Wichtige Aussagen aus der Rede Ron Paul's vor dem Repräsentatenhaus sind:
1. Heute gilt: "Derjenige, der das Geld druckt, setzt die Regeln, herrscht", zumindest vorläufig. ..sind die Ziele die gleichen geblieben: fremde Länder zur Produktion zwingen und das eigene
Land mit militärischer Überlegenheit ausstatten und das Gelddrucken kontrollieren. Seitdem Geld zu drucken der Fälscherei gleichkommt, muss der Herausgeber der internationalen
Leitwährung immer das Land mit dem militärischen Apparat sein, das die Kontrolle dieses Systems ausüben kann. Dieses großartige System scheint d a s System schlechthin zu sein,
um fortwährend dem Land Wohlstand zu verschaffen, das die Weltleitwährung herausgibt.
2. Das einzige Problem ist, wie immer, dass ein so geartetes System ...korrumpiert. Diese
Verhältnisse zerstören den Anreiz zu sparen und zu produzieren, währenddessen sie die Verschuldung und die Degression des Wohlstandes befördern. Der Druck, im eigenen Land die
Währung zu inflationieren, rührt sowohl von den korporierten Wohlfahrtsempfängern als auch von denen her, die Almosen als Entschädigung für das Notwendigste und für die
ihnen von anderen zugefügten Ungerechtigkeiten verlangen.
3. Wir deklamierten (Anm: als Teil der "Dollar-Diplomatie" zu Roosevelts Zeiten) öffentlich nicht nur das Recht, sondern die
offizielle Verpflichtung der US-Regierung, unsere Geschäftsinteressen gegen die Europäer zu verteidigen. Die USA verhielten sich im Weiteren so wie die meisten vorhergesagt hatten: Sie
druckten mehr Dollarscheine als durch Gold gedeckt waren. Über 25 Jahre lang duldete die Welt diesen Zustand ohne groß zu fragen - bis Frankreich und andere Länder Ende der 1960er
verlangten, dass wir unser Versprechen wahr machten und .. Gold zahlten. Bei Lichte besehen erklärten wir damit (Anm: mit dem Schließen des Goldfensters durch Nixon) unseren Bankrott.
Erstaunlicherweise wurde ein neues System ersonnen, welches den USA erlaubte, die Notenpresse für die Weltreservewährung ohne jede Einschränkung laufen zu lassen - ja sogar nicht
einmal mit dem Anspruch der Goldkonvertibilität oder dergleichen. Obwohl diese neue Politik noch viel fehlerhafter war, machte sie den Weg für eine sich noch weiter ausdehnende
Dollar-Hegemonie frei.
4. .... vereinbarte die Elite der Geldmanager, besonders nachhaltig unterstützt von den US-Behörden, ein Abkommen mit der OPEC, den Preis für Erdöl
weltweit ausschließlich in Dollar festzusetzen. Dies verhalf dem Dollar zu einem besonderen Platz unter den Weltwährungen und sicherte den Dollar im Endeffekt mit Öl ab. Im Gegenzug
versprachen die USA, die diversen Öl-Scheichtümer gegen drohende Invasionen oder innere Aufstände zu schützen. Dieses Arrangement setzte den Aufstieg der radikalen islamischen
Bewegung unter denen in Gang, die uns unseren Einfluss in der Region übel nahmen. Das Abkommen verlieh dem Dollar eine künstliche Stärke, verbunden mit unglaublichen finanziellen
Vorteilen für die Vereinigten Staaten. In dem Maße, wie der Dollareinfluss gedieh, erlaubte uns dies, unsere Geldinflation zu exportieren, und zwar über große
Preisnachlässe beim Öleinkauf und beim Import anderer Güter.
5. Der neuerliche Versuch, zwischen 1980 und 2000 die Märkte über den wirklichen Wert des Dollar zu
täuschen, erwies sich als erfolglos. In den letzten fünf Jahren verlor der Dollar gegenüber Gold mehr als 50% an Wert. Man kann nicht alle Leute die ganze Zeit täuschen, selbst
nicht mit der Macht der gewaltigen Notenpresse und des Geldschöpfungssystems der FED. Protektionismus, feste Wechselkurse, Strafzölle, politisch motivierte Sanktionen, Subventionen für
Konzerne, internationales Handelsregime, Preiskontrollen, Zins und Einkommenskontrollen, hyper-nationalistische Vorurteile, die Drohung mit Gewalt und sogar Krieg - zu all dem wird Zuflucht genommen,
um die Probleme zu lösen, die künstlich durch ein zutiefst mit Fehlern behaftetes Währungs- und Wirtschafts-System hervorgerufen worden sind. Das Ausland hortet unsere Dollars zu
Gunsten seiner hohen Sparquote und verleiht uns diese netterweise zu niedrigen Zinsen, um unseren exzessiven Konsum zu finanzieren.
6. ... die Zeit wird kommen, in der unsere Dollars - wegen ihrer
Abwertung - weniger freudig entgegengenommen oder gar vom Ausland zurückgewiesen werden. So könnte eine ganz neue Situation entstehen, die uns dazu zwingt, den Preis für das
Über-unsere-Verhältnisse- und Über-unsere-Produktionsfähigkeit-Leben zu bezahlen. Der Sinneswandel hat, was den Dollar betrifft, bereits begonnen, aber das Schlimmste steht noch
bevor. Das Abkommen mit der OPEC zu Beginn der 1970er verlieh dem Dollar eine künstliche Stärke als der herausragenden Welt-Reserve-Währung. Das Abkommen schuf eine weltweite Nachfrage
nach Dollarnoten und saugte Unmengen jährlich neu gedruckter Scheine an. Allein im letzten Jahr wuchs die Geldmenge M3 um über 700 Milliarden Dollar. Die künstliche Nachfrage nach
unserem Dollar, verknüpft mit unserer militärischen Macht, hat uns in die einzigartige Position versetzt, die Welt beherrschen zu können, ohne selbst produktiv zu arbeiten, zu sparen
und unseren Konsum oder unsere Verschuldung zu begrenzen. Das Problem ist, so kann das nicht weitergehen.
7. ... ein Ende der Bundesausgaben ist nicht in Sicht, bei Null politischem Willen, sie zu
zügeln. Das letztjährige Handelsdefizit lag bei über 728 Mrd. Dollar. Ein Zwei-Billionen-Dollar-Krieg tobt, und es werden Pläne lanciert, den Krieg auf den Iran und
möglicherweise Syrien auszudehnen. Die einzige Kraft, die dies verhindern kann, ist die weltweite Abkehr vom Dollar.
8. Am wichtigsten ist, dass die Dollar-Öl-Beziehung aufrechterhalten
wird, um ihn als überragende Währung zu sichern. Im November 2000 verlangte Saddam Hussein für das irakische Öl Euros. Seine Arroganz bedrohte den Dollar; seine nicht vorhandene
militärische Macht stellte hingegen nie eine Bedrohung dar. Auf der ersten Kabinetts-Sitzung der neuen Administration 2001 - so wird von Finanzstaatssekretär Paul O'Neill berichtet - war
der wichtigste Tagesordnungspunkt, wie wir Saddam Hussein aus dem Amt jagen könnten - obwohl es keinerlei Anzeichen gab, in welcher Weise er uns bedrohte. Viele glauben heute, das sei der
eigentliche Grund für unsere Besessenheit gegenüber dem Irak. Ich zweifle daran, dass dies der einzige Grund war, aber er hat wohl eine bedeutende Rolle in unserem Kalkül, Krieg zu
führen, gespielt. Innerhalb kürzester Zeit nach dem Sieg wurde sämtliches irakisches Öl wieder in Dollar gehandelt, der Euro war verbannt. Im Jahre 2001 verkündete der
Botschafter Venezuelas in Russland, sein Land steige bei der Auspreisung aller Ölverkäufe auf Euro um. Innerhalb eines Jahres gab es einen Staatsstreich gegen Chavez, den, so wird
berichtet, unsere CIA unterstützte.
9. Nun scheint der Iran - besonders nach dem er seine Pläne, Öl in Euro auszupreisen, wahr gemacht hat - Ziel eines Propagandakriegs zu sein,
ähnlich demjenigen, den wir gegen den Irak vor unserem Einmarsch geführt haben.
10. Wahr ist aber auch, dass es unmöglich ist, in altem Stil, d.h. mit höheren Steuern, Sparen,
größerer Wertschöpfung durch die US-Amerikaner, die Rechnungen für unsere aggressiven Interventionen zu bezahlen. Ein großer Teil der Kriegskosten des Golfkriegs 1991 wurde
von vielen unserer willigen Alliierten bezahlt. Heute ist das nicht mehr der Fall. Heute ist - mehr denn je - die Dollar-Hegemonie, d.h. die Funktion des Dollars als Weltreserve-Währung,
notwendig, um unsere aufwendigen Kriegsexpeditionen zu finanzieren. Dieser nicht enden wollende 2-Billionen-$-Krieg muss auf die eine oder andere Weise bezahlt werden. Die Dollar-Hegemonie stellt uns
dafür die Werkzeuge zur Verfügung. Die Lizenz, Geld quasi aus dünner Luft zu drucken, ermöglicht es uns, die Rechnungen durch Preisinflation zu begleichen. Unter dieser Inflation
leiden die US-Bürger ebenso wie der Durchschnittsbürger in Japan, China oder in anderen Ländern. Diese Inflation ist die "Steuer", mit der die Rechnungen für unsere
militärischen Abenteuer bezahlt werden.
11. Es ist ein unbestreitbarer Vorteil für uns, wertvolle Güter einzuführen und dafür im Wert verfallende Dollars zu exportieren. Die
Exportnationen sind in ihrem Wachstum von unseren Käufen abhängig geworden. Diese Abhängigkeit macht sie zu unseren Verbündeten im fortgesetzten Betrug, und ihre Teilhabe an
diesem hält den Wert des Dollar künstlich hoch. Unser gesamtes wirtschaftliches System hängt davon ab, dass das gegenwärtige Dollar-Recycling-System Bestand hat. Wir leihen uns
jährlich 700 Mrd. Dollar von unseren "großzügigen Wohltätern", welche dafür hart arbeiten und unsere Dollarnoten für ihre Produkte annehmen. Weiters borgen wir uns all
die Gelder aus, die wir für die Sicherung des Empires brauchen (Verteidigungsbudget: 450 Mrd. Dollar) und noch mehr. Die Militärmacht, welcher wir uns "erfreuen", wird zu d e r "Deckung"
unserer Währung.
12. Die wirkliche Bedrohung kommt von unseren politischen Gegnern, die uns militärisch zwar nicht die Stirn bieten, aber auf wirtschaftlichem Gebiet herausfordern
können. Deswegen wird die neue Herausforderung seitens des Iran für so ernst gehalten. Leute zu zwingen, Papiergeld ohne realen Wert zu akzeptieren, klappt nur kurze Zeit. Auf lange Sicht
führt das zu ökonomischen Erschütterungen im Inland und weltweit und muss letztlich mit einem Preis bezahlt werden.
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