenn es um die Umwelt geht, kneift die deutsche Politik neoliberal

(728) US-Lokomotive der Weltwirtschaft auf dem Abstellgleis - Bitte schnell abkoppeln!!!

(727) Ein Kommentar zu Globalierung: Legende und Wahrheit

(726) BILD und der Altmeister

(725) Wie lange braucht man eigentlich in Deutschland, um amtlich das Fallen der Reallöhne festzustellen?

(724) Immer wieder einseitige Information zu den Steuern

(723) Da hilft nur noch statistisches Mauscheln

(722) Gehen demnächst Vermögen von mehr als 40 % des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts den Bach herunter? Bitte schnell abkoppeln!!!




Gedanken zur Zeit 745 20-03-08: BILD unter den Zockern

Nach bewährtem Modell der Verallgemeinerung, mit dem BILD schon Zumwinkel und andere große Steuerflüchtlinge aus dem Feuer holen wollte, werden jetzt die Banker in Schutz genommen, die sich auf Kosten der Allgemeinheit und der Steuerzahler verspekuliert haben. Aus dem heutigen BILD-Kommentar: „ Gewissenlose Banker verzocken Millionen, stürzen Börsen in die Krise, reißen die Wirtschaft in den Abgrund - und der Bürger zahlt am Ende die Zeche. Aber das ist nur die eine Hälfte der Wahrheit! Die andere Hälfte ist nicht minder bitter! Wir alle haben geglaubt, dass sich Geld an der Börse ohne großen Aufwand und ohne Risiko beliebig vermehren lässt. Man braucht nur ein Depotkonto - und dann geht's los. Wer dabei nicht reich wird, ist blöd."

Haben wir wirklich alle gezockt? Haben wir wirklich alle das Geld zum Zocken? Sind wir wie die skupelosen Banker, nur eine Nummer kleiner?

Wieviele von uns haben den überhaupt nennenswertes Aktienkapital. BILD verschweigt natürlich, wie stark sich das Aktienkapital in Deutschland konzentriert hat, weil normale Menschen immer mehr ausgestiegen sind (auch die Gesamtzahl an Aktionären ist seit 2001 gefallen). Nur etwa ein Viertel des Geldvermögens deutscher Haushalte wird in Aktien, Beteiligungen und Zertifikaten gehalten. Angesichts der Vermögenskonzentration - schon 2002 hatte das obere Zehntel 59 % des deutschen Vermögens - kann man sich vorstellen, wie groß das Aktienkapital normaler Menschen sein kann. Außerdem wird in Deutschland weniger als 44 % des Aktienkapitals von Haushalten gehalten, der größere Teil liegt bei den Unternehmen. Deutschland hat nie, wie andere Lander eine richtige Aktienkultur, entwickeln können und Erlebnisse wie mit Telecom waren für normale Menschen nur abschreckend. Da die meisten Deutschen aus Erfahrung oder mangels Mitteln Aktienmuffel geworden sind, gehört inzwischen die Mehrheit der DAX-30 Unternehmen ausländischen Aktionären.


Gedanken zur Zeit 744 20-03-08: Was hetzt nur so viele Besucher des Infoportals so schrecklich?

Wie immer wird meine Webseite heute Abend gut besucht. Insgesamt waren es heute bis gegen 22:00 Uhr trotz der Osterferien schon 1.800 und viele werden noch kommen. Gern werden auch heute Abend viele Informationen aufgenommen. Von den letzten 25 Besuchern war ein Drittel zwischen 5 und 20 Minuten auf verschiedenen Unterseiten. Doch nur ganze zwei haben sich die Zeit genommen, die Sonderseite mit dem „Hilferuf" aufgeschlagen, obwohl gerade auf diese Seite auf der Hompepage ganz groß hingewiesen wird: „Wie Sie auf einfache Weise diese Webseite erhalten können". Nicht von ungefähr hatte ich dazugesetzt: „Es geht um Moral nicht Geld!", um den Verdacht eines unbequemen Spendenaufrufes von vornherein auszuschließen.

Ich kann natürlich nicht in die Köpfe sehen, warum man sich nicht wenigstens für eine Blick auf die Seite mit dem Hilferuf die Zeit nimmt. Aber bisher bestätigt es leider meinen Argwohn, daß viele mitnehmen, was für sie nützlich ist, aber unbehelligt von dem bleiben wollen, was für einen anderen nüztlich sein könnte, und sich nicht einmal dafür interessieren, ob ihnen morgen diese Informationsquelle noch zur Verfügung steht.

Und noch etwas fällt mir auf. Sehr viele der Webseiten des Infoportals werden in kurzer Zeit aufgeschlagen und sehr schnell wieder verlassen, wahrscheinlich jeweils nach einem blitzschnellen Herunterladen. Es ist abends, und die Besucher der Webseite kommen überwiegend nicht mehr von ihren Arbeits- oder Studienplätzen, wo ihnen Breitband kostenlos zur Verfügung steht. Wahrscheinlich sind sie über ein Telefonmodem verbunden und haben die tickende Kostenrechnung im Auge. Da wird nur noch angeklickt, was unbedingt interessiert. Hilferufe fallen zur Seite. Schade! Mal sehen, ob dieser Gedanke zur Zeit aufgeschlagen wird und ob von hier jemand hier weiterblättert.Es würde mich schon überraschen.


Gedanken zur Zeit 743 20-03-08: Aus der kinderlosen Familie in die knappe Rente und dann ins Pflegeheim?

Eigentlich kann man schon wegen der sich anbahnenden Wirtschaftskrise deprimiert und verärgert über eine unfähige Politik sein, die dies zuläßt. Dann kommt heute noch das Statistische Bundesamt mit seinen Vermutungen, die keine Prognosen sein sollen, zur rasanten Entwicklung des Anteils von pflegebedüftigen und kranken alten Menschen an der deutschen Gesamtbevölkerung. In 2030 soll es über 58 % mehr Pflegebedürftige und 12 % mehr Krankenhausbehandlungen als Folge der demographischen Entwicklung in Deutschland, der ungünstigsten unter westlichen Ländern, geben.

Eigentlich sollte uns eine längere Lebenserwartung fröhlich stimmen. Doch muß man sich fragen, ob die Gesellschaft insgesamt auf die damit verbundenen Kosten vorbereitet ist. Denn die Lebenserwartung wächst ja nicht mehr in erster Linie vorne, z.B. durch weniger Todesfälle im Kindestalter, sondern hinten Dank Medizin und notfalls Chirurgie, wo es früher kein Leben mehr gegeben hätte. Angesichts des Ausfalles an Kindern, werden viele Alte in Pflege oder im Krankenhaus keine oder nur sehr wenige Angehörige haben und entsprechend vereinsamen. Schon deshalb werden immer mehr Pflegebedürftige in Pflegeheimen landen.

Wann endlich nimmt die Politik mit einer entsprechend veränderten Steuerpolitik den Kopf aus dem Sand, damit diese Entwicklung nicht zur Tragödie führt? Mit ein bisschen mehr Pflegeversicherung ist das nicht getan. Siehe dazu heutigen Rundbrief mit Schaubildern.


Gedanken zur Zeit 742 01-03-08: Vom geschenkten Gaul und seinem Maul

Wir sind in dramatische Zeiten gekommen. Viel wird darüber siniert, ob wir uns nicht in Richtung einer zweiten Weltwirtschaftskrise wie in den dreißiger Jahren bewegen. Der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz meint: „Die Zinssenkung (der Fed) wird die Blutung ein bisschen aufhalten, aber sie geht nicht auf die grundlegenden Probleme ein, die zum Zusammenbruch des Finanzsektors führen".

Doch es sind recht eigenartige Erfahrungen, die man als Autor eines Buches zu eben diesen brennenden Problemen unser Zeit in eben dieser Zeit machen kann. Da will jemand, der selbst ein Buch geschrieben hat, ein Gratisexemplar von mir gegen eines von ihm tauschen und wird böse, als ich mich darauf nicht eingelassen habe. Ein anderer will von mir wissen, wie er mit meinem Verlag zu einem günstigen Deal kommen kann, wenn er mehr als ein Exemplar kauft. Bei Amazon fand ich, daß schon wenige Tage nach Erscheinen zwei Zeitgenossen das Buch gelesen hatten und es gleich wieder weiterverkaufen wollten, obwohl es als Nachschlagewerk lange seinen Dienst tun kann. Von meinem vorletzten Buch hatte ich vor ein paar Monaten noch Überstücke, für die ich selbst bezahlt hatte und die ich nun nicht länger rumliegen lassen wollte. Also bot ich sie über die Webseite gratis an nur gegen Portoerstattung. Es meldeten sich sofort Interessenten, aber einige sprangen wieder ab, wohl weil sie das Porto reute.

Diese Probleme scheinen nicht mit der Qualität des Produktes zusammenzuhängen, denn ich bekomme viele begeisterte Zuschriften zu meinem letzten Werk. Sie sind wohl eher Teil der „Geiz ist geil"-Mentalität, die sich in Deutschland auch über die Literatur ausgebreitet hat. Die Webseite und die Rundbriefe laufen prächtig, vielleicht auch weil sie gratis kommen. Aber ein Buch zu den gleichen Themen, das in seiner Komprimierung und Handlichkeit so viel wertvoller ist und daher nicht gratis verteilt werden kann, hat es so viel schwerer als das Gratisprodukt. Dabei mache ich sehr viel Werbung über das Infoportal, weil das Buch viele Menschen - mehr noch als die Webseite - zum Nachdenken bringen kann. Soll man dann überhaupt Bücher, in die man eine Unmenge von wertvoller Zeit investiert, schreiben? Meine Großmutter sagte immer: „Geschenktem Gaul guckt man nicht ins Maul". Heute scheint das leider oft umgekehrt zu laufen.


Gedanken zur Zeit 741 18-03-08: „Teufelsschüler" der neoliberalen Globalisierung der Finanzmärkte

Nun will es wieder keiner gewesen sein. Der Bundesfinanzminister hat, wie die ganze Bundesregierung sowie die erdrückende Mehrheit der deutschen Wirtschaftswissenschaft und der deutschen Medien immer wieder der bedenkenlosen und weitgehend unregulierten Öffnung der Finanzmärkte das Wort geredet und sie dann auch betrieben. Doch jetzt wo die Krise diese „Teufelschüler" enttarnt hat, stellt sich Minister Steinbrück auf einmal als Warner auf. Im ZDF sagte er am 18. März 2008: "Wir haben es hier mit einer der größten Finanzkrisen zu tun, die es wahrscheinlich in den letzten Jahrzehnten gegeben hat. Die Krise ist von den USA verursacht und droht die andere Weltregionen und Finanzmärkte stark zu beeindrucken und in Mitleidenschaft zu ziehen." Ein Warner - der den Brand durch Nachlässigkeit mit verursacht hat?

Ähnlich unschuldig gibt sich ausgerechnet der Chef der Deutschen Bank, die bisher immer auf möglichst wenig staatlichen Einfluß gedrängt hatte. Wer einen Teil seines Vermögens in die Deutsche Bank gesteckt hat, jene Nobelherberge von Ackermann, hat schon mehr als ein Viertel seit August letzten Jahres verloren. Auf einer Podiumsdiskussion sagte jetzt Ackermann: „Es reicht nicht mehr, die Banken zu gegenseitiger Hilfe aufzufordern. Es gibt keinen Liquiditätsengpass, sondern einen Investorenstreik. Ich glaube hier nicht allein an die Selbstheilungskräfte der Märkte. Die Versorgung mit Liquidität reiche als Maßnahme nicht aus, sagte Ackermann. Die Regierungen müssten Einfluss nehmen auf die Märkte. Er rief deshalb zu einer gemeinsamen Aktion von Regierungen, Zentralbanken und Banken auf, um das Vertrauen in die globalen Finanzmärkte wiederherzustellen." Erwartet er die Hilfe des Steuerzahlers oder ist er bereit, einen Teil seiner enorm hohen Einkünfte zurückzugeben?

Schon 1996 sagte Hans Tietmeyer, Präsident der Deutschen Bundesbank, in Davos im Kontext einer Suada für den freien Kapitalverkehr zu den anwesenden Staats- und Regierungschefs: "Von nun an stehen Sie unter der Kontrolle der Finanzmärkte!" Das haben wir nun davon! Mehr in meinem neuen Buch Globalisierung: Legende und Wahrheit

Siehe hierzu den neuen Schwerpunkt von heute.


Gedanken zur Zeit 740 18-03-08: Grandiose BILD-Volksverdummung: Die Renten als Nullsummenspiel

Nun setzt BILD, das Sprachrohr der privaten Versicherungswirtschaft, unter der Überschrift „ Kritik von Politikern und Wirtschafts-Experten - Renten-Erhöhung kommt uns noch teuer zu stehen" seine Renten-Verdummungs-Kampagne fort. BILD tut es diesmals nicht im Kommentar- sondern im Nachrichtenteil, um der Kampagne einen noch seriöseren Anstrich zu geben. Wir sollen glauben, daß die Renten ein Nullsummenspiel sind. Was die Alten mehr bekommen, und seien es auch nur lumpige 1,1 % mehr und damit weit unter der Inflationsrate, würden die Jüngeren - einmal selbst in Rente - weniger bekommen.

Hier zunächst einige BILD-Zitate:

    will die Regierung bei der Rentenformel tricksen. Vertreter der jungen Abgeordneten und Wirtschaftspolitiker sprechen von einem „fatalen Signal", sollten Teile der Rentenreform „aus wahltaktischen Gründen" zurückgenommen werden.
    Stefan Müller, Chef der Jungen Union Bayern und CSU-Abgeordneter: „Die Pläne widersprechen dem bisher richtigen Kurs der Großen Koalition, das Rentensystem zu stabilisieren. Wenn dieser Weg jetzt verlassen wird, kann dies nicht die Unterstützung der Jungen Union finden."
    CDU-Wirtschaftsexperte Michael Fuchs: „Es wäre sinnvoller, die Milliarden für eine Senkung des Rentenversicherungsbeitrages auszugeben. Davon profitieren mit etwas Zeitverzögerung auch die Rentner, da mit steigenden Löhnen automatisch die Renten steigen."
    Der Präsident des Wirtschaftsrates der CDU, Kurt Lauk, sprach sogar von einer „ordnungspolitischen Sünde". Lauk zu BILD: „Eine immer schlimmere Belastung der nachfolgenden Generationen mit den Folgen der ungelösten Herausforderungen von heute ist schlicht verantwortungslos."
    Kritik kommt auch aus der SPD. Der wirtschaftspolitische Sprecher Rainer Wend: „Ich bin nicht glücklich darüber, weil die Maßnahme zulasten der jungen Generation geht - und die hat es ohnehin schwerer, eine Rente nach heutigem Standard aufzubauen."

Das ist natürlich reiner Blödsinn. Was heutige Rentner mehr bekommen, bekommen nicht automatisch künftige weniger. Die Renten künftiger Generationen hängen vor allem davon ab, wie sich die Arbeitseinkommen und damit die Einzahlungen entwickeln. Wenn die Arbeitgeber nur ein wenig in ihrer Geldgier für die eigenen Taschen der Kapitaleigner nachlassen würden, wäre das Rentenproblem schon gelöst. Derzeit eignen sich die Kapitaleigner den gesamten Produktivitätsfortschritt der Volkswirtschaft selbst an und sogar noch etwas mehr. So lag die Produktivität in der gewerblichen Wirtschaft nach Zahlen der Bundesbank im Januar um 4,8 % über dem Vorjahreswert, das Entgelt pro Beschäftigten jedoch nur um 1,9 % und nach Abzug der Verbraucherpreisinflation sogar um 0,9 % darunter (siehe Abbildung).

Was mit dieser Politik nach dem Motto „Arbeitgeber-Geiz ist geil" erreicht wird, ist eine mangels Massenkaufkraft weiterhin kaputte Binnenkonjunkur in Zeiten, wo Deutschland sich nicht mehr auf den Export verlassen kann. Nichts anderes als eine moderne Form von Wirtschafts-Harakiri! Wenn die Arbeitgeber und Kapitaleigner in Deutschland keine wirtschafts- und sozialpolitische Vernunft annehmen wollen, ist der Staat mit seiner Steuerpolitik gefragt. Er kann - wie in Dänemark - Spitzenverdiener und reiche Erben kräftig über die Steuer an die Rentenkasse bitten und so die Angst von den Heute- und Morgen-Rentnern nehmen. Mal sehen, ob die dann alle nach Liechtenstein flüchten?


Gedanken zur Zeit 739 17-03-08: Das Steuerzahlergeld für die IKB und die neoliberale Globalisierung der Finanzmärkte

Heute stellt sich die Frage, was passiert eigentlich, wenn öffentliche deutsche Banken, die mit den amerkanischen Finanzpapieren gehandelt haben, zu Lasten des Steuerzahlers gerettet werden müssen. War's das oder wird die Frage nach den Verantwortungen aufgeworfen, wie das in jedem privaten Unternehmen üblich wäre?

Ein Vertreter des Bundesfinanzministerium saß im Aufsichtsrat der IKB, um dort über die Interessen der Öffentlichkeit zu wachen und von den Steuerzahlern Belastungen wegzuhalten. Muttergesellschaft war die staatliche KfW. Damals gründete die IKB außerhalb ihrer eigenen Bilanz die Rhineland Funding aus, um von der Bankenaufsicht, die ebenfalls dem Bundesfinanzministerium untersteht, unbehelligt das Geschäft mit den von miesen amerikanischen Hypotheken gedeckten Verbriefungen betreiben zu können. Sie tat das mit einer Eigenkapitaldecke von minimalen 2,7 %. Nun muß die IKB saniert werden. Das tut sie mit Milliardenhilfe des Bundes. Das Institut kündigte eine Kapitalerhöhung um knapp 1,5 Milliarden Euro an. Rund 1,2 Milliarden Euro kommen von der staatlichen Förderbank KfW. In dieser Höhe erhält die KfW zur Weiterleitung ein bedingt rückzahlbares unverzinsliches Darlehen der Bundesregierung, von dem der Steuerzahler wenig wiedersehen wird und schon nach dem Wortlaut keine Zinsen.

Peinlich ist vor allem, daß der Aufsichtsbeamte des Bundesfinanzministerium im Oktoberheft 2006 der „Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen" einen Aufsatz mit dem Titel "Verbriefungen aus Sicht des Bundesfinanzministeriums" veröffentlicht und dabei just das Geschäft beschworen hat, an dem die IKB in die Pleite zu schlittern droht. Darin heißt es:

    „Von den Promise- und Provide-Programmen bis zur True-Sale-Initiative (TSI): Die staatseigene KfW, über die das BMF die Aufsicht führt, hat mit den Promise- und Provide-Programmen zur synthetischen Verbriefung seit 2000 in Zusammenarbeit mit den Banken das wohl größte Verbriefungsprogramm (58 Transaktionen) in Europa geschaffen. Neben der unmittelbaren Wirkung jeder einzelnen Verbriefung auf eine erhöhte Kreditvergabe wurde damit ein Markt geschaffen, der heute die Basis für die Verbriefung sowohl in Form eines tatsächlichen Verkaufs von Forderungen (True Sale) als auch von „anspruchsvolleren" Krediten (zum Beispiel Genussrechte von Mittelständlern) bildet. Folgerichtig hat das BMF die True-Sale-Initiative von Anfang an aktiv begleitet. Das im Bereich der synthetischen Verbriefung bereits erfolgreich begonnene Projekt „Förderung des deutschen Verbriefungsmarktes" konnte - wie sich heute zeigt - auf das Segment des True-Sale-ABS-Marktes erfolgreich ausgeweitet werden. Erfreulich ist, das diese Initiative von den großen Banken aus allen Teilen der Kreditwirtschaft getragen wird und mit der TSI GmbH eine Gesellschaft etabliert wurde, die durch Bereitstellung von deutschen Zweckgesellschaften und Gütesiegeln für Transaktionen die ABS-Aktivitäten an den Standort Deutschland (ABS made in Germany) bindet."

ABS ist die Kurzform für „asset backed securities", deren wichtigster Bestandteil die Besicherung durch die miesen amerikanischen Hypotheken geworden ist, an denen die vom Bundesfinanzministerium mitbeaufsichtigte IKB ohne die 1,2 Milliarden Euro des Steuerzahlers erstickt wäre. Warum verliere ich meine Zeit mit dieser leidigen Geschicht? Weil sie belegt, wie aktiv die Bundesregierung die neoliberale Form an maximaler und bedenkenloser Globalisierung der Finanzmärkte betrieben hat. Merke: Die neoliberale Globalisierung ist nicht unvermeidbar!


Gedanken zur Zeit 738 17-03-08: Zweierlei Blasen: Immobilien- und Exportblasen- der deutsche Turm von Babelk

Die von der amerikanischen Immobilienblase und den miesen Hypotheken weltweit ausgelöste Kreditkrise fegt derzeit auch durch deutsche Banken, siehe deren Aktienkurse (siehe Abbildung). Doch es gibt schlaue Menschen in Deutschland, die sehen uns auf der sicheren Seite, weil wir keine eigene Immobilienblase haben. Dabei vergessen sie allerdings, daß die Immobilienblase der anderen zugleich die Kehrseite einer ebenfalls gefährlichen Blase bei uns ist. Die amerikanische (und britische, spanische etc.) Immobilienblase hat nämlich jahrelang die Weltwirtschaft angeschoben. Sie hat damit unseren Export in immer höhere Höhen gehoben. Mit ständigen Lohnopfern für die Exportwirtschaft, teilweise unter Verlagerungsdrohungen erzwungen, haben wir gleichzeitig die Nachfrage unserer privaten Haushalte kaputt gespart. So haben wir uns auf einen Turm von Babel an Exportabhängigkeit gesetzt, der nun zu wanken beginnt (siehe Abbildung).

Diese Situation wird im morgigen Rundbrief mit Schaubildern beleuchtet.


Gedanken zur Zeit 737 16-03-08: Um des Exports willen wird die deutsche Binnenkonjunktur weiter kaputtgespart

Wichtige Exportmärkte, wie die USA, Großbritannien und Spanien, brechen derzeit weg. Der Dollar fällt immer tiefer und der Euro steigt entsprechend (siehe Abbildung). Doch was macht die deutsche Industrie ohne Widerstand von Politik, Wirtschaftsforschung und Medien? Sie hält die Löhne unter der Inflationsrate, vor allem indem reguläre Arbeit durch billigere Zeitarbeit ersetzt wird und der Beschäftigungsaufbau fast nur über schlecht bezahlte und unsichere Jobs stattfindet. Kein Wunder dann, daß die heutigen Zahlen des Statistischen Bundesamts, auch wenn von diesem nicht offen ausgewiesen, beim Arbeitsentgelt pro Beschäftigten ein Minus von 0,9 Prozent im Januar 2008 gegenüber dem Vorjahr zeigen, wenn man sie verbraucherpreisbereinigt (siehe Abbildung).Bei einer Bereinigung um die Entwicklung der Lebensmittelpreise, die näher an der tatsächlich gefühlten Inflation liegen, wären es sogar minus 6 %.

Dabei hat die Produktivität nach Bundesbankangaben um 4,8 % zugenommen. Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in der gewerblichen Wirtschaft hat also vom Produktivitätsfortschritt weniger als null gehabt. Im Ergebnis wird der Hauptmotor der deutschen Konjunktur, nämlich die Nachfrage privater Verbraucher, weiter stottern, während der Export ebenfalls ins Stottern kommen wird.

In der sich derzeit immer weiter verschärfenden globalen Krise an den Finanzmärkten hat die schöne Legende von der wohltätigen Globalisierung der Finanz- und Warenmärkte begonnen, sich aufzulösen. Heraus kommt die neoliberale Fratze. 20 % der privaten Nachfrage der Welt auf den Waren- und Dienstleistungsmärkten residiert in den USA. Wollte sich da jemand abkoppeln?? „Was in der neoklassischen Glaubenslehre von Angebot und Nachfrage nicht drin ist, macht jetzt viele Märkte kaputt, nämlich die explosive Nachfragemacht der Spekulanten einerseits und die Rolle der Notenbanken, wenn es um den Liquiditätsbedarf der Spekulanten und die Beeinflussung der Währungskurse geht, andererseits" (Auszug aus Globalisierung: Legende und Wahrheit).

Mehr zur Entwicklung in der deutschen Industrie nach den heutigen Zahlen hier.


Gedanken zur Zeit 736 16-03-08: Heiner Flassbeck und sein Kampf für die neoliberale Globalisierung

Er kann es nicht lassen, der frühere Staatssekretär von Lafontaine und wahrscheinlich nun wie jener bei der LINKE angesiedelt. Aus seinem Job bei der Entwicklungsländerorganisation UNCTAD, deren wichtigstes Mitgliedsland China ist, kämpft er bisher für unbehinderte Einfuhren aus China, von denen viele gedumpt werden und bei uns Schaden anrichten. Nun nimmt er in der taz unter der Überschrift „Protektionismus bringt nichts" die Demokraten in USA aufs Korn und scheint sich nicht daran zu stören, daß der recht republikanische Präsidentschaftskandidat McCain mit ihm Seite an Seite ficht. Da ist es auch wieder, das Wort vom „Freihandel", den man kaputt machen könnte. Das klingt so, als wollte man uns die „Freiheit" nehmen.

Es sind recht grobe Geschütze, die Flassbeck wieder einmal auffährt, z.B.: „Im US-Wahlkampf fordern die Demokraten, den Freihandel einzuschränken. Das ist ungefähr so, als wollte man mit einem Uhrmacherwerkzeug ein Auto reparieren". Dann spricht er von einem deutschen Lohndumping, nicht aber von dem viel schlimmeren chinesischen. Grund für die deutschen Überschüsse seien allein der damals fallende Wechselkurs des Euro und die in Deutschland unter erheblichem politischem Druck zustande gekommene Lohnzurückhaltung gewesen. Beides aber, Wechselkursänderungen und Lohndumping eines Landes, seien für die Handelsströme tausendmal wichtiger sind als alles, was man in einer ähnlich kurzen Zeit in der Handelspolitik veranstalten könnte. Warum, Herr Flassbeck, wenn Sie schon ein deutsches Lohndumping erwähnen, nicht wenigstens ein Wort zum chinesischen? Und warum kein Wort über die Abwehr von Dumping, dem wichtigsten handelspolitischen Abwehrinstrument? Wem dazu nichts einfällt, kämpft am Ende für die neoliberale Globalisierung. Wie kann man Dumping von der Handelspolitik trennen, die genau dafür ihren Instrumentenkasten bereit hält, der nun wirklich alles andere als Uhrmacherwerkzeug ist? Hier sollen wir wieder einmal neoliberal verdummt werden und die taz ist mit diesem Beitrag nicht besser als BILD oder SPIEGEL.

Von legaler Dumping-Abwehr hat wohl weder Flassbeck noch die LINKE bisher etwas gehört oder verstanden. Dabei liegt Flassbecks UNCTAD-Arbeitsplatz ganz in der Nähe der Welthandelsorganisation, deren Regularien eine Verteidigung gegen Dumping vorsehen. Es ist schlimm, daß viele Wirtschaftswissenschaftler von der Handelspolitik keine Ahnung haben, die politischen Parteien in Deutschland übrigens auch nicht.


Gedanken zur Zeit 736 16-03-08: Von nun an auch ein Wochenbuch

Da eine Reihe interessanter Beiträge aus fremder Feder beim Infoportal eingeht, die nicht einfach nur Kommentare sind, habe ich mich entschlossen, ein Wochenbuch mit 4 Schubladen aufzumachen: Soziales, Fiskalisches, Bildung und Medien. Dazu gibt es einen Link-Schalter in der linken Schalterspalte. Das Wochenbuch soll zugleich Bereiche mitabdecken, die ich mit dem Schwerpunkt auf die Globalisierung nicht richtig ausfüllen kann. Wir starten heute in die 11. Woche mit einem Beitrag von Karl Mai „Deutschland im Staatsgefängnis seiner Steuerquote?", der sich sehr kritisch mit der irreführenden Berichterstattung und Kommentaren in DIE WELT auseinandersetzt: Sie finden ihn hier.


Gedanken zur Zeit 734 16-03-08: Rentnerschreck Rürup

Der Oberwirtschaftsweise Rürup bekennt sich zur sogenannten Rentenformel der Dämpfung des Rentenanstiegs, die von 2004 drei Jahre lang die Renten eingefroren hielt, sie im vergangenen Jahr um gerade einmal 0,5 % erhöhte und den Rentnern in diesem Jahr eine weitere Erhöhung von nur 0,5 % zugestehen würde. Dagegen sind in diesem Jahr (Februar) gegenüber dem Vorjahr die Nahrungsmittelpreise um 7,8 %, die Strompreise um 7,1 %, die Heizölpreise um 32,9 % und die Preise des Verkehrs um 4,3 % gestiegen sind. Da nützt den Rentnern wenig, daß Telefon- und Telefaxgeräte um 19,0 %, Informationsverarbeitungsgeräte um 18,5 %, Foto- und Filmausrüstungen um 10,2 % billiger wurden und diese für sie kaum zutreffenden Verbilligungen in die Gesamtinflationsrate von 2,8 % einbezogen sind. Praktisch wurde die allgemeine Kaufkraft der Renten schon um 9 %, die bei Nahrungsmitteln um 10 % gegenüber 2002 verkürzt (siehe Abbildung).

Frauen sind in Deutschland besonders schlecht dran. Deutschland ist Europameister in der Frauendiskriminierung an der Lohntüte (siehe Abbildung) und dementsprechend bei den Renten.

Nach einer neuen SPIEGEL-Umfrage fürchten denn auch drei Viertel der Deutschen, daß sie im Rentenalter ihren Lebensstandard nicht mehr halten können (siehe Abbildung). Die Angst reicht also bereits weit über die Geringentlohnten hinaus. Warum kann es eigentlich nicht wie in Dänemark gehen mit einer angemessenen Grundrente, die aus dem Steueraufkommen finanziert wird? Dafür müßte allerdings das Aufkommen aus Einkommens- und Gewinnsteuern (siehe Abbildung) und der Spitzensteuersatz (siehe Abbildung) in Richtung auf das dänische Vorbild bewegt werden. In Dänemark hat niemand Angst um seine Rente.

Nun will die Bundesregierung trotz der horrenden Preissteigerungen die Renten zur Mitte des Jahres 2008 gerade einmal um 1,1 % anheben. Und prompt meldet sich Rürup im SPIEGEL mit heftiger Kritik daran: „Wenn die Regierung den etablierten Mechanismus jetzt durch Ad-hoc-Maßnahmen abschwächt, setzt sie die Glaubwürdigkeit ihrer eigenen Reformen aufs Spiel. Schon jetzt gibt es rund 3,5 Milliarden Euro an nicht realisierten Rentendämpfungen, die in späteren Jahren nachgeholt werden müssten." Der Mann braucht sich natürlich um seine eigene Rente nicht zu sorgen. Und an die vielen Niedrigstrenten der Frauen in Deutschland kann er bei solchem Verständnis von sozialer Solidarität eigentlich auch nicht gedacht haben. Was soll man eigentlich von so einem Menschen halten?

Mehr im neuen Schwerpunkt „Die Rentenformel: „Schreckliche" Wirtschaftswissenschaftler als Rentnerschreck?" und in Kapitel 12 „Die neoliberale Angstgesellschaft" von Globalisierung: Legende und Wahrheit.


Gedanken zur Zeit 733 15-03-08: Der Arbeitsminister und die Renten: 1,1 - 7,8 = 1,1, Sprachverwirrung bei WELT, Lafontaine und anderen

Die Mathematik des Olaf Scholz ist schon überraschend. Bei einer Inflation der Nahrungsmittelpreise von 7,8 % (siehe Abbildung), der Strompreise um 7,1 %, des Heizöls um 32,9 % und des Verkehrs um 4,3 % errechnet er immer noch eine Rentensteigerung von 1,1 %. Auf die müssen die Rentner dann auch noch bis Mitte des Jahres warten. Dagegen nützt den Rentnern wenig, daß Telefon- und Telefaxgeräte um 19,0 %, Informationsverarbeitungsgeräte um 18,5 %, Foto- und Filmausrüstungen um 10,2 % billiger wurden und diese für sie kaum zutreffenden Verbilligungen in die Gesamtinflationsrate von 2,8 % einbezogen sind. Nach Scholz sollen so auch die Rentner vom wirtschaftlichen Aufschwung profitieren.

Globalisierung

Und die Reaktionen: Sicher nicht unbeabsichtigt meldet der SPIEGEL: „BLITZ-REFORM. Renten sollen stärker steigen. Mehr Geld für 20 Millionen Rentner in Deutschland: SPD und Union wollen die Rentenformel kurzfristig ändern, um den Ruheständlern mehr Geld zukommen zu lassen. Im Gespräch ist eine Erhöhung um rund ein Prozent." Dazu wird ein Rentnerehepaar beim sonnig-warmen Strandurlaub gezeigt. So schön haben es die deutschen Rentner. Wer denkt da schon an die Heizölpreise?

In komischen Einigkeit sprechen Springers WELT und Lafonaine von einem Wahlkampfgeschenk. WELT:

    „Die Jüngeren zahlen das Renten-Wahlgeschenk. Bundeskanzlerin Angela Merkel erhöht die Rente - und das überraschend stark. Mehr als ein Prozent Plus soll es im Sommer geben. Dafür setzt Merkel die Rentenformel außer Kraft. Es ist ein durchsichtiges Wahlkampfgeschenk und die Zeche zahlen mal wieder die Jüngeren."

Lafontaine:

    „Die Regierung Merkel setzt sich dem Verdacht aus, dass sie mit einer etwas größeren Rentensteigerung lediglich im Bundestagswahlkampf 2009 punkten will. Die prognostizierten Rentensteigerungen drohen jedoch selbst bei Aussetzung des Riester-Kürzungsfaktors erneut unter der Inflationsrate zu liegen."

Niemand, der der deutschen Sprache mächtig ist, sollte bei solch drastischen realen Kürzungen von „Wahlkampfgeschenken" oder „Rentensteigerungen für den Bundestagswahlkampf" sprechen. Und was Lafontaine nur eine Drohung der realen Kürzung nennt, ist längst ein Faktum Monat für Monat.

Noch komischer wird es, wenn der Wirtschaftsweise Rürup die Anhebung der Altersbezüge, die de facto eine drastische Kürzung ist, harsch kritisiert. Rürup zum SPIEGEL:

    „Wenn die Regierung den etablierten Mechanismus jetzt durch Ad-hoc-Maßnahmen abschwächt, setzt sie die Glaubwürdigkeit ihrer eigenen Reformen aufs Spiel. Schon jetzt gibt es rund 3,5 Milliarden Euro an nicht realisierten Rentendämpfungen, die in späteren Jahren nachgeholt werden müssten."

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn kündigte den Widerstand der jungen Parlamentarier an:

    „Wir haben Gerhard Schröder immer vorgeworfen, dass er an der Rentenformel rumdreht. Der aktuelle Plan ist Willkür in die andere Richtung. Ich finde dieses Gefummel recht kritikwürdig. Den Rentnern von heute mag es helfen. Aber die junge Generation kostet das eine Menge Geld." Auch der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages Wansleben kritisiert: „Die Regierung verspricht hier Wahlgeschenke, die mittel- und langfristig auf Kosten der Beitragszahler und Unternehmen gehen."

Hat denn auch von diesen Herren nie jemand deutsch gelernt?


Gedanken zur Zeit 732 15-03-08: Business vor Mönchen

China ist keine Demokratie. Die kommunistische Partei bescherrscht Gesellschaft und Wirtschaft mit eiserner Faust. Es ist das letzte kommunistische Land auf dem Globus, wenn man mal von dem kleinen Cuba absieht. Der Panzereinsatz gegen unbewaffnete Studenten auf dem Tiananmen Platz in 1989 ist noch in Erinnerung. Jetzt zeigt das Regime sein gewaltsames Gesicht im Tibet. Tibet hatte eine 1.300 Jahre alte Geschichte der Unabhängigkeit von China, bis China 1951 die „Befreiung" Tibets erklärte und seit 1959 Truppen in Tibet stationierte.

Doch Chinas Handelspartner, auch Deutschland, wollen nicht von Mönchen in einem für profitabel gehaltenen Geschäft gestört werden. Sie behandeln China, als sei das Land eine Demokratie und eine Marktwirtschaft wie sie selbst, mit der man sich liberal einrichten kann. Man läß zum Schaden der eigenen Wirtschaft sogar viele Formen von Dumping zu. Zwischen Tibet und dem Kosovo, dessen Unabhängigkeit von Serbien gerade eben von Deutschland gegen das Völkerrecht unterstützt wurde, darf es keine Zusammenhänge geben.

Die Organisatoren der Olympischen Spiele betonen: Die Gruppen, die die Spiele als Plattform für ihre Unabhängigkeitsbemühungen benutzen, seien nur eine kleine Minderheit. China lehne jeden Versuch ab, die Spiele zu politisieren. Das chinesische Volk, einschließlich die Landsleute in Tibet, freuen sich sehr auf die Austragung der Spiele." Kann man sich unter dem Druck der Gewehre freuen?


Gedanken zur Zeit 731 15-03-08: Hier irrt das lobhudelnde DIW: Weder gab es einen echten Aufschwung, noch kam er wirklich bei den Arbeitslosen an

Die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute werden meist von der Bundesregierung finanziell unterstützt. Also neigen sie zu einer nicht selten widerlichen Lobhudelei. Ein besonders böses Beispiel ist das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. Es war vor einigen Jahren noch eines der wenigen kritisch eingestellten. Doch das hat sich geändert, wie bei den meisten einst kritischen Medien. Der Präsident des Instituts Zimmermann meldet jetzt der Presse unter der Überschrift „ Dieser Aufschwung gehört den Arbeitslosen":

„Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat eine positive Bilanz der Agenda 2010 gezogen. Fünf Jahre nachdem Bundeskanzler Schröder sein Reformpaket vorstellte, kommt das DIW Berlin zu dem Schluss: Die ökonomische Gesamtwirkung der Strukturreformen ist deutlich positiv. Die Maßnahmen haben zu wirken begonnen - und zwar in der gewünschten Richtung. Deshalb sollte der eingeschlagene Kurs beibehalten und nicht Teile der Reformen aus kurzsichtigen Erwägungen zurückgenommen werden."

„Die derzeitige Arbeitsmarktentwicklung zeigt, dass die Agenda 2010 auf dem zentralen Feld des Arbeitsmarktes positiv gewirkt habe. Vom aktuellen Aufschwung profitierten vor allem die bisherigen Problemgruppen des Arbeitsmarktes: Junge, Ältere, Ungelernte, Zuwanderer und Langzeitarbeitslose. Dies ist der Aufschwung der Arbeitslosen - bei ihnen kommt er wirklich an."

Kein Wort über die eigentliche Triebkraft am Arbeitsmarkt, die das Lohnniveau zum schweren Schaden für die Binnenkonjunktur nach unten gezogen hat: niedrigst und kaum über der Stütze bezahlte Arbeitsplätze, 1-Eurojobs, unsichere Zeitverträge (siehe Abbildung), ständige Manipulation an der Arbeitsmarktstatistik, die nur noch etwas mehr als die Hälfte der Arbeitslosengeldempfänger als „arbeitslos" registriert (siehe Abbildung). Was für ein angeblicher „Aufschung" kommt da eigentlich an, bevor er schon vorbei ist, obwohl es ohnehin nur ein „Schwüngchen" war, das von den Exportmärkten geliehen wurde und sich nicht in den Portemonaies der meisten Verbraucher zeigte?

Und dann wird die Pressemitteilung der Herrn Präsidenten besonders schön: „Die politische Kommunikation der Agendapolitik aber bleibe bis heute ein Debakel. Auch die positiven Perspektiven der Globalisierung und der Informations- und Kommunikationsgesellschaft für vielfältigere Lebensgestaltungen und die großen Chancen für eine bessere und flexiblere Vereinbarung von Beruf, Familie und Freizeit hätten thematisiert werden müssen." Da ist es wieder: das Kodewort von der Globalisierung. Meint der Herr Präsident wirklich, daß sich die Menschen von den Vorteilen neoliberaler Globalisierung noch beeindrucken lassen?

Doch man erinnere sich: Das Bundeswirtschaftsministerium hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung im Juli vergangenen Jahres vom Gemeinschaftsgutachten der wirtschaftswissenschaftlichen Institute und damit einer wichtigen Geldquelle ausgeschlossen. Dessen Präsident Klaus Zimmermann sprach beklagend von einer "linkskeynesianischen Kampagne". Vielleicht wird es nun nach diesem Akt der Lobhudelei in diesem Jahr wieder aufgenommen?


Gedanken zur Zeit 730 15-03-08: Soweit hat es Deutschland gebracht, daß sich die Migrationsrichtung teilweise umkehrt

Deutschlandradio Kultur, DIE REPORTAGE, 16.03.08: Als Polier in Polen: Sieben Stunden rollt Schreinermeister Hecker zum Arbeitseinsatz. Von Niederbayern nach Niederschlesien. Von Malgersdorf nach Breslau. Dort lässt Hecker die Handsäge kreischen, organisiert den Holzbau für ein millioneneuroteures Spassbad. „Zu Hause sitzen und warten, bis die Arbeit kommt, macht keinen Sinn", sagt er: „Die kommt nämlich nicht". In Polen dagegen werden Fachkräfte händerringend gesucht. Viele Großprojekte sind in Planung, die Bauwirtschaft boomt, die Preise für Bauleistungen steigen in schwindelerregende Höhen. „Da können wir locker mit unseren Angeboten mithalten", sagt der bayerische Handwerker. Auch viele seiner Kollegen zieht es nach Osten: Monteure aus dem Eichsfeld installieren in Breslau die Heizung, die Fliesenleger kommen aus dem Vogtland. Und Tischlermeister Hecker hat auch schon das nächste Grossprojekt in den Auftragsbüchern: Eine Einfamiliensiedlung im Baltikum....


Gedanken zur Zeit 729 15-03-08: Wenn es um die Umwelt geht, kneift die deutsche Politik neoliberal

Wie schon bei den Abgasnormen für große Autos oder der Geschwindigkeitsbeschränkung auf den Autobahnen, immer wenn aus Brüssel Druck zugunsten der Vermeidung der Klimakrise gemacht wird, kommt aus Berlin ein „Njet" zugunsten von Big Business (hier die Autoindustrie). Großbritannien hat eine Sondersteuer auf den Kauf spritfressender Geländewagen eingeführt, Deutschland denkt natürlich nicht daran. Jetzt wollten Großbritannien und Frankreich beim EU-Gipfel niedrigere MWSt-Sätze für grüne Produkte, doch die Bundesregierung hielt dagegen (der Finanzminister will nicht auf Steuern verzichten und kein Interesse bei Big Business). Andererseits hat man durchgesetzt, daß energieintensive Produktionen in der EU von den Umweltauflagen ausgenommen werden (Interesse bei Big Business), falls es - wie zu erwarten - zu keinen internationalen Vereinbarungen kommt. Umweltzölle für energieintensiv ohne Klimaschutz produzierte Produkte in China und anderswo wären die richtige Antwort gewesen (kein Interesse von Big Business).

Es ist ein Trauerspiel zwischen heren Gipfelerklärungen und den nackten politischen Realitäten. Da spielt die Umwelt zweite Geige, wenn es die Wirtschaftsinteressen von Big Business stört. Statt dessen werden die kleinen Leute mit Umweltsteuern drangsaliert. Das ist offensichtlich leichter durchsetzbar.


Gedanken zur Zeit 728 15-03-08: US-Lokomotive der Weltwirtschaft auf dem Abstellgleis - Bitte schnell abkoppeln!!!

Die USA, die größte Volkswirtschaft der Welt, sind in der Rezession. Die Lawine an Problemzonen wird immer breiter. Nach den miesen Hypotheken sprang sie auf die Zwangsräumungen, dann die Grundstückspreise, dann den Bankensektor, dann die Börsen, dann die Unternehmensfinanzierung über Bonds, den Dollar, und nun auch Hedgefunds und den Einzelhandelsumsatz über und hat noch sehr viel Fall vor sich. Heute schlitterte erstmals eine große Wallstreet-Bank knapp am Desaster vorbei und mußte mit öffentlichen Mitteln gerettet werden.

Diese Lawine hing jahrelang über der Weltwirtschaft. Die Frage war eigentlich nur, wann sie abgehen würde. Die Regierungen, auch die Bundesregierung, müssen sie gesehen haben. Niemand hat etwas getan. Nicht einmal eine Lawinenwache wurde aufgestellt. Hypothekenbanken, die diese windigen Kredite vergaben, Investmentbanken, die die noch winderen Papiere strickten und um den Globus herum vertrieben, Hedgefonds, die sie kauften und damit ein Vielfaches an Bankenkredit an Bord nahmen, deutsche öffentliche Banken, die eigens jenseits ihrer Bilanzen selbständige Ableger zum Handel mit solchen Papieren ausgründeten - niemand wurde wirkungsvoll beaufsichtigt. Der Bundesfinanzminister meinte noch gegen Ende letzten Jahres, er hätte keine Probleme mit einem starken Dollar. Der Wirtschaftsminster und der Bundesbankchef wollten uns einreden, die Eurozone könne sich einfach abkoppeln.

Der neue Schwerpunkt „US-Lokomotive der Weltwirtschaft auf dem Abstellgleis - Bitte schnell abkoppeln!!!" zeichnet die Entwicklung und die heutige Situation mit vielen Schaubildern nach. Es ist die Neuauflage eines Schwerpunktes von vor zwei Jahren, der schon damals die Risiken, die sich derzeit entladen, aufzeigte. Auch Globalisierung: Legende und Wahrheit enthält ein ausführliches Kapitel über die Spekulation und ihre Gefahren.


Gedanken zur Zeit 727 01-03-08: Ein Kommentar zu Globalierung: Legende und Wahrheit

Jeder Autor hofft auf zufriedene Leser. Bei einem schwierigen Thema, wie dem, an das ich mich nun zum dritten Mal herangewagt habe, erst recht. War alles korrekt? War es verständlich genug, auch für Laien in der Materie? Und vor allem: kam der Stil an, ohne daß das Buch als zu trocken zur Seite gelegt wurde? Ich freue mich, von vielen zufriedenen Lesern zu hören, auch solchen, die zum Weiterempfehlen bereit sind. Da habe ich mich heute sehr über eine mir zugemailte Rezension gefreut. Das besonders, weil sie von jemandem kommt, der als Betriebsratsvorsitzender in einem Betrieb mit 850 Mitarbeitern Verantwortung trägt. Ich zeige die Rezension von Manfred Steingrube hier, auch in der Hoffnung, daß sie appetitanregend wirkt.

wer Ihr neues Buch „Globalisierung: Legende und Wahrheit" liest, wird durch eine außerordentliche Fleißarbeit belohnt, die der Normalverbraucher, aber Interessierte, in der Regel und in dem Umfang mit der sach- und fachkundigen Aufklärung vermutlich nicht erbringen kann. Insofern wird dem Leser ein hochaktuelles, politisches, wirtschaftliches und ein sehr gutes aufklärendes Sachbuch geboten, das er auch jederzeit aktuell durch Ihr Infoportal halten kann. Darüber hinaus erhält der Leser ein breit gefächertes und fundiertes Hintergrundwissen aus Wirtschaft-, Finanz-, Umwelt-, Arbeits-, Sozial-, Globalisierungsprozesse fern der gängigen Meinung. Und das ist Balsam für die Seele.

So wird ein unbeleuchteter Tunnel mit vielen Ausgängen langsam erhellt, in deren Ausgängen schließlich Konturen sichtbar werden, die bei weiterer Betrachtung erkennbare Formen annehmen, die interessengeleitet und von finanzstarken und einflussreichen neoliberalen Gruppierungen angeführt werden und offensichtlich nur noch schwer kontrollierbar sind mit ihren zahlreichen installierten Netzwerken, die bereits über das ganze Land verstreut sind und ihren Einfluss in fasst allen Belangen des menschlichen Zusammenlebens geltend machen, ohne dafür jemals demokratisch legitimiert worden zu sein.

Ihr Buch eignet sich darüber hinaus sicherlich auch ganz hervorragend als ein Sachbuch zum Nachschlagen. Daher sollte es eigentlich in keinem Bücherregal fehlen, nicht als Dekorationsstück, sondern vielmehr zur vertiefenden und ergänzenden Aufklärung. Sie bieten dem Leser einen Blick hinter den Kulissen und zeigen die Mechanismen der Massenmedien auf und interessengeleiteter Vereinigungen mit ihren über das ganze Land verteilten Netzwerken. Ihre Argumentationsketten und Beweisführungen sind äußerst sorgfältig und dicht mit einander verknüpft, so dass dazwischen kaum Luft zum Atmen für Kritiker bleiben dürfte.

Meine ganz persönliche Erkenntnis aus Ihrem Buch ist u.a., dass nicht mehr Bücher, Theater oder unabhängige Zeitungen und andere unabhängige Medien den Geist der Zeit prägen, sondern vielmehr die skrupellose Gier machthungriger Konzerne und Unternehmen, die ihre Grundsätze des Kapitalismus der Gesellschaft und der Umwelt mit aller Macht überstülpen wollen. Sie tun das nicht in aller Offenheit, sondern nach dem Prinzip: „Demokratie ja, aber ohne Öffentlichkeit", und verdecken damit ihre wahren Absichten, nämlich eine vom Neoliberalismus geprägte Neuausrichtung der Gesellschaft mit allen dazu gehörenden negativen Konsequenzen auch für die Umwelt. Die Politik hat sich dabei zum verlängerten Arm der Wirtschaft gemacht. Ihnen ist bereits der Blick für das Ganze abhanden gekommen. Die Wirtschaft diktiert ihr die Regeln, und treiben die Politik in Verbindung mit einigen ihr treu ergebenden Medien vor sich her Dabei wird in Kauf genommen, bisher tragfähige Säulen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens zu zerstören. Die Politik macht zum Wohle der Konzerne und Unternehmen und zum Schaden der Umwelt ohne große Schuldgefühle mit. Viele Politiker tun das wider besseres Wissen. Ihnen ist es offensichtlich gleichgültig, ob die Mehrheit des deutschen Volkes diesen Weg gehen will oder nicht.

Und die unkritischen Medien spielen dieses für alle nachteilige Spiel mit, indem sie fasst täglich mit aufgemotzten und manipulierten frohen Botschaften nur bewusste Augenwischereien betreiben, die in der Absicht verbreitet werden, Menschen in die Irre zu führen, mit dem Ziel, sie auf Linie zu bringen.

Dieses Vorgehen der Massenmedien wird in berechtigter Weise von Ihnen an Hand zahlreicher und nachvollziehbarer Beispiele kritisiert. Mit ihren Verdrehungen und Halbwahrheiten tragen sie mit zur Verdummung in beträchtlicher Dimension bei. Dabei bedienen sich viele Medien eines einfachen psychologischen Mechanismus, indem Verdrehungen und Halbwahrheiten als unabänderliche Wahrheit so lange wiederholt werden bis selbst in Hintertupfingen der letzte Kuhmelker „gläubig" wird. Diese Medien werden Ihrer eigentlichen Aufgabe in einer Demokratie, nämlich der Kontrolle und Kritik, nicht gerecht. Insofern kann behauptet werden, dass sie nichts anderes sind als Sprachrohre des Kapitalismus und des Neoliberalismus. Und dem muss etwas entgegen gesetzt werden: Ein aufklärendes Buch wie Sie es jetzt veröffentlicht haben. Ich werde dafür werben. Darauf können Sie sich verlassen. Wenn alle Leser es täten, wäre der Erfolg viele Menschen zu erreichen zu erreichen, sicherlich sehr groß.


Gedanken zur Zeit 726 14-03-08: BILD und der Altmeister

Ohne Schröder's unsoziale und unnötige Reformwalze wäre die Linke nie in westdeutschen Landesparlamenten angekommen und könnte die SPD heute aufrecht gehen. Und ausgerechnet jetzt meldet sich der „Altmeister" als Unschuldslamm zurück und will der SPD zeigen, wo die alten Mehrheiten sind.

Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für Deutschlands rechtes Massenblatt. Der BILD-Kommentar von heute unter der Überschrift „Eine Warnung für Kurt Beck": „Er hat lange geschwiegen ..! Doch jetzt scheint die Sorge um den Zustand seiner Partei den Altmeister übermannt zu haben. Schließlich war es Schröder, der die Partei 1998 politisch in die Mitte geführt hat - und damit an die Macht. Wenn er die SPD, seine SPD davor warnt, diese Mitte zu räumen, dann zeigt das nur, wie ernst die Lage für Kurt Beck geworden ist. Schröder, Müntefering und Co. wollen nicht zusehen, wie die Mehrheitsfähigkeit der SPD zerbröselt wie ein vertrockneter Keks - dazu haben sie zu hart daran gearbeitet, die Genossen auch für den Mittelstand wählbar zu machen. Beide zusammen waren über Jahre Garanten für den Erfolg der SPD bei den Bürgern. Und sie haben es geschafft, die unterschiedlichen Flügel der Sozialdemokratie an der Kandare zu halten. Die Alten wussten, wie es ging. Aber nur von Erinnerung an bessere Zeiten kann keine Partei leben ..."

So viele Krokodilstränen auf einmal von einem Blatt, das ständig der SPD, übrigens schon zu Schröders Zeiten, am Zeuge zu flicken trachtet. Die alte Schröder'sche Mitte gibt es nicht mehr. Die Mitte ist heute weiter links und da hat sich auch Angela und die CDU/CSU aufgebaut. Dazu gibt es nun auch ganz links, wo die SPD und erst recht Schröder nie sein wollten. Sollte es den Konservativen unterstützt von BILD und anderen Medienkräften gelingen, Linkskoalitionen der SPD für lange Zeit zu verhindern, so wird die SPD für ebenso lange Zeit keine Regierung anführen können. Dies umso weniger, als die grünen Busenpartner Schröders heute mit der CDU/CSU liebäugeln, weil sie möglichst schnell in Regierungsämter kommen wollen und die CDU/CSU sich nicht mehr ziert, seit die FDP schwach geworden ist. So einfach ist eigentlich das Einmaleins der deutschen Politik geworden.

Dabei verdankt die mitte-rechte-linke CDU/CSU ihre Stärke kaum den eigenen Leistungen. Dank langer deutscher Teilung und eines einst „real existierenden Sozialismus" kann sie heute alles verteufeln, was etwas linker sein will, als sie selbst sein möchte. Nach dem „Alle Wege führen nach Moskau" unter Adenauer führen nun angeblich alle Wege links von der CDU/CSU zurück in die DDR. Soll das eine neoliberale Gefangenschaft der deutschen Politik werden, wie sie in keinem anderen westlichen Land denkbar wäre?

Mal sehen, ob die Wahlbürger mündig sind.


Gedanken zur Zeit 725 14-03-08: Wie lange braucht man eigentlich in Deutschland, um amtlich das Fallen der Reallöhne festzustellen?

Die Regierungspropaganda war immer davor und beschwor die kleinen Leute, der Aufschwung sei längst bei Ihnen angekommen. Auch würde die Entwicklung am Arbeitsmarkt die Einkommen steigern. Jetzt hat die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion kleinlaut einräumen müssen, daß das Nettoeinkommen eines durchschnittlichen Arbeitnehmerhaushalts in den vergangenen drei Jahren deutlich langsamer gestiegen sei als die Teuerungsrate. Der Abwärtstrend bei den preisbereinigten Nettoeinkommen habe sich zuletzt sogar noch verstärkt: Konnte sich eine Familie mit zwei Kindern 2004 immerhin noch 0,4 Prozent mehr für ihr Geld leisten als ein Jahr zuvor, so nahm ihre Kaufkraft in den beiden Folgejahren um jeweils 1,1 Prozent und 2007 sogar um 1,3 Prozent ab. Ähnlich sieht es bei einem ledigen Arbeitnehmer ohne Kinder aus.

Die Medien bringen das heute als große Neuigkeit aus deutschen Landen. Schuld an dieser Entwicklung, so vermutet SPIEGEL-online wie alle neoliberalen Medien in Deutschland, dürften in erster Linie die gestiegenen Preise für Strom, Gas und Benzin, aber auch für Lebensmittel sein.

Doch auch das ist viel zu kurz gesprungen. Schuld sind vor allem die stagnierenden oder rückläufigen Arbeitseinkommen normaler Menschen. Das zeigt auch der internationale Vergleich (siehe Abbildung).

Auch das noch: Wenn nun die Renten jetzt als „soziale Wohltat" nominal gerade einmal um 1 % angehoben werden sollen, so hat heute morgen das Statistische Bundesamt eine Inflationsrate von 2,8 % verkündet. Dabei erhöhten sich im Februar 2008 gegenüber Februar 2007 die Preise für Nahrungsmittel und fast 8 % (siehe Abbildung). Das aber trifft die Rentner. Und da titelt SPIEGEL „Renten sollen stärker steigen". Die deutsche Sprache total verbogen.

Und dann noch etwas: Im Öffentlichen Dienst und in angrenzenden Bereichen arbeiten rund 180.000 Menschen, deren Einkommen zum Leben nicht reicht. So die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die entsprechende Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann. Dem Bericht zufolge sind im Öffentlichen Dienst, in Schulen sowie in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Entsorgung insgesamt 129.907 Beschäftigte auf Hartz IV angewiesen gewesen, obwohl sie eine reguläre, sozialversicherungspflichtige Arbeit hatten. Zu den Betroffenen zählen fast 33.000 Lehrer und Erzieher. Sie sind trotz eines regulären Jobs zusätzlich auf Hartz IV angewiesen. 53.621 Menschen hatten einen Mini- oder Teilzeitjob mit Arbeitslosengeld II aufgestockt. Zu den "Aufstockern" gehören sowohl Beschäftigte des Bundes als auch von Ländern und Kommunen.

Diese Webseite berichtet jedenfalls schon seit drei Jahren über fallende Reallöhne.

Siehe dazu auch Kapitel 3: Deutschland - Niedriglohnland: Von der sozialen Marktwirtschaft zum Lohndumping in Globalisierung: Legende und Wahrheit.


Gedanken zur Zeit 724 14-03-08: Immer wieder einseitige Information zu den Steuern

In der öffentlichen Diskussion wird Deutschland immer wieder fälschlich als Hoch- oder gar Höchststeuerland dargestellt. Dabei ist die Steuerlastquote (Steuern ohne Sozialversicherungsabgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt) in Deutschland erheblich niedriger als in allen anderen wesentlichen Vergleichsländern, bis auf die USA (siehe Abbildung). Auch unter Einbeziehung der Sozialversicherungsabgaben liegt Deutschland immer noch unter den Ländern mit niedriger Abgabenbelastung und niedriger als der Durchschnitt der Alt-EU (siehe Abbildung).

In einer perfiden Kampagne argumentiert BILD für Steuersenkungen, als würde der Staat fett und die Bürger deshalb immer ärmer. So heißt es in einem BILD-Kommentar vom Oktober 2007: „Trotz ihres Fleißes und trotz des Wachstums haben die Menschen heute weniger in der Tasche als vor einem Jahr. Weil der Staat ihnen weniger lässt und dann noch bei der Preistreiberei mitmacht. Vater Staat? So handelt nur ein Rabenvater!" Wenige Tage später legt der früheren Chef des Industriellen Verbands BDI, Olaf Henkel, in einem BILD-Kommentar gleich noch einmal nach: „Der Staat ist der größte Preistreiber. Das ist der eigentliche Skandal! Es wird höchste Zeit, dass die Regierung endlich Abgaben und Steuern senkt. Nur so kommt der Aufschwung wirklich bei allen an!". Und dann geht die BILD-Kampagne im Januar 2008 weiter: „Deshalb ist jetzt auch der Staat gefordert! Er muss für Entlastung der Bürger sorgen. Sie brauchen mehr Geld im Portemonnaie. Das geht in einer Marktwirtschaft aber nur über sinkende Steuern und Sozialabgaben. Dann würde Einkaufen auch wieder Spaß machen." Natürlich soll damit von der Lohndrückerei der Arbeitgeber abgelenkt werden, die in der BILD-Marktwirtschaft ganz offensichtlich keinerlei Einfluß auf die Portemonnaies der Arbeitnehmer haben. Dabei gehen vor allem die Bruttolöhne kaufpreisbereinigt zurück und viel stärker als sonst in Europa (sieheAbbildung).

Jetzt ist die Diskussion neu entbrannt, wobei die Ergebnisse des neuen OECD-Berichts für 2007 zur Lohnsteuer ausgeschlachtet werden (siehe Abbildung). Dabei muß man berücksichtigen daß die Sozialabgaben in Deutschland wegen der im Vergleich zu den angelsächsischen und anderen Ländern relativ hohen Sozialleistungen und auch unter Berücksichtigung der demographischen Situation und der im internationalen Vergleich höchsten Rate an Langzeitarbeitslosigkeit höher ausfallen müssen. Der Vergleich ist daher bei der reinen Lohnsteuer korrekter angelegt. Da hat Deutschland bei einer Eizelperson und ohne Einbeziehung der traditionellen Niedrigststeuerländer (Irland, Luxemburg, Schweiz, Japan) den 12. von 18 Plätzen in der Steuerbelastung, rangiert also noch im Mittelfeld. Ein sozial ausgewogenes System bezieht jedoch auch die Familiensituation ein. Bei Familien mit zwei Kindern hat Deutschland die drittniedrigste Position nach den Niedrigststeuerländern Irland und Luxemburg (siehe Abbildung).

Was natürlich bei Deutschland auffällt ist die ständige Absenkung des Spitzensatzes der Einkommenssteuer zugunsten der höheren Einkommen. Im Ergebnis der Einkommenssteuerreform hat Deutschland mit nur noch 42 % einen der niedrigsten Spitzensteuersätze innerhalb der Alt-EU, der damit zugleich erheblich unter dem Durchschnitt von 46,2 % liegt, und selbst mit der neuen „Reichensteuer" hat Deutschland einen im internationalen Vergleich niedrigen Spitzensteuersatz haben (siehe Abbildung). 1999 hatte der Spitzensteuersatz noch bei 53 % gelegen.

Es ist daher ziemlich einseitig, wenn sich der Bundeswirtschaftsminister in seiner Pressemitteilung zum OECD-Bericht unter der Schlagzeile „OECD-Studie belegt: Nach wie vor hohe Belastung der Einkommen mit Steuern in Deutschland" ausführt: "Die OECD bestätigt meine Auffassung, dass wir Maßnahmen zur Verringerung der Steuerlast ergreifen müssen. Die OECD untersucht in der Studie die Entwicklung der Steuer- und Abgabenbelastung in den 30 OECD-Ländern. In Deutschland beträgt die Steuer- und Abgabenbelastung 52,2 % der Arbeitskosten. Damit belegt Deutschland Platz 3 hinter Belgien und Ungarn." Doch dieser hohe Prozentsatz schließt sowohl die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer wie der Arbeitgeber ein und stellt dann noch auf eine Einzelperson ab. Damit hat der Bundeswirtschaftsminster den für Deutschland ungünstigsten Vergleichsfall gesucht. Das ist sicher kein korrekter Vergleich.

Für mehr zu Steuern siehe Rundbrief von morgen, besonderen Schwerpunkt oder auch Globalisierung: Legende und Wahrheit, S. 108ff.


Gedanken zur Zeit 723 13-03-08: Da hilft nur noch statistisches Mauscheln

Die Zeiten sind schlecht. Da müssen sogar amtliche Statistiken zum Schönfärben antreten. Nur die unabhängigen kritischen Webseiten können das aufdecken, denn die Mainstream-Medien übernehmen die Pressemeldungen pur. In USA z.B. hat schon die Clinton-Administration bei den Arbeitslosenziffern mit Telefonumfragen auf ein geschöntes System umgestellt, das etwa nur die Hälfte ausweist. Die US-Inflationszahlen (headline inflation), die im Januar im Vorjahresvergleich bei 4,3 % lagen, enthalten nicht einmal Energie- und Nahrungsmittelpreise, weil die angeblich zu instabil seien. Fahren die Amerikaner nicht Auto und essen sie nicht?

Auch bei uns mauscheln die Ämter oder - sagen wir es vorsichtiger - führen faktisch in die Irre. Das fängt bei den Angaben über die Arbeitslosigkeit an und geht beim Statistischen Bundesamt mit der angeblich schönen Entwicklung der Nachfrage privater Haushalte, wenn man nur die Autos ausklammert, weiter. Dabei wird uns ein Zuwachs der Nachfrage von 1,2 % mit Autos vorgeführt (ohne 1,8 %). Doch einen realen Zuwachs gab es laut volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung, also der StaBuA-Bibel, gar nicht. Statt dessen kam es zu einem in der Gesamtrechnung ausgewiesenen Minus von 0,5 %. Doch auch das stimmt wahrscheinlich nicht, denn es basiert auf einer Inflation von lediglich 1,7 %. Dagegen lag die Verbraucherpreisinflation 2007 bei 2,3 %. Also ging die private Nachfrage um drei Viertel stärker zurück, nämlich um 1 %.

Nun meldet sich das bisher immer viel zu optimistische Kieler Instituts für Weltwirtschaft und senkt seine Wachstumsprognose für 2009 von 1,6 Prozent auf nur noch 1,2 Prozent - eine Rate, bei der eigentlich keine zusätzlichen Arbeitsplätze entstehen können, weil schon der Produktivitätsfortschritt größer ist. Natürlich haben diese „Wissenschaftler" noch nicht entdeckt, daß Deutschland wegen eines zu Wenig an privater Nachfrage am Stock geht. Statt dessen warnen sie - wie überraschend - vor zu hohen Lohnsteigerungen. "Dies würde vorerst das Ende des Aufschwungs bedeuten und sogar die Wende zum Schlechteren einläuten, sollte der Anstieg der Löhne über das Maß hinausgehen, das durch den Verteilungsspielraum gegeben ist."

Und dann kommt in totalem Widerspruch zu der propagierten Lohnbremse die frohe Botschaft: „Der private Konsum wird in Deutschland trotz der Risiken zunehmen. Auch das real verfügbare Einkommen werde steigen. Die Arbeitslosenquote gehe im nächsten Jahr auf drei Millionen zurück." Offensichtlich verstehen diese „Wissenschaftler" sehr wenig vom Arbeitsmarkt. Wenn die meisten neuen Jobs sehr niedrig und nur wenig über der staatlichen Stütze entlohnt sind, wachsen die verfügbaren Einkommen kaum. Sie steigen auch nicht, wenn - wie derzeit - die Arbeitslosigkeit schon aus demographischen Gründen zurückgeht. Und bei einem Wirtschaftswachstum unterhalb der Produktivität gibt es ohnehin keine neuen Arbeitsplätze. Das läßt sich auch aus jeder neueren Statistik ohne Brille ablesen. Außerdem sind die vielen neuen Verträge auf Zeit nicht nur schlecht bezahlt, sondern vor allem viel zu unsicher, um zum großen Verbrauch zu animieren.

Diese banalen Zusammenhänge werden in meinem neuen Buch „Globalisierung: Legend und Wahrheit - Eine Volkswirtschaftslehre für nicht ganz Dumme" weiter erklärt und mit vielen schönen, aber nicht schönfärbenden Schaubildern untermauert.


Gedanken zur Zeit 722 13-03-08: Gehen demnächst Vermögen von mehr als 40 % des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts den Bach herunter? Bitte schnell abkoppeln!!!

Aus einem Leserbrief in der Wirtschaftswoche:

Ich befinde mich seit drei Wochen in den USA. Meine Eindrücke aus den Gesprächen mit meine Geschäftspartnern, Bankvertretern , Freunden sowie der Realität vor Ort SFA, Reno, Salt L. City, Vegas ist: Es ist nicht die Frage, ob die USA eine Rezzesision haben, sondern nur mehr die Frage, wird sie noch schlimmer und wie lange dauert sie. Die realen Preise für das tägliche Leben (Benzin, Lebensmittel, ect.) um mindesten 10% seit meinen Besuch März 2007 gestiegen. Die Hauspreise meiner Freunde sind, wie sie mir berichten, um 20-30% gefallen, wenn sie überhaupt noch verkäuflich sind."

„Was ist gefallen? Elektronik, Computer teilweise herrscht Ausverkaufstimmung (z.B. bei BestBy) Laptop's Dell, Mac ect. zum halben Preis (inkl. Tax) wie bei uns. PKW stehen bei den Händlern wie Blei in den Showrooms. USA-Produkte zum Schleuderpreis, aber auch Produkte aus Japan und Deutschland. Besonders VW/Audi bieten Ihre Produkte zu Preisen an, wie ich mich bei zwei Händlern selbst überzeugen konnte, die jeder seriöser Kalkulation wiedersprechen. Beispiel: W/Tuareg(350PS/8 Zylinder) inkl. Vollausstattung (Navi/Leder/Metallic, ect.), 4 Jahre Garantie, aller Inspektionen und Tax (Texas) rund $53.000 (38.000). Bei uns inkl. Rabatt 85.000. Das gilt ebenso für alle andern Produkte des VW-Konzern. Ach ja, Finanzierung 0% 3 Jahre."

„Wenn unsere Politiker erzählen, dass diese vorhandene Rezession in den USA keine Auswirkung auf Europa hat, dann gehört das wie so vieles, auf den grossen Müllhaufen der Zusicherungen unserer Verantwortlichen. Meine Freunde in den USA sowie viele andere tun endlich das, was wir Ihnen seit Jahren vorwerfen, sie geben nicht mehr Geld aus, als sie haben und rechnen sich nicht mehr mit ihren Immobilien virtuell reich. Im Endeffekt ist das richtig so für alle, wenn es auch eine Zeitlang hart wird."

Das US Problem ist längst nicht mehr eines der Liquidität, sondern der Solvenz der Finanzinstitutionen. Und da kann die Fed mit Liquiditätsspritzen kaum helfen. Die Schadensschätzungen gehen immer höher. In der Financial Times von gestern hat der Chef-Ökonomist Martin Wolf gespenstische Zahlen verbreitet. Die Verluste des Finanzsektors allein werden jetzt von Prof. Roubini von New York University, der in der Vergangenheit eine hervorragende Nase für Krisen gezeigt hat, auf 3 Billionen Dollar geschätzt. Doch der größere Schaden entsteht in der allgemeinen Volkswirtschaft. Jeder Fall der Hauspreise um 10 % entspricht 14 % des amerikanischen Bruttoinlandsprodukt, also der gesamten Wirtschaftsleistung der USA in einem Jahr. Bei 30 % Fall, was für möglich gehalten wird, geht schon ein Vermögen von 42 % des Bruttoinlandsprodukts den Bach herunter, denn um soviel werden die Haushalte ärmer. Um die 10 % sind die Hauspreise bereits gefallen (siehe Abbildung). Schon zeigt der Ausweis der Fed ein Abrutschen der Vermögenswerte im letzten Quartal 2007 (siehe Abbildung).

Ebenfalls in der Financial Times von gestern wird vermutet, die Fed könnte mit ihren Liquiditätsspritzen angesichts des Solvenzproblems nichts erreichen und müßte am Ende das Undenkbare tun, nämlich die notleidenden Papiere durch Aufkauf vom Markt nehmen. Bei 3 Billionen Dollar wäre das ein gewaltiger Schub über die Notenpresse. Die Banken wären gerettet, aber der Dollar ginge in den Keller und die Inflation in USA würde einen enormen Sprung nach oben machen. Gleichzeitig würde der Schaden um die Welt herumverteilt, denn bei einem solchen Dollarsturz würden die amerikanischen Schulden entsprechend schrumpfen zu Lasten der Anleger aus aller Welt und die Konkurrenz auf den Weltmärkten leiden. Wollte da nicht jemand abkoppeln (Zitate der Bundesregierung und der Bundesbank verfügbar)?

Nun sind die USA wahrscheinlich bereits in der Rezession. Weitere Zinssenkungen der Fed, einige erwarten bis auf 0 Zins herunter, helfen der allgemeinen Wirtschaft wenig, da der Realzins bereits jetzt negativ ist. Das böse Etikett heißt „Stagflation".

Warum war das eigentlich unter den Augen der Kreditmarktaufsichtsbehörden und Finanzminister in aller Welt, auch der deutschen, möglich?

Dazu der Rundbrief von morgen „ Rettet die Notenpresse jetzt die USA?" hier und noch ausführlicher mein neues Buch hier.


Wirtschaftsstandort

Hinweis auf mein neues Buch: "Globalisierung: Legend und Wahrheit - Eine Volkswirtschaftslehre für nicht ganz Dumme" - ist im März 2008 im Shaker-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 978-3-940459-56-5). Zur Bestellung hier.