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Von http://www.jjahnke.net/frauen.html, Version 08.03.07

Frauen werden im Berufsleben in Deutschland mehr als in fast allen anderen EU-Ländern benachteiligt. Das gilt für den Anteil an der Hochschulbildung, den Beschäftigungsanteil von Frauen mit Kindern, die Nachteile von Teilzeit- und Zeitarbeit, die Stundenlöhne und die Rolle in den Führungsetagen der Unternehmen. Das ist das Ergebnis neuer Daten von Eurostat. Hier die Ergebnisse im einzelnen:

Bildung

Der alte Spruch von Bertrand Russel "Bilde die Mutter und Du bildest die ganze Familie" hat immer noch Gültigkeit. Im Vergleich der Oberstufenabschlüsse rangiert Deutschland mit einem Anteil von 83 % an der Altersgruppe 25 bis 33 Jahre noch im Mittelfeld (Abb. 12903), allerdings nicht wenn man den Frauenanteil mit dem der Männer vergleicht (Abb. 12906).



Dagegen ist die Nettozugangsquote der Frauen zum Studium in Deutschland pro Bevölkerung im Alter 25 bis 34 Jahre, aber auch im Verhältnis zur Männerquote besonders niedrig (Abb. 12895, 12896).



Ähnlich ausgeprägt ist das beim Zugang zum naturwissenschaftlichen Studium (Abb. 12897, 12898).



Mit nur knapp 21 % hat Deutschland einen besonders kleinen Anteil von Frauen mit Hochschulausbildung. Damit landet es erst auf Platz 18 von 27 der erweiterten EU und weit hinter den skandinavischen Spitzenländern mit nahe oder über 40 % (Abb. 12390). Besonders deutlich wird die Diskriminierung, wenn man die Anteile von Frauen zu Männern vergleicht. Hier liegt Deutschland weit abgeschlagen auf dem letzten Platz (Abb. 12391).



Beschäftigungsanteil

Während Deutschland beim Beschäftigungsanteil der Frauen insgesamt noch im Mittelfeld liegt (Abb. 12398), fällt es bei Frauen mit Kindern auf den 20. Platz unter 24 zurück (Abb. 12395).



Teilzeit- und Zeitarbeit

Die besonders ungünstige und in der Regel gering bezahlte Teilzeitarbeit ist bei deutschen Frauen sehr stark vertreten (Abb. 12393). Auch bei unsicheren Zeitverträgen liegt Deutschland in der ungünstigen unteren Hälfte der Länder (Abb. 12394).



Stundenlöhne

Die Diskriminierung bei den Stundenlöhnen ist in Deutschland extrem hoch und bringt die deutschen Frauen auf den 24. von 27 Plätzen (Abb. 12396).


Führungspositionen

Unter solchen Umständen sollte auch nicht überraschen, daß der Anteil der Frauen in Führungsetagen der Wirtschaft für Deutschland nur auf dem 21. von 24 Plätzen stattfindet (Abb. 12397).


Das ganze ist ein Trauerspiel. Die Diskriminierung der Frauen in Deutschland erklärt viele der Probleme, von der geringen Kinderzahl bis zu vielen zerrütteten Ehen. Eine besonders deprimierende Erkenntnis besagt: Sobald Paare Kinder bekommen, passen immer noch in erster Linie die Frauen ihre Arbeitssituation dem neuen Familienleben an. Beim Karrieremachen hecheln sie dann den männlichen Kollegen hoffnungslos abgeschlagen hinterher. Dazu paßt auch, daß verheiratete Frauen schlechter bezahlt werden als Singles. Mit mehr Kindergartenplätzen allein läßt sich das sicher nicht reparieren. Hier beuten im Schutz eines neoliberalen Wirtschaftssystems mit abnehmender sozialer Komponente die immer noch Starken die immer noch Schwachen aus.