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Einige Leserfragen und Meinungen zu den Rundbriefen und meine Reaktionen


3642 18-11-17: 5 Gründe gegen einen unbegrenzten "Familiennachzug"

1. Frage/Meinung: Das Thema Familiennachzug ist hier falsch aufgezogen. Es muss heißen, welche Gründe sprechen für einen Familiennachzug und dazu kenne ich nur einen einzigen Grund: Wer seine Familie nachweislich auch selbst versorgen kann, hat das Recht diese zu sich zu holen! Begründung: Meine Frau lernte ich als deutscher Staatsbürger auf der Krim kennen ..

Antwort: Ich denke, daß Sie dem Thema mit Ihrer subjektiven Sicht nicht gerecht werden. Es geht hier nicht um Migranten, die einen solchen Nachweis erbringen könnten und die nur ein sehr kleiner Teil der seit 2015 aus den nicht-europäischen Asylherkunftsländern zugewanderten darstellen, sondern um die meisten, die einen solchen Nachweis nicht erbringen können und dennoch ihre Familien nachziehen wollen.


2. Frage/Meinung: Ist Bernd Raffelshüschen, das wissenschaftliche Mietmal der neoliberalen Ideologen , ein seriöser Wissenschaftler? Der Typ ist für mich ein von den sich für elitär haltenden,asozialen Steueroasennutzer, gekaufter Dummschwätzer.

Antwort: Es gibt leider keine seriösere Abschätzung. Mit einer Diffamierung des Autors tragen Sie zum Verständnis der komplexen Zusammenhänge wenig bei.


1. Frage/Meinung: Eigentlich ganz ok. Aber den Versicherungsangstellten und notorischen Interessenvertreter der Versicherungsindustrie Raffelblabla ais Freiburg anzuführen macht alles wieder sehr fragwürdig. Ihre seriöse Quellennutzung wird dadurch beschädigt.

Antwort: Es gibt leider keine seriösere Abschätzung. Mit einer Diffamierung des Autors und seines Namens tragen Sie zum Verständnis der komplexen Zusammenhänge wenig bei. Ich habe jedenfalls den Text noch ergänzt, um Raffelhüschens Vorgehen zu erläutern.



14-11-17: Unser Gesundheitssystem krankt an seinen unsozialen Dauer-"Reformen".

1. Frage/Meinung: Müsste nicht gerade im Gesundheitssystem Umverteilung in Form von Staatszuschüssen stattfinden? Nur wenn man wieder die paritätische Finanzierung einführt, wird die Industrie Druck auf die Politik aufbauen, um das Gesundheitswesen besser zu organisieren. Warum muß jede Kasse Beiträge eintreiben, wenn diese sowieso in eine gemeinsame Kasse fliessen? Wer versteht schon die komplexe Wechselwirkung zwischen Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen. Warum nicht beide Zusammenlegen und eine wirkungsvolle Kontrolle ausüben? Komplexe Abläufe müssen vereinfacht und besser kontrollierbar werden.

Antwort: Natürlich sind weit mehr Kontrolle und auch eine soziale Anpassung nötig. Allerdings hat die Industrie auch vor dem Ende der paritätischen Finanzierung keinen Druck ausgeübt. Schließlich gehört die Pharmaindustrie dazu. Der gemeinsame Fonds wurde absichtlich geschaffen, um den Wettbewerb unter den Kassen unsozial anzuheizen. Gut wirtschaftenden Krankenkassen wird seitdem gestattet, Prämienrückzahlungen vornehmen, während schlecht wirtschaftende, die oft mitt einem größeren Anteil an kranken Mitgliedern belastet sind, Zusatzbeiträge erheben können. Kassen und kassenärztliche Vereinigungen zusammenzulegen, würde eine total intransparente Situation schaffen und noch mehr Kollusion zwischen beiden.



3640 07-11-17: Umweltvernichtung: Die Menschheit schafft sich ab

6. Frage/Meinung: Ich weiss nicht warum sie sich bei einer Zustimmung von 90% bei diesem Thema so aufregen. Wäre das Verhältnis umgekehrt könnte man die Aufregung aber verstehen.

Antwort: Inzwischen ist der Anteil der Unzufriedenen auf 15 % gestiegen. Viele mehr dürften ähnlich denken, sich aber nicht äußern. Insgesamt haben von etwa 1.300 Empfängern nur 66 eine Bewertung vorgenommen, so daß auch diese Zahl eigentlich enttäuschend niedrig ist. Es sind sicher nicht nur AfD-Anhänger, die die Erderwärmung kalt läßt. Die Trump-Anhänger in USA zeigen, wie schnell einfach gestrickte Menschen sich in die Irre führen lassen, und das, obwohl alle Regierungen der Welt, bis auf die der USA, daß Problem sehr ernst nehmen, neuerdings selbst China.


5. Frage/Meinung: Ist es nicht menschliche Hybris zu meinen, wir retten jetzt mal kurz die Schöpfung?

Antwort: Ich verstehe Sie nicht. Die Hybris ist doch, so weiter zu machen und die Schöpfung zu zerstören. Und Ihr "retten jetzt mal kurz" ist total unangebrachte Ironie bei einem verdammt ernsten Thema. Nichts kann hier "mal eben kurz" gerettet werden. Es wird ein sehr langer Kampf sein, der nur gewonnen werden kann, wenn die Menschen begreifen, worum es geht und sich dafür ausreichend informieren.


4. Frage/Meinung: Ich halte es mehr mit dem EIKE Institut und erinnere mich daran , dass der Mars früher Polkappen aus Eis hatte. Warum sind die denn weg? Auch gab es einen Hack bei IPPC bei dem dann herauskam dass die "Hakenkurve" so programmiert war, dass unabhängig von den Eingaben immer das gleiche beabsichtigte Ergebnis herauskam. Stichwort "Klimagate". Es geht m.E. weniger ums Klima als darum, über diesen Hebel die Weltherrschaft zu erlangen, Stichwort WBGU(.de) , große Transformation. Dazu gibt es Infos auf Youtube

Antwort: Nun beziehe ich meine Informationen nicht von Youtube, wo man meist nur verdummt wird. Und auch nicht von "EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie", das nach EU und damit offiziell klingen soll, aber damit nichts zu tun hat, und dessen Inschrift "Nicht das Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit!" schon die Fake-News anzeigt, die dort verbreitet werden. Nach Wikipedia wird dieser Verein von der Fachwelt nicht als seriöses Institut, sondern als klimaskeptische und politisch aktive Lobbyorganisation betrachtet. Wenn Sie darauf hereinfallen wollen, ist das natürlich Ihre Sache. Das von Ihnen zitierte britische "Klimagate" liegt schon Jahre zurück und ist längst korrigiert. Es ist auch Ihre Sache, wenn sie es besser wissen wollen als alle Regierungen dieser Welt, bis auf die Trumps, mit ihren riesigen Forschungsapparaten.


3. Frage/Meinung: Ihr zweiter Satz lautet: "Der ganz überwiegend menschengemachte Temperaturanstieg setzt sich ungebrochen fort". So nehmen Sie Ihr Fazit aus den vielen angeführten Forschungsberichten vorweg. Das stört mich etwas. Ich vermisse zwei Dinge: Erstens scheint es so, dass in allen Forschungen die Erde als geschossenes System betrachtet wird. Das wäre grundlegend falsch, denn die Aktivität der Sonne ist absolut bestimmend für die Bedingungen auf der Erde. Welche Daten finden Sie dazu und inwieweit findet diese Tatsache Eingang in die langfristigen Klimamodelle ? Zweitens: Welche emissionsfreie Alternativen zu Kohle und Kernspaltung gibt es neben Wind, Sonne, Wasser noch? Kernfusion und Freie Energie. Was hört man von der Erforschung dieser Möglichkeiten und mit welchen Mächten, Interessen und Meinungen legt man sich bei der Benennung an?

Antwort: Sie befragen einen Menschen, der nicht Klimawissenschaftler ist und nur begrenzt Zeit hat, sich noch schlauer zu machen. Um Auskunft über emissionsfreie Alternativen sollten Sie sich bitte anderswo bemühen. Das Ergebnis vorwegzunehmen ist wegen der vielen Leser mit wenig Zeit wichtig. Die meisten Untersuchungen stellen daher Zusammenfassungen an den Anfang. Dazu also bitte keine Klage. Zu den Sonnenzyklen habe ich gefunden, daß sie sich im Rhythmus von nur 11 Jahren bewegen und schon deshalb die langfristigen Prognosen wenig beeinflussen können. Auch läßt sich die künftige Aktivität der Sonne nicht verläßlich vorhersagen. Selbst wenn die Sonne demnächst in eine Phase extrem niedriger Aktivität einträte, würde - so die mir verfügbaren Erkenntnisse - nur ein sehr kleiner Teil der Erderwärmung, die der Mensch durch seine Treibhausgasemissionen verursacht, dadurch ausgeglichen.


2. Frage/Meinung: Diesmal ist es purer Alarmismus, den Sie von sich geben. Haben Sie noch nie bedacht, dass man den wichtigsten Nährstoff allen Lebens CO2 besser nicht bekämpfen sollte ?

Antwort: Danke für die Belehrung! Haben Sie noch nie bedacht, daß es auch ein zu viel des Guten geben kann? Im Überrmaß wird jeder Nährstoff zum Gift. So einfach wie Sie, sollte und darf man es sich nicht machen.


1. Frage/Meinung: Maßlose Übertreibung und viel zu einseitig betrachtet!

Antwort: Bei so viel Unwissen in Deutschland, auch - so vermute ich - bei Ihnen, kann man das gar nicht deutlich genug darstellen. Wo sind denn die von Ihnen ohne jeden Nachweis behaupteten Übertreibungen?



3639 31-10-17: Warum die linken Parteien in Europa verlieren

4. Frage/Meinung: Die Ausführungen über den Niedergang der linken Parteien in Europa, dem eigentlichen Thema des Rundbriefs, sind sehr fundiert und nachvollziehbar. Allerdings kann ich die Schlussfolgerung über den Wahlerfolg der AfD in Abhängigkeit der Höhe der Arbeitslosenzahl nicht als einziges Merkmal für deren Erfolg stehen lassen. In Bayern, ein Bundesland mit eher geringerer Arbeitslosenzahl im Vergleich mit den alten Bundesländer, hat die AfD den höchsten Wahlerfolg aller westlichen bzw. alten Bundesländer. Hier hat doch wohl die Flüchtlingspolitik und auch die scheinheilige Seehofer-Politik maßgeblich dazu beigetragen.

Antwort: Nun habe ich nirgendwo gesagt, daß der Wahlerfolg der AfD nur aus Arbeitslosigkeit gekommen sein, sondern nur an einzelnen Beispielen auf Zusammenhänge hingewiesen, wie bei Gelsenkirchen, dann auch hinzugefügt: "Schuld am Absturz der SPD in ihrer einstigen Hochburg Gelsenkirchen und Aufstieg der AfD ist aber auch die Migrationsthematik."


3. Frage/Meinung: Sie berücksichtigen fast überhaupt nicht den Kampf um Vernunft in der Flüchtlingspolitik, den Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht in der Partei DIE LINKE führen.

Antwort: Die können doch bisher nicht für die ganze Partei sprechen und der Kampf wird wohl nur aus Angst vor Wahlverlusten geführt, da sehr spät begonnen und bisher jeder Bezug auf die Begrenzung fehlt. Außerdem habe ich Wagenknecht durchaus mit ihren migrationskritischen Bemerkungen erwähnt.


2. Frage/Meinung: Sowohl die deutschen Linken wie die die konservativen Parteien haben bei den letzten Wahlen Verluste verzeichnet. Falls sie auf die m. E im Vordergrund stehende Migrationsfrage keine befriedigende Antwort finden, dürfte sich die AfD oder eine neue - politisch ähnliche - Gruppierung in den nächsten Jahren sehr gut entwickeln. Deutschland schließt sich letztlich einem europäischen Trend an. F, A, CH und NL haben einen gewissen Vorlauf.

Antwort: Es ist leider nicht nur die Migrationsfrage. Der Abstieg der SPD findet schon seit 1972 statt und dann besonders stark seit 1998, was auch dem Aufstieg frustrierter Nichtwähler entspricht. Also längst vor AfD und hat nur soziale Gründe.


1. Frage/Meinung: Das Grundproblem der Linken ist doch, dass sie die Ursachen der sozialen Spaltung nicht verstanden haben. Sind nicht seit 1990 die geleisteten Arbeitsstunden um rd 4% gefallen, während das BIP um 34% gestiegen sind. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit gefallen. Dies löst sich nur auf, wenn immer mehr Menschen Teilzeit arbeiten.

Antwort: Das haben die linken Parteien nach meinem Eindruck schon begriffen und deshalb den wuchernden Niedriglohnsektor kritisiert. Nur haben sie keine Rezepte dagegen. Sie hätte, wie selbst der bürgerliche Macron in Frankreich, gegen die Auswüchse der Globalisierung antreten müssen, sahen aber Deutschland wie CDU/CSU/FDP nur auf der Gewinnerseite. Dann kam noch die von Ihnen nicht erwähnte unglückliche dauerhafte Grenzöffnung mit amtlichen Willkommenssignalen an alle Welt hinzu.



3638 24-10-17: Bei steigendem Anteil an Migrantenkindern ist das deutsche Schulniveau im Sinkflug

2. Frage/Meinung: Die Grafiken sind nicht selbsterklärend, man müßte sie einfacher beschreiben. Die Sätze sind teilweise völlige unverständlich (Bremen hat 40% mehr Migranten im Vergleich zu...und Baden-Württemberg 15%..) Der Satz ist unverständlich.

Antwort: Sie hängen Ihre Kritik an einem einzigen Satz auf. Wer nicht verstehen will, kann nicht verstehen. (Und 92 % der bisherigen 52 Bewertungen sind bei 5 Punkten, weitere 6 % bei vier.)


1. Frage/Meinung: Eine interessante und wichtige Ergänzung wären Informationen zum Englischunterricht an Grundschulen.

Antwort: Wie wirken sich Migranten hier aus? Nach dem IQB-Bericht 2015, bei dem auch Leseverstehen in Englisch einbezogen war, lag der Abstand zwischen Jugendlichen ohne Zuwanderungshintergrund und Jugendlichen mit zwei im Ausland geborenen Elternteilen in Deutschland insgesamt bei nur 22 Punkten und betrug damit nur etwa ein Drittel des entsprechenden Unterschieds im Lesen im Fach Deutsch. Allerdings ist für die Integration in Deutschland die deutsche Sprache weit wichtiger als die englische.



3637 16-10-17: Die soziale Tünche des Kapitalismus wird immer dünner

1. Frage/Meinung: Ist es wirklich so einfach? Steigt der Anteil an Privatschulen nicht, weil Eltern erkennen, dass durch die hohen Ausländeranteil die Qualität immer schlechter wird ? Analog geht es mit den privaten Hochschulen weiter.

Antwort: Ich habe über einen Zeitraum von 15 Jahren berichtet. Die Bewegung zu privaten Schulen ist schon viel länger unterwegs als der Anstieg des Ausländeranteils, der sie jetzt noch weiter verstärkt. An den Universitäten sind die Migranten noch kaum angekommen. Hier sondert sich eindeutig eine Klasse ab, die es sich leisten kann. Auch ohne die Migranten hätten wir diese Bewegung, wenn auch nicht so stark.



3635 09-10-17: Frauen in Deutschland

2. Frage/Meinung: Eine Frage habe ich aber tatsächlich noch: Hat eine Ehefrau nicht Anrecht auf einen Teil der Rente des Ehemannes ? Wird das auch irgendwo abgebildet?

Antwort: Natürlich hat die Ehefrau auch Anrecht auf einen Teil der Rente des Mannes. Doch sehr viele alte Frauen sind alleinstehend (nicht verheiratet, verwitwet, geschieden). Das gilt besonders für alleinerziehende Mütter. Bei alleinstehenden Frauen deckt die gesetzliche Rente allein fast drei Viertel des Gesamteinkommens. 40 % der Frauen ab 60 Jahre leben alleine und der Anteil steigt mit dem Alter weiter, ab 75 Jahre schon bei 57 %.


1. Frage/Meinung: Andererseits ist die Darstellung des "Gender wage gap" viel zu pauschal und l ässt wichtige Faktoren wie Wahl des Studiengangs bzw. der Ausbildung sowie Karriereorientierung und Engagement unter den Tisch fallen. "Welcher Arbeitgeber würde nicht die gleiche Leistung viel billiger einkaufen, indem er eine Frau einstellt?" Ich denke, da sieht die Realität anders aus.

Antwort: Die Frauen in anderen Ländern sind auch nicht besser ausgebildet. Sie machen es sich viel zu leicht, wenn Sie die deutsche Spitzenleistung in Lohndiskriminierung mit schlechteren beruflichen Qualifikationen wegerklären wollen. Außerdem gehen Sie an dem hohen Anteil von unfreiwilliger und schlechter bezahlter Teilzeitarbeit und dem geringen Anteil von Frauen in Managementpositionen vorbei. Für mich tobt sich hier der in Deutschland besonders hart gewordene Kapitalismus kombiniert mit männlichem Chauvinismus aus.



3632 28-09-17: Macrons Traum vom europäischen Superstaat

1. Frage/Meinung: Was soll daran schlecht sein, realistische Preise für Umweltverschmutzung zu fordern, der Markt, a la FDP, wird es nicht machen. Was ist schlecht an einer europäischen Finanztransaktionssteuer auf Börsengeschäfte, wenn die Erlöse in die Entwicklungspolitik flössen. Oder die Forderung nach einer Mindestbesteuerung internationaler Konzerne . Was ist schlecht daran, wenn Deutschland für seine unfaire Wettbewerbspolitik den EU-Partnern gegenüber zahlen soll, wie sie durch eine jahrelange interne, nationale Abwertung des Euro über die Lohnpolitik zustande kam? Wir werden nicht nur einen guten Teil der Flüchtlinge auf absehbare Zeit nicht integrieren können, wir werden das auch mit dem ostdeutschen oder westdeutschen AFD - Mann nicht mehr schaffen .

Antwort: Natürlich ist nicht alles schlecht an Macrons Vorschlägen. Ich habe selbst die Vorschläge für eine verstärkte Abwehr von sozialem und Umwelt-Dumping begrüßt. Doch sein europäischer Superstaat wird in den meisten EU-Ländern, auch in Frankreich, nicht ankommen. Populistische Bewegungen gegen die EU wird man so eher noch stärken, auch Ihren deutschen "AfD-Mann" und noch mehr davon kann die EU zerstören.



3630 18-09-17: Eurozone "gone mad"

1. Frage/Meinung: In der Analyse sehr gut und schonungslos. Aber was wäre die Alternative? Den Euro auseinanderkrachen zu lassen, wird die BRD auch vermeiden wollen. Dazu lebt ihre Exportwirtschaft zu sehr vom festen Wechselkurs. Andererseits: wenn inzwischen die eurozone eh nicht mehr so wichtig für die BRD ist, wie sie es einmal war, weil das deutsche Kapital längst über die EU hinausgewachsen ist - vielleicht riskiert sie es auch? Und noch andererseits: wenn die Macron-Vorschläge dazu führen, dass die ganzen Quertreiber aus Polen etc. außen vor bleiben - wäre das nicht das Spiel wert?

Antwort: Der Euro wird nicht zusammenkrachen, wenn das Schlimmste an Macrons Forderungen abgewehrt wird. Denn ohne den Euro wäre Frankreich währungspolitisch wieder an die DM und die Bundesbank gebunden. Selbst Marine Le Pen hatte daher angesichts des Wählerwiderstands ihre Forderung nach Austritt aus dem Euro aufgegeben. Herausfliegen könnten dagegen Griechenland und Italien, doch dazu wird es ohnehin kommen. Die Quertreiber aus Polen sind viel zu schlau, um sich von der EU trennen zu lassen und wieder unter russischen Einfluß zu geraten. Und zum Euro, auf den die Macron-Vorschläge abzielen, gehören sie ohnehin nicht und werden noch sehr lange nicht dazu gehören.



3625 05-09-17: Die 8 Merkel-Jahre der SPD

1. Frage/Meinung: In Ihrem Artikel argumentieren sie dass eine Verschiebung des Spitzensteuersatzes nach oben, besonders die Gutverdienenden begünstigen würde. Sind Sie nicht auch der Meinung, dass der Punkt von ca 54.ooo zu früh greift und dass durch die damit verbunden Streckung der Progressionkurve nicht auch die weniger Verdienenden profitieren ?

Antwort: Ich habe mich auf das Beispiel der Haushalte mit Paaren und einem Spitzensteuersatz ab 107.000 Euro bezogen und ausgeführt, daß ein Haushaltseinkommen von 85.000 Euro schon zum obersten Zehntel der Haushaltseinkommen zählt. Das oberste Zehntel der Einkommen sind für mich schon Spitzeneinkommen, wenn auch nicht solche, bei denen ab 500.000 Euro und viel zu hoch angesetzt die Reichensteuer greift. Bevor Steuern für die oberen Einkommensklassen gesenkt werden, sollten die gewaltigen Bedürfnisse in Bildung, Infrastruktur, etc. finanziert und die unsoziale MwSt. wieder gesenkt werden.



3624 01-09-17: Der Streit um nationale Identität/Kultur

3. Frage/Meinung: Ich hätte das Zitat anders gelesen: Obwohl, oder weil ich in (Ost)Deutschland geboren bin, teile ich die Überzeugung das es nicht eine(!) deutsche Kultur gibt. Ich w ürde es eher einen deutschen Kulturkreis nennen, in dem sich halt auch Bayern und Friesen - mit ihren jeweils eigenen Kulturen - zuhause fühlen.

Antwort: Ihren Einwand verstehe ich nicht. Özoguz bestreitet doch inzidenter ebenso einen deutschen Kuturkreis und räumt nur die gemeinsame Sprache ein. In den meisten anderen Nationalstaaten, die nie ihre Kultur leugnen würden, wie z.B. Frankreich oder Großbritannien gibt es ebenso erhebliche regionale Unterschiede. Ein Schotte ist von einem Südengländer mindestens so weit entfernt wie ein Bayer von einem Friesen, ebenso ein Franzose in der Province von einem Normannen am Kanal, etc.


2. Frage/Meinung: Diese berechtigte Kritik an der im Mai publizierten Aussage kommt etwas spät, kurz vor der Bundestagswahl.

Antwort: Die Aussage ist mir erst jetzt nach den unseligen Gauland-Bemerkungen aufgefallen. Mit der Bundestagswahl hat das nichts zu tun.


1. Frage/Meinung: Kultur - und dann auch Leitkultur - ist ein wichtiges Thema. Ihre Argumentation ü ber niedrige Zinssätze und Bildungsabschlüsse zu führen, finde ich dann aber dünn. Da bieten sich bessere Beweisführungen an.

Antwort: Hier ging es mir nicht darum, Kultur zu definieren (von Goethe bis Bach). Die Zinssätze wurden erwähnt, um das EU-Einheitssystem anzusprechen. Die Bildungsabschlüsse der Türken wurden nur erwähnt, weil der Vorwurf der Kulturlosigkeit Deutschland von einer Politikerin mit türkischen Hintergrund erhoben wird.



3623 2908-17: Die für Deutschland verlorenen 12 Jahre der Angela Merkel

2. Frage/Meinung: .. und was folgern Sie aus alle dem? Welches Verhalten wäre mangels politischer Alternativen im Parteien-Spektrum aus Ihrer Sicht angemessen? Denn Programme und Kandidaten, die Ihre Forderungen, die Sie ja oft pointiert und begründet wiederholen, aufnähmen, gibt es nicht.

Antwort: Jeder muß selbst entscheiden, ob er in den sauren Apfel beißt und eine der Parteien wählt oder sich der Stimme enthält.


1. Frage/Meinung: Es fehlen mir zwei wichtige Punkte von Fehlentwicklungen unter Merkels Kanzlerschaft: 1. Dieser schwachsinnige, chaotische (weil unbegründet übereilte) Atomausstieg auf Anstoß der Grünen, der bis heute ein Sorgenkind ist und dessen unnötig hohe Kosten noch über viele Jahre auf die Bevölkerung abgewälzt wird. 2. Die weitere politisch gewollte Zerstörung der tragendsten Säule jeder nicht zum Aussterben verdammten Kultur, nämlich gesunde, aktive, natürliche Familien die für den Nachwuchs eines Volkes sorgen.

Antwort: Natürlich kann man die Kummerliste länger machen. Ich habe auf die hohen Stromkosten des plötzlichen Atomausstiegs hingewiesen. Die Familienpolitik habe ich nicht erwähnt, weil hier die Entwicklung längst vor Merkels Zeit begonnen hat und weil ich zwei Faktoren, nämlich die Benachteiligung der Frauen und die mangelnden Investitionen in Kitas und Schulen angesprochen habe. Im Übrigen war der Rundbrief schon sehr lang.



3622 25-08-17: Die verlogen heile Welt der Bertelsmann Stiftung

2. Frage/Meinung: Die Religionszugehörigkeit allein zum Kriterium zu machen kann nicht zu viel führen. Muslime aus der Türkei, Marokko oder aus Ländern südlich der Sahara in einen Topf zu werfen ist unergiebig.

Antwort: Ich habe mich an Muslimen aus der Türkei orientiert, und hier den 2,8 Mio. mit türkischen Migrationshintergrund. Die mit türkischem Hintergrund stellen in Deutschland den weitaus größten Teil der Muslime (Mikrozensus 2014). Das Zusammenwerfen kommt von Bertelsmann, wobei allerdings auch die deutsche Bevölkerung, Bundesregierung und Medien die Muslime zusammenfassen ("Der Islam gehört zu Deutschland). Es gibt in der Tat große Gemeinsamkeit bei Muslimen, indem sie ganz mehrheitlich die Religion über Staat und Recht stellen, wie es der Koran von ihnen verlangt. Daran sollten Sie bitte nicht vorbeisehen.


1. Frage/Meinung: Habe schon auf Ihre Gegendarstellung gewartet, die ich mir aber noch etwas detaillierter gewünscht hätte. Waren die Aussagen bei Bertelsmann so dünn, dass auch die Gegendarstellung entsprechend schmal bleiben musste?

Antwort: Leider kann ich nicht noch mehr Zeit einsetzen, habe aber die schlimmsten Fehler herausgegriffen, die das ganze Unternehmen ausreichend bloßstellen. Auch ist mir Bertelsmann nicht mehr Zeit wert. Im Übrigen habe ich immer wieder über die Mängel bei der Integration ausführlich berichtet.



3621 23-08-17: Kohl, Merkel, Schulz und die nationale Frage

2. Frage/Meinung: Hier bin ich nicht ganz Ihrer Meinung in Bezug auf die europäische Integration. Die deutsche Einigung vor dem 1. Weltkrieg wurde auch nicht kurzfristig innerhalb weniger Jahrzehnte erreicht, und sowohl kulturell, als auch sprachlich war zwischen einem plattdeutsch sprechenden Friesen und einem z.B. Niederbayern ein deutlicher Unterschied Vielleicht sollte man eine europäische Einigung in einem entsprechend langen historischen Zeitraum sehen. Und pragmatische betrachtet werden wir in den nächsten Jahren am Erfolg oder Misserfolg des Brexit für Großbritannien sehen , ob eine (positiv) weiterentwickelte EU, die endlich alle Bürger mitnimmt nicht doch für die Meisten die bessere Lösung ist - statt Nationalismus.

Antwort: Daß die EU die Nationen in Europa nicht verdrängen kann, zeigt sich in der über Jahrzehnte festgefahrenen Entwicklung der EU. Im Unterschied zu den meisten anderen EU-Ländern war Deutschland bis 1871 kein Nationalstaat und kann damit kein Beispiel für die anderen sein. Daß es in einem Nationalstaat auch unterschiedliche Sprachidiome und kleiner kulturelle Unterschiede geben kann, ist selbstverständlich und auch im typischsten Nationalstaat Frankreich so und sogar in der Schweiz mit unterschiedlichen Sprachen. Man sollte nicht Nationalgefühl und Nationalismus (besonders in Deutschland sehr negativ belegt) durcheinanderwerfen, wie Sie das hier tun. Ich schreibe aus Großbritannien, wo das Nationalgefühl seit Jahrhunderten ungebrochen und eine Selbstverständlichkeit ist. Wenn wir das aus Deutschland betrachten, dürfen wir nicht vergessen, daß Deutschland das einsam abschreckende Beispiel von Nationalismus war und dann eine lange geteilte Nation.


1. Frage/Meinung: In der Beurteilung von Kohl bin ich anderer Meinung. Contre vents et marées hat er die Wiedervereinigung durchgeführt, weil er an eine Nation namens Deutschland glaubte. (Und jetzt hat er sich sogar bei den Salier-Kaisern und dem ersten Habsburger begraben lassen!) Und manches spricht dafür, dass die DM die Morgengabe bei der Wiedereinigung an unsere europäischen Partner war?

Antwort: Kohl verfolgte wohl eine Doppelstrategie: Nationale Wiedervereinigung und dann Auflösung der Nation in der EU (so verstehe ich seine zitierte Rede gegen den Nationalstaat). Die Wiedervereinigung war nicht mehr zu verhindern, nachdem Kohl die Zustimmung von Gorbatschow hatte, so war auch der Euro kein Schlüssel für die Wiedervereinigung sondern der stärkst mögliche Tritt gegen den Nationalstaat. Daß Kohl sich in der Nähe der Kathedrale von Speyer hat begraben lassen, war wohl der Abneigung gegen seine Familie und deren Grab geschuldet (nachdem er seine erste Frau in den Selbstmord getrieben hatte) und seinem kaiserlich überhobenen Selbstgefühl. Kohl hatte Jahre vor seinem Tod sondieren lassen, ob ihm eine Grabstätte im Kaiserdom zugeteilt werden könnte. Seit 1817 ist der Dom Grabeskirche der Bischöfe und nach dem Kirchenrecht dürfen andere Personen dort nicht mehr bestattet werden. So blieb Kohl die postume Gleichstellung mit den Kaisern verwehrt und konnte er nur auf dem Friedhof des Domkapitels begraben werden. Daß er eine nationale Ehrenveranstaltung zugunsten einer europäischen in Straßburg ablehnte, zeigt ebenfalls seine Abneigung gegen die beim ihm unbeliebte Nation. Im Übrigen war der deutsche Nationalstaat eine Schöpfung der Preußen und die Linksrheinischen, besonders Kohl, fühlten sich eher zum katholischen Frankreich als zum protestantischen Preußen gehörig.



3619 01-08-17: Capitalism gone wild

2. Frage/Meinung: Leider zu kurz gesprungen! Die systemimanente, veröffentlichte MZ-Statistik ist eine Wahlkampfhilfe für alle "Gesinnungs-ethik-parteien", das scheint legitim, hilft aber genausowenig wie Ihre Entlarvung der Hilfswilligen bei Statistikverschleierung , um das Kind im Brunnen zu retten. "Was tun?", fragte schon Lenin!

Antwort: Der Mikrozensus erscheint nach regelmäßigem Kalender und daher nicht als Wahlkampfhilfe. Und mit Lenin-Zitaten kommen Sie auch nicht weiter. Was das zu kurz gesprungen sein soll, ist wohl Ihr Rätsel. Alle anderen bisher 85 Bewerter haben die höchste Punktzahl vergeben.


1. Frage/Meinung: An der Umsetzung fehlt es!!! Ein paar Rechthaber sind zu wenig. Was tun?

Antwort: Die Zahl der "Rechthaber" vergrößern! Die Wahrheit verbreiten! Jeder kann das tun.



3618 25-07-17: Sollbruchstellen unseres Wirtschafts- und Sozialsystems: Steuersystem

4. Frage/Meinung: Graphen schwer nachvollziehbar, da umständlich gestaltet

Antwort: Da sind Sie in Ihrer Beurteilung eine ziemlich einsame Ausnahme, nach der ich mich nicht richten kann. Bisher haben 97 % den Rundbrief mit 5 oder 4 Punkten beurteilt. In bisher mehr als 12 Jahren der Rundbriefe ist ein solcher Vorwurf nie erhoben worden. Vielleicht haben Sie ein generelles Problem, Graphiken zu lesen.


3. Frage/Meinung: " daß die Proteste in Hamburg nur das Werk von "Linksextremen" waren, als hätten gewalttätige Chaoten etwas mit Politik - ob rechts oder links..." Relativieren und beschönigen Sie nicht auch noch die ausschließlich linksradikale Randale zum G20 in HH, sonst machen Sie sich mit der Lügenpresse gemein, fragt sich, ob Sie das wollen.

Antwort: Die Proteste in Hamburg waren meines Wissens zu einem großen Teil sehr friedliche Proteste, an denen auch Gewerkschaften und Kirchen teilnahmen. Ich habe zwischen "Protesten" und dem Auftreten "gewalttätiger Chaoten" unterschieden. Letztere haben in meiner Beurteilung kein politisches Programm. Ihre Kritik ist mir unverständlich.


2. Frage/Meinung: Ein Aspekt, der die Verarmung des Staates betrifft, liegt meiner Ansicht nach in der Problematik, dass die Kommunen in den letzten Jahren zunehmende Aufgaben im Sozialbereich - nicht nur, aber auch wegen der Flüchtlingspolitik erhielten - die nicht ausreichend gegenfinanziert wurden durch Steuererhöhungen. Ähnlich auch bei den Ländern, deren Aufgaben bei Bildung und Sicherheit (Polizei) ebenfalls stark gewachsen sind. Und wenn in den Medien von "sprudelnden Steuereinnahmen" gesprochen wird, so dürfte dies überwiegend den Bund betreffen. Somit also das grundsätzliche Problem, was erhalten die Gebietskörperschaften anteilig oder voll aus den verschiedenen Steuern, um ihre Aufgaben zu bewältigen? Galt vor einigen Jahren noch die Devise "mehr Markt und weniger Staat", so müsste dies heute für Deutschland erneut auf den Prüfstand gestellt werden. Ferner gibt es Studien, die belegen, dass das Wirtschaftswachstum bei einer gleichmäßigeren Verteilung von Einkommen und Vermögen höher wäre.

Antwort: Danke für die Ergänzung.


1. Frage/Meinung: Der Staat ist nicht verarmt. Die Steuereinnahmen sind so hoch wie noch nie! Das Geld wird jedoch verwurstelt und für links ideologische Ideen ausgegeben. Es ist den Regierungsideologen jedoch nicht wert, das eingenommene Geld für Familien , Investionen und langfristige Ausgaben in Bildung auszugeben.

Antwort: Ob ein Staat verarmt ist, läßt sich nicht danach beurteilen, ob die Steuereinnahmen bei gerade einmal günstiger Konjunktur "sprudeln". Wenn ein Staat, wie Deutschland, hohe Schulden hat und seine Ausgaben bremst, um die Schulden nicht weiter zu erhöhen, ist er arm dran. Die sozialen Ausgaben sind in Deutschland entgegen Ihrer Annahme langfristig immer weiter gefallen.



3600 21-07-17: Testet jetzt Italien Merkels "Keine Obergrenze!"?

3. Frage/Meinung: Die Regierenden gehen über Leichen. Wollten sie Leben retten, wäre das in Afrika für weniger Geld deutlich effizienter.

Antwort: Leider ist es wohl so. Nur haben die Regierungen der EU, den Zeitpunkt verpaßt, als man die Menschen noch von der Abwanderung abhalten konnte. Jetzt sitzen sie in großer Zahl an der Mittelmeerküste und riskieren ihr Leben. Sie sind zum Werkzeug in dem erpresserischen Spiel der Schlepper geworden, die ihr Geschäftsmodell bisher mit der Drohung durchsetzen wollen, noch mehr Menschen umkommen zu lassen, wenn Europa nicht die Flüchtlinge auf die Rettungsschiffe nimmt und so den schmutzigen Menschenhandel am Leben hält.


2. Frage/Meinung: Wie hoch ist denn aktuell der Stand der Langzeitarbeitslosen in Deutschland? Sind dies tatsächlich Millionen (Plural?). Problematischer als der weiterhin anhaltende Flüchtlingsstrom (in erster Linie Wirtschaftsflüchtlinge) aus vielen afrikanischen Staaten, ist die Unfähigkeit des deutschen "Rechtsstaates", abgelehnte Asylbewerber wieder auszuweisen. Dies wird zunehmen, wenn Italien "die Schleusen" öffnet. Fakt ist, dass die deutschen Gerichte heute bereits überfordert sind durch die zunehmenden Klagen abgelehnter Asylbewerber.

Antwort: Es waren im vergangenen Jahr 723.000; habe diese Zahl (die hier nicht so wichtig ist) jetzt in den Text eingefügt. Derzeit sollen 220.000 Verfahren abgelehnter Asylsuchender bei den Verwaltungsgerichten laufen. Natürlich ist die Unfähigkeit bei der Abschiebung auch bei den Abwanderungsbereiten im Ausland bekannt.


1. Frage/Meinung: Wie es scheint, ziehen Sie schwache Schlüsse und betreiben billige Stimmungsmache . Bitte vernünftige Quellen (URL in Fußnote o.ä.) für Ihre Zahlen angeben, sonst kann man Sie doch nicht ernst nehmen.

Antwort: Warum so arrogant-unfreundlich? Wenn Sie mich nicht ernst nehmen können, sollten Sie die Rundbriefe abbestellen, die ich Ihnen ja nicht aufgedrängt habe. Ihre Vorwürfe sind total unsubstantiiert. Alle Grafiken, in denen die Zahlen dargestellt werden, enthalten Quellenangaben, sonst im Text. Was fehlt Ihnen dann? Die PKS können Sie selber nachschlagen.



3613 19-06-17: Deutschland vor der Entscheidung

1. Frage/Meinung: Leider würde sich die angenehmere Therapie nicht nur auf die "Wettbewerbsfähigkeit" mit dem ClubMed auswirken, sondern auch mit Nordamerika und China (mit dem wir stattliche HB-Defizite haben!). Was nutzt es, wenn wir uns dem ClubMed angleichen, um dann im internationalen Handel außerhalb der EU abzustürzen und die Defizite mit Asien aus dem Ruder laufen? Leider ist die sog. "Wettbewerbsfähigkeit" keine mathematisch stetige Funktion, die ein Feintuning erlauben würde. Das Risiko, im Handel gegen die Länder außerhalb der EU erhebliche Einbussen zu erleiden, lässt sich m.E. nicht wegdiskutieren.

Antwort: Mit Nordamerika haben wir hohe Überschüsse. Bei China müssen wir die Importe ohnehin bremsen, damit unsere Industrie und die der anderen EU-Länder überleben kann. Wir können uns von China nicht in Dauerzahlungen an die Europartner treiben lassen oder uns auf einen Niedrigstlohnwettbewerb einlassen, der unsere Sozialstruktur kaputt macht. Außerdem werden unsere Exporte nach China ohnehin in dem Maß zurückgehen, wie China selbst produzieren kann und dieser Zeitpunkt wird bei immer mehr Produkten erreicht, auch bei PKW und selbst bei Flugzeugen. Zudem kauft China bei uns Technologieunternehmen auf, um den Zeitraum bis zur Selbstversorgung weiter zu verkürzen. Lassen Sie uns bitte da nicht blauäugig sein.



3612 14-06-17: 4,5 Milliarden Afrikaner in 2100

4. Frage/Meinung: Prognosen sind schwierig - besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. (Ironie) Man kann wohl konstatieren, dass eine große Kinderzahl pro Frau vor allem in unterentwickelten Ländern anzutreffen ist. Denn eine möglichst große Kinderschar, eine vielköpfige Nachkommenschaft ist in diesen Ländern die einzige "soziale Absicherung", vor allem für das Alter. Somit liegt die Lösung auf der Hand: Entwicklung, Entwicklung und noch einmal Entwicklung! Die weiter entwickelten Länder müssen endlich bereit sein und den Ländern Afrikas wirkliche Chancen einräumen voran zu kommen. Keine Handelsabkommen mehr. Keine Abschottung gegen afrikanische Agrarprodukte mehr. Keine Leerfischung mehr vor afrikanischen Küsten durch hocheffektive, hochtechnialisierte Fanktrawler aus Europa, Japan und Nordamerika ... usw. usf. Der Zusammenhang "Kinderzahl umgekehrt proportional zum Grad der soziale Absicherung durch gesellschaftliche Solidarität" zeigt sich auch daran, dass bei Migration der Menschen von einem unterentwickelten Land in ein höheres, als Effekt die durchschnittliche Kinderzahl der Eingewanderten sinkt. Als Beispiel vergleiche man die durchschnittliche Kinderzahl der Frauen hier (türkischer Migrationshintergrund) mit derer der Frauen aus Ostanatolien.

Antwort: o.k.


3. Frage/Meinung: Prognosen über die Bevölkerungsentwicklung über einen so langen Zeitraum (fast 100 Jahre) stehe ich sehr skeptisch gegenüber. Hätte vor 100 Jahren, Anfang des 20. Jahrhunderts, jemand die Bevölkerungsentwicklung prognostiziert , wäre er/sie gehörig auf den Bauch gefallen. Außer Acht gelassen, weil nicht vorhersagbar , wären beide Weltkriege und der Pillenknick und die geburtenstarken Jahrgänge. (=> Gerd Bosbach "Lügen mit Zahlen") Und ob die augenblicklich nach Europa drängenden und vielleicht sogar durchkommenden Afrikaner als Magnet für die noch daheim gebliebenen wirken, wage ich auch zu bezweifeln, wenn die erst mal merken, daß hier auch lä ngst nicht alles Gold ist, was glänzt. Also diesmal nur EIN Pünktchen.

Antwort: Es geht mir wirklich nicht um die "Pünktchen", denn jeder Leser hat das Recht auf eine abweichende Meinung. Es geht auch nicht nur um die nächsten 83 Jahre. Schon bis 2050 in also 33 Jahren ist die Entwicklung mit einem geschätzten Plus von 1,2 Mrd. Menschen ausreichend erschreckend. In diesem Zeitraum sind die meisten Mädchen schon geboren, die bis dahin noch Kinder gebären können, wobei ihre Mütter auch noch weitere Kinder gebären können. 33 Jahre sind für demographische Entwicklungen keine lange Zeit. Wir können natürlich auch zurückschauen auf eine schon gelebte Entwicklung: seit 2000 sind 438 Mio. Menschen dazugekommen oder 54 % mehr in nur 17 Jahren.

Ihre Bemerkung, die durchkommenden Afrikaner könnten hier nicht alles für Gold halten, empfinde ich angesichts des Zustands, aus dem die Menschen kommen, als sehr zynisch und schon typisch für satte Europäer. Wenn sonst ein Verhungern droht oder ein Abschlachten, ist das Leben in Deutschland bei Vollversorgung geradezu phantastisch. Und wenn sich die Bundeskanzlerin dann noch Wange an Wange mit Flüchtlingen fotografieren läßt erst recht. Die Menschen würden nicht ihr Leben riskieren, wenn es bei uns nicht vergleichsweise attraktiv wäre. Und das Buschtelefon der schon Angekommenen scheint ihnen jedenfalls nicht das Gegenteil zu signalisieren.

Die UN muß solche Entwicklungen frühzeitig signalisieren, damit sich die Politik noch mit Hilfsmaßnahmen rechtzeitig darauf einrichten kann. Alles andere wäre unverantwortlich.


2. Frage/Meinung: Nach meiner Meinung ist eine derartige Hochrechnung unseriös. Was in rund achtzig Jahren passieren kann, ist heute nicht vorhersagbar. An solche Prognosen in derartiger Absolutheit wagt sich nicht mal Destatis sondern bestenfalls die BILD. Beispielsweise macht Destatis bei seinen Prognosen bis zu acht Fallunterscheidungen. Dass Politik und Medien aus diesen Fällen den ihnen gerade passenden aussucht, steht auf einem anderen Blatt.

Antwort: Das Bevölkerungsprogramm der UN ist nicht BILD! Die Prognose soll warnen, was passiert, wenn keine dramatischen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Solche Warnungen sollte man nicht verunglimpfen, wie Sie das hier versuchen.


1. Frage/Meinung: schwachsinnige Panikmache. solange kann niemand vorhersehen

Antwort: Bis zum Jahr 2100 mag die Prognose schwierig sein, nicht aber für 2050 in also 33 Jahren, da die meisten Mädchen schon geboren sind, die bis dahin noch Kinder gebären können, und ihre Mütter auch noch weitere Kinder gebären können. Auch per 2050 kommen nach der UN-Prognose in Afrika noch 1,2 Mrd. Menschen dazu. Sie können natürlich Ihren Kopf in den Sand stecken, wenn Sie das nur für "schwachsinnige Panikmache" halten (oder sind Sie schon so alt, daß Sie das eh nicht mehr kratzen muß?).



3600 07-07-17: Welches Vertrauen kann man noch in die G20 und Leader Merkel haben?

1. Frage/Meinung: Warum assozieren Sie, daß die soziale Verwerfung durch die Finanzkrise ausgelöst wurde? Ist es nicht eher so, daß deren Ursache in der Globalisierung und den Freihandelsabkommen liegt. Seit dem Freihandelsabkommen EU mit Afrika wird die lokale Wirtschaft durch europ. Produkte zerstört und als Konsequenz wandern die Menschen nach Europa. Dies drückt die Löhne. Analog die Öffnung des EU Arbeitsmarktes nach Osteuropa, mit der Folge, daß die Wirtschaft immer mehr Tätigkeiten nach Osteuropa, China, Indien verlagert. Mit der Folge, daß bei uns der Niedriglohnsektor wächst und die sozialen Verwerfungen hervorruft. Und welche Rolle spielen Geburtszahlen, wenn Deutschland Migranten überwiegend im Alter zwischen 20-30 gewinnt? Oder wenn durch die Automation Arbeitsplätze entfallen. Wie wäre es einmal mit einer Statistik der geleisteten Stunden pro Jahr für alle Arbeitnehmer im Vergleich zum BIP. Dann würde man sehen, daß das Wachstum nicht am Arbeitsmarkt stattfindet. Die niedrige Arbeitslosenzahl versteckt diesen Effekt nur

Antwort: Warum kommen Sie mit Unterstellungen? Ich habe nicht gesagt, daß die sozialen Verwerfungen von der Finanzkrise ausgelöst wurden, sondern daß diese sie verstärkt hat und habe das grafisch dargestellt. Im Übrigen habe ich gesagt, die Globalisierung der Weltwirtschaft habe immer größere soziale Gräben in den beteiligten Ländern zwischen Gewinnern und Verlierern dieser Entwicklung aufgerissen. Die Geburtenzahlen spielen eine große Rolle und werden durch die Migration nicht kompensiert. Auch die Automatisierung ersetzt keine Kinder. Eine alte Bevölkerung verliert an Innovationskraft und Dynamik. Die Produktivitätsentwicklung habe ich immer wieder vorgeführt. Ihre Ermahnung und Kritik machen, zumal in dieser Form, keinen Sinn.



3600 04-07-17: Dank Merkel kamen 2016 rund 45 % aller weltweit Asylsuchenden nach Deutschland

1. Frage/Meinung: Im Bericht wird nicht hinreichend berücksichtigt, dass die hohe Zahl der Asylantr äge 2016 von Flüchtlingen stammt, die einmalig 2015 nach Deutschland kamen. Der Neuzuzug 2016 war genauso hoch wie in anderen Ländern.

Antwort: Ich habe selbst ausdrücklich darauf hingewiesen, daß wegen der Überforderung der deutschen Verwaltung ein Teil der Flüchtlinge aus 2015 erst in 2016 ihren Asylantrag stellen konnten. Sie täuschen sich aber, wenn Sie meinen, der Neuzuzug 2016 sei genauso hoch wie in anderen Ländern gewesen. Der Neuzuzug war auch 2016 in Deutschland weit höher als in anderen Ländern, zumal die skandinavischen dicht machten und andere immer ziemlich dicht waren, und Übertragungen von 2015 auf 2016 bei der Antragsstellung der schon Zugewanderten hat es auch woanders gegeben. Nach Angaben des Ausländerzentralregisters (AZR) sind allein im Zeitraum 1. Januar 2016 bis 30. Juni 2016 insgesamt 369.000 ausländische Staatsangehörige aus dem Nicht-EU-Raum nach Deutschland zugewandert und über das ganze Jahr sind es 665.000 mehr geworden (die Zuwanderung wird unabhängig vom Datum der Asylantragsstellung registriert). Die West-Balkan-Route wurde erst im März 2016 geschlossen; das Türkei-Abkommen trat Ende März 2016 in Kraft. Im Übrigen liegt der deutsche Anteil an Asylanträgen in der EU, auch wenn man 2015 und 2016 zusammenrechnet immer noch bei 46 %. also fast der Hälfte.



3608 29-06-17: Drei Trends, die unsere Welt total verändern können und wahrscheinlich werden.

2. Frage/Meinung: In sich finde ich den Text stimmig. Allerdings sehe ich die These der steigenden Produktivität etwas anders. Automation haben wir ja nicht erst seit heute. Sie müsste sich ja eigentlich schon länger im Verlauf der Arbeitsproduktivität spiegeln . Wenn ich mir die Verläufe der Arbeitsproduktivität - v. a. die der großen Industriel änder (D, F, I, GB, USA, JAP) - anschaue, dann zeichnet sich da aber ein anderes Bild ab. Seit spätestens 2008 ("Finanzkrise") steigt die Produktivität deutlich langsamer als vorher (kein Wunder, bei den ausbleibenden Investitionen). Von einem sichtbaren Produktivitätsgewinn durch die Digitalisierung der letzten Jahre kann ich da beim besten Willen derzeit nichts erkennen. Aber was denn, wenn es den gäbe? Hieße die Lösung dann nicht: Wir müssen vor allem wieder auf den Pfad einer "gesunden" Verteilung der durch die Automatisierung geschaffenen Produktivitätsgewinne zurück ("goldene Lohnregel"). Ist das nicht viel eher das Problem der vergangenen ca. 20 Jahre und das der Zukunft? Denn verlässte man weiter diesen Pfad, geht das Spiel natürlich nicht auf. Autos kaufen keine Autos.

Antwort: Wir stehen doch erst am Anfang der künstlichen Intelligenz und der fortgeschrittenen Generationen von Robotern. Selbst bei den normalen Industrierobotern sind in Deutschland im vergangen Jahr gerade mal 21.000 ausgeliefert worden. Außerdem haben die Volkswirtschaften riesige Niedrigstlohnsektoren aufgebaut, die vergleichsweise wenig zum BIP und damit zur Produktivität beitragen, aber bisher noch ni


2. Frage/Meinung: Schwere Kost. In den Tabellen steckt enorm viel Arbeit. Sie sind z.T. schwer lesbar . N.B.: Lässt sich irgendwie sagen, inwieweit die Länder, die nicht der Eurozone angehören (insbesondere die Balkanländer), das System zusätzlich belasten werden ?

Antwort: Leichte Kost kann und will ich nicht bieten (dafür gibt es BILD). Welche Tabellen sind denn schwer lesbar? Sie sind bisher der einzige der hier klagt. Die noch nicht zur EU gehörenden Balkanländer sind durchweg sehr arme Länder und erwarten damit erhebliche weitere Regionalhilfen aus dem EU-Topf. Außerdem werden sie von der Arbeitnehmerfreizügigkeit Gebrauch machen und damit bei uns den negativen Lohndruck verstärken und dort Konkurrenz zu den Migranten aufmachen, die ohnehin schwer an den Arbeitsmarkt kommen und daher von öffentlichen Leistungen abhängig sind.


1. Frage/Meinung: Punkt 3 erscheint mir doch etwas zu pessimistisch ausgelegt zu sein. Der deutsche Exportüberschuss resultiert ja nicht aus der Stärke der deutschen Wirtschaft sondern aus den unter Schröder eingeführten Dumpinglöhnen und dem riesigen Niedriglohnsektor , Sollte Macron gleiches in Frankreich durchsetzen (und so sieht es z. Z. aus) werden die Einnahmen in D schon reduziert und die Vormachtstellung untergraben. Andererseits sind die europäischen Länder auf Gedeih und Verderben der EU ausgeliefert. Nur vereint können sie der steigenden Wirtschaftsmacht Chinas, Indiens und der Russen trotzen, denn auch die USA beginnt schon zu wackeln.

Antwort: Macron wird anders als Schröder auf den Widerstand der Straße stoßen. In Deutschland sind es nicht nur die Dumpinglöhne, sondern eine weit besser für den Export aufgestellte Industrie und eine wesentlich besser mit osteuropäischen Billigländern als Hinterhöfe und China u. Co. vernetzte Exportstruktur. Da wird Frankreich nicht mitkommen und die anderen ClubMed-Länder erst recht nicht. Die Überzeugung von der Notwendigkeit, vereint zu handeln, scheint in der Rest-EU nicht besonders ausgeprägt zu sein, zumal ohne UK das bisherige Gleichgewicht zwischen den Nordländern und dem Rest schwer leiden wird.



3547 26-06-17: Warum die deutsche Flüchtlingspolitik auch die Interessen der Herkunftsländer der Flüchtlinge verrät.

3. Frage/Meinung: Sie unterscheiden Vertriebene und Flüchtlinge und gehen dann nur noch auf die Flüchtlinge ein. Wie ist da eigentlich die Abgrenzung? Fallen unter "Vertriebene" auch die Binnenflüchtlinge? Ich bin sehr damit einverstanden , dass das Leben in den riesigen Flüchtlingslagern in der Nähe der Herkunftsländer durch westliche Zahlungen und Forderungen (z.B. Arbeitserlaubnis) sehr verbessert werden muss, aber ich denke, dass die Flüchtlinge, die schon hier sind, in den allermeisten Fällen wohl nicht mehr zurückgeschickt werden können. Statt mit Transitl ändern sollten wir mit den Herkunftsländern Rücknahmeabkommen wie bei der Türkei für die künftigen Flüchtlinge schließen. Ich finde es etwas widersprüchlich, wenn Sie einerseits sagen, wir würden den Herkunftsländern die besten Leute wegnehmen , und wenn Sie andererseits von der geringen Qualifikation der heutigen Angekommenen sprechen.

Antwort: Die Unterscheidung ist nicht von mir, sondern von UNHCR. "Flüchtlinge" ist eine Untergruppe der Vertriebenen, die den Anforderungen der Genfer Flüchtlingskonvention entsprechen muß. Flüchtlinge fliehen vor drohender Verfolgung und können unter den bestehenden Umständen nicht in ihr Heimatland zurückkehren; sie müssen (anders als Vertriebene) auf der Suche nach Schutz eine internationale Grenze überquert haben. "Flüchtlinge", die schon hier sind, sind überwiegend Wirtschaftsflüchtlinge, die kein Asyl bekommen können und daher abgeschoben werden müssen. Im Sinne von UNHCR sind sie keine "Flüchtlinge". Selbst Menschen, die Asyl bekommen haben, sollten es nur so lange haben, wie Verfolgung und Bürgerkriege in ihrem Herkunftsland anhalten. Wenn wir sie dauerhaft bei uns behalten, schaden wir den armen Herkunftsländern, aus denen sie kommen. Das mit der Qualifikation ist kein Widerspruch. Was für die armen und stark unterentwickelten Herkunftsländern dynamische und für Veränderungen gebrauchte Menschen sind, erfüllt in unserer hochentwickelten Industriegesellschaft mit einem sehr anspruchsvollen Arbeitsmarkt meist nicht die Bedingungen für eine erfolgreiche Integration.


2. Frage/Meinung: Sind die meisten Migranten Kriegsflüchtlinge? Es gibt auch noch die Wirtschaftsmigranten , die nur bessere Verhältnisse suchen.

Antwort: Ich hatte ja darauf hingewiesen, daß die meisten aus Bürgerkriegen und wirtschaftlicher persönlicher Not flüchten.


2. Frage/Meinung: Durchfüttern in den Flüchtlingslagern bringt nichts. Was hilft? - Das "Imperium of Chaos" stoppen. Die USA sind die Hauptursache für das heutige Chaos.

Antwort: Das ist viel zu einseitig. Der extremistische Islam ist in Saudi-Arabien entstanden und ist heute eine der Hauptursachen. Ebenso haben die schrecklichen Bürgerkriege in Afrika und die zusätzlich klimatisch bedingten Hungerregionen nichts mit den USA zu tun. Die deutsche Willkommenspolitik ist ein starker Magnet für Flüchtlinge gewesen und hat auch nichts mit den USA zu tun. Es geht, wie ich geschrieben habe, nicht um Durchfüttern in den Flüchtlingslagern, sondern um viel mehr, besonders eine berufliche Perspektive.


1. Frage/Meinung: Aber dennoch denke ich, dass weniger die Ausgebildeten selbst kommen, die wahrscheinlich Arbeit in ihren eigenen Ländern kommen, sondern die aggressiv jüngeren Nicht-Ausgebildeten, die keine Ausbildung bekommen und somit auch keine Perspektive für die Zukunft in ihrem eigenen Land sehen. Wenn man den Ausbildungsstand der in Europa angekommenen Migranten vergleicht , bestätigt sich diese These.

Antwort: Ja, so dürfte es sein. Die besser Ausgebildeten waren nur unter den ersten syrischen Flüchtlingen..



3606 10-05-17: Sollbruchstellen unseres Wirtschafts- und Sozialsystems: Altersversorgung

5. Frage/Meinung: Ich weiß, dass nicht in jedem Rundbrief der Inhalt von mehreren voraus gegangenen wiederholt werden kann. Trotzdem erscheint mir der Hinweis wichtig, dass heute niemand genau weiß, wieviel Ältere ein junger Arbeitnehmer in beispielweise 10 Jahren ernähren kann, da die dann vorhandene Produktivität seiner Arbeit nicht sicher bestimmt werden kann. Es könnte nämlich auch nicht ganz so schlimm werden mit der Demografie, entgegen der Szenarien der grauen Päpste der demografischen Katastrophe . Ebenfalls ist nicht so ganz klar, wieviele neue Jobs im Zuge der ominösen Digitalisierung entstehen werden. Es sind ja nie nur Jobs weggefallen, in all den vergangenen Jahren von stürmischer Automatisierung und industrieller Revolution. Es sind auch jede Menge neue entstanden, wenn auch in den letzten Jahren beschämend viele im Niedriglohnsektor . Das ist aber eine politische Entscheidung gewesen und keine Frage der Deindustrialisierung . Die Rentenpolitik ist natürlich wirklich eine große Sauerei, da kommen sicherlich schlechte Zeiten auf Deutschland zu, und da wäre jede Menge Handlungsbedarf. Ebenfalls jede Menge Handlungsbedarf ist in der Wirtschaftspolitik. Denn wenn dort die Weichen anders gestellt werden könnten, bräuchte man sich nicht so auf die Steuerpolitik zu fokussieren zur Reparatur der Missstände. Eine Zweckdienliche Wirtschaftspolitik kombiniert mit einer konsequenten Fiskalpolitik zur Eindämmung von Steuerflucht und Steuerbetrug, und schon wäre die Welt eine etwas bessere. Allerdings, ich gebe Ihnen recht, davon ist augenblicklich nichts zu sehen im Politikbetrieb. Bleibt also Ihre sachlich-pessimistische Sicht der Dinge, und ein Dankeschön trotzdem dafür.

Antwort: Es sind nicht "graue Päpste", die sich um die Vorausberechnung der Bevölkerungsentwicklung bemühen, sondern Experten des Statistischen Bundesamts. Und die stehen auf ziemlich festen Füßen, da mit dem Ausfall von nicht mehr geborenen Müttern die weitere Entwicklung für die kommenden Jahrzehnte schon ziemlich zementiert ist und da auch die Geburtenziffer nur über sehr lange Zeiträume geringfügig zu korrigieren ist. Oder wollen Sie die Pille verbieten? Die Produktivität, von der Sie schreiben, hat mit der Demographie nichts zu tun. Natürlich wird sie in Grenzen dafür sorgen, daß die kleinere Zahl an Jüngeren mit dem zunehmenden "Altenberg" etwas besser zurechtkommt. Aber die Produktivität sorgt auch dafür, daß mit der Digitalisierung ein Teil der Arbeitnehmer in schlechter bezahlte Jobs abrutscht oder gar arbeitslos wird, auch dies zum Nachteil der staatlichen Rentenversicherung. Die Digitalisierung ist nicht "ominös", wie Sie meinen, sondern sehr real und längst unterwegs. Sie stellt nun einmal intellektuelle Anforderungen an die, die auf dieser Welle reiten wollen. Daß ein Teil der Arbeitnehmer dies nicht kann, ist keine politische Entscheidung, wie Sie zu meinen scheinen.


1. Frage/Meinung: Frage zur Grafik 17862 (Rentenniveau): Hier ist die Bruttolinie niedriger als die Nettolinie vor Steuern. Verstehe ich nicht, muss das nicht anders herum sein?

Antwort: Beim Netto-Rentennivau werden in der Ermittlung des Standard-Nettolohns höhere Sozialabgaben abgezogen, vor allem Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, die bei einem Rentner nicht anfallen. Daher ist die Bezugsgröße netto kleiner als brutto und das Rentenniveau netto größer als brutto.


4. Frage/Meinung: Habe hier eine Verständnisfrage: Wir haben in D einen große Zahl von alleinerziehender Mütter. Wird bei deren Einkommen die Unterhaltszahlungen der Väter mit eingerechnet und bei den Vätern abgezogen? Wenn nein, dann dürfte diese Korrektur die m/f Diskrepanz sich erheblich verringern.

Antwort: Der Rundbrief beschäftigt sich nur mit der gesetzlichen Altersversorgung. Dazu gehören Unterhaltszahlungen der Väter nicht. Die Unterhaltszahlungen decken ja auch nur die Kosten der Kinder. Außerdem bekommt jede zweite Alleinerziehende überhaupt keinen Unterhalt vom Ex-Partner für die Kinder und weitere 25 Prozent erhalten ihn nur unregelmäßig. Der Anteil der Alleinerziehenden an allen Familien mit Kind liegt auch nur bei 20 %.


3. Frage/Meinung: 1. " Demographische Last" Bei steuer- und abgabenfinanzierten Sozialsystemen, in denen Sozialversicherte die Hauptlast tragen, ist immer die Relation von Äquivalenz-Sozialversicherten zu Äquivalenz-Nichterwerbstätigen relevant. Nicht alle Erwerbstätigen sind (vollzeit ) erwerbstätig. Erwerbstätige müssen also auch Arbeitslose, Minijobber, "Hausfrauen ", Behinderte, Erwerbsgeminderte etc. mit ernähren. Dazu kommen noch Kinder. Der richtige Indikator der Belastung von Sozialversicherten wäre also ein Quotient von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Nichterwerbstätigen aller Altersklassen (Nichterwerbstätigenquotient, normiert auf Äquivalenz-Erwerbstätige bzw.-Nichterwerbst ätige). Dieser Quotient wird jedoch nirgends veröffentlicht. Dabei könnte erst dann seriös bewertet werden, was "wir" uns leisten können. M.E. lag und liegt das Hauptproblem unserer Sozialversicherungen in Lohnzurückhaltung, prekärer Beschäftigung und Arbeitslosigkeit . 2. Finanzierung der Altersversorgung Unsere Politiker nehmen sich des Themas nicht an, weil für Beamte, Richter und Politiker alles bestens geregelt ist. Die Altersversorgung (und am besten alle Sozialleistungen) sollten arbeitgeberseitig über eine Wertschöpfungsabgabe finanziert werden. Dann ist es egal, ob ein Unternehmen Roboter oder Menschen beschäftigt . Demographie und Arbeitsmarkt sind dann auch irrelevant. Für stark kapitalintensive Branchen kann es Deckelungen geben. Wird die Einfuhr-Umsatzsteuer einbezogen, gibt es auch keine Ausweichreaktionen ins Ausland. Kritiker wenden ein, dass eine Wertschöpfungsabgabe den Kapitalstock belaste . Bei den mit der Steuerreform 2000 gesenkten AfA-Tabellen schien das dagegen kein Problem zu sein, obwohl das BMF damals eindeutig erläuterte, dass kapitalintensive Produktion damit weniger angereizt wird. Arbeitnehmerbeiträge zur Finanzierung der Sozialleistungen könnten über eine Zuschlagsteuer zur Einkommensteuer ohne Beitragsbemessungsgrenze erhoben werden. Wird dann die Rente nach dem Durchschnittseinkommen als Anteil des BIP pro Kopf bemessen, kann auch niemand überfordert werden.

Antwort: Natürlich gibt es Möglichkeiten, über die Steuer Defizite in der Rentenversicherung auszugleichen. In die Zukunft geblickt, gibt es leider keine Abschätzung von "Äquivalenz-Sozialversicherten". Da ist man leider allein auf die demographische Entwicklung angewiesen. Die allerdings ist so eindeutig, daß die anderen von Ihnen erwähnten Faktoren daneben im statistischen Nebel verschwinden. Zu einer Maschinensteuer habe ich mich im letzten Rundbrief geäußert.


2. Frage/Meinung: Allerdings habe ich zu zwei Punkten einige kritische Anmerkungen: Sie stellen in 19416 die Geburtenziffern deutscher und ausländischer Mütter in Deutschland gegenüber. Es ist zu erwarten, dass auch die Kinder der ausländischen Mütter später unsere Rente erarbeiten. Unvoreingenommen betrachtet könnte man hier den Schluss ziehen, dass wir mehr Migranten bräuchten um unsere Rente zu sichern. Tatsächlich zeigt die Graphik 18222 für Deutschland eine steigende Geburtenrate seit 2011 während sie bei allen anderen Länder im gleichen Zeitraum fiel. Unter 19635 schreiben Sie "Unfairer Wettbewerb" und stellen die Arbeitskosten in den Vergleich. Entscheidend sind hier jedoch die Lohnstückkosten. Wie fair der Wettbewerb zwischen den Ländern ist lässt sich am besten in der Außenhandelsbilanz ablesen. Wenn wir die betrachten, dann ist Deutschland wohl beim Thema Unfairness ganz oben. Denn nur durch unfaire Lohn- und Sozialleistungsdrückerei kann man auf Dauer einen derartigen Außenhandelsüberschuss erzielen wie Deutschland. (Unbenommen bleibt natürlich, dass die Wirtschaft den Gewerkschaften diesen unfairen Vergleich der Arbeitskosten unter die Nase reiben könnten um die Löhne weiter zu drücken.) Ich hätte hier von Ihnen eher erwartet, dass Sie unsere Renten, die unsere Unternehmen nicht bezahlen als unfairen Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren Nachbarn entlarven .

Antwort: Es kommt bei der Altersvorsorge nicht nur auf die Geburtenziffer an sondern ebenso sehr auf den sozialen Status. Schlecht oder gar nicht ausgebildete Immigrantenkinder haben in der Regel nur niedrig bezahlte Jobs oder hängen komplett von öffentlichen Leistungen ab, wie die Daten zu den Immigranten aus der Türkei zeigen und bis jetzt die der Flüchtlinge aus 2015. Ich habe sehr ausführlich darauf hingewiesen, Sie sollten das bitte zur Kenntnis nehmen. Bei der Geburtenrate bitte beachten, von welch niedrigem Niveau der kleine Anstieg kommt; zudem ist es nur das Echo auf den Babyboom, dessen Mädchen jetzt Kinder bekommen.

Die Lohnunterschiede sind so dramatisch, daß sie in der Regel nicht durch höhere Produktivität ausgeglichen werden können (siehe vor allem China, aber auch Polen und Tschechien, die eine relativ hohe Produktivität haben, sonst würde die deutsche Industrie dort auch gar nicht fertigen lassen). Die deutsche Außenhandelsbilanz ist bei den Renten wenig aussagekräftig, weil sie von einem derzeit stark unterbewerteten Euro abhängt und weil sich unsere Handelspartner wehren werden. Auch deutsche Unternehmen zahlen Beiträge zur Sozialversicherung; sie sind nur von der letzten Erhöhung ausgenommen worden. Bitte beachten Sie, daß dieser Rundbrief nicht zu den deutschen Wettbewerbsvorteilen ging, zu denen ich mich oft genug geäußert habe. Sie sollten da selbst in Ihrer Kritik fairer sein.


1. Frage/Meinung: Der Kernsatz am Ende des Textes ist sogar überoptimistisch: es wird niemals mehr möglich sein, so viel an Steuern einzutreiben, daß die kommenden Belastungen des Rentensystems auch nur entfernt wird aufgefangen werden können. Es ist nach den Untersuchungen von Prof. Dr. Herwig BIRG (ehem. Lehrstuhl für Bevölkerungswissenschaft Bielefeld)sehr wohl möglich, durch eine positive Politik die Geburtenrate anzuheben . Das zeigt der Babyboom der Nachkriegszeit, das zeigen die Erfolge der Bevölkerungspolitik in der DDR und im Dritten Reich. Die wirksamen Maßnahmen (zB Ehestandsdarlehen) wurden zum Teil in Bayern nach dem Krieg kopiert. Die wesentliche Ursache der Kinderlosigkeit eines wachsenden Anteils der Deutschen liegt (BIRG) in einer elementar ungerechten, kinderfeindlichen Sozialpolitik (Renten-V, KV, PV und Renten selbst ) aller Regierungen seit Adenauer, allen ausdrücklichen und frühzeitigen Warnungen aller Experten zum Trotz. Das politische Versagen ist derart gravierend, daß von einem vorsätzlichen Unterlassen gesprochen werden muß!

Antwort: Sie haben Recht, doch Sie vergessen, daß es in den von Ihnen angesprochenen Perioden noch nicht die Baby-Pille gab und auch die Emanzipation der Frauen im Berufsleben noch längst nicht so fortgeschritten war (von der DDR abgesehen). Natürlich kann man einiges machen, und Frankreich ist ein besseres Beispiel als Ihre aus teilweise unseligen Zeiten. Inzwischen fehlen einfach die Mütter, die zu normalen Zeiten wieder künftige Mütter geboren hätten. Ein Umsteuern wird daher im besten Fall erst nach Generationen Früchte tragen können. Dann ist das "Kind längst tief im Brunnen" des demographischen Versagens. Man darf auch nicht vergessen, daß Familien heute ganz anders strukturiert sind als in den von Ihnen angesprochenen Zeiten und Frauen viel öfter Alleinerzieher sein müssen als früher. Mangels geeignetem Ehe- oder Lebenspartner bleiben sehr viele Frauen einfach kinderlos. Das Problem der niedrigen Fruchtbarkeitsziffer hängt fast ausschließlich an der Kinderlosigkeit von Frauen. Ich halte auch den Arbeitsstreß in Deutschland für kinderfeindlich.



3605 16-06-17: Genosse Roboter übernimmt

6. Frage/Meinung: Wie sehen dies Wirtschaftsinstitute, die einen weiteren Zeithorizont und mehr Sachkenntnis haben? Gibt es hierzu Erkenntnisse/Prognosen ausländischer Einrichtungen, denn die aufgezeigte Problematik ist nicht Deutschland-spezifisch ?

Antwort: Ifo-Präsident Clemens Fues hat sich dagegen ausgesprochen, ebenso der Freiburger Finanzwissenschafter Bernd Raffelhüschen. Auf einige ausländische Quellen, besonders die OECD, hatte ich hingewiesen. Der österreichische Gewerkschaftsboss hat sich dafür eingesetzt. In Deutschland ist der DGB dagegen.


5. Frage/Meinung: Dieser ganze Hype um die angebliche Industrie 4.0 halte ich für reichlich übertrieben und irreführend sowohl Zahlen und Fakten gegensätzlich sind. 1. Industrieroboter eingesetzt z.B. beim Schweissen und Montieren von Fahrzeugen gibt es bereits seit 40,cnc computergsteuerte Werkzeugmachinen und Anlagen wie zur Herstellung von Maschinenteilen seit über 30 Jahren. Diese Technik entwickelt sich selbstverständlich wie bisher immer weiter aber doch in langsamen Schritten und nicht sprungartig. 2. Die deutsche Produktivitätsentwicklung liegt wie sie wissen bei grade mal 1,5 % jährlich. Somit hat es also in den letzten 20 Jahren der stetigen Digitalisierung in allen Wirtschaftsbereichen keine "Sprünge" von bsw. 10 bis 20% des techn.Fortschritt und entsprechende Stellenverluste gegeben. Im Gegenteil, es besteht doch angeblich stetig zunehmender Facharbeitermangel ! 3. Umgerechnet 1% prognosizierter Jobverlust von OeZD pro Jahr ist nicht grade viel. Zudem sind Roboter und techn.Anlagen m.W. nicht derartig komliziert dass sie von Ingeneuren überwacht eingestellt und repariert werden müssten,sondern daf ür reicht immer noch eine gute FAB Ausbildung als Mechatroniker,Industriemechaniker uä. Der Niedriglohnbereich wobei es in den letzten 15 Jahren doch besondere Zuw ächse gab und gibt hat sich allerdings als ziemlich resistent gezeigt gegenüber den neuesten Technologien. Für Panikmache von Politik und einzelnen Wirtschaftswissenschaftlern sehe ich jedenfalls keinen Anlass. Sowohl die immer unkonkret bleiben hinsichtlich praktischer Beispiele für ihre Prognosen.

Antwort: Die künstliche Intelligenz von Automaten und die Vernetzung sind relativ neue Entwicklungen. Industrieroboter gibt es bisher auch noch nicht so schrecklich viele mit jährlichen Zulieferungen von 20.000 und bisher erst rund 300 für je 10.000 Beschäftigte. Bei den Dienstleistungen, wo die künstliche Intelligenz besonders zum Einsatz kommen wird, steht die Entwicklung noch so ziemlich am Anfang. Die OECD schätzt für Deutschland nicht nur 12 % der Jobs als hochgefährdet ein, sondern weitere 31 % mit einem Risiko von 50 bis 70 %. Natürlich ist das eine schleichende Entwicklung, wie ich auch erwähnt habe, aber am Ende steht dann doch eine ganz andere Situation. Da wird Ihr Hinweis auf die Zeit vor 40 Jahren nicht helfen. Entscheidend ist, daß die Rechnerleistung in den letzten Jahren so enorm zugenommen hat und die aktiven Komponenten von Mikroprozessoren sich alle 12 bis 24 Monate verdoppelt habenn von 1 Million Transistoren Mitte der 90er Jahre auf jetzt um 2,6 Mrd. Transistoren pro Prozessor. Ich würde berechtigte Sorgen mit dieser Entwicklung nicht so als Hype abtun, wie Sie das machen.


4. Frage/Meinung: Psychische Probleme und Erkrankungen sind nicht nur Folge, sondern zum Teil auch Ursache von Arbeitsunfähigkeit. Allerdings werden psychische Probleme und Erkrankungen auch durch schlechte Arbeitsbedingungen gefördert.

Antwort: Ja, so ist es (leider). Die Statistik kann das schlecht unterscheiden. Der Anstieg im Anteil psychischer Erkrankungen von ALG I zu ALG II Beziehern, läßt jedenfalls vermuten, daß gerade lange Arbeitslosigkeit vermehr zu psychischen Erkrankungen beiträgt.


3. Frage/Meinung: Hier möchte ich einfügen, daß nicht die Arbeitslosigkeit an sich krank macht, sondern der Druck der "Job-Center", die Angst vor Sanktionen und die Behandlung durch die dort Beschäftigten. "Arbeit" gibt es genug - in der eigenen Familie, Hobbies, Ehrenamt , ... Aber viele sind inzwischen so programmiert, daß sie sich nur über ihren Marktwert sehen.

Antwort: Ich darf Ihnen widersprechen: So lange Menschen auf Arbeit programmiert sind, macht deren Fehlen bei vielen die Psyche krank. Wer kann schon herumsitzen? Wer kann ohne ein vernünftiges Arbeitseinkommen gesund leben? "Arbeit gibt es genug" ist da sehr leicht gesagt.


2. Frage/Meinung: Ich sehe nur zwei Ansatzpunkte über die genannten hinaus: neben einem bedingungslosen Grundeinkommen, das aus einer Automatensteuer finanziert wird, muss das Bildungssystem auf die neue Situation vorbereiten, indem es (den Stellenwert von) Arbeit neu definiert und Alternativen aufzeigt, wie Menschen ihren Platz und ihren Beitrag zur Gesellschaft, die ihnen das Grundeinkommen gewährt, finden können. Der Stellenwert von Bildung wird stark zunehmen müssen, also auch die Investitionen in Bildung. Wir stehen tatsächlich erst am Anfang der Überlegungen zu einem sozialen Strukturwandel, der sich - im Gegensatz zu früheren - rasant vollzieht. Das menschliche Gehirn kommt kaum noch nach... und zwar auch bei den Politikern, die schnell die Weichen in die richtige Richtung stellen müssten.

Antwort: Es ist wohl so. Leider gibt es für viele Menschen sehr natürliche Bildungsgrenzen, vor allem wenn es um abstrakte mathematische und digitale Inhalte geht (wie viele der werten Leser des Infoportals würden sich zutrauen, selbst eine Webseite wie diese aufzubauen?). Zudem braucht der Bildungsprozeß viel Zeit und man müßte ihn bei den Lehrern anfangen. Auch werden viele Berufe, wie Pflegeberufe, zwar wachsenden Bedarf haben, aber nicht den Neigungen der meisten Menschen entsprechen. In jedem Fall müßte die Automatisierung verlangsamt werden, um Zeit zu gewinnen.


1. Frage/Meinung: Ich denke, die Situation ist treffend beschrieben. Neben den Robotern wird auch der 3D Druck den Produktionsprozess und Handel komplett verändern. Arbeitszeitverkürzung wird nicht die Lösung sein, da die verbleibenden Jobs spezielle skills benötigen, die nicht vermehrbar sind. Aus meiner Sicht bleibt nur, die Gesellschaft zu transformieren. Sinnhaftiges Leben ohne Arbeit ist die Grundthese. Warum werden soziale Kontakte über die Arbeit definiert und nicht anders. Lokale Gemeinschaften . Beschäftigung kann auch ausserberuflich erfolgen. Zwar ist unser Ausbildungssystem nicht dafür gemacht, aber umso mehr Universitätsabsolventen in diese Arbeitslosigkeit gedrängt werden, umso mehr alternative Modelle wird es geben.

Antwort: Ich denke schon, daß auch die für den Automateneinsatz nötigen skills durchaus vermehrbar sind. Außerdem werden viele Jobs übrig bleiben, die die Automatisierung nicht ersetzen kann und wo Arbeitszeitverkürzung ebenfalls möglich bleibt. Seit die Menschheit in ihrer modernen Form existiert, sind soziale Kontakte vor allem über Arbeit definiert worden. Bezahlte Arbeit allein vermeidet Abhängigkeit von staatlichen Leistungen. Außerdem gehört kreative Tätigkeit (etwas schaffen) für sehr viele Menschen zu einem erfüllten Leben. Da es bei den meisten Menschen nicht zu künstlerischer Tätigkeit reicht, ist auch dafür herkömmliche Arbeit für sehr viele Menschen unverzichtbar. Mit den alternativen Modellen wird nur ein kleiner Teil des Problems zu lösen sein. Das haben schon bisher alle Erfahrungen gezeigt. Sonst würden auch nicht so viele Arbeitslose psychisch erkranken.



3547 12-06-17: Von der Schizophrenie der Hälfte der Deutschen, die sich in "hohem Wohlstand" wähnt

2. Frage/Meinung: Allerdings verstehe ich die am Schluß gemachte Fast-Gleichsetzung von Schulz und Wagenknecht nicht so ganz. Enttäuscht von der LNKEN kann man schon sein, auch angesichts der Unterschiede zu Corbyn und zu Melenchon , aber in einen Topf gehören SPD und LINKE dann doch nicht, denke ich.

Antwort: Ich habe die Meinung geäußert, daß der eingebildete "hohe Wohlstand" der Hälfte der Deutschen und die Überzeugung weiterer 34 % ebenfalls im Wohlstand zu leben, der SPD oder der LINKE mit ihrer Leitforderung nach sozialer Gerechtigkeit bei den Bundestagswahlen keine Chance geben dürften. Schulz und Wagenknecht hätten nur eine Chance, wenn durch Aufklärung eine realistischere Einschätzung der sozialen Verhältnisse erreicht würde. Dazu stehe ich. Natürlich gehören SPD und Linke sonst nicht in einen Topf.


1. Frage/Meinung: Sie halten Frau Wagenknecht für eine linke Dogmatikerin?; ich denke da unterschätzen Sie Frau Wagenknecht. Was hat Herr Corbyn zu bieten, inwiefern ist er weniger dogmatisch?

Antwort:

Vielleicht unterschätze ich Frau Wagenknecht. Sie hat ja gelegentlich, auch in der Flüchtlingsthematik, gegen den Stachel der LINKEN Dogmatik gelöckt; doch korrigiert sie sich dann meist wieder, wie jetzt ihr Loblied auf die Oppositionsrolle (was hat denn die LINKE bisher aus der Opposition erreicht?). Corbyn ist ein sehr umgänglicher Mensch, der überhaupt nicht dogmatisch wirkt, wie ein guter Nachbar bei den Menschen ankommt und gerade junge Menschen anzieht. Er vertritt ein Programm der Rückbesinnung auf "Old Labour". Zwischen Wagenknecht und Corbyn liegen wirklich Welten.



3603 12-05-17: Zur Geldpolitik der EZB und den Folgen in den Taschen der Reichen und der Normalos

3. Frage/Meinung: Ich bin überrascht, dass das Medianvermögen so niedrig ist; aufgrund der Überalterung der Bevölkerung und der nicht zu unterschätzenden Erbmasse hätte ich das wesentlich höher eingeschätzt. Interessant wäre noch zu wissen, was in dieser Betrachtung als Vermögen gewertet wird.

Antwort: Dazu die EZB: "Total assets include real assets (the value of the household main residence for homeowners, other real estate property, vehicles, valuables such as jewellery, works of art, antiques, etc. and value of self-employment businesses) and financial assets (deposits (sight and saving accounts), mutual funds, bonds, shares, money owed to the households, value of voluntary pension plans and whole life insurance policies of household members and other financial assets item - which includes private non-self-employment businesses, assets in managed accounts and other types of financial assets)."


2. Frage/Meinung: In erster Linie hat Draghi die Aufgabe, die Investitionen im Euroraum zu fördern. Wenn sich die Euroländer und speziell D wegen einer unsinnigen Schuldenbremse nicht daran halten wollen, ist das eine Fehleinschätzung der Ökonomen und Politiker. Die privaten Investitionssummen in D sind relativ niedrig. Also sollte die öffentliche Hand investieren - Gründe dafür gibt es genug. Leider halten sowohl Politik als auch ökonomischer Mainstream nichts von antizyklischer Wirtschaftspolitik.

Antwort: Die Niedrigzinspolitik der EZB ist an der Investitionsfront total gescheitert. Im Durchschnitt stiegen die Investitionen über die letzten 5 Jahre im Jahresdurchschnitt in der Eurozone nur gerademal um 0,5 %, im Krisenland Italien sogar nur um 0,17 % (Abb. 19660). Das EZB-Geld verschwand weitgehend in Spekulationen an den Finanzmärkten und nicht in arbeitschaffenden Investitionen. Es ist auch nicht der EZB vorrangige Aufgabe, Investitionen zu fördern. Artikel 127 Absatz 1 des AEU-Vertrags hat festgelegt: „Das vorrangige Ziel des Europäischen Systems der Zentralbanken (im Folgenden ,ESZB‘) ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten.“



1. Frage/Meinung: Zur weiteren Entwicklung in Europa: die Eurobonds werden kommen; man wird versuchen, die logischen sozialen Folgen dieser verfehlten Politik und dieser ungerechten, kranken Wirtschaftsordnung soweit zu kompensieren, das es nicht zu größeren Unruhen kommt. Und die Masse der relativ armem Deutschen wird die Zeche zahlen. Auch die Flüchtlingswelle ist Folge der beschriebene Ordnung und wird uns alle noch sehr lange beschäftigen. Frage: sind die Briten klüger als wir, warum ist der Herr Corbyn so erfolgreich?

Antwort: Die Briten sind nicht klüger, leider. Doch die konservative Regierungschefin hat sich im Wahlkampf als sehr unsicher und volksfern gezeigt (eine Anti-Merkel), und die Menschen haben inzwischen größere Sorgen als Brexit, mit maroden Gesundheits- und Schulsystemen und enormen sozialen Diskrepanzen, die noch weit größer sind als in Deutschland.



3601 06-05-17: Pariser Klima-Konvention: Das Ende eines schlechten Abkommens oder Chance für ein besseres?

2. Frage/Meinung: Es sei die Anmerkung gestattet, dass es vor ein paar tausend Jahren die letzte K älteperiode (Eiszeit) gab. Folgerichtig leben wir nun in einer Wärmeperiode. Woher kommt's zum größten Teil? Vermutlich doch von unserem Zentralgestirn, der Sonne . Die Erde ist gewiss kein geschlossenes System- höchstens die Denksysteme derjenigen, die dies negieren.

Antwort: Vielen Dank. Lassen Sie uns bitte nicht vergessen, daß zu Grönlands grünen Zeiten der Meeresspiegel weltweit 70 Meter höher war. Anders als damals wäre das heute wegen der dichten Bevölkerung der Küsten für die Menschheit verheerend. Im Sinne der Gefahrenabwehr muß die Politik daher handeln, selbst wenn der letzte Beweis für die Zusammenhänge nicht erbracht ist. Die Gefahr wird deutlich, wenn man den steilen Anstieg von CO2 (nebst anderen Treibhausgasen) und der Temperaturen berücksichtigt, der schon für sich ziemlich ungewöhnlich ist (von kurzfristigen Veränderungen wegen Vulkanausbrüchen abgesehen). Wollte man warten, bis auf dem Globus alle überzeugt sind, wäre es mit Sicherheit zu spät, schon weil es Situationen ("tipping points) geben kann, die die weitere Entwicklung jeder menschlichen Kontrolle entziehen. Dazu gehört die massive Freisetzung von im Boden (besonders im Permafrost) gespeicherten CO2 oder Methan, ein von vielen Wissenschaftlern befürchteter positiver "Feed-back" der Erwärmung.


2. Frage/Meinung: Ich glaube nicht, dass CO2 als Gas die Hauptursache für die Erderwärmung ist! Dazu gibt es für mich jedenfalls glaubhafte Studien. Der Mensch hat das Klima negativ beeinflusst. Das ist schon klar, aber wodurch: 1. Massive Abholzung der Wälder in Europa und weltweit; z.B. bis heute Regenwälder und damit Zerstörung von Fauna und Flora. 2. ständige Versiegelung der Erdoberfläche, da gibt es erschreckende Zahlen. 3. Produktion und auch mittelbare Erzeugung von aggressiven Treibhausgasen wie z.B. Methan. Falsche politische- ökonomische Anreize , die fossile Energieträger immer noch lohnend machen! Fazit: das sind die Hauptursachen der Klimaveränderung! CO2 ist ein Atemgas und die Gefahr dadurch ein Mythos. Es ist eindeutig, dass die Zerstörung der natürlichen Wasserkreisläufe das Klima verändert und zu den bekannten Exzessen führt.

Antwort: Natürlich kommt die Beseitigung der CO2-Senken durch Abholzen und Überbauung dazu. Aber das gehört doch auch zum Hochfahren von CO2, ebenso wie die Veränderung der Wasserkreisläufe durch Abschmelzen von See-Eis und Gletschern, ein Rückkoppelungsprozeß aus der Erwärmung. So kommen Sie an CO2 nicht vorbei. Auch nicht mit dem Hinweis auf das Lohnendmachen der fossilen Brennstoffe. Übrigens ist Methan viel kurzlebiger als CO2.


1. Frage/Meinung: Die Zahlen und Ihre Schlußfolgerungen hieraus sind natürlich aussagekräftig. Nur auch Sie befinden sich da auf dem Holzweg. Was hat der CO2 Anteil von 0,0038 % von 100 % Luft mit der Erderwärmung zu tun. Welche halbwegs intelligenten Menschen will man hiermit verarschen? Es ist nun schon von namhaften Wissenschaftlern bewiesen, das das ganze CO2 Theater von Herrn Gore, der mit seiner Kampane nur viel Geld verdient hat und den Eliten glänzende Ümsatze ermöglicht eine große Lüge ist. Also bitte wenn Information, dann die richtige. Super! Eine folgerichtige Analyse unserer deutschen umweltunfreundlichen Exporte und der daraus resultierenden chinesischen arbeitsplatzvernichtenden und umweltbelasteten Importe. War wohl nichts mit dem deutschen Umwelt-Hype.

Antwort: Es sind derzeit über 400 ppm oder 0,04 % mit einer Steigerung um 9 % gegenüber 2000 oder 28 % gegenüber 1960. Das ist eine enorme Dynamik und hat nichts mit "verarschen" zu tun. Wenn praktisch alle Regierungen der Welt mit ihren wissenschaftlichen Ratgebern (bis auf Nord-Korea) die Gefahr der menschenverursachten Klimaaufheizung akzeptieren und sogar Trump den Zusammenhang nicht bestreitet, kann man nicht einfach von Falschinformation reden, wie Sie das tun.



3600 02-06-17: Abschieben oder nicht abschieben - zum Fall des Asef N.

2. Frage/Meinung: Nach Auskünften von hohen bundespolizeilichen Stellen wird von höchster politischer Ebene der Bevölkerung seit langem und immer noch Sand in die Augen gestreut. Es werden Abschiebungen insbesondere nach Dublin II ausgeführt, um Quote und Handlungsf ähigkeit zu demonstrieren und gleichzeitig erfolgt eine "heimliche" Rücküberstellung von Flüchtlingen v.a. aus Italien. Der Frust der Polizei steigt zunehmend.

Antwort: Interessant, Vielen Dank.


1. Frage/Meinung: Sie schreiben: "Die Situation in den riesigen Flüchtlingslagern, die nie für Jahrzehnte geplant waren, ist ziemlich schrecklich" und "Ob die Betroffenen dort dann an Hunger sterben (viele Gegenden in Subsahara-Afrika), vielleicht sogar einen neuen Versuch unternehmen, bei dem sie im Mittelmeer ertrinken, oder ob sie einem Bürgerkrieg zum Opfer fallen, macht unter ethischen Prinzipien keinen großen Unterschied." Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus? Achselzucken? Grenzen dicht? Selbst schuld , wenn man so blöd ist in Krisengebieten geboren zu werden? Oder was?

Antwort: Ich polemisiere nicht. Lesen Sie mein Buch für Antworten (wenn Sie wirklich Antworten suchen), was Sie bei Ihrer Einstellung allerdings nicht tun werden.



3547 31-05-17: Der äußere "Feind" zählt wieder

2. Frage/Meinung: Nichts spricht dafür, dass deutsche und/oder europäische Demutsgesten Herrn Trump zu einem anderen Verhalten bringen könnten. Sich die Beurteilung des englischen Kommentators zu eigen zu machen hieße doch: das Verhältnis ist zwar zerrüttet, aber niemand darf das aussprechen, schon gar nicht eine deutsche Politikerin.

Antwort: Es geht doch nicht um Demutsgesten. Deutschland braucht die USA (mit oder ohne Trump) am Ende ebenso sehr wie umgekehrt. Da passen Stammtisch-Emotionalisierungen im Bierzelt für den Hausgebrauch sicher wenig. Die französische Politik reagiert da weit klüger. Als beherrschende Vormacht paßt Deutschland ohnehin nicht. Da hat der Kommentator Recht.


1. Frage/Meinung: Zum Gideon Rachman Text (nicht zur Beurteilung des selbst verfassten Textes): Die Punkte 1-4 kann ich voll unterstützen. Und ich verstehe vielleicht, warum Punkt 5 "baffling" ist. Was ich aber nicht verstehe, ist, warum dieser Punkt fettgedruckt ist und anscheinend das Hauptargument sein soll. Wahrscheinlich hat sie es aus wahltaktischen Gründen gesagt, vielleicht ist es ihre Meinung, vielleicht auch beides. Sie hätte es anders formulieren sollen oder vielleicht gar nicht erwähnen. Aber hätte dasselbe ein Franzose (z.B. Macron) gesagt, hätte kein Hahn danach gekräht.

Antwort: Die Hervorhebung war von mir, weil ich diesen Paragraph für besonders wichtig halte. Habe jetzt im Text angemerkt, daß die Hervorhebung von mir stammt. Sie hätte es in der Tat Macron überlassen sollen, sie gegen Trump in Schutz zu nehmen. Das wäre dann ohne Bierzelt und viel eleganter gewesen und der von Rachman erwähnte geschichtliche Hintergrund wäre nicht im Spiel gewesen. Deutsche Reaktionen auf Angriffe sind in der Regel ziemlich plump, weil es auch die deutschen Zuhörer im Bierzelt oder am Stammtisch sind.



3598 29-05-17: Wie "schlecht" oder "böse" sind die deutschen Exporteure?

5. Frage/Meinung: Ich vermisse eine Erklärung/Erwähnung, welche Folgen das "deutsche Exportmodell" für die EU - speziell die "Südländer" und "Frankreich" hat. Das Modell kann ja nicht für alle gleichzeitig funktionieren, vor allem nicht, wenn gleichzeitig Staat und Unternehmen auf der Spar-/Investitionsbremse stehen. Aktuell wird das Thema ja noch, wenn man an das denkt, was der neue französische Präsident plant.

Antwort: Hier ging es mir nur um den Trump-Vorwurf an die deutsche Adresse. Das deutsche Exportmodell funktioniert mit erheblichen Leistungsbilanzüberschüssen auch gegenüber Frankreich nicht, . Bei Italien, Spanien und Griechenland sind die deutschen Überschüsse mit der Eurokrise zusammengebrochen (siehe hier).


4. Frage/Meinung: Was ich nicht verstehe, wo bleiben die Gewinne für Deutschland aus diesem Export -Überschuß?

Antwort: Ich nehme an, es geht Ihnen um die Erlöse aus dem Export. Die Leistungsbilanzüberschüsse aus den Exporterlösen werden Teil der Zahlungsbilanz, die von der Bundesbank verwaltet wird. Soweit deutsche Unternehmen ihre Erlöse/Gewinne im Ausland anlegen, baut sich ein Gegenposten in der Zahlungsbilanz auf. Allerdings wurden in der Vergangenheit solche Anlagen nicht selten unvorsichtig vorgenommen und gingen dann ganz oder teilweise verloren. Der verbleibende Überschuß in der Zahlungsbilanz kumuliert sich über die Jahre und ist ein Polster gegenüber dem Ausland, soweit nicht Länder bankrottgehen oder sich Abwertungen aus den Währungsrelationen ergeben. Die Bundesbank überweist im Verkehr zwischen Europartnern Eingänge in dem Target Konto aus Zahlungen für Importe unserer Partner an die deutschen Exporteure und behält selbst einen Anspruch gegen das Eurosystem, der bei einem Scheitern des Euros verfallen würde. Außerhalb der Eurozone werden die Erlöse aus dem Export über das Bankensystem direkt an den Exporteur ausgezahlt, soweit der Exporteur sie nicht direkt im Land des Kunden beläßt und dort anlegt (siehe oben). Die Erlöse/Gewinne landen jedenfalls in der einen oder anderen Form zunächst bei den Exportunternehmen und werden, soweit sie die Kosten des Unternehmens überschreiten als Dividenden an die Kapitaleigner gezahlt. Das wiederum sind bei Aktiengesellschaften oft ausländische Investoren.


3. Frage/Meinung: Danke für den aufschlussreichen Beitrag! Eine Frage zur Kausalität "Euro-Einführung / zunehmender deutscher Leistungsbilanzüberschuss": Die Vorteile des Euro für die Exporteure müsste sich doch bereits mit der Buchgeld-Einführung Anfang 1999 manifestiert haben (unwiderruflich fixierte Wechselkurse). Das Bargeld dürfte für die Industrie ja eher weniger relevant sein. Die Kurve steigt aber erst deutlich nach 1999, aber eben auch sichtlich vor dem genannten Stichtag 1.1.2002.

Antwort: Die Aufwärtsentwicklung begann in den Quartalswerten bereits im 3. Quartal 2000 und außerdem braucht es immer einige Jahre bis sich ein solcher Prozeß voll durchsetzt, weil erst langfristige Verträge angepaßt und dem Euro entsprechende Märkte erschlossen werden.


2. Frage/Meinung: eine seriöse Diskussion geht anders, braucht aber auch seriöse Gesprächsteilnehmer ... Da auf Trump das Präsikat 'seriös' nicht zutrifft, vermischen sich hier wohl die Ebenen. Zur sachlichen Diskussion kommt es erst gar nicht, weil Trump mit seiner Resonanzsucht immer wieder auf die Beziehungsebene umschaltet... und wo er sich auf der Sachebene bewegt, produziert er nur Widersprüche und alternative Fakten . Mittlerweile reagieren die europäischen Politiker auch auf der Beziehungsebene ... und lenken damit gleichermassen von den dringend zu korrigierenden Schieflagen ab. Solange Trump nicht aus dem Amt gejagt wurde, wird sich, wie ich fürchte, an dieser Situation nichts ändern (können), weil die Sachebene blockiert ist...

Antwort: Deutschland wird spätestens nach dem Wahlkampf nicht um eine seriöse Diskussion - mit oder ohne Trump - herumkommen. Dafür wird schon Macron sorgen. Die amerikanischen Vorwürfe sind übrigens nicht neu und wurden durch die BMW-Pläne einer Fabrik in Mexiko zum Export nach USA weiter angeheizt. Was mich besorgt, ist, daß Merkel im Wahlkampf auf die ihr von den Neoliberalen angetragene westliche Führungsrolle hereinfällt und das deutsche Publikum das auch noch mit begeistertem Applaus beklatscht.


1. Frage/Meinung:Der Bericht erscheint etwas einseitig. Nicht bedacht wurde zum Beispiel, dass sich ausländisches (insb. US-amerikanische und islamisches) Hochkapital zu Dumpingpreisen in deutsche DAX Konzerne und mittlerweile auch in den Mittelstand eingekauft hat und Kapital und Ertrag aus deutscher Wertschöpfung massiv ins Ausland abfließt. Es sind die Ausländer die dadurch von deutscher Wirtschaftskraft und deutscher Arbeitnehmerqualität profitieren. Interessant wäre eine Auflistung, welche Firmen sich tatsächlich noch unter deutscher Kontrolle befinden. Bei Lufthansa diktieren islamische Geldgeber schon lange, was die Fluggäste zu essen haben und was nicht...

Antwort:Ihre Kritik ist einseitig. Die Hauptexporteure nach USA, vor allem die KfZ-Produzenten und die Maschinenbauer sind so ziemlich alle ganz überwiegend (noch) in deutschen Händen. Außerdem haben sich deutsche Unternehmen auch ihrerseits im Ausland eingekauft, was alles ganz normal ist und nichts mit der Beurteilung des Wettbewerbs - fair oder unfair - zu tun hat.



3548 22-05-17: Nun ein harter Brexit und die Folgen

5. Frage/Meinung: Sie schildern die Front am Beginn des Kampfes. Das ist noch nicht das Ende. Wenn die EU Ceta vereinbart hat, was muss sie dann dem UK einräumen oder müssen alle Handelsbeziehungen dann über Canada gehen?

Antwort: Bei CETA fallen zwar die meisten Zollabgaben mit dem Inkrafttreten des CETA weg. Doch erst nach sieben Jahren werden alle Zölle auf gewerbliche Waren verschwinden. Bis dahin kann Kanada beispielsweise mit einem Zoll auf Personenautos von 6,1 % seine eigene Produktion schützen. Vor allem verliert UK den Finanzmarkt für Anleihen europäischer Staaten, von dem ein Teil der City lebt und wo auch CETA keinen Zugang bietet. Auch erstreckt sich das CETA nicht auf öffentliche Dienste.


4. Frage/Meinung: a die weltweiten Geldvermögen zu jedem Zeitpunkt saldiert Null ergeben, wäre doch mal interessant, wer denn die ganzen Forderungen für die Verbindlichkeiten hält.

Antwort: Die Auslandsforderungen gegen Großbritannien dürften vor allem aus Saudi-Arabien, den Golfstaaten und Ländern des Commonwealth kommen, aber auch aus den Ländern mit hohen Leistungsbilanzüberschüssen gegenüber GB, wie China und Deutschland. Soweit sie auf Pfund lauten, werden sie sich immer weiter abwerten. Auch Deutschland wird damit Geld verlieren.


3. Frage/Meinung: Ich weiß, dass Sie ein großer Fan der EU sind, aber der implizierte Ansatz, ohne EU geht es in Großbritannien schlechter, ist aus meiner Sicht gewagt. Man wird es in der großen Gemeinschaft wohl etwas länger aushalten können, jedoch muss auch die EU-Politik korrigiert werden (oder wie erklären Sie das, dass Deutschland, obwohl noch voll "EU-gläubig", ähnlich schlechte Werte bei der Einkommensverteilung hat). Und in beiden Fällen dürfen wir sicher sein, dass die untere Schicht der Bevölkerung den größeren Rechnungsbetrag wird bezahlen müssen. Und ob in der größeren Gemeinschaft EU die schlimmsten Fälle milder abgewickelt werden, bezweifele ich stark.

Antwort: Mir ging es auch darum, zu zeigen, wie die Aufgehetzten nun die Hauptopfer tragen werden, weil bei ihnen die Brexit-generierte Inflation besonders zuschlägt und die sozialen Leistungen mit Hinweis auf die Brexit-Kosten gekürzt werden. Ich bin nicht ein "großer EU-Fan". Auch nach meiner Meinung hätte die EU nicht ständig erweitert und verbürokratisiert werden dürfen. Das habe ich immer wieder beschrieben, auch mit Hinweis auf die immense Lobby in Brüssel.


2. Frage/Meinung: Ökonomisch sollte das schwache Pfund dazu führen, daß das Defizit kleiner wird und Importe durch mehr lokale Produktion und Exporte ersetzt werden . Natürlich gibt es davor wegen der Umstellung einen Einbruch und die ärmeren Einkommen werden darunter leiden. EZB und FED versuchen ja künstlich durch Abwertung der Währung Wachstum zu erzeugen, was in UK "natürlich" passiert. Gleichzeitig f ührt das schwache Pfund dazu, daß die Exporte Deutschlands in Höhe sich abschwächen sollten.

Antwort: Die höhere Inflation ist nicht ein einmaliger Einbruch sondern dauerhaft. Der Anschub des schwächeren Pfundes für den Export ist zweifelhaft, wenn die britische Industrie gleichzeitig den freien Zugang zum EU-Binnenmarkt, ihr bei weitem größter Auslandsmarkt verliert.


1. Frage/Meinung: Die Zahlen sind sicher richtig interpretiert. Wie ich allerdings meine englischen Freunde kenne, werden sie diese Übel als das einstufen, was sie sind: Bösartige Auswüchse der EU und hässliche Nadelstiche der kindischen Politiker in Brüssel und Berlin. Wer hat von diesen kleinen Hosenmatzen etwas anderes erwartet? Die Engländer haben den Brüsseler Sandkuchen kaputtgemacht, nun kommt die Retourkutsche. GB ist zum letzten Mal 1066 erobert worden. Merkel und ihre Makronen werden das nicht schaffen.

Antwort: Sie scheinen die Mentalität der "Brexiters" nicht zu begreifen. Dieses Land hatte sich nie in Europa gefühlt und wäre besser nicht beigetreten. Sie scheinen ebenfalls ein Ende der EU herbeizusehnen. Was dann?



3547 17-05-17: Nach NRW: Warum die SPD untergeht

3. Frage/Meinung: sehr viel Gepolter und aufgreifen von Ereignissen wie sie in die Argumentation passen.

Antwort: Was "poltert" sind die Fakten. Warum sollte ich nicht Ereignisse aufgreifen, die in die Argumentation passen? Erwarten Sie unlogisch das Gegenteil?


2. Frage/Meinung: ... wenn man Deinen Argumenten folgt, müssten doch eigentlich die - globalisierungsbedingt - in schwierigeren Lebensumständen lebenden Mitbürger der Partei der Kanzlerin gegenüber noch viel ablehnender sein. Immerhin steht sie am Ruder. Und somit müssten sie der CDU der CDU davonlaufen. Aber das tun sie nicht, im Gegenteil, sie laufen der SPD weg. Es müssten also wohl noch andere Argumente eine Rolle spielen, um die letzten Wahlen zu erklären.

Antwort: Wie ich geschrieben habe: "Die SPD trifft die Enttäuschung der so belasteten Wähler schon deshalb weit mehr als die CDU, weil sie das Versprechen sozialer Gerechtigkeit vor sich herträgt und daran gemessen wird." Und die SPD teilt sich bisher das Ruder mit der Kanzlerin. Außerdem scheint die Kanzlerin (und Schäuble) glaubwürdiger in der Vertretung deutscher Interessen, auch der von der Globalisierung Bedrängten, denn die SPD verfolgt einen Internationalismus, in der Eurozone bis zu den Eurobonds auf Kosten Deutschlands, und Schulz hängt noch zusätzlich seine Vergangenheit als Eurokrat an. Nun wollen Macron und Merkel Mißstände der globalen Entwicklung überprüfen und wo nötig die EU-Verträge ändern. Nichts davon bei Schulz (bisher).


1. Frage/Meinung: die linke findet alles gut, was china macht: das ist doch quatsch

Antwort: Normalerweise schreiben ich nicht in geistiger Umnachtung. Es gibt kein einziges Wort der Kritik aus dem Lager der LINKE am chinesischen Dumping, am Technoklau und am Aufkauf westlicher Unternehmen durch chinesische Staatsunternehmen. Statt dessen findet man beispielsweise auf der Webseite der LINKE einen begeisterten und völlig unkritischen Bericht von Helmut Ettinger, Bereich Internationale Politik beim Parteivorstand der LINKEN, über eine Reise einer Delegation der LINKE auf Einladung der Internationalen Abteilung des ZK der KP Chinas https://www.die-linke.de/politik/international/die-linke-international/detail/artikel/china-theorie-und-praxis/.

Michael Schlecht, MdB, wirtschaftspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion DIE LINKE schrieb im letzten November: "Wirtschaftsminister Gabriel war in China unterwegs und kritisierte, dass deutsche Unternehmer nicht frei investieren können, sondern immer nur mit einem chinesischen Partner im Rahmen von Joint-Ventures. Das sei ungerecht, da chinesische Investoren in Deutschland weitgehende Freiheiten hätten. Dieser Vergleich ist schief, da es mehr als 5000 deutsche Unternehmungen in China gibt und gemeinsam mit anderen ausländischen Investoren große Teile der Volkswirtschaft hierdurch bestimmt wird. In Deutschland sind hingegen sind lediglich 300 Unternehmen in chinesischer Hand. Anstatt dem deutschen Kapital Hilfestellung bei der weiteren Eroberung des chinesischen Marktes zu geben, sollte Gabriel sich lieber für höhere Investitionen hierzulande einsetzen." Auch dies ist total einseitig, da sich chinesische Unternehmen in Deutschland wie deutsche bewegen können, während die Gleichstellung in China nicht existiert und da deutsche Unternehmen sich China nicht aufdrängen sondern von China ins Land geholt worden, um Technologie abzusaugen und bei der Vermarktung der chinesischen Produkte im Westen zu helfen. Auch kann wirklich keine Rede davon sein, daß deutsche und andere westliche Unternehmen große Teile der chinesischen Volkswirtschaft bestimmten. Der wirtschaftspolitische Sprecher der LINKE sollte wissen, daß in China immer noch die KPC ohne jede Form demokratischer Kontrolle bestimmt und in jedem Unternehmen sitzt. Wie naiv kann man eigentlich bei der LINKEN noch sein oder für wie dumm will man uns noch verkaufen?

Der Leser möge entscheiden, wer hier "Quatsch" schreibt.



3594 11-05-17: Wenn die Ellenbögen die Solidarität verdrängen

3. Frage/Meinung: Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden sind seit 2000 von 467 Mrd. EUR auf 735 Mrd. EUR gestiegen, das ist eine Steigerung von 57,4 %. Kaum ein Bürger konnte sein Einkommen in der gleichen Zeitspanne derart steigern, viele haben seit der EUR-Einführung sogar an Kaufkraft verloren. Durchschnittsverdiener kommen mittlerweile auf eine Gesamtabgabenlast (wenn man MwSt und sonstige Abgaben mit einrechnet) von zwei Dritteln ihres Einkommens. Facharbeiter bezahlen mittlerweile den Spitzensteuersatz . Nichtsdestotrotz steuern wir zudem auf eine gigantische Altersarmut zu. Wer sich da noch wundert, dass der derart ausgenommene Bürger wenig Bereitschaft zeigt, darüber hinaus noch Solidarität zu zeigen, lebt in einer anderen Welt.

Antwort: Was Sie da machen, ist wenig seriös, indem sie den deutschen Staat wegen der Steuereinnahmen an den Pranger stellen. Sie zitieren dabei nominale Wert. Inflationsbereinigt sind die Steuern von Bund und Ländern seit 2000 nur um 23 % gestiegen. Die Gemeindesteuern sollte man schon angesichts der Finanzlage der Gemeinden und deren miserablen Infrastruktur nicht beanstanden. In der gleichen Zeit ist die Verschuldung des Bundes inflationsbereinigt um 47 % gestiegen und bedarf der Finanzierung, wobei diese Belastung mit wieder steigenden Zinsen erheblich zunehmen wird. Statt Steuern zu senken, wofür Sie offensichtlich eintreten, müssen sehr viel höhere Mittel für die Bildung und die deutsche Infrastruktur eingesetzt werden.

Die Staatsquote (einschließlich Sozialversicherungsbeiträge) ist mit 44 % im niedrigen internationalen Bereich (siehe http://www.jjahnke.net/index_files/19623.gif), wobei wegen der besonders stark alternden Bevölkerung natürlich höhere Lasten anfallen. Die reine Steuerquote liegt mit nur 23 % des BIP international besonders niedrig (siehe http://www.jjahnke.net/index_files/12434.gif).


2. Frage/Meinung: Wie ist zu erklären, dass die Medianeinkommen besonders in den Südländern so extrem hoch sind bzw. auch deutlich höher ist als in dem so "reichen" Deutschland? Ist das nur durch die höhere Eigentumsquote bei Immobilien zu erklären? Wo kommen die Zahlen her?

Antwort: Die Zahlen kommen aus der neuen Untersuchung der EZB https://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/scpsps/ecbsp18.en.pdf . Es gibt in diesen Ländern sehr viel "altes" Vermögen, nicht nur in Immobilien. In Deutschland hat es dagegen 1945 einen gewaltigen Umbruch gegeben und danach jahrzehntelang eine soziale Marktwirtschaft, die die Vermögen nicht so auseinander gezogen hat, wie in den anderen Ländern. Außerdem sind durch die deutschen Sozialreformen (Schröder u. Co.) die ärmeren Bevölkerungsschichten besonders belastet worden. Nirgendwo ist der Niedriglohnsektor so groß. Ein weiterer wichtiger Grund ist, daß Vermögen bei den anderen Ländern viel stärker an den Aktienbörsen gewinnträchtig angelegt wird als in Deutschland.


1. Frage/Meinung: Das ist alles gut und richtig, doch kommt mir dieses Mal der Gesamtzusammenhang etwas kurz. Schließlich wäre ja Deutschland nicht nur der wahrscheinliche Zahlmeister von EU-Finanz-Instrumenten ala Macron, sondern ist ja auch, wie Sie schon mehrmals beschrieben haben, der wesentliche Verursacher der ökonomischen und sozialen Schieflagen in Euro-Land. Hier wäre m.E. eine Gesamtschau in der für Sie trefflichen Art und Weise aufklärender.

Antwort: Nun muß ich ja nicht jedes Mal die ganze neoliberale Welt beschreiben. Macron macht doch diese Vorschläge nicht nur wegen der deutschen Konkurrenz, sondern weil es schlicht einfacher ist, woanders Geld einzutreiben, als das eigene Haus in Ordnung zu bringen, und weil die Deutschen meist dumm genug sind, dieses neoliberale Spiel mitzuspielen. Worunter Frankreich besonders leidet, ist die Dumping-Konkurrenz aus Osteuropa und China (wobei man die Osterweiterung der EU nicht hätte betreiben dürfen). Was Frankreich (und andere Krisenländer) wirklich braucht, ist eine fundamentale Änderung der EU-Regeln und eine geordnete Auflösung der Eurozone. Deutschland könnte gar nicht so viel zahlen, wie sonst nötig wäre. Die Macron-Vorschläge würden im Übrigen einen erheblichen Inflationsschub auslösen, der wieder vor allem die sparsamen Deutschen treffen würde. Ich habe außerdem absichtlich faktenbelegt beschrieben, wie viel besser die meisten Menschen in Frankreich als in Deutschland leben.



3593 08-05-17: Was verbindet die Wahlergebnisse in Frankreich und Schleswig-Holstein?

2. Frage/Meinung: Warum erwähnen Sie nicht die Bedeutung der Stimmen, vor allem unter den bis zu 25 -Jährigen, die in der ersten Runde Mélenchon wählten ? Da lässt sich doch was draus machen.

Antwort: Es ging mir hier um das Endergebnis und den Vergleich zu Deutschland. Melanchon hat übrigens in Deutschland keine Entsprechung, ebenso wenig wie Le Pen. Er ist weit linker und globalisierungskritischer als die deutsche LINKE und will notfalls den Frexit und hat zugleich Töne von Trump, wie Vorzug für französische Produkte und Kampf gegen Dumping.


1. Frage/Meinung: Auf dem linken Auge blind? Sind Jean-Luc Mélenchon in Frankreich oder DIE LINKE in Deutschland keine Alternative zu den neoliberalen Kräften? Gibt es wirklich keine Alternative außer Neoliberalismus oder Rassismus? ... Transnationale Konzerne konnten den Druck auf Zulieferbetriebe in Entwicklungs- und Schwellenländern erhöhen - auf Kosten von Umwelt und Arbeitsrechten. Die Marktliberalisierung lief sehr ungleich ab - die Industrieländer schützen beispielsweise ihre Landwirtschaft durch Zölle und Subventionen, während dem Süden keine Schutzrechte zugestanden werden, um eine heimische Industrie aufzubauen. ...

Antwort: Keineswegs. Doch erstens ist Melanchon nicht mehr der eigentliche Konkurrent zu Macron, weil das Le Pen sein wird. Zweitens sind Melanchons Bewegung und die LINKE in Deutschland gerade bei der Globalisierung und der EU sehr unterschiedlich. Während Melanchon einen strikten Kurs gegen die Globalisierung fährt (z.B. Drastische Änderung der EU-Verträge notfalls bis zum Austritt Frankreichs aus der EU und dem Euro, Protektionismus zugunsten französischer Produkte, Maßnahmen gegen soziales und ökologisches Dumping), gibt es da sehr wenig bei der LINKE. Die hat auch nur positive Worte für China, das Haupt-Dumping-Land. Auch Sie scheinen mit ihrem einseitigen Urteil gegen die Industrieländer China und andere Schwellenländer in Schutz zu nehmen (niemand hat China zum Dumping gezwungen).

Außerdem zeigen schon die Wahlergebnisse, daß die LINKE keine Alternative ist, auf die der Wähler gegen die Globalisierung setzen könnte, zumal die Fraktionsvorsitzende Wagenknecht oft ganz andere Positionen vertritt als andere Führungsfiguren.



3592 05-05-17: Über eine Gesellschaft, in der sich zu viele Menschen nicht mehr gegen den Dauerstreß wehren können

1. Frage/Meinung: Erschreckend, wenn man Deutschland mit Frankreich vergleicht hinsichtlich den Diagnosewerten für psychische Verhaltensstörungen. Lebt es sich in Frankreich gesünder und stressfreier oder verstehen es die Franzosen besser mit den Arbeitsbelastungen im Berufsalltag umzugehen als die Deutschen? Eigentlich müssten die Politiker unserer Parteien diesen Stressursachen die höchste Aufmerksamkeit schenken auch hinsichtlich der Kostenlawine im Gesundheitssektor, die sich dort losbricht und wohl verstärkt wird durch traumatisierte und ebenfalls psychisch geschädigte Flüchtlinge. Wenn man dann wie Merkel kinderlos bleibt , so kann es einem als Politiker tatsächlich egal sein, wer in Zukunft sich wem anpassen soll: ein Deutscher ob mit oder ohne "Leitkultur" an die "fremde Kultur " (er braucht ohnehin nicht mehr in die Türkei zu reisen, wenn auch in deutschen Großstädten Klein-Istanbul erlebbar ist) oder jemand, der nach Deutschland nicht als Einwanderer kommt, sondern als Wirtschaftsflüchtling.

Antwort: Frankreich hat einige große Vorteile, die positiv auf die Psyche wirken. Erstens gibt es bis jetzt noch die 35-Stunden-Woche und Pensionierung mit 62 Jahren. Zweitens kann man anders als in Deutschland oft mit den Gewerkschaften auf die Straße gehen und seinen Zorn über schlechte Sozialbedingungen, wie es sie ähnlich in Deutschland gibt, abreagieren. Drittens gibt es eine große Kinderzahl bei einer Geburtenziffer, die ein Drittel höher als in Deutschland ist, und Väter, die in den meisten Familien ihren Teil mittragen (anders als in Deutschland). Viertens ist der südliche Landesteil am Mittelmeer und Atlantik sehr klimabegünstigt (Sonnenschein hebt das Gemüt).

Noch zu Merkels Kinderlosigkeit. Das ist in der Tat ein Problem, weil Menschen ohne Kinder und daher auch Enkelkinder in der Regel weit weniger an die Zukunft der nächsten Generationen denken. In Großbritannien ist das mit Theresa May zu beobachten, die ebenfalls kinderlos ist und über Brexit viele Chancen der nächsten Generationen verspielt.



3591 02-05-17: Die deutschen Medien begreifen die Probleme Frankreichs nicht

5. Frage/Meinung: Mir ist nicht klar geworden, was genau Sie in dem beschriebenen Konfliktfall machen würden. Verstehe ich Sie recht, dass Sie den Le Pen-Vorschlag, EU-Regelungen zu ändern, um zu verhindern, dass verlagerte Unternehmen anschließend zu Dumpingpreisen in Frankreich verkaufen können, unterstützen? (Ich bin mir unsicher hierbei - trotz Le Pen).

Antwort: Was Frankreich in der Tat braucht, ist eine Änderung der EU-Regeln, so daß die Verlagerung von Unternehmen in das spottbillige Osteuropa und der Import von Arbeitskräften von dort verhindert werden kann sowie ein voller Schutz gegen chinesisches Super-Dumping erfolgt (Forderungen, die Marine Le Pen zurecht erhebt). Außerdem wird Deutschland mit hohen Strafzahlungen gezwungen werden müssen, seine riesigen und "anti-communitären" Leistungsbilanzdefizite innerhalb der EU in kurzer Zeit abzubauen. Die Erweiterung der EU nach Osten ohne jeden Schutz vor Lohn- und Steuerdumping war auch nur ein Akt neoliberaler Globalisierung, wobei die EU mit verlorenen Zuschüssen von Mrd. Euro auch noch den Aufbau der konkurrierenden Industrien unterstützt hat. Es ist immer dasselbe Spiel unserer Unternehmen und der von ihnen vor sich her getriebenen Regierungen, Löhne runter wie auch immer, und anschließend beklagt man sich zynisch über den wachsenden Graben der Einkommen und Vermögen. Wenn die EU überleben will, muß sie aus ihren Fehlern lernen. Sonst wird sie auf dem Friedhof der Geschichte landen, wie schon viele andere Kunstgeburten, vom römischen bis zum Kaiserreich in Deutschland (nicht zu reden vom 1.000-jährigen Reich. Der Brexit ist eine letzte Warnung.


4. Frage/Meinung: In fast allen Kommentaren (jetzt nicht ausschließlich Ihrige) vermisse ich immer die letztendliche Analyse des gesamten Komplexes der US-Globalisierung. Obwohl eine logische Betrachtung unter Einbezug aller Instrumentalien eines solchen Konstruktes , einwandfrei erkennen läßt,wohin sämtliche Entwicklungen führen, scheint man solches einfach hartnäckig zu ignoren. Der Grund hierfür liegt unter anderem auch daran , dass das gesamte Modell der US-Globalisierung ein höchst korrumpierendes und erpresserisches ist. Die absolut nicht zu widerlegende Entwicklung ist letztendlich ein Selbstmord auf allen Ebenen, nämlich der gesellschaftlichen, der finanziellen und wirtchaftlichen Ebenen aller hiervon abhängigen Nationen, allein zugunsten der US-Machteliten. Das ist jetzt auf den kürzesten Nenner gebracht, aber in sich vollkommen schlüssig ! Ich habe viele Versuche unternommen, diese zwar höchst komplierten aber letztlich durchschaubaren Zusammenhänge zu erklären, stoße aber immer auf Unverständnis!

Antwort: Ich bin in seit nun 12 Jahren in unendlichen Rundbriefen und mehreren Büchern immer wieder auf die neoliberale Globalisierung im Detail von Ursprüngen und Folgen eingegangen. Die wird ja nicht nur in USA gemacht, wie Sie anzunehmen scheinen. Sie ist längst eine globale Ideologie, für die sich selbst die chinesischen Führer begeistern. Deutschland war in seiner Exportbesessenheit immer ganz vorn unter den Machern! Wir haben anteilsmäßig ebenso viele Machteliten wie die USA. In Ihrem simplen Anti-Amerikanismus simplifizieren Sie schrecklich. Da sollten Sie noch tiefer nachdenken. Ihren Vorwurf akzeptiere ich nicht.


3. Frage/Meinung: Die "Gesetze" der Märkte und das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage können weder Le Pen noch Macron aushebeln. Doch früher gab es schon von seiten der franz ösischen Politiker den Aufruf an die Franzosen französische Produkte (Autos) zu kaufen, somit ein nationaler Appell. Für einen Verbraucher dürfte jedoch neben dem Preis auch das Vertrauen in die Qualität und damit das Markenbewußtsein ebenso wichtig sein und in einer freien Marktwirtschaft lässt sich die Standortwahl eines Unternehmens nur indirekt beeinflussen. Protektionismus ist für mich das neue Kennzeichen der amerikanischen Politik unter Trump.

Antwort: Es geht wirklich nicht nur um die Qualität, auf die sich die deutschen Neoliberalen zur Verteidigung der horrenden deutschen Exportüberschüsse so gern berufen. Deutschland hatte nach OECD schon vor 6 Jahren einen Anteil von 31 % an Vorprodukten aus dem Ausland an seinem Export von Industrieprodukten (der weitaus höchste Anteil unter allen G7-Ländern). Ein sehr großer Teil davon kam aus Billigstländern in Osteuropa und Asien (vor allem China) und wurde dann in Deutschland eingebaut. Schon das (abgesehen von den niedrigen deutschen Löhnen und einem für Deutschland weit unterbewerteten Euro) gibt natürlich einen gewaltigen Preisvorteil, ohne den die deutschen Exportüberschüsse (auch mit Frankreich) in diesem Umfang nicht möglich wären. Aus USA liegen seriöse Studien vor, daß der Import aus China ganze regionale Industriezentren kaputt gemacht hat. Lassen Sie sich bitte von dem Qualitätsargument nicht einlullen. Und glauben Sie bitte, daß auch Frankreich industrielle Spitzenprodukte herstellen kann.


2. Frage/Meinung: Ergänzend sei angemerkt, dass die bundesdeutsche Lohnentwicklung mit Einführung des Euro sich insgesamt eben nicht - wie in Frankreich - an der "goldenen Lohnregel " (Zielinflationsrate plus Produktivitätszuwachs) orientierte, sondern weit darunter blieb. Und dass dies durchaus ebenfalls als "Lohndumping" in einem gemeinsamen Währungsraum bezeichnet werden darf.

Antwort: Ja, so ist es. Ich weise immer wieder darauf hin.


1. Frage/Meinung: Eine Frage: Wie kam der Einkommenssprung nach oben der "unteren 40 %" zwischen ca. 1995 und 2000 zustande (Abb. 19593)? Ich hatte immer in Erinnerung dass ab Mitte der 90erJahre sogar die Bruttolöhne sanken, grade im unteren Bereich der Einkommen .

Antwort: Die Untersuchung des DIW bezieht sich nicht nur auf die Löhne, sondern das verfügbare Bruttoeinkommen, wozu auch Vermögensgewinne aus Kapitalanlagen und Erbschaften gehören, und 40 % der Einkommen schließen auch den mittleren Bereich ein.



3590 26-04-17: Protestparteien: Deutschland ist nicht Frankreich

3. Frage/Meinung: Es mag sein, dass das Programm des AfD unsozial ist. Doch wie sieht die Realität der anderen Parteien aus? Aber stets und ständig gegen eine demokratisch gewählte Partei zu ziehen bringt nichts. Oder ist es vielmehr die Angst davor, dass diese Partei infolge eines Einzuges unangenehme Fragen stellen wird, die das unsoziale der anderen Parteien, wenn nicht sogar verbrecherische Handeln offenbart. Sozial hin oder her. Keine der anderen angeblichen Volksparteien, wie sie sich gerne nennen, werden es besser machen.

Antwort: Ich habe ja keine Wahlempfehlung für eine Partei gegeben, sondern nur die AfD mit dem FN in Frankreich verglichen. Und da ist der Unterschied ziemlich deutlich. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die AfD das Unsoziale an anderen Parteien aufdeckt, denn da müßte sie erst mal bei sich selbst anfangen, was das Führungsduo mit Sicherheit nicht tun wird. Weidel und Meuthen zeichnen sich beide nicht durch eine besonders soziale Einstellung aus. Genau da ist der Unterschied zum FN. Ohne eine soziale Einstellung sollte man auch nicht über die Flüchtlinge herziehen, denn die sind vor allem Konkurrenten für die sozial Benachteiligten.


2. Frage/Meinung: Hallo Herr Jahnke, nun ja, die Überschrift spiegelt sich im Text nicht wieder, wenn Sie nur jeweils eine Partei in Deutschland und in Frankreich beleuchten. Dass man das Programm der AfD kritisieren kann, muss ich nicht weiter ausführen. Aber sie mit der Front National zu vergleichen ist schon sehr gewagt, da sie wie Sie ansatzweise andeuten, doch völlig andere politischen Richtungen anstreben (und ich behaupte einmal, auch eine ganz unterschiedliche Entstehungsbasis haben). Ich vermute, hier kommt Ihre soziale Einstellung zu stark zum Tragen und übersehen, dass diese Umverteilung irgendwie bezahlt werden muss (unabhängig davon, wie "gerecht " man Steuern erhebt). Das wird Front National auch noch lernen müssen. Ob es in den Staaten, die eine höhere Staatsquote haben, eine gerechtere Einkommensverteilung herrscht, möchte ich bezweifeln. Sie haben in früheren Aufsätzen deutlich und ausführlich über die Ungerechtigkeiten und auch Unsinn des deutschen Steuersystems berichtet , deshalb verstehe ich nicht ganz, dass Sie in diesem Aufsatz quasi Schlagworte herausgreifen, deren Zusammenhänge in der Kürze des Aufsatzes verlorengehen.

Antwort: Da sich beide Parteien als Protestparteien darstellen, die Vorsitzenden haben sich sogar vor einigen Monaten zusammengesetzt, muß man Sie vergleichen können. Natürlich muß eine Gesellschaft die Mittel aufbringen, die sie verteilen kann. Doch das größte Problem unserer Gesellschaften in beiden Ländern ist, daß die Mittel immer ungleicher verteilt werden. Das kann man gar nicht stark genug kritisieren und genau hier liegt der Unterschied zwischen beiden Parteien. Die skandinavischen Länder, die alle eine wesentlich gerechtere Verteilung haben, haben auch die höchsten Steuerquoten. Das sind nicht "Schlagworte" sondern Fakten, auf die ich in den letzten Jahren wiederholt aufmerksam gemacht habe.


1. Frage/Meinung: Ich bin AfD-Wähler und lasse mir diese Haltung nicht wegen ein paar unbedeutenden Diskussionspunkten vermiesen.

Antwort: Es geht nicht um unbedeutende Diskussionspunkte, sondern die grundsätzliche soziale Einstellung dieser Partei. Vielleicht interessiert Sie das Soziale nicht, weil Sie glauben, immer auf der Sonnenseite der Gesellschaft leben zu können, oder sind schon zu alt, um sich noch viele Gedanken in dieser Hinsicht zu machen, oder interessieren sich nur für das eine Thema, das die AfD von den anderen Parteien bisher zu unterscheiden scheint. Wie auch immer: Jede Stimme für diese Partei, die sich ja auch selbst zerlegt, wird verloren sein. Wie schon andere auf nur ein Thema konzentrierte Parteien der Vergangenheit, wird die AfD keine Zukunft haben.



3589 12-02-17: Von der Integration der Flüchtlinge/Immigranten in den deutschen Arbeitsmarkt

1. Frage/Meinung: Nur 4 Punkte, weil keine Lösungsansätze aufgezeigt werden.

Antwort: Hier ging es um das Aufzeigen der Wahrheit hinter der SPIEGEL-Falschmeldung. Lösungen für Menschen ohne ein Mindestmaß an Berufsbildung gibt es nicht. Selbst Nahles' 1-Eurojobs werden nicht angenommen.



3588 24-04-17: Die deutsche Angst- und Sorgengesellschaft

4. Frage/Meinung: .... meine Kritik ist die, daß diese, so wichtigen Informationen leider so wenige Menschen erreichen..... oder ?????

Antwort: Die Rundbriefe gehen derzeit an etwa 1.250 Interessenten/innen, von denen einige Multiplikatoren aus Gewerkschaften, Bildungseinrichtungen und der Politik sind. Dabei ist unbekannt, wie viele der Erstempfänger sie ihrerseits im Familien-, Bekannten- und Kollegenkreis weiterleiten. Es liegt an jedem von Ihnen, den Empfängerkreise zu vergrößern.


3. Frage/Meinung: Für Sie ist die AfD zwar kein Hoffnungsträger, was aber dann???

Antwort: Nein, ist sie wirklich nicht und schon gar nicht seit den ständigen Grabenkämpfen. Wir haben schon die NPD (und CDU/CSU sind auch ziemlich rechts). Was Deutschland dringend braucht, ist eine vom sozialen Programm her linke Partei, die gleichzeitig wichtige nationale Interessen wahrnimmt, wie in der Flüchtlings- oder Europapolitik, zumal auf beiden Feldern die sozial schon Benachteiligten die Verlierer sein werden. Das tun weder SPD, noch LINKE. Die AfD begreift das nicht und schadet mit ihren sozialen Vorstellungen rechts von der CDU diesen Menschen noch mehr.


2. Frage/Meinung: Zum Thema 'Digitalisierung' zwei Verstaendnisfragen: (1) Wenn infolge zunehmender Digitalisierung immer mehr Arbeitsplätze wegfallen - und damit Einkommen, Konsum und Steuern -, wer soll oder wird dann die zunehmende Produktion (via technischer Fortschritt, Effizienzsteigerung) absorbieren? (2) Zunehmende Digitalisierung wird häufig mehr als Gefahr fuer Arbeitsplätze diskutiert, wie aber schlägt diese durch auf die immer älter (und damit computer-avers) werdende Gesellschaft durch (überspitzt ausgedrückt: wer ist dann technisch überhaupt noch in der Lage sein/ihr Geld (' online'-) auszugeben?

Antwort: Gute Fragen: Soweit es um den deutschen Markt geht, werden die Unternehmen ihre Produktion zurückfahren, um sie der fallenden Nachfrage anzupassen, und ansonsten versuchen, noch mehr zu exportieren, obwohl die Widerstände gegen die deutschen Überschüsse dies am Ende nicht zulassen werden. Also wird nur ein Grundgehalt, teilweise finanziert durch Steuern auf die Digitalisierung, die Nachfrage stützen können. Tatsächlich wird Deutschland im Rennen um immer mehr Digitalisierung mit einer besonders stark alternden Bevölkerung im Nachteil sein. Es werden die Älteren sein, die die ersten Opfer der Digitalisierung werden dürften. Deutschland hat sich auf diese Entwicklung bisher überhaupt nicht vorbereitet. Andere Länder mit erheblich höherer Geburtenrate, wie Frankreich, Großbritannien und US habe natürlich etwas mehr Zeit. Die starke Zuwanderung aus muslimischen Länder wird besondere Probleme mit der Digitalisierung haben, weil sehr vielen die nötige Intelligenz und schulische Vorbereitung fehlen wird.


1. Frage/Meinung: Wie die etwa 40 % der Bürger, die Immobilien besitzen, von den steigenden Immobilienpreise (volkswirtschaftlich gesehen) profitieren sollen, erschließt sich mir nicht. Wenn ich die von mir selbst bewohnte Wohnung nicht verkaufen kann, da ich sie ja brauche, kann sie in Euro gemessen so viel wert sein wie sie will, ich habe nichts davon.

Antwort: Sie mögen zwar derzeit nicht verkaufen können, aber eine eigene Wohnimmobilie steigt derzeit in den meisten größeren Städten erheblich an Wert und läßt sich dementsprechend höher beleihen (zu niedrigsten Zinsen) oder kann jedenfalls als Polster gegen Altersarmut dienen.



3587 19-04-17: Zur Zinspolitik der EZB - Eine Kritik am SPIEGEL-Journalismus

1. Frage/Meinung: Der von Ihnen kritisierte Journalist war soweit ich mich erinnere früher bei der FT Deutschland. Dem SPIEGEL ist weniger der Inhalt der Kolumne von Hr. Fricke anzulasten als die Tatsache, dass die Leitung des Magazins angesichts der vorher schon wenig fachlich fundierten Artikel hätte wissen müssen, dass er keine fundierten Beiträge bringt.

Antwort: Vielen Dank. Das war auch mein Eindruck. Immerhin wird er von SPON als einer von 7 ständigen Kolumisten ausgewiesen.



3586 17-04-17: Erdogans Türken in Deutschland: Zu viele Privilegien

4. Frage/Meinung: Wer ist wir? Der Majestatis pluralis? Das Volk, die Empörten? Welche anderen europ äischen Länder haben das ius sanguines? Warum erläutern Sie den Ursprung der blutbasierende Staatsbürgerschaft nicht? Wo sind die Darstellungen für die Geburtenrate, die Schulabschl üsse insbesondere im Vergleich mit italienischen und griechischen Migranten? Ist Ihnen nicht bekannt, dass Diskrimierung aufnehmender Gesellschaften zur Idealisierung der Heimat führt? /p>

Antwort: Das "Wir" richtet sich, wie Sie ahnen könnten, an die deutsche Politik, die den Doppelpaß erst vor drei Jahren eingeführt hat (Geschenk der SPD an ihre erhofften Wähler). Auch das "jus soli" ist erst 2000 von Schröder eingeführt worden. Wollen Sie wirklich behaupten, daß der Zustand davor undemokratisch war? In Frankreich erfolgt beispielsweise der Erwerb der Staatsangehörigkeit meist nach dem Abstammungsprinzip ("jus sanguinis"). Daneben gibt es die Möglichkeit, durch Geburt in Frankreich Franzose zu werden, aber nur wenn mindestens ein Elternteil in Frankreich geboren wurde. Diese Einbürgerung kann (z. B. bei Straftaten) versagt werden.

Ich habe oft genug unter Angabe der statistischen Daten darauf hingewiesen, daß sich die Türken besonders schlecht integrieren (beispielsweise vor einem Jahr hier). Da sie die Rundbriefe schon seit sehr vielen Jahren beziehen, sollte Ihnen das aufgefallen sein. Was Sie total vergessen, ist die Herkunft der Türken in Deutschland: zum allergrößten Teil aus Anatolien, der Hochburg von Erdogan. Deren Hurra für Erdogan ist nicht Folge von Diskriminierung in Deutschland, zumal sie von Erdogan geradezu aufgefordert werden, sich nicht zu integrieren.


3. Frage/Meinung: Schwarz-Weiß gemalt. Sind die "anderen" tatsächlich schuld? Einmal Türke, immer Türke. Und Türken waren und sind gefährlich. 1683 schon vergessen? Heute stehen die Türken nicht vor Wien, sondern leben in Berlin! Und keine polnischen Panzerreiter kommen zu Hilfe. Da droht ja, tja was droht da eigentlich? Der Kommentar von Herrn Jahnke ist leider nicht hilfreich, um zweifellos bestehende Probleme und Schwierigkeiten zu überwinden. Er bedient Vorurteile und schürt Konflikte, statt sie zu lösen. Leider.

Antwort: Das Wort "schuld" taucht bei mir gar nicht auf. Wenn Sie die Hetze von Erdogan und seiner Minister bis zur Androhung, daß kein "Westler" mehr sicher sein würde, oder daß bald Religionskriege in Europa beginnen werden, für ungefährlich halten, sind sie sehr naiv oder bei einer Partei, die dies in dieser Frage immer ist. Potenzielle Terroristen im eigenen Land, können viel gefährlicher werden als die vor den Toren von Wien, zumal wenn sie aufgehetzt werden. Ich sehe nicht, daß Sie Lösungen anbieten. Immerhin habe ich einige erwähnt, wie das Ende des erst 2000 eingeführten Doppelpasses und damit der Pflicht, sich zwischen Deutschland und der Türkei zu entscheiden. Dann könnte man auch besser beurteilen, woran man mit diesen Doppelstaatlern ist.


2. Frage/Meinung: Tut mir leid, ich kann den Gedankengängen so nicht folgen. Überspitzt kann man sagen, daß Türken in Deutschland die Müllarbeiter waren und leider teilweise immer noch sind. Als billige Arbeitskräfte waren sie willkommen und als die Konjunktur lahmte plötzlich überflüssig. Ihre mangelnde Integration ist nur zum Teil ihre Schuld. Die deutsche Politik hat es in der Vergangenheit nicht verstanden, eine aktive Eingliederung mit Konsequenz durchzusetzen. Nun wundern wir uns, dass Erdogan mit seinen billigen Versprechen als Heilsbringer bewundert wird.

Antwort: Die Illusion zu Gastarbeiterzeiten war, daß die Türken rotieren und so nach zwei bis drei Jahren zurückkehren würden, was sie aber nicht taten. So stieg die Zahl bis zum Anwerbestopp immer weiter an. Man kann drei Millionen nicht mal so eben integrieren, zumal wenn sie gar nicht integriert werden wollen und von Erdogan noch gegen die Integration aufgehetzt werden. Die Integration scheitert bei den meisten schon an mangelnder Berufsbildung, vor allem bei den Frauen. Man hätte diese Menschen nie aus dem rückständigsten Teil der Türkei nach Deutschland holen sollen. Das war der Fehler, der jetzt nicht mehr gut zu machen ist, den aber die deutsche Flüchtlingspolitik inzwischen wiederholt. Wie wollen Sie denn solche Menschen überwiegend aus einer archaischen Kultur ohne viel Bildung in einem der technologisch fortgeschrittensten Länder der Welt integrieren? Mit "Wir schaffen das"? Mit Doppelpass?


1. Frage/Meinung: Zu Recht wird auf das große Problem der mangelhaften Integrationsfähigkeit bzw. - willigkeit hingewiesen. Ob dies im Falle der Türken eher auf kulturellen/nationalen Einflüssen beruht als auf der Tatsache, dass in den großen Städten Parallelgesellschaften entstanden sind, wäre zu untersuchen und zu vergleichen mit anderen Nationalitäten, die sich besser integrieren. Gibt es hier überhaupt vergleichende Studien? Im Falle der USA gilt allerdings auch, dass dort geborene Kinder von Ausländern automatisch die US-Staatsbürgerschaft erhalten.

Antwort: Es gibt Studien die zeigen, daß sich beispielsweise Immigranten aus Ex-Jugoslawien weit besser integrieren, siehe hier. Die USA ist als klassisches Einwanderungsland mit Deutschland nicht zu vergleichen. Praktisch sind die USA aus Einwanderern entstanden, wobei sie die Kultur der Ureinwohner vernichtet haben.



3585 13-04-17: Das historische Versagen der europäischen Linksparteien

2. Frage/Meinung: Ein wichtiger Punkt schön dargestellt. Ich glaube allerdings, dass die Überschrift etwas in die Irre führt; obgleich sie sachlich richtig ist. Denn im Allgemeinen stellt man sich vor, dass jemand der "versagt" einen Fehler gemacht hat, der zum schlechten Zustand führt. Dass die Linke Fehler macht, kann man natürlich nicht bestreiten - jeder macht Fehler. Ich bin jedoch überzeugt, dass unsere Linksparteien nichts hätten tun können, das diese "Versagen" abgewendet hätte.

Antwort: Natürlich hätten sich die Linksparteien der Probleme der Globalisierung annehmen müssen, was sie nicht getan haben. Sie hätten auch erkennen müssen, daß Deutschland nicht Millionen von Migranten integrieren kann. Sie hätten längst ein Konzept zum Umgang mit der Automatisierung und ihren sozialen Konsequenzen entwickeln müsse, statt das Bill Gates und anderen zu überlassen. Wo die echten Probleme der Menschen beginnen, haben sich diese Parteien abgemeldet.


1. Frage/Meinung: Mit massiven Medienaufwand wird immer mal wieder - jetzt während des Wahlkampfes - die Linke massiv mit historischen aber meistens verfälschten Ereignissen sowohl aus der DDR als auch aus dem gesamten RGW-Raum, diskreditiert. Es wird so versucht, dem "Volk" einzureden, dass unter Herrschaft des Kommunismus alles schlecht war. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es irgendwann z. B. im Fernsehen einen Film oder eine Dokumentation über das wahre Leben des größten Teils der Bevölkerung in der DDR gab. Mit der Stasi, die möglichst in jeder Film- oder Fernsehproduktion eine dämonische Rolle spielen muss, hatte der weit überwiegende Teil des DDR-Volkes weder aktiv noch passiv spürbar nichts zu tun und war auch kein (selbsternannter) "Widerständler", die in dem vergangenen Staat kaum einer produktiven Arbeit nachgegangen sind.

Antwort: Die DDR stand am Ende vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Das System war einfach nicht überlebensfähig und hing schon massiv von westdeutschen Krediten ab, die selbst Strauß vermittelt hatte. Außerdem soll es laut BStU-Statistik etwa 189.000 IM in der DDR gegeben haben (weit mehr pro Kopf als im 3. Reich). Einiges mag gut gewesen sein, doch das hat den Konkurs des Systems nicht aufgehalten.



3584 11-04-17: Das dicke Ende der Flüchtlingskrise: Familiennachzug

2. Frage/Meinung: Das, was sich momentan abspielt, ist verheerend, ohne jetzt Nazi, Rechtspopulist , Islamophober usw zu sein. Wenn sich ausschließlich dem Faktum des Machbaren beugt ... https://youtu.be/LPjzfGChGlE

Antwort: Vielen Dank! Ja, das ist die traurige Wahrheit, die auch Frau Merkel bedenken sollte, bevor sie noch mehr Millionen nach Deutschland holt.


1. Frage/Meinung: Die sogenannte Flüchtlingskrise hat nicht nur vielen Menschen, sondern auch der Politik in Deutschland ein Problem offenbart, vor dem man zuvor mehrheitlich weitgehend die Augen verschlossen hatte. Dass nämlich auch mitten in Europa, eingebettet in einen Kordon aus vorgelagerten Ländern, dem Problem der Migration nicht zu entgehen ist. Es geht hierbei um die weltwirtschaftlichen und weltgesellschaftlichen Ursachen dieser globalen Bewegungen und damit im Kern nicht um Migrationspolitik , sondern um grundlegende, genauer gesagt grundstürzende Systemfragen. Dass dies auch von Ihnen nicht gesehen wird, ist zu bedauern.

Antwort: Da bin ich gar nicht Ihrer Ansicht. Die Migrationspolitik ist nur ein Teil der unglücklichen neoliberalen Globalisierung, wobei die deutsche Industrie sofort billige Arbeitskräfte gerochen und daher Merkel unterstützt hat. Hinter einem Kordon vorgelagerter Länder konnte man sich nie fühlen, weil diese Länder erstens ihre Grenzpflichten nie erfüllen konnten, vor allem nicht Griechenland. Überraschend war dann nur noch, daß Merkel ganze drei Monate lang das organisierte Durchleiten der Migranten nach Deutschland durch offen gehaltene Grenzen zugelassen hat. Was Sie mit Systemfrage meinen, verstehe ich nicht. Die Menschen werden natürlich von unserem höheren Lebensstandard angezogen. Das gilt umso mehr, als die meisten zwar aus sicheren Lagern kommen, dort aber schlecht versorgt werden. In Deutschland werden Sie dann wie jeder Einheimische, der auf öffentliche Leistungen angewiesen ist, versorgt. Warum sollte man da nicht kommen, zumal wenn die Deutschen auch noch die Arme ausbreiten und Merkel sich Wange an Wange zur Verbreitung um die Welt ablichten läßt? Die starke und Hunger verbreitende Bevölkerungsentwicklung in muslimischen Ländern sowie die dortigen autoritären und oft korrupten Strukturen sind von uns nicht zu beeinflussen, ebenso wie (in Afrika) die Stammeskonflikte. Mit System hat das alles wenig zu tun. Doch ob wir uns eine weitere Million ins Land holen und dann auch noch integrieren können, ist durchaus eine Systemfrage (vor allem für unsere eigenen sozial Benachteiligten), auch wenn Sie das nicht akzeptieren werden.



3581 03-04-17: Merkels "Haltet den Dieb!"

2. Frage/Meinung: Allgemein Zustimmung, doch sollte man der Bundeskanzlerin zubilligen, daß eine akute Notlage gegeben war. Die Flüchtlinge standen bereits auf den Bahnhöfen in Wien und Budapest oder waren unterwegs. Da nichts vorbereitet war, ist man von der Welle überrollt worden.

Antwort: Die Überraschung kann aber nicht drei Monate lang angedauert haben. Und würde sie immer noch andauern, hätten die Balkanländer nicht die Route geschlossen?


1. Frage/Meinung: Migranten sind überwiegend keine Asylbewerber, so dass der Hinweis auf eine Verletzung des Art. 16a GG schon deshalb nicht zutrifft. Der Anteil der Kriminellen oder gar der Terroristen an der Gesamtzahl der zugezogenen Migranten ist verschwindend gering, so dass schon deshalb wegen der Terroranschläge nicht die ganze Immigration gestoppt werden darf. Die Versäumnisse im Fall Amri haben auch nichts mit Zuwanderung , sondern schlicht mit dem Verhalten der örtlichen Behörden zu tun. Da kann schon Kritik an NRW geübt werden. Möglicherweise trifft auch den Generalbundesanwalt ein Vorwurf, sicher aber nicht die Bundeskanzlerin

Antwort: Der Hinweis trifft zu, weil eben Migranten unkontrolliert hereingelassen wurden, die nach GG gar kein Asylrecht haben (siehe "Prof. Dr. iur. Karl Albrecht Schachtschneider: "Verfassungswidrige Einwanderung von Flüchtlingen nach Deutschland"). Es geht nicht nur um den Anteil, denn jeder einzelne Terrorist ist einer zu viel. Das sollte Ihnen spätestens seit dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt bewußt sein. Wenn ein Angehöriger von Ihnen dort umgebracht worden wäre, würden Sie anders denken. Es ging auch nicht um ein Stoppen der gesamten Immigration sondern um eine Kontrolle des Vorgangs und ein rechtzeitiges Abblasen der Einladungssignale, die Merkel selbst ausgesandt hatte. Sie nehmen immer die Bundeskanzlerin in Schutz, als sei sie eine Heilige. Dabei sollten Sie einmal an die gewaltige Überforderung der Behörden bei einer so chaotisch hebeigeführten Immigration denken.



3547 30-03-17: Warum sich in Deutschland politisch so wenig ändert und ein Schulz noch keinen Sommer macht

2. Frage/Meinung: noch besser, Herr Jahnke, wäre die Abhandlung, wenn auf die Bemühungen der AfD zur Wiederherstellung demokratischer, grundrechtlicher Zustände in diesem Lande hingewiesen werden würde. Wer sonst sollte die chaotischen Rechtszustände (Asylrecht, Einwanderungspolitik , EU-Verstösse gegen die eigenen Regeln - Dublin, Maastricht, usw.) als Opposition bekämpfen?? Jede Stimme zählt!

Antwort: Die AfD ist in dem hier angesprochenen sozialen Bereich noch rechts von der CDU angesiedelt, soweit sie überhaupt eine einheitliche Meinung vertritt, was derzeit kaum zu erkennen ist.


1. Frage/Meinung: sind über 5 Millionen Hartz IV Empfänger keine Arbeitslosen ?

Antwort: Hier ging es um "verfestigte" Armut also langzeitige. Die 5 Mio. H4-Empfänger sind natürlich Arbeitslose, aber nur zum Teil langzeitig.



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3579 27-03-17: Armuts- und Reichtumsbericht

1. Frage/Meinung: JEDES WORT ist richtig und wichtig in Ihrem Text. Besonders erhellend die Gegen überstellung von Realität und Wahnbild des Wählers. In drei Begriffen streifen Sie zwar auch die Mechanismen der Umverteilung von unten nach oben (Paradoxer Wohlstandstransfer ). Vermutlich hätte es die Thematik des Textes gesprengt, aber ich vermisse eine Analyse der Ursachen, etwa den hohen Kreditkostenanteil am Preis jeder Ware und die genuinen Mängel des Geldsystems. Und ich vermisse Forderungen für konkrete Maßnahmen. Die GRÜNEN" doktern in ihrem Wahlprogramm für die Bundestagswahl an Maßnahmen wie "Steuern für die Reichen" herum. Welche konkreten Maßnahmen wären in Ihrer Sicht zielführend, welche sofort zu verwirklichen?

Antwort: Ich kann die Rundbriefe leider nicht länger machen, indem ich wiederhole, was in früheren Stand, z.B. wie die neoliberale Globalisierung zurückzudrehen ist. In dieser Hinsicht würde es schon ausreichen, wenn alle Steuersenkungen für höhere Einkommen der letzten Jahrzehnte zurückgenommen würden, wie der abgesenkte Spitzensteuersatz, die niedrige KESt von nur 25 %, die Abschaffung der Vermögenssteuer und vieles mehr. Auf das Geldsystem bin ich auch immer wieder eingegangen, aber nicht im Sinne der im Netz umlaufenden Rezepte, als könnte man den Zins einfach beseitigen oder die Geldschöpfung der Banken untersagen.


3. Frage/Meinung: ... aber sie hätten ein bisschen mehr daraus machen können. Das Thema wäre es wert.

Antwort: Manchmal liegt in der Kürze die Würze, zumal ich öfters zu diesem Thema berichte und viele Leser sicher nicht für lange Romane zu haben sind.


1. Frage/Meinung: Sagen diese Umfragezahlen nicht auch "Vorsicht, glaub' mir nicht!"?

Antwort: Das habe ich angedeutet mit: "oder wie falsch solche Umfragen sind, die uns eine heile Welt suggerieren und die niemand nachprüfen kann."



3578 23-03-17: Die deutsche Krankheit: Schwache Gewerkschaften, uneinsichtige Arbeitgeber

2. Frage/Meinung: Ich stimme der Beurteilung, dass die Gewerkschaften schwach sind voll und ganz zu. Aber wen kann man dafür verantwortlich machen?

Antwort: Wie schon gesagt, ist ein Teil der Gewerkschaftsbosse wahrscheinlich durch die Mitbestimmung korrumpiert. Aber die Gewerkschaften klagen auch über die Ängstlichkeit von Mitgliedern, die vor Streiks zurückschrecken. Hier trägt die Regierung mit der von ihr mitbetriebenen neoliberalen Globalisierung schwere Verantwortung. Leider gibt es in Deutschland bisher keine politische Partei, die das begriffen hat (anders als in Spanien, Italien und Frankreich).


1. Frage/Meinung: Als ehemaligem Tarifsekretär einer Bezirksleitung der IG Metall und ausgebildetem Volkswirt sagt dies nicht viel Neues. Ich habe schon im Job verzweifelt für mehr gesamtwirtschaftliche Verantwortung geworben, aber die Lobby der Exportwirtschaftsbetriebsräte bei IG Metall und IG Chemie war viel zu stark.

Antwort: Vielen Dank! Ja, es ist wohl so, daß die Gewerkschaftsbosse an den Vorstandstischen der deutschen Multis durch die Mitbestimmung korrumpiert sind. Ich habe das auch gemerkt, als ich vor 11 Jahren bei der IG Metall mein von der Otto-Brenner-Stiftung finanziertes Buch "Falsch globalisiert: Schlaglichter auf die herrschende Wirtschaftskonzeption" vorstellte, das sich kritisch mit der Exportfixierung befasste.



3577 20-03-17: Deutscher Kulturkampf um Flüchtlinge

3. Frage/Meinung: Die Notlage vieler Ankömmlinge sollte nicht völlig unbeachtet bleiben!

Antwort: Die ist ausreichend bekannt und von den Medien in grosser Breite permanent berichtet worden. Hier geht es um ein anderes Thema.


2. Frage/Meinung: Folgt man Norbert Elias darin, dass der Zivilisationsprozess sich durch ein Absenken der Peinlichkeitsschwelle und ein Anheben der Gewaltschwelle auszeichnet, dann haben wir es bei Erdogans dumpfen Beleidigungen, aber auch etwa bei Prügeleien im türkischen Parlament mit Phänomenen mangelnder Zivilisiertheit zu tun. Ich sah immer schon einen engen Zusammenhang zwischen Religion und Zivilisationsgeschichte . Der Koran blockiert gesellschaftliche Entwicklungen, da er sehr konkret Bezug auf die soziale Wirklichkeit seiner Entstehungszeit nimmt und weil jede soziale Entwicklung sich von der im Koran beschriebenen entfernen und damit nicht mehr der Heiligen Schrift entsprechen würde. Die Integration muss aus demselben Grund zwangsl äufig bei Moslems scheitern, je gläubiger sie sind. Der Vorteil der Bibel besteht darin, dass sie als Handlungsanweisung - etwa mit den 10 Geboten - so abstrakt bleibt, dass durch gesellschaftliche Entwicklung kein Widerspruch entsteht... bis hin zu Voltaire's Ecrasez l'infâme... also der Abschaffung des theozentrischen Weltbilds durch das anthropozentrische der Aufklärung. Anders formuliert: Erdogans Verhalten (und das seiner Chergen) ist für ihn selbst überhaupt nicht peinlich, weil ihm als gläubigen Moslem 500 Jahre Zivilisationsgeschichte fehlen... und die sind nicht im Crash-Kurs nachzuholen. Haben Sie es einmal aus dieser Perspektive betrachtet?

Antwort: Danke!


1. Frage/Meinung: Über den Begriff "Kulturkampf" lohnt es sich nachzudenken, ebenso über die Tatsache , dass der deutsche Staat als Folge der Flüchtlingspolitik seit 2015 über 40 Mrd . € verausgaben musste. Wären die Länder und der Bund auch bereit gewesen, solche gewaltigen Summen in das seit Jahren chronisch unterfinanzierte Bildungswesen zu investieren? Und beim Lesen dieses Beirags stellt sich für mich die weitere Frage : sehen die Kirchen in Deutschland die Nöte, Ängste und Lasten derjenigen die als Deutsche am unteren Ende der Skala (Unterschicht) stehen und sich in Konkurrenz mit den Zugewanderten befinden? Ferner kann ich mir als einst im Sekundarbereich II unterrichtender Berufsschullehrer (inzwischen pensioniert) sehr gut ausmalen , dass die Unterrichtssituation im Sekundarbereich I durch die massenhafte Zuwanderung in den letzten beiden Jahren sich nicht verbesserte und die Aufgabe der frühkindlichen Erziehung in den Kindergärten für die Erzieher schwieriger wurde. Und warum in Deutschland die schon seit Jahren notwendige Einwanderungsgesetzgebung nach dem Vorbild Kanadas oder Australiens fehlt, ist für mich schlichtweg ein Versagen der deutschen Regierung.

Antwort: Danke!



3576 16-03-17: Die heile Schulbuch-Welt der Globalisierung

6. Frage/Meinung: "Die" Lehrer haben nicht viel Ahnung von den angesprochenen Problemen und lehnen sich meist sehr an die Schulbücher an (nach meiner Erfahrung als ehemaliger Gymnasiallehrer ). Dennoch finden sich unter den Lehrern immer noch mehr Kritiker an den neoliberalen Tendenzen als in der Bevölkerung allgemein.

Antwort: Danke!


5. Frage/Meinung: seems to jump a wee bit short....

Antwort: Mit solchen Kommentaren kann man nichts anfangen.


4. Frage/Meinung: Ja, Sozialkundeschulbücher sind häufig sehr oberflächlich verallgemeinernd - leider . z.T. ist das auch der Tatsache geschuldet, dass sie über Jahre hin genutzt werden und der Bezug zu aktuellen Ereignissen Bücher dann sehr schnell als alt entlarvt . Sicher gibt es viele Lehrer, die daher kein Schulbuch verwenden und lieber Reportagen , Zeitungsmeldungen und aktuelle Ereignisse als Ausgangspunkt des Unterrichts nehmen. Da entsteht dann doch ein realistischeres Bild der (Wirtschafts-) Welt.

Antwort: Danke! Einige scheinen inzwischen uralt zu sein, stellen sich aber als aktuell dar.


3. Frage/Meinung: Die zitierten Beispiele stehen für ein Auslaufmodell, auch die Lehrer, die mit solchen Materialien positives Wissen top down verteilen und abfragen. Wissen 2017 sollte erarbeitet werden, Ergebnis von Denkprozessen sein. Anstelle kurzfristigen Bulimielernens unhinterfragter Fakten, die nur den einen Vorteil leichter Testbarkeit besitzen , sollten Schüler bereits die Fähigkeit erwerben, sich selbst in neue Wissensgebiete einzuarbeiten, und eine Urteilskraft entwickeln. Dazu fähige Lehrer hat es immer schon gegeben, doch sie waren immer die Ausnahme. Gute Lehrer können schlechte Lehrbücher kompensieren, umgekehrt sieht es da schon schlechter aus... So bilden wir Menschen heran, die dann auch die intellektuell beschämenden Studiengänge des Bologna Programms ertragen (etwa für das Lehramt), anstatt auf die Barrikaden zu gehen... So schliesst sich der Kreis, um nicht zu sagen: die Abwärtsspirale... Die dringend benötigten guten Lehrer verlassen das deutsche Bildungssystem und z .T. auch Deutschland.

Antwort: Danke!


2. Frage/Meinung: Aber da Sie von "absichtsvoller Verdummung" sprechen, möchte ich vereinfachend entgegenhalten: Lehrer ist nicht gleich Lehrer und Schule ist nicht gleich Schule. Ein Lehrer im allgemein bildenden Schulwesen (Gymnasium, Real- und Hauptschule) ist nun mal nicht als Wirtschaftslehrer ausgebildet und erst recht kein "Fachmann" von der Ausbildungsseite für volkswirtschaftliche Themen und erst recht nicht für solche wie die Globalisierung, die wie Sie richtig feststellen "...alles andere als leicht zu begreifen sind". Als Berufsschullehrer, der auch im Wirtschaftsgymnasium unterrichtete , weiß ich sehr wohl, dass dort das Thema Globalisierung vertiefend und ausgewogen aufgegriffen wird. Allerdings überwiegen in der kaufmännischen Berufsschule je nach Ausbildungsberuf die betriebswirtschaftlichen Inhalte und Sie, Herr Jahnke, wissen selbst, die mikroökonomische Sichtweise bringt andere Erkenntnisse als die Makroökonomie. Dass die Schulbuchverlage für das allgemein bildende Schulwesen andere Materialien herausbringen als im berufsbildenden Bereich, liegt an den Lehrplänen. Dass hierbei die von Ihnen kritisierte Tiefe hinsichtlich der volkswirtschaftlichen Probleme für unsere Arbeitswelt fehlen, ist eigentlich nachvollziehbar. Vielleicht vergleichbar mit einem Fachbuch für allgemeine Medizin, für jedermann verständlich geschrieben, und einem Fachbuch für den Facharzt selbst, auch hinsichtlich der Terminologie. Sehr wohl bin aber auch gegen Verharmlosungen der Folgen der Globalisierung und es wäre wohl die Forderung aufzustellen, dass am Beispiel solcher Abkommen wie CETA oder TTIP gut fundiertes und aktuelles Arbeitsmaterial für den Unterricht , differenzierend nach Schulart, nach Vorkenntnissen und Schulabschlüssen bereitgestellt wird. Schulbücher hinken den aktuellen volkswirtschaftlichen Daten meist hinterher . In welcher Breite und in welcher Tiefe zu unterrichten ist, wird wohl auch in Zukunft ein Spagat für jeden Lehrer bleiben. Entscheidend hierbei sind viele Faktoren , auch Methodik und Fachdidaktik.

Antwort: Ich habe mich nicht gegen mangelnde Tiefe gewandt, sondern gegen absichtliche Unterschlagung der negativen Konsequenzen ("Gespenst"), während die positiven durchaus dargestellt werden. Das Hinterherhinken ist nicht mehr zu entschuldigen, wenn die negativen Konsequenzen schon seit Jahren erkennbar sind und immer wieder öffentlich diskutiert wurden. Natürlich soll man nicht verallgemeinern. Doch ich glaube, daß sich die meisten Lehrer mangels entsprechendem Schulbuchmaterial nicht an ein so kontroverses Thema herantrauen und beim Buch bleiben.


1. Frage/Meinung: Die Aussagen im Schulbuch und auf der Internetseite sind sehr allgemein gehalten, aber keineswegs einseitig und haben nicht die Absicht, die Schüler (und Lehrer ) zu verdummen. Natürlich ist es Aufgabe der Lehrer, die allgemeinen Aussagen mit konkreten Fakten und Hinweisen zu unterfüttern. Dazu gibt der Rundbrief gute Hinweise.

Antwort: Die zitierten Aussagen verharmlosen die Probleme und sind daher sehr einseitig. Wenn sich Lehrer dagegen stellen, müssen sie schon Mut haben, weil sich Eltern beklagen und dabei auf das Schulbuch berufen werden. Und woher sollen denn die Lehrer Fakten holen, wenn nicht aus dem Lehr- und Lernmaterial? Meine Rundbriefe erreichen nur ganz wenige.



3547 13-03-17: Sind Sie etwa auch "Sparbuchdeutscher"?

2. Frage/Meinung: Alle Geldsparer unterliegen einer Illusion. Die Transformation von Forderungen in die Zukunft ist immer mit Unsicherheit behaftet. Auch in Geldeinheiten bewertete Vermögensgegenstände unterliegen unsicheren Wertschwankungen. Und: Geld vermehrt sich nicht von alleine, sondern es ist zwingend notwendig, dass menschliche Arbeitskraft verausgabt wird.

Antwort: Doch die Unsicherheiten sind sehr unterschiedlich, was dieser Rundbrief zeigen will. UndWo bitte ist die menschliche Arbeitskraft an der Börse?


1. Frage/Meinung: Was ist das Grundübel? Finanzieller Analphabetismus der Deutschen. Keinerlei finanzielle Bildung an den Schulen. Was ist eine Aktie? eine Anleihe? wie funktioniert Zins? Was ist ein Darlehen? welche Versicherungen gibt es wofür? und, und, und.....??? Wer zumindest mal die Grundzusammenhänge gelernt hat, kann auch selbst für sich abwägen, eine Meinung bilden und eine Entscheidung treffen. Und wenn er einen Berater aufsucht, mit ihm in einen inhaltlichen Dialog gehen. Meiner Meinung nach würde es Deutschland und der Bevölkerung finanziell deutlich besser gehen, wenn jeder über mehrere Jahre in der Schule eine finanzielle Grundausbildung erhalten würde , die in meinen Augen sehr wichtig fürs Leben ist.

Antwort: Leider haben Sie bei der Schulbildung Recht. Mein nächster Rundbrief wird sich mit der Schulbildung in Wirtschaft und Sozialem beschäftigen. Da aber auch die ZEIT um die mangelnde Schulbildung weiß, ist der Rat zum Einstieg in den Aktienmarkt umso unverantwortlicher. Übrigens: Bei ausreichender Schulbildung braucht man den teueren Berater nicht (und mache Berater treiben ihr eigenes Spiel per "kick-back" usw..



3574 09-03-17: "Wir schaffen das" nicht

1. Frage/Meinung: Was die Zahl der Hauptschüler betrifft: die geht gegenwärtig zurück, aber nur weil man die Hauptschulen als Regelschulen abschafft. Die entsprechenden Schüler finden sich dann in einem zweigliedrigen Schulsystem wieder. Das führt zu höhere Leistungsunterschied in den Klassen, was den Unterricht belastet, da diese Unterschiede in diesem Schulsystem nicht mal mehr annähernd ausgeglichen werden können. Das Niveau in den Real- oder Mittelschulen wird absinken (und ist es schon). Am Ende werden diese Schulen vor allem in den Großstädten und im Umfeld von sozialen Brennpunkten wieder die "Restschulen " sein. Der Anspruch an eine gute Vorschulerziehung kann ebenfalls kaum eingehalten werden, dafür fehlt es seit Jahren an Personal, was durch den Ausbau an Krippenplätzen massiv verschärft wurde. Dazu kommen hohe Ausfälle durch Krankmeldungen (oft auch wegen Überlastung). Ein Teufelskreis, der durch die unkontrollierte und undifferenzierte Zuwanderung nur in einen Zementierung und Verstärkung der gesellschaftlichen Misere führen kann.

Antwort: Vielen Dank für Ihre wertvollen Ergänzungen aus der Praxis des Schulbetriebs.



3573 06-03-17: Target-Salden der Bundesbank

5. Frage/Meinung: Die TARGET2-Salden der Eurozone sind im Wesentlichen ein Symptom der Leistungsbilanzungleichgewichte und der Kapitalflucht aus den Krisenländern der Eurozone nach Deutschland. Inzwischen ist klar, dass wir die Salden in den Bankensektoren in unterschiedlichen Ländern der Eurozone als eine Folge der deutschen Lohndumping-Strategie sehen müssen, die die Exportüberschüsse Deutschlands erst ermöglichten. Dass darüber noch immer nicht offen diskutiert wird, ist besorgniserregend. Die Sorge dagegen, dass "wir" den anderen Ländern Geld geliehen hätten und dies im Falle eines Auseinanderfallens des Euros nicht zurückfließen würde, hat mit der Realität nichts zu tun.

Antwort: Ich habe Ihre Feststellungen stark verkürzt, da dieses Fragen-Antwortspiel kurz gehalten werden muß. Die Target-Salden sind nicht nur Ausdruck deutscher Leistungsbilanzüberschüsse (zu denen ich bekanntlich sehr negativ stehe), sondern vor allem in der jüngsten Zeit Ausdruck von Kapitalflucht, vor allem aus Italien und Frankreich, wo Regierungen drohen, die den Ausstieg aus dem Euro anstreben könnten. Sie sind weiter Ausdruck vieler fauler Bankenkredite (betrifft vor allem Italien), die ebenfalls wenig mit den deutschen Leistungsbilanzüberschüssen zu tun haben. Über das deutsche Lohndumping habe ich hier immer wieder diskutiert, Sie sollten sich also gerade mir gegenüber nicht beklagen. Sie scheinen jedenfalls Ihrerseits realitätsfern zu sein, sonst würden Sie wenigstens nicht über den dramatischen Rückgang der Überweisungen der Bundesbank an den Bundeshaushalt wegen der Eurorisiken hinweglesen.


4. Frage/Meinung: Ein sehr komplexes Thema für Laien aber sehr aussagekräftig dargestellt. Was ich aber nicht verstehe ist die Verantwortlichkeit. Muss die Bundesbank / Bundesregierung diese Finanzpolitik der EZB mitspielen oder kann sie sich dem, mit Blick auf die negativen Auswirkungen für Deutschland widersetzen?

Antwort: Die Bundesregierung respektiert die Unabhängigkeit der EZB, die ja so von Kohl nach dem Vorbild der damaligen Bundesbank eingerichtet wurde. Die Bundesbank selbst wird im Vorstand der EZB regelmäßig überstimmt (armer Weidmann!). Schäuble hat wenig dagegen, da ihm niedrige Zinsen für die Bundesanleihen helfen und da er fürchten müßte, ohne die Hilfestellungen der EZB für den Club Med mit Haushaltsmitteln eintreten zu müssen.


3. Frage/Meinung: Wenn es um solch komplizierte Dinge wie das Funktionieren von Zentralbanken geht, muß ich leider passen, zumal andere Autoren eine andere Meinung haben. Solange es da keine wirklich nachvollziehbare Darstellung gibt, sind "Hausfrauen" wie ich außen vor.

Antwort: Die 30 bisher vorliegenden Bewertungen sind zu 90 % bei 5 Punkten, also von Menschen, die sich nicht - wie Sie - beklagen (der Rest, bis auf Ihre, bei 4 Punkten). Ich kann Ihnen wirklich keine besser nachvollziehbare Darstellung anbieten, zumal so ein Beitrag sich nicht zu einem Lehrbuch ausarten darf. Übrigens hatten Sie in einer früheren Korrespondenz behauptet, Defizite der Bundesbank seien belanglos, da sie beliebig neues Geld drucken könne, doch sehen Sie in diesem Rundbrief, wie die Bundesbank ihre Überweisungen an den Bundeshaushalt drastisch kürzen muß.

Daß andere Autoren andere Meinungen haben, kann ich nicht verhindern und sollte mir nicht so völlig abstrakt ohne nähere Begründung entgegengehalten werden, wie Sie das hier wenig fair tun. Schade!


2. Frage/Meinung: Warum genau haftet die Bundesbank für die Forderungen ausgeschiedener Mitglieder des Euro-Verbundes. Wie liefe der Ausgleich genau ab. Wer sind die Gläubiger und wer die Schuldner? Hätte man nicht schon mit dem Austritt von Groß Britannien ein praktisches Beispiel?

Antwort: Es geht bei den Target-Salden nur um Bewegungen im Eurosystem; daher ist Großbritannien kein Beispiel. Sollte ein Euro-Mitglied ausscheiden und dabei eine Netto-Schuld im Targetsystem aufweisen, so würden zunächst alle Euroländer mit ihren Notenbanken für den Ausfall haften, falls das ausgeschiedene Mitglied nicht die Target-Forderungen der anderen Notenbanken des Eurosystems bezahlen sollte. Doch die Annahme ist, daß in diesem Fall die anderen für den besonders hohen Target-Positivsaldo der Bundesbank eben nicht einstehen würden und dann die Bundesbank vom deutschen Steuerzahler allein zu entschädigen wäre.


1. Frage/Meinung: Die im Text genannten 4 Billionen Euro als Geldvolumen der EZB, ist damit die monet äre Größe von M1 wiedergegeben?

Antwort: M1 ist ein weiterer Begriff und erfaßt eine Geldmenge von derzeit 7,2 Bill. Euro.



3547 02-03-17: Die Inflation kommt mit höchster Rate seit 5 Jahren zurück

3. Frage/Meinung: Warum fehlen in der PDF_Ausführung Ihres Rundbriefes gegenüber der "Original"-Ausfertigung einige Grafiken?

Antwort: Die PDF-Fassung bereitet mir jedesmal sehr viel Arbeit und sie ist praktisch eine weitere kostenlose Zugabe. Manchmal ergänze ich noch die Webseite, in der Regel geringfügig. Das dann auch mit der PDF-Fassung zu tun, ist einfach zu viel Arbeit.


2. Frage/Meinung: Die Beschreibung der Lage ist nur bedingt richtig. Die Schlussfolgerunen daraus halte ich zum Teil sogar für falsch. Die EZB ist nur sehr bedingt für die ökonomische Entwicklung in Europa verantwortlich zu machen. Einen viel größeren Anteil an Verantwortung tragen die diversen Bundesregierungen mit dem seit Jahren propagierten "Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt". Das Gegenteil ist der Fall. Die völlig aus dem Ruder laufenden Leistungsbilanzüberschüsse der Bundesrepublik sind mit einer hohen Arbeitslosigkeit in weiten Teilen Europas und mit einer Stagnation (zeitweise sogar mit einem Rückgang) der Reallöhne und Transferleistungen in Deutschland erkauft worden. Wird diese Politik in der Bundesrepublik nicht zeitnah beendet , wird das Problem unkontrolliert und eruptiv gelöst. Marine Le Pen und Co lassen freundlich grüßen.

Antwort: Sie scheinen nicht zu wissen, was das OTM der EZB mit einer Aufblähung der Bilanz auf 3,7 Billionen Euro aus der Druckmaschine bedeutet. Die wieder anspringende Inflation hängt genau damit zusammen und war Draghis erklärtes Ziel. Von Ihrem politischen Hintergrund (LINKE) müßten Sie die verteilungspolitischen Auswirkungen kritisieren mit gewaltigem Hochtreiben der Kapitalmärkte und der Vermögenseinkünfte und dem Schaden für die Altersversorung sehr vieler Menschen auf der anderen Seite. Das hätte ich gerade von Ihnen erwartet. Schade!


1. Frage/Meinung: Die Zahlen zu den Rentnerinnen lassen nicht erkennen, ob es sich um alleinstehende Rentnerinnen handelt. Ist dies nicht der Fall, sind die Angaben natürlich wenig aussagekräftig.

Antwort: Es gibt keine Statistik, die diesen Unterschied macht. Doch mit Sicherheit gibt es viele alleinstehende Rentnerinnen mit diesem Einkommen. Es geht hier um ein Beispiel. Ihren Einwand verstehe ich daher nicht. Warum so beckmesserisch?



3571 27-02-17: neue hessische Kriminalitätsstatistik

1. Frage/Meinung: Sie weisen zurecht auf ein Problem hin, welchem wir uns zuwenden sollten. Jedoch fehlt dem Artikel der Hinweis auf die sozialen Umstände. Wenn der Beitrag nur auf aufgeklärtes, nachdenkliches Publikum träfe, wäre das kein Problem. Sie müssen jedoch damit rechnen, dass auch nationalistisch gesinnte Menschen die Zahlen lesen. Deren Folgerung daraus wird sein: "Wir Deutschen sind besser als die Ausländer denn wir begehen weniger Straftaten. Ausländer bedrohen uns also müssen wir sie vertreiben und wenn die Regierung nichts macht dann haben wir auch das Recht uns zu verteidigen -z.B. indem wir Asylantenheime in Brand stecken." Auch weniger rechts orientierte Wähler aus einfach gestrickten Kreisen werden sich durch die Zahlen ermuntert fühlen nationalistische Parteien zu wählen. Zudem müssen Sie erneut mit besonders unangenehmen Reaktionen von hysterischen Linken rechnen, die Ihnen (zu Unrecht) Nationalismus vorwerfen. Ich empfehle den Text durch eine weiteren Beitrag zu ergänzen, um diese (durch Ideologie) programmierten Missverständnisse auszuräumen. Sie könnten das Thema "Denkverbote" thematisieren.

Antwort: Bei mir gibt es den Maulkorb, den sich die öffentlichen Medien umhängen oder umhängen lassen, nicht. Wenn ich immer an nationalistische gesonnene Menschen denken müsste, würde ich das Schreiben aufgeben, denn dann müßte fast jeder Zeile ein Kommentar angehängt werden. Außerdem überschätzen Sie den Wert des Infoportals für dieses Leserspektrum gewaltig, denn für das gibt es viel ergiebigere Quellen. Auch hysterische Linke, wer immer das sein soll, schrecken mich nicht. Was ein Hinweis auf "soziale Umstände" soll, ist mir schleierhaft. Wenn ich hätte hetzen wollen, was nicht meine Absicht war, hätte ich eine Auflistung von Morden und Vergewaltigungen mit abschreckender Beschreibung der Einzelfälle gebracht statt nackter Zahlen. Und wenn wir selbst diese Realitäten verstecken müssten, hätte unsere Demokratie unter der Zuwanderung schon schweren Schaden genommen.



3570 22-02-17: Zur Situation älterer Arbeitsloser und den Schulz-Vorschlägen

3. Frage/Meinung: Bei einem Hartz IV-Bezug müssen alle und seien sie noch so kleine Ersparnisse angegeben und vor dem Bezug erst fast vollständig "aufgegessen" werden. Jemandem, der ein wenig gespart hatte für Zahnersatz, für eine Kur oder vielleicht mal einen Kaffee auf dem Marktplatz oder für eine Unterstützung von Kindern und Enkelkindern, die in ständig befristeten Arbeitsverhältnissen stehen, wird dies alles genommen. Das finde ich viel unmenschlicher als von Hartz IV zu leben.

Antwort: Ja, Sie haben Recht.


2. Frage/Meinung: 5 Punkte wenn die Produktivität der Arbeitsleistung eingeflossen wäre. Dann würde die Diskrepanz/Unausgeglichenheit viel deutlicher.

Antwort: Hier ging es nicht um die soziale Frage der Lohngerechtigkeit, die anderen Rundgriefen dargestellt wurde und nicht immer wiederholt werden kann.


1. Frage/Meinung: Ich möchte mich Ihrer Darstellung der Zusammenhänge und dem abschließenden Fazit in Gänze anschließen. Leider fehlen derart klare Darstellungen zum Thema H4 und ältere Arbeitnehmer in der veröffentlichten Meinung. Im Kollegenkreis bei der Arbeit gibt's zumThema H4 ein Wissen und Kenntnisstand auf Stammtischniveau . Es ist zum verzweifeln und fremdschämen! Auch ein Martin Schulz wird nahezu unkritisch betrachtet. Gegen Desinformation, Ignoranz und fehlender Bildung zu argumentieren ist immer wieder sehr anstrengend.

Antwort: Ja, es ist leider so. Die regierenden Parteien hatten null Interesse an mehr Öffentlichkeit, da sie für die Misere selbst verantwortlich sind.



3569 29-02-17: Unwürdige Armut in einem superreichen Land

6. Frage/Meinung: Die Betroffenen werden m.E. zu Recht angehalten, Arbeitsangebote anzunehmen oder beim Jobcenter zu erscheinen. Bei Garantie des Mindesteinkommens brauchen sie überhaupt nicht mehr zu arbeiten.

Antwort: Unser Grundgesetz verpflichtet den Gesetzgeber auf eine soziale Haltung (so auch die Soziallehre der Kirchen). Dagegen Adolf Hitler 1925: "Wer nicht arbeitet, soll nicht essen. Und wer nicht um sein Leben kämpft, soll nicht auf dieser Erde leben. Nur dem Starken, dem Fleißigen und dem Mutigen gebührt ein Sitz hienieden." Oder die so genannte Stalin-Verfassung der UdSSR von 1936 in Artikel 1: "Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und eine Sache der Ehre eines jeden arbeitsfähigen Bürgers nach dem Grundsatz: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen." Oder Jörg Haider: "Wer nicht arbeitet, wird sich wieder ans Arbeiten gewöhnen müssen. Weiters ist dieses System auch ein Signal an die Jugend ... und an alle Sozialschmarotzer, denen man sagen muss: ‚Der Fasching ist aus und jetzt wird wieder in die Hände gespuckt'" Man sollte bei uns auch die Suppenküchen schließen, damit die Arbeitslosen arbeiten. Leider wird in diesem Beitrag unterstellt, daß Arbeitslose nicht arbeiten wollen.


5. Frage/Meinung: Ohne die Asylantenhetze wären es 5 Punkte geworden

Antwort: Eine nüchterne Darstellung der Fakten ist nie Hetze.


4. Frage/Meinung: Die Abwertung (gemeint ist auf 3 Punkte) erfolgt wegen der falschen Verbindung zum Thema 'Geflüchtete'. Ich habe nicht gesehen, dass die Sanktionspraxis vor 2015 eine andere war.

Antwort: Darum geht es doch gar nicht. Wenn ein Vertreter der LINKEN diese heutige Ungleichbehandlung für richtig hält, nur weil man die Flüchtlinge höher schätzt als die Landsleute, ist ihm und seiner Partei nicht zu helfen.


3. Frage/Meinung: Der Gedanke der Verpflichtung zur Arbeit ist durchaus im Einklang mit unseren christlichen Grundwerten; es heißt:" so jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen", s. 2. Tessalonicher, 3, 10. Ebenso ist dies sozialdemokratisches Gedankengut, s. bereits Bebel (später Stalin und auch - mit weiteren Ausführungen - Adolf Hitler).

Antwort: Dann lassen wir doch mal eben die Nicht-Arbeiter verhungern. Anders als im Alten Testament haben wir heute einen enormen Reichtum und gerade viele dieser Reichen arbeiten nicht, leben aber dennoch im Luxus. Was soll da das Alte Testament?


2. Frage/Meinung: Ich finde es richtig, dass die Leistungen gekürzt werden, wenn eine Arbeit nicht angetreten wird.

Antwort: Siehe unten. Im Übrigen wird schon bei einem verpaßten Termin beim Arbeitsamt gekürzt.


1. Frage/Meinung: Jedem Empfänger staatlicher Leistungen ist bekannt, dass er bestimmte Pflichten zu erfüllen hat. Wenn er diesen nicht nachkommt, nimmt er Leistungskürzungen bewusst in Kauf.

Antwort: Da haben Sie aber ein besonderes soziales Gewissen, wenn Sie selbst Kürzungen noch unter das Existenzminimum für richtig halten, und das auch bei Kindern. Vielleicht ist Ihnen das Grundgesetz nicht bekannt. Übrigens versucht selbst Schulz jetzt bei Hartz-4 von Schröders Agenda-Politik zurück zu rudern.



3567 13-03-17: Zum steigenden Mißverhältnis von Asylanträgen und Abschiebungen der illegal und ohne Asylrecht Eingereisten

6. Frage/Meinung: tut mir leid, das ist überwiegend Polemik auf AfD-Niveau... Woher wissen Sie bspw. dass "viele dieser Menschen bei uns schon wegen ihres Bildungs- und kulturellen Hintergrunds nach aller Erfahrung aus der Vergangenheit gar nicht integrierbar sind"? Mit dem selben Argrument könnte gefordert werden, alle männlichen Säuglinge zu isolieren / kastrieren / töten, da nach aller Erfahrung aus der Vergangenheit einige später Vergewaltiger werden Schade, Ihre ökonomischen Analysen werde ich aber weiterlesen.

Antwort: Leider haben Sie sich hinter einem Fake-Anonym versteckt, so daß ich Sie nur auf diesem Wege erreichen kann. Gegen anonym abgegebene Ansichten habe ich nichts, wohl aber wenn sie frech oder beleidigend sind und damit das Niveau dieser Webseite verlassen. Eine solche Meinungsäußerung betrachte ich als feige. In Zukunft werde ich solche Zuschriften nicht mehr unter den Kommentaren veröffentlichen und ungelesen löschen.

In diesem Fall hatte ich das Scheitern der Integration vieler Immigranten aus sehr niedrigem Bildungsniveau und total fremder Kultur immer wieder an Hand amtlicher statistischer Daten nachgewiesen, und das wird für die Vergangenheit selbst von Merkel inzwischen öffentlich eingeräumt. Alle klassischen Einwanderungsländer, wie USA, Kanada, Australien und Großbritannien, nehmen daher nur Menschen auf, die ein Minimum an in der Regel beruflichen Voraussetzungen für die Integration mitbringen. Ihr Hinweis auf das Töten männlicher Säuglinge ist daher total unangebracht und zeigt eigentlich nur, daß Sie zu einer seriösen Diskussion unfähig sind.

Ich möchte Sie auf diesem Wege dringend bitten, sich vom Bezug der Rundbriefe abzumelden. Solche Leser brauche ich wirklich nicht, auch wenn Sie weiter an meinen ökonomischen Analysen interessiert sind. Das ist übrigens das typische Profil einiger Zeitgenossen von Links-außen, zu denen Sie gehören dürften: Sozialkritik mitnehmen, sonst aber Blackout.

5. Frage/Meinung: der Zusammenhang zwischen Fluchtursachen und hiesigen Problemen wird zu stark übersehen. Unsere Politik hat versagt und wird noch mehr versagen, wenn Landwirtschaft weiterhin so verstanden wird wie bisher.

Antwort: Es gibt in einigen afrikanischen Ländern Probleme wegen der Konkurrenz mit subventionierten Agrarprodukten. Doch die letzte große Fluchtwelle aus dem Mittleren Osten bis nach Afghanistan (rund 70 % der Asylanträge aus 2016) hat damit nichts zu tun, ebenso die 11 % vom Balkan. Unter den 14 Hauptländern für Asylanträge hatte Afrika nur einen Anteil von 5,2 % und davon geht das meiste auf das Konto von Bürgerkriegen und Klimaerwärmung.


4. Frage/Meinung: Allerdings soll es eine Studie des DWI für 2015 geben, die zu dem Ergebnis kommt , dass der volkswirtschaftliche Nutzen die Kosten überwiegt. Ähnliche Studien sollen für GB vorliegen. Danach sollen für jeden ausgegebenen "Flüchtlingseuro" fast 2 Euro zurückfließen. (Das betrifft natürlich nur den volkswirtscjaftlichen Aspekt !)

Antwort: Es gibt meines Wissens keine seriöse Studie zu diesem Thema, schon weil die letzte Millionenwelle noch längst nicht am Arbeitsmarkt angekommen ist. Der Bildungshintergrund ist jedenfalls zu einem sehr großen Teil so schlecht, daß es sehr lange dauern wird, bis Mittel zurückfließen. 2015 war die deutsche Industrie noch vollmundig mit der sofortigen Anstellung von Flüchtlingen (siehe Zetsche von Daimler) und hat bisher so gut wie gar nicht eingestellt.


3. Frage/Meinung: Das Beste wäre es, den Leuten eine Perspektive zu eröffnen und für wirkliche Integration zu sorgen. Für Perspektiven sorgen, können wir sowohl hier als auch in deren Heimatländern. Für eine Perspektive hier spricht, dass wir das vollkommen in Eigenregie (unser Land) erledigen können, so dass es die bei weitem schnellste Lösung wäre - wenn wir es denn wollten.

Antwort: Ich fürchte, Sie haben da ziemlich viele Illusionen mit der Integration. Es kommt leider nicht nur auf unser Wollen an, sondern noch viel mehr auf das Wollen der Zugewanderten und vor allem auf deren bildungsmäßige und kulturelle Eignung. Mit den Türken aus Kleinasien ist uns das jedenfalls jahrzehntelang nicht gelungen, was nun selbst Merkel einräumt. In einer Hochleistungsgesellschaft, wie der deutschen, haben Menschen mit wenig Bildungshintergrund wenig Chancen, umso mehr wenn ihnen, wie bei den meist jungen Menschen der letzten Welle, die unterstützenden Familien fehlen. Und das in Deutschland inzwischen die Stimmung zur Migration gekippt ist, läßt sich auch kaum noch bestreiten.


2. Frage/Meinung: Was ist von folgendem Szenario zu halten ? 1. GR kriegt keine Kredite mehr von uns. 2. GR erklärt sich unfähig, seine Schulden zu bedienen (wie seinerzeit Argentinien ) 3. GR behält als Zahlungsmittel den Euro. 4. Der GR Staat bekommt erstmal von niemand mehr Kredite und passt notgedrungen Staatsausgaben und Steuereintreibung an (z.B. um Staatsdiener, Rentner etc. zu bezahlen).

Antwort: Das wäre sicher eine Möglichkeit. Allerdings könnte Griechenland seine Währung dann nicht abwerten und wäre weiterhin nicht konkurrenzfähig, um die hohe Arbeitslosigkeit abzubauen. Das ginge dann auch nicht durch hohe Staatsausgaben, weil die nur aus dem Land heraus finanziert werden könnten und dann nur über weitere Ausgabeneinschränkungen oder unter Inkaufnahme einer erheblichen Inflation, wenn einfach die Notenpresse angeworfen würde. Am Ende müßte Griechenland wahrscheinlich auch bei diesem Szenario aus dem Euro ausscheiden.


1. Frage/Meinung: Ich finde den Rundbrief insgesamt zutreffend und wie immer gut recherchiert. Allerdings ist der einleitende Satz mehr als zweifelhaft. "Der Euro war und ist eine Fehlgeburt ." Die Einführung des Euro war von den unterschiedlichsten Interessen begleitet . Es ist nun wahrlich nicht so, daß er für alle Interessengruppen nachteilig war und ist. Für die Gruppen, die davon bis heute profitieren ist die Einführung des Euro und die Bildung der EU ein Erfolgsmodell und keine Fehlgeburt. Richtig ist, daß diese Gruppen nicht die Mehrheit der Gesellschaft bilden. Seit wann aber wird durch Machthaber im Interesse der Mehrheit gehandelt? Dazu wäre Einsicht sowie ein gerüttelt Maß an gutem Willen und Vernunft gepaart mit moralischem Empfinden für die Gesamtgesellschaft erforderlich.

Antwort: Es geht mir bei meinem Urteil nicht um Gruppen in Deutschland, sondern um das Einheitsmodell für alle Euroländer, das wegen der unterschiedlichen Wirtschaftskulturen einfach nicht ausreichend passen kann, zumal Deutschland für seinen Export die Unmöglichkeit der Partner, eine eigene Währung abwerten zu können, brutal ausnützt. Das wird den Euro sprengen. Außerdem hat der Euro zwei Lager in der EU geschaffen, die diese zerreißen.



3564 06-02-17: Trump - Muß man sich in Deutschland nun "warm anziehen"?

3. Frage/Meinung: Den Lehrbüchern zufolge beträgt die Belastung von Industrieg ütern mit Zoll im Durchschnitt noch ca. 3 %. Die einzig bedeutende Ausnahme von dieser Regel seien Anti-Dumping-Strafzölle, zulässig zur Abwehr von Einfuhren aus Volkswirtschaften, deren Status als "lupenreine Marktwirtschaft" fragwürdig sei . Dies erfordere aber den Nachweis, dass der Staat die Preisbildung verzere, und unterliege der im GATT vereinbarten Streitschlichtungsprozedur; solche Verfahren dauerten erfahrungsgemäß sehr lange. Deshalb, so argumentierte ich kürzlich während einer Debatte, seien die Ankündigungen des Kabinetts Trump für mich ein Rätsel. Sie seien nur dann glaubhaft und auf kurze Frist (also noch innerhalb Trumps erster Amtszeit) durchsetzbar, wenn die USA bereit seien, sich über alle Regeln des GATT (und wohl auch ihrer aus der NAFTA-Mitgliedschaft erwachsenden Verpflichtungen ) hinweg zu setzen. Wenn ein Staat aufgrund der Behauptung, dass ein Wechselkurs oder eine bestimmte Sozialpolitik falsch sei, kurzerhand die Grenzen zu machen könne und damit durch komme, dann sei die über mehr als 70 Jahre ausgehandelte Welthandelsordnung keinen Pfifferling wert. Ich wundere mich seit Wochen darüber, dass dieses Argument - Kompatibilität mit dem WTO-Regelwerk und "pacta sunt servanda" - in den Medien kaum zur Sprache kommt. Der Duktus in der Presse und in Talkshows erweckt den Eindruck, dass man es den USA zutraut, dass sie ihre Ankündigungen zügig in die Tat umsetzen. Wenn das zutrifft, dann kann man das Verhandeln fortan bleiben lassen, denn es ist dann (abermals) erwiesen, dass im Welthandel im Falle ernsthafter Konflikte einzig und allein das Recht des Stärkeren gilt.

Antwort: Bei Ländern, die nicht als Marktwirtschaften anerkannt sind, was vor allem auf China zutrifft, wird das Dumping relativ einfach durch Vergleich mit Preisen anderer Länder, bei China meist mit denen Indiens, nachgewiesen. Allerdings hat die EU das Anti-Dumpingschwert relativ stumpf gemacht, weil einige EU-Länder mehr an billigen Importen als an dem Schutz vor Dumping interessiert sind. Manipuliert ein Land seine Währung, so sind ebenfalls Abwehrmaßnahmen zulässig. Länder, die sich über solche Abwehrmaßnahmen beklagen, müssen selbst das Streitverfahren in der WTO betreiben und da läuft die Zeit gegen sie, zumal im günstigsten Fall das betroffene Land zu Gegenmaßnahmen gegen das Störerland berechtigt ist (Schadensersatz gibt es nicht). Trump hat also durchaus Möglichkeiten, bei Dumping oder Währungsmanipulation gegenzuhalten. Dabei ist der amerikanische Markt so wichtig, daß kaum ein Land mit Gegenmaßnahmen eskalieren würde. Außerdem sind viele von Trump angekündigte Maßnahmen mit der WTO vereinbar, z.B. die Besteuerung von Einfuhren, wie auch von der EU praktiziert, Absenkung von Unternehmenssteuern zur Anlockung von Investitionen.


2. Frage/Meinung: Völlig einig! Das Problem ist jedoch, wie man die Löhne erhöht, ohne eine Abwanderung der Arbeit innerhalb (zB Polen) oder außerhalb (zB China) der EU und damit wieder Druck auf die Arbeitskosten auszuüben. Bei dieser Entwicklung sehe ich nur, daß Unternehmenssteuern zum einen abhängig von der weltweiten Wertschöpfung sein sollten und zum anderen einen Steuersatz abhängig von den lokal Beschäftigten. Umso mehr Menschen in D beschäftigt werden, umso niedrigere Steuern. Politischer Druck und gesetzliche Regelungen können den wirtschaftlichen Druck nur verlangsamen aber wir brauchen eine Umkehrdynamik!

Antwort: Gegen Lohndumping von außerhalb der EU kann man sich mit den Instrumenten der Handelspolitik schützen. Von innerhalb der EU, auch Polen, hat Deutschland wenig zu befürchten, zumal Niedriglohnstandorte in Osteuropa vor allem von der deutschen Industrie ausgenützt werden, um an günstige Zulieferungen zu kommen. Natürlich muß auch das Steuersystem angepaßt werden. Aber mit höheren Löhnen würde bereits mehr Arbeit schaffende Nachfrage in Deutschland entstehen.


1. Frage/Meinung: Ok! Da sind ja wieder bei Flassbeck!

Antwort: Flassbeck hat erst viel später als ich begonnen, die Niedriglohnpolitik verantwortlich zu machen und dann auch noch fälschlich für die Probleme Griechenlands, das nicht unter deutscher Lohnkonkurrenz leidet. Ausserdem bezog er sich auf das Inflationsziel der EZB, das für die Lohnpolitik keine Relevanz hat.



3547 02-02-17: Die Illusion vom amerikanischen (und deutschen) Traum

3. Frage/Meinung: Begriff "Kohorte" in Schaubildern muss erklärt werden.

Antwort: Sie können danach ja selbst googlen.


2. Frage/Meinung: Gibt es auch Untersuchungen über die Ursache der Aufstiegsinmobilität? Theoretisch könnte man mit Umverteilung bei den Einkommen gegensteuern. Dies beseitigt aber nicht die Ursachen und könnte diese ggf eher vergrößern. Gleichzeitig "kostet" Umverteilung auch und nimmt so Wohlstand aus der Gesellschaft

Antwort: Siehe meine vorgehende Antwort. Bessere Löhne und höhere Mindestlöhne beseitigt Ursachen und "kostet" nicht, sondern hebt über höhere Kaufkraft den Wohlstand der Gesellschaft.

1. Frage/Meinung: Ihre Analysen sind - wie immer ! - beeindruckend, vor allem die Erkenntnis aus den "Jahrgangs Kohorten" nach Einkommen der Eltern. Aber sollte die falsch laufende Bildung (Schulsystem) hier wirklich die einzige Ursache sein? Möglicherweise trägt ja unser in jeder Hinsicht "konsumorientierter " westlicher Lebensstil hier massiv dazu bei, dass weniger gebildete Menschen anf älliger für konsumgeprägte "Disziplinlosigkeit" sind? Da sind natürlich Kinder aus Familien, bei denen man weiß und vorlebt, dass Erfolg Disziplin und Engagement voraussetzt, dann definitiv im Vorteil. Wie sollte aber selbst eine gute Schule das kompensieren können? Haben Sie Zugang zu Daten, wie diese Situation in anderen "entwickelten" Ländern - z.B. der Schweiz, Singapur, Kanada - aussieht?

Antwort: Es ist vor allem die "globalization stupid". Unter ihrem Druck sind die Löhne kaum noch gestiegen und haben sich vor allem riesige Niedriglohnsektoren ausgebreitet. Hinzu kommt der zunehmende Druck aus der Automatisierung. Die Schulsysteme sind nur ein Faktor, indem sie die Massen nicht mehr ausreichend auf diesen Wettbewerb aus der Globalisierung und Automatisierung vorbereiten. In Deutschland und USA führen die Schulen nicht mehr zu Aufstiegen im Bildungsniveau (siehe hier). Natürlich kann auch der Lebensstil dazu beitragen, jedoch in meiner Einschätzung nur in geringerem Umfang. Zu einem breiteren Ländervergleich siehe hier: hier und hier und hier.



3562 30-01-16: Ein Zeitalter irrationaler Eruptionen?

10. Frage/Meinung: Bildung und Demokraten: Jaja, die Klugen wählen Demokraten und die Dummen die Repubikaner (aktueller Medientenor, nicht Ihnen zu unterstellen). Dazu nur einige Anmerkungen: 1. Die Daten beruhen nach meinem Kenntnisstand auf den "exitpolls".

"The Wall". WAS spricht eigentlich dagegen, Zuwanderung in ein Land, in einen Wirtschaftsraum und in einen Sozialstaat (wenn auch einen reduzierten) zu kontrollieren, also wissen zu wollen, wer und warum ins Land will. Zudem unkontrollierbarer Import von Drogen aus Mittelamerika und im Rahmen einer Freihandelszone Vernichtung von Industriearbeitsplätzen durch Lohndumping - doch eigentlich "Ihr" Thema.

Folter. Klassiker schon unter GW. Kann man so sehen. Wobei man dann Schlafentzug und Waterboarding mit Verstümmellungen und finalen Enthauptungen sprachlich gleichsetzt. Dann sollte man aber erwähnen, daß unter Obama "in den Jahren 2009 bis 2015 bei 473 Luftangriffen bis zu 116 Zivilisten sowie 2.581 Kämpfer vor allem in den Ländern Pakistan, Jemen , Libyen und Somalia getötet" wurden.

Antwort: Anmerkung: Grundsätzlich gehe ich nicht auf Kommentare zu meinen Antworten ein, denn das soll kein Blog sein, der sich immer weiterwälzt. Ich gehe daher nur auf Bemerkungen ein, soweit sie unmittelbar meinen Rundbrief betreffen, und ich kann sehr lange Kommentare nur gekürzt zitieren.

Die von mir angeführten Daten sind nicht aus den Exitpolls, sondern aus ex-post Wahlanalysen, Vorwahlpräferenzen und einer Befragung des sehr seriösen PEW Reasearch Center nach liberaler Einstellung und Bildungshintergrund.

Wenn ein Land sich einmauert, wie es die DDR getan hat, ist das für mich kein Beweis von zivilisiertem Umgang mit den Nachbarn. Gegen Drogen und Dumping schützt man sich anders.

Zum Thema Folter hätten Sie besser schweigen sollen, statt sie zu verharmlosen und mit Aufrechnungen zu kommen (andere Deutsche haben das schon beim Holocaust versucht!).


9. Frage/Meinung: Verantwortlich für die Irrationalität sind nicht die Menschen ohne Schulabschluss sondern die herrschenden Politiker welche mehr an ihrem persönlichen Vorteil interessiert sind als an dem Gemeinwohl. Entscheidungen fallen in Hinterzimmern und werden durch Lobbyisten gesteuert und nicht nach demokratischen Regeln. Allerdings weiß ich nicht ob es jemals anders war.

Antwort: Es steht jedem Menschen, auch denen ohne Schulabschluß, frei, die derzeitige Regierung abzuwählen. Die sollten dann allerdings über ein kritisches Verständnis verfügen, wie ich das bei den Trumpwählern meist vermisse. Außerdem habe ich betont, daß die herrschenden Kreise, das Bildungssystem bewußt vernachlässigen, um möglichtst viel Wähler ohne solches kritisches Verständnis anlocken zu können. Nur darum ist es mir gegangen.


8. Frage/Meinung: Der Punkt, auf den ich hinaus will: Angesichts der Alternative, die die Amis bei dieser Wahl hatten, ist das Ergebnis vielleicht eher als absichtsvolle Nicht-Wahl Clintons zu interpretieren, denn als Wunsch nach einem Diktator. Das Wahlergebnis ist vielleicht sogar Beleg dafür, daß die Wählerinnen und Wähler aufgeklärter sind und weitaus mehr kritisch hinterfragt haben, als den herrschenden Kräften lieb sein kann. ...und die Fähigkeit zum kritischen Denken muß ja nun auch nicht notwendig mit dem Bildungsgrad zusammenhängen. Wenn ich mir die vielen durch ARD usw. gehirngewaschenen Menschen um mich herum anschaue, die viel auf ihre Bildung halten, dann fühle ich mich unter Mecklenburger Bauern und Handwerkern meist wohler, die ohne viel Bildung sehr klar benennen (und meiner Meinung nach zutreffend adressieren!) können, was sie zunehmend frustriert und wütend macht. Schwierig, und hier wird die niedrige Bildung relevant , sind dann die Schlußfolgerungen, die so mancher daraus zieht... siehe AfD-Ergebnis . In diesem Punkt gebe ich Ihnen dann wieder uneingeschränkt recht. Aber ist Bildung notwendig, um Weisheit zu erlangen...? Wäre ziemlich elitär gedacht, und stimmt meiner Erfahrung nach auch nicht.

Antwort: Nun habe ich bewußt nicht nur von Schuldbildung gesprochen, sondern auch von kritischem Verständnis und von den zwei Weltkriegen (hinzuzufügen der Nationalsozialismus), vor denen uns die Gebildeten in Deutschland nicht bewahrt haben. Allerdings sind die Korrelationen von Trump und geringerem Schulniveau leider sehr aussagefähig, wobei das geringe Schulniveau natürlich auch wieder mit der sozialen Spaltung des Landes zusammenhängt. Ich bezweifele, daß die Nichtwahl Clintons das Ziel war. Dagegen stehen die 2 Mio. Wähler mehr, die Clinton erreicht hat und der Umstand, daß die Versprechungen Trumps für mehr Arbeitsplätze und weniger Immigration und "America first" gerade in den Staaten mit ihren Wirtschaftsproblemen alter Industrien durchschlugen, die am Ende wahlentscheidend waren.


7. Frage/Meinung: Menschen haben für ihre geringe Bildung keine Schuld ! Das Elternhaus und die soziale Umgebung sind prägend. Die Gesellschaft schaut nahezu tatenlos zu wie junge Menschen auf das soziale Abstellgleis geraten. Wie sieht es denn aus mit Klassenstärken, Sozialbetreuern an Schulen und wer betreut die Jugendlichen nach einem ersten Scheitern (keine oder abgebrochene Lehre, Minijobs, Praktika, ...?). Für mich ist der Staat hinsichtlich seiner Verantwortung für die Junge Generation gescheitert und liefert den links- und rechtsradikalen Parteien massenhafte Klientel. Frage zu einem anderen Thema: Gibt es eine Aufstellung über die Steuergelder, die zur "Bankenrettung" ausgegeben und mit welchem Verlust oder Gewinn wieder eingenommen wurden?

Antwort: Ich habe doch verdeutlicht, daß die Schuld vor allem bei denen liegt, die für die Finanzierung des Bildungssystems und die sozialen Verhältnisse Verantwortung tragen. Daneben gibt es natürlich doch genug Menschen, die auf Bildung keinen großen Wert legen und die Schulen absichtlich frühzeitig aus Faulheit, Bequemlichkeit oder um schnell an Geld zu kommen verlassen (wir sollten in dieser Hinsicht keine Illusionen oder unberechtigtes Mitleid haben). Die Zahlen zu den Steuergeldern habe ich nicht zur Hand. Eine Menge ist jedenfalls verloren gegangen (in meinem Buch zur Kreditkrise gibt es Hinweise).


6. Frage/Meinung: es würde sich auch lohnen, die Bildung als solche einmal in den Blick zu nehmen, vor allem in den USA. Über 1000 Schulen setzen auf Online Schooling (K12.com), den dem die Schüler 80% der Schulzeit zuhause am Computer lernen, mit allen Nachteilen solcher CBT-Programme. Bei K12.com hält man die Benutzung von Computern für eine notwendige und hinreichende social skill, also die social skill schlechthin. Deshalb sollen Kinder am besten schon mit 3 oder 4 Jahren - natürlich spielerisch - das Programmieren erlernen. Mit Bildung im Humboldtschen Sinne hat das nichts mehr zu tun.

Antwort: Vielen Dank. Werde das gelegentlich tun, zumal einige der Leser dieses Rundbriefs den Zusammenhang zwischen Bildung und Trumperfolg nicht sehen wollen.


5. Frage/Meinung: Ich verstehe nicht so ganz was jetzt genau gegen Trump einzuwenden ist. Er hat ja noch gar keine Zeit gehabt Ergebnisse zu produzieren. Hat nicht auch Obama nur Murks produziert. In Form von Megaschulden, Arbeitslosen und Essenmarkenbezieher , Kriegen und Flüchtlingsströmen überall, eine Witz-Krankenversicherung, merkwürdige Guantanamo Handlungen. Kann man das noch schlechter machen? So ähnlich ist es doch in Deutschland. Haben die etablierten nur vor sich hingemurkst und Alles privatisiert . Problem ist, hier ist kein Trump, Le Pen oder Brexit. Hier sind nur die Witzbolde von der AfD. Und die sind leider keine Alternative...

Antwort: Ihre Begeisterung für Trump verstehe ich nicht. Billigen Sie seine erklärte Liebe für Folter, seinen schon beschlossenen Mauerbau, seinen pauschalen Einreisestopp gegen Angehörigen mehrerer Länder, seine bisher ersatzlose Streichung der Krankenversicherung für Millionen von Amerikanern, seinen erklärten Plan, die Steuern für Spitzenverdiener zu streichen, einen Niedrigsteuerwettbewerb für Unternehmenssteuern zu starten, seine Ansammlung von Wall Street-Millionären (oder sind es Milliardäre) im Kabinett? Gott bewahre uns vor einem Trump.

Auf Obama werfen Sie ohne ausreichend Information viel zu viel Dreck. Die Nettoverschuldung der USA gemessen an der Wirtschaftsleistung ist geringer als in Frankreich und Großbritannien, von Italien und Japan gar nicht zu reden. Die Arbeitslosenrate ist von 9,3 % bei Amtsantritt auf nur noch 4,85 % fast halbiert worden und lag damit 2006 etwa so hoch wie die deutsche und ist eine der niedrigsten unter G7-Ländern. Die Wirtschaftsentwicklung in seiner zweiten Amtszeit war mit jahresdurchschnittlich 2,2 % mit der etwa gleich starken Großbritanniens die höchste unter G7-Ländern (Deutschland nur 1,2 %). Guantanamo-Häftlinge hat Obama gegen den erbitterten Widerstand der Republikaner aus zutiefst menschenunwürdigen Verhältnissen befreit. Die Krankenversicherung konnte er nur im Kompromiß gegen den erbitterten Widerstand der Republikaner (und White-Male-USA) durchsetzen.


4. Frage/Meinung:Weshalb die kriegsgeile, korrupte, skrupellose Hillary Clinton für die Welt eine bessere Wahl gewesen sein soll, als Trump, erschließt sich mir leider nicht. Diese Frau watet doch bis zu den Knien im Blut unschuldiger Menschen. Was die EU angeht , neige ich eher zu den Thesen von . (gestrichen).

Antwort:Da haben Sie eine typische Betrachtung aus der Perspektive deutscher Linker. In USA wurde Trump nicht gewählt, weil Clinton für Krieg stand (wie Sie offensichtlich meinen) sondern weil er Jobs versprach, eine Mauer gegen Mexiko und USA first. Ihr Kommentar hat leider weder mit der US-Situation, noch mit meinem Rundbrief etwas zu tun. Scheichwerbung für andere Autoren (zumal von ziemlich obskuren Webseiten) greife ich grundsätzlich nicht auf.


3. Frage/Meinung:hier legen Sie eindeutig persönliche Präferenzen zugrunde und ziehen falsche Schl üsse. Es sind die, die am ehesten vom wirtschaftlichen System abgekoppelt wurden , die Trump gewählt haben. Wären die "Bildungseliten" wirtschaftlich abgekoppelt worden, hätten diese Trump gewählt. Die ist eindeutig ablesbar an den Wahlergebnissen für Hitler. Und noch was: wenn die Kanzlerin eines führenden Technologielandes vor drei Jahren gesagt hat, Internet sei "Neuland für uns alle" dann weiß man das Dummheit und akademische Bildung keinen Wid4rspruch darstellen, man wäre fast geneigt das Gegenteil anzunehmen.

Antwort:Sie sollten den Rundbrief bitte sorgfältiger lesen. Ich habe doch ausdrücklich auf den sozialem Abstieg hingewiesen und auf die in dieser Hinsicht besondere Situation in den USA. Der Vergleich mit Hitler hinkt schwer, denn Deutschland war in einer ganz anderen Krise nach dem ersten Weltkrieg als die USA heute. Es ist nach allen verfügbaren Daten allerdings so, daß ein enger Zusammenhang zwischen Bildungsabschlüssen und Trumpwählern besteht. Und das schlechte amerikanische Bildungssystem für die Massen sorgt im Übrigen auch für die soziale Spaltung des Landes und produziert damit mehr Trumpwähler. Man kann es auch anders formulieren: Bildung schützt nicht gegen Trumps, aber ohne werden Trumps noch wahrscheinlicher. Dabei geht es mir, wie im Rundbrief geschrieben, nicht nur um formale Bildungsabschlüsse, sondern ebenso um kritisches Verständnis, das auch jenseits von Bildungsabschlüssen existiert.


2. Frage/Meinung:Würde ich Ihre Rundbriefe nicht schon länger lesen, könnte ich auf den Gedanken kommen, Sie werden von den Mainstreammedien bzw. bestimmten Politikerkreisen gesponsert . Ihr Tenor heute: "Nur Dumme sind gg. political correctness."

Antwort:Das ist durchaus nicht mein Tenor. Ich habe ausdrücklich formuliert: "vor allem die weniger schulisch Gebildeten und die weniger Wohlhabenden sowohl in Großbritannien für den Brexit, wie in USA für Trump gestimmt. Das "vor allem" ist das Gegenteil von "nur". Außerdem habe ich meine Aussage belegt, was Ihnen vielleicht entgangen ist. Schließlich habe ich deutlich auf die sozialen Gründe für den Protest in USA und UK hingewiesen. Sie sollten mit solchen Unterstellungen vorsichtiger umgehen, wenn Sie Meinungsfreiheit schätzen.


1. Frage/Meinung:Hallo, ist die Bevölkerung in Irland und Schottland die bekanntlich mehr von EU Subventionen abhängig sind, wirklich gebildeter als in England/USA/Frankreich? Es zeigt sich doch leider dass sich selbst viele gut gebildete aus Mittel und Oberschicht für rechtspopulistische Hetze gegen alle insb. muslimische Flüchtlinge empfänglich sind.

Antwort:Natürlich ist Rechtspopulismus nicht nur ein Ergebnis mangelnder Bildung, auch wenn ich behaupten würde, daß bei einem besseren Bildungssystem und weniger Dumme in USA Trump keine Chance gehabt hätte. Übrigens sind die Bildungssysteme in Nordirland und Irland erstklassig und bestimmt besser als in den von Ihnen genannten Ländern. Aber hier wird Brexit natürlich auch zur größten Belastung.



3560 25-01-17: Globalisierung und Trump: Das Entsetzen der Täter

Frage/Meinung:Der einfache statistische Bezug von Daten zur Kinderarmut mit neoliberaler Politik scheint mir doch zu simpel. Kinderarm sind v.a. die Frauen aus dem ("gehobenen") Mittelstand und der Oberschicht, nicht jedoch aus den ärmeren Bevölkerungsteilen.

Antwort:Da täuschen Sie sich. Es sind die Frauen aus den ärmeren Haushalten, die häufiger kinderarm bleiben. Ich habe das in dem Rundbrief zur Kinderarmut vom 16. Januar http://www.jjahnke.net/wb1/rundbr121-l.html#3557 mit der Abbildung 17894, die aus Daten des Statistischen Bundesamts kommt, unterlegt. Wo ist Ihre Erkenntnis her?


Frage/Meinung:Zur Statistik über das mittlere Vermögen: die Haushalte sind verschieden groß. In armen Ländern viel größer. Die Rente wird nicht dazugerechnet, wohl aber die Ansparungen für private Altersversorgung. Die selbstgeschätzten Häuser- Vermögen sind zT grotesk überschätzt.

Antwort:Das mittlere Vermögen ist ein ausgezeichneter Gradmesser und für internationale Vergleiche besonders gut geeignet. Es ist auch unabhängig von der Größe der Haushalte, da es nur darauf ankommt, wie viele in einem bestimmten Land in der oberen oder unteren Hälfte liegen. Die Rente kann nicht dazu gerechnet werden, da ihre Zukunft unsicher ist, und in Deutschland wegen der demographischen Entwicklung ganz besonders (außerdem sind die deutschen Renten gemessen am letzten Arbeitseinkommen besonders niedrig). Wo Sie die Überschätzung der Hausvermögen hernehmen, sollten Sie bitte erklären.



3547 18-01-17: Ein Wort zum Brexit, Trump und dem dicken Ende der Globalisierung

Frage/Meinung:Bis auf die Beurteilung der AfD alles sehr treffend analysiert. Bitte lesen Sie das AfD-Programm. Ich selbst bin AfD-Stadtrat in Bad Soden und kenne meine Partei hinlänglich, um feststellen zu können, dass seit einigen Monaten alle Altparteien plötzlich AfD-Positionen vertreten! Ihr Ausdruck "Bewegung" ist m.E. eine Frechheit , wir verteidigen das Grundgesetz!! Als absoluter Leistungsträger der deutschen Gesellschaft akzeptiere ich keine primitive "argumentum ad hominem"- Rhetorik.

Antwort:Nun habe ich Ihr Programm schon vor einiger Zeit gelesen und vor allem festgestellt, wie wenig sich die AfD mit einem neoliberalen Wirtschaftsprogramm um die Belange der Benachteiligten der Gesellschaft kümmert und statt dessen Positionen rechts von der CDU einnimmt. Positionen der AfD werden von den anderen Parteien doch nur in der Flüchtlingspolitik übernommen, wo denn sonst? Daß die AfD gegen das Grundgesetz steht, habe ich nirgendwo behauptet. Und daß die AfD für "Bewegung" sorgt, werden Sie nicht bestreiten können. Ihr Aufregung verstehe ich daher nicht.


3547 16-01-17: "Raum ohne Volk"? - Sag mir, wo die Kinder sind

Frage/Meinung:Ich schätze Ihre Rundbriefe sehr! In diesem fehlt meiner Meinung nach ein wichtiger Aspekt - die fehlenden Perspektiven für "Kindeserzeuger": Wer einer unsicheren ( wirtschaftlichen) Zukunft entgegeblickt, eventueller Arbeitslosigkeit, wirtschftlicher Unsicherheit etc. der setzt doch keine Kinder in die(se) Welt. Wer keinen sicheren Job auf Dauer erwarten kann, der heiratet doch nicht und wird auch nicht geheiratet und zeugt keine Kinder, ob mit oder ohne Ehe-Bindung.

Antwort:Ich habe doch auf die Situation der kinderlosen Frauen mit ihrem sozialen Hintergrund (ärmere Haushalte) sehr deutlich hingewiesen und auch die Grafik angefügt. Es sind fast ausschließlich die kinderlosen Frauen, die den Absturz der Kinderzahl verursachen. Es sind auch diese Frauen aus ärmeren Kreisen, die sehr oft nicht heiraten. Natürlich gibt es auch andere soziale Zusammenhänge, auf die ich nicht eingehen konnte, zumal dazu kein statistisches Material vorliegt.


Frage/Meinung:Stimmt Ihre Schlußfolgerung bezüglich Kinder und Einkommen der Frauen? Lt statistischen Bundesamt ist der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen bei D ohne Migrationshintergrund ca 5%. Hauptsächlich kommt der Einkommensunterschied durch die Frauen mit Migrationshintergrund zu Stande. Irgendwie sehe ich keine Korrelation zwischen Kindern und Einkommen. Die Zahl alleinerziehender Mütter steigt eher, trotz niedrigerer Einkommen. Die schlechtverdienenden Frauen mit Migrationshintergrund haben mehr Kinder als Gutverdienende. Gibt es eventuell eine Korrelation zwischen Höhe des Sozialstaates und Geburtenzahlen?

Antwort:Ihre 5 % sind erfunden. Ebenso Ihre Feststellung von schlechtverdienenden Frauen und hoher Kinderzahl. Ich habe eine eindeutige Statistik von 2012 über Haushaltseinkommen und Kinderlosigkeit benutzt, die sehr deutlich ist und wenig beeinflußt von Migration.



3556 12-01-17: Zum Konflikt von Regierungspolitik und Volksmeinung

Frage/Meinung:Folgen dieser Politik bitte noch anschaulicher beschreiben - was ist dagegen zu tun

Antwort:Die Folgen an Demokratieverlust sind ausreichend dargestellt. Nun muß ich meine Leser ja nicht wie kleine Kinder an die Hand nehmen. Aus der Analyse ergibt sich in der Regel der Handlungsrahmen.


Frage/Meinung:Aber eine Vermögens- oder Erbschaftssteuer - die ja beide etwas versteuern was aus bereits versteuertem Gelde erwirtschaftet wurde - halte ich für zutiefst ungerecht. Zudem fällt mir bei Ihrer ersten Grafik (vom Streik betroffene AN in 2000-2008) auf, dass diejenigen, die tatsächlich "von Streiks betroffen" waren (einen Umstand, den Sie scheinbar für gut halten?) gleichzeitig auch die SORGENKINDER Europas sind. Hat Deutschland da vielleicht doch nicht alles ganz falsch gemacht?

Antwort:Die zunehmende Ungleichheit kommt nun mal vor allem über Erbschaften und die deutsche Erbschaftssteuer ist im internationalen Vergleich besonders niedrig, bei Unternehmenserben sogar null. Eine solche Steuer ist sicher nicht "zutiefst ungerecht", es ein denn man freut sich über die wachsende Ungleichheit, die am Ende allen Bürgern schwer schaden wird. Ich verstehe nicht, warum sie es gut finden, daß die deutschen Löhne mit Duldung der Gewerkschaften ein Jahrzehnt lang stagniert haben und in den unteren Lohngruppen sogar in den Keller gingen, während die Vermögens- und Unternehmenseinkommen immer weiter gestiegen sind. Da ist sehr viel falsch gemacht worden, und das gegen die Interessen der Mehrheit.


Frage/Meinung:Ich glaube, die Frage ist nicht, ob Reiche die Politik stärker beeinflussen, sondern wie weit deren Entfernung von den Armen sein kann, bevor diese anders wählen.

Antwort:Die werden nicht anders wählen, sondern immer mehr nicht wählen.



3555 10-01-17: Was tun für die Verlierer von Globalisierung und Automatisierung: ein bedingungsloses Grundeinkommen?

Frage/Meinung:Wie soll bedingungsloses Grundeinkommen bei offenen Grenzen funktionieren??

Antwort:Das BGE sollte es nur für die geben, die einige Jahre in Deutschland gelebt und in das Sozialsystem eingezahlt haben. Sonst würden noch mehr Wirtschaftsflüchtlinge angelockt werden.



3554 06-01-17: Es geht ein starker Riß durch Deutschland: gute und böse Menschen

Frage/Meinung:was erwarten Sie von VERDI ? die hängen ebenso am MERKEL-Arsch wie alle politischen JA -Sager !

Antwort:Ich erwarte nicht viel von den deutschen Gewerkschaften. Aber sie sind dennoch wichtig.


Frage/Meinung:Das grundsätzliche Problem dieser ewigen Klagen liegt m. E. darin, dass die Ausnahmesituation von 2015 sowie das vollkommen unfaire Dubliner Abkommen bei dr Beurteilung der Ereignisse nicht berücksichtigt werden. Von daher sind diese Schuldzuweisungen beckmesserisch und letztlich nicht hilfreich.

Antwort: Die Ausnahmesituation von 2015, als man die aus Budapest ankommenden Migranten durchlassen mußte, hätte doch längst abgelöst werden müssen durch normale Grenzkontrollen und Zurückweisungen nicht asylfähiger Migranten unmittelbar an der deutschen Grenze. Stattdessen wurden Selfies der Kanzlerin um den Globus geschickt und Willkommensplakate aufgehängt, die den Zulauf erst so richtig anheizten. Erst jetzt rudert die Kanzlerin zurück, viel zu spät. Das ist nüchterner Menschenverstand und kein Beckmessern.



3553 05-01-17: Wie die zunehmende Ungleichheit unsere Wirtschaft schädigt

Frage/Meinung:Eine gute Zusammenfassung der z. Z. herrschenden ökonomischen Verhältnisse unter der Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Danke dafür. Allerdings vermisse ich einen kurzen Ausflug zu den Gründen der Misere.

Antwort:Die Ursachen in der Globalisierung sind in vielen anderen Rundbriefen, immer wieder dargestellt worden.


Frage/Meinung:Ich finde den Rundbrief seht gut. Die Frage, die meines Erachtens nicht beantwortet wurde, ist, was Ursache und was Wirkung ist. Man könnte die Fakten auch anders interpretieren. Durch die Globalisierung werden Jobs und damit Wirtschaftskraft ins Ausland verlagert. Damit sinkt die Nachfrage und Spirale der Ungleichheit beginnt . Dieser Rundbrief geht bewußt auf die Folgen der Ungleichheit auf die Wirtschaft ein.

Antwort:Die Ursachen in der Globalisierung sind in vielen anderen Rundbriefen, immer wieder dargestellt worden.



3550 23-12-16: Der Merkel-Gau

Frage/Meinung:ohne

Mein Nachtrag:Der versuchte Mord in der Berliner U-Bahn durch eine Gruppe von 6 Flüchtlingen aus Syrien und einem aus Libyen zeigt, wie sich die Schwerstkriminalität nach dem Sexualmord durch einen afghanischen und dem Terrormord am Berliner Weihnachtsmarkt durch einen tunesischen Flüchtling weiterentwickelt. Die meisten Täter waren bereits durch Gewalttaten oder deren Vorbereitung aufgefallen, konnten aber nicht abgeschoben oder zwischenzeitlich in Sicherungsverwahrung genommen werden, weil die Bundesregierung unter Kanzlerin Merkel bisher nicht die nötigen gesetzlichen Voraussetzungen dafür geschaffen hat.

Auch sehen nur 68 % der von Forsa für Stern jetzt Befragten keinen Zusammenhang zwischen der Flüchtlingspolitik und dem Anschlag in Berlin. Diese Ansicht wird vor allem von Anhängern von Grünen (93 %), Linken (85 %) und SPD (83 %) vertreten, weniger dagegen bei CDU-Anhänger (80 %) und schon gar nicht bei der CSU, wo 49 % die Bundeskanzlerin verantwortlich machen. Allerdings vermuten 67 % der Befragten, daß eine Debatte zum Thema Innere Sicherheit Kanzlerin Merkel im Wahlkampf eher schaden würde. Die Überzeugung der Mehrheit vom fehlenden Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik scheint also eher vordergründig zu sein.


Frage/Meinung:Aus meiner Sicht bewerten Sie bei Ihren Kommentaren zum Flüchtlingsproblem nicht, dass Deutschland politisch und militärisch und wirtschaftlich maßgeblich dazu beiträgt, dass die Menschen in ihren Ländern nicht mehr leben können. Deutschland unterstützt z.B. den (bekanntlich von den USA begonnenen)Krieg in Syrien und Afghanistan, in Libyen und Irak. Deutschland exportiert z.B. Abfallprodukte aus der Hühnermassenzucht nach Afrika und zerstört damit die dortige Herstellung landwirtschaftlicher Produkte, die wir z.T. mit Entwicklungshilfe (Hilfe zur Selbsthilfe) dort selbst aufgebaut haben. Müssen wir uns wundern, wenn dann die Menschen aus den Ländern, in denen sie ihre Familien nicht mehr satt kriegen, hierher nach Europa kommen? Der gleichzeitige Ausbau der Festung Europa, der auch von Merkel intensiv betrieben wird, führt doch nur dazu, dass die Menschen in unseren Kriegen sterben oder in ihren Ländern verhungern oder auf dem Weg über das Mittelmeer ertrinken. Welches ist denn die "Lösung", die aus Ihrer Sicht die beste ist? Die Position von Merkels Regierung läuft darauf hinaus, hier einen auf Willkommen zu machen, gleichzeitig aber die Immigranten zu diskreditieren, wo es nur geht (und dadurch nebenbei den Ausländerhass im Ergebnis zu fördern und die Pegida hoffähig zu machen - in der CSU werden Koalitionen mit der AFD schon nicht mehr völlig ausgeschlossen) und gleichzeitig die Festung Europa auszubauen. Damit wird zwar kein einziges Probleme dieser Menschen gelöst, aber sie werden aus Deutschland/Europa rausgehalten und wenn sie verrecken, dann aber bitte nicht vor unserer Haustür. So, wir Sie diese Politik kritisieren, würde mich wirklich interessieren, welche Lösung Sie als sinnvoll ansehen.

Antwort:Vieles von Ihren Argumenten kann ich akzeptieren, ist für mich aber zu einseitig, weil Deutschland an den Kriegen nur zu einem geringen Teil Schuld ist, verglichen mit anderen Staaten und weil der Hunger in Afrika erheblich vom Klima und von den örtlichen Despoten kommt sowie einer extrem hohen Geburtenrate und neuerdings auch von dem Terror der IS. Die IS mit ihrem Terror im Nahen Osten und Afrika geht auf die Sunniten in Saudi-Arabien zurück und nicht auf Deutschland. Deutschland tut den Migranten wenig Gefallen, wenn es Sie nicht integrieren kann und das ist in dieser Menge und bei der Herkunft der Menschen aus ganz anderen sprachlichen und kulturellen Räumen einfach nicht möglich. Die Lösung kann nur sein, die örtlichen Flüchtlingslager massiv zu unterstützen und dort auch Handwerksbetriebe einzurichten sowie die Entwicklungshilfe für die Herkunftsländer massiv hochzufahren. Vergessen Sie bitte nicht, daß wir immer noch weit von den versprochenen 0,8 % des BIP weg sind.


Frage/Meinung: „Inzwischen sind Sie argumentativ auf dem Niveau der AFD gelandet. Bislang hatte ich Sie noch gegenüber kritischen Kollegen/innen in Schutz zu nehmen versucht. Nun muss ich einsehen, die Kollegen/innen haben recht! Bitte streichen Sie mich aus Ihrem Mailverteiler.“

Antwort:"Ich habe ausdrücklich den Vorwurf der AfD, die Opfer in Berlin seien Merkels Tote, nicht übernommen. Ich habe mich immer wieder vom Programm der AfD, das ich im Sozialen für rechtsreaktionär und im Nationalen als „ewig gestrig” betrachte,  distanziert und in keinem meiner zahlreichen Rundbriefe auch nur einmal Sympathie für die AfD gezeigt. Aber nicht jeder, der Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik betreibt, sollte dieser Partei zugeordnet werden. Sonst können wir die Demokratie in Deutschland gleich aufgeben. Was ich jetzt auf der Basis von besorgten Reaktionen  zahlreicher Leser meiner Rundbriefe befürchte und auch aus vielen besorgten Medienkommentaren entnehme, ist, dass wir einen anhaltenden und höchstgefährlichen Riss durch die deutsche Gesellschaft bekommen, der noch zu den sozialen Verwerfungen hinzukommen wird. Je weniger man bereit ist, berechtigte Besorgnisse eines sehr grossen Teils der deutschen Bevölkerung ernst zu nehmen und sie gleich Pegida, AfD oder anderen Extremen zuordnet, umso tiefer wird dieser Riss werden. Das gilt umso mehr, als wir die gleiche Entwicklung auch in vielen anderen Ländern beobachten und sich diese Bewegungen durchaus gegenseitig hochschaukeln können.

Sie können der Meinung sein, dass Merkel keine Fehler gemacht hat, die mit dem Terroranschlag zusammenhängen. Ich habe eine andere Meinung und sie auch ziemlich sachlich dargestellt. Deswegen ist keiner von uns beiden ein Extremist. Um es noch einmal in aller Kürze auszuführen: Die von Merkel betriebene Flüchtlingspolitik mit der Ankunft von 1,5 Mio. Flüchtlingen im Laufe weniger Monate und sehr oft absichtlich ohne jede Ausweispapiere hat die Ausländer- und Polizeibehörden weit überfordert. Das hat in meiner Beurteilung und der vieler anderer Beobachter nicht unwesentlich zum Versagen der Ordnungsbehörden beigetragen, ob der Täter nun über die Balkanroute kam und ein klassischer Flüchtling war oder nicht (immerhin hatte er Asyl beantragt und war für die Abschiebung vorgesehen). Ausserdem hat die gleiche Flüchtlingspolitik Abschiebungen erschwert, weil aus Angst, mit dem Finger auf Flüchtlinge zu zeigen, die Vorschriften sogar über den Umgang mit abzuschiebenden „Gefährdern” nicht verschärft wurden, so dass der Täter nach nur 2 Tagen aus der Abschiebehaft wieder freigelassen werden musste. Erst jetzt soll das geändert werden. Ebenso entsprechen die starken öffentlichen Proteste gegen Abschiebungen nicht unserer Sicherheitslage, jedenfalls wenn sich straffällig gewordene Flüchtlinge darunter befinden, wobei Frau Merkel bisher kein einziges Wort gegen diese Proteste gesagt hat.

Sehr viele Beobachter, die Sie nicht so wie mich der AfD zuordnen würden, teilen die Meinung, dass dieser Vorfall die Wiederwahl von Frau Merkel gefährdet. Das kann man bei einem Politiker durchaus als persönlichen GAU bezeichnen."



3549 21-12-16: Deutschland ist im Krieg - Von Nizza nach Berlin

Frage/Meinung:Was soll diese Betreff-Zeile aus Ihrer Feder?

Antwort:Genau, was sie sagt: Frankreich sieht sich vor allem seit Nice, als der Anschlag am Nationalfeiertag erfolgte, verstärkt im Krieg. Deutschland ist in ähnlicher Lage, zumal auch Deutschland an den Grenzen zu Irak und Syrien militärisch gegen den IS engagiert ist. Umso mehr mußte man sich auf Terrorangriffen vorbereiten, was offensichtlich nicht ausreichend geschehen ist und erst jetzt viel zu spät nach 12 Toten und vielen Verletzten geschehen soll. Außerdem scheint es nun doch ein "Flüchtling" zu sein, noch dazu ein bereits als "Gefährder" eingestufter, der auch schon durch Gewalttaten aufgefallen ist und der sich bisher offensichtlich immer wieder dem Zugriff der Behörden erfolgreich entziehen konnte. Von dieser Seite her ist Deutschland, wie schon die Vergangenheit gezeigt hat, besonders gefährdet. Offensichtlich sind bis heute die Behörden nicht ausreichend vorbereitet, um mit 1,5 Mio. unkontrollierten Neuankömmlingen umzugehen, und das, obwohl der IS immer wieder angekündigt hat, die Flüchtlingsrouten zu benutzen.

Fahren Sie mal nach Frankreich oder Großbritannien, wie ich das öfters tue, und Sie werden feststellen, daß man dort mit Überwachungskameras, Straßensperren bei besonderen Ereignissen, bewaffneter Polizeipräsenz (neben vielen unsichtbaren Maßnahmen) erkennbar mehr zur Sicherung und auch zur Beruhigung unternimmt als bei uns, wo man bisher jedenfalls schon wegen der Flüchtlingsdiskussion keine Beunruhigung der Bevölkerung wollte. Außerdem ist in Deutschland der öffentliche Dienst über sehr viele Jahre abgebaut und sehr schlecht bezahlt worden, gerade auch im Polizeibereich.


Frage/Meinung:ich finde das Gerede vom "Krieg" hier völlig daneben und unverantwortlich, in vielerlei Hinsicht. Es geht (wahrscheinlich, Genaues weiß man ja noch gar nicht) um Terrorismus, auf den mit polizeilichen und ordnungsbehördlichen Mitteln zu regieren ist und nicht militärisch (wie bei einem Krieg). Der kommt weiterhin höchst selten vor. Ich wohne in Berlin und fühle mich unverändert sicher und gehe auch auf Weihnachtsmärkte und überall sonst hin und finde die ganze von einigen verbreitete Hysterie und das Gerede von "Angst" für völlig unangemessen.

Es ist und bleibt dabei, dass die tägliche Teilnahme am Straßenverkehr weitaus gefährlicher ist als der Aufenthalt auf Weihnachtsmärkten oder bei anderen Großveranstaltungen und Menschansammlungen. Jedes Jahr sterben in Deutschland wegen Unfällen, "normaler" Kriminalität (wobei Morde sind meist Beziehungstaten, so gesehen sind die Verwandten und die eigene Familie objektiv gefährlicher als Fremde), ganz zu schweigen von Krankheiten usw. tausende Mal mehr Menschen als durch Terroranschläge. In einer großen Stadt sind viele Menschen, irgendwo gibt es immer Ansammlungen, wenn es jetzt überall große Kontrollen gäbe, gäbe es die Schlangen und Ansammlungen vor den Kontrollstellen und dann können die für Anschläge genutzt werden. Oder in großen Kaufhausern, Bahnhöfen, an tausenden Orten. Es ist völlig unmöglich und daher auch der Versuch sinnlos und schädlich, das mit mehr Kontrollen und Polizei usw. verhindern zu wollen. Ich will nicht mehr Kontrollen, mehr Polizei auf solchen Veranstaltungen, mehr Videoüberwachung, mehr Pseudosicherheit, in Wirklichkeit nur mehr Überwachung und Einschrankungen eines normalen und unbeschwerten und ungehinderten und hierzulande weiterhin sehr sicheren Lebens. Krieg ist in Syrien, in Irak, in etlichen Ländern der Welt, und das ist etwas völlig anderes als hier, hier herrscht tiefster Friede (außer sozial), niemand muss ernsthaft Angst haben vor Terroranschlägen oder Krieg. Wenn man Tote durch Lastwagen oder Autos verhindern will würde bessere Sicherungen für Radfahrer gegen rechtsabbiegende LKWs oder ein Tempolimit auf Autobahne zig mal mehr bringen als teure, häßliche und störende Betonpoller usw. Das ist alles purer Irrationalismus.

Antwort:Deutschland ist mit seinem Militär an den Grenzen zum Irak und Syrien längst im Krieg gegen den IS, dessen Kämpfer vermutlich den Terroranschlag in Berlin betrieben haben und mit ziemlicher Sicherheit weitere betreiben werden. Wie viele Anschläge, wie viele Tote (oder gar in Ihrer eigenen Familie) braucht es noch, bis Sie Ihre für mich ziemlich naßforsche Meinung ändern? Erklären Sie mal den Verwandten der Toten, daß viel mehr Menschen an Verkehrsunfällen sterben und deshalb die amtliche Nachlässigkeit bei der Sicherung des Weihnachtsmarktes keine Rolle spielt.



3547 12-12-16: Der andauernde Steuerwettlauf zugunsten von Kapitaleignern und Reichen reißt die soziale Kluft immer mehr auf

Frage/Meinung:Ausgezeichnete Analyse, wenngleich der substantielle Unterschied zwischen Ertragssteuern (Einkommen, Unternehmensgewinne) und Substanzsteuern (Erbschaft, Vermögen) zu kurz kommt. Wenn man auf den privaten Arbeitnehmerhaushalt abstellt, so wird Vermögen durch bereits einkommensversteuerten Nicht-Konsum gebildet und evtl. vererbt; eine Vermögens- und Erbschaftssteuer wirkt sich hier als doppelte Besteuerung aus. Die Erbschaftssteuer lässt sich nur aus der Sicht des Erben (d.h. Ertragszuwachs), offensichtlich nicht aus der des Erblassers begründen; daher sollte auch sein Vermögen zu Lebzeiten von einer Doppelbesteuerung befreit sein. Zudem volkswirtschaftlich : eine Vermögenssteuer wirkt kurzfristig zwar konsumfoerdernd, langfristig jedoch wachstumsmindernd.

Antwort:Die Vererbung ist der Hauptmotor für die zunehmende Ungleichheit (siehe Piketty), zumal in Zeiten niedrigen Wachstums. Eine höhere Erbschaftssteuer würde vor allem auf die sehr großen Vermögen gezielt werden. Sie ist dann auch nicht wachstumsmindernd, weil diese Kreise nur einen sehr kleinen Teil für Konsum ausgeben.


Frage/Meinung: Kleine Nachfrage (ich gestehe meine Inkompetenz): spielt es für die Besteuerung von Unternehmensgewinnen nicht eine Rolle, ob die Gewinne im Unternehmen bleiben oder ob sie ausgeschüttet werden?

Antwort: Seit 2009 gilt bei Kapitalgesellschaften der abgesenkte Steuersatz von 15 %, wozu in Deutschland aber dann noch die Gewerbesteuer und der Solidarbeitrag kommen (insgesamt 29,8 %). Der ausgeschüttete Gewinn wird mit einem Anteil von 60 % im Unternehmen versteuert und unterliegt dann in der Regel im Rahmen der Einkommenssteuer der Kapitalertragssteuer beim Anteilseigner. Die Absenkung des Steuersatzes der Körperschaftssteuer, um die es im Rundbrief ging, betrifft also sowohl die einbehaltenen wie die ausgeschütteten Gewinne.


Frage/Meinung: Sie schreiben: Dieser lächerlich kleine Anteil, der natürlich mit entsprechend steigenden Unternehmensgewinnen einseitig den in aller Regel wohlhabenden Kapitaleignern nützt. Ganz so dramatisch und ungerecht ist es aber nicht, wohlhabende Kapitaleigner zahlen nochmal 25% + Soli (in Summe 26,4%) auf die Ausschüttung. Damit werden die Gewinne von Kapitalgesellschaften nach meiner Rechnung mit rund 52% besteuert, bis sie nach Steuern beim wohlhabenden Kapitaleigner im Säckel landen . (Gerechnet mit 450% Hebesatz bei der Gewerbesteuer.) Das ist tatsächlich weniger als die 56% Prozent vor 30 Jahren, aber von den 4% geht das Abendland nicht unter . Sondern deshalb, weil multinationale Konzerne die Gewinne so schön verschieben können, bevor die (deutsche) Steuer zuschlägt. Der Mittelständler mit nur einem Standort (meist in Gemeinden mit >=450% Hebesatz) kann nur bitter auflachen, wenn Amazon in Luxemburg nicht einmal 1% Steuern zahlt.

Antwort:Der Anteil von gerade einmal 4,7 % des deutschen Steueraufkommens ist für mich in der Tat lächerlich klein. Seit 2009 beträgt der zentrale Unternehmenssteuersatz nur noch 15 % (der 5.-niedrigste unter 33 Ländern!). Mit Gewerbesteuer und Soli kommt der Steuersatz im Bundesdurchschnitt heute auf 29,83 %. Das ist erheblich weniger als die ursprünglich 59 %. Doch bekanntlich haben die Unternehmen viele Möglichkeiten der Steuervermeidung, weswegen die Körperschaftssteuer nur 4,7 % des gesamten Steueraufkommens erbringt (der drittniedrigste Anteil unter 32 Ländern). Ihre Rechnung vergißt, daß nur ein Teil der Gewinne ausgeschüttet wird und dann nur zu 60 % der Körperschaftssteuer unterliegt. Für diesen Teil ergibt sich einschließlich der Kapitalertragssteuer und Soli also ein Steuersatz von gerade einmal 45.6 %. Angenommen, die Hälfte der Gewinne würde ausgeschüttet, ergäbe sich ein durchschnittlicher Steuersatz von 37.7 %. Aber eigentlich darf man die Situation der Unternehmen und der Kapitaleigner nicht so zusammenwerfen. Die Kapitalertragsteuer liegt mit 25 % noch weit unter dem deutschen Spitzensteuersatz, den sie sonst auf Einkommen zahlen müssen. Früher galten die normalen und in der Praxis weit höheren Steuersätze. Und der deutsche Mittelstand ist bisher nicht untergegangen. Im Gegenteil den Unternehmen in Deutschland geht es im Durchschnitt sehr gut, nicht zuletzt weil ein großer Teil von ihnen direkt oder indirekt exportiert und der Export durch den künstlich abgesenkten Eurokurs subventioniert wird.


Frage/Meinung: Die Unterschiede in den Steuereinnahmen scheinen mir gar nicht so gravierend nach den Graphiken: Bei den Vermögens und Erbschaftsteuern liegen bsw.Schweden und Ö stereich die bekanntlich Renten von rund 70% und mehr zahlen können,nahe bei Deutschland mit seinen 2.9%. Bei den Kapitalsteuern fordern die sogar nur 25 bzw.22 statt wie hier 30%. Woher kommen also die viel höheren Steuereinnahmen für bessere Sozialleistungen ,Bildung, oder E-Auto Subventionen wie in Norwegen?

Antwort: Norwegen ist ein absoluter Sonderfall wegen der Öl-/Gasvorkommen. Schweden hat auch eine relativ hohe Lohnsteuerbelastung und einen fast doppelt so hohen Anteil des Einkommens aus Unternehmenssteuern (entscheidend ist nicht die Steuerquote, sondern was tatsächlich reinkommt). Österreich ist Deutschland vergleichbar.


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