Schwerpunktthema auf jjahnke.net
- zuletzt aktualisiert: 25/02/2006 09:37 -
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Einer der größten Unsicherheitsfaktoren der Weltwirtschaft geht von der Verschuldung und dem
außenwirtschaftlichen Ungleichgewicht der USA aus. Davon ist auch der Wechselkurs des Dollars - der bei weitem
größten Handels- und Reservewährung der Welt - betroffen. Ein plötzlicher, unkontrollierter Absturz des
Dollars hätte sehr negative Auswirkungen auf die Handelsströme, auch den Export aus der Eurozone, und die
Finanzmärkte der Welt.
Das amerikanische Handelsdefizit ist bereits in die jährliche Größenordnung von über 767 Milliarden
Dollar explodiert, wobei der negative Trend in 2006 trotz der Dollarabwertung nur wenig gebremst wurde (siehe Abb. 0302). Das
Leistungsbilanzdefizit insgesamt erreichte 2005 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (siehe Abb. 1208 und 03028).



Um dieses enorme Defizit
zu finanzieren, sind die USA zum größten Kapitalimportland der Welt geworden (Abb. 02013). In erster Linie hängen sie
damit von den Notenbanken der asiatischen Handelspartner ab, die aus eigenem Exportinteresse eine zu starke Dollarabwertung
vermeiden wollen und durch ständigen Dollarkauf enorme Dollarreserven aufgebaut haben (Abb. 03032).


Die Reserven der ost- und südostasiatischen Notenbanken zusammen betragen
etwa 65 Prozent aller Währungsreserven der Welt (siehe Abb. 08010); bei einigen gibt es schon Anzeichen,
daß sie die Reservebildung vom Dollar weg diversifizieren könnten. Niemand weiß, wie lange sich die
prekäre Situation noch halten läßt.

Parallel zum explodierenden Leistungsbilanzdefizit und Kapitalimport ist die Sparquote immer mehr zusammengebrochen (12043) und liegt weit unter der anderer Vergleichsländer (siehe Abb. 12041).
Praktisch sind die persönlichen Ausgaben dem verfügbaren persönlichen Einkommen davongelaufen, oder ist das Einkommen nicht mehr ausreichend gestiegen (Abb. 12042).



Bestimmt wird das negative Außenwirtschaftsbild der USA von einer wachsenden privaten und öffentlichen Verschuldung - Reflex
eines Landes, das weit über seine Verhältnisse lebt (siehe Abb. 0301). Die öffentliche und private Verschuldung der USA erreichte Ende 2005 den astronomischen Betrag von etwa 29.000 Milliarden US$; das ergibt etwa 186.000 US$ für jeden
Beschäftigten in den USA oder mehr als zehnmal das gesammt Bruttoinlandsprodukt Deutschlands. Die öffentliche Verschuldung
lag mit 8.200 Milliarden US$ um 11 % höher als ein Jahr vorher (d.h. weit über dem nach dem
EU-Stabilitätspakt fuer die Europartner erlaubten Wert)und betrug bereits 65 des BIP, während es im Jahr 2000 noch 57,8% waren. Die Lage des
amerikanischen Haushalts hat sich dabei von einer Überschußposition noch im Jahre 2001 in ein gewaltiges Defizit verwandelt (siehe Abb. 03001).

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