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Bücher zur Webseite: "Falsch globalisiert (Mai 2006) und "Deutschland global" (2005)


Hier werde ich Ihre eigenen Gedanken zur Zeit anomym veröffentlichen, so Sie mir welche per Mail zuschicken. Bitte beachten, ich muß das Meinungsbild diversifizieren und kann daher nur jeweils einmal pro Autor und Monat hier aufnehmen.






Ihre Gedanken zur Zeit: Allgemeine Unübersichtlichkeit, wohin man schaut - 007 12-03-08:

keine Frage, die Lage ist unübersichtlich und für viele Menschen auch verwirrend. Wem soll man nun glauben bei der unbestrittenen Krise in Wirtschaft und Gesellschaft des einstigen "Wirtschaftswunderlands" Deutschland und früherem "Musterknaben" in der EU? Etwa den Experten, wie z.B. den sog. "Wirtschaftsweisen" (aus dem neoliberalen Märchenland)? Welcher "normale" Mensch wird so viel geballtes Fachwissen der professoralen "Intelligenzbestien" schon ernsthaft anzweifeln wollen? Leider haben die neoliberalen Wirtschaftsexperten seit langem schon ein gewissen Problem mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit, d.h. im Klartext: ihre Analysen und Prognosen sind meist nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben worden sind.# Dann sollte man es vielleicht doch lieber bei den (selbsternannten) "Volksaufklärern" der Boulevardpresse und der Massenmedien versuchen, um Halt zu bekommen in der vor lauter Dynamik und (Schein-)Innovation nur so strotzenden Informations- und Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts. Sich auf Dauer von einer durch "Sex and drugs and rock`n`roll" bestimmten Bild-Zeitung über das "wirkliche Leben" aufklären zu lassen, erscheint aber auch nicht überzeugend zu sein und bringt verunsicherte Arbeitslose auch nicht wieder in Lohn und Brot.

Dann wären da noch die "kritischen Kritiker" zu nennen, die zwar durchaus die Fehler und Schwächen - oder sollte man besser sagen: Lügen - der herrschenden Wirtschafts- und Sozialdoktrin des Neoliberalismus zum Teil erkennen und auch beim Namen nennen, die dann aber selbst zu verwirren beginnen, weil sie (bewußt oder unbewußt) dem anfänglich einleuchtend wirkenden Freiheitsgeschwätz der Markfundamentalisten auf den Leim gegangen sind: Mehr Markt, weniger Staat! Wenn das nur so einfach wäre! Leider stimmt auch die umgekehrte Formel nicht ohne weiteres: Mehr Staat, weniger Markt! Aber etwas näher an der "Wahrheit" dürfte man doch dran sein mit der Forderung nach mehr staatlicher Regulierung der entgrenzten und überliberalisierten neoliberalen (Welt-Wirtschaft.

Es müßte auch auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaft wieder mehr Theorienpluralismus und Meinungsvielfalt geben, wie das in anderen Wissenschaften auch üblich ist, welcher dann von den "Experten" zu den "Volksaufklärern" und denn "kritischen Kritikern" zum "einfachen Volk" durchdringen könnte. Die Wirtschaftswissenschaft ist nicht zu unrecht einmal als die unwissenschaftlichste aller Wissenschaften bezeichnet worden, auch wenn - oder gerade deshalb - die neoliberalen Dogmatiker und ihre interessengeleiteten Verbündeten in Wirtschaft und den kommerzialisierten Massenmedien stets um Entpolitisierung ihrer Einheitslehre bemüht sind.


Ihre Gedanken zur Zeit 006 03-03-08:

Zunächst Dank für die wertvolle Arbeit, die Sie leisten mit Ihren Veröffentlichungen. Bekomme sie immer von anderen zugeleitet, habe mich deshalb auch nicht angemeldet.

Zu Ihrem Beitrag von vergangener Woche, ich habe da ein Zitat gefunden: "Die Produktivität hat über die letzten 7 Jahre schon um 14 % zugelegt, wovon die Arbeitnehmer nichts in ihren Lohntüten gesehen haben "

Das ist doch genau der Mechanismus, der in dieser Gesellschaft funktioniert: Produktivitätssteigerungen führen zwangsläufig zu einer Verelendung des Arbeiters und zu volleren Taschen der Nutznießer des Systems. Wenn Sie sich meine Ausführungen mal zu Gemüte führen wollen - ich habe nach einem einfachen Schema gesucht, wie ich das System Kapitalismus (als wirtschaftliches System, nicht als politische Größe) anschaulich verklickern kann.

Vielleicht interessiert es.

Jedenfalls kann es nach meinen Feststellungen nur so sein, wie Sie verwundert feststellen, daß das seine Haut zum Markte tragende Individuum nix abbekommt, wenn aus ihm mehr herausgepreßt wird. Der Lohn für einen Monat ist seit Einführung dieser Kategorie so bemessen, daß der Lohnempfänger so viel bekommt (bzw. angesichts des derzeitigen Lohndesasters in D bekommen sollte!), wie er zur Erhaltung seiner selbst bedarf. Nicht mehr, höchstens weniger.

Um dem einen Riegel vorzuschieben und den (wirtschaftlich) Schwächeren vor dem Stärkeren zu schützen, dazu ist das Regulatorium "Staat" berufen. In der zurückliegenden Zeit aber hat dieser Regelmechanismus genau in umgekehrter Folge funktioniert, hat also die wirtschaftlichen Größen vor dem Pöbel geschützt. Was dabei herausgekommen ist, zeigen Sie jede Woche neu, sehen wir auch fast täglich in den Medien: Korruption, Verschwendung, Skandale.

Wenn Sie meinen Gedankengängen folgen können, dürfte Ihnen auch klar werden, welche Verfehlungen die Politik in D in der zurückliegenden Zeit begangen hat und was zu tun ist, damit das anders wird. Übrigens - andere Länder zeigen es uns doch, daß es geht! Warum finden Ihre Worte nicht Gehör in den Chefetagen dieses Landes?

Und falls Sie mal Gehör finden sollten: Mein Vorschlag: Mindestlohn her, aber auch Maximallohn (Verhältnis etwa 1/50) , der Rest gehört gnadenlos versteuert (nicht unter 90%), denn das ist Geld, das meistenteils ungerechtfertigt als Mehrerlös herausgepreßt worden ist. Mit dem so gewonnenen Erlös könnte dann der Staat zu seiner Aufgabe kommen als größter Brötchengeber der Nation, und die Konzerne müßten dann, um noch Personal zu bekommen, etwas dafür tun, daß der Lohn zufriedenstellend ist.

Gäbe noch mehr zu schreiben, will Sie aber nicht langweilen.


Ihre Gedanken zur Zeit 005 02-03-08:

Die Wirkung von Güterexport auf die heimische Wirtschaft

Politiker, Wirtschaftsfachleute und Unternehmer Land auf Land ab, betonen die Wichtigkeit der Exportindustrie als bedeutendes Standbein der Wirtschaft. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wird beschworen. Stolz wird auf Deutschland als Exportweltmeister hingewiesen. Im Folgenden sollen diese Behauptungen und Setzungen auf dem Hintergrund der Wirkung von Export auf die Binnenwirtschaft untersucht werden.

Hintergrund dafür sind die Tauschmittel- und Güterströme zwischen den Währungsräumen. Während die Güter von einem Währungsraum in den anderen strömen, wandern die Tauschmittel in die Devisenmärkte und aus ihnen wieder heraus, dabei stellt sich, ein Gleichgewicht zwischen 4 Größen ein: Güterimport/-export; Geldimport/-export. Verändert sich eine Größe, so wird über den Wechselkurs ein neues Gleichgewicht nach folgender Gleichung eingestellt (in Anlehnung an Th. Koudela, Entwicklungsprojekt Ökonomie, EWK-Verlag, 2004, S.179):

Güterimport + Geldexport = Güterexport + Geldimport

Flusskapazitätsgleichung (FKG) des Außenhandels

Wird auf der einen Seite ein Gleichungssummand erhöht, muss entweder auf der anderen Seite ein Gleichungssummand um denselben Betrag wachsen oder auf derselben Seite ein Summand damit erniedrigt werden.

Wenn der Güterexport wächst (Exportoffensive) bedeutet dies, die Veränderung der anderen Außenhandelsgrößen in Richtung eines neuen Gleichgewichtseinstellung. Folgende Möglichkeiten gibt es:

1. Der Güterimport wächst im gleichen Maße wie der Güterexport. Dies ist unmittelbar einsichtig, denn Länder tauschen Güter aus. Die exportierte Warenmenge ist gleich der importierten, sonst entsteht ein Handelsdefizit oder -überschuss. Handelt es sich bei den Importgütern um solche, die auch im eigenen Land produziert werden, geraten diese Industrien unter Absatzschwierigkeiten bzw. Preisdruck, weil das Angebot steigt. Der Druck wird an die Lohnkosten weitergeben bis hin zur Arbeitslosigkeit. Hat also ein Industriezweig mit seinen Produkten im Inland Absatzschwierigkeit und versucht er, durch erhöhten Export auszuweichen, um Arbeitsplätze zu sichern, geschieht dies letztlich auf Kosten anderer Industriezweige, die nicht exportieren können (Beispiel könnte sein Autoindustrie/ Textilindustrie).

Die volkswirtschaftliche Absatzkrise lässt sich durch eine Exportoffensive nicht überwinden. Sie wird dadurch eher noch verstärkt.

2. Der Geldexport erhöht sich im gleichen Maße wie der Güterexport. Dieser Fall liegt bei einem Exportüberschuss vor. Das exportierende Unternehmen könnte z.B. für den Güterverkauf die entsprechende Fremdwährung akzeptieren, die es dann in den jeweiligen ausländischen Real- oder Finanzmarkt anlegt. Genauso könnten aber auch im Austausch zur heimischen Währung Kapitalbesitzer in der Fremdwährung investieren. Beides entspricht auf der volkswirtschaftlichen Ebene einem Geldexport. Dem Exportland steht dieses Geld dann nicht mehr zur Markträumung zur Verfügung.

Auch hier wird deutlich, dass die binnenwirtschaftliche Absatzkrise nicht durch verstärkten Export gelöst werden kann.

3. Das Gleichgewicht kann auch durch Minderung des Geldimportes wieder hergestellt werden. Das bedeutet, ausländische Kapitalgeber investieren weniger, z.B. zur Schaffung von Arbeitsplätzen.# Schlussfolgerung: Die Lösung einer binnenwirtschaftlichen Absatzkrise kann nie in der Stärkung der Exportwirtschaft liegen. Die einzelne Firma mag ihre Absatzkrise mit verstärktem Export überwinden können, volkswirtschaftlich führt dies aber in eine Sackgasse. Der Export ist sinnvoll, wenn dafür Güter eingeführt werden, die im Binnenmarkt nicht hergestellt werden können oder wofür die notwendigen Arbeitskräfte oder Ressourcen fehlen. Ein binnenwirtschaftlicher Aufschwung muss durch die Kaufkraftstärkung der binnenwirtschaftlichen Leistungsträger getragen werden, die auch gleichzeitig Konsumenten sind. Das dazu notwendige Geld darf nicht in den Händen weniger konsumgesättigter Leistungsträger verbleiben, die es in Spekulationskassen verschwinden lassen.

Eine starke Exportwirtschaft kann durchaus Ausdruck einer schwachen Binnenwirtschaft sein, wenngleich auch das Umgekehrte gilt, dass eine starke Binnenwirtschaft sich eine starke Exportindustrie leisten kann.

Mit anderen Worten: Der Export kann nur durch eine gute Binnenkonjunktur getragen werden, aber es gilt nicht der Umkehrschluss, dass ein starke Export zu einer guten Binnenkonjunktur führt.

Ihre Gedanken zur Zeit 004 02-03-08:

ich habe schon mit recht zweifelhaftem Vergnügen (angesichts des Zahlenmaterials und deren Interpretation) die Vorabversion gelesen und habe nun auch das Buch bestellt. Man sollte das Buch öffentlich wirksam in Berlin jedem einzelnen Parlamentarier überreichen, damit sie auch nachlesen können was sie so alles zum Nachteil einer ganzen Volkswirtsschaft anstellen. Leider habe ich da keine allzu gute Hoffnung, dass da in Berlin oder gar auf der Arbeitgeberseite sich etwas ändert. Die Arbeitgeber sind viel zu sehr in ihrem betriebswirtschaflichen Gefängnis eingesperrt, um auch nur einen Hauch darüber hinwegzusehen und die Parlamentarier lassen sich nur allzu gerne (auch gegen einen großzügig bemessenen Obulus) vor ihren Karren spannen. Passend dazu habe ich hier einen (sehr) kleinen Ausschnitt aus einem Buch, aus dem Jahr 1944, das ich gerade lese. Das Kapitel ist überschrieben "Der selbstregulierende Markt und die fiktiven Waren: Arbeit, Boden und Geld".

Ausschnitt: "... Arbeit ist bloß eine andere Bezeichnung für menschliche Tätigkeit, die zum Leben gehört, das seinerseits nicht zum Zwecke des Verkaufs, sondern zu gänzlich anderen Zwecken hervorgebracht wird; auch kann diese Tätigkeit nicht vom restlichen Leben abgetrennt, aufbewahrt oder flüssig gemacht werden. Boden wiederum ist nur eine andere Bezeichnung für Natur, die nicht von Menschen produziert wird; und das eigentliche Geld, schließlich, ist nur ein Symbol für Kaufkraft, das in der Regel überhaupt nicht produziert wird, sondern durch den Mechanismus des Bankwesens oder der Staatsfinanzen in die Welt gesetzt wird. Keiner dieser Faktoren wird produziert, um verkauft zu werden. Die Bezeichnung von Arbeit, Boden und Geld als Ware ist somit völlig fiktiv. Dennoch werden die wirklichen Märkte für Arbeit, Boden und Geld mit Hilfe dieser Fiktion errichtet. Diese Faktoren werden tatsächlich auf dem Markt gekauft und verkauft; ihr Angebot und ihre Nachfrage sind echte Größen, und jegliche Maßnahmen, jegliche Politik, die die Bildung solcher Märkte behindern, würden ipso facto die Selbstregulierung des Systems gefährden. Die Warenfiktion liefert somit ein entscheidendes Organisationsprinzip für die Gesellschaft als Ganzes, das praktisch alle ihre Institutionen auf vielfältige Art und Weise beeinflußt, nämlich das Prinzip, wonach keine Vorkehrungen oder Verhaltenweisen zugelassen werden dürfen, die das Funktionieren des Marktmechanismus im Sinne der Warenfiktion verhindern. Nun kann aber ein solches Postulat in Bezug auf Arbeit, Boden und Geld nicht aufrechterhalten werden. Wenn man den Marktmechanismus als ausschließlichen Lenker des Schicksals der Menschen und ihrer natürlichen Umwelt, oder auch nur des Umfangs und der Anwendung der Kaufkraft, zuließe, dann würde dies zur Zerstörung der Gesellschaft führen. Die angebliche Ware "Arbeitskraft" kann nicht herumgeschoben, unterschiedslos eingesetzt oder auch nur ungenutzt gelassen werden, ohne damit den einzelnen, den Träger dieser spezifischen Ware, zu beeinträchtigen. Das System, das über die Arbeitskraft eines Menschen verfügt, würde gleichzeitig über die physische, psychologische und moralische Ganzheit "Mensch" verfügen, der mit dem Etikett "Arbeitskraft" versehen ist. Menschen, die man auf diese Weise des Schutzmantels der kulturspezifischen Institutionen beraubte, würden an den Folgen gesellschaftlichen Ausgesetztseins zugrunde gehen; sie würden als die Opfer akuter gesellschaftlicher Zersetzung durch Laster, Perversion, Verbrechen und Hunger sterben. Die Natur würde auf ihre Elemente reduziert werden, die Nachbarschaften und Landschaften verschmutzt, die Flüsse vergiftet, die militärische Sicherheit gefährdet und die Fähigkeit zur Produktion von Nahrungsmitteln und Rohstoffen zerstört werden. Schließlich würde die Marktvweraltung der Kaukraft zu periodischen Liquidierungen von Wirtschaftsunternehmen führen, da sich Geldmangel und Geldüberfluß für die Wirtschaft als ebenso verhängnisvoll auswirken würden, wie Überschemmungen und Dürreperioden für primitive Gesellschaften. Märkte für Arbeit, Boden und Geld sind für eine Marktwirtschaft zeifellos von wesentlicher Bedeutung. Aber keine Gesellschaft könnte die Auswirkungen eines derartigen Systems grober Fiktionen auch nur kurze Zeit ertragen, wenn ihre menschliche und natürliche Substanz sowie ihre Wirtschaftsstruktur gegen das Wüten dieses teuflischen Mechanismus nicht geschützt würden...."

Der Ausschnitt ist bei Karl Polanyi, The Great Transformation, deutsche Ausgabe Suhrkamp Taschenbuch, S. 107 ff zu finden.

Ihre Gedanken zur Zeit 003 22-02-08:

Ich glaube Deutschland Wirtschaft besteht nur noch aus besorgniserregenden Trends, die mit aller Macht verschleiert werden sollen. Wie blöd hält die selbsternannte Elite überhaupt den deutschen Pöbel, auch neudeutsch Unter(menschen)schicht genannt, die immer größer wird. Unsere beliebte Volkskanzlerin hat ja als Pfarrerstochter und ehemalige FDJ-Agitatorin das nötige Rüstzeug dazu. In den Wirtschaftszeitungen z.B. Wirtschaftswoche oder Handelblatt wird die Wahrheit über den wirtschaftlichen Zustand dieses Landes besser beschrieben, als in den gleichgeschalteten Zeitungen wie Spiegel, Faz u.s.w. Die regionalen 08 15 Zeitungen sieht es nicht besser aus, als gelernter DDR-Bürger bin ich über die Entwicklung der Medien, in der Berliner Republik erschüttert.

Ich sitze wegen eines Arbeitsunfalles im Rollstuhl und bin Rentner. Ich habe bei einer Zeitarbeitsfirma gearbeitet, als der Arbeitsunfall passiert ist. Das ist 11 Jahre her, den Lohn den ich bekommen habe bei verschiedenen Zeitarbeitfirmen lag zwischen 10 DM und 15 DM brutto, mal mit oder mal ohne Zuschlägen, da hat sich nicht viel geändert, außer das die Steuern, Gebühren und Preise explodiert sind. Es ist zynisch, aber manchmal bin ich froh das ich Regelmäßig meine Rente erhalte und nicht ums wirtschaftliche Überleben kämpfen muss. Wir wurden auch manchmal von Einsatzorten kurzfristig abgezogen, weil die Auftraggeber nicht zahlen wollten oder konnten.

Ihre Gedanken zur Zeit 002 13-02-08: Hetzkampagne der BILD

es ist einfach ein gesellschaftlicher und politischer Skandal wie die „Sturmtruppen des Springer-Konzerns“ in großer Verbundenheit mit den so genannten Fach-Experten über Hartz IV und Arbeitslose öffentlich in einer Art und Weise her fallen und als Sozialschmarotzer beschimpfen, die mich an Julius Streicher und seinem Stürmer erinnern. Der Skandal liegt darin, dass Professoren wie Rürup, Sinn oder Straubhaar, sich an der außerordentlich aggressiven Hetze durch die Bildzeitung beteiligen, wenn sie auch nur als eine Art Alibi für die Verleumdungen gegen Hartz IV und Arbeitslose stehen. Allein der Gedanke, dass Professoren wie Rürup und Sinn die Bundesregierung beraten, lässt erahnen, mit welcher ideologischen Einstellung Merkel und Co. Politik betreiben. Jeder Arbeitnehmer hätte seinen Arbeitsplatz aufgrund derartiger Äußerungen gegen seinen „Arbeitgeber“ verloren. Sie aber dürfen ungestraft fortfahren, ohne Konsequenzen. Die Bildzeitung, das Verblödungsblatt Deutschlands, darf weiterhin Randgruppenhetze im Stürmerstil betreiben, ohne dass gesellschaftlicher Widerstand auch nur ansatzweise (wie in den 1968-ziger Jahren) erkennbar wäre. Professoren wie Rürup, Sinn und Straubhaar werden von ihrer Klientel bejubelt und dafür vergöttert. In was für einer Gesellschaft leben wir?


Globalisierung

Ihre Gedanken zur Zeit 001 11-02-08: Sind Gewerkschafter "Diversity-tauglich"? Ralf Kronig, IGM Gewerkschaftsmitglied, Betriebsratsmitglied SAP AG

Als Bankkaufmann bei einer Raiffeisenbank auf dem Lande trat ich einer Gewerkschaft bei. Ohne Not, nur aus Interesse an sozialen Themen und aus der Überzeugung, dort viele meiner Werte vorgefunden zu haben. Im konservativen, beruflichen Umfeld löste ich mit meinem Beitritt zu einer Gewerkschaft Irritationen und Unbehagen bei meinen KollegInnen aus. Mein eher "grünes" Gedankengut wurde Anfang der 80er mit starken Misstrauen beobachtet und als "Spinnerei" abgewertet. Nach sieben Jahren Treue zu meinem Ausbildungsbetrieb und einem zweiten Bildungsweg erfüllte ich mir meinen Wunsch für ein stark selbstbestimmtes Hochschulstudium. Dort fand ich Diversity tagtäglich vor. Jeder war anders und das war gut so.

Nach verschiedenen Tätigkeiten begann ich im Jahre 1996 bei SAP AG in Walldorf zu arbeiten und 10 Jahre später begann für mich ein großes "Abenteuer". Die Gründung eines Betriebsrats beim damals einzigen betriebsratslosen DAX30-Unternehmen zusammen mit einigen, mutigen KollegInnen. Die Haltung stimmte bei uns, denn wir planten die Gründung nach Jahren der gründlichen Vorbereitung. Von Diversity wurde im Unternehmen zwar viel geredet, aber Eintreten für die Interessen von ArbeitnehmerInnen war verpönt. Man hatte besonders in diesem Punkt so zu sein und so zu denken, wie die ganz überwiegende Zahl der anderen. Von gelebter Vielfalt spürte ich im Unternehmen wenig.

Die Medien stürzten sich sofort auf diese "Sensation", denn bisher wurde jeder Versuch, einen Betriebsrat bei SAP zu gründen, erfolgreich vereitelt - ganze 34 Jahre lang. Jeder genoss bis dato seine kleinen täglichen Freiheiten, aber die große Freiheit, sich einen Betriebsrat zu wählen, wurde von ganz oben und damit auch der Mehrheit der Arbeitnehmer abgelehnt. Besonders verwerflich war, sich dafür auch noch den Rat und den Schutz einer Gewerkschaft zu nutze zu machen. Es wurde in der Folgezeit ein perfektes Feindbild von uns und der Gewerkschaft inszeniert. Schriftliche Missfallens-Bekundigungen, z.B. 'verschwindet hier', von KollegInnen aller Ebenen und Funktionen des Unternehmens sind nur ein Teil der Reaktionen, die wir erfahren mussten. Nichts spürte ich von dem Diversity-Gedanken gegenüber den KollegInnen, die mit Hilfe einer Arbeitnehmer-Organisation etwas in Deutschland ganz normales und gesetzlich Geschütztes wollten: einen Betriebsrat gründen. Die KollegInnen sahen darin einen Tabubruch gegenüber der Unternehmensführung.

Sind Gewerkschafter "Diversity-tauglich"?Auch heute, nachdem wir vor 18 Monaten unsere persönliche und berufliche Existenz riskiert hatten, gibt es immer wieder Situationen, die uns nachdenklich machen: Wann werden wir von unseren KollegInnen bei SAP wieder gleichwertig behandelt und müssen nicht länger Ausgrenzungen befürchten? Nein, es wird von allen Seiten versucht, das einmal erzeugte Feindbild aufrecht zu erhalten. Einen Diversity-Award hat ein dafür verantwortliches Management nicht verdient.

Es liegt vieles im Argen, auch bei denen, die Diversity als "Marketinginstrument" im Unternehmen benutzen. Denken sie wirklich an die Benachteiligungen, Verletzungen und Ausgrenzungen im Alltag? Diversity steht auch für Solidarität, mehr Gerechtigkeit, Menschenrechte und Humanität im Arbeitsleben - für die sich besonders 'Gewerkschafter' einsetzen. Diversity ohne Akzeptanz des Andersdenkenden ist Gleichgültigkeit.

Heute haben es Gewerkschaften schwerer, Kolleginnen und Kollegen für ihre Werte zu begeistern, denn die Gesellschaft und mit ihr die Arbeitnehmerschaft mit ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen ist vielfältiger geworden. Das ist kein Nachteil, sondern ein Vorteil, wenn Vielfalt zur Normalität geworden ist und Diversity gelebt wird. Dafür gilt es sich zu engagieren. Mit Gelassenheit und Durchhaltevermögen.


Wirtschaftsstandort

Hinweis auf mein neues Buch: Falsch globalisiert, 232 Seiten, 250 Abbildungen, € 14,80 - ist im Mai im vsa-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 3-89965-193-6). Das Buch greift 30 der wichtigsten Schwerpunkte in aktualisierter Form auf. Neue Rezension in FR. 16 wichtigste Schaubilder hier stets aktualisiert (auch Korrekturen).

Hier zu meiner kurzen Einführung bei der Vorstellung des Buches am 15. Mai im Beisein von Jürgen Peters, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Otto Brenner Stiftung und Vorsitzender der IG Metall, und Professor Dr. Peter Bofinger, Universität Würzburg, und hier zu einer aktuellen Einschätzung sowie zu meinem halbstündigen WDR-Interview zum Abhören.