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Einige Leserfragen und Meinungen zu den Rundbriefen und meine Reaktionen


3714 19-03-19: Was ist Heimat?

3. Frage/Meinung: Lebe, wie Sie auch im Ausland, meine Ehefrau hat muslimischen Hintergrund und wir beide wundern uns über Deutschland.

Antwort: Wer einmal einige Zeit im Ausland gelebt hat, kann die migrationsseligen Deutschen und vor allem diejenigen, die glauben, keine Heimat zu brauchen, nicht mehr verstehen. Wer den Begriff "Heimat" in die rechte Ecke schiebt (wie einer der Kommentare), muß schon ziemlich heimatlos sein und ist eigentlich nur zu bedauern.


2. Frage/Meinung: Zu Ihrer kritischen Haltung gegenüber Migration möchte ich folgendes beitragen: Gerade heute wurde auf Spiegel Online eine neue Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlicht, wonach 53% der Befragten die Migration als Chance sehen, und nur 17% der Befragten Integration ablehnen. Ich halte diese Studie für Propaganda, um eine positive Stimmung für weitere Migration zu schaffen.

Antwort: Das Interessante an der Studie ist, daß von denen mit einer Meinung 65,1 % die Meinung vertreten: "Deutschland hat sich mit der Aufnahme der Flüchtlinge übernommen und sollte vorerst keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen". Schon die Überschrift im Spiegel "Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung bewertet eine Mehrheit der Deutschen Einwanderung als Chance" ist irreführend, denn die Antworten beziehen sich nicht auf die kritische Zuwanderung aus den Asylherkunftsländern, sondern von überall her, wobei bei Weitem die meiste Zuwanderung aus der EU kommt. Erst im Kleingedruckten ist zu lesen, daß über die Hälfte der Bevölkerung der Meinung ist, Deutschland sollte weniger Menschen aufnehmen, die aus wirtschaftlichen Gründen und vor Armut fliehen; das aber tun die meisten Zuwanderer aus den Asylherkunftsländern.

1. Frage/Meinung: Heimat ist ein schwieriger Begriff! Warum kritisieren Sie die Türken, die auf türkisch bestellen und nicht die Deutschen im Ausland, die deutsch sprechen? Die Sprache ist nur ein Element. Heimat ist ein Kanon von gemeinsamen Werten, Idealen, Vorgehen. Heimat ist nicht notwendigerweise an eine spezielle Region gekoppelt. Der Gegenentwurf zu Heimat ist multi-kulti/bunt. Hier treffen sich alle in einem globalen Raum. Verschiedene Werte stehen gleichberechtigt nebeneinander. Von dieser linken Perspektive ist Heimat der "rechte" Gegenentwurf.

Antwort: Ich kritisiere nicht die Türken, die türkisch sprechen, sondern die nicht oder kaum integrierten Parallelgesellschaften in denen sie leben und in denen sie - wie in Kreuzberg - auch versuchen, ihr Scharia-Recht einzuführen. Deutsche im Ausland leben in der Regel nicht in Parallelgesellschaften. Natürlich hat Heimat für die meisten Deutschen einen lokalen Bezug. Dabei ist Heimat kein rechter Gegenentwurf, sondern eine ganz natürliche Gefühlslage, wie es sie überall in der Welt gibt, daher mein Hinweis auf Frankreich oder Großbritannien. Mein Sohn beispielsweise fühlt sich in Köln und beim KFC zu Hause, obwohl er lange im Ausland gelebt hat. Der "globale Raum" ist eine deutsche Sehnsucht, die das Ausland nicht teilt und die weitgehend gescheitert ist. Sie stammt zum Teil aus der Erfahrung der deutschen Teilung ohne Nationalstaat und vor allem aus dem "schlechten Gewissen" wegen des von den Deutschen demokratisch ins Amt gebrachten mörderische Hitler-Regimes. Der globale Raum nützt den Wohlhabenden weit mehr als der Arbeiterklasse und den normalen Menschen in Deutschland. Meine sozial-politische Einstellung ist übrigens links von der SPD und mit der AfD habe ich nichts am Hut.



3713 11-03-19: EU - Was nun?

6. Frage/Meinung: Eine sehr gute Analyse hinsichtlich der unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen in der EU. Warum jedoch ein einheitlicher europäischer Mindestlohn gut sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Sicherlich ist der deutsche Mindestlohn viel zu niedrig, bei einem hohen einheitlichen Mindestlohn in der Eurozone würde dies doch für einige Länder die größten Wirtschaftsproblem für deren Strukturen aufwerfen.

Antwort: Ein einheitlicher Mindestlohn ist einer, der nach den gleichen Methoden aufgebaut ist und dann natürlich die Kaufkraft und die Lage des Arbeitsmarktes mitberücksichtigt. Das ist nicht derselbe Mindestlohn für alle. Aber beispielsweise müßte Deutschland seinen Mindestlohn mindestens auf das französische Niveau anheben, wenn man die Lage an den beiden Arbeitsmärkte berücksichtigt, wobei sich Deutschland wirklich einen viel höheren Mindestlohn "leisten" kann. Alles Andere ist deutsches Lohndumping zu Lasten der Partner und natürlich der in Deutschland dem zu niedrigen Mindestlohn unterworfenen. Auch müßte sich Deutschland zu weit besseren Kontrollen verpflichten.


5. Frage/Meinung: Wie immer ein interessanter Artikel mit hochinteressanten Graphiken, wenngleich ich in Ihrer Betrachtung der Staatsschulden die Target 2-Bilanzen schmerzlich vermisse. Ihre Befürchtung über ein Wirtschaftsdesaster in GB nach dem Brexit teile ich nicht - ich sehe hier vorwiegend Meinungsmacher der EU-Befürworter. Zu wenig wird m.E. der grundlegende Fehler der EU angesprochen, nämlich die völlig undemokratische Struktur (etwa Zwangseinführung des Euro ohne Befragung der z.B. deutschen Bürger, zwangsweise "Nachwahl" zur EU-Verfassung in Ländern, wo das Abstimmungsergebnis den EU-Granden nicht passte) mit einer Gesetzgebung in Brüssel, an der nicht ein einziger von der Bevölkerung gewählter Mandant sitzt, ebenso die absurde Ungleichgewichtung der Stimmen der Bürger der Mitgliedsländer im Straßburger Parlament etc. Alle bestehenden Regelungen könnten viel besser (und vor allem demokratischer und volksnäher) zwischen den Nationalstaaten ausgehandelt werden. Die Befürchtung, dass sie schlimmstenfalls in eine EUdSSR münden wird (und soll), wachsen jeden Tag.

Antwort: Ich weiß nicht, ob Sie das alles wirklich erst meinen, wie Ihre Befürchtung einer EUdSSR. Target 2 ist weitgehend Kehrseite der dargestellten Staatsverschuldung, vor allem bei Italien. Brexit-Sorgen gibt es genauso im britischen Parlament und mit einer EU-Meinungsmache haben sie wenig zu tun. Dieser Rundbrief soll den Spaltungen der EU nachgehen, nicht allen ihren Problemen und grundlegenden Fehlern (dazu müßte ich wieder ein ganzes Buch schreiben); auf die Verlagerung aller politischer Verantwortlichkeiten von den Bürgern weg in anonyme, nicht mehr demokratisch kontrollierbare Gemeinschaftsinstitutionen habe ich doch hingewiesen.


4. Frage/Meinung: Ich finde Ihre dauernde Kritik an China ziemlich eintönig. China schafft mit dem Seidenstrassenprojekt Arbeitsplätze und reale Werte. Bei Allem was Sie China vorwerfen und für die zukunft prophezeien kann ich nur sagen: "Die USA sind schon da". Die deutsche bzw. europäische Wirtschaft wird seit Jahrzehnten von US Hedgefonds ausgebeutet. Unter Trump werden europäische Politiker regelrecht erpresst, siehe teures, umweltfeindliches Fracking Gas aus den USA anstelle biligem Erdgas aus Russland. Die DAX Unternehmen haben 2017 110 Milliarden Euro Gewinn gemacht, aber nicht in Deutschland investiert. Der Gewinn ist sofort an Hedgefonds in den USA gegangen, für Finanzspekualtionen. Ich teile Ihre Meinung zum Brexit nicht. Ich glaube es gibt einen harten Brexit und die City of London wird Stärker mit der Wallstreet zusammenarbeiten. Zum Schaden von Deutschland.

Antwort: Was Sie eintönig finden, an dem haben die meisten Leser großes Interesse (wie auch die Bewertungen zeigen; schließlich zwinge ich Sie nicht, die Rundbriefe zu lesen). Ich halte Sie ja nicht davon ab, alles an China schön zu finden und alles an den USA schlecht. Was Sie schreiben, ist ziemlich einseitig und bestimmt nicht zutreffend, besonders hinsichtlich der Ausbeutung. Deutsche Unternehmen können das auch ganz gut, und tun es schon lange, auch an ihren Arbeitnehmern, und die Gewinne gehen zunächst in private Taschen und nur zu kleineren Teilen in Hedgefonds, die im Übrigen im vergangenen Jahr viel Geld und daher viele Kunden verloren haben. Vom Brexit verstehe ich vielleicht mehr als Sie, da ich einen großen Teil des Jahres in Großbritannien und da ausgerechnet in Nord-Irland lebe.


3. Frage/Meinung: Was immer vergessen und nicht berücksichtigt wird: D ist immer noch ein besiegtes Land und besetzt. Wahre Souveränität kennen wir nicht. Im Jahr 1990 waren etwa 20% der Dax Unternehmen in angelsächischer Hand, heute sind es über 90%. Unsere Exportüberschüsse, die z.B. China für Investitionen nutzt, versickern bei uns, obwohl sie ja ein Guthaben für D sein sollte. was sich inzwischen auf ca. 4 Bill. € belaufen müsste. In Wirklichkeit wir diese Geld grossteilig in nie wieder einbringbare Kredite verwandelt, ist sozusagen verschenkt oder eine Form der Tributzahlung, siehe auch Target II. Als solche kann man auch die das "Verschenken" der städtischen Wohnungen Infrastruktur usw. usf. werten. Und natürlich ist die liberale Einwanderungspolitik nicht der Wille der Deutschen sondern eine aufoktroyrte Massnahme.

Antwort: Da bin ich anderer Meinung. Wir sind souverän, soweit wir nicht Rechte an die EU abgegeben haben. Von 2. Weltkrieg und Besetzung kann man nicht reden. Der Dax ist soweit in ausländischen Händen, weil die Deutschen Aktien-Muffel sind. Exportüberschüssen sind eine deutsche Leidenschaft und sich kein erzwungener Tribut. Die Merkel'sche Immigrationspolitik entsprach durchaus zunächst einer weitverbreiteten Willkommenskultur, die aus deutsche Dummheit gekommen ist und uns nicht aufgezwungen wurde.


2. Frage/Meinung: Was ich vermisse ist eine Unterscheidung der Migration aufgrund politischer Verfolgung einerseits und wirtschaflicher Motive andererseits sowie eine empirische Unterfütterung der Ursachen, insbesondere der nationalen Exportstrategien und ihren Wirkungen in den emigrierenden Ländern.

Antwort: Die Migration wurde zuletzt vor allem durch lokale Kriege angetrieben. Soweit sie aus Afrika kommt, ist sie vor allem das Ergebnis korrupter Regime und einer unsinnig hohen Geburtenrate in islamischen Ländern. Mit Exportstrategien hat das wenig zu tun.


1. Frage/Meinung: Interessante Aspekte. Warum fokusieren Sie sich auf die neoliberale Staatsverschuldung? Für eine Volkswirtschaft ist nur die Gesamtverschuldung wichtig. Warum spielt die unterschiedliche Umweltpolitik keine Rolle? Dies ist ein weiterer Spaltkeil in der EU. Warum ist die sinkende Wettbewerbsfähigkeit D's kein Problem? Wir haben es versäumt, mehr Wettbewerb und weniger Regeln zu schaffen. Nach der Logik des Euros kann diese nur durch Absenkung der Sozialleistungen wiedergewonnen werden (siehe Gr).

Antwort: Die Staatsverschuldung ist nun mal einer der wichtigsten Streitpunkte in der EU, und das zurecht. Wenn der italienische Staat seine Zinslast nicht mehr tragen kann, wird das ein Griechenland hoch drei. In der Umweltpolitik sitzen die Länder wegen der grenzüberschreitenden Wirkungen im gleichen Boot; so muß Deutschland jetzt bei der Kohle einlenken und im KfZ-Bereich wird die Elektromobilität überall angestrebt. Weniger Wettbewerb aus Deutschland kann der EU nur nützen. Die Logik des Euros auf Sozialleistungen ist natürlich fatal; deswegen hätte man ihn nicht einführen dürfen (wie ich oft geschrieben habe).



3712 04-03-19: Merkels Migranten-Rechnung

5. Frage/Meinung: Man kann über Sinn Kosten und Methode von Migration diskutieren oder hetzen. Sie haben sich für letztere Methode entschieden. Ihren entsprechenden Rundbrief werden ich gut aufbewahren. Ich verstehe Sie nicht mehr. Langsam habe ich den Eindruck daß hier ein von wem auch immer gesteuerter Panik-Bot am Werke ist. Empört (folgt der Name).

Antwort: Meinerseits verstehe ich Sie nicht. Meine Daten zu den Kosten kommen teils aus der NZZ, einem sehr seriösen Blatt, und entsprechen weitgehend auch Angaben der Bundesregierung, wie von Minister Müller. Andere Daten zur Bildung kommen von der OECD, die Warnung vor nigerianischen Gangstrukturen von der Bundesregierung, zu der der BND gehört. Wo ist die Hetze? Es ist schade, daß bei diesem Thema so viele Menschen total emotional reagieren. Bei einer Forsa-Umfrage unter Jugendlichen meinte die Hälfte, man könne Meinungen zu bestimmten Themen nicht äußern, ohne als rechts oder rechtsradikal abgestempelt zu werden. Muß ich dankbar sein, daß Sie mich nicht einen "Nazi" nennen? Keiner hat übrigens so niedrig bewertet wie Sie (dagegen haben von bisher über 100 Bewertungen 85 % die höchste und weitere 8 % die zweithöchste Bewertung gewählt, alles Hetzer oder Nazis?).


4. Frage/Meinung: Erstaunlich ist das relativ gute Abschneiden der skandinavischen Länder und der klassischen anglophonen Länder (Canada, Australien, Neuseeland,aber auch USA)in der Bildungsfrage. Liegt das wohl an den traditionell hohen Bildungsanstrengungen (z. B. in Skandinavien) oder ggf. an dem Quotensystem (z. B. Kanada, Neuseeland, USA) ?

Antwort: Bei den skandinavischen Ländern dürfte das gute Bildungssystem helfen, bei angelsächsischen ist es die Einwanderungspolitik, die nur Migranten mit ausreichender Bildung ins Land läßt.


3. Frage/Meinung: Was mir bei allen Kostenrechnungen fehlt, wer profitiert den von den Zahlungen an die Migranten. Die geben doch das Geld wieder aus, die Euros verschwinden ja nicht und bleiben meist ja doch im Land.

Antwort: Die Euros bereichern natürlich Händler und Vermieter, etc. .Andererseits verschwinden sie aus den öffentlichen Kassen und müssen mit Einsparungen an anderer Stelle und evtl. Steuererhöhungen ausgeglichen werden. Insgesamt wird Deutschland ärmer.


2. Frage/Meinung: Sind die 20 Mrd pro Jahr jetzt viel oder wenig? Letztlich hängt dies davon ab, was man sonst mit dem Geld tun würde. Da wir aber keine öffentliche Planung haben, was die verschiedenen anstehenden Änderungen kosten werden, bleiben die Alternativen im Dunkel und jeder macht sich seine eigenen Gedanken.

Antwort: 20 Mrd. Euro entspricht rund einem Fünftel aller Steuereinnahmen des Bundes in 2018 von 108,6 Mrd. Euro oder mehr als der Soli von 18,9 Mrd. Euro. Das sollte Ihnen etwas sagen und Ihnen eigene Gedanken erlauben.


1. Frage/Meinung: Haben die "Flüchtlinge" mit ihrem Konsum nicht das BIP ein halbes Prozent gesteigert? 0,005 x 3.600.000.000,-€ = 18 Mrd €.

Antwort: Dann können Sie auch an den Weihnachtsmann glauben. Zwar geht der Konsum in das BSP ein, dafür werden aber die Konsumspielräume anderswo begrenzt, denn dieser Konsum wird ja nicht erarbeitet, sondern kommt aus der Sozialkasse. Nach dem gleichen Prinzip könnte man Geld aus dem Hubschrauber abwerfen und das als Konjunkturprogramm verkaufen.



3711 25-02-19: Zur wahren Lage der teilzeitarbeitenden Frauen in Deutschland

2. Frage/Meinung: Hallo, finde sonst alle Ihre Rundbriefe toll. Dies ist meine erste Reaktion. Meine Frau findet Teilzeit super. Sie hat das Recht auf Arbeitszeitverkürzung vor acht Jahren in ihrem Betrieb geltend gemacht und nie bereut.

Antwort: Dass Ihre Frau Teilzeit super findet, sagt doch nichts über die Masse der Teilzeit Arbeitenden. Ihre Frau arbeitet sicher nicht als Putzfrau? Was sollen dann solche Beurteilungen? Ich schreibe meine Rundbriefe nie für die glücklichen Ausnahmen. Hier sind Sie unter vielen Beurteilungen jedenfalls die einzige negative.


1. Frage/Meinung: Wie ist in Abb.20074 der Begriff vom "halben Durchschnittseinkommen" zu verstehen? In einer früheren Abb. 20073 ist der für mich verständlichere Begriff vom "letzten Arbeitseinkommen" aufgeführt. Und in Abb. 20073 auf ebenfalls 38,2%, Dänemark aber auf 86,4% gegenüber den 123,4% in Abb. 20074. Warum über 100% - das kann ich nicht nachvollziehen.

Antwort: Abb. 20074 bezieht sich auf das letzte Arbeitseinkommen, wie auch Abb. 20073: es geht also um die Menschen deren letztes Arbeitseinkommen halb so groß war wie das durchschnittliche Arbeitseinkommen. Auf 123,4 % kommt Dänemark, weil es eine staatliche Mindestrente gibt, die vom letzten Arbeitseinkommen unabhängig ist.



3710 18-02-19: Xi-Jinpings neues, aggressiveres China - Teil 2

2. Frage/Meinung: für mich mit etwas reichlich Panikmache...

Antwort: Lesen Sie doch bitte mal die verlinkte Rede von Bill Clinton. Darin werden die Illusionen des Westens glasklar. Das Minus gegenüber diesen Illusionen aufzuzeigen, ist m.E. keine Panikmache. Auch Xis Drohung mit einem "blutigen Kampf" gegen die "Feinde" Chinas spricht für sich. Hier ist meiner Meinung nach Vorsicht, nicht Nachsicht angezeigt. Mehr dazu in meinem neuen Buch, falls es genug Interessenten findet. Übrigens wurde mir Panikmache bei China schon vor 13 Jahren aus dem linken Lager vorgeworfen.


1. Frage/Meinung: Geostrategisch aber auch militärisch scheint sich ein Wettringen zwischen den USA und China um die "Weltherrschaft" anzubahnen. Erklärt dies auch das weitere Aufrüsten von Russland in neuester Zeit?

Antwort: Da China immer weiter aufrüstet, aber jede Vereinbarung ablehnt, müssen sich andere Länder, gerade auch Rußland, bedroht fühlen. Deswegen hatte Merkel China aufgefordert, sich an Abrüstungsverhandlungen zu beteiligen, nachdem der INF gescheitert ist. Daß sie dazu gleich eine Ablehnung aus China kassierte, muß nachdenklich machen.



3709 12-02-19: Xi-Jinpings neues, aggressiveres China

2. Frage/Meinung: wäre das Thema 'China' nicht ein Buch wert?

Antwort: Habe ja schon eines zu China geschrieben. Vielleicht sollte ich an eine Neuauflage gehen, wenn ich die Zeit dafür habe.


1. Frage/Meinung: In Deutschland und USA ist Georg Orwell bereits Realität. Unsere Politiker verkaufen ihre Saufereien nur besser.

Antwort: Gemessen an China sind Deutschland und USA von Orwell noch ziemlich weit weg.



3708 06-02-19: Grundrente: Das Reförmchen

2. Frage/Meinung: Nach meiner Meinung ist das Rentenproblem nur zu lösen, wenn alle Beschäftigten (Beamte, Politiker, Selbständige, Ärzte) einzahlen.

Antwort: Das ist sicher richtig. Doch das allein beseitigt die Ungereimtheiten des Heil-Konzepts nicht und würde immer noch weit hinter dem dänischen System zurückbleiben. Bei Beamten müßten dann die Gehälter entsprechend steigen, denn die im Vergleich zur Privatwirtschaft niedrige Besoldung hängt auch mit dem Beihilfesystem (und dem sicheren Arbeitsplatz) zusammen.


1. Frage/Meinung: Ein Hinweis auf das Rentensystem in Österreich wäre mir lieber gewesen. Denn dort zeigt sich, dass eine umlagefinanzierte Altersversorgung funktionieren kann.

Antwort: In internationalen Vergleichen, wie dem Global Pension Index des Beratungsunternehmens Mercer, schneiden Dänemark und die Niederlande regelmäßig ganz oben ab. Beide Länder kombinieren eine staatliche Grundrente mit einer starken kapitalgedeckten Absicherung, die vor allem über die betriebliche Altersvorsorge läuft. Dänemark kommt im Ergebnis auf 80,2 Punkte, Deutschland auf 66,8 und Österreich auf nur 54. Das österreichische System bringt zwar derzeit eine relativ hohe Rente, hat aber -anders als das dänische - den Nachteil relativ hoher Beitragsbelastungen, weil es fast total umlagefinanziert ist. Beiträge von derzeit 22,8 % (gegenüber 18,7 % in Deutschland) belasten die jüngeren Generationen. Mit der auch in Österreich zunehmend zu erwartenden Vergreisung der Bevölkerung wird die Belastung weiter ansteigen, siehe hier. Die Nachhaltigkeit dieses Systems ist daher zweifelhaft, anders als die des dänischen. Die Sozialbeiträge pro Bevölkerung und Jahr lagen übrigens 2016 für Dänemark bei 2897 €, Deutschland 7752€ und Österreich 7490 €.



3707 04-02-19: Frißt die neoliberale Revolution nun ihre Kinder?

6. Frage/Meinung: Immerhin hat die Globalisierung rd. 7 - 800 Millionen Chinesen aus der Armut gerettet. Dennoch teile ich Ihre Kritik.
S.9: Ist das ein Fehler? In der Graphik 20203 bewegen sich die grenzüberschreitenden Bankenforderungen von 65% (2007) zu 55% ( 2017), während oben steht: "Grenzüberschreitende Bankkredite nahmen von 60% des BIP 2006 auf etwa 36% ab." Bezieht sich der nächste Satz auf 20202?

Antwort: Das mit den 800 Mio. Chinesen, die durch Globalisierung aus der Armut gerettet worden sein sollen, ist eine der übelsten Lügen der Globalisierer. So meldete beispielsweise die TAZ vor zwei Jahren: "Chinas Einbindung in die Weltmärkte ist es zu verdanken, dass das Riesenreich innerhalb von zwei Jahrzehnten von einem rückständigen Land zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen konnte. In den 1990er Jahren lebte noch jeder Vierte der 1,3 Milliarden Chinesen unterhalb der Armutsgrenze. Heute sind es weniger als 10 Prozent."
Die Weltbank kam jedoch in ihrer sorgfältigen Analyse von 2009 unter dem Titel "Von armen Regionen zu armen Menschen" zu dem Ergebnis, die Beseitigung der Zwangskommunen und der Übergang zum System der Verantwortlichkeit der Haushalte sei der wichtigste Einzelgrund für den raschen Abbau an Armut gewesen, den China in der ersten Hälfte der 80er Jahre erlebt hätte. Wie die Weltbankexperten Martin Ravallion and Shaohua Chen schon in ihrer bahnbrechenden Arbeit von 2004 feststellten, fand das Meiste an Armutsabbau der ländlichen Bevölkerung, auf die etwa 99 % der Armut in China konzentriert sind, bis etwa 1985 statt, auch wenn er seitdem nicht völlig zum Stillstand gekommen ist siehe hier. Aber erst fast 10 Jahre später, um 2004 mit einer von 10 % auf 15 % des BIP anspringenden Exportquote, trat China in das Zeitalter der Globalisierung ein, als der Abbau der selbstverschuldeten Giga-Armut schon weitgehend geschafft war siehe hier.
Der Satz muß korrekt heißen: Grenzüberschreitende Bankkredite nahmen von 68 % des BIP 2008 auf etwa 55 % ab (Abb. 20203).


5. Frage/Meinung: Was ist Ihre Meinung zum Buch von Flassbeck/Steinhardt: Gescheiterte Globalisierung ?

Antwort: Flassbeck war Staatssekretär unter Lafontaine und ordnete sich mit ihm weit links ein. Später wurde er Senior-Ökonom bei der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung UNCTAD, dann bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand Chef-Volkswirt der UNCTAD, seit August 2003 auch Leiter deren Abteilung für Globalisierung und Entwicklung. In dieser Zeit war er begeisterter Anhänger der Globalisierung und nahm China, das wichtigste UNCTAD-Mitglied, ständig gegen Kritik, die damals schon berechtigt war, in Schutz. Seine Schuldzuweisung von heute an den aufblühenden Wirtschaftsliberalismus ist daher nicht nachvollziehbar, zumal die UNTAD an dieser Entwicklung kräftig mitgewirkt hat. Schon die bedingungslose Aufnahme Chinas in die WTO und der Glaube, daß das Land zu einer perfekten Marktwirtschaft würde, waren große von UNCTAD und Flassbeck mitgetragene Fehler. Schon damals ist die neoliberale Globalisierung aus dem Ruder gelaufen, nicht erst in der jüngeren Vergangenheit. Das Konzept dieser Globalisierung und seine Triebkräfte waren immer dieselben, schon zu Flassbecks blauäugigen Zeiten bei der UNCTAD. Flassbeck stand auch hinter den grob verharmlosenden Ansichten von Albrecht Müller zur Globalisierung. Vor diesem Hintergrund werde ich mir das Lesen des Buches ersparen. Es ist schlimm, wenn Menschen nicht zu ihrer Verantwortung stehen, nachdem sie sich durch eine hohe Besoldung für einen falschen Kurs vereinnahmen ließen.


4. Frage/Meinung: Ja aber die Lösung. Wie bekommt man die Massen zur Vernunft??? Durch "Gelbwesten " oder wie?

Antwort: Die Massen lernen an ihrem eigenen Geldbeutel, nicht nur in Frankreich. Und die politischen Parteien lernen im eigenen Interesse, darauf Rücksicht zu nehmen. In Deutschland geht das leider sehr viel langsamer als anderswo, doch wenn die globale Konjunktur einbricht, wird Deutschland besonders stark betroffen sein, was den Lernprozeß auch hier beschleunigen wird. Leider ist die Dummheit in Deutschland immer noch weit verbreitet.


3. Frage/Meinung: Die Nachteile der Globalisierung,besonders die für Deutschland, werden treffend beschrieben. Allerdings ist der in Abb. 20202 genannte Begriff "FDI" mir nicht gel äufig. Wäre hier nicht eine Beschreibung dieser Grafik angebracht gewesen?

Antwort: FDI (Foreign Direct Investment) ist im Text vor der Grafik erklärt: "Im Ergebnis sank der globale Wert grenzüberschreitender Investitionen … (Abb. 20202).


2. Frage/Meinung: Ein beschreibender Beitrag in Verbindung mit einem Rückblick.

Antwort: Mit Verlaub: Das ist nicht nur eine Beschreibung mit Rückblick, sondern eine volle Bewertung, die Sie wahrscheinlich nirgendwo sonst auf dem Netz so finden werden. Und aus dem Rückblick läßt sich sehr viel lernen!


1. Frage/Meinung: Globalisierung ist insofern gut, dass damit das Lebensniveau angehoben wird. Die globale Armut wird kleiner. Globalisierung ist insofern schlecht, dass über die Multis Wettbewerb reduziert wird und die Politik auf die Seite der Multis geschlagen hat. Wenn wie Sie selbst sagen, China sich einen Wettbewerbsvorteil verschafft (Dumping von Löhnen, Krediten und Umweltauflagen), und gleichzeitig unsere freiheitlichen Werte untergräbt, dann müsste eigentlich auch die EU in den Wirtschaftskrieg mit China auf der Seite der USA eintreten. Verschärft wird die wirtschaftliche Situation in Deutschland durch die Position der CDU,SPD, und Grüne. Wenn dt Arbeitnehmer einen Nachteil durch die steigenden Umweltauflagen und Lohndumping in China erleiden , dann müsste dieser Nachteil durch Zölle ausgeglichen werden. Dies gelingt aber nur, wenn die Migration begrenzt wird, denn sonst verhindert steigendes Arbeitsangebot , dass die Löhne und damit auch der Konsum pro Bürger steigen können.

Antwort: Das ist leider nicht so einfach mit der Globalisierung. Weder wird allgemein das Lebensniveau angehoben, noch geht es nur um die Multis. Nur ein Teil der Länder hat von der Globalisierung wirklich profitiert, vor allem die exportstarken, wie China und Deutschland. Andererseits leidet überall die Umwelt, durch die globalisierungsbedingte Ausplünderung des Planeten, werden Bürgerrechte durch sogenannte Freihandelsabkommen unterlaufen und Regierungen entmachtet. Globalisierungsschritte in Europa, wie die ständige Ausdehnung der EU und die Schaffung der Eurozone waren Fehler, mit schlimmen Konsequenzen. Die "win-win"-Formel, der auch Merkel anhängt, ist naiv.



3706 28-01-19: Nun integriert mal schön

3. Frage/Meinung: Was ich schon lange wissen wollte: Warum? Warum macht jemand, der bereits 2002/ 2003 eine geregelte Zuwanderung gefordert hat, 2010 Multikulti totgeredet hat, warum macht jemand sowas? Sie selbst hat dies nie wirklich glaubhaft erklärt ..

Antwort: Sie hat sich natürlich die Karten gelegt. Wahrscheinlich glaubte sie, in die Geschichtsbücher der Welt als eine Mutter Theresa einzugehen und den Schatten des Holocaust ein Stück zu verkürzen, sowie gleichzeitig ihre Position bei dem blauäugen Bürgertum in Deutschland zu festigen. Da sie in der DDR zu Zeiten des proletarischen Internationalismus sozialisiert wurde, war die Hemmschwelle ohnehin abgebaut und der Blick auf die nationalen Interessen getrübt. Womit sie allerdings nicht gerechnet haben dürfte, war die Millionenzahl der Zuwanderer und das Kippen der Stimmung in Deutschland. Im Ergebnis konnte sie auch den Schatten des Holokaust nicht verkürzen, sondern hat ihn mit den antisemitischen Zuwanderern und dem Aufstieg von antisemitischen Kräften in der AfD eher länger gemacht.


2. Frage/Meinung: Danke für die klaren und ziemlich eindeutigen Tatsachen, welche Sie immer in einer sehr objektiven Sprache zur Darstellung bringen. das ist sehr wichtig. Was mich allerdings generell stört ist das Verwenden des Begriffs "Flüchtlinge". Open Doors spricht von etwa 260 Mill. Flüchtenden, 80% Christen. Diese aber kommen hier nicht an, stattdessen die, welche dem Glauben angehören, der diese wirklich Flüchtenden meist erzeugt. Auch aus persönlichen Beobachtungen sehe ich hier vor allem Menschen, die besser leben wollen, ohne allgemein geltende Fluchtgründe.

Antwort: Fast alle Migranten mit irakischer oder syrischer Staatsangehörigkeit bekommen bei uns als "Flüchtlinge" Asyl, obwohl die allermeisten in sicheren Lagern in der Türkei oder im Libanon gelebt haben. Sie sind deshalb reine Wirtschaftsflüchtlinge. Da aber Irak und Syrien als unsicher gelten, werden sie dorthin nicht abgeschoben und Erdogan nimmt sie erst recht nicht zurück in die Türkei, schon wegen des Paktes mit Merkel.


1. Frage/Meinung: Zufällig sah ich am 22.01.19? (dem Tag, an dem Merkel in Davos eine Rede hielt) die frz.-sprachigen Nachrichten der Schweiz. Die Nachrichtensprecherin berichtete, dass M. in einem Interview mit einem Journalistenkollegen auch zur Situation der seit 2015 nach D. gekommenen Migranten befragt wurde. Sie habe geantwortet : "Ils ont presque tous trouvé un travail" - also, "sie haben fast alle eine Arbeit gefunden". Die Nachrichtensprecherin nahm dies als Tatsache hin. Man staunt über eine solche Aussage.

Antwort: Leider ist das genau die Fake-Welt in der die Kanzlerin lebt. Selbst die deutschen Nachrichten berichten nur von einem Drittel in Arbeit, wobei die meisten nur zeitweise und in sehr niedrigen Arbeiten beschäftigt sind.



3705 23-01-19: Steuergeschenke an Bestvermögende und eine ausgebremste Transferfunktion

4. Frage/Meinung: Jeder Ihrer großartig belegten Artikel ist ein Genuss! Jedoch: Sie beklagen die geringe Vermögens- und Erbschaftsbesteuerung. Jede Besteuerung von Besitz, der aus bereits versteuertem Einkommen angesammelt wurde, ist ein massiver Rechtsbruch : Vermögensbesteuerung ist letztlich Enteignung, damit zugleich Bruch des fundamentalen Menschenrechtes auf Schutz des Eigentums. Ich staune immer, wie leichtfertig dieses - neben Schutz des Lebens und Schutz der Freiheit - wichtigste Menschenrecht auch von gescheiten Menschen außer Kraft Gesetz wird. Oder hat die DDR doch Recht gehabt?

Antwort: Was hat das mit der DDR zu tun? Wollen Sie eine immer ungleichere Gesellschaft? Vererbung großer Vermögen ist die Hauptkraft hinter der dramatisch zunehmenden Ungleichheit. Die meisten anderen vergleichbaren Gesellschaften schützen sich dagegen mit angemessenen Erbschaftssteuern und mit einer Vermögenssteuer. Das war auch in Deutschland so bis in die 70er Jahre, als die Neoliberalen übernahmen. Mit zunehmender Ungleichheit wird unsere Gesellschaft irgendwann einen Trump haben. Wollen Sie das?


3. Frage/Meinung: Die Vermögensteuer wird seit 1997 nicht mehr erhoben. Damals war noch Kohl Kanzler.

Antwort: Sie wurde vom Bundesverfassungsgericht damals wegen eines Formfehlers ausgesetzt. Doch Schröder lehnte es später ab, den Mangel zu reparieren, was möglich gewesen wäre.


2. Frage/Meinung: Bei Kapitalertragssteuer berichten Sie falsch. Wenn ich früher 1Mio durch Dividenden eingenommen habe, dann habe ich 56% der Dividenden erstattet bekommen (Erstattung Körperschaftssteuer ) und auf den Rest die 56% gezahlt. Dies ergibt einen effektiven Steuersatz von 24,6% auf Dividendenerträge. Jetzt sind dies mehr. Gewinne auf Aktien waren nach 1J Steuerfrei. Der Staat belastet Kapitaleinkommen stärker als früher. Das Problem sind die Lohnzurückhaltung der Gewerkschaften.

Antwort: Leider ist Ihre Reaktion falsch, denn die Erstattung der Körperschaftssteuer traf nur bei Dividendenzahlungen zu. Doch die meisten Einnahmen der Kapitalertragssteuer kommen von Zinsgewinnen und vor allem Kursgewinnen bei Aktien, die in den letzten 10 Jahren für den DAX bei 163 % (!) lagen.


1. Frage/Meinung: Ich bin sehr überrascht, dass Sie den Sinn von Steuern in einer Umverteilungsfunktion und nicht in einer Finanzierung notwendiger Staatsausgaben. Absolut zahlen die Reichen die meisten Steuern, ohne hierfür jedoch einen höheren Gegenwert zu erhalten als Geringverdiener. Leistung sollte sich lohnen und nicht bestraft werden. Davon abgesehen: Das Steueraufkommen war noch nie so hoch wie aktuell und die Steuern werden alles andere als sinnvoll verwendet

Antwort: Natürlich dient das Steuersystem der Finanzierung der Staatsausgaben. Doch soll und muß es dabei sozial verträglich gestaltet sein. Die dafür dienende Steuerprogression, die einem sozialen Transfer diente, ist jedoch immer weiter abgebaut worden, wie ich vorführe, und dazu kommen noch die vielen Schlupflöcher und -oasen. Die Reichen zahlen nur bei der Einkommenssteuer die meisten Steuern, doch nicht mehr wenn die indirekten Steuern und andere Abgaben berücksichtigt werden, die alle gleich treffen, wobei die Reichen ja nur eine kleine Minderheit sind. Die Einkommenssteuer allein deckt nur 39 % der Steuereinnahmen. Das sollten Sie nicht vergessen. Das Steueraufkommen profitiert derzeit von der guten Wirtschaftskonjunktur, doch deren Zukunft ist sehr unsicher geworden. Deutschland hat jedenfalls eine der niedrigsten Steuerquoten in W-Europa, und das allein sagt sehr viel über die sozialen Spielräume.



3704 17-01-19: Brexit oder "Welcome back"

p>5. Frage/Meinung: Ist die Lage zwischen Nordirland und Irland so prekär? Wieso? Anstatt an dieser Grenze zu kontrollieren könnte man vereinbaren, die Zollkontrolle zwischen Irland-Insel und England zu verschieben . Exklaven solcher Art gab und gibt es auch anderswo, z.B. Kleinwalsertal, Gemeinde Jungholz, Samnaun. Die territoriale Zugehörigkeit von GB wäre ja weiterhin gegeben ...

Antwort: Nach einem langen, blutigen Bürgerkrieg mit tausenden von Toten und einer hunderte Jahre alten Geschichte, müßte Großbritannien wieder Militär an die Grenze schicken, um seine Zöllner zu schützen. Dieses britische Militär würde sofort Zielscheibe der IRA. Natürlich könnte die Grenze auf die irische See verschoben werden, das aber lehnt die nordirische UDP, auf deren Unterstützung May im britischen Parlament angewiesen ist, strikt ab.


4. Frage/Meinung: "weil Großbritannien für einen sehr langen Zeitraum daran gehindert sein könnte, eigene Handelsabkommen mit anderen Ländern abzuschließen und gleichzeitig auf die Handelspolitik der EU keinen Einfluß mehr hätte." Mir scheint da jemand über den Tisch gezogen worden zu sein. Oder sehe ich das falsch?

Antwort: Es war Mrs. May, die diesen Vorschlag unterbreitete, da es wahrscheinlich für die irische Grenze keine andere Lösung gibt, außer in der Zollunion zu bleiben, was Mrs. May bisher ablehnt.


3. Frage/Meinung: Etwas sehr schwarz gesehen!

Antwort: Solche Kommentare müssen erklärt werden. Sonst sind sie nichts wert!


2. Frage/Meinung: Warum müssen bei einem harten Austritt sofort Zölle zwischen der EU und GB anfallen? Das leuchtet mir nicht ein. Die DDR war bis 1989 ein selbständiger Staat der nach eigenem Verständnis nicht Mitglied der EU war und doch waren die Warenströme aus der DDR in die BRD und damit in die EU zollfrei. Also könnten EU und GB doch zunächst vereinbaren, dass eine Zollunion weiterbesteht.

Neben den zweifellos gravierenden Nachteilen für GB können aber die nun folgenden Handelshemmnisse der inländischen Wirtschaft neue Impulse geben. GB könnte seine vernachlässigte Landwirtschaft wiederbeleben, da sich die Eigenproduktion dann wieder lohnt. Das gleiche gilt für bestimmte Industrien.

Es müssten Grenzkontrollen an den Binnengrenzen her, die Freizügigkeit muss eingeschränkt werden, damit nicht weiter unqualifizierte Südosteuropäer in die Sozialsysteme Mitteleuropas einwandern.

Antwort: Der deutsch-deutsche Handel war von der EU aus verständlichen politischen Gründen durch eine Sonderreglung zollfreigestellt worden. Mrs. May hat eine Zollunion immer abgelehnt, weil dann das Land keine eigenen Handelsabkommen schließen könnte. Die von Ihnen angesprochenen Impulse brauchen viel Zeit und würden unterlaufen, sobald GB die erhofften Freihandelsabkommen abschließt. Auf die Möglichkeit, GB bei der Freizügigkeit entgegenzukommen, habe ich hingewiesen.


1. Frage/Meinung: Nicht erwähnt haben Sie die Frage nach Neuwahlen und der Zerrissenheit von Labour.

Antwort: Das Thema Neuwahlen habe ich erwähnt, die großen Parteien Conservative und Labour nicht, weil die total gespalten sind und die erwähnte Unentschiedenheit des Parlaments erzeugen. Es macht derzeit wenig Sinn, über die Haltung dieser Parteien zu spekulieren.



3703 14-01-19: Die Krise, die nie wirklich weg war, meldet sich wieder

3. Frage/Meinung: Die Fakten an der Oberfläche des Geschehens werden von Ihnen richtig reportiert. Ihre Interpretation der Fakten führt Sie an der einen oder anderen Stelle in die Irre, weil Sie das moderne Geldwesen und die Rolle der Zentralbanken fehlinterpretieren.

Antwort: Leider kann ich mit solcher Kritik nichts anfangen, da Sie den Vorwurf nicht erläutern.


2. Frage/Meinung: Ich würde die Bewertung des DAX nicht so hoch ansetzen. Die Börse ist eine renditegetriebene Lotterie, wobei die Akteure nur den Moment sehen.

Antwort: Die Börse ist für mich nur einer der Faktoren. Man sollte ihn aber nicht unterschätzen, da hier in kurzer Zeit gewaltige Mengen an Geld vernichtet werden können. Die letzte große Wirtschaftskrise von 2009 folgte immerhin einer dramatischen Krise an den Finanzmärkten in 2007/08.


1. Frage/Meinung: Hat die EZB nicht das Problem, dass die Wirtschaft in den einzelnen Ländern unterschiedlich performed? Eine schrumpfende Wirtschaft bei den Mittelmeeranrainern verträgt keine höheren Zinsen.

Antwort: Die Niedrigstzinspolitik der EZB hat vor allem den Spekulanten genützt, die sehr viel der Liquidität aufsaugen konnten. Dagegen hat sie den Volkswirtschaften im Süden kaum genützt, wie Italien zeigt, wo das reale BIP zwischen 2011 und 2017 um 0,9 % gesunken ist, obwohl Draghi mit seiner bekannten Rede vom Juli 2012 die Liquiditätsflut der EZB startete. Für die italienische Regierung ist die Niedrigzinspolitik vor allem eine Einladung, sich immer weiter zu verschulden, statt die Steuern für die Reichen anzuheben (nach EZB ist der Einkommensanteil des obersten Fünftels 5,9-mal größer als der des untersten Fünftels, während es in Deutschland nur 4,5-mal sind).



3702 04-01-19: Das Ringen um Identität und Integrität der Nationen

1. Frage/Meinung: Ich denke nicht, dass es um mehr Nationalität geht. In jeder Firma arbeiten heute Menschen verschiedener Nationalitäten ohne Probleme zusammen. Es geht eher um Punkte wie - Vertreten die Eliten noch die Interessen der Bevölkerung - Sind Sozialsysteme bei Zuwanderung belastbar, wenn der Durchschnittlohn der Zuwanderer unterhalb des dt Durchschnitts liegt - Bürokratie und ausweitende Regeln belasten die Wirtschaft - Wandel der Arbeitswelt durch Digitalisierung. Wieviel Arbeit wird noch benötigt oder reichen die Geburten aus - Wie kann die Energiewende gelingen oder führt dies nicht zu einer Umverteilung von unten nach oben - Was ist die Ursache, dass die dt bei hohem Einkommen in der EU niedrige Vermögen haben - uvm Die Politik und die Medien vermeiden die kritischen Fragen. Nur weil die AFD einige der Fragen zusammen mit Nationalität aufwirft, wird die Bevölkerung nicht nationaler - die anderen Parteien werden unkritischer. - -

Antwort: Die Probleme, die Sie aufzählen, sind fast alle auch solche der Identität und Integrität der gewohnten Lebensform. Das gilt vor allem für die von Ihnen selbst erwähnte Belastbarkeit der Sozialsysteme durch Zuwanderung. Die Unruhe der Bevölkerungen, die sich auf ihre nationalen Rechte und die Schutzpflicht des Staates berufen, ist eine internationale Erscheinung und kann daher nicht an der AFD in Deutschland festgemacht werden, wie Sie das versuchen.



3701 17-12-18: Die Angst und die Zuversicht

1. Frage/Meinung: Alles was hier erklärt wird trifft den Nagel auf den Kopf, aber es geht auch an vielen anderen Nägeln vorbei, streift sie nicht einmal. Neben Erwerbstätigen, die zahlenmäßig erfaßt werden gibt es viele, die sich als Selbständige gnadenlos ausbeuten müssen und trotzdem in Armut enden, weil die bewußte Zerstörung der Balancen in der Gesellschaft dazu führt.

Antwort: Das ist richtig. Wollte ich alle Nägel treffen, müßte ich ein Buch schreiben (das dann wenige lesen würden).



3699 07-12-18: AKK wird unser Land nicht zusammenführen

3. Frage/Meinung: Es ist schön, dass Sie wieder Ihre Webseite nutzen, da sind Ihre Texte doch gleich zusammen, das finde ich besser, als die Benachrichtigung über Emails. Ihre Webseite kann ich aufrufen, wann ich will, das ist einfach praktischer.

Antwort: Nur ausnahmsweise habe ich wieder einige Rundbriefe auf http://www.jjahnke.net gesetzt, um Aufmerksamkeit bei nicht abonnierten Lesern zu erzeugen. Sonst lege ich aber Wert auf eine für mich einigermaßen transparente Beziehung zu den Lesern über Emails. Diese Mails enthielten früher den gesamten Text. Ich habe sie dann auf Links abgekürzt. Auch kann ich in den Mails weitere Hinweise geben, wenn nötig.


2. Frage/Meinung: Zur Kritik am AKK ist es noch zu früh. Sie hat noch nicht einmal angefangen. Der Analyse, in Deutschland sei die Armut schon sehr groß, kann man beim besten Willen nicht folgen.

Antwort: AKK ist ja nun wirklich keine Anfängerin in der deutschen Politik oder Unbekannte. Schon als Sozialministerin der ersten deutschen Jamaika-Koalition kürzte sie die Behindertenhilfe ("schmerzhaft, aber notwendig") und half der schwarz-gelben Koalition im Bund, die vom Bundesverfassungsgericht verfügte Hartz-IV-Erhöhung so knapp wie möglich zu halten. Als Generalsekretärin hatte sie dann maßgeblichen Einfluß auf den Kurs der CDU. So wandte sie sich gegen den Vorschlag von Andrea Nahles für die Abschaffung von H4-Sanktionen bei jüngeren Empfängern. Und nach ihrer Wahl sagte sie im ZDF-Interview: "Ich halte das Vorhaben der SPD einer Reform von Hartz IV für nicht zielführend".

Ich habe nicht behauptet, die Armut sei in Deutschland schon sehr groß. Es geht mir - in meinen Worten aus dem Rundbrief - um die "Angst" vor Abstieg und Armut (vor allem im Alter), die in Deutschland stärker als in den meisten anderen Ländern W-Europas ist, wie der kommende Rundbrief mit vielen Umfragen konkret belegen wird. Außerdem sind die Deutschen - verglichen mit fast allen anderen Ländern W-Europas - in der Tat zu einem erheblichen Teil arm dran. Auch das zeigen amtliche Daten der EZB und die Untersuchungen des darauf spezialisierten Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, z.B. können die untersten 30 % überhaupt nicht sparen, bei den darüber liegenden 10 % sind es gerade einmal 44 Euro/Monat.


Wer der Analyse einer verbreiteten Angst von Abstieg und Armut nicht folgen kann oder will, lebt in meiner Einschätzung entweder weich gepolstert im Wolkenkuckucksheim, hat einen Mangel an Empathie oder ist in seiner Filterblase einfach nicht ausreichend informiert. Ansonsten gilt Brecht aus der Dreigroschenoper: "Denn die einen sind im Dunkeln und die andern sind im Licht und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht."


1. Frage/Meinung: Die Hartz-IV Schwächen sind inzwischen bekannt und lassen sich gezielt verbessern und dies hat AKK in einem Fernsehinterview nach ihrem Wahlsieg angekündigt. Da ich grundsätzlich der Meinung bin, dass jeder eine Chance verdient bevor man über ihn urteilt. Deshalb werde ich die Arbeit von AKK genau verfolgen und sehen, ob sie der Bevölkerung nähersteht als es Merkel ist. AKK werden wir jetzt kennenlernen und anschließend beurteilen müssen. Ich hoffe Sie behalten in Bezug auf AKK nicht Recht.

Antwort: AKK ist ja keine Unbekannte. Schon als Sozialministerin der ersten deutschen Jamaika-Koalition kürzte sie die Behindertenhilfe ("schmerzhaft, aber notwendig") und half der schwarz-gelben Koalition im Bund, die vom Bundesverfassungsgericht verfügte Hartz-IV-Erhöhung so knapp wie möglich zu halten. Als Generalsekretärin hatte sie dann maßgeblichen Einfluß auf den Kurs der CDU. So wandte sie sich gegen den Vorschlag von Andrea Nahles für die Abschaffung von H4-Sanktionen bei jüngeren Empfängern und führte dagegen an, gerade bei jüngeren Menschen bestehe die Chance, eine Verfestigung des Hartz-IV-Bezuges zu verhindern. Deswegen sei es richtig, eine Mitwirkungspflicht einzufordern. Und nach ihrer Wahl sagte sie im ZDF-Interview: "Ich halte das Vorhaben der SPD einer Reform von Hartz IV für nicht zielführend".



3698 03-12-18: Wir schaffen das nicht

1. Frage/Meinung: Der Jurist Reinhard Merkel hat in einem Interview mit dem Deutschlandfunk - nachvollziehbar - begründet, warum der in Marokko zu beschließenden Migrationspakt keineswegs nur unverbindlichen Charakter hat und durchaus zusätzliche Sogwirkung bezüglich Migration - auch oder grade - nach Europa entfalten kann. Hier das Interview in voller Länge (im Original beim Sender wohl nicht mehr abrufbar). Die Bundesregierung hat erstaunlicherweise wenig Interesse daran gehabt, dass die Öffentlichkeit im vorneherein viel über diesen Pakt erfährt oder diskutiert und damit wieder einmal selbst einen Anlass dazu gegeben, dass sich AfD im Bundestag und darüber hinaus mit diesem Themenaspekt präsentiert und produziert.

Antwort: Vielen Dank! Auch ich empfehle das video mit Prof. Merkel sehr. Sie finden es hier



3696 20-11-18: Sag mir, wo die Kinder sind

4. Frage/Meinung: Wenn allein soziale bzw. eine geringe Einkommenshöhe für die Kinderlosigkeit verantwortlich wäre müsste diese Quote auch bei den Migranten sehr hoch sein da bei weiblichen Migranten das Einkommen sicherlich noch geringer ist als bei deutschen. Aus meiner Sicht ist die Kinderlosigkeit eine bewusste Wahl da es subjektiv bessere Alternativen als Kinder zu bekommen gibt. Bspw. Urlaub, Freizeit, Anschaffungen. Erst wenn diese subjektiven Alternativen keinen Grenznutzen mehr bilden werden Kinder eine echte Alternative.

Antwort: Sie verkennen, daß die meisten Migranten aus muslimischen Ländern kommen und ihre Kinderzahl in Deutschland weitgehend beibehalten. Das hat nichts mit dem Einkommen zu tun, sondern mit dem kulturellen und religiösen Hintergrund. Der Anteil kinderloser Frauen, die im Ausland geboren wurden, liegt bei nur 11 %, bei in Deutschland geborenen Frauen ist er doppelt so hoch. Der Anteil der von nicht-deutschen Müttern geborenen Kinder an denen deutscher Mütter stieg daher von 20 % 2011 auf über 30 % 2016. Die Kinder mit Migrationshintergrund sind bei Afrika zu 47 % armutsgefährdet, bei Türkei zu 38 % gegenüber nur 13,5 % bei Kindern ohne Migrationshintergrund, was zeigt, daß die Armut Mütter mit Migrationshintergrund - entgegen Ihrer Annahme nicht davon abhält Kinder zu bekommen. Ihre Annahme über den "Grenznutzen" von Kindern ist mir allerdings viel zu marxistisch und künstlich, als würden die Menschen echte Rechnungen durchführen. Es dürfte meist nicht um den Grenznutzen sondern um die Belastbarkeit durch Kinder gehen.


p>3. Frage/Meinung: Es gab des öfteren den Vorwurf, z.B. damals aus der FDP, in Deutschland bekämen "die Falschen" die Kinder. Gemeint waren ja Eltern mit geringer Bildung, niedrigem Einkommen , Bezieher von Sozialleistungen. Die Statistik zeigt aber das Gegenteil. War dies also eine bloße, unsubstantiierte Behauptung? - Die Statistiken weisen für andere Staaten ja nun gleiche Probleme aus. Ist der Versuch also nirgends unternommen worden ( wieso nicht?) oder blieben etwaige Anstrengungen erfolglos?

Antwort: Es kann keine "falschen Kinder" geben, schon gar nicht, wenn das Sozialsystem stimmt, was die FDP immer verhindert hat. Außerdem ist die statistische Korrelation von Sozialstatus und Kinderlosigkeit seht stark. Viele Länder, wie Irland, Frankreich oder Großbritannien, zeigen, daß Kinderlosigkeit vermeidbar oder mindestens in Schranken zu halten ist. Ein wichtiger Faktor sind KITAS und Ganztagsschule (Frankreich) oder das Einspringen der Großeltern (Irland).


2. Frage/Meinung: Aber sind im Zeitalter der Digitalisierung weniger Kinder ein Problem?

Antwort: Es geht mir nicht um die Folgen von Kinderlosigkeit für den Arbeitsmarkt, sondern um einerseits die sozialen Folgen, wie Einsamkeit im Alter, Vereinzelung ohne Kinder, und demographische Zusammensetzung, da es die deutsch-stämmigen Frauen sind, bei denen die Kinderlosigkeit grassiert.


1. Frage/Meinung: Der hohe Anteil kinderloser Frauen bei geringem Haushaltseinkommen könnte auch auf alleinstehende Frauen deuten. Umgekehrt scheinen gerade Frauen mit erfolgreicher beruflicher Kariere besonders oft auf Kinder zu verzichten.

Antwort: Es gibt sehr viele alleinerziehende Mütter, die also nicht auf Kinder verzichten. Andererseits werden von Sozialschwachen Ehen besonders oft hinausgeschoben, bzw. definitiv nicht eingegangen. Die Sozialschwäche trägt also zu den alleinstehenden Frauen und damit deren Kinderlosigkeit bei.



3695 11-11-18: Rückbesinnung: Vernunft oder nur psychopathische Nostalgie? Wider die Meinungsmacher

2. Frage/Meinung: Früher gab es mehr sexuelle Belästigungen und Vergewaltigungen, aber viel weniger Anzeigen und noch weniger Verurteilungen.

Antwort: Wie kommen Sie denn zu diesen Aussagen, wo heute fast jeden Tag Informationen über Vergewaltigungen laufen, wobei die Medien - anders als früher - Migranten oft schützen, indem sie sehr oft die Herkunft der Täter verschweigen? Die polizeiliche Kriminalstatistik zeichnet ein ganz anderes Bild als ihre Behauptung: Sie meldete zuletzt für 2016 fast 5.000 Fälle von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung durch Zuwanderer (definiert als "Menschen aus Asylherkunftsländern", also praktisch die Zuwanderung seit 2015), darunter rund 1.500 Fälle von Vergewaltigung/sexueller Nötigung, was einem Anteil von fast 16 % an allen diesen Straftaten entspricht, obwohl Zuwanderer nur einen Anteil an der Gesamtbevölkerung von 2 % haben. Gruppenvergewaltigungen durch junge Männergruppen, wie sie jetzt immer wieder vorkommen, waren so gut wie unbekannt. Lassen sie uns doch bei der Wahrheit bleiben. Die Beschönigung durch Medien und Bemerkungen wie Ihre werden die Frauen in Deutschland nicht wieder unbesorgt wie früher herumlaufen lassen.


1. Frage/Meinung: ganz wichtig außerdem : "Seit die Vergangheit nicht mehr die Zukunft erhellt, wandelt der menschliche Geist in der Finsternis" (Alexis de Tocqueville)

Antwort: Vielen Dank. Ja, sie haben uns die Zukunft genommen; jetzt wollen sie uns auch noch die Vergangenheit nehmen. Habe Alexis de Tocqueville hier: hier vorangestellt.



3694 06-11-18: Der unaufhaltsame Abstieg der GroKo-Parteien und die Migration

7. Frage/Meinung: Laut Information der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sollen auch 2018 bereits über 100.000 Migranten illegal über das Mittelmeer gekommen sein, davon mehr über Spanien als über Italien und Griechenland. Ist es nicht zu befürchten, dass viele davon sich nicht als asylsuchend in diesen Ankunftsstaaten registrieren lassen und liebend gerne sich durchwinken lassen ins "gelobte Deutschland"? Welche Statistiken über illegale Zuwanderer verzeichnen denn die deutschen Behörden? Und warum wird das Wort "illegal" so wenig von den deutschen Medien ausgesprochen? Ferner vermisse ich in den Medien Statistiken über die genaue Zahl von Ausbildungsverhältnissen im dualen Bildungssystem, die seit 2016 mit Zuwanderern abgeschlossen wurden, auch die Zahl der aufgelösten oder abgebrochenen Ausbildungsverhältnisse. Solche Zahlen müssten bei den deutschen Kammern der IHK und des Handwerks doch vorhanden sein?

Antwort: In Deutschland beantragten in 9 Monaten 2018 142.167 Menschen Asyl, auf das Jahr gerechnet wären das 190.000 Antragsteller, falls die Tendenz anhält. Die Ausbildungsanfängerquote für junge Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit liegt etwa halb so hoch wie die von Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit (Abb. 20126). Personen mit Migrationshintergrund bleiben häufiger ohne Berufsabschluss. Die Ungelerntenquote junger Migrantinnen und Migranten mit eigener Migrationserfahrung liegt bei 31,4 %. Auch bei in Deutschland geborenen und aufgewachsenen jungen Menschen mit Migrationshintergrund, aber ohne eigene Migrationserfahrung, fällt sie noch etwa doppelt so hoch aus wie bei jungen deutschen Erwachsenen ohne Migrationshintergrund (19,9 % vs. 8,8 %). Deutlich erhöht hat sich die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber mit Fluchthintergrund, wovon 35,9 % oder 9.500 zum 30. September 2017 in Ausbildung einmündeten, eine allerdings verhältnismäßig kleine Zahl.



6. Frage/Meinung: Nur der Satz "Deutschland wird sich schon aus moralischen Gründen nicht total gegen die Armutszuwanderung aus Ländern mit anderen Kulturen , vor allem aus Afrika, abschotten können." stößt auf Vorbehalt. Die Zulassung von Zuwanderung ist in diesen Fällen Augenwischerei, im besten Fall ein moralisches Feigenblatt, da sie die Armut nicht verringern kann.

Antwort: Siehe vorherige Antwort.


5. Frage/Meinung: Nur eine kritische Anmerkung: Sie schrieben: "Deutschland wird sich schon aus moralischen Gründen nicht total gegen die Armutszuwanderung aus Ländern mit anderen Kulturen, vor allem aus Afrika, abschotten können." Herr Jahnke, wieso sollte das nicht gehen? Und welche "moralischen" Gründe könnten das sein, die und zwingen, Armutszuwanderung zu akzeptieren?

Antwort: Ein reiches Land, wie Deutschland, kann Immigration nicht nur für Spezialisten zulassen, um auf diesem Wege noch reicher zu werden. Es gibt immer ein Minimum an internationaler Solidarität, zumal auch Deutschland nach dem 2.Weltkrieg geholfen wurde. Allerdings dürfte das angesichts der Verhältnisse in Afrika nur eine Geste sein. Außerdem kann man Menschen auch zur Ausbildung ins Land lassen, wenn sie sich verpflichten, es danach wieder zum Wohle ihrer Heimatländer zu verlassen, was notfalls durch Rückführung zu erzwingen wäre.


4. Frage/Meinung: Allerdings muss die westliche Welt auch begreifen, dass Afrika weiterhin nicht nur Rohstofflieferant sein darf. Insgesamt muss die Sozialstruktur in Schwarzafrika verbessert werden, denn dann wird sich der Bevökerungszuwachs in Grenzen halten lassen. Das ist zwar sehr teuer aber der einzige Weg, den Umfang der Wanderungen einzudämmen.

Antwort: Afrika hat derzeit leider nicht viel mehr zu liefern, übrigens Rußland auch nicht. Nur werden die Erlöse von den Rohstoffen in Afrika von einer korrupten Elite zur Seite geschafft, wie z.B. in Nigeria. Die Sozialstruktur in Afrika zu ändern ist nicht unsere Aufgabe, sondern nur die der dortigen Regierungen (sonst wären wir wieder Kolonialisten).


3. Frage/Meinung: Was verstehen Sie unter strikter Einwanderungspolitik? Grenzen schließen?

Antwort: Was ich verstehe, habe ich doch erklärt. Und sicher, notfalls müßten auch Grenzen geschlossen werden, wie es heute schon zu unserem Vorteil auf der Balkanroute passiert. Wir können das nicht immer den anderen überlassen. Übrigens schließt auch Frankreich hermetisch nach Italien ab.


2. Frage/Meinung: Bei genauer Betrachtung stelle ich fest, dass die Thematik noch weit komplizierter ist als in solch einem Rundbrief darstellbar. So stellt sich z.B. die Frage was passiert, wenn auf Grund strikterer Einwanderungspolitik noch mehr Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken? Außerdem sollte man nicht außer Acht lassen, dass der Migrationsstrom von unserer Elite gewollt ist. Schließlich "braucht" unsere Wirtschaft billige Arbeitskräfte um Deutschland "noch wettbewerbsfähiger" zu machen.

Antwort: Die meisten Migranten ertrinken im Mittelmeer, weil es die Schleuser auch unter den Betreibern der Rettungsschiffe gibt. Die NGOs machen damit per Spenden ihr eigenes einträgliches und angeblich besonders moralisches Geschäft, locken aber gleichzeitig die Migranten auf das Meer hinaus, indem sie genau dort an den Hoheitsgrenzen aufkreuzen, wo es mit Schlauchbooten anfängt, gefährlich zu werden. Dieser Migrationsstrom ist so nicht von den Eliten gewollt, weil man wegen des niedrigen Bildungsniveaus die Arbeitskräfte zu großen Teilen bei uns gar nicht unterbringen kann. Da ist es profitabler, direkt in Niedrigstlohnländern, wie in Osteuropa oder China, zu produzieren. Außerdem macht die Migration die Elitenpartei CDU kaputt.


1. Frage/Meinung: Die Armutsmigration aus Afrika ist eine Spätfolge des Kolonialismus, einer verfehlten Entwicklungshilfepolitik der letzten 50 Jahre und einer nach wie vor betriebenen Ausbeutung durch Konzerne der Industrieländer. Die Konsequenzen für uns hat der Club of Rome schon 1972 in verschiedenen Szenarios durchgespielt. Nichts ist passiert , und es sieht nicht so aus, als ob wir das Problem noch in den Griff bekommen k önnten. Weil es durch die ungenutzte Zeit inzwischen zu teuer geworden ist. Auch das stand schon in 'Grenzen des Wachstums'. Die Bevölkerungsexplosion ist ebenfalls eine Folge der Tatsache, dass wir unseren Wohlstand seit dem XIX. Jahrhundert auch aus der Ausbeutung Afrikas finanzieren und die Länder ihrem Elend überlassen haben . Ohne eine Afrika- bzw. eine Entwicklungshilfe-Politik, die wirklich zur Verbesserung der Lage der Menschen beiträgt, sind wir Teil eines Problems, dessen massgebliche Ursache wir sind, das immer grössere Ausmasse annehmen wird und das wir nicht mehr loswerden. Was wir gerade in Mexiko beobachten können, erscheint vor diesem Hintergrund wie ein mikroskopisch kleines Modell dessen, was uns aus Afrika erwartet. Die unterschiedlichen politischen Standpunkte in Deutschland und in den anderen Industrieländern zur Handhabung des Flüchtlingsproblems werden im geschichtlichen Rückblick als das erscheinen , was sie trotz ihrer teils gravierenden Unterschiede allesamt sind: hilflose, v öllig unwirksame, halbherzige, winzige Schritte in völliger Verkennung der gigantischen Dimension des tatsächlichen Problems.

Antwort: Die Bevölkerungsexplosion hat mehrere Gründe, die meist mit Kolonialismus wenig zu tun haben, vor allem findet sie in den muslimischen Ländern statt und ist eine Folge der Vorschriften aus dem Koran. Auch hat die aus den ehemaligen Kolonialländern zur Verfügung gestellte medizinische Betreuung, Einrichtungen für sauberes Wasser etc. sehr zum Rückgang der Seuchen und vor allem zum dramatischen Fall der Säuglingssterblichkeit beigetragen. Schließlich unternehmen die eigenen Regierungen in Afrika wenig, um die Bevölkerungsexplosion einzudämmen. Das läuft ganz anders als z.B. in Indien oder gar China. Man kann wirklich nicht alle Übel auf den Kolonialismus zurückführen. Auch gilt noch verbreitet Polygamie und lassen afrikanische Männer nicht selten ihre Familien sitzen, die dann einen anderen Ernährer brauchen.



3692 22-10-18: Vom zweiten Versagen der deutschen Macht-Eliten

2. Frage/Meinung: Lässt sich die Behauptung, dass die wirtschaftliche "Elite" unseres Landes einen großen Einfluss auf die politische "Elite" nimmt durch die aktuell neu aufgerollten Vorgänge der Cum-Ex-Geschäfte stützen? Nach meinem Wissensstand sind diese "Geschäfte" (besser kriminelle Machenschaften) bereits seit 2002 bekannt. Jedoch versäumte es die politische Elite viel zu lange, diese Geschäfte zu unterbinden, so dass die nunmehr bekanntgewordene Zahl von rund 40 Mrd. Euro an Steuerhinterziehung über etliche Jahre jedem Lohnabhängigen, von dem das Finanzamt Monat für Monat die Lohnsteuer aufgrund seines Arbeitsverhältnis abkassiert, eigentlich "ein Schlag ins Gesicht" bedeutet!

Antwort: Es gibt viele Anzeichen für den Einfluß der wirtschaftlichen Eliten, zuletzt z.B. bei dem Dieselstreit oder bei den Dauerversuchen der Bundesregierung, die Grenzwerte für den Schadstoffausstoß in der EU möglichst hoch angesetzt zu bekommen. Auch der Rüstungsexport liefert immer wieder Beispiele. Die Cum-Ex-Geschäfte sind ein enormer Skandal. Man wartet immer noch auf die Konsequenzen für die Aufsichtsbehörden und die Ministerien dahinter.


1. Frage/Meinung: Sie geben - wie so oft - vorhandenen Problemen mit Asylsuchenden, Kriegsflüchtlingen, Zuwanderern usw. unnötig viel Raum, obwohl die gesellschaftlichen Probleme von diesen ganz sicherlich nicht verursacht, sondern höchstens verschärft werden. Die eigentliche Ursache lassen sie außen vor: Die neoliberale Grundüberzeugung, dass der Markt in seiner unendlichen Weisheit die Probleme von ganz alleine löst. Die Eliten machen fröhlich weiter, weil es ihnen in perfekter Manier gelingt, die Subalternen gegeneinander aufzuhetzen. Und in der Bundesrepublik - und nicht nur da - wurden die Sündenböcke bereits gefunden: Die Flüchtlinge. Und die Eliten lachen sich über diesen grandiosen Streich ins Fäustchen.

Antwort: Leider kann ich Ihre Kritik am Rundbrief nicht nachvollziehen. Sie räumen doch selbst ein, daß die Migration die gesellschaftlichen Probleme verschärft. Wir haben aber schon genug von diesen Problemen, als daß man eine weitere Verschärfung auf die leichte Schulter nehmen könnte. Sie irren auch, wenn Sie meinen, daß die Machteliten die Migranten als "Sündenböcke" gefunden hätten. M.E. ist es genau umgekehrt. Die Machteliten in Regierung und Medien versuchen verzweifelt, von den Problemen der Migration abzulenken (siehe auch mein Merkel-Zitat).



3691 15-10-18: Euro-Dauerkrise: Die allerletzte Runde wird italienisch

3. Frage/Meinung: Ich finde es schade, dass Sie sich der unsäglichen Kritik der Monetaristen an der italienischen Haushaltspolitik anschließen. Wenn Italien je die Chance haben soll seine Auslandsschulden wieder zu begleichen, dann kann das nur geschehen, wenn Italien seine Wirtschaft wieder flott bekommt. Dass Italien hierfür weitere Schulden aufnimmt ist zweitrangig. Geld kann man nicht essen. Gerade wir in Deutschland sollten wissen, dass eine Sparpolitik wie sie einst von Reichskanzler Brüning durchgezogen wurde ins Verderben führt und in den letzten 10 Jahren haben wir auf die gleiche Weise Griechenland ruiniert. Ich empfehle Ihnen "Makroskop". Dort wird ausführlich und vor allem mit Argumenten, die auch logisch nachvollziehbar sind erklärt warum Italien gar keine andere Wahl hat als seine Verschuldung zu erhöhen. Zum Thema Target Salden finden Sie auf … erhellende Worte.

Antwort: Vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar. Meine Kritik hat mit Monetarismus nichts zu tun. Mit solchen Wahlgeschenken bedanken sich die beiden Regierungsparteien Italiens nur bei ihren Wählern. Die italienische Wirtschaft wird eher leiden. Und warum sollen im Durchschnitt weniger wohlhabende deutsche Haushalte am Ende mit ihren Ersparnissen miteinspringen? Warum sollen sie das, weil die Italiener weiter mit 66 Jahren in die Rente gehen sollen.

Mit Griechenland hat das auch nichts zu tun. Dort lagen die Probleme ganz anders, da das Kind schon in den Brunnen gefallen war, als Deutschland und andere einspringen mußten. Ähnlich ist nur, daß sich beide Länder den Einstieg in den Euro ermogelt haben, Italien um seine Zinslasten zu senken. Beide Länder wären besser dran, wenn sie mit Hilfen der Europartner wieder austreten und kräftig abwerten würden. Vor allem aber haben beide Länder die großen Vermögen steuerlich geschont und so eine horrende Ungleichheit aufgebaut. Mit einem gerechteren Steuersystem hätten beide Länder ihre Haushaltsdefizite schnell beseitigen können und wären nicht auf deutsche und andere Hilfen angewiesen.

Die von ihnen zu Italien zitierte Quelle ist in meiner Beurteilung "betriebsblind". Flassbeck hat schon das griechische Problem nie richtig begriffen, was ich mehrfach ausgeführt habe (warum er als sehr reicher Mann dann noch viel Geld für seine Internetartikel verlangt, ist mir schleierhaft, zeigt jedenfalls nicht Solidarität). Mit "erhellenden Worten" zu den horrenden Targetsalden werden Sie mich nicht von meiner oft begründeten Auffassung abbringen.


2. Frage/Meinung: Hinsichtlich der Schuldentragfähigkeit scheint Griechenland gemessen am Volumen des negativen Target2-Saldos weniger problematisch zu sein als der von Italien. Doch laut Abb.20018 sind die ausfallsgefährdeten Darlehen griechischer Banken prozentual deutlich höher als die von Italien. Ist denkbar, dass Griechenlands Neuverschuldung über die Kapitalmärkte in absehbarer Zeit durch die Einstufung der Rating-Agenturen mit schlechterer Bonität und höheren Zinssätzen als die von italienischen Anleihen sich entwickeln wird. Somit die Frage: welcher "Gau" trifft schneller ein? Der durch Griechenland oder der durch Italien?

Antwort: Beide Länder wackeln. Griechenland wäre wohl wegen des kleineren Schuldenvolumens des Staates kein richtiger GAU für den Euro und könnte auch austreten, ohne den Euro zu beschädigen. Bei Italien wäre das anders. Die italienischen Banken könnten bei sich entwertenden Staatsanleihen schnell leiden. Und bei erheblichem Bewertungsverlust der Staatsanleihen könnte die EZB diese nicht mehr aufkaufen. Die Hauptleidtragenden bei Bewertungsverlusten wären wahrscheinlich die bürgerlichen Familien in Italien, die einen großen Teil der Staatsanleihen halten und die auch um ihre Ersparnisse bei den Banken fürchten müßten, zumal die Bankenunion mit dem gemeinsamen Sicherungstopf noch nicht aktiv ist.


1. Frage/Meinung: Vom Titel des Rundbriefes ausgehend "Euro-Dauerkrise: Die allerletzte Runde wird italienisch" fehlt mir die Aufklärung für die allerletzte Runde. War der Titel eher spekulativ oder spitzt sich da etwas im Hinblick auf das Ende des Euros zu?

Antwort: Natürlich spitzt sich da sehr viel zu, wie in den Kapiteln ausführlich dargestellt. Doch Italien war immer der potenzielle GAU, nicht Griechenland. Und bei Italien wird sich das Schicksal des Euro durchaus entscheiden können.



3690 08-10-18: Deutsche Schulen: kaputtgespart und migrationsbelastet: Deutschlands Zukunft wird verspielt

3. Frage/Meinung: Meines Erachtens ist das flächendeckende Fehlen von Ganztagsschulen ebenfalls ein Armutszeugnis für die deutsche Bildungspolitik. Dies im Vergleich zu dem Schulsystem in Frankreich, das schon immer auf Ganztagsschulen abstellte. Und da heute wegen der miserablen Lohnentwicklung oft beide Elternteile einem Verdienst nachgehen müssen, wären Ganztagsschulen schon aus diesem Grunde für die Volkswirtschaft von Vorteil. Trotz der guten "Schulkindbetreuung" vielerorts wäre ein Systemwechsel geboten. Im Kultusministerium Baden-Württemberg wird inzwischen zugegeben, dass man in den letzten Jahren einiges "verschlafen" habe und setzt auf eine in 2019 beginnende "Bildungsoffensive". Klingt gut, dient aber wohl eher der "Beruhigung " und ist noch inhaltsleer.

Antwort: Ganztagsschulen erfordern natürlich mehr Lehrer und damit mehr Geld, daß verweigert wird, zumal reiche Eltern die entsprechenden Schulen bezahlen können. Ihr Vergleich zu Frankreich ist treffend. Die Folge ist, daß in Frankreich nur 29 % der beschäftigten Frauen Teilzeit arbeiten, während es in Deutschland 47 % und damit dramatisch mehr sind.


2. Frage/Meinung: Für die materiellen und sonstigen sachlichen Voraussetzungen für das allgemeine Bildungssystem Deutschlands haben Sie Recht. Nur gibt es ein 2. Bildungssystem in Deutschland, das für die Wohlhabenden und bildungsnahen Schichten der Bevölkerung offensteht: Das sind die Privatschulen, die die Angehörigen der Unterschichten nicht bezahlen können. Hinzu kommt, dass den Absolventen der teuren Elitehochschulen und -Universitäten im In- und Ausland auf Grund ihres Elitewissens Tür und Tor für eine Arbeit mit höheren Einkommen offen stehen, d.h. die Oberschichten "mit gleichem Stallgeruch" bleiben unter sich und potentielle Intelligenz aus den bildungsfernen Schichten geht verloren, da sie auch kaum gefördert wird. Und je mehr experimentiert wird, umso weniger positive Effekte gibt es im allgemeinen Bildungssystem Deutschlands. Drastisch wird das auch für die Aufnahme eines Studiums an renommierten Universitäten und Hochschulen, weil kaum bezahlbarer Wohnraum für die minderbemittelten Studenten/innen verfügbar ist. Wer also nicht im Heimatort studieren will oder kann, muss wohl mehr oder weniger reiche Eltern haben. Im Vordergrund der Diskussion über das Bildungssystems sollte dessen Effektivität stehen, d. h. welches Niveau im Wissen, Können und Fähigkeiten haben die Schulabgänger der Hauptschule, der allgemeinbildenden Oberschule oder des Gymnasiums. Hier zeigen internationale Vergleiche, wo es hapert. Grundlegende Kenntnisse fehlen in Naturwissenschaften, in den Kenntnissen der Deutschen Sprache und anderen Fachgebieten sowie im logischen Denken. Immer mehr Ausbildungsstätten beklagen das unzureichende Niveau von Schulabgängern, die sich bei ihnen zur weiteren Ausbildung bewerben. Da aber durch dilettantische Planung der verantwortlichen Schulbehörden in Größenordnungen Lehrer fehlen, werden die aktiven überfordert und dadurch langfristig krank (Burnout oder Depression) was dazu führt, dass sie sich häufig vorzeitig berenten lassen. Etwa 10 % der Unterrichtsstunden fallen laufend aus, da Vertretungsstunden wegen der Auslastung des Arbeitszeitfonds der Lehrkräfte nicht möglich sind. Von Seiten der übergeordneten Bürokratie erhalten Lehrer so gut wie keine Unterstützung, studierte Pädagogen, die ihren Beruf praktisch ausgeübt haben, sind dort auch meistens nicht zu finden. Es fehlt prinzipiell die Anerkennung der hohen Leistungen der Lehrkräfte in der Gesellschaft.

Antwort: Ja, Sie haben natürlich recht. Auf die Qualität der Schulen bin ich in vielen anderen Rundbriefen eingegangen und kann das nicht jedes Mal wiederholen. Auf die Eliten werde ich im nächsten Rundbrief eingehen.

1. Frage/Meinung: Eine persönliche Frage: wurden Sie schon mal von irgendjemanden in die Sarazin-Ecke gestellt ? Was wäre Ihre Antwort hierzu?

Antwort: Da ich mich an die Fakten halte, ist mir ziemlich egal, in welche Ecke ich gestellt werde. Manchmal werfen mir Menschen vor, zur AfD zu gehören. Denen antworte ich, daß ich die Sozialpolitik der AfD, die soweit erkennbar ähnlich wie FDP ist, total ablehne und erst recht deren Trump-Haltung in der Klimapolitik. Heute schrieb ein Leser, ich hätte "die Argumente eines Sarazin, also rassistisch", und fügte an, "nur eine Bitte: belästigen Sie mich nicht mehr mit ihren Hasstiraden unter dem Mäntelchen der Wissenschaft". Der Mann war früher bei der KPD und kandidierte später für die Linke. Er hat übrigens auf eigene Bestellung 7 Jahre lang meine Rundbriefe sehr zufrieden entgegengenommen, weil sie ihm Material für sein soziales Konzept boten. Ich habe ihn gerne von der Empfängerliste der Rundbriefe gestrichen. Fakten werden ja nicht falsch, falls sich auch Sarazin darauf berufen sollte. Allerdings scheint er mir, sein Weltbild teilweise sehr künstlich gestaltet zu haben und verdient inzwischen Millionen damit, während meine Bücher ohne Autorengehalt gepreist sind und die Rundbriefe natürlich gratis.



3689 01-10-18: Abmarsch ins Prekariat

4. Frage/Meinung: Die schlimmste Lüge ist die Wahrheit - nur mäßig entstellt. Der Autor verpackt sein Ziel in eine Reihe kritikabler Tatsachen wie der Prüfling in Biologie, der nur für das Thema Würmer gelernt hat und der bei seinen Antworten auf Prüfungsfragen immer bei Würmern ankommt. Hier ist es die Flüchtlingsfrage. Das Ziel ist ein anderes.

Antwort: Was für ein armseliger Kommentar, wenn Sie nicht einmal die angeblich zu kritisierenden Tatsachen benennen können. Sie sind übrigens der einzige Leser, der bei diesem Rundbrief zu einer negativen Bewertung kommt.


3. Frage/Meinung: Ich frage mich, ob das Grundproblem nicht fehlende Arbeit ist. Wenn ich alle geleistete Arbeit in Vollzeitstellen umrechne, dann würden deutlich weniger Beschäftigte benötigt werden. Wenn mein Verständnis stimmt, müsste die Forderung eigentlich sein, Arbeitszeitverkürzung bei Lohnausgleich. Nur so, kann ich die Menschen absichern.

Antwort: Ja, sicher. Aber das zu fordern und die Gewerkschaften tun es seit Langem, setzt es noch nicht durch. Außerdem will ein großer Teil der Frauen nur halbtags arbeiten wegen der Haushaltsbelastungen und auch wegen des Ehegattensplitting bei der Steuer.


2. Frage/Meinung: Was ich vermisse im Vergleich der Statistiken 20103/20104 : welche Art von Umverteilung wurde bei den Haushaltseinkommen vorgenommen.

Antwort: Die Umverteilung besteht vor allem aus Sozialleistungen und Steuerbefreiung sowie günstigere Steuersätze für kleine Einkommen.


1. Frage/Meinung: Sozialleistungen an Flüchtlinge sind aus meiner Sicht kein Argument für die wachsende Prekarisierung in Deutschland.

Antwort: Natürlich sind sie es, z.B. Erhöhen die Migranten mit staatlichen Leistungen die Konkurrenz um den viel zu knappen bezahlbaren Wohnraum und schaffen so mehr Prekariat.



3687 17-09-18: Deutschland lernt nicht aus seinen schweren Krisen

9. Frage/Meinung: Ich habe Probleme mit dem Verstehen der Abbildungen 20069 und 19752. Bei all der Kritik an den Zuständen und Vorgängen und schlechten Regelungen - muss man nicht doch als grundlegendes Übel Zins und Zinseszins auf Kapital bzw. die Spekulation mit Geld bzw. Derivaten immer wieder anprangern?

Antwort: Die Zinsen auf typische Sparerkonten sind etwas ganz anderes als die auf hohe Kapitalien oderdie Spekantengewinne. Zu 20069: Die Grafik zeigt, wie brutal die Haushalte aus mit Austerität wieder in den Ausgleich oder nahe daran getrieben wurden, auch durch Kürzung von Sozialleistungen. Abb. 19752 zeigt den Anstieg des Anteils kinderloser Frauen nach Geburtsjahrgängen von 1933 bis 1973, von rund 10 % auf rund 20 % oder 23 % den Jahrgang 1968 nach einer internationalen Quelle.


8. Frage/Meinung: Ausgezeichnet und erschreckend, und dabei sind wir lt. Merkel und der polit. Klasse "ein reiches Land". Auch ich gehöre, trotz abgeschlossenem Unistudium und Berufsausbildung zu den armen Rentnern in diesem Land, zu viele Lücken in meiner Biographie, sicher auch mein Fehler, aber nicht nur. In diesem Land gab es für mich keine Hilfe, umso erstaunter war ich über diese "Willkommenskultur" und die finanz. und sonstigen Unterstützungen für Fremde, häufig Analphabeten aus aller Welt. Dafür überschlagen sich die Deutschen, die gleichzeitig für ihre eigenen Landsleute kein Gefühl haben.

Antwort: Ich bringe diesen Beitrag, weil er zeigt, wie verletzend die "Willkommenskultur" wirken kann und wie unüberlegt sie entwickelt und dann weltweit publiziert wurde. Und die Deutschen, die sich durch den Vorzug für Migranten diskriminiert fühlen müssen, sind weit zahlreicher, als ein paar Rechtsradikale in Chemnitz oder sonst wo, mit denen sich die Medien seit Wochen beschäftigen und so gleichzeitig Kritiker der "Willkommenskultur" unterschiedslos mundtot machen wollen.

Ende vergangenen Jahres waren unter den H4-Beziehern bereits 2,03 Millionen Ausländer (34,3 %). Fast die Hälfte von ihnen (959.000) stammen aus nichteuropäischen Flüchtlingsländern; deren Zahl nimmt noch weiter zu, weil erst die Asylanträge abgearbeitet werden. Die größten Gruppen der Ausländer mit H4-Bezug stammen aus Syrien (588 Tsd.), Türkei (259 Tsd.), Irak (138 Tsd.), Afghanistan (99 Tsd.) Bulgarien (84 Tsd.), Polen (81 Tsd.) und Rumänien (66 Tsd.). Der Anteil aller Menschen mit Migrationshintergrund der ersten und zweiten Generation, einschließlich der eingedeutschten, an den H4-Beziehern lag im September letzten Jahres schon bei 52 %. Auch die Kindergeldzahlungen an Ausländer für im Ausland lebende Kinder haben sich gewaltig erhöht, seit 2010 fast eine Verzehnfachung, wobei es zu sehr viel Mißbrauch kommt. Und wenn jetzt Migranten im Rahmen der Familienzusammenführung ihre alten Eltern nachholen, können die ins Flugzeug steigen und erhalten in Deutschland sofort Sozialleistungen, die den 52 % der deutschen Rentner entsprechen, die nur Rente noch unter dem durchschnittlichen Alters-Grundsicherungsbedarf von 795 Euro erwarten können.


7. Frage/Meinung: Eine Bemerkung und eine Frage: Bei den Zinsen bin ich anderer Ansicht. Es gibt keine Naturrecht auf Zinserträge. Wo steckt Ihrer Ansicht nach das politische Potential, die Misere zu beseitigen?

Antwort: Es mag Ihnen nicht gefallen. Bei den Zinsen geht es nicht um Naturrecht, sondern um eine willkürliche Schmälerung der Ersparnisse, wenn die EZB die Zinsen als einzige Zentralbank so lange bei Null hält und damit erheblich unter der Inflationsrate. Die Betroffenen sind nicht die Reichen, die auf den Aktienmarkt ausweichen und auch sonst spekulieren können, weil sie das Risiko nicht scheuen müssen, sondern die kleinen Sparer, die etwas ansparen müssen, um in Alter nicht allein auf ihre miserable staatliche Rente angewiesen zu sein. Darum geht es. Wie da jemand anderer Ansicht sein kann und von Naturrecht schwafelt, verstehen ich wirklich nicht. Die Misere kann nur von der Politik beseitigt werden. Deswegen bringe ich ja immer wieder die Hinweise auf andere Länder, z.B. die Mindestrenten in Dänemark, etc. Sie brauchen das bloß zu lesen.


6. Frage/Meinung: Die Grafik 20088 enthält einen Flüchtigkeitsfehler; anstatt "Produktionsgüter" muss es wohl "Verbrauchsgüter" heißen; Produktionsgüter und Investitionsgüter sind Synonyma.

Antwort: Diese Begriffe sind aus alter Quelle. "Produktionsgüter" waren wohl damals nicht die Güter zur Produktion, sondern diejenigen, die aus der Produktion kamen.


5. Frage/Meinung: Seit Jahren habe ich mich von der Qualitätspresse getrennt, weil die Verlogenheit, die Manipulation, die Hetze gegen Andersdenkende und die Gewaltandrohungen in der Berichterstattung unerträglich geworden sind. Die Krönung war die Ausgabe 36 des Spiegels mit dem Couvert "SACHSEN", die ich in einer Arztpraxis kürzlich in die Hand nahm. Es wird die Bevölkerung eines ganzen Bundeslandes in einer nicht zu ertragenden Weise derartig verunglimpft, daß ein friedlicher Konsens fast ausgeschlossen werden kann, ja im Gegenteil, der Radikalisierung werden damit die Schleusen geöffnet.

Antwort: Danke für den Hinweis. Ja, das SPIEGEL-Titelblatt ist ziemlich unerträglich: Wir sind nicht in 1933 und weitaus die meisten Sachsen haben nachvollziehbare Sorgen, ohne deswegen rechtsextrem oder gar Faschisten zu sein.



4. Frage/Meinung: Ich bin, weiß Gott, nicht immer der gleichen Meinung wie Sie, möchte aber Ihre Rundbriefe nicht missen, öffnen diese mir auch andere Sichtweisen und geben mir fundierte Daten an die Hand, die mein Verständnis erweitern. Auch die Hinweise mancher, dass das ein oder andere Detail fehle, löst bei mir Unverständnis aus, haben diese Rundbriefe nun mal nur knappen Platz und sollen nicht jedes Mal in eine "Doktor-/Diplom-Arbeit" ausarten. Zum einen kann man selbst recherchieren und zum anderen auch mal "drüberstehen", dass nicht alles "perfekt" ist.

Antwort: Vielen Dank!


3. Frage/Meinung: Haben Sie noch den Eindruck, Sie dringen mit Ihren Fakten und Argumenten durch? Oder finden Sie Bestätigung nur bei denjenigen, die nicht mehr überzeugt werden müssen... Die technisch über Algorithmen geschaffenen Echokammern verschärfen ein Problem, das schon im XVIII. Jahrhundert erkannt wurde ... dass man immer die Zeitung liest, welche die eigene Meinung vertritt...

Antwort: Natürlich brauchen auch die meisten Leser der Rundbriefe nicht mehr überzeugt zu werden und einige nicht zu überzeugende haben in der Vergangenheit abbestellt, vor allem wegen meiner Kritik an Merkels Migrationspolitik (allerdings nicht mehr in letzter Zeit). Das betrübt mich allerdings nicht, weil ich dann immer noch Argumente liefern kann, mit denen andere arbeiten können, wenn sie wollen. Das ist in meinen Augen die eigentliche Aufgabe alternativer Medien, wenn sie seriös sind. Das Infoportal hat wahrscheinlich bei sozialen Fragen mit seiner strikten Faktenorientierung eine ziemliche Alleinstellung in dieser Landschaft. Und es gibt durchaus noch Menschen, die meine Meinungen (jedenfalls bisher) nicht teilen und mich das auch wissen lassen, aber dankbar für andere Sichtweisen sind.


2. Frage/Meinung: Mir fehlen in dem Artikel einige Gründe: - Vertrauensverlust der Politik, da Sie pro Wirtschaft und gegen das Volk regierten - Einfluß der Wirtschaft auf die Wahlen - Versuch der Steuerung der Bevölkerung durch die Medien - Trennung der Politik von der Bevölkerung Die gleichen Mißstände sehen wir auch heute. Wenn das Volk sich weniger von der Politik vertreten fühlt, dann wählt es extrem - links oder rechts. Wie hat unser letzter Bundespräsident gesagt, dass die Eliten und das Volk nicht mehr die gleichen Ziele vertreten. Einkommensungleichheit ist nur der Katalysator und nicht der Grund.

Antwort: Der Vertrauensverlust und die Mediensteuerung sind nun wirklich dargestellt. Die Einkommensungleichheit mit dem Abgehängtfühlen und der Angst vor Abstieg ist ein besonders wichtiger Grund für die Trennung von denen, die sich als Elite fühlen, und der breiten Bevölkerung.


1. Frage/Meinung: "Verschuldung der Welt" wem gegenüber? Hier bleibt Ihre Analyse stecken, die aber m.E. in die richtige Richtung geht.

Antwort: Wie sich aus der Grafik ergibt, geht es um die Summe der Schulden der verschiedenen Sektoren. Je größer die Schuldsumme, umso größer die Gefahr, daß Schulden nicht bedient werden können, wie das 2008 der Fall war oder in der Weltwirtschaftskrise von 1929. Zum größten Teil sind Schuldner und Gläubiger nicht identisch, so daß sich Forderungen und Schulden nicht gegeneinander aufheben. Einzelne Staaten, z.B. in Lateinamerika, aber auch die Türkei oder Italien in Europa sind so hoch verschuldet, daß es zu einem Run der Gläubiger auf Einlösung der Staatsanleihen kommen kann, wie in der Vergangenheit immer wieder geschehen. Ebenso bei Banken mit einem Run auf Bankkonten. Bei einem Börsen-Crash kann den Unternehmen plötzlich wegen der abgesenkten Kurse das nötige Eigenkapital fehlen. Viele Spekulanten kaufe Wertpapiere auf der Basis von Krediten, die sie im Krisenfall nicht bedienen können. Das Kartenhaus aus Schulden wächst immer höher. Dabei ist für die Risikoeinschätzung schon das Gesamtvolumen ein deutlicher Indikator.



3686 10-09-18: Merkels Erbe: Eine kaputte EU

1. Frage/Meinung: … mein grundsätzlicher Einwand gegen die inflationäre Verwendung des undefinierten Begriffes "Kapitalismus". Ursprünglich bedeutete er "Eigentum an den Produktionsmitteln" und (tatsächlich, nicht bloß vermeintlichen) "Freien Markt". D.h., der Preis der Waren wird an der Börse bestimmt und nicht im Planungsstab des 5-Jahresplanes. Daneben dient der Gebrauch des Begriffes auch dem unkritischen Unmut der Ärmeren gegenüber allen, die Geld haben. Ganz etwas anderes ist das System der Aneignung des durch die Arbeitenden produzierten Wohlstandes durch die Oligarchen und ihre Zuarbeiter. Dabei mißbraucht die Gruppe der "Superreichen" ihren erbeuteten Reichtum zu politischer Wirksamkeit, mit dem offenkundigen Ziel, alle Gemeinschaften (Volk, Familie, Religion usw.)aufzulösen und die Masse der Vereinzelten am Existenzminimum ohne soziale Sicherheit malochen zu lassen. Wer nicht malocht, geht vor die Hunde. Für dieses System der Oligarchen fehlt ein geläufiger Ausdruck.

Antwort: Wir leben nun mal in einem System, das mit dem "Begriff" Kapitalismus am besten zu beschreiben ist. Wenn Merkel davon träumt, daß nicht gegeneinander gearbeitet wird sondern angebliche "Win-Win-Situationen", bei denen alle in gleicher Weise gewinnen, erzeugt werden, hat sie die Wirkungsweise des auf absolutem Wettbewerb und dem Gewinn der Stärkeren beruhenden Kapitalismus nicht begriffen oder will sie diese nicht begreifen. Sie hat z.B. nie begriffen, daß ihr Hereinwinken chinesischer Dumpingwaren in unsere Märkte vor allem China nützt und ihm zudem erlaubt, mit den so gewonnenen Währungsreserven sich überall in der Welt einzukaufen und strategische Positionen, wie in Süd-Ost-Europa oder in Afrika, einzunehmen.



3685 31-08-18: Die Mär von der gelingenden Integration

1. Frage/Meinung: Ihr Flüchtlingsbashing nimmt langsam groteske Formen an, würde mich nicht wundern Sie demnächst bei der AFD zu finden!!! Fehlt nur noch, dass Sie die Pöbeldemonstrationen mit Hitlergruss verteidigen!

Antwort: Was soll ein so pauschaler und unqualifizierter Vorwurf? Was sind die angeblichen Fehler, die ein "Bashing" sein sollen? Es ist alles amtliches Daten-Material. Ich werfe Ihnen auch nicht vor, daß Sie den Mord gut finden, wie Ihr unsinniger Vorwurf mit Verteidigung von "Pöbeldemonstrationen" und "Hitlergruß". Zu den Demonstrationen habe ich schon deshalb keine Bewertung vorgenommen, weil die nicht das Thema des Rundbriefes waren. Und für die AfD habe ich in den Rundbriefen noch kein gutes Wort verloren. Wenn Sie die Wahrheit nicht vertragen, sollten Sie die Rundbriefe schleunigst abbestellen. Sie richten sich ohnehin nur an Menschen, die differenziert denken können.



3683 27-08-18: Verlierer der Globalisierung in Deutschland

4. Frage/Meinung: Unterschwellig kommt zum Ausdruck, daß die AFD eine rechtspopulistische Partei für die Verlierer aus dem Mittelstand ist. Ich finde das nicht. Wenn es überhaupt eine Partei gibt, die einen Vertrauensvorschuß verdient, dann ist es die AFD. Alle anderen sind unwählbar und verachtenswert.

Antwort: Ich habe die AfD-Wähler nicht den Verlierern zugeordnet. Nach Untersuchungen sind sie sozial beim Durchschnitt oder eher och etwas besser. Mein Satz lautet daher: "Es sind die globalisierungsbedingt vom sozialen Abstieg besonders bedrohten Angehörigen der Mittelklasse, die sich durch die Migration nun auch noch kulturell bedroht fühlen und zu Wählern der AfD werden." Es ist also eher die Angst vor dem Abstieg, die ja allgemein in Mittelklasse herumgeistert.


3. Frage/Meinung: Gute Sammlung von Fakten. Realistische Beschreibung der Zustände. Ursachen für die Entwicklung werden ebenfalls benannt. Allerdings falsch gewichtet. "Privatisierung, Steuersenkung und Sozialstaatsabbau", das Mantra der neoliberalen Marktradikalen , wird als Ursache der Verwerfungen zu wenig thematisiert. Der Fokus liegt zu sehr auf dem Thema "Geflüchtete" - obwohl die Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen, erst durch politisches Handeln eben dieser Marktradikalen zur Flucht getrieben werden. Meine ich.

Antwort: Dies ist ein Rundbrief über die Folgen der Globalisierung. Da kann man nicht auf alle anderen Probleme Deutschlands eingehen, die ich immer wieder in vielen Rundbriefen anspreche. Mit Gewichtung hat das also nichts zu tun. Das Thema der Migration ist zentral innerhalb der Globalisierung und gehört daher hier hinein; selbst Merkel hat ihre falsche Entscheidung mit der Globalisierung begründet. Die Menschen, die aus Afghanistan und dem Nahen Osten migrieren, haben mit den Marktradikalen nichts zu tun, aber viel mit ihren eigenen Religionskämpfen, soweit sie nicht einfach das bessere Leben suchen, was für die meisten von ihnen zutrifft. Das gilt auch für die meisten derer, die jetzt aus Afrika kommen, und dort unter korrupten Regimen und Stammeskonflikten leiden oder einfach ein besseres Leben suchen, was bei uns für besser gehalten wird. Auch das hat mit unseren Marktradikalen wenig zu tun.


2. Frage/Meinung: bei der Graphik zu den LB-Überschüssen relativ zum BIP fehlen die Niederlande.

Antwort: Die Niederlande sind mit ihren Häfen Haupteinfuhr- und Ausfuhrländer, wobei viele der Waren aus anderen EU-Ländern an die Häfen kommen. Das verzerrt die Statistik, gemessen an dem relativ kleinen BIP.


1. Frage/Meinung: Obwohl ich die Analyse gut finde, ignoriert Sie jedoch einige Aspekte: - Die Schwäche der Gewerkschaften. Lohnerhöhungen können nur durch eine starke Gewerkschaft durchgesetzt werden. - Mindestlohn scheint zwar zu helfen, aber dieser verstärkt noch die sinkenden Löhne. - Durch die Zuwanderung von gering Qualifizierten wird Automation durch Arbeit ersetzt. Dies ist aber langfristig kontraproduktiv, da es die Wettbewerbsfähigkeit senkt. Eigentlich heisst die Erfolgsformel entweder steigende Löhne oder sinkende Arbeitszeit. Dies senkt zwar die Exporte aber nicht den Lebensstandard der Menschen.

Antwort: Die Schwäche der Gewerkschaften ist ebenfalls zu großen Teilen das Ergebnis der Billigimporte, wobei die Gewerkschaftsmitglieder eher eingefrorene Löhne als den Verlust der Arbeitsplätze in Kauf genommen haben. Warum der Mindestlohn die Löhne sinken lassen soll, erschließt sich mir nicht. Die Automaten sind dort wo sie eingesetzt werden, längerfristig kostengünstiger und oft einfach besser als die menschliche Arbeitskraft, werden also auch durch die Migration kaum aufgehalten werden.

3681 16-07-18: Kohl, Merkel und der Euro: eine Katastrophe

4. Frage/Meinung: Die Wiedervereinigung war ohne Zustimmung Kohls zur Einführung des Euros nicht zu haben.

Antwort: Da stellen Sie eine oft verbreitete Behauptung auf, die später von Kräften in der CDU gekommen sein dürfte, um nachträglich angesichts der aufgekommenen Probleme den Euro zusätzlich zu rechtfertigen. Es gibt allerdings nicht die geringsten Beweise für diese These. Kohl hat sie nie bestätigt. Die Franzosen bestreiten sie, ebenso Schäuble und Waigel, die es wissen müßten. Mir ist von Kollegen im Auswärtigen Amt gesagt worden, daß Genscher der eigentliche Erfinder des Euros gewesen sei. Genscher hat auch den Zusammenhang mit der Wiedervereinigung in die Welt gesetzt, weil sich angeblich Mitterand ihm gegenüber so eingelassen haben soll. Da es keine eindeutigen Beweise gibt, halte ich die Behauptung für schlicht falsch.


3. Frage/Meinung: Ich bin mir nicht im Klaren, ob der schwache Euro nicht schon von Kohl und der Wirtschaftslobby geplant war. Letztlich ist doch der unterbewertete Euro für den Exportüberschuss Deutschland mit verantwortlich. Und auch die Schuldenbremse ist nur ein Mittel zur Vermögensumverteilung. Der Neoliberalismus begann in D mit dem Lambsdorffpapier , also z. Z. der frühen Kanzlerschaft Kohls.

Antwort: Es mag sein, daß die Wirtschaftslobby einen schwachen Euro erhoffte. Allerdings warnte der BDI, wie zitiert, vor deutschen Ausgleichsleistungen. Kohl und seine Begleitung haben nie eine solche Motivation gezeigt, anderenfalls wäre das wahrscheinlich nach Draußen gedrungen und hätte nicht zu Kohls historischer Motivation gepaßt. Kohl war ja ursprünglich erklärter Euro-Gegner und hat auch deshalb sicher nicht auf einen schwachen Euro gesetzt. Seine plötzliche Kehrtwende erst im Dezember 1989 dürfte schon deshalb nicht mit wirtschaftlichen Interessen zusammengehangen haben.


2. Frage/Meinung: Vor allem der Teil über die Targetsalden verhindert eine bessere Bewertung. Zum Nachlesen: https://... Zudem : Der Text rund um die Grafik 20031 ist widersprüchlich. Wenn mit "Eurokrise" die Weltwirtschaftskrise der Jahre 2008/2009 gemeint ist, die in eine "Staatsschuldenkrise " umdeklariert wurde, wieso stieg zum Beispiel die griechische Staatsverschuldung (Grafik 19554) erst mit Beginn der Krise?

Antwort: Der Target-Saldo entspricht inzwischen einem Drittel der jährlichen deutschen Wirtschaftsleistung. Das sind keine Peanuts mehr. Und wenn Italien aus dem Euro aussteigen sollte, ist das meist davon, wenn nicht alles futsch. Was ist da Hysterie? Ihre Quelle ist ziemlich unseriös, siehe Einleitung: "Billionen-Bombe? Was für ein Unsinn! Weil keiner weiß, was Targetsalden sind, eignen sie sich besonders für das Schüren nationalistischer Vorurteile." Da ist sie wieder die Keule des nationalistischen Vorwurfs aus der neoliberalen Ecke. Das ist einfach nur dumm. Und der von Ihnen zitierte Autor hat philosophischen Hintergrund, jedenfalls keinen in Ökonomie.

Die griechische Verschuldung stieg ab Ausbruch der Weltkreditkrise 2007/08 und leitete damit die Eurokrise ein, weil die Steuereinnahmen wegbrachen, der Staat viel mehr für die Arbeitslosen und die Rettung der bereits schwer verschuldeten Banken (deren Schulden so Staatsschulden wurden) ausgeben mußte. Die stark steigenden staatlichen Schulden wurden zunächst über die Ausgabe von Anleihen auf den Finanzmärkten und, nachdem die Zinsen dafür extrem gestiegen waren, durch "Rettungskredite" der Europartner finanziert.


1. Frage/Meinung: Den Ausschluss einer möglichen Verbindung zwischen deutscher Wiedervereinigung und Euro-Einführung nur aufgrund der Angaben von Frau Guigou finde ich etwas fragwürdig.

Antwort: Die Mauer war am 9. November gefallen. Kohl hatte am 28. November vor dem Bundestag seinen 10-Punkte-Plan zur Wiedervereinigung vorgelegt. Damit war die Wiedervereinigung nicht mehr aufzuhalten. Das war glasklar, als sich Kohl am 8. Dezember das erste Mal beim Europäischen Rat von Straßburg zum Euro bekannte. Da war kein Raum mehr für einen Deal mit Frankreich, und die Franzosen haben sich nie auf einen Deal berufen.



3680 09-07-18: Trumps Handelspolitik im Dreieck USA-China-Europa: völlig unberechtigt?

1. Frage/Meinung: Das Haushaltsdefizit der USA ist hausgemacht. Seit den 70er Jahren wurden immer mehr Industrie Arbeitsplätze von den USA nach Südostasien und China ausgelagert. Daß US Investoren in Deutschland Arbeitsplätze schaffen, halte ich für eine Fehlinformation.

Antwort: Die Auslagerung der amerikanischen (und europäischen, auch der deutschen) Industrie nach China ist nicht einfach "hausgemacht", sondern das Ergebnis von extrem niedrigen Löhnen in China (ohne Streikrecht und unabhängigen Gewerkschaften!) sowie bewußt niedrig gehaltener Umweltstandards. In Marktwirtschaften, wie der der USA, zählen nun mal solche Faktoren. Erst Trump versucht nun, sie außer Kraft zu setzen. Ich habe geschrieben: "Die Gewinne amerikanischer Unternehmen aus Unternehmens- und Kapitalerträgen sind teilweise geradezu die Folge ihrer jobschaffenden Investitionen in Europa." Natürlich haben US-Investoren in Europa seit vielen Jahrzehnten Jobs geschaffen. Denken Sie nur an die amerikanische IT-Technik in Irland. Der deutsche Aktienmarkt (Dax) gehört zu etwa einem Drittel Investoren aus USA, die damit Unternehmen in Deutschland finanzieren, die für sehr viele Arbeitsplätze verantwortlich sind. Ihre Betrachtung ist nach meinem Eindruck zu einseitig.


1. Frage/Meinung: Bei diesem Thema werden viele Begriffe verwendet, wo der interessierte Otto-Normalverbraucher (z.B. ich) nicht weiß, wie er sie einzuordnen hat. In verschiedenen Medien und Foren werden die Begriffe offensichtlich unterschiedlich verwendet und je nach Meinung des Verfassers unterschiedlich dargelegt. Können Sie da Licht ins dunkle bringen? Ich führe sie einfach Stichpunkthaft auf: - Handelsdefizit - Handelsbilanzüberschuß / Handelsbilanzdefizit - Exportüberschuss / -defizit - Warenhandel - Dienstleistungs- und Kapitalerträgen (gehören die in den umgangssprachlichen 'Handelsdefizit') - Leistungsbilanz ("mit den USA, der alle relevanten Posten umfaßt"). Welche Posten sind darin Nicht-Relevant? In der Bilanz einer GmbH wird schließlich 'alles' erfasst.

Antwort: Es gibt klare amtliche Definitionen, die beispielsweise das Statistische Bundesamt und die Bundesbank verwenden, die von mir regelmäßig als Quellen angegeben werden. Handelsbilanz ist Export von Waren minus Import von Waren. Die Leistungsbilanz umfaßt neben der Handelsbilanz weitere Posten: die Dienstleistungsbilanz, den Saldo der Erwerbs- und Vermögenseinkommen sowie den Saldo der laufenden Übertragungen (Übertragungsbilanz). Gewinne von Unternehmen, die nicht über die Grenzen übertragen werden, also z.B. die amerikanische Unternehmen in Europa halten, was sie in großem Umfang tun, gehören nicht dazu. Das ist grundsätzlich anders als bei einer Unternehmensbilanz, die aus den zwei Teilen Passiva und Aktiva besteht, nämlich Mittelverwendung und Mittelherkunft. Die Leistungsbilanz kennt einen solchen Unterschied nicht. Leider wirft Merkel die Begriffe, die sie wohl nur aufgeschrieben bekommt, durcheinander und spricht bei der "Handelsbilanz" auch von Dienstleistungen: "Wenn Sie die Dienstleistungen inklusive der digitalen Dienstleistungen hinzunehmen, dann haben Sie eine völlig andere Handelsbilanz".



3679 2-07-18: Zu den Beschlüssen des Migrationsgipfels

6. Frage/Meinung: Unsere politischen "Eliten" haben bisher u.a. folgende Punkte zur Eindämmung der Migration missachtet bzw. sich davor gedrückt: 1. Sofortiger Stopp der Rüstungsexporte auch nach Afrika. 2. Sofortiger Stopp der hoch subventionierten Agrarüberschüsse nach Afrika. 3. Stopp der europäischen Hochseefischerei vor den Küsten Afrikas. 4. Drastische Senkung der Einfuhrzölle auf afrikanische Produkte . 5. Beendigung des Raubbaus afrikanischer Bodenschätze (auch durch deutsche Unternehmen ). 6. Zügige Erstelllung Entwicklungskonzepte zur Förderung afrikanischer Länder eischließlich massiver öffentlicher Investitionen (primär keine Förderung der bundesdeutschen Exportindustrie). Dies ist allerdings lediglich ein Versuch auf die drängendsten Probleme bzw. deren Beseitigung aufmerksam zu machen.

Antwort: Ihre Hinweise gehen leider an einigen der heimgemachten Gründe der Migration vorbei, und die sind meist noch drängender als die von Ihnen erwähnten: eine unvertretbar hohe Geburtenziffer, vor allem in muslimischen Ländern (wobei muslimische Männer in Afrika wenig Verantwortung übernehmen), ein hohes Maß an Korruption, Bürgerkriege durch radikalen und unaufgeklärten Islam (ohne Zutun unserer politischen Eliten). Demgegenüber habe ich erhebliche Zweifel, ob diese Situation mit Entwicklungshilfe zu ändern ist.


5. Frage/Meinung: Sollte man nicht darauf hinweisen, dass die Entwicklungshilfen fast nutzlos sind durch die Agrarpolitik der EU.

Antwort: Natürlich schadet die Agrarpolitik. Doch läßt sie sich nicht so einfach mit der Entwicklungshilfe verrechnen. Denn sie trifft nicht alle Länder Afrikas gleichmäßig. Und viele Länder sind schon aus klimatischen Gründen auf Agrarimporte angewiesen oder weil die Bevölkerungsentwicklung der heimischen Agrarproduktion davon läuft.


4. Frage/Meinung: Die Ursachen der Migration sind im Rundbrief fast alle genannt. Es fehlt nur noch der Hinweis auf die koloniale Vergangenheit. Fast alle Länder Afrikas wurden aus der Kolonialität entlassen, indem eine den ehemaligen Koloniebesitzern genehme Herrscherclique eingesetzt und keine Veränderung der sozialen Verhältnisse durchgesetzt wurden. Auf diese erste Garnitur folgten weitere korrupte Herrscher. Und auch diese scheffelten von den Europäern Millionen, die diese gerne zahlten, um ihre Ruhe zu haben. Ein klassisches Beispiel ist Nigeria. Die Ölkonzerne beuten die nigerianischen Ölquellen aus, die Regierung steckt sich die gezahlten Gewinne ein und die Nigerianer suchen jetzt ihre Zukunft in Europa. Die Ölkonzerne könnten das verhindern aber sie denken nur daran, ihren Profithunger weiterhin zu stillen. Gleiches passierte in Namibia mit dem Uran aus der Rössingmine. Und, und, und... Wenn in Afrika keine NGOs für eine leichte Entspannung sorgen würden, stünden noch viel mehr Menschen vor den Toren Europas.

Antwort: Es hilft leider wenig, immer wieder auf die koloniale Vergangenheit hinzuweisen, die bei Deutschland schon 100 Jahre her ist. Korruption gibt es auch ohne diese Vergangenheit und sie ist in den meisten Ländern der Welt endemisch zu Hause. Die Ausbeutung von Rohstoffreserven geht mit dieser Korruption Hand in Hand. Doch bei Afrika ist heute nicht die koloniale Vergangenheit das Hauptproblem, sondern die irrsinnigen Geburtenraten, vor allem in den muslimischen Ländern, und das kombiniert mit einer besseren Bekämpfung von Seuchen, die sonst immer wieder das Bevölkerungswachstum gebremst haben. Helfen kann in dieser Lage eigentlich nur ein dramatisch verbessertes Bildungssystem, das mit der Bildung der Mädchen auch für Emanzipation sorgt und so die Familien verkleinert. Doch dafür braucht es sehr viel Zeit. Wir haben selbst nicht genug Lehrer, sonst müßte man mit denen helfen. Vielleicht kann man wenigstens in den neu einzurichtenden Lagern der EU für gute Schulbildung sorgen und dann die Menschen mit mehr Chancen zurückschicken.


3. Frage/Meinung: Ich kann Ihre Meinung zum Thema Flüchtlinge und Zukunft Deutschland durchaus nachvollziehen und sehe die Themen ähnlich bedenklich. Mich würde nur mal interessieren, welche Lösung aus Ihrer Sicht erfolgversprechend für die Zukunft wäre, denn das kann ich Ihren Ausführungen nicht entnehmen.

Antwort: Es gibt keine einfache und vor allem keine schnelle Lösung. Wahrscheinlich führt kein Weg an den nun geplanten Lagern in Nordafrika vorbei. Doch wird man den Sog auf noch mehr Migration nicht stoppen können, wenn die Lager humane Konditionen erfüllen. Sie werden also immer weiterwachsen und entsprechend teuer werden. Außerdem muß man Regierungen mit viel Geld dafür ködern, solche Lager auf ihrem Boden zuzulassen, wie das schon in der Türkei geschehen ist (am ehesten wahrscheinlich in Ägypten erreichbar). Im Ergebnis muß die Politik den Mut haben, die Bürger auf die gewaltige Kostenlawine vorzubereiten, wenn Europa auf der halbwegs humanen Seite bleiben will. Unsere EU-Partner werden wahrscheinlich in Deutschland den Hauptzahler sehen, weil Merkel die Lawine 2015 erst richtig losgetreten hat und Deutschland das Hauptziel der Migranten ist. Auch läßt die "schwarze Null" im deutschen Haushalt unsere Partner vermuten, daß hier viel zu holen ist. Es ist höchste Zeit, daß sich die Bundesregierung bei den Kosten ehrlich macht. Von Merkel erwarte ich das allerdings nicht.


2. Frage/Meinung: Die AfD duckt sich nicht weg.

Antwort: Bei den auf uns zukommenden Kosten ist auch die AfD nicht ehrlich. Und sie beschäftigt sich gar nicht erst mit der von der EU befürchteten Sogwirkung von nach ihrer Meinung in Nordafrika einzurichtenden Asylzentren.


1. Frage/Meinung: Man muß die Bedingungen vor Ort ändern, also in Afrika und im vorderen Orient. Hört auf mit dem Krieg und schickt keine Geflügelabfälle nach Afrika.

Antwort: Die Lage in Afrika ist viel komplexer. Dort ist nicht der Krieg, sondern sind Hunger und totale Perspektivlosigkeit die Hauptantreiber. Ihr Hinweis auf die Geflügelabfälle kann da nur ein schlechter Witz sein.



3678 25-06-18: Weiter bis es kracht

2. Frage/Meinung: Deutschland gibt im EU-Vergleich, relativ weniger für Sozialleistungen aus, zugleich ist hier der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund größer. Ergibt sich daraus nicht, daß ein steigender Anteil der Leistungen diesem Teil der hier Anwesenden zukommt? Es wäre interessant, diese Zahl über die Jahre dargestellt zu sehen.

Antwort: Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht nur Zahlen, nach denen sich Jahresquoten für alle Ausländer errechnen lassen. Dieser Anteil ist seit 2014 von 21 % auf 33,4 % erheblich angestiegen, was vor allem durch den Zustrom an Asylsuchenden bedingt sein dürfte. Sie finden meine Grafik dazu hier.


1. Frage/Meinung: Sehr gute Beschreibung. Was mir fehlt, sind die Ursachen. Entwickelt sich das obere Drittel nur entsprechend der Wirtschaftskraft oder aufgrund von Bewertungsänderungen? Steigen Aktien- und Immobilienpreise, dann steigen auch die Vermögen. Sinken die Realeinkommen des unteren Drittels wegen steigender Automation und Globalisierung/Wettbewerbsdruck? Oder sind die Ursachen andere. Wie entwickeln sich die Trends unter der Digitalisierung? Nur wenn die Ursachen verstanden sind, kann man diese auch bekämpfen!

Antwort: Die Ursachen benenne ich immer wieder in den Rundbriefen und kann das nicht jedes Mal wiederholen. Auch auf die Digitalisierung bin ich oft eingegangen. Außerdem habe ich in diesem Rundbrief unter Hinweise auf das DIW mehrere Gründe auf der Verliererseite benannt: die Ausweitung des Niedriglohnsektors, der wachsende Bevölkerungsanteil älterer Menschen, deren Alterseinkommen im Schnitt geringer ist als das Erwerbseinkommen, und außerdem die Zuwanderung, die seit 2007 zugenommen hat. Es geht hier um die Einkommensverteilung, nicht um die Bewertung von Vermögen.



3677 21-06-18: ausche Schuldenunion gegen Migrantenrücknahme

2. Frage/Meinung: Gute Analyse. Aber sie sollten die Begriffe Migranten und Zuwanderer; die Letzteren sucht man sich aus, nicht vermischen.

Antwort: Der amtliche Begriff für Migranten aus den sogenannten Asylherkunftsländern ist nun einmal "Zuwanderer".


1. Frage/Meinung: Alles richtig, aber nur die halbe Wahrheit. Deutschland muß sein Lohnniveau entsprechend seiner Produktivität entwickeln. Also Löhne erhöhen, besonders im unterem Bereich.

Antwort: Ich habe davon gesprochen, daß "die deutsche Konkurrenz zu hart" ist. Über das Lohnniveau habe ich mich in vielen Rundbriefen ausgelassen und muß es nicht jedes Mal wiederholen.



3676 18-06-18: Merkels Signale schieben die nächsten Zuwanderungswellen an

5. Frage/Meinung: Nur durch Abschottung von Europa wird das im Vordergrund stehende "Afrikaproblem" nicht gelöst, einzig der "Eintrittspreis" nach Europa wird sich für jeden Einreisewilligen erhöhen. Vielleicht muß sich Europa an seine verachtenswürdige Kolonialzeit in Afrika erinnern, um zuvorderst die derzeitige merkantile Lage Afrikas zu begründen. Viele Afrikastaaten wurden insbesondere im 19.Jahrh. durch die Europagroßmächte unter Mißachtung aller Menschenrechte und religiöser Ethik in Europa rücksichtslos unter Einsatz von Gewalt ausgebeutet. Europa ist der Hauptadressat, der wenn auch verspätet, hier seine Rechnungen der Geschichte begleichen muß. Das heißt für jeden Europäer Verzicht auf Lebensstandard und Bereitstellung von Geldmitteln zur Wirtschaftsentwicklung der ehemaligen Kolonialstaaten. Vielleicht als Vision - Erschließung von Nordafrika ändern zu einer Wirtschaftszone auf europäischem Niveau.

Antwort: Von einem europäischen Niveau für Nordafrika zu träumen, halte ich für schiere Illusion. Auch die koloniale Verantwortung reicht bei Weitem nicht aus, um den heutigen Zustand Afrikas zu erklären. Vergessen Sie bitte nicht die Dimensionen an Bevölkerung und deren Geburtenraten, die besonders in den muslimischen Gegenden sehr hoch sind. So viel Hilfe, wie da notwendig wäre, können die reichen Länder gar nicht aufbringen, ohne sich bettelarm zu machen. Außerdem versickert in den meisten Ländern sehr viel der Hilfen in der Korruption. Der Marshall-Plan funktionierte in Deutschland doch nur, weil Deutschland eine hochqualifizierte und -motivierte Industriearbeiterschaft hatte. Davon ist in Afrika wenig vorhanden. Daher kann man die Immigration nicht laufen lassen, bis sich eines fernen Tages Afrika auf einem vergleichbaren Niveau befindet. Das gilt auf besonders, weil sonst weiter vor allem die beruflich etwas qualifizierteren Menschen auswandern, die zu Hause dringend gebraucht werden. Die Auswanderung über das Mittelmeer muß auch gestoppt werden, um die schrecklichen Todesraten auf dem Mittelmeer zu verhindern.


4. Frage/Meinung: In China gab es die Ein-Kind-Ehe Warum geht das nicht auch in anderen Ländern?

Antwort: Die 1-Kind-Regel wurde von der KPC brutal durchgesetzt. Sie setzt ein perfektes Überwachungs- und Vollstreckungssystem voraus, das in Afrika kaum vorstellbar ist. Außerdem sind die besonders geburtenstarken Länder muslimische, denen die Religion eine hohe Kinderzahl vorgibt, wobei sich afrikanische Männer relativ wenig um die Kinder kümmern, so daß die Belastung einer großen Kinderzahl sehr oft einseitig bei den Frauen liegt. Nur sehr langfristig und bei höherem Lebensstandard wird in Afrika die Geburtenrrate zurückgehen, wie es auch die UN projektiert.


3. Frage/Meinung: Da stecken ganz andere dahinter, M. ist nur eine Marionette: kopp-report.

Antwort: Mit dem Wort "Marionette" tun Sie Merkel unrecht. Die ist wahrscheinlich die gewiefteste Person, die in der deutschen Politik mitspielt und das nun schon sehr lange. Da ist sie Kohl vergleichbar, den Sie sicher nicht als "Marionette" bezeichnen würden. Der Kopp-Verlag verbreitet nur Verschwörungstheorien ohne Substanz.


2. Frage/Meinung: soll oder kann ich ihren Ausführungen entnehmen, dass die Herren Seehofer, Söder , Dobrindt, Scheuer, Gauland u.a. die Retter Deutschlands vor dem vollständigen Identitätsverlust, Chaos sein könnten, wenn sie nur ihre Politik umsetzen könnten .

Antwort: Sie können meinen Ausführungen nur entnehmen, daß es sehr ernst wird um diese Schicksalsfrage und daß die Lage an den deutschen Grenzen in den kommenden Jahren entscheidend werden wird für Deutschland und Europa.


1. Frage/Meinung: Was nicht gesagt wird, ist dass wir die wirtschaftliche Migration nur eindämmen können, wenn wir die wirtschaftlichen Verhältnisse in Afrika deutlich verbessern. Nur wenn die Menschen in Afrika, die Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben in ihrer Heimat haben, werden sie bleiben. Viele der jetzt Geborenen werden kaum Chance auf ein menschenwürdiges Leben in ihrer Heimat haben, wenn die reicheren Länder nicht massiv Mittel umschichten.

Antwort: Vergessen Sie bitte nicht die Dimensionen an Bevölkerung und deren Geburtenraten. So viel Hilfe, wie da notwendig wäre, können die reichen Länder gar nicht aufbringen, ohne sich bettelarm zu machen. Außerdem versickert in den meisten Ländern sehr viel der Hilfen in der Korruption. Der Marshall-Plan funktionierte in Deutschland doch nur, weil Deutschland eine hochqualifizierte und -motivierte Industriearbeiterschaft hatte. Davon ist in Afrika wenig vorhanden.



3675 11-06-18: Macron und Merkel: Träumen von einem Europa, dessen Zeit längst vorbei ist

2. Frage/Meinung: Vor Kurzem habe ich gelesen, dass zwar der Exportüberschuss D mit USA hoch ist, aber wenn man die Finanzströme mit einbezieht, dann ist das Bild ausgeglichen. D.h. Dividenden und sonstige Erträge aus D, die in die USA fließen entsprechen fast den Exportüberschüssen. Für mich wäre es hilfreich, dies einmal genauer zu beleuchten.

Antwort: Es geht in der Diskussion mit Trump um Arbeitsplätze, die in USA verloren gehen und Trump die Wähler zugeführt haben. Die kann man nicht mit Dividenden und meist spekulativen Finanzströmen verrechnen. Dividenden bedeuten ja auch, daß US Unternehmen zuvor in Europa investiert und Arbeitsplätze geschaffen oder Investitionen ermöglicht haben und eben nicht in USA. Was die Medien da berichten, auch NachDenkSeiten, ist selbst Fake News.


1. Frage/Meinung: Aber es muss ein annäherndes wirtschaftliches Gleichgewicht und annähernd gleiche Lebensverhältnisse in der EU geben. Das ist nur möglich, wenn den armen EU-Mitgliedsländern wirtschaftlich geholfen wird und sie nicht gezwungen werden, ihren Lebensstandard für die Bevölkerung abzubauen (Beispiele: Griechenland, Italien usw.). Wenn es wie jetzt nur um die Maximal-Gewinne der Konzerne geht, wird es kein vereintes Europa geben. Und was heißt Populisten - geben Sie nicht den Bürgerinnen und Bürger eine Stimme für ihre Probleme ? (Populist = populär)?

Antwort: Vergessen Sie bitte nicht, daß die Deutschen Haushalte das niedrigste Durchschnittseinkommen in der Eurozone haben, daß die Krisenländer die hohen Einkommen viel niedriger als in Deutschland besteuern, daß ihnen die EZB mit eigentlich verbotener Staatsfinanzierung und Niedrigstzinsen zu deutschen Lasten hilft, daß es in Italien und Griechenland ein hohes Maß an Korruption gibt, daß beide Länder eine teure Frühverrentung betreiben und vieles mehr. Diese Länder hätten nie zum Euro zugelassen werden dürfen und haben sich beide mit betrügerischen Statistiken hineingemogelt. Man sollte sich nicht wundern, wenn die AfD mit ihren berechtigten Stimmen gegen den Euro und die deutschen Kosten dafür Front macht. Wie kommen Sie darauf, daß ich den Protestierenden keine Stimme geben würde. Wenn Sie meine Rundbriefe aufmerksam lesen würden, wüßten Sie, daß ich viele Proteste teile und daß ich die heutige Kritik der AfD und anderer Populisten schon viele Jahre vorher vertreten habe. Mein Buch "Euro - Die unmögliche Währung" ist jetzt schon 6 Jahre alt, meine ersten kritischen Rundbriefe zum Euro sind es schon 13 Jahre!.



3674 04-06-18: Migrations-Chaos: Was Merkel hätte wissen müssen

5. Frage/Meinung: Es wird generell nur von der "Verursacherin Merkel" bei allen Problemen gesprochen, nicht aber von der dahinterstehenden Partei CDU/CSU. Was die nicht akzeptiert, kann auch eine Merkel nicht durchsetzen, das ist bekannt. Dennoch wird das nicht öffentlich erwähnt, erstaunlich, oder?

Antwort: Da Merkel nicht im Bundestag war oder mindestens im Innen-Ausschuß, der in Eile hätte zusammengetrommelt werden können, gab es auch keine vorherige Absprache mit CDU/CSU und hat vor allem die CSU mit Seehofer sich sehr kritisch geäußert; aber auch in der CDU hat sich Unzufriedenheit gezeigt. Allerdings konnte sich Merkel in ihrer ziemlich einsamen Entscheidung darauf verlassen, daß sich genug "Gutmenschen" finden würden, besonders in SPD/Grüne/Linke und die Medien sie unterstützen würden. So lief das ja auch eine ganze Weile lang sehr gut für sie. Auch aus der Industrie kam viel Zuspruch, da man hier sofort die Lohnkonkurrenz witterte.


4. Frage/Meinung: Vielen Dank für Ihre Aufbereitung der Zahlen und Fakten und die gute Darstellung! Was ich mich immer frage, ist, wer eigentlich die Gesundheitskosten trägt, wird das vollumfänglich von den Krankenkassen getragen?

Antwort: Gesundheitskosten bei Hartz-IV-Empfänger werden zu 50 Prozent der Ausgaben vom Staat über das Sozialbudget bezahlt, der Rest ist von den anderen Versicherten aufzubringen. Das dürfte bei Migranten nicht anders sein.


3. Frage/Meinung: Sie hat es gewußt und Sie hat es bewußt so gemacht. Man will die Menschen gegeneinander ausspielen, man will von den eigentlichen Problemen unserer Gesellschaft ablenken. Man will das Lohnniveau weiter senken und damit die Menschen weiter unter Druck setzen. Es ist alles Notwendig, wenn du aufmuckst nehmen wir einen Flüchtling. " Rückblick im Zorn" ich habe es gekauft, wie alle Ihre Bücher. Sie geben doch die Antwort. Meine Frage ist nur: Wie ist eine Änderung möglich?

Antwort: Vor allem sind Zeit und Aufklärung nötig. Die Menschen haben längst begriffen, daß es mit dem Neoliberalismus so nicht weitergehen kann. Der Populismus ist Ausdruck dieser Entwicklung. In Deutschland auch das Umkippen der regierungsamtlich verordneten Willkommenspolitik.


2. Frage/Meinung: In dieser aktuellen Analyse wurden die hohen Dauerkosten der Migration dargestellt , was in den Medien nicht genannt wird (nicht genannt werden darf?), allerdings vermisse ich die Kosten, die den Kommunen "aufgedrückt" werden, sodass es sich nicht nur um 13 Mrd. Euro jährlich bzw. 63 Mrd. Euro bis 2022 handeln kann. Die Bereitstellung von Wohnraum, die Einstellung von Integrationsbeauftragten bzw. Integrationsmanagern und andere Kosten belasten die Kommunen doch ebenfalls enorm.

Antwort: Die Kosten der Kommunen lassen sich nicht isoliert darstellen, da sie zu einem großen Teil vom Bund als "Sozialtransfers an Flüchtlinge" (21 Mrd. Euro) übernommen werden, z.B. als H4-Leistungen für Wohnraum, und da 8 Mrd. Euro vom Bund an Länder und Kommunen als Entlastung für deren Kosten überwiesen werden sollen. Da das nach Ansicht der Länder nicht ausreicht, habe ich in die Rechnung noch einmal 16 Mrd. Euro eingestellt. Da die Länder für die Kosten der Kommunen aufkommen, lassen sich die Beträge nicht trennen.


1. Frage/Meinung: Mir ist die Message hier nicht so klar. Geht es darum, was Merkel hätte wissen müssen, die Belastung der Flüchtlingskrise, oder (unausgesprochen) warum das Thema jetzt nach der Wahl hochkocht? Neben der Flüchtlingskrise gibt es mehrere unausgesprochene Themen: - Wie ist die Balance bei Behörden zwischen Rechtsstaatlichkeit und Effizienz ? Was man liest, scheint Herr Weise die Balance Richtung Effizienz verschoben zu haben und dabei kommt ein politischer Wille möglichst wenig Ablehnungen zu provozieren . - Will CSU nicht vor der Wahl sich mit Flüchtlingsthemen vor der Bayernwahl von der AfD abgrenzen? - Will die CDU nicht einen neuen Kanzler Mitte der Legislaturperiode , um bei der nächsten Wahl eine bessere Chance zu haben? Solange die real abgeschobenen Flüchtlinge nicht steigt, sind dies für mich einfach politische Manöver, die wenig Bedeutung haben.

Antwort: Ich spekuliere nicht über politische Manöver. Der Rundbrief soll in einer umfassenden Bilanz die volle Verantwortung von Merkel aufzeigen und den Umfang des Schadens, der eingetreten ist und noch eintreten wird. Herr Weise hat nicht einsam gehandelt, sondern war von Merkel dafür bestimmt worden, Geschwindigkeit zu produzieren, obwohl er nicht das nötige Personal bekam.



3673 28-05-18: "Digital Sein" oder "Nichtsein"?

1. Frage/Meinung: Die Problembeschreibung und die Problemgröße sind sehr überzeugend. Beim "Was Tun " bleibt es bei einer Zusammenstellung der gegenwärtig diskutierten Vorschläge, die alle noch wenig überzeugend sind. Einfacher könnte es sein, for the many die Steuern und Sozialkosten zu verringern, und for the few die Einkommenssteuer/Kö rperschaftssteuer zu erhöhen und erneut Vermögenssteuer zu erheben und damit aus Steuermitteln die Renten/Kranken/Pflegeversicherung sowie Aufstockungen zum Gehalt zu finanzieren. Auch die dazu nötige Abstimmung zwischen den Ländern müsste weit über die EU hinaus reichen.

Antwort: Warum die Vorschläge nicht überzeugend sind, verraten Sie nicht. Einfach hau-ruck oder zicke-zack für die einen die Steuern/Abgaben zu senken und für die anderen zu erhöhen, läuft bekanntlich in unserer Gesellschaft nicht und kann schon deshalb nicht überzeugen.


2. Frage/Meinung: Was mir medial fehlt, ist die Diskussion des Themas und deren gesellschaftliche Auswirkung. Wo sehen wir uns als Gesellschaft in 10J? Natürlich wird die Technik es immer mehr Kontrolle erlauben (Stichwort das chin. soziale rating System). Wie wird künftig der soziale Zusammenhalt aussehen ? Zuwanderung und Flüchtlinge? Globalisierung? Wie wollen wir die Alten versorgen (Japan setzt auf Robotik und Technik, D eher auf Zuwanderung)? Ausbildung (brauchen wir noch die traditionelle Schule oder kann jeder Schüler individuell lernen?) Durch KI müssen wir alle politischen Spezialthemen integriert besprechen und neu durchdenken. Diese Diskussion fehlt. Es gibt einzelne Interessensgruppen, die versuchen einzelne Themen zu besetzen. Die Politik und die Medien halten sich komplett aus dem Thema heraus und zeigen bei ihrer Aufgabe, gesellschaftliche Diskussionen zu strukturieren eher ein Totalversagen.

Antwort: Gesellschaftliche Auswirkungen habe ich mehrfach aufgezeigt. Eine komplette Diskussion halte ich derzeit für kaum möglich, ohne in Mutmaßungen abzugleiten oder Panikmache, wie Ihr Hinweis auf das chinesische Rating (Deutschland wird auch mit Digitalisierung nicht China). Das eigentliche Problem ist die Spaltung der Gesellschaft und auf diese Gefahr habe ich deutlich hingewiesen.



3672 15-05-18: Bricht nun Italien den Euro

5. Frage/Meinung: Warum soll eine Beibehaltung der Niedrigzinsphase zum Kreditkollaps führen? Ist es nicht vielmehr bei einer Erhöhung so???

Antwort: Die Niedrigzinsen führen zu einer gigantischen Ausweitung des Kreditvolumens und sehr viel Spekulation, wie vor der letzten Krise.


4. Frage/Meinung: Aus Abb.16905 zeigt sich zwar der Wert von 3,1% in 1998 als knappen Sonderwert f ür die Maastricht-Grenze, jedoch nicht im Folgejahr 1999 sondern 10 Jahre später 2009 waren es die im Text erwähnten 5,3%. Interessant an solchen Darstellungen wäre die Entwicklung des Haushaltsdefizits als Vergleich der Nationen Deutschland , Frankreich, Italien über den Zeitraum zwischen 2000 - 2017 , jedoch in ein und derselben Grafik (EU-Kommission Ameco). Ihre Schlussfolgerung für den Austritt Griechenlands und Italiens aus dem Euro ist nachvollziehbar und vielleicht mit Turbulenzen verbunden, jedoch die "sauberste" aller Lösungen. Aber da wird Merkel & Co. leider nicht mitziehen bzw. die fehlende Einsicht haben.

Antwort: Der Text ist korrigiert. Den breiteren Vergleich der Defizite finden Sie hier. Nur 35 % der italienischen Staatsschuld ist gegenüber dem Ausland und damit bei Ausstieg aus dem Euro einer Aufwertung unterworfen. Der riesige Targetsaldo würde an der Bundesbank hängen bleiben, ebenso Verbindlichkeiten gegenüber der EZB nicht mehr einbringlich.


3. Frage/Meinung: Mir ist nicht klar, wie das Vermögen der Bevölkerung der Länder gemessen wird. Zählen dazu auch erworbene zukünftige Ansprüche der Alterversorgung? Zur Steuer: http://www.microtax.ch/de/2016/09/28/idee-deutsch/ schlägt eine Mikrosteuer auf jeden Zahlungsverkehr von 0.25% vor, um alle Steuern zu ersetzen. Mir scheint das eine gute Idee. Was halten Sie davon?

Antwort: Die staatliche Altersversorgung zählt nicht dazu, weil - wie Deutschland zeigt - die Rentenansprüche höchst unsicher sind. Eine einheitliche Mikrosteuer würde die Reichen wie die Armen behandeln und wäre höchst unsozial.


2. Frage/Meinung: Was mich interessieren würde ist, wieso der Norden wirtschaftlich besser ist als der Süden. Klar hängt es mit der Industrie zusammen, die sich vorwiegend dort lieder läßt, wo gebildete Arbeiter zu finden sind (?). Ist der Süden 'dümmer'? Oder ist es einfach zu heiß für effektives Arbeiten?

Antwort: Mit der Hitze dürfte es in modernen Zeiten nicht viel zu tun haben, auch nicht mit Dummheit. Wichtiger ist das hohe Niveau an Korruption und das Staatsversagen in Rom. Bei einem angemessenen Steuersystem wären genug Gelder da, um größere Programme im Süden zu fahren.


1. Frage/Meinung: Grausige Aussichten fürwahr! Der Austritt aus deem Euro scheint mir dennoch politisch sehr schwierig. Die dabei entstehenden Verbindlichkeiten für Italien könnte das Land doch gar nicht tragen, oder?

Antwort: Man müßte Italien beim Austritt helfen. Das wäre immer noch billiger als dauernde Zahlungen und Unruhe im Euro, zumal mit einer Regierung, die sich nicht mehr an die Spielregeln hält. Man sollte die Entscheidung in den Händen Italiens belassen.



3671 09-05-18: PKS 2017: Wie man die Gewaltkriminalität der Zuwanderer vernebelt

1. Frage/Meinung: Zugegeben, die staatlichen Veröffentlichungen sind, wie immer, ungeschickt. Statt zu verhindern, dass der Unmut der Deutschen Bevölkerung überkocht erreicht man nur kritische Nachfragen und Unglauben. Andererseits erwarte ich von Ihnen, dass Sie zumindest darauf hinweisen, dass hier von VERDÄCHTIGEN, nicht von TÄTERN gesprochen wird, sonst kann Ihr Bericht sehr wohl zur Unterfütterung von AFD nahen Aktionen missbraucht werden. Unabhängig davon bewerte ich die Arbeit gut.

Antwort: Ich habe mehrfach von "tatverdächtigen Zuwanderern", "verdächtigen Gewalttätern" und "Tatverdächtigen" gesprochen. Was hätte ich noch tun sollen? Außerdem geht es hier um aufgeklärte Straftaten, bei denen nur die Verurteilung aussteht. Der Verdacht also ein durch die Aufklärung erhärteter.



3668 30-04-18: PKS 2017: Ist Deutschland nun ausreichend sicher?

1. Frage/Meinung: .. und wir sollten darauf achten, dass die kriminellen Aktivitäten auch altersentsprechend gematcht werden. 14% aus dem Asylanten- u.ä. - Milieu klingt sehr viel, wie viel ist es aber im Vergleich zu einer altersentsprechend gematchten Gruppe der Durchschnittsbev ölkerung oder der lupenrein "Indigenes"?

Antwort: Selbst altersgematched sind 14 % sehr viel, zumal der Anteil an Straftaten gegen das Leben und an schweren Sexualstraftaten nach der PKS von 2016 noch viel höher liegt. Nach der PKS 2016 lag der Anteil an solchen Straftaten noch ohne die schutz- und asylberechtigten Zuwanderer bei 13 % bzw.15 %, würde also mit den schutz- und asylberechtigten Zuwanderern noch wesentlich höher liegen.



3667 23-04-18: Die Hyperglobalisierung und die deutsche Lohnentwicklung

3. Frage/Meinung: Bezugspunkt von Tabellen ist häufig das Medianeinkommen. Dessen Definition ist klar. Unklar ist, wie hoch der tatsächliche Wert jeweils ist. Das gilt nicht nur für Ihre Darstellungen, sondern auch sehr allgemein in Presseartikeln. Könnten Sie einmal die absoluten Zahlen des jeweiligen Medianeinkommens wenigstens annähernd darstellen? Es wäre ganz allgemein für die Bewertung von Aussagen sehr hilfreich .

Antwort: Die Armutsgrenze bei 60 % des Medianeinkommens bedeutet für Deutschland in 2016 ein Monatseinkommen von 1.063,75 Euro für eine Einzelperson und 2.233,92 Euro für einen Haushalt von 2 Erwachsenen mit 2 Kindern jünger als 14 Jahre.


2. Frage/Meinung: Vielleicht könnten Sie zur (gefühlten) Verquickung der deutschen Regierung mit den Bank- und Konzernspitzen und der daraus ableitbaren Politik Ergebnisse vorlegen.

Antwort: Die Verquickung ist nicht nur gefühlt. Immer wieder wechseln frühere Regierungsangehörige in lukrative Jobs der Privatwirtschaft, auch solche mit denen sie noch aus der Bundesregierung heraus zu tun hatten. Selbst Ex-Bundeskanzler Schröder hat einen lukrativen Job bei Gazprom angenommen. Die Fälle sind bekannt und werden immer wieder von kritischen Medien aufgegriffen. Umgekehrt hat beispielsweise der Finanzminister Beratungsleistungen von privaten Beratungsunternehmen angeheuert. Es gibt vor allem viele Gesprächskreise und Stiftungen, die Begegnungen zwischen Regierung und Wirtschaft organisieren. Und es gibt natürlich Parteispenden und in Einzelfällen auch Bestechung. Was allerdings im "stillen Kämmerlein" passiert wird sehr selten bekannt. Daher kann ich hier keinen zusätzlichen Beitrag leisten.

1. Frage/Meinung: Interessant wären natürlich qualifizierte Kritiken von Lesern mitlesen zu können, die vergleichbar empirisch unterlegt sind. Ich würde mich sehr freuen, wenn sie derartige Reaktionen bevorzugt in Ihren Stellungnahmen berücksichtigen könnten.

Antwort: Es gibt nicht sehr viele Kritiken von Lesern mit empirischer Unterlegung. Wenn Sie kommen, gehe ich in aller Regel darauf ein.



3666 16-04-18: Wie lange kann sich Putins Rußland einen neuen "kalten Krieg" leisten?

5. Frage/Meinung: Wie schrecklich Giftgas ist weiß jeder, das brauchten Sie hier nicht wieder auszubreiten . Das Sie aber sofort und auch hier wussten, wer der Böse war, der das Gift eingesetzt hat das hat mich erschreckt. Das Bauchgefühl der Dame May ist Ihnen informativer als Ihr gesunder Menschenverstand.

Antwort: Nein, offensichtlich wird von einigen Putin- und Assadanhängern die Schrecklichkeit von Giftgas gern verdrängt, wenn sie den Waffeneinsatz zur Verteidigung der Giftgaskonvention ablehnen und auf einer wegen des russischen Vetos unerreichbaren vorherigen Zustimmung des Sicherheitsrats der UN bestehen. Ihr flapsige Bemerkung, ich hätte sofort gewußt, wer der Böse war und daß ich mich an May's Bauchgefühl orientiere, zeigt nur, daß Sie den Rundbrief nicht sorgfältig genug gelesen habe. Ich habe bewußt nicht von einem "Wissen" gesprochen, sondern nur von einem "Verdacht". Und der erhärtet sich leider, je länger die Inspektoren an Ihrer Untersuchung gehindert werden. Arbeiten Sie bitte weniger mit Unterstellungen mir gegenüber und bestreiten Sie mir nicht in beleidigender Form den gesunden Menschenverstand. Das ist doch nur primitiv!


4. Frage/Meinung: In Rußland wird der Präsident direkt vom Volk gewählt! In Deutschland nicht, da wird er ausgekungelt. " autoritäres Regime unter Putin" ist völlig daneben, auch die Wirtschaftsdaten sind nicht vergleichbar, da Rußland als größtes Flächenland der Erde noch riesige Gebiete hat, wo die Menschen im Einklang mit der Natur leben wie vor tausend Jahren. Ich bitte um Nachsicht, aber dieser Rundbrief, der ist voll daneben.

Antwort: Vielen Dank für die Nachhilfe. Nur ist die Rolle von Putin nicht mit der von Steinmeier zu vergleichen. Und das Rußland ein Hort der Demokratie ist, werden Sie mir nicht weismachen wollen. "Autoritär" ist vielleicht noch untertrieben. Die Wirtschaftsdaten sind durchaus vergleichbar, denn die meisten Menschen leben nicht in der russischen Fläche. Und der Einklang mit der Natur ist eine nicht exemplarische Romantik. Mit so wenig Lebenserwartung ist man kein besonders glücklicher Mensch. Die weitaus meisten Leser kommen nicht zu Ihrem sehr unfreundlich formulierten Schlußurteil.


3. Frage/Meinung: Ich halte seit Jahren sehr viel von Ihren Rundbriefen aber in diesem Fall haben Sie wirklich die Meinung von ARD/ZDF und Frau Merkel / Maas wiedergegeben.

Antwort: Muss ich denn immer eine andere Meinung haben? Mit Syriens Chemiewaffenprogramm habe ich mich schon vor Jahren sehr intensiv beschäftigen müssen. Und Deutschland und Giftgas sind leider eine besondere Gleichung, die man hier gerne vergessen möchte.


2. Frage/Meinung: Ich bin von Ihnen enttäuscht! Das hat nichts mit einer anderen Meinung zu tun!

Solch einen offensichtlichen Russenhass habe ich bei ihnen sonst nicht bemerkt obwohl ich sie schon Jahre hier lese. Wirtschaftlich sind sie ein hervorragender Analyst, aber solche politischen Äußerungen sollten sie sich verkneifen.

Ich bin enttäuscht, dass auch Sie (als heller und kritischer Kopf) bei der billigen Hetzkampagne gegen Russland mitmachen.

Antwort: Es ist schade, daß man auf eine andere Meinung gleich so emotional reagiert, mit Enttäuschung und dem Vorwurf von Russenhaß, einer billigen Hetzkampagne gegen Rußland. Es fällt vielen Lesern offensichtlich schwer, Kritik an Putin zu ertragen. Ich kann übrigens auf der Basis meiner eigenen beruflichlichen Erfahrung in der Bundesregierung noch zur deutschen Verantwortung hinzufügen, daß Giftgasanlagen vor Jahren illegal aus Deutschland nach Syrien exportiert wurden.


1. Frage/Meinung: und ihren Vergleich der "Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung in USD-Kaufkrafteiheiten" vermisst man schmerzlich den Vergleich der Lebenshaltungskosten. Dass da die Lebenserwartung (noch) nicht die westliche ist kann man ihm nun wirklich nicht vorwerfen! Gerade von Ihnen bin ich eigentlich gewohnt, dass sie sorgfältig recherchieren bevor sie etwas veröffentlichen - um so mehr bin ich über diesen Artikel erstaunt bis entsetzt. Was ist dafür wohl der Hintergrund ? Tatsächlich auch die einfache Tatsache, dass Sie wie fast alle damals "betroffenen " Menschen einer Generation angehören, die gegen Russland einen Krieg verloren hat ?

Antwort: Bei Kaufkrafteinheiten werden die Lebenshaltungskosten berücksichtigt. Die Lebenserwartung ist ein sehr guter Indikator und hier geht es wirklich nicht um einen kleinen Unterschied, wie Sie mit "noch nicht die westliche" suggerieren. Bösartig ist die Unterstellung, ich sei durch den gegen Rußland verlorenen Krieg zur Kritik an den russischen Verhältnissen motiviert. Ich leite im Gegenteil gerade von dem mörderischen Krieg gegen Rußland sehr viel Sympathie für ein Land ab, das ich jahrelang immer wieder besucht und kennengelernt habe. Diese Sympathie muß ich allerdings nicht auf Putin übertragen. Ich bin auch noch nicht so alt, daß ich seinerzeit am Krieg hätte teilnehmen können, wie Sie unterstellen.



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