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Einige Leserfragen und Meinungen zu den Rundbriefen und meine Reaktionen


3695 11-11-18: Rückbesinnung: Vernunft oder nur psychopathische Nostalgie? Wider die Meinungsmacher

2. Frage/Meinung: Früher gab es mehr sexuelle Belästigungen und Vergewaltigungen, aber viel weniger Anzeigen und noch weniger Verurteilungen.

Antwort: Wie kommen Sie denn zu diesen Aussagen, wo heute fast jeden Tag Informationen über Vergewaltigungen laufen, wobei die Medien - anders als früher - Migranten oft schützen, indem sie sehr oft die Herkunft der Täter verschweigen? Die polizeiliche Kriminalstatistik zeichnet ein ganz anderes Bild als ihre Behauptung: Sie meldete zuletzt für 2016 fast 5.000 Fälle von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung durch Zuwanderer (definiert als "Menschen aus Asylherkunftsländern", also praktisch die Zuwanderung seit 2015), darunter rund 1.500 Fälle von Vergewaltigung/sexueller Nötigung, was einem Anteil von fast 16 % an allen diesen Straftaten entspricht, obwohl Zuwanderer nur einen Anteil an der Gesamtbevölkerung von 2 % haben. Gruppenvergewaltigungen durch junge Männergruppen, wie sie jetzt immer wieder vorkommen, waren so gut wie unbekannt. Lassen sie uns doch bei der Wahrheit bleiben. Die Beschönigung durch Medien und Bemerkungen wie Ihre werden die Frauen in Deutschland nicht wieder unbesorgt wie früher herumlaufen lassen.


1. Frage/Meinung: ganz wichtig außerdem : "Seit die Vergangheit nicht mehr die Zukunft erhellt, wandelt der menschliche Geist in der Finsternis" (Alexis de Tocqueville)

Antwort: Vielen Dank. Ja, sie haben uns die Zukunft genommen; jetzt wollen sie uns auch noch die Vergangenheit nehmen. Habe Alexis de Tocqueville hier: hier vorangestellt.



3694 06-11-18: Der unaufhaltsame Abstieg der GroKo-Parteien und die Migration

7. Frage/Meinung: Laut Information der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sollen auch 2018 bereits über 100.000 Migranten illegal über das Mittelmeer gekommen sein, davon mehr über Spanien als über Italien und Griechenland. Ist es nicht zu befürchten, dass viele davon sich nicht als asylsuchend in diesen Ankunftsstaaten registrieren lassen und liebend gerne sich durchwinken lassen ins "gelobte Deutschland"? Welche Statistiken über illegale Zuwanderer verzeichnen denn die deutschen Behörden? Und warum wird das Wort "illegal" so wenig von den deutschen Medien ausgesprochen? Ferner vermisse ich in den Medien Statistiken über die genaue Zahl von Ausbildungsverhältnissen im dualen Bildungssystem, die seit 2016 mit Zuwanderern abgeschlossen wurden, auch die Zahl der aufgelösten oder abgebrochenen Ausbildungsverhältnisse. Solche Zahlen müssten bei den deutschen Kammern der IHK und des Handwerks doch vorhanden sein?

Antwort: In Deutschland beantragten in 9 Monaten 2018 142.167 Menschen Asyl, auf das Jahr gerechnet wären das 190.000 Antragsteller, falls die Tendenz anhält. Die Ausbildungsanfängerquote für junge Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit liegt etwa halb so hoch wie die von Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit (Abb. 20126). Personen mit Migrationshintergrund bleiben häufiger ohne Berufsabschluss. Die Ungelerntenquote junger Migrantinnen und Migranten mit eigener Migrationserfahrung liegt bei 31,4 %. Auch bei in Deutschland geborenen und aufgewachsenen jungen Menschen mit Migrationshintergrund, aber ohne eigene Migrationserfahrung, fällt sie noch etwa doppelt so hoch aus wie bei jungen deutschen Erwachsenen ohne Migrationshintergrund (19,9 % vs. 8,8 %). Deutlich erhöht hat sich die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber mit Fluchthintergrund, wovon 35,9 % oder 9.500 zum 30. September 2017 in Ausbildung einmündeten, eine allerdings verhältnismäßig kleine Zahl.



6. Frage/Meinung: Nur der Satz "Deutschland wird sich schon aus moralischen Gründen nicht total gegen die Armutszuwanderung aus Ländern mit anderen Kulturen , vor allem aus Afrika, abschotten können." stößt auf Vorbehalt. Die Zulassung von Zuwanderung ist in diesen Fällen Augenwischerei, im besten Fall ein moralisches Feigenblatt, da sie die Armut nicht verringern kann.

Antwort: Siehe vorherige Antwort.


5. Frage/Meinung: Nur eine kritische Anmerkung: Sie schrieben: "Deutschland wird sich schon aus moralischen Gründen nicht total gegen die Armutszuwanderung aus Ländern mit anderen Kulturen, vor allem aus Afrika, abschotten können." Herr Jahnke, wieso sollte das nicht gehen? Und welche "moralischen" Gründe könnten das sein, die und zwingen, Armutszuwanderung zu akzeptieren?

Antwort: Ein reiches Land, wie Deutschland, kann Immigration nicht nur für Spezialisten zulassen, um auf diesem Wege noch reicher zu werden. Es gibt immer ein Minimum an internationaler Solidarität, zumal auch Deutschland nach dem 2.Weltkrieg geholfen wurde. Allerdings dürfte das angesichts der Verhältnisse in Afrika nur eine Geste sein. Außerdem kann man Menschen auch zur Ausbildung ins Land lassen, wenn sie sich verpflichten, es danach wieder zum Wohle ihrer Heimatländer zu verlassen, was notfalls durch Rückführung zu erzwingen wäre.


4. Frage/Meinung: Allerdings muss die westliche Welt auch begreifen, dass Afrika weiterhin nicht nur Rohstofflieferant sein darf. Insgesamt muss die Sozialstruktur in Schwarzafrika verbessert werden, denn dann wird sich der Bevökerungszuwachs in Grenzen halten lassen. Das ist zwar sehr teuer aber der einzige Weg, den Umfang der Wanderungen einzudämmen.

Antwort: Afrika hat derzeit leider nicht viel mehr zu liefern, übrigens Rußland auch nicht. Nur werden die Erlöse von den Rohstoffen in Afrika von einer korrupten Elite zur Seite geschafft, wie z.B. in Nigeria. Die Sozialstruktur in Afrika zu ändern ist nicht unsere Aufgabe, sondern nur die der dortigen Regierungen (sonst wären wir wieder Kolonialisten).


3. Frage/Meinung: Was verstehen Sie unter strikter Einwanderungspolitik? Grenzen schließen?

Antwort: Was ich verstehe, habe ich doch erklärt. Und sicher, notfalls müßten auch Grenzen geschlossen werden, wie es heute schon zu unserem Vorteil auf der Balkanroute passiert. Wir können das nicht immer den anderen überlassen. Übrigens schließt auch Frankreich hermetisch nach Italien ab.


2. Frage/Meinung: Bei genauer Betrachtung stelle ich fest, dass die Thematik noch weit komplizierter ist als in solch einem Rundbrief darstellbar. So stellt sich z.B. die Frage was passiert, wenn auf Grund strikterer Einwanderungspolitik noch mehr Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken? Außerdem sollte man nicht außer Acht lassen, dass der Migrationsstrom von unserer Elite gewollt ist. Schließlich "braucht" unsere Wirtschaft billige Arbeitskräfte um Deutschland "noch wettbewerbsfähiger" zu machen.

Antwort: Die meisten Migranten ertrinken im Mittelmeer, weil es die Schleuser auch unter den Betreibern der Rettungsschiffe gibt. Die NGOs machen damit per Spenden ihr eigenes einträgliches und angeblich besonders moralisches Geschäft, locken aber gleichzeitig die Migranten auf das Meer hinaus, indem sie genau dort an den Hoheitsgrenzen aufkreuzen, wo es mit Schlauchbooten anfängt, gefährlich zu werden. Dieser Migrationsstrom ist so nicht von den Eliten gewollt, weil man wegen des niedrigen Bildungsniveaus die Arbeitskräfte zu großen Teilen bei uns gar nicht unterbringen kann. Da ist es profitabler, direkt in Niedrigstlohnländern, wie in Osteuropa oder China, zu produzieren. Außerdem macht die Migration die Elitenpartei CDU kaputt.


1. Frage/Meinung: Die Armutsmigration aus Afrika ist eine Spätfolge des Kolonialismus, einer verfehlten Entwicklungshilfepolitik der letzten 50 Jahre und einer nach wie vor betriebenen Ausbeutung durch Konzerne der Industrieländer. Die Konsequenzen für uns hat der Club of Rome schon 1972 in verschiedenen Szenarios durchgespielt. Nichts ist passiert , und es sieht nicht so aus, als ob wir das Problem noch in den Griff bekommen k önnten. Weil es durch die ungenutzte Zeit inzwischen zu teuer geworden ist. Auch das stand schon in 'Grenzen des Wachstums'. Die Bevölkerungsexplosion ist ebenfalls eine Folge der Tatsache, dass wir unseren Wohlstand seit dem XIX. Jahrhundert auch aus der Ausbeutung Afrikas finanzieren und die Länder ihrem Elend überlassen haben . Ohne eine Afrika- bzw. eine Entwicklungshilfe-Politik, die wirklich zur Verbesserung der Lage der Menschen beiträgt, sind wir Teil eines Problems, dessen massgebliche Ursache wir sind, das immer grössere Ausmasse annehmen wird und das wir nicht mehr loswerden. Was wir gerade in Mexiko beobachten können, erscheint vor diesem Hintergrund wie ein mikroskopisch kleines Modell dessen, was uns aus Afrika erwartet. Die unterschiedlichen politischen Standpunkte in Deutschland und in den anderen Industrieländern zur Handhabung des Flüchtlingsproblems werden im geschichtlichen Rückblick als das erscheinen , was sie trotz ihrer teils gravierenden Unterschiede allesamt sind: hilflose, v öllig unwirksame, halbherzige, winzige Schritte in völliger Verkennung der gigantischen Dimension des tatsächlichen Problems.

Antwort: Die Bevölkerungsexplosion hat mehrere Gründe, die meist mit Kolonialismus wenig zu tun haben, vor allem findet sie in den muslimischen Ländern statt und ist eine Folge der Vorschriften aus dem Koran. Auch hat die aus den ehemaligen Kolonialländern zur Verfügung gestellte medizinische Betreuung, Einrichtungen für sauberes Wasser etc. sehr zum Rückgang der Seuchen und vor allem zum dramatischen Fall der Säuglingssterblichkeit beigetragen. Schließlich unternehmen die eigenen Regierungen in Afrika wenig, um die Bevölkerungsexplosion einzudämmen. Das läuft ganz anders als z.B. in Indien oder gar China. Man kann wirklich nicht alle Übel auf den Kolonialismus zurückführen. Auch gilt noch verbreitet Polygamie und lassen afrikanische Männer nicht selten ihre Familien sitzen, die dann einen anderen Ernährer brauchen.



3692 22-10-18: Vom zweiten Versagen der deutschen Macht-Eliten

2. Frage/Meinung: Lässt sich die Behauptung, dass die wirtschaftliche "Elite" unseres Landes einen großen Einfluss auf die politische "Elite" nimmt durch die aktuell neu aufgerollten Vorgänge der Cum-Ex-Geschäfte stützen? Nach meinem Wissensstand sind diese "Geschäfte" (besser kriminelle Machenschaften) bereits seit 2002 bekannt. Jedoch versäumte es die politische Elite viel zu lange, diese Geschäfte zu unterbinden, so dass die nunmehr bekanntgewordene Zahl von rund 40 Mrd. Euro an Steuerhinterziehung über etliche Jahre jedem Lohnabhängigen, von dem das Finanzamt Monat für Monat die Lohnsteuer aufgrund seines Arbeitsverhältnis abkassiert, eigentlich "ein Schlag ins Gesicht" bedeutet!

Antwort: Es gibt viele Anzeichen für den Einfluß der wirtschaftlichen Eliten, zuletzt z.B. bei dem Dieselstreit oder bei den Dauerversuchen der Bundesregierung, die Grenzwerte für den Schadstoffausstoß in der EU möglichst hoch angesetzt zu bekommen. Auch der Rüstungsexport liefert immer wieder Beispiele. Die Cum-Ex-Geschäfte sind ein enormer Skandal. Man wartet immer noch auf die Konsequenzen für die Aufsichtsbehörden und die Ministerien dahinter.


1. Frage/Meinung: Sie geben - wie so oft - vorhandenen Problemen mit Asylsuchenden, Kriegsflüchtlingen, Zuwanderern usw. unnötig viel Raum, obwohl die gesellschaftlichen Probleme von diesen ganz sicherlich nicht verursacht, sondern höchstens verschärft werden. Die eigentliche Ursache lassen sie außen vor: Die neoliberale Grundüberzeugung, dass der Markt in seiner unendlichen Weisheit die Probleme von ganz alleine löst. Die Eliten machen fröhlich weiter, weil es ihnen in perfekter Manier gelingt, die Subalternen gegeneinander aufzuhetzen. Und in der Bundesrepublik - und nicht nur da - wurden die Sündenböcke bereits gefunden: Die Flüchtlinge. Und die Eliten lachen sich über diesen grandiosen Streich ins Fäustchen.

Antwort: Leider kann ich Ihre Kritik am Rundbrief nicht nachvollziehen. Sie räumen doch selbst ein, daß die Migration die gesellschaftlichen Probleme verschärft. Wir haben aber schon genug von diesen Problemen, als daß man eine weitere Verschärfung auf die leichte Schulter nehmen könnte. Sie irren auch, wenn Sie meinen, daß die Machteliten die Migranten als "Sündenböcke" gefunden hätten. M.E. ist es genau umgekehrt. Die Machteliten in Regierung und Medien versuchen verzweifelt, von den Problemen der Migration abzulenken (siehe auch mein Merkel-Zitat).



3691 15-10-18: Euro-Dauerkrise: Die allerletzte Runde wird italienisch

3. Frage/Meinung: Ich finde es schade, dass Sie sich der unsäglichen Kritik der Monetaristen an der italienischen Haushaltspolitik anschließen. Wenn Italien je die Chance haben soll seine Auslandsschulden wieder zu begleichen, dann kann das nur geschehen, wenn Italien seine Wirtschaft wieder flott bekommt. Dass Italien hierfür weitere Schulden aufnimmt ist zweitrangig. Geld kann man nicht essen. Gerade wir in Deutschland sollten wissen, dass eine Sparpolitik wie sie einst von Reichskanzler Brüning durchgezogen wurde ins Verderben führt und in den letzten 10 Jahren haben wir auf die gleiche Weise Griechenland ruiniert. Ich empfehle Ihnen "Makroskop". Dort wird ausführlich und vor allem mit Argumenten, die auch logisch nachvollziehbar sind erklärt warum Italien gar keine andere Wahl hat als seine Verschuldung zu erhöhen. Zum Thema Target Salden finden Sie auf … erhellende Worte.

Antwort: Vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar. Meine Kritik hat mit Monetarismus nichts zu tun. Mit solchen Wahlgeschenken bedanken sich die beiden Regierungsparteien Italiens nur bei ihren Wählern. Die italienische Wirtschaft wird eher leiden. Und warum sollen im Durchschnitt weniger wohlhabende deutsche Haushalte am Ende mit ihren Ersparnissen miteinspringen? Warum sollen sie das, weil die Italiener weiter mit 66 Jahren in die Rente gehen sollen.

Mit Griechenland hat das auch nichts zu tun. Dort lagen die Probleme ganz anders, da das Kind schon in den Brunnen gefallen war, als Deutschland und andere einspringen mußten. Ähnlich ist nur, daß sich beide Länder den Einstieg in den Euro ermogelt haben, Italien um seine Zinslasten zu senken. Beide Länder wären besser dran, wenn sie mit Hilfen der Europartner wieder austreten und kräftig abwerten würden. Vor allem aber haben beide Länder die großen Vermögen steuerlich geschont und so eine horrende Ungleichheit aufgebaut. Mit einem gerechteren Steuersystem hätten beide Länder ihre Haushaltsdefizite schnell beseitigen können und wären nicht auf deutsche und andere Hilfen angewiesen.

Die von ihnen zu Italien zitierte Quelle ist in meiner Beurteilung "betriebsblind". Flassbeck hat schon das griechische Problem nie richtig begriffen, was ich mehrfach ausgeführt habe (warum er als sehr reicher Mann dann noch viel Geld für seine Internetartikel verlangt, ist mir schleierhaft, zeigt jedenfalls nicht Solidarität). Mit "erhellenden Worten" zu den horrenden Targetsalden werden Sie mich nicht von meiner oft begründeten Auffassung abbringen.


2. Frage/Meinung: Hinsichtlich der Schuldentragfähigkeit scheint Griechenland gemessen am Volumen des negativen Target2-Saldos weniger problematisch zu sein als der von Italien. Doch laut Abb.20018 sind die ausfallsgefährdeten Darlehen griechischer Banken prozentual deutlich höher als die von Italien. Ist denkbar, dass Griechenlands Neuverschuldung über die Kapitalmärkte in absehbarer Zeit durch die Einstufung der Rating-Agenturen mit schlechterer Bonität und höheren Zinssätzen als die von italienischen Anleihen sich entwickeln wird. Somit die Frage: welcher "Gau" trifft schneller ein? Der durch Griechenland oder der durch Italien?

Antwort: Beide Länder wackeln. Griechenland wäre wohl wegen des kleineren Schuldenvolumens des Staates kein richtiger GAU für den Euro und könnte auch austreten, ohne den Euro zu beschädigen. Bei Italien wäre das anders. Die italienischen Banken könnten bei sich entwertenden Staatsanleihen schnell leiden. Und bei erheblichem Bewertungsverlust der Staatsanleihen könnte die EZB diese nicht mehr aufkaufen. Die Hauptleidtragenden bei Bewertungsverlusten wären wahrscheinlich die bürgerlichen Familien in Italien, die einen großen Teil der Staatsanleihen halten und die auch um ihre Ersparnisse bei den Banken fürchten müßten, zumal die Bankenunion mit dem gemeinsamen Sicherungstopf noch nicht aktiv ist.


1. Frage/Meinung: Vom Titel des Rundbriefes ausgehend "Euro-Dauerkrise: Die allerletzte Runde wird italienisch" fehlt mir die Aufklärung für die allerletzte Runde. War der Titel eher spekulativ oder spitzt sich da etwas im Hinblick auf das Ende des Euros zu?

Antwort: Natürlich spitzt sich da sehr viel zu, wie in den Kapiteln ausführlich dargestellt. Doch Italien war immer der potenzielle GAU, nicht Griechenland. Und bei Italien wird sich das Schicksal des Euro durchaus entscheiden können.



3690 08-10-18: Deutsche Schulen: kaputtgespart und migrationsbelastet: Deutschlands Zukunft wird verspielt

3. Frage/Meinung: Meines Erachtens ist das flächendeckende Fehlen von Ganztagsschulen ebenfalls ein Armutszeugnis für die deutsche Bildungspolitik. Dies im Vergleich zu dem Schulsystem in Frankreich, das schon immer auf Ganztagsschulen abstellte. Und da heute wegen der miserablen Lohnentwicklung oft beide Elternteile einem Verdienst nachgehen müssen, wären Ganztagsschulen schon aus diesem Grunde für die Volkswirtschaft von Vorteil. Trotz der guten "Schulkindbetreuung" vielerorts wäre ein Systemwechsel geboten. Im Kultusministerium Baden-Württemberg wird inzwischen zugegeben, dass man in den letzten Jahren einiges "verschlafen" habe und setzt auf eine in 2019 beginnende "Bildungsoffensive". Klingt gut, dient aber wohl eher der "Beruhigung " und ist noch inhaltsleer.

Antwort: Ganztagsschulen erfordern natürlich mehr Lehrer und damit mehr Geld, daß verweigert wird, zumal reiche Eltern die entsprechenden Schulen bezahlen können. Ihr Vergleich zu Frankreich ist treffend. Die Folge ist, daß in Frankreich nur 29 % der beschäftigten Frauen Teilzeit arbeiten, während es in Deutschland 47 % und damit dramatisch mehr sind.


2. Frage/Meinung: Für die materiellen und sonstigen sachlichen Voraussetzungen für das allgemeine Bildungssystem Deutschlands haben Sie Recht. Nur gibt es ein 2. Bildungssystem in Deutschland, das für die Wohlhabenden und bildungsnahen Schichten der Bevölkerung offensteht: Das sind die Privatschulen, die die Angehörigen der Unterschichten nicht bezahlen können. Hinzu kommt, dass den Absolventen der teuren Elitehochschulen und -Universitäten im In- und Ausland auf Grund ihres Elitewissens Tür und Tor für eine Arbeit mit höheren Einkommen offen stehen, d.h. die Oberschichten "mit gleichem Stallgeruch" bleiben unter sich und potentielle Intelligenz aus den bildungsfernen Schichten geht verloren, da sie auch kaum gefördert wird. Und je mehr experimentiert wird, umso weniger positive Effekte gibt es im allgemeinen Bildungssystem Deutschlands. Drastisch wird das auch für die Aufnahme eines Studiums an renommierten Universitäten und Hochschulen, weil kaum bezahlbarer Wohnraum für die minderbemittelten Studenten/innen verfügbar ist. Wer also nicht im Heimatort studieren will oder kann, muss wohl mehr oder weniger reiche Eltern haben. Im Vordergrund der Diskussion über das Bildungssystems sollte dessen Effektivität stehen, d. h. welches Niveau im Wissen, Können und Fähigkeiten haben die Schulabgänger der Hauptschule, der allgemeinbildenden Oberschule oder des Gymnasiums. Hier zeigen internationale Vergleiche, wo es hapert. Grundlegende Kenntnisse fehlen in Naturwissenschaften, in den Kenntnissen der Deutschen Sprache und anderen Fachgebieten sowie im logischen Denken. Immer mehr Ausbildungsstätten beklagen das unzureichende Niveau von Schulabgängern, die sich bei ihnen zur weiteren Ausbildung bewerben. Da aber durch dilettantische Planung der verantwortlichen Schulbehörden in Größenordnungen Lehrer fehlen, werden die aktiven überfordert und dadurch langfristig krank (Burnout oder Depression) was dazu führt, dass sie sich häufig vorzeitig berenten lassen. Etwa 10 % der Unterrichtsstunden fallen laufend aus, da Vertretungsstunden wegen der Auslastung des Arbeitszeitfonds der Lehrkräfte nicht möglich sind. Von Seiten der übergeordneten Bürokratie erhalten Lehrer so gut wie keine Unterstützung, studierte Pädagogen, die ihren Beruf praktisch ausgeübt haben, sind dort auch meistens nicht zu finden. Es fehlt prinzipiell die Anerkennung der hohen Leistungen der Lehrkräfte in der Gesellschaft.

Antwort: Ja, Sie haben natürlich recht. Auf die Qualität der Schulen bin ich in vielen anderen Rundbriefen eingegangen und kann das nicht jedes Mal wiederholen. Auf die Eliten werde ich im nächsten Rundbrief eingehen.

1. Frage/Meinung: Eine persönliche Frage: wurden Sie schon mal von irgendjemanden in die Sarazin-Ecke gestellt ? Was wäre Ihre Antwort hierzu?

Antwort: Da ich mich an die Fakten halte, ist mir ziemlich egal, in welche Ecke ich gestellt werde. Manchmal werfen mir Menschen vor, zur AfD zu gehören. Denen antworte ich, daß ich die Sozialpolitik der AfD, die soweit erkennbar ähnlich wie FDP ist, total ablehne und erst recht deren Trump-Haltung in der Klimapolitik. Heute schrieb ein Leser, ich hätte "die Argumente eines Sarazin, also rassistisch", und fügte an, "nur eine Bitte: belästigen Sie mich nicht mehr mit ihren Hasstiraden unter dem Mäntelchen der Wissenschaft". Der Mann war früher bei der KPD und kandidierte später für die Linke. Er hat übrigens auf eigene Bestellung 7 Jahre lang meine Rundbriefe sehr zufrieden entgegengenommen, weil sie ihm Material für sein soziales Konzept boten. Ich habe ihn gerne von der Empfängerliste der Rundbriefe gestrichen. Fakten werden ja nicht falsch, falls sich auch Sarazin darauf berufen sollte. Allerdings scheint er mir, sein Weltbild teilweise sehr künstlich gestaltet zu haben und verdient inzwischen Millionen damit, während meine Bücher ohne Autorengehalt gepreist sind und die Rundbriefe natürlich gratis.



3689 01-10-18: Abmarsch ins Prekariat

4. Frage/Meinung: Die schlimmste Lüge ist die Wahrheit - nur mäßig entstellt. Der Autor verpackt sein Ziel in eine Reihe kritikabler Tatsachen wie der Prüfling in Biologie, der nur für das Thema Würmer gelernt hat und der bei seinen Antworten auf Prüfungsfragen immer bei Würmern ankommt. Hier ist es die Flüchtlingsfrage. Das Ziel ist ein anderes.

Antwort: Was für ein armseliger Kommentar, wenn Sie nicht einmal die angeblich zu kritisierenden Tatsachen benennen können. Sie sind übrigens der einzige Leser, der bei diesem Rundbrief zu einer negativen Bewertung kommt.


3. Frage/Meinung: Ich frage mich, ob das Grundproblem nicht fehlende Arbeit ist. Wenn ich alle geleistete Arbeit in Vollzeitstellen umrechne, dann würden deutlich weniger Beschäftigte benötigt werden. Wenn mein Verständnis stimmt, müsste die Forderung eigentlich sein, Arbeitszeitverkürzung bei Lohnausgleich. Nur so, kann ich die Menschen absichern.

Antwort: Ja, sicher. Aber das zu fordern und die Gewerkschaften tun es seit Langem, setzt es noch nicht durch. Außerdem will ein großer Teil der Frauen nur halbtags arbeiten wegen der Haushaltsbelastungen und auch wegen des Ehegattensplitting bei der Steuer.


2. Frage/Meinung: Was ich vermisse im Vergleich der Statistiken 20103/20104 : welche Art von Umverteilung wurde bei den Haushaltseinkommen vorgenommen.

Antwort: Die Umverteilung besteht vor allem aus Sozialleistungen und Steuerbefreiung sowie günstigere Steuersätze für kleine Einkommen.


1. Frage/Meinung: Sozialleistungen an Flüchtlinge sind aus meiner Sicht kein Argument für die wachsende Prekarisierung in Deutschland.

Antwort: Natürlich sind sie es, z.B. Erhöhen die Migranten mit staatlichen Leistungen die Konkurrenz um den viel zu knappen bezahlbaren Wohnraum und schaffen so mehr Prekariat.



3687 17-09-18: Deutschland lernt nicht aus seinen schweren Krisen

9. Frage/Meinung: Ich habe Probleme mit dem Verstehen der Abbildungen 20069 und 19752. Bei all der Kritik an den Zuständen und Vorgängen und schlechten Regelungen - muss man nicht doch als grundlegendes Übel Zins und Zinseszins auf Kapital bzw. die Spekulation mit Geld bzw. Derivaten immer wieder anprangern?

Antwort: Die Zinsen auf typische Sparerkonten sind etwas ganz anderes als die auf hohe Kapitalien oderdie Spekantengewinne. Zu 20069: Die Grafik zeigt, wie brutal die Haushalte aus mit Austerität wieder in den Ausgleich oder nahe daran getrieben wurden, auch durch Kürzung von Sozialleistungen. Abb. 19752 zeigt den Anstieg des Anteils kinderloser Frauen nach Geburtsjahrgängen von 1933 bis 1973, von rund 10 % auf rund 20 % oder 23 % den Jahrgang 1968 nach einer internationalen Quelle.


8. Frage/Meinung: Ausgezeichnet und erschreckend, und dabei sind wir lt. Merkel und der polit. Klasse "ein reiches Land". Auch ich gehöre, trotz abgeschlossenem Unistudium und Berufsausbildung zu den armen Rentnern in diesem Land, zu viele Lücken in meiner Biographie, sicher auch mein Fehler, aber nicht nur. In diesem Land gab es für mich keine Hilfe, umso erstaunter war ich über diese "Willkommenskultur" und die finanz. und sonstigen Unterstützungen für Fremde, häufig Analphabeten aus aller Welt. Dafür überschlagen sich die Deutschen, die gleichzeitig für ihre eigenen Landsleute kein Gefühl haben.

Antwort: Ich bringe diesen Beitrag, weil er zeigt, wie verletzend die "Willkommenskultur" wirken kann und wie unüberlegt sie entwickelt und dann weltweit publiziert wurde. Und die Deutschen, die sich durch den Vorzug für Migranten diskriminiert fühlen müssen, sind weit zahlreicher, als ein paar Rechtsradikale in Chemnitz oder sonst wo, mit denen sich die Medien seit Wochen beschäftigen und so gleichzeitig Kritiker der "Willkommenskultur" unterschiedslos mundtot machen wollen.

Ende vergangenen Jahres waren unter den H4-Beziehern bereits 2,03 Millionen Ausländer (34,3 %). Fast die Hälfte von ihnen (959.000) stammen aus nichteuropäischen Flüchtlingsländern; deren Zahl nimmt noch weiter zu, weil erst die Asylanträge abgearbeitet werden. Die größten Gruppen der Ausländer mit H4-Bezug stammen aus Syrien (588 Tsd.), Türkei (259 Tsd.), Irak (138 Tsd.), Afghanistan (99 Tsd.) Bulgarien (84 Tsd.), Polen (81 Tsd.) und Rumänien (66 Tsd.). Der Anteil aller Menschen mit Migrationshintergrund der ersten und zweiten Generation, einschließlich der eingedeutschten, an den H4-Beziehern lag im September letzten Jahres schon bei 52 %. Auch die Kindergeldzahlungen an Ausländer für im Ausland lebende Kinder haben sich gewaltig erhöht, seit 2010 fast eine Verzehnfachung, wobei es zu sehr viel Mißbrauch kommt. Und wenn jetzt Migranten im Rahmen der Familienzusammenführung ihre alten Eltern nachholen, können die ins Flugzeug steigen und erhalten in Deutschland sofort Sozialleistungen, die den 52 % der deutschen Rentner entsprechen, die nur Rente noch unter dem durchschnittlichen Alters-Grundsicherungsbedarf von 795 Euro erwarten können.


7. Frage/Meinung: Eine Bemerkung und eine Frage: Bei den Zinsen bin ich anderer Ansicht. Es gibt keine Naturrecht auf Zinserträge. Wo steckt Ihrer Ansicht nach das politische Potential, die Misere zu beseitigen?

Antwort: Es mag Ihnen nicht gefallen. Bei den Zinsen geht es nicht um Naturrecht, sondern um eine willkürliche Schmälerung der Ersparnisse, wenn die EZB die Zinsen als einzige Zentralbank so lange bei Null hält und damit erheblich unter der Inflationsrate. Die Betroffenen sind nicht die Reichen, die auf den Aktienmarkt ausweichen und auch sonst spekulieren können, weil sie das Risiko nicht scheuen müssen, sondern die kleinen Sparer, die etwas ansparen müssen, um in Alter nicht allein auf ihre miserable staatliche Rente angewiesen zu sein. Darum geht es. Wie da jemand anderer Ansicht sein kann und von Naturrecht schwafelt, verstehen ich wirklich nicht. Die Misere kann nur von der Politik beseitigt werden. Deswegen bringe ich ja immer wieder die Hinweise auf andere Länder, z.B. die Mindestrenten in Dänemark, etc. Sie brauchen das bloß zu lesen.


6. Frage/Meinung: Die Grafik 20088 enthält einen Flüchtigkeitsfehler; anstatt "Produktionsgüter" muss es wohl "Verbrauchsgüter" heißen; Produktionsgüter und Investitionsgüter sind Synonyma.

Antwort: Diese Begriffe sind aus alter Quelle. "Produktionsgüter" waren wohl damals nicht die Güter zur Produktion, sondern diejenigen, die aus der Produktion kamen.


5. Frage/Meinung: Seit Jahren habe ich mich von der Qualitätspresse getrennt, weil die Verlogenheit, die Manipulation, die Hetze gegen Andersdenkende und die Gewaltandrohungen in der Berichterstattung unerträglich geworden sind. Die Krönung war die Ausgabe 36 des Spiegels mit dem Couvert "SACHSEN", die ich in einer Arztpraxis kürzlich in die Hand nahm. Es wird die Bevölkerung eines ganzen Bundeslandes in einer nicht zu ertragenden Weise derartig verunglimpft, daß ein friedlicher Konsens fast ausgeschlossen werden kann, ja im Gegenteil, der Radikalisierung werden damit die Schleusen geöffnet.

Antwort: Danke für den Hinweis. Ja, das SPIEGEL-Titelblatt ist ziemlich unerträglich: Wir sind nicht in 1933 und weitaus die meisten Sachsen haben nachvollziehbare Sorgen, ohne deswegen rechtsextrem oder gar Faschisten zu sein.



4. Frage/Meinung: Ich bin, weiß Gott, nicht immer der gleichen Meinung wie Sie, möchte aber Ihre Rundbriefe nicht missen, öffnen diese mir auch andere Sichtweisen und geben mir fundierte Daten an die Hand, die mein Verständnis erweitern. Auch die Hinweise mancher, dass das ein oder andere Detail fehle, löst bei mir Unverständnis aus, haben diese Rundbriefe nun mal nur knappen Platz und sollen nicht jedes Mal in eine "Doktor-/Diplom-Arbeit" ausarten. Zum einen kann man selbst recherchieren und zum anderen auch mal "drüberstehen", dass nicht alles "perfekt" ist.

Antwort: Vielen Dank!


3. Frage/Meinung: Haben Sie noch den Eindruck, Sie dringen mit Ihren Fakten und Argumenten durch? Oder finden Sie Bestätigung nur bei denjenigen, die nicht mehr überzeugt werden müssen... Die technisch über Algorithmen geschaffenen Echokammern verschärfen ein Problem, das schon im XVIII. Jahrhundert erkannt wurde ... dass man immer die Zeitung liest, welche die eigene Meinung vertritt...

Antwort: Natürlich brauchen auch die meisten Leser der Rundbriefe nicht mehr überzeugt zu werden und einige nicht zu überzeugende haben in der Vergangenheit abbestellt, vor allem wegen meiner Kritik an Merkels Migrationspolitik (allerdings nicht mehr in letzter Zeit). Das betrübt mich allerdings nicht, weil ich dann immer noch Argumente liefern kann, mit denen andere arbeiten können, wenn sie wollen. Das ist in meinen Augen die eigentliche Aufgabe alternativer Medien, wenn sie seriös sind. Das Infoportal hat wahrscheinlich bei sozialen Fragen mit seiner strikten Faktenorientierung eine ziemliche Alleinstellung in dieser Landschaft. Und es gibt durchaus noch Menschen, die meine Meinungen (jedenfalls bisher) nicht teilen und mich das auch wissen lassen, aber dankbar für andere Sichtweisen sind.


2. Frage/Meinung: Mir fehlen in dem Artikel einige Gründe: - Vertrauensverlust der Politik, da Sie pro Wirtschaft und gegen das Volk regierten - Einfluß der Wirtschaft auf die Wahlen - Versuch der Steuerung der Bevölkerung durch die Medien - Trennung der Politik von der Bevölkerung Die gleichen Mißstände sehen wir auch heute. Wenn das Volk sich weniger von der Politik vertreten fühlt, dann wählt es extrem - links oder rechts. Wie hat unser letzter Bundespräsident gesagt, dass die Eliten und das Volk nicht mehr die gleichen Ziele vertreten. Einkommensungleichheit ist nur der Katalysator und nicht der Grund.

Antwort: Der Vertrauensverlust und die Mediensteuerung sind nun wirklich dargestellt. Die Einkommensungleichheit mit dem Abgehängtfühlen und der Angst vor Abstieg ist ein besonders wichtiger Grund für die Trennung von denen, die sich als Elite fühlen, und der breiten Bevölkerung.


1. Frage/Meinung: "Verschuldung der Welt" wem gegenüber? Hier bleibt Ihre Analyse stecken, die aber m.E. in die richtige Richtung geht.

Antwort: Wie sich aus der Grafik ergibt, geht es um die Summe der Schulden der verschiedenen Sektoren. Je größer die Schuldsumme, umso größer die Gefahr, daß Schulden nicht bedient werden können, wie das 2008 der Fall war oder in der Weltwirtschaftskrise von 1929. Zum größten Teil sind Schuldner und Gläubiger nicht identisch, so daß sich Forderungen und Schulden nicht gegeneinander aufheben. Einzelne Staaten, z.B. in Lateinamerika, aber auch die Türkei oder Italien in Europa sind so hoch verschuldet, daß es zu einem Run der Gläubiger auf Einlösung der Staatsanleihen kommen kann, wie in der Vergangenheit immer wieder geschehen. Ebenso bei Banken mit einem Run auf Bankkonten. Bei einem Börsen-Crash kann den Unternehmen plötzlich wegen der abgesenkten Kurse das nötige Eigenkapital fehlen. Viele Spekulanten kaufe Wertpapiere auf der Basis von Krediten, die sie im Krisenfall nicht bedienen können. Das Kartenhaus aus Schulden wächst immer höher. Dabei ist für die Risikoeinschätzung schon das Gesamtvolumen ein deutlicher Indikator.



3686 10-09-18: Merkels Erbe: Eine kaputte EU

1. Frage/Meinung: … mein grundsätzlicher Einwand gegen die inflationäre Verwendung des undefinierten Begriffes "Kapitalismus". Ursprünglich bedeutete er "Eigentum an den Produktionsmitteln" und (tatsächlich, nicht bloß vermeintlichen) "Freien Markt". D.h., der Preis der Waren wird an der Börse bestimmt und nicht im Planungsstab des 5-Jahresplanes. Daneben dient der Gebrauch des Begriffes auch dem unkritischen Unmut der Ärmeren gegenüber allen, die Geld haben. Ganz etwas anderes ist das System der Aneignung des durch die Arbeitenden produzierten Wohlstandes durch die Oligarchen und ihre Zuarbeiter. Dabei mißbraucht die Gruppe der "Superreichen" ihren erbeuteten Reichtum zu politischer Wirksamkeit, mit dem offenkundigen Ziel, alle Gemeinschaften (Volk, Familie, Religion usw.)aufzulösen und die Masse der Vereinzelten am Existenzminimum ohne soziale Sicherheit malochen zu lassen. Wer nicht malocht, geht vor die Hunde. Für dieses System der Oligarchen fehlt ein geläufiger Ausdruck.

Antwort: Wir leben nun mal in einem System, das mit dem "Begriff" Kapitalismus am besten zu beschreiben ist. Wenn Merkel davon träumt, daß nicht gegeneinander gearbeitet wird sondern angebliche "Win-Win-Situationen", bei denen alle in gleicher Weise gewinnen, erzeugt werden, hat sie die Wirkungsweise des auf absolutem Wettbewerb und dem Gewinn der Stärkeren beruhenden Kapitalismus nicht begriffen oder will sie diese nicht begreifen. Sie hat z.B. nie begriffen, daß ihr Hereinwinken chinesischer Dumpingwaren in unsere Märkte vor allem China nützt und ihm zudem erlaubt, mit den so gewonnenen Währungsreserven sich überall in der Welt einzukaufen und strategische Positionen, wie in Süd-Ost-Europa oder in Afrika, einzunehmen.



3685 31-08-18: Die Mär von der gelingenden Integration

1. Frage/Meinung: Ihr Flüchtlingsbashing nimmt langsam groteske Formen an, würde mich nicht wundern Sie demnächst bei der AFD zu finden!!! Fehlt nur noch, dass Sie die Pöbeldemonstrationen mit Hitlergruss verteidigen!

Antwort: Was soll ein so pauschaler und unqualifizierter Vorwurf? Was sind die angeblichen Fehler, die ein "Bashing" sein sollen? Es ist alles amtliches Daten-Material. Ich werfe Ihnen auch nicht vor, daß Sie den Mord gut finden, wie Ihr unsinniger Vorwurf mit Verteidigung von "Pöbeldemonstrationen" und "Hitlergruß". Zu den Demonstrationen habe ich schon deshalb keine Bewertung vorgenommen, weil die nicht das Thema des Rundbriefes waren. Und für die AfD habe ich in den Rundbriefen noch kein gutes Wort verloren. Wenn Sie die Wahrheit nicht vertragen, sollten Sie die Rundbriefe schleunigst abbestellen. Sie richten sich ohnehin nur an Menschen, die differenziert denken können.



3683 27-08-18: Verlierer der Globalisierung in Deutschland

4. Frage/Meinung: Unterschwellig kommt zum Ausdruck, daß die AFD eine rechtspopulistische Partei für die Verlierer aus dem Mittelstand ist. Ich finde das nicht. Wenn es überhaupt eine Partei gibt, die einen Vertrauensvorschuß verdient, dann ist es die AFD. Alle anderen sind unwählbar und verachtenswert.

Antwort: Ich habe die AfD-Wähler nicht den Verlierern zugeordnet. Nach Untersuchungen sind sie sozial beim Durchschnitt oder eher och etwas besser. Mein Satz lautet daher: "Es sind die globalisierungsbedingt vom sozialen Abstieg besonders bedrohten Angehörigen der Mittelklasse, die sich durch die Migration nun auch noch kulturell bedroht fühlen und zu Wählern der AfD werden." Es ist also eher die Angst vor dem Abstieg, die ja allgemein in Mittelklasse herumgeistert.


3. Frage/Meinung: Gute Sammlung von Fakten. Realistische Beschreibung der Zustände. Ursachen für die Entwicklung werden ebenfalls benannt. Allerdings falsch gewichtet. "Privatisierung, Steuersenkung und Sozialstaatsabbau", das Mantra der neoliberalen Marktradikalen , wird als Ursache der Verwerfungen zu wenig thematisiert. Der Fokus liegt zu sehr auf dem Thema "Geflüchtete" - obwohl die Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen, erst durch politisches Handeln eben dieser Marktradikalen zur Flucht getrieben werden. Meine ich.

Antwort: Dies ist ein Rundbrief über die Folgen der Globalisierung. Da kann man nicht auf alle anderen Probleme Deutschlands eingehen, die ich immer wieder in vielen Rundbriefen anspreche. Mit Gewichtung hat das also nichts zu tun. Das Thema der Migration ist zentral innerhalb der Globalisierung und gehört daher hier hinein; selbst Merkel hat ihre falsche Entscheidung mit der Globalisierung begründet. Die Menschen, die aus Afghanistan und dem Nahen Osten migrieren, haben mit den Marktradikalen nichts zu tun, aber viel mit ihren eigenen Religionskämpfen, soweit sie nicht einfach das bessere Leben suchen, was für die meisten von ihnen zutrifft. Das gilt auch für die meisten derer, die jetzt aus Afrika kommen, und dort unter korrupten Regimen und Stammeskonflikten leiden oder einfach ein besseres Leben suchen, was bei uns für besser gehalten wird. Auch das hat mit unseren Marktradikalen wenig zu tun.


2. Frage/Meinung: bei der Graphik zu den LB-Überschüssen relativ zum BIP fehlen die Niederlande.

Antwort: Die Niederlande sind mit ihren Häfen Haupteinfuhr- und Ausfuhrländer, wobei viele der Waren aus anderen EU-Ländern an die Häfen kommen. Das verzerrt die Statistik, gemessen an dem relativ kleinen BIP.


1. Frage/Meinung: Obwohl ich die Analyse gut finde, ignoriert Sie jedoch einige Aspekte: - Die Schwäche der Gewerkschaften. Lohnerhöhungen können nur durch eine starke Gewerkschaft durchgesetzt werden. - Mindestlohn scheint zwar zu helfen, aber dieser verstärkt noch die sinkenden Löhne. - Durch die Zuwanderung von gering Qualifizierten wird Automation durch Arbeit ersetzt. Dies ist aber langfristig kontraproduktiv, da es die Wettbewerbsfähigkeit senkt. Eigentlich heisst die Erfolgsformel entweder steigende Löhne oder sinkende Arbeitszeit. Dies senkt zwar die Exporte aber nicht den Lebensstandard der Menschen.

Antwort: Die Schwäche der Gewerkschaften ist ebenfalls zu großen Teilen das Ergebnis der Billigimporte, wobei die Gewerkschaftsmitglieder eher eingefrorene Löhne als den Verlust der Arbeitsplätze in Kauf genommen haben. Warum der Mindestlohn die Löhne sinken lassen soll, erschließt sich mir nicht. Die Automaten sind dort wo sie eingesetzt werden, längerfristig kostengünstiger und oft einfach besser als die menschliche Arbeitskraft, werden also auch durch die Migration kaum aufgehalten werden.

3681 16-07-18: Kohl, Merkel und der Euro: eine Katastrophe

4. Frage/Meinung: Die Wiedervereinigung war ohne Zustimmung Kohls zur Einführung des Euros nicht zu haben.

Antwort: Da stellen Sie eine oft verbreitete Behauptung auf, die später von Kräften in der CDU gekommen sein dürfte, um nachträglich angesichts der aufgekommenen Probleme den Euro zusätzlich zu rechtfertigen. Es gibt allerdings nicht die geringsten Beweise für diese These. Kohl hat sie nie bestätigt. Die Franzosen bestreiten sie, ebenso Schäuble und Waigel, die es wissen müßten. Mir ist von Kollegen im Auswärtigen Amt gesagt worden, daß Genscher der eigentliche Erfinder des Euros gewesen sei. Genscher hat auch den Zusammenhang mit der Wiedervereinigung in die Welt gesetzt, weil sich angeblich Mitterand ihm gegenüber so eingelassen haben soll. Da es keine eindeutigen Beweise gibt, halte ich die Behauptung für schlicht falsch.


3. Frage/Meinung: Ich bin mir nicht im Klaren, ob der schwache Euro nicht schon von Kohl und der Wirtschaftslobby geplant war. Letztlich ist doch der unterbewertete Euro für den Exportüberschuss Deutschland mit verantwortlich. Und auch die Schuldenbremse ist nur ein Mittel zur Vermögensumverteilung. Der Neoliberalismus begann in D mit dem Lambsdorffpapier , also z. Z. der frühen Kanzlerschaft Kohls.

Antwort: Es mag sein, daß die Wirtschaftslobby einen schwachen Euro erhoffte. Allerdings warnte der BDI, wie zitiert, vor deutschen Ausgleichsleistungen. Kohl und seine Begleitung haben nie eine solche Motivation gezeigt, anderenfalls wäre das wahrscheinlich nach Draußen gedrungen und hätte nicht zu Kohls historischer Motivation gepaßt. Kohl war ja ursprünglich erklärter Euro-Gegner und hat auch deshalb sicher nicht auf einen schwachen Euro gesetzt. Seine plötzliche Kehrtwende erst im Dezember 1989 dürfte schon deshalb nicht mit wirtschaftlichen Interessen zusammengehangen haben.


2. Frage/Meinung: Vor allem der Teil über die Targetsalden verhindert eine bessere Bewertung. Zum Nachlesen: https://... Zudem : Der Text rund um die Grafik 20031 ist widersprüchlich. Wenn mit "Eurokrise" die Weltwirtschaftskrise der Jahre 2008/2009 gemeint ist, die in eine "Staatsschuldenkrise " umdeklariert wurde, wieso stieg zum Beispiel die griechische Staatsverschuldung (Grafik 19554) erst mit Beginn der Krise?

Antwort: Der Target-Saldo entspricht inzwischen einem Drittel der jährlichen deutschen Wirtschaftsleistung. Das sind keine Peanuts mehr. Und wenn Italien aus dem Euro aussteigen sollte, ist das meist davon, wenn nicht alles futsch. Was ist da Hysterie? Ihre Quelle ist ziemlich unseriös, siehe Einleitung: "Billionen-Bombe? Was für ein Unsinn! Weil keiner weiß, was Targetsalden sind, eignen sie sich besonders für das Schüren nationalistischer Vorurteile." Da ist sie wieder die Keule des nationalistischen Vorwurfs aus der neoliberalen Ecke. Das ist einfach nur dumm. Und der von Ihnen zitierte Autor hat philosophischen Hintergrund, jedenfalls keinen in Ökonomie.

Die griechische Verschuldung stieg ab Ausbruch der Weltkreditkrise 2007/08 und leitete damit die Eurokrise ein, weil die Steuereinnahmen wegbrachen, der Staat viel mehr für die Arbeitslosen und die Rettung der bereits schwer verschuldeten Banken (deren Schulden so Staatsschulden wurden) ausgeben mußte. Die stark steigenden staatlichen Schulden wurden zunächst über die Ausgabe von Anleihen auf den Finanzmärkten und, nachdem die Zinsen dafür extrem gestiegen waren, durch "Rettungskredite" der Europartner finanziert.


1. Frage/Meinung: Den Ausschluss einer möglichen Verbindung zwischen deutscher Wiedervereinigung und Euro-Einführung nur aufgrund der Angaben von Frau Guigou finde ich etwas fragwürdig.

Antwort: Die Mauer war am 9. November gefallen. Kohl hatte am 28. November vor dem Bundestag seinen 10-Punkte-Plan zur Wiedervereinigung vorgelegt. Damit war die Wiedervereinigung nicht mehr aufzuhalten. Das war glasklar, als sich Kohl am 8. Dezember das erste Mal beim Europäischen Rat von Straßburg zum Euro bekannte. Da war kein Raum mehr für einen Deal mit Frankreich, und die Franzosen haben sich nie auf einen Deal berufen.



3680 09-07-18: Trumps Handelspolitik im Dreieck USA-China-Europa: völlig unberechtigt?

1. Frage/Meinung: Das Haushaltsdefizit der USA ist hausgemacht. Seit den 70er Jahren wurden immer mehr Industrie Arbeitsplätze von den USA nach Südostasien und China ausgelagert. Daß US Investoren in Deutschland Arbeitsplätze schaffen, halte ich für eine Fehlinformation.

Antwort: Die Auslagerung der amerikanischen (und europäischen, auch der deutschen) Industrie nach China ist nicht einfach "hausgemacht", sondern das Ergebnis von extrem niedrigen Löhnen in China (ohne Streikrecht und unabhängigen Gewerkschaften!) sowie bewußt niedrig gehaltener Umweltstandards. In Marktwirtschaften, wie der der USA, zählen nun mal solche Faktoren. Erst Trump versucht nun, sie außer Kraft zu setzen. Ich habe geschrieben: "Die Gewinne amerikanischer Unternehmen aus Unternehmens- und Kapitalerträgen sind teilweise geradezu die Folge ihrer jobschaffenden Investitionen in Europa." Natürlich haben US-Investoren in Europa seit vielen Jahrzehnten Jobs geschaffen. Denken Sie nur an die amerikanische IT-Technik in Irland. Der deutsche Aktienmarkt (Dax) gehört zu etwa einem Drittel Investoren aus USA, die damit Unternehmen in Deutschland finanzieren, die für sehr viele Arbeitsplätze verantwortlich sind. Ihre Betrachtung ist nach meinem Eindruck zu einseitig.


1. Frage/Meinung: Bei diesem Thema werden viele Begriffe verwendet, wo der interessierte Otto-Normalverbraucher (z.B. ich) nicht weiß, wie er sie einzuordnen hat. In verschiedenen Medien und Foren werden die Begriffe offensichtlich unterschiedlich verwendet und je nach Meinung des Verfassers unterschiedlich dargelegt. Können Sie da Licht ins dunkle bringen? Ich führe sie einfach Stichpunkthaft auf: - Handelsdefizit - Handelsbilanzüberschuß / Handelsbilanzdefizit - Exportüberschuss / -defizit - Warenhandel - Dienstleistungs- und Kapitalerträgen (gehören die in den umgangssprachlichen 'Handelsdefizit') - Leistungsbilanz ("mit den USA, der alle relevanten Posten umfaßt"). Welche Posten sind darin Nicht-Relevant? In der Bilanz einer GmbH wird schließlich 'alles' erfasst.

Antwort: Es gibt klare amtliche Definitionen, die beispielsweise das Statistische Bundesamt und die Bundesbank verwenden, die von mir regelmäßig als Quellen angegeben werden. Handelsbilanz ist Export von Waren minus Import von Waren. Die Leistungsbilanz umfaßt neben der Handelsbilanz weitere Posten: die Dienstleistungsbilanz, den Saldo der Erwerbs- und Vermögenseinkommen sowie den Saldo der laufenden Übertragungen (Übertragungsbilanz). Gewinne von Unternehmen, die nicht über die Grenzen übertragen werden, also z.B. die amerikanische Unternehmen in Europa halten, was sie in großem Umfang tun, gehören nicht dazu. Das ist grundsätzlich anders als bei einer Unternehmensbilanz, die aus den zwei Teilen Passiva und Aktiva besteht, nämlich Mittelverwendung und Mittelherkunft. Die Leistungsbilanz kennt einen solchen Unterschied nicht. Leider wirft Merkel die Begriffe, die sie wohl nur aufgeschrieben bekommt, durcheinander und spricht bei der "Handelsbilanz" auch von Dienstleistungen: "Wenn Sie die Dienstleistungen inklusive der digitalen Dienstleistungen hinzunehmen, dann haben Sie eine völlig andere Handelsbilanz".



3679 2-07-18: Zu den Beschlüssen des Migrationsgipfels

6. Frage/Meinung: Unsere politischen "Eliten" haben bisher u.a. folgende Punkte zur Eindämmung der Migration missachtet bzw. sich davor gedrückt: 1. Sofortiger Stopp der Rüstungsexporte auch nach Afrika. 2. Sofortiger Stopp der hoch subventionierten Agrarüberschüsse nach Afrika. 3. Stopp der europäischen Hochseefischerei vor den Küsten Afrikas. 4. Drastische Senkung der Einfuhrzölle auf afrikanische Produkte . 5. Beendigung des Raubbaus afrikanischer Bodenschätze (auch durch deutsche Unternehmen ). 6. Zügige Erstelllung Entwicklungskonzepte zur Förderung afrikanischer Länder eischließlich massiver öffentlicher Investitionen (primär keine Förderung der bundesdeutschen Exportindustrie). Dies ist allerdings lediglich ein Versuch auf die drängendsten Probleme bzw. deren Beseitigung aufmerksam zu machen.

Antwort: Ihre Hinweise gehen leider an einigen der heimgemachten Gründe der Migration vorbei, und die sind meist noch drängender als die von Ihnen erwähnten: eine unvertretbar hohe Geburtenziffer, vor allem in muslimischen Ländern (wobei muslimische Männer in Afrika wenig Verantwortung übernehmen), ein hohes Maß an Korruption, Bürgerkriege durch radikalen und unaufgeklärten Islam (ohne Zutun unserer politischen Eliten). Demgegenüber habe ich erhebliche Zweifel, ob diese Situation mit Entwicklungshilfe zu ändern ist.


5. Frage/Meinung: Sollte man nicht darauf hinweisen, dass die Entwicklungshilfen fast nutzlos sind durch die Agrarpolitik der EU.

Antwort: Natürlich schadet die Agrarpolitik. Doch läßt sie sich nicht so einfach mit der Entwicklungshilfe verrechnen. Denn sie trifft nicht alle Länder Afrikas gleichmäßig. Und viele Länder sind schon aus klimatischen Gründen auf Agrarimporte angewiesen oder weil die Bevölkerungsentwicklung der heimischen Agrarproduktion davon läuft.


4. Frage/Meinung: Die Ursachen der Migration sind im Rundbrief fast alle genannt. Es fehlt nur noch der Hinweis auf die koloniale Vergangenheit. Fast alle Länder Afrikas wurden aus der Kolonialität entlassen, indem eine den ehemaligen Koloniebesitzern genehme Herrscherclique eingesetzt und keine Veränderung der sozialen Verhältnisse durchgesetzt wurden. Auf diese erste Garnitur folgten weitere korrupte Herrscher. Und auch diese scheffelten von den Europäern Millionen, die diese gerne zahlten, um ihre Ruhe zu haben. Ein klassisches Beispiel ist Nigeria. Die Ölkonzerne beuten die nigerianischen Ölquellen aus, die Regierung steckt sich die gezahlten Gewinne ein und die Nigerianer suchen jetzt ihre Zukunft in Europa. Die Ölkonzerne könnten das verhindern aber sie denken nur daran, ihren Profithunger weiterhin zu stillen. Gleiches passierte in Namibia mit dem Uran aus der Rössingmine. Und, und, und... Wenn in Afrika keine NGOs für eine leichte Entspannung sorgen würden, stünden noch viel mehr Menschen vor den Toren Europas.

Antwort: Es hilft leider wenig, immer wieder auf die koloniale Vergangenheit hinzuweisen, die bei Deutschland schon 100 Jahre her ist. Korruption gibt es auch ohne diese Vergangenheit und sie ist in den meisten Ländern der Welt endemisch zu Hause. Die Ausbeutung von Rohstoffreserven geht mit dieser Korruption Hand in Hand. Doch bei Afrika ist heute nicht die koloniale Vergangenheit das Hauptproblem, sondern die irrsinnigen Geburtenraten, vor allem in den muslimischen Ländern, und das kombiniert mit einer besseren Bekämpfung von Seuchen, die sonst immer wieder das Bevölkerungswachstum gebremst haben. Helfen kann in dieser Lage eigentlich nur ein dramatisch verbessertes Bildungssystem, das mit der Bildung der Mädchen auch für Emanzipation sorgt und so die Familien verkleinert. Doch dafür braucht es sehr viel Zeit. Wir haben selbst nicht genug Lehrer, sonst müßte man mit denen helfen. Vielleicht kann man wenigstens in den neu einzurichtenden Lagern der EU für gute Schulbildung sorgen und dann die Menschen mit mehr Chancen zurückschicken.


3. Frage/Meinung: Ich kann Ihre Meinung zum Thema Flüchtlinge und Zukunft Deutschland durchaus nachvollziehen und sehe die Themen ähnlich bedenklich. Mich würde nur mal interessieren, welche Lösung aus Ihrer Sicht erfolgversprechend für die Zukunft wäre, denn das kann ich Ihren Ausführungen nicht entnehmen.

Antwort: Es gibt keine einfache und vor allem keine schnelle Lösung. Wahrscheinlich führt kein Weg an den nun geplanten Lagern in Nordafrika vorbei. Doch wird man den Sog auf noch mehr Migration nicht stoppen können, wenn die Lager humane Konditionen erfüllen. Sie werden also immer weiterwachsen und entsprechend teuer werden. Außerdem muß man Regierungen mit viel Geld dafür ködern, solche Lager auf ihrem Boden zuzulassen, wie das schon in der Türkei geschehen ist (am ehesten wahrscheinlich in Ägypten erreichbar). Im Ergebnis muß die Politik den Mut haben, die Bürger auf die gewaltige Kostenlawine vorzubereiten, wenn Europa auf der halbwegs humanen Seite bleiben will. Unsere EU-Partner werden wahrscheinlich in Deutschland den Hauptzahler sehen, weil Merkel die Lawine 2015 erst richtig losgetreten hat und Deutschland das Hauptziel der Migranten ist. Auch läßt die "schwarze Null" im deutschen Haushalt unsere Partner vermuten, daß hier viel zu holen ist. Es ist höchste Zeit, daß sich die Bundesregierung bei den Kosten ehrlich macht. Von Merkel erwarte ich das allerdings nicht.


2. Frage/Meinung: Die AfD duckt sich nicht weg.

Antwort: Bei den auf uns zukommenden Kosten ist auch die AfD nicht ehrlich. Und sie beschäftigt sich gar nicht erst mit der von der EU befürchteten Sogwirkung von nach ihrer Meinung in Nordafrika einzurichtenden Asylzentren.


1. Frage/Meinung: Man muß die Bedingungen vor Ort ändern, also in Afrika und im vorderen Orient. Hört auf mit dem Krieg und schickt keine Geflügelabfälle nach Afrika.

Antwort: Die Lage in Afrika ist viel komplexer. Dort ist nicht der Krieg, sondern sind Hunger und totale Perspektivlosigkeit die Hauptantreiber. Ihr Hinweis auf die Geflügelabfälle kann da nur ein schlechter Witz sein.



3678 25-06-18: Weiter bis es kracht

2. Frage/Meinung: Deutschland gibt im EU-Vergleich, relativ weniger für Sozialleistungen aus, zugleich ist hier der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund größer. Ergibt sich daraus nicht, daß ein steigender Anteil der Leistungen diesem Teil der hier Anwesenden zukommt? Es wäre interessant, diese Zahl über die Jahre dargestellt zu sehen.

Antwort: Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht nur Zahlen, nach denen sich Jahresquoten für alle Ausländer errechnen lassen. Dieser Anteil ist seit 2014 von 21 % auf 33,4 % erheblich angestiegen, was vor allem durch den Zustrom an Asylsuchenden bedingt sein dürfte. Sie finden meine Grafik dazu hier.


1. Frage/Meinung: Sehr gute Beschreibung. Was mir fehlt, sind die Ursachen. Entwickelt sich das obere Drittel nur entsprechend der Wirtschaftskraft oder aufgrund von Bewertungsänderungen? Steigen Aktien- und Immobilienpreise, dann steigen auch die Vermögen. Sinken die Realeinkommen des unteren Drittels wegen steigender Automation und Globalisierung/Wettbewerbsdruck? Oder sind die Ursachen andere. Wie entwickeln sich die Trends unter der Digitalisierung? Nur wenn die Ursachen verstanden sind, kann man diese auch bekämpfen!

Antwort: Die Ursachen benenne ich immer wieder in den Rundbriefen und kann das nicht jedes Mal wiederholen. Auch auf die Digitalisierung bin ich oft eingegangen. Außerdem habe ich in diesem Rundbrief unter Hinweise auf das DIW mehrere Gründe auf der Verliererseite benannt: die Ausweitung des Niedriglohnsektors, der wachsende Bevölkerungsanteil älterer Menschen, deren Alterseinkommen im Schnitt geringer ist als das Erwerbseinkommen, und außerdem die Zuwanderung, die seit 2007 zugenommen hat. Es geht hier um die Einkommensverteilung, nicht um die Bewertung von Vermögen.



3677 21-06-18: ausche Schuldenunion gegen Migrantenrücknahme

2. Frage/Meinung: Gute Analyse. Aber sie sollten die Begriffe Migranten und Zuwanderer; die Letzteren sucht man sich aus, nicht vermischen.

Antwort: Der amtliche Begriff für Migranten aus den sogenannten Asylherkunftsländern ist nun einmal "Zuwanderer".


1. Frage/Meinung: Alles richtig, aber nur die halbe Wahrheit. Deutschland muß sein Lohnniveau entsprechend seiner Produktivität entwickeln. Also Löhne erhöhen, besonders im unterem Bereich.

Antwort: Ich habe davon gesprochen, daß "die deutsche Konkurrenz zu hart" ist. Über das Lohnniveau habe ich mich in vielen Rundbriefen ausgelassen und muß es nicht jedes Mal wiederholen.



3676 18-06-18: Merkels Signale schieben die nächsten Zuwanderungswellen an

5. Frage/Meinung: Nur durch Abschottung von Europa wird das im Vordergrund stehende "Afrikaproblem" nicht gelöst, einzig der "Eintrittspreis" nach Europa wird sich für jeden Einreisewilligen erhöhen. Vielleicht muß sich Europa an seine verachtenswürdige Kolonialzeit in Afrika erinnern, um zuvorderst die derzeitige merkantile Lage Afrikas zu begründen. Viele Afrikastaaten wurden insbesondere im 19.Jahrh. durch die Europagroßmächte unter Mißachtung aller Menschenrechte und religiöser Ethik in Europa rücksichtslos unter Einsatz von Gewalt ausgebeutet. Europa ist der Hauptadressat, der wenn auch verspätet, hier seine Rechnungen der Geschichte begleichen muß. Das heißt für jeden Europäer Verzicht auf Lebensstandard und Bereitstellung von Geldmitteln zur Wirtschaftsentwicklung der ehemaligen Kolonialstaaten. Vielleicht als Vision - Erschließung von Nordafrika ändern zu einer Wirtschaftszone auf europäischem Niveau.

Antwort: Von einem europäischen Niveau für Nordafrika zu träumen, halte ich für schiere Illusion. Auch die koloniale Verantwortung reicht bei Weitem nicht aus, um den heutigen Zustand Afrikas zu erklären. Vergessen Sie bitte nicht die Dimensionen an Bevölkerung und deren Geburtenraten, die besonders in den muslimischen Gegenden sehr hoch sind. So viel Hilfe, wie da notwendig wäre, können die reichen Länder gar nicht aufbringen, ohne sich bettelarm zu machen. Außerdem versickert in den meisten Ländern sehr viel der Hilfen in der Korruption. Der Marshall-Plan funktionierte in Deutschland doch nur, weil Deutschland eine hochqualifizierte und -motivierte Industriearbeiterschaft hatte. Davon ist in Afrika wenig vorhanden. Daher kann man die Immigration nicht laufen lassen, bis sich eines fernen Tages Afrika auf einem vergleichbaren Niveau befindet. Das gilt auf besonders, weil sonst weiter vor allem die beruflich etwas qualifizierteren Menschen auswandern, die zu Hause dringend gebraucht werden. Die Auswanderung über das Mittelmeer muß auch gestoppt werden, um die schrecklichen Todesraten auf dem Mittelmeer zu verhindern.


4. Frage/Meinung: In China gab es die Ein-Kind-Ehe Warum geht das nicht auch in anderen Ländern?

Antwort: Die 1-Kind-Regel wurde von der KPC brutal durchgesetzt. Sie setzt ein perfektes Überwachungs- und Vollstreckungssystem voraus, das in Afrika kaum vorstellbar ist. Außerdem sind die besonders geburtenstarken Länder muslimische, denen die Religion eine hohe Kinderzahl vorgibt, wobei sich afrikanische Männer relativ wenig um die Kinder kümmern, so daß die Belastung einer großen Kinderzahl sehr oft einseitig bei den Frauen liegt. Nur sehr langfristig und bei höherem Lebensstandard wird in Afrika die Geburtenrrate zurückgehen, wie es auch die UN projektiert.


3. Frage/Meinung: Da stecken ganz andere dahinter, M. ist nur eine Marionette: kopp-report.

Antwort: Mit dem Wort "Marionette" tun Sie Merkel unrecht. Die ist wahrscheinlich die gewiefteste Person, die in der deutschen Politik mitspielt und das nun schon sehr lange. Da ist sie Kohl vergleichbar, den Sie sicher nicht als "Marionette" bezeichnen würden. Der Kopp-Verlag verbreitet nur Verschwörungstheorien ohne Substanz.


2. Frage/Meinung: soll oder kann ich ihren Ausführungen entnehmen, dass die Herren Seehofer, Söder , Dobrindt, Scheuer, Gauland u.a. die Retter Deutschlands vor dem vollständigen Identitätsverlust, Chaos sein könnten, wenn sie nur ihre Politik umsetzen könnten .

Antwort: Sie können meinen Ausführungen nur entnehmen, daß es sehr ernst wird um diese Schicksalsfrage und daß die Lage an den deutschen Grenzen in den kommenden Jahren entscheidend werden wird für Deutschland und Europa.


1. Frage/Meinung: Was nicht gesagt wird, ist dass wir die wirtschaftliche Migration nur eindämmen können, wenn wir die wirtschaftlichen Verhältnisse in Afrika deutlich verbessern. Nur wenn die Menschen in Afrika, die Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben in ihrer Heimat haben, werden sie bleiben. Viele der jetzt Geborenen werden kaum Chance auf ein menschenwürdiges Leben in ihrer Heimat haben, wenn die reicheren Länder nicht massiv Mittel umschichten.

Antwort: Vergessen Sie bitte nicht die Dimensionen an Bevölkerung und deren Geburtenraten. So viel Hilfe, wie da notwendig wäre, können die reichen Länder gar nicht aufbringen, ohne sich bettelarm zu machen. Außerdem versickert in den meisten Ländern sehr viel der Hilfen in der Korruption. Der Marshall-Plan funktionierte in Deutschland doch nur, weil Deutschland eine hochqualifizierte und -motivierte Industriearbeiterschaft hatte. Davon ist in Afrika wenig vorhanden.



3675 11-06-18: Macron und Merkel: Träumen von einem Europa, dessen Zeit längst vorbei ist

2. Frage/Meinung: Vor Kurzem habe ich gelesen, dass zwar der Exportüberschuss D mit USA hoch ist, aber wenn man die Finanzströme mit einbezieht, dann ist das Bild ausgeglichen. D.h. Dividenden und sonstige Erträge aus D, die in die USA fließen entsprechen fast den Exportüberschüssen. Für mich wäre es hilfreich, dies einmal genauer zu beleuchten.

Antwort: Es geht in der Diskussion mit Trump um Arbeitsplätze, die in USA verloren gehen und Trump die Wähler zugeführt haben. Die kann man nicht mit Dividenden und meist spekulativen Finanzströmen verrechnen. Dividenden bedeuten ja auch, daß US Unternehmen zuvor in Europa investiert und Arbeitsplätze geschaffen oder Investitionen ermöglicht haben und eben nicht in USA. Was die Medien da berichten, auch NachDenkSeiten, ist selbst Fake News.


1. Frage/Meinung: Aber es muss ein annäherndes wirtschaftliches Gleichgewicht und annähernd gleiche Lebensverhältnisse in der EU geben. Das ist nur möglich, wenn den armen EU-Mitgliedsländern wirtschaftlich geholfen wird und sie nicht gezwungen werden, ihren Lebensstandard für die Bevölkerung abzubauen (Beispiele: Griechenland, Italien usw.). Wenn es wie jetzt nur um die Maximal-Gewinne der Konzerne geht, wird es kein vereintes Europa geben. Und was heißt Populisten - geben Sie nicht den Bürgerinnen und Bürger eine Stimme für ihre Probleme ? (Populist = populär)?

Antwort: Vergessen Sie bitte nicht, daß die Deutschen Haushalte das niedrigste Durchschnittseinkommen in der Eurozone haben, daß die Krisenländer die hohen Einkommen viel niedriger als in Deutschland besteuern, daß ihnen die EZB mit eigentlich verbotener Staatsfinanzierung und Niedrigstzinsen zu deutschen Lasten hilft, daß es in Italien und Griechenland ein hohes Maß an Korruption gibt, daß beide Länder eine teure Frühverrentung betreiben und vieles mehr. Diese Länder hätten nie zum Euro zugelassen werden dürfen und haben sich beide mit betrügerischen Statistiken hineingemogelt. Man sollte sich nicht wundern, wenn die AfD mit ihren berechtigten Stimmen gegen den Euro und die deutschen Kosten dafür Front macht. Wie kommen Sie darauf, daß ich den Protestierenden keine Stimme geben würde. Wenn Sie meine Rundbriefe aufmerksam lesen würden, wüßten Sie, daß ich viele Proteste teile und daß ich die heutige Kritik der AfD und anderer Populisten schon viele Jahre vorher vertreten habe. Mein Buch "Euro - Die unmögliche Währung" ist jetzt schon 6 Jahre alt, meine ersten kritischen Rundbriefe zum Euro sind es schon 13 Jahre!.



3674 04-06-18: Migrations-Chaos: Was Merkel hätte wissen müssen

5. Frage/Meinung: Es wird generell nur von der "Verursacherin Merkel" bei allen Problemen gesprochen, nicht aber von der dahinterstehenden Partei CDU/CSU. Was die nicht akzeptiert, kann auch eine Merkel nicht durchsetzen, das ist bekannt. Dennoch wird das nicht öffentlich erwähnt, erstaunlich, oder?

Antwort: Da Merkel nicht im Bundestag war oder mindestens im Innen-Ausschuß, der in Eile hätte zusammengetrommelt werden können, gab es auch keine vorherige Absprache mit CDU/CSU und hat vor allem die CSU mit Seehofer sich sehr kritisch geäußert; aber auch in der CDU hat sich Unzufriedenheit gezeigt. Allerdings konnte sich Merkel in ihrer ziemlich einsamen Entscheidung darauf verlassen, daß sich genug "Gutmenschen" finden würden, besonders in SPD/Grüne/Linke und die Medien sie unterstützen würden. So lief das ja auch eine ganze Weile lang sehr gut für sie. Auch aus der Industrie kam viel Zuspruch, da man hier sofort die Lohnkonkurrenz witterte.


4. Frage/Meinung: Vielen Dank für Ihre Aufbereitung der Zahlen und Fakten und die gute Darstellung! Was ich mich immer frage, ist, wer eigentlich die Gesundheitskosten trägt, wird das vollumfänglich von den Krankenkassen getragen?

Antwort: Gesundheitskosten bei Hartz-IV-Empfänger werden zu 50 Prozent der Ausgaben vom Staat über das Sozialbudget bezahlt, der Rest ist von den anderen Versicherten aufzubringen. Das dürfte bei Migranten nicht anders sein.


3. Frage/Meinung: Sie hat es gewußt und Sie hat es bewußt so gemacht. Man will die Menschen gegeneinander ausspielen, man will von den eigentlichen Problemen unserer Gesellschaft ablenken. Man will das Lohnniveau weiter senken und damit die Menschen weiter unter Druck setzen. Es ist alles Notwendig, wenn du aufmuckst nehmen wir einen Flüchtling. " Rückblick im Zorn" ich habe es gekauft, wie alle Ihre Bücher. Sie geben doch die Antwort. Meine Frage ist nur: Wie ist eine Änderung möglich?

Antwort: Vor allem sind Zeit und Aufklärung nötig. Die Menschen haben längst begriffen, daß es mit dem Neoliberalismus so nicht weitergehen kann. Der Populismus ist Ausdruck dieser Entwicklung. In Deutschland auch das Umkippen der regierungsamtlich verordneten Willkommenspolitik.


2. Frage/Meinung: In dieser aktuellen Analyse wurden die hohen Dauerkosten der Migration dargestellt , was in den Medien nicht genannt wird (nicht genannt werden darf?), allerdings vermisse ich die Kosten, die den Kommunen "aufgedrückt" werden, sodass es sich nicht nur um 13 Mrd. Euro jährlich bzw. 63 Mrd. Euro bis 2022 handeln kann. Die Bereitstellung von Wohnraum, die Einstellung von Integrationsbeauftragten bzw. Integrationsmanagern und andere Kosten belasten die Kommunen doch ebenfalls enorm.

Antwort: Die Kosten der Kommunen lassen sich nicht isoliert darstellen, da sie zu einem großen Teil vom Bund als "Sozialtransfers an Flüchtlinge" (21 Mrd. Euro) übernommen werden, z.B. als H4-Leistungen für Wohnraum, und da 8 Mrd. Euro vom Bund an Länder und Kommunen als Entlastung für deren Kosten überwiesen werden sollen. Da das nach Ansicht der Länder nicht ausreicht, habe ich in die Rechnung noch einmal 16 Mrd. Euro eingestellt. Da die Länder für die Kosten der Kommunen aufkommen, lassen sich die Beträge nicht trennen.


1. Frage/Meinung: Mir ist die Message hier nicht so klar. Geht es darum, was Merkel hätte wissen müssen, die Belastung der Flüchtlingskrise, oder (unausgesprochen) warum das Thema jetzt nach der Wahl hochkocht? Neben der Flüchtlingskrise gibt es mehrere unausgesprochene Themen: - Wie ist die Balance bei Behörden zwischen Rechtsstaatlichkeit und Effizienz ? Was man liest, scheint Herr Weise die Balance Richtung Effizienz verschoben zu haben und dabei kommt ein politischer Wille möglichst wenig Ablehnungen zu provozieren . - Will CSU nicht vor der Wahl sich mit Flüchtlingsthemen vor der Bayernwahl von der AfD abgrenzen? - Will die CDU nicht einen neuen Kanzler Mitte der Legislaturperiode , um bei der nächsten Wahl eine bessere Chance zu haben? Solange die real abgeschobenen Flüchtlinge nicht steigt, sind dies für mich einfach politische Manöver, die wenig Bedeutung haben.

Antwort: Ich spekuliere nicht über politische Manöver. Der Rundbrief soll in einer umfassenden Bilanz die volle Verantwortung von Merkel aufzeigen und den Umfang des Schadens, der eingetreten ist und noch eintreten wird. Herr Weise hat nicht einsam gehandelt, sondern war von Merkel dafür bestimmt worden, Geschwindigkeit zu produzieren, obwohl er nicht das nötige Personal bekam.



3673 28-05-18: "Digital Sein" oder "Nichtsein"?

1. Frage/Meinung: Die Problembeschreibung und die Problemgröße sind sehr überzeugend. Beim "Was Tun " bleibt es bei einer Zusammenstellung der gegenwärtig diskutierten Vorschläge, die alle noch wenig überzeugend sind. Einfacher könnte es sein, for the many die Steuern und Sozialkosten zu verringern, und for the few die Einkommenssteuer/Kö rperschaftssteuer zu erhöhen und erneut Vermögenssteuer zu erheben und damit aus Steuermitteln die Renten/Kranken/Pflegeversicherung sowie Aufstockungen zum Gehalt zu finanzieren. Auch die dazu nötige Abstimmung zwischen den Ländern müsste weit über die EU hinaus reichen.

Antwort: Warum die Vorschläge nicht überzeugend sind, verraten Sie nicht. Einfach hau-ruck oder zicke-zack für die einen die Steuern/Abgaben zu senken und für die anderen zu erhöhen, läuft bekanntlich in unserer Gesellschaft nicht und kann schon deshalb nicht überzeugen.


2. Frage/Meinung: Was mir medial fehlt, ist die Diskussion des Themas und deren gesellschaftliche Auswirkung. Wo sehen wir uns als Gesellschaft in 10J? Natürlich wird die Technik es immer mehr Kontrolle erlauben (Stichwort das chin. soziale rating System). Wie wird künftig der soziale Zusammenhalt aussehen ? Zuwanderung und Flüchtlinge? Globalisierung? Wie wollen wir die Alten versorgen (Japan setzt auf Robotik und Technik, D eher auf Zuwanderung)? Ausbildung (brauchen wir noch die traditionelle Schule oder kann jeder Schüler individuell lernen?) Durch KI müssen wir alle politischen Spezialthemen integriert besprechen und neu durchdenken. Diese Diskussion fehlt. Es gibt einzelne Interessensgruppen, die versuchen einzelne Themen zu besetzen. Die Politik und die Medien halten sich komplett aus dem Thema heraus und zeigen bei ihrer Aufgabe, gesellschaftliche Diskussionen zu strukturieren eher ein Totalversagen.

Antwort: Gesellschaftliche Auswirkungen habe ich mehrfach aufgezeigt. Eine komplette Diskussion halte ich derzeit für kaum möglich, ohne in Mutmaßungen abzugleiten oder Panikmache, wie Ihr Hinweis auf das chinesische Rating (Deutschland wird auch mit Digitalisierung nicht China). Das eigentliche Problem ist die Spaltung der Gesellschaft und auf diese Gefahr habe ich deutlich hingewiesen.



3672 15-05-18: Bricht nun Italien den Euro

5. Frage/Meinung: Warum soll eine Beibehaltung der Niedrigzinsphase zum Kreditkollaps führen? Ist es nicht vielmehr bei einer Erhöhung so???

Antwort: Die Niedrigzinsen führen zu einer gigantischen Ausweitung des Kreditvolumens und sehr viel Spekulation, wie vor der letzten Krise.


4. Frage/Meinung: Aus Abb.16905 zeigt sich zwar der Wert von 3,1% in 1998 als knappen Sonderwert f ür die Maastricht-Grenze, jedoch nicht im Folgejahr 1999 sondern 10 Jahre später 2009 waren es die im Text erwähnten 5,3%. Interessant an solchen Darstellungen wäre die Entwicklung des Haushaltsdefizits als Vergleich der Nationen Deutschland , Frankreich, Italien über den Zeitraum zwischen 2000 - 2017 , jedoch in ein und derselben Grafik (EU-Kommission Ameco). Ihre Schlussfolgerung für den Austritt Griechenlands und Italiens aus dem Euro ist nachvollziehbar und vielleicht mit Turbulenzen verbunden, jedoch die "sauberste" aller Lösungen. Aber da wird Merkel & Co. leider nicht mitziehen bzw. die fehlende Einsicht haben.

Antwort: Der Text ist korrigiert. Den breiteren Vergleich der Defizite finden Sie hier. Nur 35 % der italienischen Staatsschuld ist gegenüber dem Ausland und damit bei Ausstieg aus dem Euro einer Aufwertung unterworfen. Der riesige Targetsaldo würde an der Bundesbank hängen bleiben, ebenso Verbindlichkeiten gegenüber der EZB nicht mehr einbringlich.


3. Frage/Meinung: Mir ist nicht klar, wie das Vermögen der Bevölkerung der Länder gemessen wird. Zählen dazu auch erworbene zukünftige Ansprüche der Alterversorgung? Zur Steuer: http://www.microtax.ch/de/2016/09/28/idee-deutsch/ schlägt eine Mikrosteuer auf jeden Zahlungsverkehr von 0.25% vor, um alle Steuern zu ersetzen. Mir scheint das eine gute Idee. Was halten Sie davon?

Antwort: Die staatliche Altersversorgung zählt nicht dazu, weil - wie Deutschland zeigt - die Rentenansprüche höchst unsicher sind. Eine einheitliche Mikrosteuer würde die Reichen wie die Armen behandeln und wäre höchst unsozial.


2. Frage/Meinung: Was mich interessieren würde ist, wieso der Norden wirtschaftlich besser ist als der Süden. Klar hängt es mit der Industrie zusammen, die sich vorwiegend dort lieder läßt, wo gebildete Arbeiter zu finden sind (?). Ist der Süden 'dümmer'? Oder ist es einfach zu heiß für effektives Arbeiten?

Antwort: Mit der Hitze dürfte es in modernen Zeiten nicht viel zu tun haben, auch nicht mit Dummheit. Wichtiger ist das hohe Niveau an Korruption und das Staatsversagen in Rom. Bei einem angemessenen Steuersystem wären genug Gelder da, um größere Programme im Süden zu fahren.


1. Frage/Meinung: Grausige Aussichten fürwahr! Der Austritt aus deem Euro scheint mir dennoch politisch sehr schwierig. Die dabei entstehenden Verbindlichkeiten für Italien könnte das Land doch gar nicht tragen, oder?

Antwort: Man müßte Italien beim Austritt helfen. Das wäre immer noch billiger als dauernde Zahlungen und Unruhe im Euro, zumal mit einer Regierung, die sich nicht mehr an die Spielregeln hält. Man sollte die Entscheidung in den Händen Italiens belassen.



3671 09-05-18: PKS 2017: Wie man die Gewaltkriminalität der Zuwanderer vernebelt

1. Frage/Meinung: Zugegeben, die staatlichen Veröffentlichungen sind, wie immer, ungeschickt. Statt zu verhindern, dass der Unmut der Deutschen Bevölkerung überkocht erreicht man nur kritische Nachfragen und Unglauben. Andererseits erwarte ich von Ihnen, dass Sie zumindest darauf hinweisen, dass hier von VERDÄCHTIGEN, nicht von TÄTERN gesprochen wird, sonst kann Ihr Bericht sehr wohl zur Unterfütterung von AFD nahen Aktionen missbraucht werden. Unabhängig davon bewerte ich die Arbeit gut.

Antwort: Ich habe mehrfach von "tatverdächtigen Zuwanderern", "verdächtigen Gewalttätern" und "Tatverdächtigen" gesprochen. Was hätte ich noch tun sollen? Außerdem geht es hier um aufgeklärte Straftaten, bei denen nur die Verurteilung aussteht. Der Verdacht also ein durch die Aufklärung erhärteter.



3668 30-04-18: PKS 2017: Ist Deutschland nun ausreichend sicher?

1. Frage/Meinung: .. und wir sollten darauf achten, dass die kriminellen Aktivitäten auch altersentsprechend gematcht werden. 14% aus dem Asylanten- u.ä. - Milieu klingt sehr viel, wie viel ist es aber im Vergleich zu einer altersentsprechend gematchten Gruppe der Durchschnittsbev ölkerung oder der lupenrein "Indigenes"?

Antwort: Selbst altersgematched sind 14 % sehr viel, zumal der Anteil an Straftaten gegen das Leben und an schweren Sexualstraftaten nach der PKS von 2016 noch viel höher liegt. Nach der PKS 2016 lag der Anteil an solchen Straftaten noch ohne die schutz- und asylberechtigten Zuwanderer bei 13 % bzw.15 %, würde also mit den schutz- und asylberechtigten Zuwanderern noch wesentlich höher liegen.



3667 23-04-18: Die Hyperglobalisierung und die deutsche Lohnentwicklung

3. Frage/Meinung: Bezugspunkt von Tabellen ist häufig das Medianeinkommen. Dessen Definition ist klar. Unklar ist, wie hoch der tatsächliche Wert jeweils ist. Das gilt nicht nur für Ihre Darstellungen, sondern auch sehr allgemein in Presseartikeln. Könnten Sie einmal die absoluten Zahlen des jeweiligen Medianeinkommens wenigstens annähernd darstellen? Es wäre ganz allgemein für die Bewertung von Aussagen sehr hilfreich .

Antwort: Die Armutsgrenze bei 60 % des Medianeinkommens bedeutet für Deutschland in 2016 ein Monatseinkommen von 1.063,75 Euro für eine Einzelperson und 2.233,92 Euro für einen Haushalt von 2 Erwachsenen mit 2 Kindern jünger als 14 Jahre.


2. Frage/Meinung: Vielleicht könnten Sie zur (gefühlten) Verquickung der deutschen Regierung mit den Bank- und Konzernspitzen und der daraus ableitbaren Politik Ergebnisse vorlegen.

Antwort: Die Verquickung ist nicht nur gefühlt. Immer wieder wechseln frühere Regierungsangehörige in lukrative Jobs der Privatwirtschaft, auch solche mit denen sie noch aus der Bundesregierung heraus zu tun hatten. Selbst Ex-Bundeskanzler Schröder hat einen lukrativen Job bei Gazprom angenommen. Die Fälle sind bekannt und werden immer wieder von kritischen Medien aufgegriffen. Umgekehrt hat beispielsweise der Finanzminister Beratungsleistungen von privaten Beratungsunternehmen angeheuert. Es gibt vor allem viele Gesprächskreise und Stiftungen, die Begegnungen zwischen Regierung und Wirtschaft organisieren. Und es gibt natürlich Parteispenden und in Einzelfällen auch Bestechung. Was allerdings im "stillen Kämmerlein" passiert wird sehr selten bekannt. Daher kann ich hier keinen zusätzlichen Beitrag leisten.

1. Frage/Meinung: Interessant wären natürlich qualifizierte Kritiken von Lesern mitlesen zu können, die vergleichbar empirisch unterlegt sind. Ich würde mich sehr freuen, wenn sie derartige Reaktionen bevorzugt in Ihren Stellungnahmen berücksichtigen könnten.

Antwort: Es gibt nicht sehr viele Kritiken von Lesern mit empirischer Unterlegung. Wenn Sie kommen, gehe ich in aller Regel darauf ein.



3666 16-04-18: Wie lange kann sich Putins Rußland einen neuen "kalten Krieg" leisten?

5. Frage/Meinung: Wie schrecklich Giftgas ist weiß jeder, das brauchten Sie hier nicht wieder auszubreiten . Das Sie aber sofort und auch hier wussten, wer der Böse war, der das Gift eingesetzt hat das hat mich erschreckt. Das Bauchgefühl der Dame May ist Ihnen informativer als Ihr gesunder Menschenverstand.

Antwort: Nein, offensichtlich wird von einigen Putin- und Assadanhängern die Schrecklichkeit von Giftgas gern verdrängt, wenn sie den Waffeneinsatz zur Verteidigung der Giftgaskonvention ablehnen und auf einer wegen des russischen Vetos unerreichbaren vorherigen Zustimmung des Sicherheitsrats der UN bestehen. Ihr flapsige Bemerkung, ich hätte sofort gewußt, wer der Böse war und daß ich mich an May's Bauchgefühl orientiere, zeigt nur, daß Sie den Rundbrief nicht sorgfältig genug gelesen habe. Ich habe bewußt nicht von einem "Wissen" gesprochen, sondern nur von einem "Verdacht". Und der erhärtet sich leider, je länger die Inspektoren an Ihrer Untersuchung gehindert werden. Arbeiten Sie bitte weniger mit Unterstellungen mir gegenüber und bestreiten Sie mir nicht in beleidigender Form den gesunden Menschenverstand. Das ist doch nur primitiv!


4. Frage/Meinung: In Rußland wird der Präsident direkt vom Volk gewählt! In Deutschland nicht, da wird er ausgekungelt. " autoritäres Regime unter Putin" ist völlig daneben, auch die Wirtschaftsdaten sind nicht vergleichbar, da Rußland als größtes Flächenland der Erde noch riesige Gebiete hat, wo die Menschen im Einklang mit der Natur leben wie vor tausend Jahren. Ich bitte um Nachsicht, aber dieser Rundbrief, der ist voll daneben.

Antwort: Vielen Dank für die Nachhilfe. Nur ist die Rolle von Putin nicht mit der von Steinmeier zu vergleichen. Und das Rußland ein Hort der Demokratie ist, werden Sie mir nicht weismachen wollen. "Autoritär" ist vielleicht noch untertrieben. Die Wirtschaftsdaten sind durchaus vergleichbar, denn die meisten Menschen leben nicht in der russischen Fläche. Und der Einklang mit der Natur ist eine nicht exemplarische Romantik. Mit so wenig Lebenserwartung ist man kein besonders glücklicher Mensch. Die weitaus meisten Leser kommen nicht zu Ihrem sehr unfreundlich formulierten Schlußurteil.


3. Frage/Meinung: Ich halte seit Jahren sehr viel von Ihren Rundbriefen aber in diesem Fall haben Sie wirklich die Meinung von ARD/ZDF und Frau Merkel / Maas wiedergegeben.

Antwort: Muss ich denn immer eine andere Meinung haben? Mit Syriens Chemiewaffenprogramm habe ich mich schon vor Jahren sehr intensiv beschäftigen müssen. Und Deutschland und Giftgas sind leider eine besondere Gleichung, die man hier gerne vergessen möchte.


2. Frage/Meinung: Ich bin von Ihnen enttäuscht! Das hat nichts mit einer anderen Meinung zu tun!

Solch einen offensichtlichen Russenhass habe ich bei ihnen sonst nicht bemerkt obwohl ich sie schon Jahre hier lese. Wirtschaftlich sind sie ein hervorragender Analyst, aber solche politischen Äußerungen sollten sie sich verkneifen.

Ich bin enttäuscht, dass auch Sie (als heller und kritischer Kopf) bei der billigen Hetzkampagne gegen Russland mitmachen.

Antwort: Es ist schade, daß man auf eine andere Meinung gleich so emotional reagiert, mit Enttäuschung und dem Vorwurf von Russenhaß, einer billigen Hetzkampagne gegen Rußland. Es fällt vielen Lesern offensichtlich schwer, Kritik an Putin zu ertragen. Ich kann übrigens auf der Basis meiner eigenen beruflichlichen Erfahrung in der Bundesregierung noch zur deutschen Verantwortung hinzufügen, daß Giftgasanlagen vor Jahren illegal aus Deutschland nach Syrien exportiert wurden.


1. Frage/Meinung: und ihren Vergleich der "Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung in USD-Kaufkrafteiheiten" vermisst man schmerzlich den Vergleich der Lebenshaltungskosten. Dass da die Lebenserwartung (noch) nicht die westliche ist kann man ihm nun wirklich nicht vorwerfen! Gerade von Ihnen bin ich eigentlich gewohnt, dass sie sorgfältig recherchieren bevor sie etwas veröffentlichen - um so mehr bin ich über diesen Artikel erstaunt bis entsetzt. Was ist dafür wohl der Hintergrund ? Tatsächlich auch die einfache Tatsache, dass Sie wie fast alle damals "betroffenen " Menschen einer Generation angehören, die gegen Russland einen Krieg verloren hat ?

Antwort: Bei Kaufkrafteinheiten werden die Lebenshaltungskosten berücksichtigt. Die Lebenserwartung ist ein sehr guter Indikator und hier geht es wirklich nicht um einen kleinen Unterschied, wie Sie mit "noch nicht die westliche" suggerieren. Bösartig ist die Unterstellung, ich sei durch den gegen Rußland verlorenen Krieg zur Kritik an den russischen Verhältnissen motiviert. Ich leite im Gegenteil gerade von dem mörderischen Krieg gegen Rußland sehr viel Sympathie für ein Land ab, das ich jahrelang immer wieder besucht und kennengelernt habe. Diese Sympathie muß ich allerdings nicht auf Putin übertragen. Ich bin auch noch nicht so alt, daß ich seinerzeit am Krieg hätte teilnehmen können, wie Sie unterstellen.



3664 03-04-18: Die Kraft der Zahl: Wann sind Migranten in der Mehrheit?

5. Frage/Meinung: Die Einwohnerstatistik habe ich zur Kenntnis genommen, interessant aber !UND WAS NUN ??? Durchaus kann man die Statistik auch auf 100 % Migration darstellen man muss nur weit genug zurück rechnen!

Antwort: 1. Für 100 % Migration müssten die Deutschen zu 100 % aussterben. Was soll diese unsinnige Annahme.? Die hier dargestellte zwei Generation sind die Enkelkinder von heute. Soll man sich dafür nicht interessieren.


4. Frage/Meinung: Könnten Sie nicht statt über die Ausländer Fakten zur Korruption in Berlin bringen ?

Antwort: Meine Arbeit konzentriert sich auf die Entwicklung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse. Korruption überlasse ich gerne investigativen Journalisten.


3. Frage/Meinung: Viel größer ist aber die Gefahr , dass solche Zahlenspiele von "interessierten Kreisen" benutzt werden, um Gespenster in die Welt zu entlassen, die dann ihr Unwesen treiben und auf diese Weise an den Grundfesten unserer Gesellschaft und unserer Demokratie rütteln.

Antwort: Man darf sich nicht blind machen, nur weil Daten der AfD nützen könnten, für die auch ich nichts am Hut habe.


2. Frage/Meinung: Ich wehre mich nach wie vor gegen Extrapolationen über 60 Jahre (Abb. 19979). Auch wenn sie vom DESTATIS stammen. Das ist nicht seriös sondern Meinungsmache. Warum veröffentlicht das Amt nicht das gesamte Spektrum seiner Berechnungen? Mathematisch kann der dargestellte Fall eintreten aber es kann eben auch vollkommen anders kommen . Nicht umsonst sagen Statistiker: "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen."

Antwort: Natürlich sind Prognosen schwierig. Doch die Geburtenziffern des StaBuA sind ziemlich zuverlässig und ändern sich allenfalls langfristig und nur sehr begrenzt. Ich habe bei meiner Modellrechnung im Text darauf hingewiesen, daß sich die Geburtenziffer der Frauen mit Migrationshintergrund der von Einheimischen annähern kann. Bei muslimischen Frauen ist das allerdings bisher kaum zu beobachten, deswegen der große Abstand in den Geburtenziffern.


1. Frage/Meinung: Ist das Thema nicht eher, integriert oder nicht? Ein Migrant kann sich schon in der ersten Generation integriert haben. Implizit spielen Sie mit der Assoziation Migrant gleich schlecht integrierbar. Aber würden wir Russlanddeutsche als schlecht integriert empfinden? Oder Osteuropäer? Oder Teil der Türken stämmigen? Meines Erachtens eher nein. Parallel haben wir andere Gruppen, die sich wenig integrieren . Hier fehlen uns die Ursachen. Ist der Grund, dass man diese Gruppe allein läß t, oder dass diese sich in einer Parallelgesellschaft zurückgezogen haben? Aber haben wir diese Parallelgesellschaften nicht auch bei Deutschen?

Antwort: Die Assoziation ist "Migranten aus bestimmten Regionen = überwiegend schwer integrierbar", nichts anderes. Das fängt mit der Sprache an und der oft fehlenden Bereitschaft, sich zu integrieren. Auch sinkt die Notwendigkeit zur Integration, wenn sich der Migrant freiwillig in die Diaspora seiner Landsleute zurückgezogen hat, wo er seine Sprache und Kultur fortsetzen kann.



3663 26-03-18: China hat mit einer aggressiven Handelspolitik einen Handelskrieg heraufbeschworen

1. Frage/Meinung: Beruht der deutsche Handelsbilanzüberschuss - als Exportweltmeister - etwa nicht auf der Ausbeutung der Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor, auf miserabel bezahlter Leiharbeit, auf merkwürdigen Werks- und Subunternehmerverträgen und sonstigen Schweinereien der Wirtschaft und der Politik? Leben wir in Deutschland etwa noch in einer Demokratie ? Wer das glaubt, der leidet an einer Wahrnehmungstrübung.

Antwort: Sie scheinen mir selbst an einer Wahrnehmungstrübung zu leiden, wenn Sie Deutschland auf eine Stufe mit der chinesischen Parteidiktatur stellen. Die Ausbeutung in Deutschland, die ich immer wieder kritisiere, ist nur ein Bruchteil der chinesischen. Dort ist der Niedriglohnsektor überall (wenn auch nicht bei den Parteibonzen und einer Gruppe von parteikonformen Neureichen), bei uns arbeiten 22 % mit Niedriglohn und der ist immer noch wesentlich höher als der von chinesischen Wanderarbeitnehmern. Es gibt in China keine parteiunabhängigen Gewerkschaften und kein Streikrecht. Ausserdem gibt es in China nicht eine Entsprechung zum deutschen System der Sozialversicherung. Wer als Wanderarbeitnehmer seinen Job verliert, wird aufs Land zurückgeschickt, wo die meisten herkommen. Krankenhäuser verlangen Vorkasse. Die Umweltstandards, unter denen ein grosser Teil der Arbeitnehmer beschäftigt ist, können nur als miserabel bezeichnet werden. Und vieles mehr, was ich hier nicht alles auflisten will. Übrigens ist China und nicht Deutschland seit einigen Jahren Exportweltmeister.


1. Frage/Meinung: Von Demokratie kann bei uns allerdings auch nicht mehr uneingeschränkt gesprochen werden.

Antwort: Wollen Sie wirklich die chinesische Parteidiktatur, die das Volk trotz heutigem Internet noch perfekter kontrolliert als seinerzeit die Nazis die Deutschen, mit Deutschland vergleichen?



3662 19-03-18: Die Agenda 2010

1. Frage/Meinung: Warum nehmen Sie nur die SPD in Haftung? Sind nicht auch die Gewerkschaften beiteiligt ? Eigentlich alle gesellschaftliche Gruppen. Warum bezeichnet man HartzIV nicht als dass was diese sind? Entlastungen des Staatshaushaltes indem es weniger Menschen ohne aber mehr Menschen mit prekärer Arbeit gibt. Vergleichen Sie das gleiche Arbeitsvolumen mit mehr Menschen im Arbeitsmarkt. Eigentlich wäre die richtige Maßnahme bei weniger Arbeit pro Beschäftigten die Arbeitszeiten zu senken! Arbeitsvolumen / Beschäftigte. Dies könnte man sogar gesetzlich regeln, indem die Arbeitszeit nach dem Volumen des Vorjahres definiert würden.

Antwort: Die SPD muss man in Haftung nehmen, weil sie ihr Programm und ihre Wähler verraten hat und noch verrät. Das ist anders als bei den Gewerkschaften und anderen politischen Gruppen. Die Gewerkschaften sind im Übrigen auch Opfer der Hartz-Gesetze, weil ihre Mitglieder deswegen kaum noch Streikbereitschaft haben (Ausnahme Ver.di, weil die Mitglieder im öffentlichen Dienst sichere Jobs haben).

Es ging bei Hartz nicht primär um den Staatshaushalt, zumal die Staatsverschuldung noch gering war. Arbeitszeitsenkungen kann man nicht nach Konjunkturverlauf gesetzlich regeln, weil es in jeder Branche und jedem Betrieb anders aussieht und teilweise Facharbeitermangel herrscht. Daher sind die Senkungen der Vergangenheit nicht konjunkturell erfolgt, sondern mit Rücksicht auf die Arbeitsbelastung der Beschäftigten. Nein, Hartz hatte nicht die Senkung der Staatsausgaben sondern der Arbeitslosigkeit versprochen, die aber nicht eintrat (siehe Rundbrief) und als sie dann viele Jahre später kam, war sie weitgehend das Ergebnis von statistischen Tricks und prekärer Beschäftigung (siehe Rundbrief). Prekäre Beschäftigungen lassen sich anders vermeiden: hohe Mindestlöhne mit strikter Kontrolle, mehr Verbindlichkeitserklärungen von Tarifverträgen, Arbeitslosengeld wieder bei zwei Jahren, stärkere Reglementierung der Leiharbeit, Bekämpfung von Dumping-Importen, Abbau von Überstunden durch ein staatliches Genehmigungsverfahren, Ankurbelung der Binnenkonjunktur etc..



3660 04-03-18: Armut in einem reichen Land und die Konkurrenz der Migranten

4. Frage/Meinung: Sie schreiben sich die Finger wund und liefern Fakten über Fakten..... to no avail whatsoever?!?!

Antwort: Sie können mich nicht entmutigen (das wird nur mein Alter oder das Desinteresse der Leser tun). Erstens gibt es sehr viele sehr dankbare Leser, die die Rundbriefe auch weiterreichen und sie als Unterstützung für ihre eigene Orientierung und die Diskussionen in den verschiedenen Kreisen sehen. Zweitens habe ich meine Arbeit immer nur als sehr kleinen Teil einer größeren Offensive in Gegenöffentlichkeit verstanden und bin dabei Überzeugungstäter. Drittens zeigt die erstaunlich aktive populistische Bewegung in vielen Ländern der Welt, wie aufgewühlt und unzufrieden Menschen sind und wie sie nach alternativen Politiken suchen. Jedenfalls steigt das Mißtrauen großer Teile der Bevölkerungen in das "weiter so", auch wenn in Deutschland der SPD aus der Angst vor den Wählern und Neuwahlen nichts anderes einfällt. Schließlich zeigen die Medien, wie SPON, daß auch dort wegen der besseren Verständlichkeit zunehmend mit der Methode der grafischen Darstellung gearbeitet wird; ich kann damit also nicht ganz falsch liegen.


3. Frage/Meinung: Solange eine Statistik nicht hilft die Ursachen zu identifizieren, ist diese eher unnütz.

Antwort: Ich halte es für sehr wichtig, über die Armutsentwicklung zu berichten und sie international zu vergleichen. Wenn Sie diese Statistik für unnütz halten, können Sie sich nicht orientieren und sollten auch die Rundbriefe besser abbestellen. In meinen Rundbriefen wird immer wieder über die Ursachen der Armut berichtet. Das kann ich nicht jedes Mal wiederholen, weil dieser schon ohnehin lange Rundbrief die Aufnahmebereitschaft der meisten Leser sonst überfordern würde. Ihre nackte Aufzählung von Ursachen bringt gar nichts. Eigentlich hatte ich statt Beckmesserei von Ihnen etwas Anerkennung und Dank erwartet.


2. Frage/Meinung: Bezüglich der Tafel in Essen möchte ich anmerken, dass dieses Problem, dass sehr viele Ausländer die Tafel in Anspruch nehmen wollen, auch anderweitig vorherrscht . Allerdings wurde anderweitig das Problem organisatorisch angegangen und zum gr ößten Teil auch gelöst, es bedurfte keiner Diskriminierung von Ausländern. Bei Menschen in Not darf die Herkunft keine Rolle spielen. Ansonsten sind Ihre Aufarbeitungen und Grafiken ernüchternd und teilweise auch erschreckend.

Antwort: Bei anderen Tafeln dürfte der Ausländeranteil nicht bei 75 % liegen. Keiner verhungert in Deutschland, auch ohne die Tafeln. Wer in Deutschland Asyl bekommt, wird auf dem Niveau von Hartz-4 versorgt, viel besser als in den meisten anderen Aufnahmeländern. Wessen Asyl abgelehnt wurde, sollte nicht in Deutschland bleiben. Aber viele Ausländer dürften zu den Tafeln kommen, um Geld zu sparen und nach Hause zu schicken, oder - wie auch bei Deutschen - die bescheidenen öffentlichen Leistungen aufzubessern. Eine Bundesregierung, die nichts für die Bekämpfung der heimischen Armut getan hat, kann nicht noch den einheimischen Armen den Zugang zu den Tafeln durch Hereinwinken von Ausländern erschweren, wie es Merkel und in der GroKo auch die SPD bisher getan haben.


1. Frage/Meinung: Der Begriff 'Armutsrisiko' ist bekanntermaßen ein leidiger Euphemismus. Daß es sich dabei um eine 'Armutsquote' handelt, sollte immer wieder explizit gemacht werden.

Antwort: Es ist leider nicht so einfach. Der Begriff macht nur an der Einkommenssituation fest. Menschen mit niedrigem Einkommen können aber Vermögen aus früher höherem Einkommen oder Erbschaft haben.



3659 26-01-18: Westbalkan und Ukraine: Migration und Niedrigstlohnkonkurrenz

1. Frage/Meinung: Wenn der starke Andrang von Asylbewerbern aus dem Westbalkan in der Vergangenheit - seit 2012 - mit der Erhöhung der Geldleistungen vom Bundesverfassungsgericht begründbar ist, so müsste doch die EU-Kommission darauf hinarbeiten, dass diese Leistungen in gleicher Höhe auch in allen anderen EU-Staaten erbracht werden. Überlässt man die Höhe der Leistungen den nationalen Regierungen uneingeschränkt?

Antwort: Die anderen Länder haben kein oberstes Gericht, daß die Sozialleistungen auf das Niveau der einheimischen anhebt. Die sind sehr froh, wenn Deutschland attraktiver ist und werden das nicht ändern.



3658 19-02-18: Wie "die da oben" die öffentliche Meinung manipulieren

5. Frage/Meinung: Wenn alle Zitate mit genauen Quellenangaben versehen worden wären (nicht nur z.B . "Spiegel"), so hätte ich 5 Punkte gegeben. Mir ist klar, dass Sie als Privatmann für eine private, nicht kommerzielle Webseite, also einem "persönlichen Steckenpferd ", nicht einen solchen Aufwand wie ein kommerzielles Nachrichten-Medium, das über weitaus mehr Resourcen verfügt, betreiben können und wahrscheinlich auch nicht wollen.

Antwort: Die Quellen sind leicht für jeden zu finden. Sie brauchen bei Google nur den Namen "SPIEGEL" eingeben und einen Teil des Zitats und schon sind Sie an der Quelle!


4. Frage/Meinung: Kleber hat kein Experiment gemacht, sondern seine tägliche Arbeit beschrieben. Gerade weil er die Anfälligkeit seiner Pappenheimer für Propaganda kannte, konnte er sein "Experiment" als Parodie verkleistern und Entsetzen über die fehlende Reflektion simmulieren. Kleber ist kein Journalist, er ist ein verlogener , charakterloser, transatlantisch indoktrinierter Karrierist.

Antwort: Noch einmal: Hier ging es nicht um Kleber sondern die Reaktion im Publikum, die er nicht simuliert oder erfunden hat.


3. Frage/Meinung: Schon mal was von 4. Gewalt gehört und warum es Journalisten an den Kragen geht? Die sogenannte Lügenpresse ist eine Seite, die Recherche zum Beispiel von der Frau Caruana auf Malta ist eine andere.

Antwort: Dann glauben Sie mal schön weiter an die Medien und die Journalisten, denen es angeblich an den Kragen geht. Malta ist bekanntlich nicht Teil von Deutschland.


2. Frage/Meinung: Was mich interessieren würde ist ihre Meinung zu Russland.

Antwort: Putin ist für mich der KGB in der Regierung, nicht viel mehr, wenn auch vielleicht nicht unvermeidbar nach Jelzin, etc. und dem Spiel des Westens mit Nato-Ausdehnung und Ukraine.


1. Frage/Meinung: Claus Kleber als Unschuldsengel in Meinungsmache kann ich nicht nachvollziehen, da er bei der Atlantikbrücke involviert ist.

Antwort: Ich habe hier keinen Unschuldsengel präsentiert, sondern auf die Reaktion im Publikum hingewiesen.



3655 05-00-18: Deutschland verliert den Bildungswettbewerb gegen wichtige Konkurrenten

2. Frage/Meinung: Wir sollten wesentlich mehr Wert auf bewährte Bildungssysteme legen, die durch folgende Faktoren gekennzeichnet werden: 1. Unbedingte Disziplin durchsetzen 2. Getrennten Unterricht für Normalschüler und für Schüler mit "Förderbedarf" (war alles schon mal da.)Keine "Privatschulen" 3. Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer nach 3 bzw. 4 Jahren abschließen (Was soll der Quatsch "Lehramtsanwärter"), aber Fortbildung planmäßig ansetzen (war auch schon mal da.) 4. Einheitliches Bildungssystem in ganz Deutschland (spart man Verwaltungspersonal) 5."Schmalspur"-Abitur wieder zum Abitur machen (hat etwas mit allseitig gebildeter Persönlichkeit zu tun) Es müssen noch mehr hier nicht aufgeführte Probleme gelöst werden.

Antwort: Schön und gut. Doch im Rundbrief geht es nicht um Inhalte sondern Finanzen und Personal, die Grundvoraussetzung für jedes Bildungssystem.


1. Frage/Meinung: In allem einverstanden, bis auf den "zu geringen Anteil politischer Bildung". Dieses Fach ist ein Einfallstor für regierungsamtliche Indoktrination und ein Ausbau ginge zu Lasten des wichtigen Geschichtsunterrichts.

Antwort: Wenn junge Menschen nicht verstehen, wie die politischen Verantwortungen verteilt sind, wie die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen funktionieren, sind sie der Indoktrination durch Medien, Verbände und Regierungsstellen umso mehr ausgeliefert. Das ist m.E. noch wichtiger als mittelalterliche Geschichte, deutsche Könige und Kaiser und was sonst noch alles als Geschichte unterrichtet wird, ausgenommen natürlich die Entstehungsgründe der Weltkriege und der Völkermord.



3654 29-01-18: Immer weniger Vertrauen in Regierungen, Medien und Eliten

1. Frage/Meinung: Korreliert die immer vergrößernde soziale Schere und mit dem Vertrauensverlust? Ich vermute es. Und je größer die Schere und der Vertrauensverlust wird, desto größer ist die Gefahr, daß sich gefährliche politische Ideologien durchsetzen können.

Antwort: Der erhebliche Vertrauensverlust in die Bundesregierung und die politischen Parteien seit 2014 dürfte in der Tat mit der sozialen Entwicklung, und zuletzt auch mit der Flüchtlingspolitik zusammenhängen.



3653 26-01-18: Die immer perversere deutsche Vermögensverteilung

4. Frage/Meinung: Dass Luxemburg und die Schweiz niedrigere Grenzsteuersätze als Deutschland haben verwundert nicht. Warum jedoch hat Norwegen den niedrigsten Grenzsteuersatz mit 38,7%, weit weniger als die anderen skandinavischen Länder? War das schon immer so? Zurückzuführen auf den Ölreichtum der Norweger?

Antwort: Ja, Norwegen ist mit Öl und Gas sehr reich und kassiert hohe Steuereinnahmen davon.


3. Frage/Meinung: der Vergleich Deutschland/Frankreich und Spanien hinsichtlich der Anteile der ärmeren Bevölkerung ist einerseits hochinteressant - würde mich aber auch mal interessieren ob vielleicht das absolute Niveau in Deutschland höher ist und wir uns noch nicht unterhalb der Armutsgrenze des Einzelnen bewegen. Als zusätzlichen Punkt: Einer der für mich skandalösesten "Unsozialheiten" ist die Beitragsbemessungsgrenze. Würde man, wie in der Schweiz, diese fallen lassen, könnten auch hier Sozialabgaben von um die 20% locker auf 10% gesenkt werden, was für die Mehrzahl der arbeitenden Bevölkerung von Vorteil wäre - ohne Lohnerhöhung.

Antwort: Es geht hier um Anteile am Vermögen. Die Armutsgrenze wird dagegen am Einkommen gemessen. Bei den Sozialabgaben sollte man die höheren Einkommen einbeziehen. Dennoch wird Deutschland relativ hohe Abgaben haben müssen, weil die demographische Entwicklung so ungünstig verläuft, der Niedriglohnsektor so hoch ist und nun auch noch allenfalls niedrig verdienende Migranten einzubeziehen sind.


2. Frage/Meinung: Ich weiß nicht ob die Ihnen zur Verfügung stehenden Quellen/ Statistiken hergeben, aber der aktuelle Text macht mich neugierig auf 2 Aspekte bzw. Fragen: I welchen Größenordnungen bewegen sich -ungefähr- die Verluste an Steuereinnahmen in Deutschland, angesichts der Vielzahl der von Ihnen aufgelisteten Steuererleichterungen (Kapitalertragssteuer, Unternehmenssteuern, Erbschaftsteuern etc.), sagen wir seit der ersten Regierung Schröder. Die zweite Frage betrifft den historischen Verlaufsüberblick u.a. zum Anteil der unteren 50 % Einkommensgruppen am Vermögen in De: Wie kam es zu dem - recht deutlichen - Auseinanderdriften (der unteren und mittleren Einkommensgruppen) ab Mitte der 60er bis etwa Mitte der 70er Jahre? Das hat mich überrascht, insbesondere dass sich dies auch in der "Brand-Ära" vollzog. Galt doch die SPD damals als eindeutig sozial und auch Arbeiter-orientiert. Ist damals (und im Rückblick grade auch von SPD -Veteranen), zumindest teilweise ein falsches Bild gezeichnet worden?

Antwort: Interessante und berechtigte Fragen. Die vielen Steuererleichterungen sind m.W. nie in ihrer Gesamtwirkung berechnet worden. Jedenfalls dürften sie auch erheblich zum Anstieg der Verschuldung (neben dem Abbau von Sozialleistungen und öffentlichen Investitionen) beigetragen haben, die von 57,7 Mrd. Euro 2001 bis auf 67.0 Mrd. Euro 2005 gestiegen ist. Natürlich behaupten seit Reagan die Neoliberalen, daß Steuersenkungen zu mehr Steuereinnahmen führen. Tatsächlich sind die Steuereinahmen aus Einkommens- und Vermögensteuern zwischen 1999 (erstes volles Amtsjahr Schröder) und 2006 (vor Ausbruch der Weltfinanzkrise) um fast 2,5 % des BIP gefallen, was sehr viel ist (siehe hier). 2006 hatte Deutschland den niedrigsten Anteil unter den Vergleichsländern (siehe hier) und auch jetzt noch ist er einer der niedrigsten. Der Rückgang der unteren Einkommensgruppe Mitte 60er bis Mitte 70er ist ein Ausgleich für den Aufstieg der mittleren Gruppe und nicht der obersten.


1. Frage/Meinung: Ist dies nicht die Folge der Immobilien-Markt und Aktienpreise? Ärmere haben halt keine Assets. Geldentwertung sorgt halt für steigende Preise.

Antwort: Natürlich gibt es viele Gründe, auf die ich immer wieder in den Rundbriefen hinweise, doch die SPD hat entscheidend beigetragen, deshalb meine Feststellung: "Dabei wäre diese perverse Entwicklung in diesem Ausmaß ohne die SPD gar nicht möglich gewesen."



3652 22-01-18: Von der Verkürzung der deutschen Löhne

3. Frage/Meinung: Sozialpolitisches Versagen der SPD auf breiter Front, die höhere Entlastungen oberer Einkommensschichten durch den Abbau des Soli nicht im Gegenzug durch moderate Erhöhung des Grenzsteuersatzes bei der ESt. auszugleichen, quasi die "Gegenfinanzierung ". Und um die Mehrausgaben durch den Familiennachzug der Flüchtlinge, an dem die SPD festhält, zu finanzieren, auch gerechtfertigt im Sinne der höheren Belastbarkeit. Sozialpolitisch wünschenswert wäre, dass deutsche Arbeitnehmer finanzielle Anreize erhielten, um mehr Vermögen durch Kauf deutscher DAX-Aktien zu bilden. Aus konjunkturellen Gründen stellte der deutsche Staat in Form der "Abwrackprämie" bei der Wirtschafts -/Finanzkrise dazu Milliarden bereit. Warum nicht eine Förderung der Unterschicht (Grenzziehung beim durchschnittlichen Medianeinkommen) über eine Form des "Aktiensparens " mit staatlicher Förderung? Ebenso berechtigt wie die Finanzierung der EU-Subventionen durch deutsche Steuergelder! Damit es auch für die Unterschicht sich wieder besser leben lässt in Deutschland.

Antwort: Sie haben ja so recht mit Ihren Vorschlägen. Deutschland sollte einen nationalen Aktienfonds anlegen, dessen Erträge für die unteren Einkommensgruppen ausgeworfen werden.


2. Frage/Meinung: Unter der Überschrift "Verkürzung der deutschen Löhne" muss unbedingt die Lohn- und Gehaltspolitik deutscher Unternehmer und vor allem der Konzerne betrachtet werden, um dies vollständig darzustellen. Seit Jahrzehnten betreibt man dort eine Politik der sinkenden Einkommen bei gleichzeitig steigender Arbeitsbelastung.
Vorher schneidet sich noch das obere Management einschließlich Vorstände und Aufsichtsräte ein großes Stück vom Kuchen ab. Denn auch für diese schuftet der kleine Mann an der Werkbank.

Antwort: Die hohe Arbeitsbelastung wurde bereits im vorletzten Rundbrief ausführlich dargestellt. Auch die Privilegierung der "leitenden Angestellten" ist eines meiner Dauerthemen (sie sind praktisch Teil der Unternehmerschaft); siehe dazu auch mein Schaubild in der vorherigen Antwort.


1. Frage/Meinung: Was ich nicht verstehe, ist warum der gewerkschaftliche Organisationsgrad abnimmt , obwohl die Löhne real sinken? mMn sinken die Reallöhne nicht für jeden Lohn, sondern nur für die unteren 2-3 Fünftel. Dies spräche eher für Effekte von H4. Wenn Löhne nicht entsprechend der Produktivität steigen, dann meistens deshalb, dass es durch Automation und/oder Verlagerung ins Ausland zu Druck auf die Löhne kommt. Dies scheint momentan auch der Fall zu sein. Dies schränkt die Möglichkeiten dies auszugleichen aber ein, da bei zu starken Lohnsteigerungen eher der Wegfall droht.

Antwort: Wenn Löhne jahrzehntelang stagnieren, sehen viele Arbeitnehmer in der Mitgliedschaft bei Gewerkschaften keinen Vorteil mehr und sparen die Beiträge. Das ist eine normale Reaktion. Die Löhne stagnieren nicht nur für die unteren Fünftel und nicht nur wegen des Drucks von H4, sondern für alle Lohngruppen außer den leitenden Angestellten (hier). Natürlich gibt es Druck auf die Löhne verschiedenster Art, aber bei Produktivitätssteigerungen auch entsprechende Spielräume, zumal die Unternehmerschaft immer lauter über Fachkräftemangel klagt.



3651 15-01-18: GroKo-Sondierung: Viel Täuschung und Selbstbetrug

2. Frage/Meinung: Sind die höheren EU Zuschüsse nicht auch eine Nebelkerze? Wegen des Brexit steigen die dt Zuschüsse sowieso um rd 4 Mrd. Will die Koalition nun mehr als 4 Mrd zahlen oder will sie uns nur sagen, die Erhöhung des Zuschusses liegt in unserer Entscheidung.

Antwort: Schulz ist jedenfalls voll auf der Macron-Linie und die wird Deutschland weit mehr kosten als nur den Brexit-Ausgleich.


1. Frage/Meinung: Zu viel direkte Eigenwerbung.

Antwort: Da sind Sie aber - in einer nicht untypisch deutschen Reaktion - schrecklich kleinlich mit mir. Warum sollte ich nicht meine Analyse von 12 Jahren Merkel erwähnen, die hier genau hineinpaßt? Das Buch verschenke ich praktisch (der Verlag überweist nur 5 Cents pro Exemplar), und es geht mir damit wie mit den Rundbriefen nur um einen bitter nötigen Beitrag zur alternativen Aufklärung, an dem ich nicht das Geringste verdiene.



3649 01-12-18: Neues von der Migration

4. Frage/Meinung: Formulierungen wie "17,3 % in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, WAHRSCHEINLICH meist niedrig qualifiziert und gering entlohnt" wirken Stimmungs-fördernd oder beinhalten sogar ein Vorurteil. Ich weiß, dass Sie fundierte Informationen haben und das besser formulieren können. "Auch bei den Abschiebungen gab es nach Auskunft der Bundespolizei keine Steigerung. Wie die der Zeitung sagte , wurden bis Ende November 22.190 Menschen abgeschoben." - Welcher Zeitung? Das sollte nicht Ihr Stil sein sondern mit Zahlen und Fakten belegte Sachinformation.

Antwort: Vielen Dank für die Ermahnung. Doch habe ich meinen Stil nicht geändert. Es gibt inzwischen viele amtliche Hinweise auf die niedrige berufliche Qualifikation von Zuwanderern. So heißt es im Bericht der Bundesagentur für Arbeit vom letzten November "Fluchtmigration": "Fast die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus den nichteuropäischen Asylherkunftsländern arbeitet als Helfer - vermutlich auch aufgrund einer fehlenden bzw. (noch) nicht anerkannter Berufsausbildung und schlechter Sprachkenntnisse. Fast zwei Drittel aller arbeitslosen Geflüchteten suchen eine Tätigkeit auf Helferniveau." Da war meine Formulierung durchaus noch zurückhaltend, denn "Helfer" ist so ziemlich die niedrigste und am geringsten bezahlte Beschäftigung. Bei der Abschiebung ist mir eine Verkürzung unterlaufen. Der volle Satz muß beginnen mit: "Wie die Bundespolizeit der Zeitung DIE WELT sagte .." Das ist inzwischen korrigiert.



3. Frage/Meinung: Die Unterscheidung zwischen Antisemitismus , Antizionismus und Antiisraelismus bräuchte in diesem Zusammenhang mehr Beachtung .

Antwort: Man weiß ja nicht, was die Motive der muslimischen Demonstranten sind. Mit der deutschen Vergangenheit sollten wir bei muslimischen Protesten gegen Israel in Deutschland sehr vorsichtig sein. Die Grenze zwischen diesen Begriffen ist bekanntlich fließend. Außerdem bin ich grundsätzlich dagegen, wenn Immigranten die Konflikte ihrer Heimatländer auf deutschen Boden öffentlich austragen, statt dankbar zu sein, daß sie hier überhaupt Aufnahme finden.


2. Frage/Meinung: Warum wurde der von Angela Merkel zu verantwortende Verfassungsbruch , den namhafte Staatsrechtler begründen, nicht juristisch aufgegriffen und verfolgt ?

Antwort: Verfassungsbruch durch die Regierung kann nur von Verfassungsorganen vor dem Bundesverfassungsgericht angegriffen werden. Das wären Parteien, die im Bundestag vertreten sind. Dort war die AfD 2015 noch nicht und die anderen Parteien haben kein Interesse.


1. Frage/Meinung: In Ihrer "Statistik" fällt auf, dass Sie die 14 Menschen der Altersgruppe ca. 18-21 Jahre mit denen, dies kommt aber nicht klar rüber, der Anzahl 34 der Altersgruppe (?) dann "vergleichen". Später fügen Sie hinzu, es handele sich um die bis 30 Jahre. Meine ich nach einem 2. Durchlesen dieses Passus erfasst zu haben. Es hört sich so an, dass die eigentliche Daten-Grundlagenbasis dazu insgesamt über dürftig sein dürfte.

Antwort: Ich vergleiche die Straffälligkeit der deutschen Altersgruppe von 18-21 Jahre nicht mit der der Zuwanderer, sondern verweise nur darauf, daß dies die Altersgruppe mit der höchsten unter Deutschen ist. Da die Alterszuammensetzung bei den Zuwanderern von der deutschen abweicht (siehe Hinweis auf zwei Drittel unter 30 Jahre), muß mit einem Wert um 12 verglichen werden. Leider gibt es keine amtliche Feststellung der Tatverdächtigenbelastungszahl von Zuwanderern nach Altersgruppen wie bei Deutschen. Die von mir errechnete Tatverdächtigenbelastungszahl von 32 (nicht 34) bezieht sich auf den Durchschnitt aller Altersgruppen der Zuwanderer.



3648 15-11-17: 2017: Was für ein Jahr!

2. Frage/Meinung: Wenn Sie Trump kritisieren, loben Sie nicht damit gleichzeitig Obama? USA - Politik nicht berechenbar? Wo ist denn die Merkel - Politik berechenbar? Wie haben Sie den Zusammenhang ermittelt zwischen Süßwasser vor Grönland und CO 2 Emissions - Steigerung?

Antwort: Ich habe Obama gar nicht angesprochen. Aber wenn Sie es unbedingt hören wollen, seine Politik war weit berechenbarer als die Trumps und weit weniger von Sex-Affairen, abrupten Kehrtwendungen, Steuergeschenken für die Reichen (auch für Trump selber) und unfreundlichem Umgang mit Europa belastet. Merkel läßt sich dagegen durchaus berechnen, auch wenn einem das Ergebnis nicht gefallen muß (ich habe sie bisher oft genug kritisiert).
Wenn in Eis gefrorenes Süßwasser schmilzt, wobei CO2 ein Hauptfaktor der Erwärmung ist, so macht es das Meer um Grönland weniger salzig. Vielleicht sollten Sie sich erst einmal informieren, bevor Sie mir forsche Fragen stellen, deren Antworten Sie ohnehin nicht akzeptzieren werden. Merke: "Life is too short".


1. Frage/Meinung: In dieser - notwendigerweise - konzentrierten Bilanz 2017 vermisse ich einen Hinweis auf "Brexit". Ansonsten eine gute Zusammenfassung.

Antwort: Bei Brexit, eine Entscheidung der Briten in 2016, hat sich in 2017 nicht viel getan: fast alle Fragen sind weiter offen. Daher keine ausführliche Erwähnung (außer kurzer Hinweis).



3647 11-12-17: Der irre deutsche Traum vom föderalen europäischen Nationalstaat

2. Frage/Meinung: In dieser - notwendigerweise - konzentrierten Bilanz 2017 vermisse ich einen Hinweis auf "Brexit". Ansonsten eine gute Zusammenfassung.

Antwort: Bei Brexit, eine Entscheidung der Briten in 2016, hat sich in 2017 nicht viel getan: fast alle Fragen sind weiter offen. Daher keine ausführliche Erwähnung (außer kurzer Hinweis).


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2. Frage/Meinung: Wäre es möglich, was Martin Schulz gefordert hatte, einen europäisch koordinierten Mindestlohn umzusetzen?

Antwort: Das ist aus drei Gründen ein wenig praktischer Vorschlag. Erstens kommt er aus einem Land, dessen SPD-Regierung den Mindestlohn lange abgelehnt und dann erst sehr spät eingeführt hat. Zweitens müßte Deutschland mit seinen niedrigen Lohnstückkosten und hohen Exportüberschüssen seinen Mindestlohn auf das Niveau anderer Länder, wie vor allem Frankreich anheben, und kann das jederzeit ohne europäische Koordinierung tun. Drittens hängt das Niveau des Mindestlohns vom allgemeinen Lohnniveau und den Lebenshaltungskosten ab, und die sind bekanntlich in der EU sehr unterschiedlich. Schließlich haben einige Länder, vor allem skandinavische, die Mindestlohnsetzung den Gewerkschaften in Verhandlungen mit den Arbeitgebern überlassen, so daß es dort keine gesetzliche Regelung gibt. Und schließlich ist genauso wichtig, den Mindestlohn wirksam zu kontrollieren, was in Deutschland bekanntlich nicht geschieht.


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1. Frage/Meinung: Deutschland ist mit 2 Billionen Europa-Schuldenmeister.

Antwort: Schulden messen sich immer an der Wirtschaftsleistung, sonst macht der Vergleich keinen Sinn. Und da sind 18 Länder in der EU mit einer höheren Schuldenquote vor Deutschland.



3645 17-11-17: Und Deutschland spaltet sich doch: Entgegen Medienlügen wird Deutschland sozial immer ungerechter

2. Frage/Meinung: Inwiefern ist die Zahl von 1,28 Millionen Vermögensmillionäre, die es in Deutschland laut Capgemini geben soll glaubhaft? Ferner lässt der Wert von 33,7 Milliardä ren in Deutschland pro Billion USD BIP den Rückschluss zu, dass es über 100 Milliardäre in Deutschland geben müsste -BIP 2016: 3,144 Bill.

3,6 Bill. USD - dies wären jedoch unter 10% der genannten 1.400 Milliardäre weltweit. Aus Abb.19815 lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass viele Länder prüfen müssten, ob der im Inland erworbene Reichtum auf legalem Wege ins Ausland verlagert wurde.

Antwort: Die Zahl von 1,28 Millionen erfaßt in der HNW-Kategorie (high net wealth) nur investierbares Kapital, nicht aber Immobilien, Privatflugzeuge, Yachten oder Kunst- und andere Wertsachen. Das Vermögen der Milliardäre ist dagegen das Gesamtvermögen.


1. Frage/Meinung: Ihre Darstellung ist genauso tendenziell wie die Bertelsmann Studie. MMn liegt die Ursache des Problems wo anders: - Die "Reichen" erleben eine "scheinbare" Vermögenssteigerung, bedingt durch die Inflation der Assets. Bei den Beschäftigten sehen wir, dass immer mehr Beschäftigte immer weniger Stunden arbeiten. Dies führt zu sinkenden Einkommen und erhöht die Lücke.

Antwort: Warum die Reichen reicher werden, ist schon in vielen der letzten Rundbriefen dargestellt worden, und konnte hier nicht wiederholt werden, da es um eine Bestandsaufnahme ging und keine Ursachenforschung. Die Zahl der Arbeitsstunden steigt übrigens seit 11 Jahren (siehe Abb.). dabei fällt die Zahl der Arbeitsstunden pro Beschäftigten vor allem durch mehr Teilzeitarbeit von Arbeitnehmern, die nicht mehr arbeits- oder beschäftigungslos sind. Im Übrigen ist die Tendenz nicht selten im Auge des Betrachters.



3643 22-11-17: Wie Draghis EZB das deutsche Sozialsystem bei preiswertem Wohnraum und für die Altersversorgung untergräbt

5. Frage/Meinung: Südkumpanen:????

Antwort: Wie soll man denn den Club-Med der EZB anders nennen? Offene Sprache bei Ihnen unerwünscht?


4. Frage/Meinung: Draghi war's? Ziemlich kurzschlüssig. Verantwortlich für die Misere der ärmeren Bevölkerung in Deutschland sind die neoliberalen Einheitsparteien von CDU/CSU über die SPD bis hin zur FDP und den Grünen.

Antwort: Das ist die sehr einseitige Betrachtungsweise eines Liebhabers der "LINKE". Die "LINKE" verschließt in dieser Frage mit ihrem blinden Internationalismus die Augen vor den Lasten der Zinspolitik bei ihren eigenen Wählern genauso, wie sie es in der Migrationspolitik (Ausnahme Wagenknecht) tut.


3. Frage/Meinung: Im bestehenden Finanzsystem hat in der Vergangenheit, auch nicht bei hohem Zinsniveau eine kapitalgedeckte Rente für die Mehrheit der Rentenempfänger keine ausreichende Sicherung dargestellt.

Antwort: Wie ich gezeigt habe, ist der Garantiezins der Lebensversicherung eng mit der Zinspolitik der EZB korreliert. Erst diese negative Zinsentwicklung macht Lebensversicherungen als Ergänzung einer immer unzureichenderen Sozialrente uninteressant.


2. Frage/Meinung: Die Schlussfolgerung ist ökonomisch nicht nachvollziehbar: "Mit niedrigsten Kreditzinsen hat Draghi, neben dem Aktienmarkt, auch dem deutschen Immobilienmarkt kräftig eingeheizt. Das treibt die Mieten dramatisch hoch" - der Umkehrschluss wäre es, reicht aber dennoch nicht aus.

Antwort: Ich habe doch darauf hingewiesen, daß in Deutschland bereits seit 2009 zu wenige Wohnungen gebaut werden. Allerdings ist in den letzten Jahren wegen der extrem niedrigen Zinsen die Nachfrage nach kreditfinanzierten Immobilien kräftig hochgetrieben worden, zumal Immobilien für weit wertbeständiger als Spareinlagen eingeschätzt werden. Von der Preisentwicklung der Immobilien hängt nun mal auch die Entwicklung der Mieten ab. Warum sollte das nicht nachvollziehbar sein?


1. Frage/Meinung: Wir sollten alle nicht vergessen, dass es nicht nur Draghi und seine Kumpane sind, sondern es sind auch die Politiker der so angeblichen Volksparteien, die über Jahre in den Ämtern der EZB oder EU tätig sind und somit eine Mitschuld an der Misere tragen.

Antwort: Im Vorstand der EZB sitzen für Deutschland keine Politiker, sondern der Bundesbankpräsident Weidmann, der sich immer wieder gegen die Politik des leichten Geldes stellt.



3642 18-11-17: 5 Gründe gegen einen unbegrenzten "Familiennachzug"

1. Frage/Meinung: Das Thema Familiennachzug ist hier falsch aufgezogen. Es muss heißen, welche Gründe sprechen für einen Familiennachzug und dazu kenne ich nur einen einzigen Grund: Wer seine Familie nachweislich auch selbst versorgen kann, hat das Recht diese zu sich zu holen! Begründung: Meine Frau lernte ich als deutscher Staatsbürger auf der Krim kennen ..

Antwort: Ich denke, daß Sie dem Thema mit Ihrer subjektiven Sicht nicht gerecht werden. Es geht hier nicht um Migranten, die einen solchen Nachweis erbringen könnten und die nur ein sehr kleiner Teil der seit 2015 aus den nicht-europäischen Asylherkunftsländern zugewanderten darstellen, sondern um die meisten, die einen solchen Nachweis nicht erbringen können und dennoch ihre Familien nachziehen wollen.


2. Frage/Meinung: Ist Bernd Raffelshüschen, das wissenschaftliche Mietmal der neoliberalen Ideologen , ein seriöser Wissenschaftler? Der Typ ist für mich ein von den sich für elitär haltenden,asozialen Steueroasennutzer, gekaufter Dummschwätzer.

Antwort: Es gibt leider keine seriösere Abschätzung. Mit einer Diffamierung des Autors tragen Sie zum Verständnis der komplexen Zusammenhänge wenig bei.


1. Frage/Meinung: Eigentlich ganz ok. Aber den Versicherungsangstellten und notorischen Interessenvertreter der Versicherungsindustrie Raffelblabla ais Freiburg anzuführen macht alles wieder sehr fragwürdig. Ihre seriöse Quellennutzung wird dadurch beschädigt.

Antwort: Es gibt leider keine seriösere Abschätzung. Mit einer Diffamierung des Autors und seines Namens tragen Sie zum Verständnis der komplexen Zusammenhänge wenig bei. Ich habe jedenfalls den Text noch ergänzt, um Raffelhüschens Vorgehen zu erläutern.



14-11-17: Unser Gesundheitssystem krankt an seinen unsozialen Dauer-"Reformen".

1. Frage/Meinung: Müsste nicht gerade im Gesundheitssystem Umverteilung in Form von Staatszuschüssen stattfinden? Nur wenn man wieder die paritätische Finanzierung einführt, wird die Industrie Druck auf die Politik aufbauen, um das Gesundheitswesen besser zu organisieren. Warum muß jede Kasse Beiträge eintreiben, wenn diese sowieso in eine gemeinsame Kasse fliessen? Wer versteht schon die komplexe Wechselwirkung zwischen Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen. Warum nicht beide Zusammenlegen und eine wirkungsvolle Kontrolle ausüben? Komplexe Abläufe müssen vereinfacht und besser kontrollierbar werden.

Antwort: Natürlich sind weit mehr Kontrolle und auch eine soziale Anpassung nötig. Allerdings hat die Industrie auch vor dem Ende der paritätischen Finanzierung keinen Druck ausgeübt. Schließlich gehört die Pharmaindustrie dazu. Der gemeinsame Fonds wurde absichtlich geschaffen, um den Wettbewerb unter den Kassen unsozial anzuheizen. Gut wirtschaftenden Krankenkassen wird seitdem gestattet, Prämienrückzahlungen vornehmen, während schlecht wirtschaftende, die oft mitt einem größeren Anteil an kranken Mitgliedern belastet sind, Zusatzbeiträge erheben können. Kassen und kassenärztliche Vereinigungen zusammenzulegen, würde eine total intransparente Situation schaffen und noch mehr Kollusion zwischen beiden.



3640 07-11-17: Umweltvernichtung: Die Menschheit schafft sich ab

6. Frage/Meinung: Ich weiss nicht warum sie sich bei einer Zustimmung von 90% bei diesem Thema so aufregen. Wäre das Verhältnis umgekehrt könnte man die Aufregung aber verstehen.

Antwort: Inzwischen ist der Anteil der Unzufriedenen auf 15 % gestiegen. Viele mehr dürften ähnlich denken, sich aber nicht äußern. Insgesamt haben von etwa 1.300 Empfängern nur 66 eine Bewertung vorgenommen, so daß auch diese Zahl eigentlich enttäuschend niedrig ist. Es sind sicher nicht nur AfD-Anhänger, die die Erderwärmung kalt läßt. Die Trump-Anhänger in USA zeigen, wie schnell einfach gestrickte Menschen sich in die Irre führen lassen, und das, obwohl alle Regierungen der Welt, bis auf die der USA, daß Problem sehr ernst nehmen, neuerdings selbst China.


5. Frage/Meinung: Ist es nicht menschliche Hybris zu meinen, wir retten jetzt mal kurz die Schöpfung?

Antwort: Ich verstehe Sie nicht. Die Hybris ist doch, so weiter zu machen und die Schöpfung zu zerstören. Und Ihr "retten jetzt mal kurz" ist total unangebrachte Ironie bei einem verdammt ernsten Thema. Nichts kann hier "mal eben kurz" gerettet werden. Es wird ein sehr langer Kampf sein, der nur gewonnen werden kann, wenn die Menschen begreifen, worum es geht und sich dafür ausreichend informieren.


4. Frage/Meinung: Ich halte es mehr mit dem EIKE Institut und erinnere mich daran , dass der Mars früher Polkappen aus Eis hatte. Warum sind die denn weg? Auch gab es einen Hack bei IPPC bei dem dann herauskam dass die "Hakenkurve" so programmiert war, dass unabhängig von den Eingaben immer das gleiche beabsichtigte Ergebnis herauskam. Stichwort "Klimagate". Es geht m.E. weniger ums Klima als darum, über diesen Hebel die Weltherrschaft zu erlangen, Stichwort WBGU(.de) , große Transformation. Dazu gibt es Infos auf Youtube

Antwort: Nun beziehe ich meine Informationen nicht von Youtube, wo man meist nur verdummt wird. Und auch nicht von "EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie", das nach EU und damit offiziell klingen soll, aber damit nichts zu tun hat, und dessen Inschrift "Nicht das Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit!" schon die Fake-News anzeigt, die dort verbreitet werden. Nach Wikipedia wird dieser Verein von der Fachwelt nicht als seriöses Institut, sondern als klimaskeptische und politisch aktive Lobbyorganisation betrachtet. Wenn Sie darauf hereinfallen wollen, ist das natürlich Ihre Sache. Das von Ihnen zitierte britische "Klimagate" liegt schon Jahre zurück und ist längst korrigiert. Es ist auch Ihre Sache, wenn sie es besser wissen wollen als alle Regierungen dieser Welt, bis auf die Trumps, mit ihren riesigen Forschungsapparaten.


3. Frage/Meinung: Ihr zweiter Satz lautet: "Der ganz überwiegend menschengemachte Temperaturanstieg setzt sich ungebrochen fort". So nehmen Sie Ihr Fazit aus den vielen angeführten Forschungsberichten vorweg. Das stört mich etwas. Ich vermisse zwei Dinge: Erstens scheint es so, dass in allen Forschungen die Erde als geschossenes System betrachtet wird. Das wäre grundlegend falsch, denn die Aktivität der Sonne ist absolut bestimmend für die Bedingungen auf der Erde. Welche Daten finden Sie dazu und inwieweit findet diese Tatsache Eingang in die langfristigen Klimamodelle ? Zweitens: Welche emissionsfreie Alternativen zu Kohle und Kernspaltung gibt es neben Wind, Sonne, Wasser noch? Kernfusion und Freie Energie. Was hört man von der Erforschung dieser Möglichkeiten und mit welchen Mächten, Interessen und Meinungen legt man sich bei der Benennung an?

Antwort: Sie befragen einen Menschen, der nicht Klimawissenschaftler ist und nur begrenzt Zeit hat, sich noch schlauer zu machen. Um Auskunft über emissionsfreie Alternativen sollten Sie sich bitte anderswo bemühen. Das Ergebnis vorwegzunehmen ist wegen der vielen Leser mit wenig Zeit wichtig. Die meisten Untersuchungen stellen daher Zusammenfassungen an den Anfang. Dazu also bitte keine Klage. Zu den Sonnenzyklen habe ich gefunden, daß sie sich im Rhythmus von nur 11 Jahren bewegen und schon deshalb die langfristigen Prognosen wenig beeinflussen können. Auch läßt sich die künftige Aktivität der Sonne nicht verläßlich vorhersagen. Selbst wenn die Sonne demnächst in eine Phase extrem niedriger Aktivität einträte, würde - so die mir verfügbaren Erkenntnisse - nur ein sehr kleiner Teil der Erderwärmung, die der Mensch durch seine Treibhausgasemissionen verursacht, dadurch ausgeglichen.


2. Frage/Meinung: Diesmal ist es purer Alarmismus, den Sie von sich geben. Haben Sie noch nie bedacht, dass man den wichtigsten Nährstoff allen Lebens CO2 besser nicht bekämpfen sollte ?

Antwort: Danke für die Belehrung! Haben Sie noch nie bedacht, daß es auch ein zu viel des Guten geben kann? Im Überrmaß wird jeder Nährstoff zum Gift. So einfach wie Sie, sollte und darf man es sich nicht machen.


1. Frage/Meinung: Maßlose Übertreibung und viel zu einseitig betrachtet!

Antwort: Bei so viel Unwissen in Deutschland, auch - so vermute ich - bei Ihnen, kann man das gar nicht deutlich genug darstellen. Wo sind denn die von Ihnen ohne jeden Nachweis behaupteten Übertreibungen?



3639 31-10-17: Warum die linken Parteien in Europa verlieren

4. Frage/Meinung: Die Ausführungen über den Niedergang der linken Parteien in Europa, dem eigentlichen Thema des Rundbriefs, sind sehr fundiert und nachvollziehbar. Allerdings kann ich die Schlussfolgerung über den Wahlerfolg der AfD in Abhängigkeit der Höhe der Arbeitslosenzahl nicht als einziges Merkmal für deren Erfolg stehen lassen. In Bayern, ein Bundesland mit eher geringerer Arbeitslosenzahl im Vergleich mit den alten Bundesländer, hat die AfD den höchsten Wahlerfolg aller westlichen bzw. alten Bundesländer. Hier hat doch wohl die Flüchtlingspolitik und auch die scheinheilige Seehofer-Politik maßgeblich dazu beigetragen.

Antwort: Nun habe ich nirgendwo gesagt, daß der Wahlerfolg der AfD nur aus Arbeitslosigkeit gekommen sein, sondern nur an einzelnen Beispielen auf Zusammenhänge hingewiesen, wie bei Gelsenkirchen, dann auch hinzugefügt: "Schuld am Absturz der SPD in ihrer einstigen Hochburg Gelsenkirchen und Aufstieg der AfD ist aber auch die Migrationsthematik."


3. Frage/Meinung: Sie berücksichtigen fast überhaupt nicht den Kampf um Vernunft in der Flüchtlingspolitik, den Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht in der Partei DIE LINKE führen.

Antwort: Die können doch bisher nicht für die ganze Partei sprechen und der Kampf wird wohl nur aus Angst vor Wahlverlusten geführt, da sehr spät begonnen und bisher jeder Bezug auf die Begrenzung fehlt. Außerdem habe ich Wagenknecht durchaus mit ihren migrationskritischen Bemerkungen erwähnt.


2. Frage/Meinung: Sowohl die deutschen Linken wie die die konservativen Parteien haben bei den letzten Wahlen Verluste verzeichnet. Falls sie auf die m. E im Vordergrund stehende Migrationsfrage keine befriedigende Antwort finden, dürfte sich die AfD oder eine neue - politisch ähnliche - Gruppierung in den nächsten Jahren sehr gut entwickeln. Deutschland schließt sich letztlich einem europäischen Trend an. F, A, CH und NL haben einen gewissen Vorlauf.

Antwort: Es ist leider nicht nur die Migrationsfrage. Der Abstieg der SPD findet schon seit 1972 statt und dann besonders stark seit 1998, was auch dem Aufstieg frustrierter Nichtwähler entspricht. Also längst vor AfD und hat nur soziale Gründe.


1. Frage/Meinung: Das Grundproblem der Linken ist doch, dass sie die Ursachen der sozialen Spaltung nicht verstanden haben. Sind nicht seit 1990 die geleisteten Arbeitsstunden um rd 4% gefallen, während das BIP um 34% gestiegen sind. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit gefallen. Dies löst sich nur auf, wenn immer mehr Menschen Teilzeit arbeiten.

Antwort: Das haben die linken Parteien nach meinem Eindruck schon begriffen und deshalb den wuchernden Niedriglohnsektor kritisiert. Nur haben sie keine Rezepte dagegen. Sie hätte, wie selbst der bürgerliche Macron in Frankreich, gegen die Auswüchse der Globalisierung antreten müssen, sahen aber Deutschland wie CDU/CSU/FDP nur auf der Gewinnerseite. Dann kam noch die von Ihnen nicht erwähnte unglückliche dauerhafte Grenzöffnung mit amtlichen Willkommenssignalen an alle Welt hinzu.



3638 24-10-17: Bei steigendem Anteil an Migrantenkindern ist das deutsche Schulniveau im Sinkflug

2. Frage/Meinung: Die Grafiken sind nicht selbsterklärend, man müßte sie einfacher beschreiben. Die Sätze sind teilweise völlige unverständlich (Bremen hat 40% mehr Migranten im Vergleich zu...und Baden-Württemberg 15%..) Der Satz ist unverständlich.

Antwort: Sie hängen Ihre Kritik an einem einzigen Satz auf. Wer nicht verstehen will, kann nicht verstehen. (Und 92 % der bisherigen 52 Bewertungen sind bei 5 Punkten, weitere 6 % bei vier.)


1. Frage/Meinung: Eine interessante und wichtige Ergänzung wären Informationen zum Englischunterricht an Grundschulen.

Antwort: Wie wirken sich Migranten hier aus? Nach dem IQB-Bericht 2015, bei dem auch Leseverstehen in Englisch einbezogen war, lag der Abstand zwischen Jugendlichen ohne Zuwanderungshintergrund und Jugendlichen mit zwei im Ausland geborenen Elternteilen in Deutschland insgesamt bei nur 22 Punkten und betrug damit nur etwa ein Drittel des entsprechenden Unterschieds im Lesen im Fach Deutsch. Allerdings ist für die Integration in Deutschland die deutsche Sprache weit wichtiger als die englische.



3637 16-10-17: Die soziale Tünche des Kapitalismus wird immer dünner

1. Frage/Meinung: Ist es wirklich so einfach? Steigt der Anteil an Privatschulen nicht, weil Eltern erkennen, dass durch die hohen Ausländeranteil die Qualität immer schlechter wird ? Analog geht es mit den privaten Hochschulen weiter.

Antwort: Ich habe über einen Zeitraum von 15 Jahren berichtet. Die Bewegung zu privaten Schulen ist schon viel länger unterwegs als der Anstieg des Ausländeranteils, der sie jetzt noch weiter verstärkt. An den Universitäten sind die Migranten noch kaum angekommen. Hier sondert sich eindeutig eine Klasse ab, die es sich leisten kann. Auch ohne die Migranten hätten wir diese Bewegung, wenn auch nicht so stark.



3635 09-10-17: Frauen in Deutschland

2. Frage/Meinung: Eine Frage habe ich aber tatsächlich noch: Hat eine Ehefrau nicht Anrecht auf einen Teil der Rente des Ehemannes ? Wird das auch irgendwo abgebildet?

Antwort: Natürlich hat die Ehefrau auch Anrecht auf einen Teil der Rente des Mannes. Doch sehr viele alte Frauen sind alleinstehend (nicht verheiratet, verwitwet, geschieden). Das gilt besonders für alleinerziehende Mütter. Bei alleinstehenden Frauen deckt die gesetzliche Rente allein fast drei Viertel des Gesamteinkommens. 40 % der Frauen ab 60 Jahre leben alleine und der Anteil steigt mit dem Alter weiter, ab 75 Jahre schon bei 57 %.


1. Frage/Meinung: Andererseits ist die Darstellung des "Gender wage gap" viel zu pauschal und l ässt wichtige Faktoren wie Wahl des Studiengangs bzw. der Ausbildung sowie Karriereorientierung und Engagement unter den Tisch fallen. "Welcher Arbeitgeber würde nicht die gleiche Leistung viel billiger einkaufen, indem er eine Frau einstellt?" Ich denke, da sieht die Realität anders aus.

Antwort: Die Frauen in anderen Ländern sind auch nicht besser ausgebildet. Sie machen es sich viel zu leicht, wenn Sie die deutsche Spitzenleistung in Lohndiskriminierung mit schlechteren beruflichen Qualifikationen wegerklären wollen. Außerdem gehen Sie an dem hohen Anteil von unfreiwilliger und schlechter bezahlter Teilzeitarbeit und dem geringen Anteil von Frauen in Managementpositionen vorbei. Für mich tobt sich hier der in Deutschland besonders hart gewordene Kapitalismus kombiniert mit männlichem Chauvinismus aus.



3632 28-09-17: Macrons Traum vom europäischen Superstaat

1. Frage/Meinung: Was soll daran schlecht sein, realistische Preise für Umweltverschmutzung zu fordern, der Markt, a la FDP, wird es nicht machen. Was ist schlecht an einer europäischen Finanztransaktionssteuer auf Börsengeschäfte, wenn die Erlöse in die Entwicklungspolitik flössen. Oder die Forderung nach einer Mindestbesteuerung internationaler Konzerne . Was ist schlecht daran, wenn Deutschland für seine unfaire Wettbewerbspolitik den EU-Partnern gegenüber zahlen soll, wie sie durch eine jahrelange interne, nationale Abwertung des Euro über die Lohnpolitik zustande kam? Wir werden nicht nur einen guten Teil der Flüchtlinge auf absehbare Zeit nicht integrieren können, wir werden das auch mit dem ostdeutschen oder westdeutschen AFD - Mann nicht mehr schaffen .

Antwort: Natürlich ist nicht alles schlecht an Macrons Vorschlägen. Ich habe selbst die Vorschläge für eine verstärkte Abwehr von sozialem und Umwelt-Dumping begrüßt. Doch sein europäischer Superstaat wird in den meisten EU-Ländern, auch in Frankreich, nicht ankommen. Populistische Bewegungen gegen die EU wird man so eher noch stärken, auch Ihren deutschen "AfD-Mann" und noch mehr davon kann die EU zerstören.



3630 18-09-17: Eurozone "gone mad"

1. Frage/Meinung: In der Analyse sehr gut und schonungslos. Aber was wäre die Alternative? Den Euro auseinanderkrachen zu lassen, wird die BRD auch vermeiden wollen. Dazu lebt ihre Exportwirtschaft zu sehr vom festen Wechselkurs. Andererseits: wenn inzwischen die eurozone eh nicht mehr so wichtig für die BRD ist, wie sie es einmal war, weil das deutsche Kapital längst über die EU hinausgewachsen ist - vielleicht riskiert sie es auch? Und noch andererseits: wenn die Macron-Vorschläge dazu führen, dass die ganzen Quertreiber aus Polen etc. außen vor bleiben - wäre das nicht das Spiel wert?

Antwort: Der Euro wird nicht zusammenkrachen, wenn das Schlimmste an Macrons Forderungen abgewehrt wird. Denn ohne den Euro wäre Frankreich währungspolitisch wieder an die DM und die Bundesbank gebunden. Selbst Marine Le Pen hatte daher angesichts des Wählerwiderstands ihre Forderung nach Austritt aus dem Euro aufgegeben. Herausfliegen könnten dagegen Griechenland und Italien, doch dazu wird es ohnehin kommen. Die Quertreiber aus Polen sind viel zu schlau, um sich von der EU trennen zu lassen und wieder unter russischen Einfluß zu geraten. Und zum Euro, auf den die Macron-Vorschläge abzielen, gehören sie ohnehin nicht und werden noch sehr lange nicht dazu gehören.



3625 05-09-17: Die 8 Merkel-Jahre der SPD

1. Frage/Meinung: In Ihrem Artikel argumentieren sie dass eine Verschiebung des Spitzensteuersatzes nach oben, besonders die Gutverdienenden begünstigen würde. Sind Sie nicht auch der Meinung, dass der Punkt von ca 54.ooo zu früh greift und dass durch die damit verbunden Streckung der Progressionkurve nicht auch die weniger Verdienenden profitieren ?

Antwort: Ich habe mich auf das Beispiel der Haushalte mit Paaren und einem Spitzensteuersatz ab 107.000 Euro bezogen und ausgeführt, daß ein Haushaltseinkommen von 85.000 Euro schon zum obersten Zehntel der Haushaltseinkommen zählt. Das oberste Zehntel der Einkommen sind für mich schon Spitzeneinkommen, wenn auch nicht solche, bei denen ab 500.000 Euro und viel zu hoch angesetzt die Reichensteuer greift. Bevor Steuern für die oberen Einkommensklassen gesenkt werden, sollten die gewaltigen Bedürfnisse in Bildung, Infrastruktur, etc. finanziert und die unsoziale MwSt. wieder gesenkt werden.



3624 01-09-17: Der Streit um nationale Identität/Kultur

3. Frage/Meinung: Ich hätte das Zitat anders gelesen: Obwohl, oder weil ich in (Ost)Deutschland geboren bin, teile ich die Überzeugung das es nicht eine(!) deutsche Kultur gibt. Ich w ürde es eher einen deutschen Kulturkreis nennen, in dem sich halt auch Bayern und Friesen - mit ihren jeweils eigenen Kulturen - zuhause fühlen.

Antwort: Ihren Einwand verstehe ich nicht. Özoguz bestreitet doch inzidenter ebenso einen deutschen Kuturkreis und räumt nur die gemeinsame Sprache ein. In den meisten anderen Nationalstaaten, die nie ihre Kultur leugnen würden, wie z.B. Frankreich oder Großbritannien gibt es ebenso erhebliche regionale Unterschiede. Ein Schotte ist von einem Südengländer mindestens so weit entfernt wie ein Bayer von einem Friesen, ebenso ein Franzose in der Province von einem Normannen am Kanal, etc.


2. Frage/Meinung: Diese berechtigte Kritik an der im Mai publizierten Aussage kommt etwas spät, kurz vor der Bundestagswahl.

Antwort: Die Aussage ist mir erst jetzt nach den unseligen Gauland-Bemerkungen aufgefallen. Mit der Bundestagswahl hat das nichts zu tun.


1. Frage/Meinung: Kultur - und dann auch Leitkultur - ist ein wichtiges Thema. Ihre Argumentation ü ber niedrige Zinssätze und Bildungsabschlüsse zu führen, finde ich dann aber dünn. Da bieten sich bessere Beweisführungen an.

Antwort: Hier ging es mir nicht darum, Kultur zu definieren (von Goethe bis Bach). Die Zinssätze wurden erwähnt, um das EU-Einheitssystem anzusprechen. Die Bildungsabschlüsse der Türken wurden nur erwähnt, weil der Vorwurf der Kulturlosigkeit Deutschland von einer Politikerin mit türkischen Hintergrund erhoben wird.



3623 2908-17: Die für Deutschland verlorenen 12 Jahre der Angela Merkel

2. Frage/Meinung: .. und was folgern Sie aus alle dem? Welches Verhalten wäre mangels politischer Alternativen im Parteien-Spektrum aus Ihrer Sicht angemessen? Denn Programme und Kandidaten, die Ihre Forderungen, die Sie ja oft pointiert und begründet wiederholen, aufnähmen, gibt es nicht.

Antwort: Jeder muß selbst entscheiden, ob er in den sauren Apfel beißt und eine der Parteien wählt oder sich der Stimme enthält.


1. Frage/Meinung: Es fehlen mir zwei wichtige Punkte von Fehlentwicklungen unter Merkels Kanzlerschaft: 1. Dieser schwachsinnige, chaotische (weil unbegründet übereilte) Atomausstieg auf Anstoß der Grünen, der bis heute ein Sorgenkind ist und dessen unnötig hohe Kosten noch über viele Jahre auf die Bevölkerung abgewälzt wird. 2. Die weitere politisch gewollte Zerstörung der tragendsten Säule jeder nicht zum Aussterben verdammten Kultur, nämlich gesunde, aktive, natürliche Familien die für den Nachwuchs eines Volkes sorgen.

Antwort: Natürlich kann man die Kummerliste länger machen. Ich habe auf die hohen Stromkosten des plötzlichen Atomausstiegs hingewiesen. Die Familienpolitik habe ich nicht erwähnt, weil hier die Entwicklung längst vor Merkels Zeit begonnen hat und weil ich zwei Faktoren, nämlich die Benachteiligung der Frauen und die mangelnden Investitionen in Kitas und Schulen angesprochen habe. Im Übrigen war der Rundbrief schon sehr lang.



3622 25-08-17: Die verlogen heile Welt der Bertelsmann Stiftung

2. Frage/Meinung: Die Religionszugehörigkeit allein zum Kriterium zu machen kann nicht zu viel führen. Muslime aus der Türkei, Marokko oder aus Ländern südlich der Sahara in einen Topf zu werfen ist unergiebig.

Antwort: Ich habe mich an Muslimen aus der Türkei orientiert, und hier den 2,8 Mio. mit türkischen Migrationshintergrund. Die mit türkischem Hintergrund stellen in Deutschland den weitaus größten Teil der Muslime (Mikrozensus 2014). Das Zusammenwerfen kommt von Bertelsmann, wobei allerdings auch die deutsche Bevölkerung, Bundesregierung und Medien die Muslime zusammenfassen ("Der Islam gehört zu Deutschland). Es gibt in der Tat große Gemeinsamkeit bei Muslimen, indem sie ganz mehrheitlich die Religion über Staat und Recht stellen, wie es der Koran von ihnen verlangt. Daran sollten Sie bitte nicht vorbeisehen.


1. Frage/Meinung: Habe schon auf Ihre Gegendarstellung gewartet, die ich mir aber noch etwas detaillierter gewünscht hätte. Waren die Aussagen bei Bertelsmann so dünn, dass auch die Gegendarstellung entsprechend schmal bleiben musste?

Antwort: Leider kann ich nicht noch mehr Zeit einsetzen, habe aber die schlimmsten Fehler herausgegriffen, die das ganze Unternehmen ausreichend bloßstellen. Auch ist mir Bertelsmann nicht mehr Zeit wert. Im Übrigen habe ich immer wieder über die Mängel bei der Integration ausführlich berichtet.



3621 23-08-17: Kohl, Merkel, Schulz und die nationale Frage

2. Frage/Meinung: Hier bin ich nicht ganz Ihrer Meinung in Bezug auf die europäische Integration. Die deutsche Einigung vor dem 1. Weltkrieg wurde auch nicht kurzfristig innerhalb weniger Jahrzehnte erreicht, und sowohl kulturell, als auch sprachlich war zwischen einem plattdeutsch sprechenden Friesen und einem z.B. Niederbayern ein deutlicher Unterschied Vielleicht sollte man eine europäische Einigung in einem entsprechend langen historischen Zeitraum sehen. Und pragmatische betrachtet werden wir in den nächsten Jahren am Erfolg oder Misserfolg des Brexit für Großbritannien sehen , ob eine (positiv) weiterentwickelte EU, die endlich alle Bürger mitnimmt nicht doch für die Meisten die bessere Lösung ist - statt Nationalismus.

Antwort: Daß die EU die Nationen in Europa nicht verdrängen kann, zeigt sich in der über Jahrzehnte festgefahrenen Entwicklung der EU. Im Unterschied zu den meisten anderen EU-Ländern war Deutschland bis 1871 kein Nationalstaat und kann damit kein Beispiel für die anderen sein. Daß es in einem Nationalstaat auch unterschiedliche Sprachidiome und kleiner kulturelle Unterschiede geben kann, ist selbstverständlich und auch im typischsten Nationalstaat Frankreich so und sogar in der Schweiz mit unterschiedlichen Sprachen. Man sollte nicht Nationalgefühl und Nationalismus (besonders in Deutschland sehr negativ belegt) durcheinanderwerfen, wie Sie das hier tun. Ich schreibe aus Großbritannien, wo das Nationalgefühl seit Jahrhunderten ungebrochen und eine Selbstverständlichkeit ist. Wenn wir das aus Deutschland betrachten, dürfen wir nicht vergessen, daß Deutschland das einsam abschreckende Beispiel von Nationalismus war und dann eine lange geteilte Nation.


1. Frage/Meinung: In der Beurteilung von Kohl bin ich anderer Meinung. Contre vents et marées hat er die Wiedervereinigung durchgeführt, weil er an eine Nation namens Deutschland glaubte. (Und jetzt hat er sich sogar bei den Salier-Kaisern und dem ersten Habsburger begraben lassen!) Und manches spricht dafür, dass die DM die Morgengabe bei der Wiedereinigung an unsere europäischen Partner war?

Antwort: Kohl verfolgte wohl eine Doppelstrategie: Nationale Wiedervereinigung und dann Auflösung der Nation in der EU (so verstehe ich seine zitierte Rede gegen den Nationalstaat). Die Wiedervereinigung war nicht mehr zu verhindern, nachdem Kohl die Zustimmung von Gorbatschow hatte, so war auch der Euro kein Schlüssel für die Wiedervereinigung sondern der stärkst mögliche Tritt gegen den Nationalstaat. Daß Kohl sich in der Nähe der Kathedrale von Speyer hat begraben lassen, war wohl der Abneigung gegen seine Familie und deren Grab geschuldet (nachdem er seine erste Frau in den Selbstmord getrieben hatte) und seinem kaiserlich überhobenen Selbstgefühl. Kohl hatte Jahre vor seinem Tod sondieren lassen, ob ihm eine Grabstätte im Kaiserdom zugeteilt werden könnte. Seit 1817 ist der Dom Grabeskirche der Bischöfe und nach dem Kirchenrecht dürfen andere Personen dort nicht mehr bestattet werden. So blieb Kohl die postume Gleichstellung mit den Kaisern verwehrt und konnte er nur auf dem Friedhof des Domkapitels begraben werden. Daß er eine nationale Ehrenveranstaltung zugunsten einer europäischen in Straßburg ablehnte, zeigt ebenfalls seine Abneigung gegen die beim ihm unbeliebte Nation. Im Übrigen war der deutsche Nationalstaat eine Schöpfung der Preußen und die Linksrheinischen, besonders Kohl, fühlten sich eher zum katholischen Frankreich als zum protestantischen Preußen gehörig.



3619 01-08-17: Capitalism gone wild

2. Frage/Meinung: Leider zu kurz gesprungen! Die systemimanente, veröffentlichte MZ-Statistik ist eine Wahlkampfhilfe für alle "Gesinnungs-ethik-parteien", das scheint legitim, hilft aber genausowenig wie Ihre Entlarvung der Hilfswilligen bei Statistikverschleierung , um das Kind im Brunnen zu retten. "Was tun?", fragte schon Lenin!

Antwort: Der Mikrozensus erscheint nach regelmäßigem Kalender und daher nicht als Wahlkampfhilfe. Und mit Lenin-Zitaten kommen Sie auch nicht weiter. Was das zu kurz gesprungen sein soll, ist wohl Ihr Rätsel. Alle anderen bisher 85 Bewerter haben die höchste Punktzahl vergeben.


1. Frage/Meinung: An der Umsetzung fehlt es!!! Ein paar Rechthaber sind zu wenig. Was tun?

Antwort: Die Zahl der "Rechthaber" vergrößern! Die Wahrheit verbreiten! Jeder kann das tun.



3618 25-07-17: Sollbruchstellen unseres Wirtschafts- und Sozialsystems: Steuersystem

4. Frage/Meinung: Graphen schwer nachvollziehbar, da umständlich gestaltet

Antwort: Da sind Sie in Ihrer Beurteilung eine ziemlich einsame Ausnahme, nach der ich mich nicht richten kann. Bisher haben 97 % den Rundbrief mit 5 oder 4 Punkten beurteilt. In bisher mehr als 12 Jahren der Rundbriefe ist ein solcher Vorwurf nie erhoben worden. Vielleicht haben Sie ein generelles Problem, Graphiken zu lesen.


3. Frage/Meinung: " daß die Proteste in Hamburg nur das Werk von "Linksextremen" waren, als hätten gewalttätige Chaoten etwas mit Politik - ob rechts oder links..." Relativieren und beschönigen Sie nicht auch noch die ausschließlich linksradikale Randale zum G20 in HH, sonst machen Sie sich mit der Lügenpresse gemein, fragt sich, ob Sie das wollen.

Antwort: Die Proteste in Hamburg waren meines Wissens zu einem großen Teil sehr friedliche Proteste, an denen auch Gewerkschaften und Kirchen teilnahmen. Ich habe zwischen "Protesten" und dem Auftreten "gewalttätiger Chaoten" unterschieden. Letztere haben in meiner Beurteilung kein politisches Programm. Ihre Kritik ist mir unverständlich.


2. Frage/Meinung: Ein Aspekt, der die Verarmung des Staates betrifft, liegt meiner Ansicht nach in der Problematik, dass die Kommunen in den letzten Jahren zunehmende Aufgaben im Sozialbereich - nicht nur, aber auch wegen der Flüchtlingspolitik erhielten - die nicht ausreichend gegenfinanziert wurden durch Steuererhöhungen. Ähnlich auch bei den Ländern, deren Aufgaben bei Bildung und Sicherheit (Polizei) ebenfalls stark gewachsen sind. Und wenn in den Medien von "sprudelnden Steuereinnahmen" gesprochen wird, so dürfte dies überwiegend den Bund betreffen. Somit also das grundsätzliche Problem, was erhalten die Gebietskörperschaften anteilig oder voll aus den verschiedenen Steuern, um ihre Aufgaben zu bewältigen? Galt vor einigen Jahren noch die Devise "mehr Markt und weniger Staat", so müsste dies heute für Deutschland erneut auf den Prüfstand gestellt werden. Ferner gibt es Studien, die belegen, dass das Wirtschaftswachstum bei einer gleichmäßigeren Verteilung von Einkommen und Vermögen höher wäre.

Antwort: Danke für die Ergänzung.


1. Frage/Meinung: Der Staat ist nicht verarmt. Die Steuereinnahmen sind so hoch wie noch nie! Das Geld wird jedoch verwurstelt und für links ideologische Ideen ausgegeben. Es ist den Regierungsideologen jedoch nicht wert, das eingenommene Geld für Familien , Investionen und langfristige Ausgaben in Bildung auszugeben.

Antwort: Ob ein Staat verarmt ist, läßt sich nicht danach beurteilen, ob die Steuereinnahmen bei gerade einmal günstiger Konjunktur "sprudeln". Wenn ein Staat, wie Deutschland, hohe Schulden hat und seine Ausgaben bremst, um die Schulden nicht weiter zu erhöhen, ist er arm dran. Die sozialen Ausgaben sind in Deutschland entgegen Ihrer Annahme langfristig immer weiter gefallen.



3600 21-07-17: Testet jetzt Italien Merkels "Keine Obergrenze!"?

3. Frage/Meinung: Die Regierenden gehen über Leichen. Wollten sie Leben retten, wäre das in Afrika für weniger Geld deutlich effizienter.

Antwort: Leider ist es wohl so. Nur haben die Regierungen der EU, den Zeitpunkt verpaßt, als man die Menschen noch von der Abwanderung abhalten konnte. Jetzt sitzen sie in großer Zahl an der Mittelmeerküste und riskieren ihr Leben. Sie sind zum Werkzeug in dem erpresserischen Spiel der Schlepper geworden, die ihr Geschäftsmodell bisher mit der Drohung durchsetzen wollen, noch mehr Menschen umkommen zu lassen, wenn Europa nicht die Flüchtlinge auf die Rettungsschiffe nimmt und so den schmutzigen Menschenhandel am Leben hält.


2. Frage/Meinung: Wie hoch ist denn aktuell der Stand der Langzeitarbeitslosen in Deutschland? Sind dies tatsächlich Millionen (Plural?). Problematischer als der weiterhin anhaltende Flüchtlingsstrom (in erster Linie Wirtschaftsflüchtlinge) aus vielen afrikanischen Staaten, ist die Unfähigkeit des deutschen "Rechtsstaates", abgelehnte Asylbewerber wieder auszuweisen. Dies wird zunehmen, wenn Italien "die Schleusen" öffnet. Fakt ist, dass die deutschen Gerichte heute bereits überfordert sind durch die zunehmenden Klagen abgelehnter Asylbewerber.

Antwort: Es waren im vergangenen Jahr 723.000; habe diese Zahl (die hier nicht so wichtig ist) jetzt in den Text eingefügt. Derzeit sollen 220.000 Verfahren abgelehnter Asylsuchender bei den Verwaltungsgerichten laufen. Natürlich ist die Unfähigkeit bei der Abschiebung auch bei den Abwanderungsbereiten im Ausland bekannt.


1. Frage/Meinung: Wie es scheint, ziehen Sie schwache Schlüsse und betreiben billige Stimmungsmache . Bitte vernünftige Quellen (URL in Fußnote o.ä.) für Ihre Zahlen angeben, sonst kann man Sie doch nicht ernst nehmen.

Antwort: Warum so arrogant-unfreundlich? Wenn Sie mich nicht ernst nehmen können, sollten Sie die Rundbriefe abbestellen, die ich Ihnen ja nicht aufgedrängt habe. Ihre Vorwürfe sind total unsubstantiiert. Alle Grafiken, in denen die Zahlen dargestellt werden, enthalten Quellenangaben, sonst im Text. Was fehlt Ihnen dann? Die PKS können Sie selber nachschlagen.



3613 19-06-17: Deutschland vor der Entscheidung

1. Frage/Meinung: Leider würde sich die angenehmere Therapie nicht nur auf die "Wettbewerbsfähigkeit" mit dem ClubMed auswirken, sondern auch mit Nordamerika und China (mit dem wir stattliche HB-Defizite haben!). Was nutzt es, wenn wir uns dem ClubMed angleichen, um dann im internationalen Handel außerhalb der EU abzustürzen und die Defizite mit Asien aus dem Ruder laufen? Leider ist die sog. "Wettbewerbsfähigkeit" keine mathematisch stetige Funktion, die ein Feintuning erlauben würde. Das Risiko, im Handel gegen die Länder außerhalb der EU erhebliche Einbussen zu erleiden, lässt sich m.E. nicht wegdiskutieren.

Antwort: Mit Nordamerika haben wir hohe Überschüsse. Bei China müssen wir die Importe ohnehin bremsen, damit unsere Industrie und die der anderen EU-Länder überleben kann. Wir können uns von China nicht in Dauerzahlungen an die Europartner treiben lassen oder uns auf einen Niedrigstlohnwettbewerb einlassen, der unsere Sozialstruktur kaputt macht. Außerdem werden unsere Exporte nach China ohnehin in dem Maß zurückgehen, wie China selbst produzieren kann und dieser Zeitpunkt wird bei immer mehr Produkten erreicht, auch bei PKW und selbst bei Flugzeugen. Zudem kauft China bei uns Technologieunternehmen auf, um den Zeitraum bis zur Selbstversorgung weiter zu verkürzen. Lassen Sie uns bitte da nicht blauäugig sein.



3612 14-06-17: 4,5 Milliarden Afrikaner in 2100

4. Frage/Meinung: Prognosen sind schwierig - besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. (Ironie) Man kann wohl konstatieren, dass eine große Kinderzahl pro Frau vor allem in unterentwickelten Ländern anzutreffen ist. Denn eine möglichst große Kinderschar, eine vielköpfige Nachkommenschaft ist in diesen Ländern die einzige "soziale Absicherung", vor allem für das Alter. Somit liegt die Lösung auf der Hand: Entwicklung, Entwicklung und noch einmal Entwicklung! Die weiter entwickelten Länder müssen endlich bereit sein und den Ländern Afrikas wirkliche Chancen einräumen voran zu kommen. Keine Handelsabkommen mehr. Keine Abschottung gegen afrikanische Agrarprodukte mehr. Keine Leerfischung mehr vor afrikanischen Küsten durch hocheffektive, hochtechnialisierte Fanktrawler aus Europa, Japan und Nordamerika ... usw. usf. Der Zusammenhang "Kinderzahl umgekehrt proportional zum Grad der soziale Absicherung durch gesellschaftliche Solidarität" zeigt sich auch daran, dass bei Migration der Menschen von einem unterentwickelten Land in ein höheres, als Effekt die durchschnittliche Kinderzahl der Eingewanderten sinkt. Als Beispiel vergleiche man die durchschnittliche Kinderzahl der Frauen hier (türkischer Migrationshintergrund) mit derer der Frauen aus Ostanatolien.

Antwort: o.k.


3. Frage/Meinung: Prognosen über die Bevölkerungsentwicklung über einen so langen Zeitraum (fast 100 Jahre) stehe ich sehr skeptisch gegenüber. Hätte vor 100 Jahren, Anfang des 20. Jahrhunderts, jemand die Bevölkerungsentwicklung prognostiziert , wäre er/sie gehörig auf den Bauch gefallen. Außer Acht gelassen, weil nicht vorhersagbar , wären beide Weltkriege und der Pillenknick und die geburtenstarken Jahrgänge. (=> Gerd Bosbach "Lügen mit Zahlen") Und ob die augenblicklich nach Europa drängenden und vielleicht sogar durchkommenden Afrikaner als Magnet für die noch daheim gebliebenen wirken, wage ich auch zu bezweifeln, wenn die erst mal merken, daß hier auch lä ngst nicht alles Gold ist, was glänzt. Also diesmal nur EIN Pünktchen.

Antwort: Es geht mir wirklich nicht um die "Pünktchen", denn jeder Leser hat das Recht auf eine abweichende Meinung. Es geht auch nicht nur um die nächsten 83 Jahre. Schon bis 2050 in also 33 Jahren ist die Entwicklung mit einem geschätzten Plus von 1,2 Mrd. Menschen ausreichend erschreckend. In diesem Zeitraum sind die meisten Mädchen schon geboren, die bis dahin noch Kinder gebären können, wobei ihre Mütter auch noch weitere Kinder gebären können. 33 Jahre sind für demographische Entwicklungen keine lange Zeit. Wir können natürlich auch zurückschauen auf eine schon gelebte Entwicklung: seit 2000 sind 438 Mio. Menschen dazugekommen oder 54 % mehr in nur 17 Jahren.

Ihre Bemerkung, die durchkommenden Afrikaner könnten hier nicht alles für Gold halten, empfinde ich angesichts des Zustands, aus dem die Menschen kommen, als sehr zynisch und schon typisch für satte Europäer. Wenn sonst ein Verhungern droht oder ein Abschlachten, ist das Leben in Deutschland bei Vollversorgung geradezu phantastisch. Und wenn sich die Bundeskanzlerin dann noch Wange an Wange mit Flüchtlingen fotografieren läßt erst recht. Die Menschen würden nicht ihr Leben riskieren, wenn es bei uns nicht vergleichsweise attraktiv wäre. Und das Buschtelefon der schon Angekommenen scheint ihnen jedenfalls nicht das Gegenteil zu signalisieren.

Die UN muß solche Entwicklungen frühzeitig signalisieren, damit sich die Politik noch mit Hilfsmaßnahmen rechtzeitig darauf einrichten kann. Alles andere wäre unverantwortlich.


2. Frage/Meinung: Nach meiner Meinung ist eine derartige Hochrechnung unseriös. Was in rund achtzig Jahren passieren kann, ist heute nicht vorhersagbar. An solche Prognosen in derartiger Absolutheit wagt sich nicht mal Destatis sondern bestenfalls die BILD. Beispielsweise macht Destatis bei seinen Prognosen bis zu acht Fallunterscheidungen. Dass Politik und Medien aus diesen Fällen den ihnen gerade passenden aussucht, steht auf einem anderen Blatt.

Antwort: Das Bevölkerungsprogramm der UN ist nicht BILD! Die Prognose soll warnen, was passiert, wenn keine dramatischen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Solche Warnungen sollte man nicht verunglimpfen, wie Sie das hier versuchen.


1. Frage/Meinung: schwachsinnige Panikmache. solange kann niemand vorhersehen

Antwort: Bis zum Jahr 2100 mag die Prognose schwierig sein, nicht aber für 2050 in also 33 Jahren, da die meisten Mädchen schon geboren sind, die bis dahin noch Kinder gebären können, und ihre Mütter auch noch weitere Kinder gebären können. Auch per 2050 kommen nach der UN-Prognose in Afrika noch 1,2 Mrd. Menschen dazu. Sie können natürlich Ihren Kopf in den Sand stecken, wenn Sie das nur für "schwachsinnige Panikmache" halten (oder sind Sie schon so alt, daß Sie das eh nicht mehr kratzen muß?).



3600 07-07-17: Welches Vertrauen kann man noch in die G20 und Leader Merkel haben?

1. Frage/Meinung: Warum assozieren Sie, daß die soziale Verwerfung durch die Finanzkrise ausgelöst wurde? Ist es nicht eher so, daß deren Ursache in der Globalisierung und den Freihandelsabkommen liegt. Seit dem Freihandelsabkommen EU mit Afrika wird die lokale Wirtschaft durch europ. Produkte zerstört und als Konsequenz wandern die Menschen nach Europa. Dies drückt die Löhne. Analog die Öffnung des EU Arbeitsmarktes nach Osteuropa, mit der Folge, daß die Wirtschaft immer mehr Tätigkeiten nach Osteuropa, China, Indien verlagert. Mit der Folge, daß bei uns der Niedriglohnsektor wächst und die sozialen Verwerfungen hervorruft. Und welche Rolle spielen Geburtszahlen, wenn Deutschland Migranten überwiegend im Alter zwischen 20-30 gewinnt? Oder wenn durch die Automation Arbeitsplätze entfallen. Wie wäre es einmal mit einer Statistik der geleisteten Stunden pro Jahr für alle Arbeitnehmer im Vergleich zum BIP. Dann würde man sehen, daß das Wachstum nicht am Arbeitsmarkt stattfindet. Die niedrige Arbeitslosenzahl versteckt diesen Effekt nur

Antwort: Warum kommen Sie mit Unterstellungen? Ich habe nicht gesagt, daß die sozialen Verwerfungen von der Finanzkrise ausgelöst wurden, sondern daß diese sie verstärkt hat und habe das grafisch dargestellt. Im Übrigen habe ich gesagt, die Globalisierung der Weltwirtschaft habe immer größere soziale Gräben in den beteiligten Ländern zwischen Gewinnern und Verlierern dieser Entwicklung aufgerissen. Die Geburtenzahlen spielen eine große Rolle und werden durch die Migration nicht kompensiert. Auch die Automatisierung ersetzt keine Kinder. Eine alte Bevölkerung verliert an Innovationskraft und Dynamik. Die Produktivitätsentwicklung habe ich immer wieder vorgeführt. Ihre Ermahnung und Kritik machen, zumal in dieser Form, keinen Sinn.



3600 04-07-17: Dank Merkel kamen 2016 rund 45 % aller weltweit Asylsuchenden nach Deutschland

1. Frage/Meinung: Im Bericht wird nicht hinreichend berücksichtigt, dass die hohe Zahl der Asylantr äge 2016 von Flüchtlingen stammt, die einmalig 2015 nach Deutschland kamen. Der Neuzuzug 2016 war genauso hoch wie in anderen Ländern.

Antwort: Ich habe selbst ausdrücklich darauf hingewiesen, daß wegen der Überforderung der deutschen Verwaltung ein Teil der Flüchtlinge aus 2015 erst in 2016 ihren Asylantrag stellen konnten. Sie täuschen sich aber, wenn Sie meinen, der Neuzuzug 2016 sei genauso hoch wie in anderen Ländern gewesen. Der Neuzuzug war auch 2016 in Deutschland weit höher als in anderen Ländern, zumal die skandinavischen dicht machten und andere immer ziemlich dicht waren, und Übertragungen von 2015 auf 2016 bei der Antragsstellung der schon Zugewanderten hat es auch woanders gegeben. Nach Angaben des Ausländerzentralregisters (AZR) sind allein im Zeitraum 1. Januar 2016 bis 30. Juni 2016 insgesamt 369.000 ausländische Staatsangehörige aus dem Nicht-EU-Raum nach Deutschland zugewandert und über das ganze Jahr sind es 665.000 mehr geworden (die Zuwanderung wird unabhängig vom Datum der Asylantragsstellung registriert). Die West-Balkan-Route wurde erst im März 2016 geschlossen; das Türkei-Abkommen trat Ende März 2016 in Kraft. Im Übrigen liegt der deutsche Anteil an Asylanträgen in der EU, auch wenn man 2015 und 2016 zusammenrechnet immer noch bei 46 %. also fast der Hälfte.



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